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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dominanz/ Aggression - dringend!!



Jotte
07.06.2004, 18:58
Hallo zusammen!
Nach meinem Tierarztbesuch heute sind wir eben fix und fertig und -ehrlich gesagt- ich sogar heulend nach hause gekommen - ich weiß nicht, was ich machen soll, hoffentlich könnt ihr mir helfen:

Unsere Hündin ( Mix Golden Retriever/Schäferhund-Collie/Neufundländer) ist ein knappes halbes Jahr alt.

Wir waren mit ihr in der Welpenschule und haben jetzt einen Hundetrainer, bei dem wir bisher einmal waren.
Dazu habe ich einige Bücher gelesen, hier viel gelesen etc. und wir bemühen uns wirklich von Anfang an, sie gut zu erziehen.

Gut heißt für uns auch, klarzumachen, wer Hund und wer Mensch ist, und ihr klarzumachen, dass der Hund unter dem Menschen steht, allerdings möglichst mit Belohnen von erwünschtem Verhalten und Bestrafen, indem wir sie (z.B. von unseren Socken) wegschubsen, ihr eins auf die Nase geben oder sie auf den Boden legen und dort festhalten, bis sie ruhig ist. Wir halten eindeutig nichts von Durchschütteln, Stachelhalsbändern etc., es muß doch auch ohne solche Mittel gehen!

Die Sache ist, dass es nicht wirklich klappt, was mir hier zuhause manchmal Angst macht, ist, dass sie schnappt (z.B. nach meinem Ärmel, wenn ich sie wegschubse oder etwas in der Hand habe, was sie interessiert - leider erwischt sie dabei manchmal aus Versehen (???) auch meinen Arm) und sich dann auch nicht wirklich einschüchtern läßt.
Sprich: auch hier zuhause dominiert sich mich manchmal....

Die Steigerung haben wir dann eben beim Tierarzt erlebt, sie mußte eine Spritze bekommen(wegen Husten) und hat sich extrem dagegen gewehrt. Das sah aber so aus, dass sie mich attakiert hat (mehrfach nach meiner Hand geschnappt und extrem die Lefzen hochgezogen und die Zähne gezeigt), obwohl ich weder die Spritze in der Hand hatte, noch den Maulkorb, den sie dann letztendlich umbekommen hat.
Was mich so fertig gemacht hat, war die (ich denke auch berechtigte) Reaktion der Tierärztin und der Helferin, die total entsetzt waren und mich gefragt haben, ob sie so ein Verhalten auch zuhause zeigt (was ich ehrlich gesagt verneint habe- ich habe mich nicht mehr getraut) und das sei ja extrem und sie bräuchte dringend eine Hundeschule und sie würde mich nicht als ranghöher ansehen, sie müßte dringend Unterordnung lernen, ich solle ihr eins auf die Nase geben oder sie durchschütteln(??!!!)

Ja, also muß irgendwas passieren, vielleicht war es ganz gut, dass es jetzt mal seinen Gipfel hatte, damit wir was dagegen tun können.
Ich weiß nur nicht, wie ich es weiter angehen soll: der Hundetrainer macht mit uns Einzelunterricht, möchte aber, dass wir erst den Teil (wir haben an der Leine gehen geübt) weiterüben und uns dann (nach ca. 2-3 Wochen) wiedertreffen, wenn es klappt. Ich glaube, er ist gut, aber er liegt mir von der Person nicht, so dass ich jetzt schon überlegt habe, ihn entweder jetzt dringender anzurufen und das Problem vorzuziehen, oder die Stunden bei ihm nach hinten zu schieben und erstmal zu einer anderen Hundeschule hier zu gehen, wo ich auf jemanden treffe, der meine Angst versteht und mir konkretere, direkte Hilfe geben kann, vielleicht auch in erheblich kürzeren Abständen, sonst wirds vielleicht immer schlimmer??

Was meint Ihr und wie finde ich so eine Hundeschule??
Übrigens habe scheinbar hauptsächlich ich das Problem, sie ist bei meinem Freund anders und auch bei der Tierärztin, obwohl ich von Anfang wohl die meiste Zeit mit ihr verbracht habe und mir die meisten Gedanken dazu mache.

Wie gut, dass es dieses Forum gibt, ich bin echt verzweifelt...der Hund läuft übrigens ruhelos durch die Wohnung und läßt sich kaum noch anfassen....!!

Danke jetzt schon für Eure schnellen Antworten!!
Katrin:0(

Naddel633
07.06.2004, 19:12
Hallo,

also erstmal eine Frage: hat deine Hündin im Welpenalter die "Beißhemmung" gelernt?

Das ist echt eine ziemlich heftige Geschichte die du da erzählst!
Also ich würde erstmal folgendes machen: Zeige ihr DEUTLICH mit einem Kommando "NEIN" das sie nicht alles bekommt, was sie haben will. Hast du z.B. ein Spielzeug in der Hand und sie schnappt danach- dann gib es ihr nicht, wenn du es nicht willst. Gib ihr dafür das Kommando "nein". Hat sie irgendwann akzeptiert, und läßt das Schnappen , würde ich ihr immer dann "das begehrte Ding" geben, wenn sie lieb darauf gewartet hat. Sie lernt also ganz schnell: ich bekomme das was ich will, wenn ich mich lieb verhalte!

Wenn du mit ihr spielst, dann entscheidest DU , wann das geschehen soll und du entscheidest auch , wann das Spiel zu Ende ist. Das ist auch eine Form von Unterordnung und Betonung deiner Rolle als Rudelführer.

Oftmals ist das Problem da zu finden, das man dem Hund keine Stellung im Rudel gibt und ihn verunsichert. Mache deiner Hündin einfach deutlicher klar, was du NICHT willst, lobe sie dann aber auch genauso heftig dafür, für das was sie gut macht.

Das Beispiel mit dem Spielzeug kannst du auf einige alltägliche Situationen übertragen.

Also Viel Glück, Naddel

Jotte
07.06.2004, 19:54
Hallo Naddel!
Vielen Dank für Deine schnelle Antwort!!
Das Problem ist, dass ich alle diese Sachen von Afang an weiß und auch genauso versuche, scheinbar nicht vehement genug, ich bin mir eigentlich sicher, dass es an mir und nicht am Hund liegt...:(

Rüsselterriene
07.06.2004, 20:24
Katrin,

So wie du schreibst, klingst du ziemlich unsicher und eigentlich alles andere als souverän.

Ich nehme stark an(weil du es ja auch schreibst) das dein Hund denselben Eindruck hat. (Deshalb ist sie einfach nicht SICHER in deiner Gegenwart und tut Dinge, die ein SICHERER Hund nicht tut)

An deiner Stelle würde ich mri erstmal ein bischen Luft verschaffen. Überforder dich und den Hund nicht, dh. lass ihr im Haus genug Raum für den Rückzug und nimm dir draussen Dinge vor, die ihr zusammen schaffen könnt. Baut euer gemeinsames Selbstvertrauen erstmal auf.

Gleichzeitig such dir unbedingt einen anderen Trainer, denn dein bisheriger scheint für dich nicht der Richtige zu sein. Du musst die Person einfach mögen, sonst ist die Arbeit umsonst.

Anke *Lass dich nicht verunsichern! Dein Hund braucht DAS nicht!*

Thomas
08.06.2004, 00:14
Hallo Katrin,

ich habe gerade mal Dein Posting im Thread "Lahmen und Beissen" <click> (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=23123) gelesen. Dort hast Du geschrieben, das Deine Hündin bereits kurz nach der Übernahme, also mit 8/9 Wochen, Tendenzen zum (übermäßigen ?) Schnappen gezeigt hat. Weiß Du, ich bin gerade am überlegen, wo die Ursachen für ihr Verhalten liegen könnten. Evtl. hast Du damals schon die Weichen für die jetzigen Probleme gelegt, in dem Du auf ihr Verhalten zu nachgiebig oder zu streng (beides denkbar) reagiert hast. Auf der anderen Seite könnte der Grundstein bereits schon beim "Züchter" gelegt worden sein. Evtl. eine mangelhafte Prägung? Wo hab ihr sie eigentlich her? Hattest Du ein gutes Gefühl bzgl. der Aufzuchtstätte?

Lass Dich von dem TA nicht zu sehr verunsichern. Jemand der "eins auf die Nase" und "durchschütteln" empfiehlt, würde nicht unbedingt mein Vertrauen genießen. Hoffentlich sind die Ärzte in ihrem angestammten Fachgebiet (Tiermedizin) etwas kompetenter als bei gut gemeinten Ratschlägen die eher eine Old-School-Anmutung haben...

Es scheint so, als hätte Deine Hündin ein Vertrauensdefizit in Dich. Ob man bei einem 6-Monte alten Hund bereits von Dominanz und Aggression sprechen kann halte ich für eine Gradwanderung. Vorallem in Anbetracht der Tatsache, das sie ähnliche Ansätze schon mit 8 Wochen gezeigt hat. Bei einem Welpen wird man sicher kaum das Wort Dominanz ernsthaft in´s Feld führen....?

Was also tun? Ich will Dich in Deinem Vorhaben bestärken, die Hilfe eines kompenten Trainers in Anspruch zu nehmen. Deinem jetzigen Trainer solltest Du erstmal nen Laufpass geben, "Bei-Fuss" und ähnliches ist derzeit erstmal sekundär. Was Du brauchst, ist jemand, der sich euch beide - am besten in häuslicher Umgebung - ansieht, das Verhalten (vorallem auch Körpersprache!) analysiert und dann die richtigen Schlüsse zieht.

Ohne euch gesehen zu haben ist es wirklich schwer, zielführende Tips zu geben, egal ob die nun Handfütterung, korrekteres/timinggenaueres/hundlicheres Abstrafen, mehr ignorieren oder was auch immer sein mögen.

Einen guten Trainer findest Du am besten über persönliche Empfehlung. Sprich z.b. Hundehalter an, deren Hunde in Deinen Augen gut erzogen sind bzw. ein harmonisches Team mit ihrem Halter abgeben. Vielleicht bekommst Du auch einen Tip hier im Forum, wenn Du schreibst wo Du wohnst. Ansonsten halt im Internet suchen (www.ig-hundeschulen.de usw.).

Viel Glück
Thomas

PS. Ob Anke mit ihrer Vermutung, das Du evtl. tatsächlich unsicher/ängstlich ihr gegenüber auftrittst, wirst Du Dir selbst mit einem Ja oder NEIN beantworten können. Falls dem so sein sollte, dann ist das selbstverständlich ein -wenn nicht DER- Knackpunkt... Aber irgendwie will mir das nicht so recht einleuchten, WEIL die Probleme eben schon in der Welpenzeit angefangen haben....und vor dem kleinen Fellbündel hattest Du damals doch sicher keine Angst...?.....hmmm....*grübel *

Bonnii
08.06.2004, 16:15
Hallo Katrin,

ich kann mich allen anderen nur anschliessen, Du brauchst einen klasse Trainer und ein klasse Buch.
Der Tipp mit der IG Hundeschulen auch nicht schlecht, darüber habe ich unsere Trainerin Catrin Hannig aus Hamm gefunden.
Was besseres konnte uns nicht passieren. Die Sach mit dem Dominanz-Problem ist ein wirklich alter Hut, Dein Hund muss mehr vertrauen zu Dir haben und Strafe kann er nicht verstehen, Du musst dem Hund auch ein von Dir gewünschtes Verhalten anbieten. Das Beste Buch ist "Hunde sind anders" von Jean Donaldson. Und solltest Du im Raum Hamm wohnen, gebe ich Dir gern die Telefonnummer unserer Trainerin.

Viel Erfolg
Bonnie

Bafi
09.06.2004, 11:43
Moin,
mit den Ratschlägen, die der TA gegeben hat wirst du NICHTS erreichen.

Du musst erst mal deine Position als "Rudelführer" bestätigen!

Ich kann dir als Anfang das Buch von Jan Fenell " Mit Hunden sprechen" empfehlen. Es ist sehr gut geschrieben und vor allem wird an Beispielen erklärt, wie man mit seinem Hund "sprechen" kann. :)

Mit allem bin ich nicht einverstanden, aber so wird deine Hündin lernen, wer das Sagen hat.
Eine gute Hundeschule wird das dann noch unterstützen. Verzweifel nicht, noch ist nichts verloren!

suh
09.06.2004, 12:11
Hallo,

ich empfehle Dir die Hundeschulen von Animal Learn (siehe dazu http://www.animal-learn.de ). IG Hundeschulen finde ich persönlich nicht so toll seitdem sie nur noch auf den "pauschalen Einsatz von Starkzwangmitteln" verzichten (= Starkzwangmittel werden eingesetzt).

Zu Jan Fennel, "Rudelführung" und "Dominanz" lies Dir doch einfach auch mal die Seite http://www.spass-mit-hund.de/seiten/mehr_wissen/die_sache_mit_der_dominanz/index.htm durch.

Ferndiagnosen sind immer schwierig, aber es hört sich wirklich an, als ob Deine Süsse ein ganz schön unsicherer Kandidat ist und bislang gelernt hat, dass "Angriff" noch die beste Verteidigung ist? Ich denke auch, dass man bei einem Welpen wohl nicht wirklich ernsthaft von "Dominanz" reden kann.

Ihr "eins auf die Nase geben oder sie auf den Boden legen und dort festhalten" würde ich wohl erstmal sein lassen.
Besser wäre es wohl ihr zu zeigen, dass sie mit ihrem "aggressiven" Verhalten nicht das erreichen kann, was sie will, aber mit von Dir ausgewähltem Alternativ-Verhalten ("Nein, Sitz!") schon.

lg
Suh

Daniela&Co
09.06.2004, 14:35
Hallo!

Von wo aus NRW kommst du?? Vielleicht können wir uns mal treffen und ich kann dir vor Ort Tips geben was du besser machen kannst!
Habe viel Erfahrung mit Dominanz Problemen bei Hunden!

Gruß Daniela

email: Lacrimosa88@aol.com
:cu:

ninjaNina
09.06.2004, 16:10
Hallo Suh,

was verstehst Du unter (=Starkzwangmittel werden eingesetzt)?
In der Satzung der IG steht ganz klar das die Ausbildung mit Stachelhalsbändern, Koralle, Reizstromgeräte etc. den Zielen der IG ebenso entgegen steht wie eine Ausbildung rein über positive Verstärkung. Da finde ich nichts negatives dabei. Wir waren selbst schon in einer IG-Hundeschule und haben nur die besten Erfahrungen gemacht. Wenn ein Halter mit seinem Hund ein Problem hat ist die Lösung doch wie eine Pyramide. Bei einem passionierten Jäger, der unter Umständen schon einmal Beuteerfolg hatte wirst Du mit rein positiver Verstärkung eher nichts erreichen. Trotzdem wird damit begonnen und wenn dies nach einiger Trainingszeit keinen Erfolg zeigt ist es zum Schutz des Hundes wohl nötig die nächste Stufe zu versuchen, wie z.B. Disc-Scheiben oder ganz am Ende der Fahnenstange das Masterplus. Damit habe ich auch meinen Frieden, denn bei dieser Methode werden weder Starkzwangmittel im Sinne des Wortes verwendet noch wird, wie in so vielen Hundevereinen üblich ständig unterworfen, an der Leine geruckt und gebrüllt.

Gruß

Bonnii
09.06.2004, 17:16
Hallo ninjanina!!
Mit Starkzwangmitteln ist z.B. das sog. Teletakt-Halsband gemeint, dass wohl tatsächlich von zumindest einem Mitglied der IG verwendet wird. Deshalb sind auch schon ein paar Trainer dort ausgestiegen, was ich auch gut so finde. Unsere Trainerin hat sich auch davon distanziert und ist ausgetreten, zu Recht!!!! Aber ich denke man kann das auch gut hinterfragen!
Viele Grüße
Bonnie

ninjaNina
09.06.2004, 18:02
Hallo,

interessant das zu lesen. Ich kann natürlich nur von der HuSchu sprechen die wir besucht haben und da werden Teletakts definitiv nicht eingesetzt.

Gruß

suh
09.06.2004, 19:54
Hallo NinjaNina,

schau mal auf der Seite http://www.ig-hundeschulen.de .

Dort steht

"Unser Angebot der zeitgemäßen Hundeerziehung beinhaltet...:
- [...]
- den Verzicht auf den pauschalen Einsatz von Starkzwangmitteln"

Verzicht auf den pauschalen Einsatz heisst lediglich, dass sie nicht bei jedem Hund eingesetzt werden, im Einzelfall aber eben doch. Der Einzelfall ist dann abhänging vom Trainer, an den Du gerätst.

Früher wars mal anders bei ig-hundeschulen, aber dann wurde es leider geändert *grmpf*

lg
Suh

Thomas
10.06.2004, 12:20
Hallo Suh,

wieviele der über 70 gelisteten IG-Hundeschulen kennst Du persönlich? Ist mir ein bisschen zu pauschal, aus irgendwelchen "Grundsatz-Statuten" auf die Arbeitsweise individueller Trainer rückzuschließen.

Ich habe den Hinweis auf die IG-Webseite gegeben, um einfach mal grundsätzlich auf ein großes Hundeschulen-Netzwerk hinzuweisen (in dem sich eben nunmal auch überregional bekannte Namen tummeln) - sozusagen als Einstieg bzw. in Ermangelung eines konkreten Tips.

Du wirst mir sicherlich zustimmen, das die Qualität einer Hundeschule primär von den dortigen Trainern (also Individuen) abhängt, und nicht (nur) von dem Logo welches auf der Visitenkarte prangt. Selbstverständlich gibt es in jedem Trainern-Netzwerk "solche und solche". Auch bei Animal-Learn wird man nicht durch die Bank auf fähige Leute treffen. GERADE dort währe ich z.b. eher vorsichtig, da dieses Netzwerk eben durch die Veröffentlichung der Rugaas Bücher eben einen unglaublichen Hype erlebt hat. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Animal-Learn eingestellt, sicher nicht, aber gibt es (gerade) dort nicht auch einige 08/15-ich-mach-jetzt-auch-mal-einen-auf-Hundepsychologen, die sich dort für teueres Geld die Zertifizierung geholt haben und nun auf Mensch-Hund-Teams losgelassen werden? Vielleicht kannst Du die bundesdeutsche Trainerszene ja sehr gut und umfassend beurteilen - ich jedoch würde mir nicht zutrauen ein Pauschal-Urteil abzugeben sondern würde stets dazu raten die Gegebenheiten vor Ort bei der jeweiligen HS zu beurteilen.

@ Jotte

Meld´ Dich doch nochmal, oder ist plötzlich alles nicht mehr sooo brisant :confused:

Gruß
Thomas

suh
10.06.2004, 13:25
Hallo Thomas,

hab gerade nur wenig Zeit. Darum zitiere ich mich einfach nochmal selbst:

"Der Einzelfall ist dann abhänging vom Trainer, an den Du gerätst."

Alles klar?! :)

lg
Suh

Ekle
11.06.2004, 10:00
Hallo,

meine "Diagnose": Euer Hund ist kein Problem, er hat eins. Und dieses Problem seid ihr!

Betrachtet Euer Verhalten mal aus der Sicht des Hundes.

"Wegschubsen von den Socken" = Prima die Spielen mit.

"Klaps auf die Nase" = ( Aua ) die Hundenase ist ein sehr empfindlicher Körperteil. Bevor ich als Hund zulassen würde, daß mir da einer draufschlägt, würde ich ganz schnell vorher die Hand schnappen.

"Runterdrücken auf den Boden" = ein solches Verhalten wird im Hunderudel nur in Extremfällen angewandt. Ihr hingegen benutzt es bereits in der Erziehung und schockiert Euren Hund damit wahrscheinlich ganz gewaltig.

Boß wird man nicht durch Gewalt, sondern durch Souveränität.

Probiert es daher mal ohne jegliche "Gewaltanwendung". Lob und Lecker gibt es nur für angemessenes Verhalten. Tut sie das nicht, beendet was ihr gerade mit dem Hund tut und ignoriert sowohl dieses Verhalten als auch den Hund, sofern notwendig. Nach einiger Zeit gebt ihr ihm dann Gelegenheit wieder neu und artig anzufangen. Sobald sie schnappt, sagt ruhig auch "Au" und hört auf. Später wird sie allein aufgrund des "Au" wissen, daß sie zu wild geworden ist.

Den ganzen Quatsch von Dominanz hingegen solltet ihr ganz einfach ziemlich schnell vergessen. Ihr habt es ganz einfach nur noch nicht geschafft, für Euer Zusammenleben klare, für den Hund verständliche und verläßliche Regeln aufzustellen.

Hilfreiche Bücher:

"Wenn Hunde machen was Sie wollen"
"Aggressionsverhalten beim Hund - auch nette Hunde streiten"

Und bitte laßt Tierärzte bei Ihrem Fachgebiet. Sie können kranke Hunde heilen, aber keine gesunden Hunde brav machen.

Viele Grüße Ekle

CocoSam
12.06.2004, 14:38
Hallo,

ich würde Dir auch dringend raten Dich an eine(n) kompetente(n) Hundetrainer(in) zu wenden, meiner Meinung nach ist dafür Animal Learn am geeignetsten. Woher kommst Du denn genau ?
Vor allem würde ich JETZT etwas unternehmen, das wird von alleine nicht besser, wenn der Hund noch älter wird. Ich würde allerdings in Deinem Fall auch nicht von Dominanz sprechen.

Wir hatten (haben manchmal immer noch) mit Sam auch das Problem, dass er "giftig" wird und dann auch schonmal in die Richtung schnappt, bei ihm ist das allerdings auch Angst und Unsicherheit heraus. Wir fahren sehr gut mit einer Trainerin von Animal Learn, weiterhin habe ich mir das Buch "Das Aggressionsverhalten des Hundes" von James O'Heare zu Gemüte geführt - war seeehr interessant !

Viele Grüsse und viel Erfolg,

Nicole

Jotte
13.06.2004, 14:15
Hallo zusammen!
Erst einmal vielen, vielen Dank schonmal für Eure Antworten!!
Das Thema ist natürlich immer noch brisant, aber ich habe jetzt ein bißchen Abstand von der Tierarzt-Aktion bekommen und gehe das Thema mehr in Ruhe an.

Ich denke auch, der Fehler liegt bei uns und wir haben inzwischen so viele verschiedene Varianten gehört (und teilweise probiert), dass wir und damit wohl auch der Hund verunsichert ist. Deshalb möchten wir jetzt einen Trainer haben, hinter dessen Haltung wir stehen und uns dann an EINE Meinung halten können....

Ich glaube, es ist bei uns eine Mischung daraus, dass sie gelernt hat, dass sie Aufmerksamkeit bekommt, wenn sie sich so verhält (also werden wir das möglichst erstmal ignorieren) und auch die "Angriff ist die beste Verteidigung"-Theorie stimmt(da müssen wir ihr mehr Sicherheit geben, das finde ich etwas schwieriger, weil ich nicht so recht weiß, wie ich das anfangen soll..??)
Beim nächsten Tierarztbesuch (sie sollte nochmal nachgespritzt werden, war aber immer noch - zwei Tage später - ganz verstört) habe ich mich dann gegen die Spritze gewehrt und jetzt bekommt sie Tabletten statt dessen - ich glaube, das war für uns beide gut - (vielleicht auch schon ein Sicherheit geben??)....
Also, erstmal viele Grüße an alle und nochmal Danke!!
Katrin

CocoSam
13.06.2004, 15:44
Hallo Katrin,

ich rate Dir aber trotzdem Dich an einen Hundetrainer zu wenden, verschiedenes "auszuprobieren" bringt nichts, zumal Du den Hund damit noch mehr verunsicherst. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede, ich habe auch länger nichts konkret unternommen, wollte vielleicht das Problem nicht so wahrhaben - mit dem Resultat, dass ich mit einer Bisswunde an der Hand genäht werden musste... :eek: Ich will Dir jetzt keine Angst machen, aber ich glaube nicht, dass es Dir leichter fallen wird, Dich gegen den Hund durchzusetzen, wenn er noch grösser wird, oder ? :?:

Viele Grüsse
Nicole

Jotte
13.06.2004, 15:55
Hallo Nicole!
"In Ruhe angehen" heißt für mich auch, direkt etwas zu unternehmen, mir also den richtigen Trainer zu suchen, nur ich will mir halt wirklich den RICHTIGEN suchen, und das braucht halt ein bißchen Ruhe...
Wie habt Ihr Euer Problem denn dann in den Griff bekommen??
Viele Grüße
Katrin

CocoSam
13.06.2004, 21:38
Hallo Katrin,

okay, dann bin ich beruhigt ;)
Zum Trainer, wie gesagt, ich kann nur Animal Learn empfehlen.

Wir haben unser Problem mit Hilfe unserer AL-Hundetrainerin in den Griff bekommen, das heißt, weg ist es natürlich nicht, es ist nur wesentlich besser geworden - und ich kann jetzt damit umgehen bzw. wir haben Wege gefunden, dann trotzdem an das z.B. verteidigte Spielzeug zu kommen. Ich habe mir auch das erwähnte Buch (von James O'Heare) ausgiebigst durchgelesen, das hatte mir unsere Hundetrainerin an's Herz gelegt. Dann (daraus resultierend) hab ich sein Futter umgestellt, es gibt nur noch Futter, in dem definitiv kein Mais enthalten ist (Mais begünstigt, dass der Serotonin-Spiegel im Gehirn sinkt = je niedriger der Serotonin-Spiegel, umso leichter reizbar, also auch in Hinsicht auf Aggressivität, ist der Hund). Ich wollte das einfach mal antesten, ob sich das auch auswirkt - und meiner Meinung nach tut es das.

Wie gesagt, weg ist das Problem nicht, und es ist auch manchmal nicht einfach andere Leute in einer solchen Situation, also wenn Sam "es mal wieder nicht gebacken bekommt", von seiner Handlungsweise zu überzeugen - da dann oft kommt, den würd ich mir schnappen, auf den Rücken drehen etc pp, also ganz toll :confused:. Dafür hat er sich diese Verhaltensweise auch schon zu lange angegeignet und ist aus seiner Sicht erfolgreich damit gefahren. Aber es ist eine deutliche Besserung eingetreten - es geht also bergauf :wd:
Mein Freund hatte mal gesagt, sollte der einmal beissen, kommt er weg (jaja...), kannst Dir also vorstellen, wie mir nach dem Vorfall zumute war - meine Hand hat mich in dem Moment überhaupt nicht interessiert... Aber wir haben halt drüber gesprochen, was wir jetzt machen - und haben zum Glück unsere Trainerin, die sofort vorbeikam und die wir zu jeder Zeit anrufen können.

Viele Grüsse
Nicole