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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : unberechenbarer Hund!



Yosoy
04.06.2004, 07:59
Hallo an alle!
Ich habe mal wieder eine Frage zu meinem Schäfer!
Nachdem sich ja sein Hunde-Problem gelöst hat, entwickelte sich hier dafür ein ( weniger dramatisches), aber jetzt doch bedenkiches Problem. Mein Guter, findet es nämlich gar nicht toll, wenn andere Leute auf dem Grundstück sind. Wenn wir dabei sind, schaut er meist nur schief und tänzelt aufgeregt herum, da er nicht so richtig weiß, was er machen soll. Wir haben es aber auch schon erlebt, dass er plötzlich auf die Person losschießt und sie in wenigen Zentimeter-Abstand mit schrägen Ohren ankläfft. Es scheint immer wie so eine Überschusshandlung. Wenn wir Besuch bekamen, haben wir ihn meistens hinten im Garten gelassen, da Vorgarten und Garten durch eine Zwischentür getrennt sind. Wenn ihn ein Fremder anfässt ist es ja ganz aus. Da hatten wir mal Besuch, die wollte ihn sich unbedingt anschauen. Ich gehe mit raus, meinen Wauzi genau im Auge, er dreht seine Kreise um mich, springt immer an mir hoch und rennt aufgeregt weiter, bis zum Wassernapf, wo er säuft. Unser Besuch streichelt ihm über den Kopf. Es war meine Schuld, ich habe es kommen sehen, der Dicke hört auf zu saufen, steht kurz wie versteinert da, doch da konnte ich nichts mehr sagen. Schäfer fährt herum, bellt Besuch an und erschreckt ihn fast zu Tode! Wir bekommen hier nicht viel Besuch, daher ist das zu meistern, aber
nun das Problem. Im Juli kommt eine Freundin 4 Wochen in den Urlaub zu mir. Wie handhabe ich die ersten Minuten. Ich kann und will ihn ja nicht nur wegsperren. Zu 70 Prozent beruhigt er sich wieder. Aber die 30 Prozent, wo das Fass dann überläuft, geben mir zu denken. Das Problem besteht so, seit er seine Medikamente bekommt.
Er kennt das Mädel noch von Deutschland her. Meine Schwester kannte er auch noch und da hat er sich sau gefreut, aber kennt er meine Freundin noch?Immerhin waren wir nur ab und zu mal zusammen spazieren.
Wir werden zusammen mit ihm spielen und spazieren gehen, da denkt er wie gesagt nur an sich und das baut seine Aufregung ab. Aber wie mache ich das in den ertsne Minuten, die erste Begegnung, die ersten Tage????
Bitte, helft mir!!!!
LG
Janie

cheroks
04.06.2004, 13:37
Hallo Janie,
Wenn wir dabei sind, schaut er meist nur schief und tänzelt aufgeregt herum, da er nicht so richtig weiß, was er machen soll
Wenn er nicht weiss, was zu tun ist, dann musst du ihm sagen, was er tun soll! Ich würde ihn an meine Seite nehmen und ihn da behalten, bzw. ihn auf einen Platz legen, wo er erst mal bleiben muss.
Wir haben es aber auch schon erlebt, dass er plötzlich auf die Person losschießt und sie in wenigen Zentimeter-Abstand mit schrägen Ohren ankläfft. Es scheint immer wie so eine Überschusshandlung Dafür hätte einer von meinen Hunden eine Abmahnung erhalten! Ich denke nicht, dass es sich um eine Übersprunghandlung handelt, sondern eher um ein zielgerichteter Scheinangriff!
Ich gehe mit raus, meinen Wauzi genau im Auge, er dreht seine Kreise um mich, springt immer an mir hoch und rennt aufgeregt weiter, bis zum Wassernapf, wo er säuft. Dieses vor allen Leuten trinken ist m.M. nach ein Ausdruck seiner Dominanz. Ich kann das täglich bei meinen Hunden beobachten, wer zuerst trinkt ist ranghoch!
steht kurz wie versteinert da, doch da konnte ich nichts mehr sagen. Schäfer fährt herum, bellt Besuch an und erschreckt ihn fast zu Tode! Ganz typisches Hundeverhalten, Erstarren = Vorwarnung, lässt der/die/das nicht ab, wird abgestraft. Kannst fast von Glück reden, dass er nicht zugeschnappt hat, wäre ebenfalls natürliches Hundeverhalten gewesen. Ganz deutlich hat hier der Mensch die Sprache des Hundes nicht verstanden. Auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis für den Hund, denn Mensch war sicher sehr erschrocken und ist instinktiv zurückgewichen.

Ich denke, du musst deinem Hund klar machen, dass er nicht über Freund oder Feind zu entscheiden hat. Kommt Besuch, würde ich ihn erst mal links liegen lassen, oder auf einem Platz ablegen. Geknurre und Gebelle würde ich nicht zulassen - wenn doch, Nein - ab auf deinen Platz - Wenn er es denn erst mal aufgegeben hat und nicht mehr angespannt herum liegt, aus dem Platz befreien und mal sehen was er vor hat. Bedrängt er den Besuch oder versucht sich in den Mittelpunkt zu stellen, nein, wieder ab auf den Platz, das würde ich so lange machen, bis er den Besuch als nicht mehr so aufregend ansieht. Körpersprache ist hier auch deutlicher als Worte, z.B. kannst du deinen Hund anrempeln, wenn er den Besuch anmachen will.

Denke immer dran, es ist DEIN Haus und du kannst dir einladen wen auch immer du willst. Dein Hund muss sich da dir anpassen und nicht du ihm!

lg tina

Inge1810
04.06.2004, 14:08
Ich schliess mich wegen Zeitmangel einfach mal Cheroks an, denn genauso ist es.
Es lässt mich immer wieder schmunzeln, weil ich oft zu hören bekomme "Ja geht das denn bei ihrem Hund, wenn ein fremder Hund in ihr Revier kommt?" Bezogen ist das jetzt mal darauf, wenn Hundebesuch kommt oder wie neulich, als wir einen Fundhund vorübergehend aufgenommen haben. Meine Antwort, nachdem ich ausgegrinst hatte war "Wieso das Revier meiner Hündin? Es ist immer noch MEINE Wohnung und da nehm ich mit, wen oder was auch immer ICH will." Genauso ist das mit Menschen auch, da hat meine Hündin nichts zu melden, ganz einfach.
Also Janie, stell mal klar, wessen Haus und Garten das ist, wenn Du der Meinung bist, es gehört den Hunden, dann richte Dich danach und lass nur rein, wen sie dulden ;), ansonsten greif durch, wie von Cheroks beschrieben.
:cu:

Rüsselterriene
04.06.2004, 20:44
Auch ich schliess mich Tina an.

Als Verhaltenstipp für deine Freundin würde ich sagen: Den Hund ignorieren! Auf keinen Fall darf sie ängstlich oder "unterwürfig" rüberkommen. Kontakt würde ich erst aufnehmen, wenn der Hund sich völlig passiv verhält.

Anke

Yosoy
05.06.2004, 03:53
Ok, danke erstmal für eure Antworten!
das hilft mir erstmal enorm weiter, obwohl es doch so simpel scheint, Hund an die Seite und Platz. Ach ja an die Seite, oder eher weiter weg. Bzw. ich lasse ihn abliegen und Besuch und ich entfernen uns? Denn wenn er an meiner Seite liegt, bekomme ich das dumme Gefühl, dass er zwar nichts macht, aber trotzdem beobachtet, dass Frauchen ja nichts zustößt und Besuch nichts Falsches macht. Mmmh, in Deutschland hat er den Besuch immer reingelassen? Auf alle Fäle hinlegen! Danke, das stimmt mich erstmal wieder zuversichtlich!!
LG
Janie
:cu:

Inge1810
05.06.2004, 07:58
Hallo Janie,
ich will Dir nicht zu nahe treten, aber les Dir folgendes nochmal ganz genau durch:

obwohl es doch so simpel scheint, Hund an die Seite und Platz. Ach ja an die Seite, oder eher weiter weg. Bzw. ich lasse ihn abliegen und Besuch und ich entfernen uns? Denn wenn er an meiner Seite liegt, bekomme ich das dumme Gefühl, dass er zwar nichts macht, aber trotzdem beobachtet, dass Frauchen ja nichts zustößt und Besuch nichts Falsches macht.
Merkst Du, wieviel Unsicherheit in den Worten steckt? Bitte arbeite erstmal daran, denn Dein Hund spürt das... und wie er das spürt. Hast Du eigentlich Angst vor Deinem Hund?
Ich weiss, dass es sich oft so anhört, als wär das bei uns alles so easy. Ist es im Prinzip auch, aber meine Hündin, so lieb sie auch ist, kann ganz schön auf die Kacke hauen und bei Unsicherheit oder gar Angst von mir, hätte ich verloren. So musste ich sie schon einmal an den Hinterbeinen aus ner Keilerei rausziehen, aber nicht, weil ich denke, sie würde einen anderen Hund killen und ich Hunde nie was unter sich ausmachen lasse, sondern einfach, weil ich es in meiner Wohnung absolut nicht dulde. Danach trollte sie sich kurz auf ihren Platz und eine Minute später durfte sie sich wieder zu uns gesellen und beide waren so friedlich, als wär nie was gewesen (war ein Gasthund). Das war wohl das Rabiateste, was jemals hier in der Wohnung stattfand, denn meist reicht ein körperliches Trennen.... also durchlaufen, abdrängen, fertig. Nachdem sie hier absolut nicht zu bestimmen hat, wer in die Wohnung darf und wer nicht (Menschen werden von ihr eh immer sehr freundlich begrüsst), kann ich zu dem Problem nur sagen, dass ich denke, Du duldest zuviel. Nachdem meine Kira ja nicht ohne ist, hatte sie durchaus draussen, z.B. bei ner Nachtrunde die Idee, sie könnte einen auf Beschützer machen. Wenn also eine dunkle Gestalt des Weges kam, wurde sie stocksteif, knurrte, was sich so anhörte wie "komm Du nur einen Schritt näher und Du bist fällig". Das war in ihrer Sturm- und Drangzeit. Sie darf mich warnen, aber dann muss gut sein, also wird sie für dieses Verhalten durchaus kurz gelobt von mir, aber dann ist Schluss, wenn nicht, dann kam halt der von Tina beschriebene Anrempler. Am Anfang (wenn das Verhalten gerade erst anfängt) reicht das vollkommen, um einen Hund wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, aber man muss dahinter stehen und das ohne Unsicherheit und Angst. Regeln aufstellen und überzeugt auf deren Einhaltung pochen. Der Hund muss ja auch wissen, wie er bei Dir dran ist und dann wird er auch entspannter werden. Hier waren die Regeln also: 1. Ich bringe fremde Hunde mit, wenn ich das will und sie haben das Recht, sich hier frei zu bewegen (gleiches gilt für Menschen) 2. In der Wohnung sind wir alle ruhig und friedlich, wilde Kämpfe werden hier nicht geduldet, das wird draussen erledigt, wenn ihr es unbedingt braucht. Kleine Diskussionen über "wer steht über wem" sind durchaus auch in der Wohnung erlaubt, nur mehr darf es nicht werden, denn ich hänge an meiner Einrichtung ;) 3. Du darfst mich warnen, wenn Dir eine Person nicht geheuer erscheint, dann bist Du ein braver Hund, aber nur, wenn Du anschliessend sofort aufhörst und die Verantwortung mir überlässt, denn ich bin für den Rest zuständig.
Ich rate Dir, guck Dich selbst und Dein Auftreten gegenüber dem Hund gut an und such die Antwort nach der Frage, woher Deine Unsicherheit kommt und ob vielleicht etwas Angst vor dem Hund dabei ist. Daran musst Du arbeiten, damit der Hund die Beschützerrolle überhaupt jemals wieder an Dich abgeben kann.
:cu:

Yosoy
08.06.2004, 02:41
@ Inge!

Nein, ich habe weder Angst vor meinem Hund noch irgendwelche Unsicherheiten ihm gegenüber. Und auch nein, du bist mir nicht zu nahe getreten. Es tut mir Leid, wenn das so rübergekommen ist.
Es war eigentlich nur meine Frage, wo der Hund bei der ersten Begegnung mit dem Besuch liegen sollte, neben Frauchen, oder weiter weg? So, einfach mal hundelogisch gedacht;) .Soll er mit Frauchen den Besuch begleiten, oder einfach sich nicht dafür interessieren zu haben? Vielleicht ist es so besser ausgedrückt.
Also, theoretisch dachte ich die Rangordnung wäre geklärt, denn auch wenn er manchmal so gerne einen Hund auf dem Spaziergang aufmischen wöllte, erlaubt er es sich nicht, wenn ich ihn bei Fuss gehen lassen, oder er sich hinlegen und bleiben muss ( das wäre vor einem Jahr unmöglich gewesen). Oder wenn es Sachen hier Zuhause mit den anderen beiden Hunden angeht. Ich muss dazu sagen, der Hund wurde nie richtig sozialisiert. Der Züchter hat ihn schlecht gehalten und spät abgegen und danach hat er bei uns mitten im Wald gewohnt und da war auch nicht mehr als spazieren gehen:mad: . Tja, und Besuch hatten wir auch nie so oft. Bis ich mich ihm angenommen habe und laaaange geübt habe, ihn mit 4 1/2 Jahren zu erziehen :D . Na ja, bis auf diese eine Sache klappt es, aber das kriegen wir auch noch hin. *ganzzuversichtlich*. Als wir noch Arbeiter im Garten hatten, die Angst vor ihm hatten, mussten wir ihn immer auf die Terrasse sperren, da hat er nur kurz gebellt und bei Pfui und Platz sich in ne Ecke gepackt. Ich meine, dass ist doch schon mal was, oder?:)
LG
Janie