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Faxeline
27.05.2004, 16:58
An meinen Hund

Ich vermisse dich. Ich vermisse dich so sehr, dass es wehtut. Ich vermisse dich.
Und ich weiß, du wirst nicht zurück kommen.
Ohne dich komme ich mir ganz einsam vor. Als fehlt ein Teil, der sonst immer da war. Du fehlst überall in diesem Haus. Ich habe mit dir eine Freundin verloren, die immer für mich da war. Niemand schien mich besser zu kennen als du. Du hast immer gewusst, wenn ich traurig war und hast Trost und Geborgenheit gespendet.
Wenn ich mich freute, hast du diese Freude teilen können. Wie wird mir dein ausgelassenes Schwanzwedeln fehlen. Es war immer, als juchzest du, wenn etwas dich erfreute- ganz menschlich, dein Verhalten.
Ich erinnere mich noch an so viele Dinge, die wir miteinander erlebt haben. Wir haben so viele Jahreszeiten gemeinsam durchlebt...Ich erinnere mich gerne, wie wir zusammen in der Sonne lagen. Du hast dich immer ganz entspannt auf den Rücken gelegt, ganz dicht zu mir. Und im Winter haben wir lange Spaziergänge gemacht. Es war lustig, wie du den Schnee gejagt und gefressen hast. Manchmal hast du dich übernommen – dann schauten nur deine Ohren aus einer Schneewehe heraus. Einmal hast du sogar einen Jungen gejagt, der mich mit einem Schneeball bewerfen wollte. Ich weiß noch bis heute, wie ängstlich er wegrannte, obwohl du lediglich auf seinen Schneeball aus warst. Was habe ich für einen Spaß gehabt.
Überhaupt war es lustig, mit dir durch die Natur zu toben. Du hast immer unzählige Kienäpfel gesammelt und uns vor die Füße geworfen – Tja, du mochtest halt keine ordinären Bälle. Sowas hat ja jeder.
Immer wenn ich einsam, ängstlich oder traurig war, konnte ich mich neben dein Körbchen kuscheln und dir alles erzählen. Du hast alles verstanden- auf deine Art. Bei dir fühlte ich mich immer so beruhigt und zufrieden.
Und wie oft habe ich über dich gelacht, wenn du wutentbrannt gegen die Tür gesprungen bist, wenn ein Fremder klingelte. „Faxi-Türken kommen“ hat gereicht und du warst im Sauseschritt im Flur. Wehe dem der das Haus unbefugt betrat. Für dich galt allerdings auch so manches Vieh als Eindringling. Wie viele Ratten, Vögel, Insekten und Igel du auf dem Gewissen hast weiß keiner mehr genau. Es waren zu viele. Dein stolzes Gesicht werde ich nie vergessen – wenn du die Beute anbrachtest und nun die Igelstacheln aus deinem Gesicht gezogen werden mussten.
Die größte Verachtung hast du jedoch der Tierärztin entgegengebracht. Nur Recht so, dass du sie, kurz vor deinem letzten Atemzug, noch einmal gebissen hast.
Obwohl ich Zeit hatte, mich von dir zu verabschieden, kommt es mir vor, als hätte ich es versäumt. Wie verabschiedet man sich von einer Freundin, die 16 Jahre lang da war? Nun muss ich von der Erinnerung leben. Und von dem Gedanken, dass du noch irgendwie hier bist, bei mir. Manchmal habe ich das Gefühl, als spüre ich dich bei mir. Passt du von oben auf mich auf? Hör zu, Faxi, grüß mit Yetti im Himmel ganz lieb. Unsere Spaziergänge mit Yetti und Ronny waren schön. Oft denke ich noch daran. Ich vermisse dich so und kann kaum fassen, dass ich dich nie wieder sehen soll. Kein Hund wird mehr sein wie du, obwohl ich bestimmt noch einige in meinem Leben haben werde. Sie werden alle kein Vergleich zu dir, kein Ersatz. Du bist und bleibst jemand, der mich geprägt und begleitet hat. 16 Jahre lang hatte ich die treuste Freundin, die man sich wünschen kann.
Ich vermisse dich.


Für Faxi, meinen ersten Hund, die am 5.12. im Alter von 16 Jahren eingeschläfert wurde.

Codileine
27.05.2004, 22:05
hallo tut mir leid für Deinen Faxi und ich weiß genau, wie Du Dich fühlst. Bei mir ist es am 20. Juli 3 Jahre her, wo die TA meinen Cookie umgebracht hat. Er war gerade mal 13. Er war meine absolute große Liebe und ich verkrafte das bis heute nicht. Er fehlt mir so sehr. Ich wünsche Dir viel Kraft, die ich nicht mehr habe

Wonda
28.05.2004, 21:53
Es ist so schlimm seinen treuen Freund zu verlieren, diesen Schmerz trägt man lange in seinem Herzen...oft wird man davon zerfressen.
Viele Menschen, egal ob gute Freunde oder die Familie keiner will die Trauer um ein Tier lange dulden oder verstehen...
Kenne es nur zugut!

Meine liebe Wonda starb mit knapp vier Jahren, weil eine Tierärztin Pfusch mit der Narkose gemacht hat.
Damals brach die Welt für mich zusammen, ich wollte keinen mehr an mich ranlassen...keiner verstand meinen tiefen Schmerz..Ich trauere noch heute, aber auf eine andere Art.
Für mich war es sehr wichtig die Trauer zu zeigen, es war mir auch egal was der Rest der Welt davon hält.
Dank Zooplus habe ich viele Leute gefunden, die mit geholfen haben mit der Trauer besser klar zukommen.

Wünsche Dir alles Gute

Gruß
Andrea

Fontana
13.06.2004, 19:04
Hallo Faxeline!

Kann nur zu gut nachempfinden wie es Dir geht!

Am 18.11.2003 habe ich nach fast 10 1/2 Jahren meinen Wastl einschläfern lassen. (Er war zw. 2 u. 3 als ich ihn aus dem TH bekam)
Sein Herz wollte nicht mehr. Und nach fast 14 Monaten mit Tabletten, unzähligen Untersuchungen und vielen Notfallbesuchen beim TA habe ich mich schweren Herzens entschlossen ihn vom TA erlösen zu lassen. Hatte er doch schon den ganzen Tag ums überleben gekämpft.
Jeden Tag frage ich mich ob er noch eine Chance gehabt hätte.... Aber ich wusste nur zu genau das es dann am nächsten Tag, in der nächsten Woche oder auch im nächsten Monat soweit gewesen wäre.
Noch genau sehe ich vor mir, wie er all seine Kräfte sammelte um zum Ausgang der Praxis zu gelangen als wolle er sagen: Komm, gehen wir nach hause.... Doch gegangen ist er durch diese Tür nicht mehr. War diese Entscheidung falsch? Ich weiß es nicht. Aber es wäre auch egoistisch gewesen ihn weiterhin leiden zu lassen. Es ist schwer den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Weis man doch nie, ob es der richtige war.

Kein Tag vergeht an dem ich nicht sage: Wastl hätte jetzt dies oder jenes gemacht.
Ob das jemals vergeht???

Gruß
Karin

Codileine
13.06.2004, 19:16
ich kann nur sagen, bei mir ist es jetzt am 20. Juli 3 Jahre her und es ist leider noch nicht vergangen, es vergeht kein Tag wo ich nicht an meinen Cookie denke und auch immer noch weine, er fehlt mir so sehr, mir fehlt alles von ihm, seine fröhlichkeit, seine Späßchen, eben alles

Faxeline
13.06.2004, 22:15
Weint ruhig um euren Hund. Denn war es denn ein Freund, wenn man nicht um ihn trauert, nachdem er weg ist? Der Schmerz geht wohl nie, er verändert sich nur.
Ich weine oft um meine geliebte Faxeline, denn ich weiß, dass ich nie wieder mit ihr spielen kann, dass sie nie wieder ihre Nase an meine Wange drückt oder mich mit ihren wunderschönen Augen ansieht. So geht es wohl jedem, der seinen treuen Hund verliert. Weint ruhig. Aber vergesst nicht zu lächeln, wenn ihr daran denkt, wie schön eure gemeinsame Zeit war. Und vielleicht schlägt euer Herz bald für einen neuen Hund. Der wird kein Ersatz sein, aber er wird euch immer an euren Hund erinnern.

Alles Liebe an Euch, ich verstehe eure Fragen...War es richtig? Darf ich überhaupt über das Leben & Sterben entscheiden? Ihr habt das Richtige getan, indem ihr euren Freund erlöst habt, von Schmerz & Leid.

Anna

Rodnina
25.06.2004, 14:09
Es stimmt, ein neuer Hund wird auf seine Weise zu einem neuen Freund, und erinntert einen doch irgendwie an den verlorenen.
Bei uns ist es jetzt 4 Jahre her, daß wir unser 13jähriges süßes Cockermädchen vom Krebs erlösen mußten. :0( Wenn mir heute ein Foto von ihr in die Hand fällt, hab ich immer wieder einen Kloß im Hals und doch ein kleines Lächeln im Gesicht. Und dann schau ich zu unserem neuen Sonnenschein, eine junge quirlige schwarze Cockerdame, die wieder so viel Freude und Spaß in unser Leben bringt, auf ihre eigene und nicht zu vergleichende Weise...
Hat man nicht jede Menge Liebe in seinem Herzen, daß es sowohl für das gegangene als auch für das neue Tier reicht? Ich bin davon überzeugt...

Gruß
Rodders