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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst, zickig, oder was? Langer Beitrag



Daggi
15.06.2004, 17:10
Hallo @ all. Jetzt will ich mal hören, was ihr so aus der Ferne so prognostiziert bei unserem "Fall".
Also unsere Süße ist seit geraumer Zeit negativ seltsam draußen. Sie war ja schon fast immer (außer im ersten Hundejahr) sehr uninteressiert an anderen Hunden. Wir haben den Hundekontakt zu anderen Hunden immer gefördert, waren/sind auch auf Hundeplätzen unterwegs und unterbanden generell den Kontakt zu anderen Hunden nicht. Sie spielte auch bis zu diesem 1 Jahr bzw. vielleicht auch noch minimal länger wirklich gerne und ausgiebig mit anderen Hunden. Kein Spiel konnte ihr lang genug und wild genug sein. Sie wollte aber (nachdem sie ca. 1 Jahr war) oft lediglich mal schnuppern, drehte - wenn sie Bock hatte - mal drei, vier Runden mit dem anderen Hund und wollte dann weiter. Wenn ein dritter Hund dazu kam und auch noch kommt, ist sie oft ängstlich. Bellen oder knurren die Hunde beim Spielen, meint sie, sie müsse schlichten, was auch schon ab und an zu Missverständnissen kam (bei den Hunden). So nach dem Motto: Was mischt die sich ein - und die beiden Hunde jagten sie vondannen. Ich habe mich da nicht wirklich eingemischt. Es war auch nie wirklich Gefahr in Verzug.
Wenn sie jetzt keine Lust hat mit anderen Hunden zu spielen, dreht sie sich weg und zeigt dann die Zähne und keift mal Richtung Hund, wenn die es nicht akzeptieren. Sie will deutlich ihre Ruhe.
Du Annette schriebst ja auch, dass Dein Cocker nicht der große Spieler ist. Sie will lieber "nur" spazieren gehen und ihren Ball oder Leckerlis suchen. Diese packe ich grundsätzlich weg, wenn andere Hunde kommen, die sie oft noch gar nicht gesehen hat. Ich weiß, dass das Ärger gäbe. Ich kann sie ja nicht "zwingen" mit anderen zu spielen. Sie hat sicherlich ihre Gründe und ich akzeptiere das natürlich (im Gegensatz zu anderen Hundehaltern).
Dies war die Vorgeschichte.

Wenn wir nun spazieren gehen, war es in den letzten 2 - 3 Monaten so, dass sie oft fast alle Hunde, die keinerlei Aggressionen ihr gegenüber zeigten oder die sie auch KANNTE, anbellte. Sie lief an der Leine (ich kann sie nicht immer gleich los machen - Straße etc., aber auch ohne Leine ist dies so) und wenn dann der Hund ca. 1 - 3 m vor einem ist, macht sie einen Satz vor und bellt und giftet. Wenn der andere Hund dann ruhig bleibt (alle Achtung vor diesen Hunden !!!! ), schnuppert sie kurz hin und läuft dann weiter. Keift der zurück (was ich ja verständlich finde), würde das noch eine Weile so gehen, wenn man nicht seiner Wege trottet. Mit dem Clicker habe ich schon geübt. Das war in sofern erfolgreich, als sie meist auf mich und die Leckerli fixiert war. Aber ein Dauerzustand war das trotzdem leider nicht..
Besser war es, als ich irgendwann mal, scharf "nein" und "weiter gehts" (als Entscheidung meinerseits und Alternativhandlung für sie) gesagt habe. Da bin ich dann irgendwie stutzig geworden, nachdem sie dies akzeptiert hatte. Warum war sie auf einmal ruhig? Hatte sie einen Grund vorher immer zu giften? Oder meinte sie einen Grund zu haben (mich beschützen?) Ich habe allerdings nie ihr das Gefühl gegeben, sie dürfe dort nicht hin oder die Leine straff gehalten etc.

Besser läuft es auch - finde ich - nachdem ich es ausprobiert habe so: Ich lasse den anderen Hund auf uns zukommen und sage ihr kurz vorher, dass sie zu sitzen oder zu liegen hat. Das macht sie zögerlich (aber ich denke nicht aus Angst, sondern eher so nach dem Motto: Ich will aber jetzt da hin und "meckern" - zumindest interpretiere ich ihre Körperhaltung so) dann wirklich auch UND sie bleibt liegen ohne einen Mucks von ihr zu geben. Sie guckt den Hund an und es ist O.K. Meist stehe ich da dann leicht neben ihr oder aber auch so, dass ich sie anschaue und mit dem Rücken zu dem anderen Hund stehe.
"Beschütze" ich sie dadurch und deshalb ist das für sie O.K.? Oder ist das Quatsch?
Andererseits weiß ich nicht, ob ihr gekläffe überhaupt Angst ist. Denn ich sehe bei ihr nicht wirklich Beschwichtigungssignale (kein Schlecken oder Abwenden) wenn der Hund auf uns zukommt. Und ihr (leider kupierte) kleine Schwanz steht ab.

Wenn die Begegnung bzw. die Fastbegegnung friedlich (von ihrer Seite) ablief, erlaube ich ihr IMMER aufzustehen und auch zu diesem Hund hin zu gehen. Da ist noch nicht einmal irgend so ein "Gezicke" gewesen, wie vorher.

Was meint ihr. Was haben wir/sie für Probleme? Ich weiß nämlich nicht, was ich glauben soll bzw. was wirklich Sache ist.
Wäre schön, wenn Ihr Euch äußern würdet.
LG Daggi:cu:

Rüsselterriene
15.06.2004, 19:37
Für mich klingt es so, als hätte deine Hündinn einfach keine Lust auf Hundebegegnung. Ist denke ich auch nur natürlich, je älter ein Hund wird.

In dem Moment, wo du in solchen Momenten die Initiative übernimmst, indem du ihr sagst, was du willst, da scheint sie die Situation an dich abzugeben und entspannt dabei.

Anke

Brana
15.06.2004, 21:55
Ich habe das Gefühl, daß irgendeine Art Verunsicherung vorliegt. Wahrscheinlich hat es eine Begegnung gegeben, die ihr Verhalten auslöste und das Dir gar nicht aufgefallen ist.
Wenn Du nun ihr Verhalten ignorierst oder nicht veränderst werden sich wahrscheinlich irgendwann Probleme anderer Art einstellen bzw. weitere Unarten einstellen.

Ich würde mit dem Hund zu einem guten Hundeexperten gehen und mich beraten lassen.

Eventuell ist es nur eine Kleinigkeit, die Du übersehen hast, die aber irgendwann zu größeren Problemen führen kann.

LG
brana

Daggi
16.06.2004, 10:02
Hallo Brana, hallo Anke,
ich denke ihr könntet beide Recht haben. Einerseits glaube ich auch bzw. könnte ich mir vorstellen, sie hat wirklich keinen Bock auf Hundebegegnungen (was ich natürlich auch schade finde). und ich teile Deine Äußerung, dass ein Kommando von mir, sie eher entspannen lässt. Andererseits habe ich auch Bedenken, dass da doch was anderes ist oder war und sich das Ganze womöglich irgendwann hochschaukelt. Ich werde es weiter beobachten, das ist klar. Möchte aber auch Eure Meinung wissen, denn manchmal steht man ja auch auf dem Schlauch oder verlangt Dinge vom Hund, die man vielleich doch lassen sollte, weil sie die Situation weiter verschlechtern. Wobei ich das Ablegen momentan eigentlich eher als positiv ansehe, einfach weil sie definitiv in dieser Lage ruhiger und entspannter wirkt. Von daher denke ich aber auch, dass ich die Situation bzw. sie nicht ignoriere oder verändere (wie Anke schrieb), sondern ja sage, was ich von ihr erwarte und dadurch doch etwas tue, oder?
LG Daggi :)

Rüsselterriene
16.06.2004, 17:58
Hi Daggi,

Wenn du den Eindruck hast, sie entspannt im Platz, dann würde ich das beibehalten.
Es ist an sich eine gute Position, da sie dem Hund, der da entegenkommt keine Angriffsfläche bietet, da sie sich ja klein-macht. An deiner Stelle würde ich aber darauf achten, das sie in diesem Platz auch ihre Ruhe hat. (halt die anderen auf Abstand)

Solange du die Situation so in Griff hast, deinen Hund beeinflussen kannst, sehe ich eigentlich nicht die Möglichkeit eines "Hochschaukelns".

Ich denke viel eher, dass sie, durch die Sicherheit, die du ihr damit vermittelst, eher mal entspannt weitergeht und Hundebegegnungen nicht mehr auf sich bezieht.
(Ich kenne das, man sieht einen anderen Hund und denkt automatisch: Spiel für Hundi! ...ohne jemals gefragt zu haben...)

Anke
*wenn man mich als Kind zu allen anderen Kindern geschickt hätte, dann wäre ich vermutlich richtig scheu, wenn nicht aggressiv*

sandinchen
16.06.2004, 19:29
Für mich klingt dein Verhalten richtig. Das hinlegen wirkt auf den anderen Hund beschwichtigend und wenn es für deine Hündin keinen Stress bedeutet, prima. Vielleicht vermittelst du ihr somit, dass du das mal eben selbst regelst und sie kann nun endlich mal den Mund halten. :D
Das mit dem scharfen nein finde ich auch nicht verkehrt. Wie man sieht hat sie es verstanden. Es hat ihr Verhalten ja auch nicht verschlimmert.
Ich gehe mal davon aus, dass eure Hundebegegnungen nun angenehmer sind und das merkt sie ja auch. Also, warum sollte da noch was schlimmeres kommen? :?:

Daggi
17.06.2004, 13:23
@all: Na dann werde ich es mal so beibehalten.
@Sandinchen: Ja ein bisschen kommt es mir auch so vor: Dass sie merkt, sie kann jetzt endlich mal ihren Mund halten, ich regle das.
LG Daggi:cu: