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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Protest Pinkeln? Was tun?



Trollo
14.06.2004, 11:03
Hallo zusammen,

vielleicht weiß ja jemand einen Rat? Mein Rüde, ein Mischling, ist vier Jahre alt. Er war bis er 2 Jahre alt war immer stubenrein. Dann hatte ich einen neuen Freund, zunächst eine Wochenendbeziehung. Immer wenn er bei mir war, hat mein Hund nachts in die Wohnung gepinkelt. Manchmal macht er auch einen Haufen rein. Auch, wenn wir ihm extra spätestens um 19 Uhr seine 2. Portion zu fressen geben und mit ihm um 24 Uhr nochmal draussen waren. Inzwischen sind wir zusammengezogen - und seit sich unsere Familie vergrößert hat, ist es nur noch schlimmer. Macht er das aus Protest, weil er meint wegen meinem Freund und dem Baby weniger Aufmerksamkeit zu bekommen als früher? Oder was könnte das noch für Ursachen haben? Leider erwischen wir ihn nie, weil er das nur nachts macht. Wir lassen auch die Balkontür auf, er könnte also raus. Wir glauben wirklich, er macht das aus Protest. Wir wissen uns keinen Rat mehr. Zumal mein Hund und mein Freund ansonsten ein Herz und eine Seele sind.


Wer kann helfen oder hatte schon mal ähnliche Probleme?

Vielen Dank im voraus.

Anja

Naddel633
14.06.2004, 11:47
Hallo,

ich denke schon, das sowas einen Grund hat. Ein Hund wird ja nicht einfach wieder so unsauber (wenn keine gesundheitlichen Ursachen vorliegen).
Kann schon sein, das er es wegen dem baby macht.
Ich würde vielleicht einfach versuchen, ihn noch mehr zu integrieren. Vielleicht solltest du ihm die Chance geben, sich mit dem Baby vertraut zu machen und Kontakt aufzunehmen. Du solltest beide nicht trennen und den Hund auch weiter so behandeln, wie du es gemacht hast, als du noch alleine mit ihm gewohnt hast! Vielleicht will er damit ausdrücken, das das sein "Reich" ist??
Leider sind das nur vermutungen, da ich solche Erfahrungen noch nicht gemacht habe. Bin mal gesapnnt, was andere dazu sagen.

Evtl. solltest du auch beim Ta abklären lassen, ob evtl. Blasenprobleme vorliegen?!?

Gruß, Naddel

Trollo
14.06.2004, 13:06
Hallo Naddel,

Vielen Dank für Deine E-Mail. Laut Tierarzt sind keine gesundheitlichen Ursachen vorhanden. Das haben wir schon mal checken lassen.

Wir dachten uns ja schon, dass es was mit Eifersucht zu tun haben könnte. Und deshalb auch darauf geachtet, ihm so viel Aufmerksamkeit zu schenken, wie zuvor auch. So gut es eben geht. Und immer wenn wir uns mit dem Baby beschäftigen darf er dabei sein, bekommt auch Leckerlis, damit er es mit was positivem verbindet. Leider ohne Erfolg.

Vielleicht kümmern wir uns ja doch weniger um ihn als bisher ?

Werden uns mal noch intensiver mit ihm beschäftigen ...

Mal sehen, ob es was hilft.

Lieben Gruß
Anja

cheroks
14.06.2004, 13:24
Hallo Anja,
wie ist denn die Beziehung zwischen deinem Freund und deinem Hund?
Du sagst, es fing an, mit deinem neuen Freund. Hört sich schon so an als ob er protestiert!

Noch mehr Aufmerksamkeit kann ihn auch in seinem Verhalten bestätigen!!!
Ich würde dir raten, ab jetzt deinen Freund für den Hund verantwortlich zu machen! Überlass ihm das Füttern und wenn möglich auch das Gassi gehen. Ansonsten bleibt alles beim alten. Dein Hund soll merken, dass auch dein Freund in eurem Rudel Sinn macht!
Eifersucht darf es in einer richtigen Hund Mensch Beziehung eigentlich nicht geben, mach dir darüber mal keine Gedanken. Das Reinmachen würde ich komplett ignorieren! Findest du etwas, ärger dich still und heimlich, aber schenk dem keine Aufmerksamkeit. Mach es weg, wenn dein Hund nicht dabei ist und nicht zusehen kann, sonst meint er noch dich interessiert was er da so hinterlässt.

Bleib eintspannt und nimm deinen Hund nicht zu wichtig und stell ihn nicht zu weit in den Vordergrund, dann wird das schon.
Dein Hund kann sich freuen, dass euer Rudel wächst und er dann auch ein paar neue Aufgaben bekommt. Wichtig ist deine emotionale Einstellung, hast du ein schlechtes Gewissen, wird dein Hund das schamlos ausnutzen und versuchen seinen Vorteil aus der Lage zu ziehen.

lg tina

suh
14.06.2004, 20:04
Hallo,

also dem Hund zu unterstellen, dass er aus Protest in die Wohnung uriniert, würde mir persönlich zu weit gehen. Ich denke, dass das zu vermenschlichend wäre.

Meine Erfahrung mit meinen "Pipi-Hunden": Meistens war es eine Art von Unsicherheit/Stress. Habe ich geholfen mit der Situation zurecht zu kommen, hat sich das Pinkeln reduziert/hat aufgehört.

Also auch meine Frage: Wie ist die Beziehung Deines Hundes zu Deinem Freund? Fühlt sich Dein Hund vielleicht in irgendeiner Art und Weise überfordert/vernachlässigt/gestresst?

lg
Suh

cheroks
15.06.2004, 11:32
Hallo Suh,

also dem Hund zu unterstellen, dass er aus Protest in die Wohnung uriniert, würde mir persönlich zu weit gehen. Ich denke, dass das zu vermenschlichend wäre
ein Hund zeigt aber genau damit, dass ein Problem vorliegt. Kannst es auch "ein Zeichen setzen" nennen, oder im ungünstigsten Fall markieren, da wird gar nichts vermenschlicht . Das ist eine ziemlich eindeutige Angelegenheit beim Hund.

@Anja,
hab ich das richtig verstanden, er macht das jetzt seit 2 Jahren :eek: ???

lg tina

Trollo
15.06.2004, 18:19
Hallo Tina, hallo Suh,

vielen Dank für Eure Antworten.

Die Beziehung zwischen meinem Freund und meinem bzw. unserem Hund ist so weit ich das beurteilen kann sehr gut. Mein Freund mag den Hund, der Hund mag meinen Freund, sie spielen gerne miteinander, schmusen usw. Spazieren geht mal er und mal ich mit ihm, oder eben die ganze Family.

Er macht das übrigens nicht seit zwei Jahren permanent. Vor zwei Jahren trat es das erste Mal auf. Aber es kommt in schöner Regelmäßigkeit vor. Aber uns ist noch nichts aufgefallen, was vorher typisch gewesen wäre, um so z.B. eine Ursache für möglichen Stress zu haben. Auch wird er nicht vernachlässigt im Vergleich zu vorher. Vielleicht ist es ihm manchmal zu viel, wenn unser Baby schreit oder weint? Das bleibt bei einem Kleinkind aber leider nicht aus. Und es war ja auch schon vorher, noch ohne Baby, wenn er am Wochenende zu Besuch da war. Was für mögliche Stressursachen gibt es denn da noch. Damit ich weiß, worauf ich achten muss?

Gestraft habe ich ihn übrigens nie für seine Hinterlassenschaften (dafür müsste ich ihn ja endlich mal auf frischer Tat ertappen. Klar ärgert es mich, wenn es wieder passiert ist. Aber ich habe versucht es mir nicht anmerken zu lassen. OK, demnächst lasse ich ihn beim wegmachen nicht zusehen.

@ Suh:
Wenn wir eine „Stressursache finden sollten“ sollten wir dann versuchen, dem Hund solche Situationen zu ersparen, oder ihn diesen Situationen „extra“ aussetzen, damit er damit besser zurecht kommt?

@ Tina:
was meinst Du mit - mehr Aufmerksamkeit kann ihn auch in seinem Verhalten bestätigen? Soll mein Freund nun noch mehr mit ihm machen oder nicht? Also ihn füttern, Gassi gehen, wenn er da ist (tagsüber muss ja ich mit ihm gehen) und noch mehr spielen?

Ein schlechtes Gewissen habe ich schon manchmal. An irgendetwas muss es ja liegen. Was meinst Du mit, er nutzt das eventuell schamlos aus? Was hat das mit dem Reinmachen zu tun? Und welchen Vorteil hat er dadurch? Wenn es mal wieder passiert ist ignoriere ich ihn eine Weile. Es ist also nicht so, dass er dann als "Belohnung" mehr Aufmerksamkeit bekommen würde?

Wüßte zu gerne, was ihm im Kopf rumgeht ...

lg Anja

cheroks
16.06.2004, 14:10
Hallo Anja,

wenn man sich mal das reine Verhalten ansieht, ohne menschlich zu werden, dann markiert euer Hund in schöner Regelmässigkeit eure Wohnung.
Dieses Verhalten ist typisch, wenn sich an der Rudelstruktur etwas verändert, also wenn jemand dazu kommt oder weg geht. Hunde machen das, um ihr Revier abzustecken. Das kann einerseits aus Selbstsicherheit geschehen oder aber auch aus Unsicherheit, einfach um etwas zu klären oder um zu zeigen, dass etwas nicht so rund läuft.
Du hast geschrieben:
Immer wenn er bei mir war, hat mein Hund nachts in die Wohnung gepinkelt. Manchmal macht er auch einen Haufen rein.
Das sagt mir jetzt (ich deute einfach mal wild drauf los - ist eben nur eine Ferndiagnose)dein Hund wollte wohl mal sagen, das er hier Ansprüche erhebt! Einfach nur mal müssen...:rolleyes: daran glaube ich nicht, da er 2 Jahre stubenrein war.

Nun ist auch noch das Baby dazu gekommen... wieder eine Neustruktur des Rudels, wieder ein Grund um zu klären!

Was hat das mit dem Reinmachen zu tun? Und welchen Vorteil hat er dadurch? Das Reinmachen ist das Ergebnis aus dem was er so erlebt. Der Vorteil ist, er hat seine Duftmarke gesetzt, die er immer mal wieder auffrischt und sich so "sicher" oder "bestätigt" zu fühlen.

was meinst Du mit - mehr Aufmerksamkeit kann ihn auch in seinem Verhalten bestätigen?
Noch mehr Aufmerksamkeit kann ihn in seinem denken, z.B. das er ranghoch ist (ob er es sein will oder nicht) bestärken. Hier meine ich die Aufmerksamkeit die du ihm gibst, wenn er dich auffordert.
Erhält der Hund die Aufmerksamkeit dann, wenn er sie will, dann fühlt er sich bestätigt - das gilt nicht nur für Hunde mit expansiven Verhalten, sondern auch für unsichere Hunde, die sich durch zuviel Aufmerksamkeit in eine Rolle gedrängt fühlen, die sie gar nicht haben wollen.

Ein schlechtes Gewissen habe ich schon manchmal. Was meinst Du mit, er nutzt das eventuell schamlos aus? Wenn er merkt, das du unsicher wirst, bzw. Mitleid hast, ist das für ihn der beste Punkt bei dir anzusetzten und nachzufragen. Ganz schnell hat ein Hund raus, wie er jämmerlich und traurig aussieht, bisschen Ohren und Schwanz hängen lassen. Mit Glück (und vielleicht schlechtem Gewissen des HF) wird er dann gewuddelt und geknuddelt und damit wieder bestätigt.

Ohne irgendwas über deinen Hund zu wissen, würde ich dir raten in allem etwas deutlicher und etwas unemotionaler zu sein. Wenn du nun mehr Zeit für dein Baby brauchst, dann soll dein Freund durch Füttern usw. zeigen, dass er nun die Verantwortung für ihn übernimmt.
Wenn die Möglichkeit besteht, lass ihn einfach teilhaben an dem was du tust, auch mit Baby- das reicht den meisten Hunden schon aus. Wenn es nicht geht, sei auch klar und deutlich und diskutiere nicht gross mit ihm. Aufmerksamkeit nur dann, wenn du es willst, nicht auf eventuelles manipulieren von deinem Hund reinfallen oder auffordern lassen.
Versuch einfach mehr Sicherheit und Stabilität in euer Rudel zu bringen, sei einfach mal ein bisschen erhabener und auch ruhig ignoranter, wenn du eben keine Zeit hast. So ein Mittelding mit Mitleid usw. tut dem Hund gar nicht gut und macht ihn melancholisch. Wenn du dir dann Zeit für ihn nimmst, dann auch hier wieder die Regeln beachten, wer beginnt das Spiel und wer beendet es.

Wie schätzt du deinen Hund denn ein? Ist er eher ein sicherer oder unsicherer Hund? Gibt es bei ihm sonst noch andere kleine Macken?

lg tina:cu:
*romaneromaneromane*

easy_91
18.06.2004, 15:01
@Trollo: Hast du der Tierärztin gesagt das der Hund oft bzw. regelmäßig in die wohnung macht ? Wenn ja was hat denn dazu die Tierärztin gesagt ?
Es kann schon sein das es was mit Stress zu tun hat aber dieses problem kann ich garnicht verstehen ich meine dein hund verträgt sich ja mit deinen Freund aber was ist mit dem Baby ist es vielleicht wegen dem Baby weil ihr euer baby mehr aufmerksamkeit zeigt als euren Hund ? Sowas ist oft beim Familien aufgetreten und es kann sein das es bei euch schon aufgetreten ist ich wünsche deinen Hund und auch dir das alles Gut wird und dein Hund sogesagt wieder stubenrein wird bzw. Nicht mehr in die wohnung macht.
Easy91

Trollo
18.06.2004, 18:54
Hallo Isa,

vielen Dank für Deine Mail. Ja, dem Tierarzt haben wir es erzählt. Aber er konnte keine gesundheitlichen Ursachen feststellen. Es muss woll doch was mit Stress oder Eifersucht zu tun haben. Wir versuchen weiter die bisher gegebenen Tipps und Ratschläge zu befolgen.

Wünsche ir ein schönes Wochenende!

Lieben Gruß
Anja

easy_91
18.06.2004, 21:22
Bitte auch danke für deine Mail;)
mhm das ist ja merkwürdig.
Danke für den Gruss ich wünsche dir auch ein schönes wochenende.
Und Viel viel Glück wünsche ich dir Toi Toi!
Ihr schafft das bestimmt.
Der Hund muss sich vielleicht drann gewöhnen das mehr im Haus wohnen denn er war ja anfangs gewöhnt mit dir alleine zu wohnen ;-)
isa

suh
19.06.2004, 12:34
Hallo cheroks,


Original geschrieben von cheroks
ein Hund zeigt aber genau damit, dass ein Problem vorliegt. Kannst es auch "ein Zeichen setzen" nennen, oder im ungünstigsten Fall markieren, da wird gar nichts vermenschlicht . Das ist eine ziemlich eindeutige Angelegenheit beim Hund.


Dann nenne ich es lieber "Zeichen" *grins*

Protest bedeutet für mich "jetzt zeige ich es denen aber..." oder "ätsch, das habt ihr nun davon" o. ä. .
Und zu solchen Gedankengängen ist ein Hund nicht fähig.

Also sind wir uns ja fast einig :D

lg
Suh

suh
19.06.2004, 12:51
Hallo Anja,


Original geschrieben von Trollo
Wenn wir eine „Stressursache finden sollten“ sollten wir dann versuchen, dem Hund solche Situationen zu ersparen, oder ihn diesen Situationen „extra“ aussetzen, damit er damit besser zurecht kommt?

Ich persönlich würde dem Hund zunächst einmal solche Situationen ersparen, ihn aber gleichzeitig langsam (!) heranführen, dass er solche Situationen irgendwann einmal besser ertragen kann.

Bei einem meiner Hunde (ein sehr unsicherer Kandidat) konnte ich z. B. eine Zeit lang davon ausgehen, dass er in die Wohnung uriniert, wenn er dort das erste Mal länger alleine bleiben musste (und eigentlich noch nicht so weit war). Ebenfalls schwierig war z. B., wenn die Wohnung nach fremdem Hund/Katze/anderem Getier gerochen hat. Das war zu viel Aufregung für ihn (insbesondere ohne mich) und er musste sich immer erst langsam an so etwas gewöhnen können.
Beunruhigt und verunsichert hat ihn z. B. auch anfangs, wenn mein Patenkind geschrien hat und wir auch ganz hektisch wurden (und ihn womöglich ausgesperrt haben).

Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten. Hört sich vielleicht ein bisschen blöd an, aber vielleicht schreibst Du mal für Dich selber ein "Pinkel-Tagebuch", d.h. wann hat er in die Wohnung gemacht, was ist vorausgegangen (möglichst alles aufschreiben, auch wenn der Sinn sich vielleicht erst später zeigt).

Wo verbringt Euer Hund denn eigentlich die Nacht, hat sich da vielleicht etwas geändert? Ist nachts mal irgendetwas vorgefallen, was ihn geängstigt haben könnte? Benutzt Du "Geruchsvertilger" (wie z. B. Essig) um seine Hinterlassenschaften zu beseitigen? Auch Cheroks hat noch einige Fragen gestellt, deren Beantwortung interessant wäre *grins*

Es ist äusserst schwierig, "ins Blaue" zu raten...

lg
Suh