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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Probleme beim Hufe-Heben



Effenberk
29.07.2002, 02:14
Hallo!
Ich reite einen großen (ca. 172 cm Stockmaß) Hannoveranerwallach. Leider habe ich große Probleme mit dem Hufe-Heben: Die Vorderhufen gehen einigermaßen (auch wenn es manchmal auch recht lange dauert, bis er sie oben hat), aber die Hinterhufen sind wirklich eine Plage! Oft bekomme ich sie überhaupt nicht hoch. Ich versuche mich gegen den Wallach zu lehnen, damit er das Gewicht auf die andere Seite verlagert, aber er geht dann extra mit dem Gewicht noch mehr auf meine Seite. Dann gehe ich wieder auf die andere Seite vom Pferd und versuche es erneut. Manchmal tippe ich seine Hinterhufen auch mit der Gerte an, und er hebt sie dann auch manchmal (!) hoch. Aber dann schlägt er mit dem Hinterhuf etwas nach hinten aus, was ich auch nicht so toll finde. Ich versuche einfach konsequent dranzubleiben. Wenn er den Huf hebt, dann lobe ich ihn, gebe ihm ein Leckerli usw. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, das es mit den Hinterhufen keine Fortschritte macht (schon seit langer Zeit). Ich selbst bin "nur" 1,64 groß und mühe mich da jedesmal so ab... Wenn ich mal den Huf oben habe (egal ob vorne oder hinten) dann legt er sein ganzes Gewicht in meine Hand, das ich ihn fast zum Knien bewegen könnte - was ich natürlich nicht mache, weil ich Angst habe, er könnte auf mich "umkippen". Weiß jemand einen Rat? Ich wäre euch sehr dankbar!

Tata
29.07.2002, 20:36
Wie alt ist er denn? Vielleicht wurde das vorher nicht konsequent gemacht. Und wie verhält er sich beim Hufschmied? Auf jeden Fall dran bleiben, meine Ponystute war auch sehr schwierig, aber mit Geduld und Lob kam ich ganz gut klar.
Meine Hannoveranerstute ist 1,76 m und ich nur 1,60 m und das ist kein Problem.

Tata

Effenberk
30.07.2002, 00:05
Hallo!
Also der Wallach wurde mit 3 Jahren gekauft und eingeritten. Er konnte vorher kein "Hufe-Heben". Inzwischen ist er schon 6 Jahre (ich persönlich kenne ihn aber erst seit einem 3/4 Jahr). Beim Schmied ist er ruhig (wenn man erst den Huf oben hat...), er ist auch nicht beschlagen.
Es ist klar, dass es nicht an der Größe liegt. Ich kenne auch große Pferde, mit denen es problemlos geht. Nur ist es leider dann noch schwieriger, wenn er den Huf nicht heben will als bei einem Pony oder so...
Ich hoffe ihr könnt mir einige Tipps geben.

LuckyAmica
30.07.2002, 13:10
Ich eknne sowas sehr sehr gut.;) .Das Pferd da sich reite will ne den Huf geben.Ich ahbe schon weisgott wie viele Leute gefragt was es dadagegen gibt.Einige sagten nur :,,Tja da kann man nichts amchen" Ich ahbe es aber nie aufgegeben.Und mich immer wieder gegen das Pferd gelehnt, mti der Gerte das Bein angetipp...Nach 1 Monat (jeden Tag)Training hatte es das Pferd endlich geblickt.:D :D

Ich aknn nur hoffen das es bei dir auch irgendwann mal funktioniert.;)

Viel Glück;) ;) ;)

kathy-huber
30.07.2002, 16:58
Vielleicht solltest du mal einen Osteopathen(in) kommen lassen. Mein Pferd hatte plötzlich auch Probleme beim Heben der Hinterfüße. Er riss das entsprechende Bein ruckartig hoch und stellte es wieder ab. Dann gab er es kaum noch her. An den Vorderbeinen gab's keine Probleme (Im Gegenteil; die bietet er automatisch immer gleich zum Heben an)
Die Osteopathin fand 7 (!) Blockaden welche sie auch "bereinigte". Und siehe da: das Problem war total verschwunden. Ganz ruhig hob er wieder seine Beine. Sogar der Schmied hat sich gewundert... Sie gab mir u.a. auch noch folgenden Tip: das Bein auf's Knie legen damit er sich leichter entspannt. Bein Pferd ist auch sehr gross (1.87) und da wirken halt mal grössere Hebel- Kräfte. Würde mir an deiner Stelle das Geld für einen Besuch eines Osteopathen (ca. 120 Euro) leisten. Sollten keine Blockaden vorliegen dann weißt du es wenigstens und kannst beruhigt am Heben üben.
Noch ein Tip: ich streiche immer mit der Hand zum Bein abwärts zum Huf und sagte "Huf" oder "Fuß". Dann gibt er meistens schon den Huf wenn ich nur meine Hand an den Oberschenkel lege.

Effenberk
31.07.2002, 00:14
Hallo!
Danke für euere Antworten. Das mit dem "mit der Hand runterstreichen" mache ich ja auch - aber das hilft nichts. Das Pferd nimmt die Hufen auch nicht ruckartig hoch, wenn er sie mal hebt.... Ich denke einfach, er will seinen Kopf durchsetzen. Er ist nämlich total intelligent (kann seine Box öffnen usw.) Als ich ihn kennen gelernt habe, hat er alles Mögliche versucht um sich durchzusetzen. Er gehört ja nicht mir, sondern jemandem anderen. Kaum kommt aber ein neuer Mensch ins Spiel, fängt er mit seinen Tricks immer von vorne an: Bindet ihn der "neue Mensch" irgendwo fest und läßt ihn alleine stehen, so reißt er sich sofort los. Erst wenn sich die neue Person "behauptet" hat, hört er mit dem Quatsch auf. Es liegt immer an der Person, denn kommt ein Mensch den er akzeptiert, dann macht er es nicht mehr. Auch bei mir gingen damals bestimmt 5 Stricke kaputt... Dann war da auch seine super Idee den "neuen Menschen" beim Führen immer in die Hand zu beißen - das hat er zum Glück auch wieder gelassen. Es ist einfach so, dass er die "Spiele" mit jedem Neuen treibt. Ich habe ja schon alles durchgestanden - nur das Problem mit den Hufe-Heben nicht. Ich bin überzeugt, dass es auch eines seiner Spiele ist. An manchen Tagen bekomme ich die Hinterbeine überhaupt nicht hoch (mit der Gerte schon, aber da kann ich sie nicht gleichzeitig in die Hand nehmen und auskratzen...

Michi13
21.08.2002, 13:35
Hi ,
wenn du den Huf aufgehoben hast und dein Pferd den Huf belastet hat lass doch einfach los .Ich habe das auch gemacht und seitdem macht das mein pferd nicht mehr.
Viele Grüße
Michaela;)

Kyra
23.08.2002, 13:30
Hi!
Ich kenne das Problem auch ziemlich gut :rolleyes:
Bei deinem Pferd ist es scheinbar wirklich ein Dominanzproblem. Auch wenn er scheinbar brav keine Stricke mehr zerreißt, Huf geben muss ein Pferd. Tut er das nicht, ist es - das hast du ja schon ganz klar erkannt - einfach ein trotziges Kopfdurchsetzen (solange keine gesundheitlichen Probleme vorliegen). Ich habe mit meinem Pferd Bodenarbeit und Dominanztraining gemacht, beispielsweise nach Monty Roberts und Hempfling. Desweiteren kann ich dir nur gezieltes Üben ohne das eigentliche Hufauskratzen empfehlen. Dabei gehst du wie folgt vor:
Du stehst seitlich an der Hinterhand deines Pferdes.
Am Kopf des Pferdes steht ein mit Leckerlie bewaffneter Helfer.
Nun touchierst du mit einer Gerte knapp unterhalb des Sprunggelenkes and der Rückseite des Hinterbeins.
Da dies dem Pferd unangenehm ist, wird er das Bein leicht anheben.
Dabei gibst du das Kommando zum Huf heben ("Gib Huf").
Auch wenn das Bein nur 2 Zentimeter vom Boden gehoben wird, lobst du ihn, und der Helfer gibt ihm ein Leckerlie.
Bloß nicht das Bein fassen!
Wenn das einigermaßen klappt und er auch ohne Gerte willig das Bein gibt ( das er mit der Zeit immer höher heben wird), kannst du anfangen, das Bein aufzuheben. Nur aufheben, nicht auskratzen. Auch dafür gibt es ein Leckerlie.
Und irgendwann wird er sich auch auskratzen lassen.
Nun mit den Leckerlie: Bis zu diesem Punkt wird für jede gut gelungene Lektion eines gegeben. Damit er das aber nicht nur für Leckerlies macht, musst du diese verzufallen. Das heißt, 3 mal gibt es eins, beim vierten Mal nicht. Dann gibt es nur noch alle 5 mal was, u.s.w. Und schließlich und endlich, gibt es gar nichts mehr ausser Lob vom Ranghöheren (du).
Da ein Pferd aber auch nicht blöd ist, wird er sich irgendwann denken: Es gibt keine Leckerlie mehr, also geb ich meinen Huf nicht mehr. -----> Deshalb baust du ca. alle 20 mal einen "Jackpot" ein: Es gibt auf einen Streich 3 oder4 Leckerlie! Was meinst du, wie sich der Wallach auf jedes 20. mal freuen wird!
Bye,
Kyra
P.s.: Gegen das Gewicht-auf-dich-legen wirst du nichts machen können, aber vielleicht gibt es sich von selbst wenn er keine Lust mehr hat.

Effenberk
24.08.2002, 16:47
Danke für euere Tipps, ich werde es mal ausprobieren. Er denkt sich einfach immer was anderes aus (und im Moment ist es dies).

Kyra
18.09.2002, 21:12
Hi!
Ist es schon etwas besser geworden? Oder hat er sich schon wieder was neues einfallen lassen:D ?
Gruß,
Kyra

Effenberk
20.09.2002, 00:12
Hallo!
Es kommt auf den Tag an, manchmal klappt es recht gut - manchmal eben nicht. Aber man merkt schon, dass er jedesmal Leckerlis erwartet (die er aber nicht immer bekommt). Jedenfalls hat er bis jetzt noch nichts neues ausgeheckt...;)
Komisch ist auch, dass es nur klappt, wenn ich mit dem rechten (!) Vorderbein anfange.... Den Linken hebt er nie früher hoch!:confused:

Donna
16.10.2002, 12:16
Hallöchen!
Bei meinem damaligen Pflegepferd hatte ich auch Probleme mit den Hinterbeinen. Er hat sie zwar brav gehoben, aber hat nach kurzer Zeit ausgeschlagen. Hab dann nen Tip von unserem Hufschmied bekommen. Er meinte, ich sollte einfach den Schweif um den Huf wickeln. Habs probiert und nach ein paar mal Schlagen hat der Dicke wohl bemerkt, dass es weh tut. Und danach hat ers nicht mehr gemacht. Auch wenns erst mal makaber klingt. Es hat geholfen.

Horéemausi
27.10.2002, 19:57
hallo ihr!
bei meiner stute war das auch so, sie gab den huf einfach nicht. dann hab ich in einem buch von linda tellington-jones gelesen, wie man das macht, ohne das pferd durch anlehnen aus dem gleichgewicht zu bringen: du fährst mit der hand langsam am bein herunter bis zur großen sehne an der rückseite der röhre. dann greifst du die sehne mit zeigefinger und daumen, drückst kurz zu und ziehst sie nach oben. am anfang klappt das meistens nicht, dann setzt du vorsichtig deine fingernägel ein. nach ein paar mal wird er verstehen, was er soll, dann brauchst du die nägel nicht mehr. bei meiner süßen brauch ich nur noch die sehne kurz andrücken und sie hebt den huf! viel glück!!!!