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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anbellen der Nachbarn am Zaun



Movi
27.05.2004, 11:29
Ich habe immer mal wieder Pflegehunde aus dem Ausland. Folgende Verhaltensweise ist bei allen ähnlich ( und seit ich in ein Reihenhaus umgezogen bin, bei schönem Wetter schon manchmal nervig ) : Schon nach wenigen Tagen werden meine Nachbarn, die im Reihenhaus nebenan wohnen, die Gärten liegen also durch einen Zaun getrennt direkt nebeneinander, von Hundi verbellt, ebenso Spaziergänger auf der hinter dem Haus liegenden Wiese.
Die Nachbarin, die selbst zwei Hunde hat, gibt sich immer viel Mühe und versucht den Hund zu besänftigen ( Zureden, Leckerlies). Leider hat das noch keinen Hund beeindruckt.
Ich habe schon mehrere Strategien probiert - Kennenlernen der Nachbarin außerhalb des " Reviers" - kein Problem, hilft aber nicht für die Gartenbegegnung. Aus -Rufe( wobei die Hunde ja erst kurz in Deutschland sind und erst mal kapieren müssen, was ich von ihnen will), Sicht auf die Nachbarin verstellen usw.
Aber irgendwie hilft nichts so richtig - außer die Nachbarn sind wieder weg oder ich habe den Hund ins Haus befördert.
Daher meine Frage: Gibt es irgendwelche kurzfristig funktionierenden Methoden, dem Hund klar zu machen, dass er sein Bellen einstellen sollte?
Oder lässt sich das für den Hund nur langfristig lernen( so dass ich die Trainingserfolge verpassen werde, da ein Pflegehund durchschnittlich nur 2 Wochen bei mir ist) ?
Von diesem "Problem" abgesehen,ist der Job als "Pflegehundhüterin" wirklich toll - die Hunde haben jede Menge positive Eigenschaften und man lernt immer wieder neue Charaktere kennen. Freue mich auf eure Antworten - heute kommt wieder ein kleiner Spanier!

Jana_1978
28.05.2004, 20:15
Hallo Movi,

habe selber gerade einen Spanier bei mir. Er kommt aus einer Tötungsstation und geht "leider" (für mich) am Sonntag zu seiner neuen Familie.

Dein Problem in den Griff zu bekommen wird schwierig sein. Wenn du dich einmal fragst warum macht der Hund das eigentlich?!?! Wirst du auf die Antwort kommen: Er sichert sein Revier und dieser Trieb wie auch andere Überlebenstriebe (Futterneid, usw.) sind bei Hunden die von der Straße kommen meist sehr viel ausgeprägter. Immerhin ging es dort wo sie her kamen fast immer ums nackte Überleben.

Wenn du nun also deinen Hund ALLEINE in den Garten gelassen hast heißt das für ihn er ist dafür verantwortlich das Revier (euer) Revier zu bewachen.

Ändern kannst du es vielleicht wenn dein neuer kommt lass ihn anfangs nicht alleine in den Garten wenn er anfängt jemanden anzubellen nehm ihn hinter dich und begrüß die Person. So merkt dein Hund das du das Gründstück bewachst.

Klar lachen jetzt einige meistens leider die die ihrem Hund einen Knüppel nachschmeisen so funktioniert es leider auch oft.

Und wie gesagt es ist nur ein Versuch der bei mir funktioniert hat aber es gibt natürlich keine Garantie da jeder Hund andere Veranlagungen hat.

Ach ja und ich find es toll was du machst :wd: und wünsche dir noch viele schöne Stunden mit den Nasen.

Liebe Grüsse

Verena :cu: :cu: :cu:

Yosoy
29.05.2004, 02:13
Hey Movi!
Unser Hundelehrer in Deutschland meinte mal Fressen, immer dann Fressen, wenn ein Fussgänger usw. kommt und ihn ablenken, schön reinstopfen. Und wir sollten den "Eindringling" eher entdecken als Hundi, damit der nicht erst losrennt und das mit dem Füttern richtig verbindet. Könnte aber bis zu nem 3/4 Jahr dauern, hieß es.:( Gut, unser Großer hat meistens die nahende Gefahr eher entdeckt und gerochen als wir und war auch schon wie ein Flitzebogen davon geeilt. Und wenn ich ihn mal halten konnte, wenn draußen einer vorbei ritt, oder der böse Nachbar mit dem Fahrrad fuhr, hat er sich meistens so schrecklich gewendet, gedreht und dazu geschrien, dass jedes Bellen angenehmer gewesen wäre:rolleyes: . Ein anderer Trainer sagte hier mal zu Bekannten, welche das Problem mit 4 Dobbermännern hatten " Entweder er bellt oder er bellt nimmer!" Denn wenn man ihm es abgewöhnt, verstummt er, da er ja nicht weiß, wann er bellen soll und wann nicht. Wenn mein Arrek jetzt zum Nachbarzaun rennen will, nehm ich einen Wasserschlauch und lass ihn den Strahl jagen, das klappt immer. Er ist ein totaler Wasserfanatiker.
Aber was gefällt Straßenhunden schon?? Sie haben ja nie gelernt zu spielen.Ist es mit dem Bellen wirklich so schlimm? Denkst du nicht er gewöhnt sich dran. Die Straßenhunde die unsere verschiedenen Nachbarn hatten, haben sich auch immer angebellt, aber nach einer Weile kannten sie sich und alles andere, haben sich das Revier wie am Strand geteilt und lebten friedlich zusammen ohne Anbellen.
LG
JANIE

Inge1810
29.05.2004, 07:28
Hallo Movi,
:D die Hunde sind klasse und soll ich Dir sagen warum? Die lernen ungeheuer schnell :D Die Nachbarin ist das Problem.

Die Nachbarin, die selbst zwei Hunde hat, gibt sich immer viel Mühe und versucht den Hund zu besänftigen ( Zureden, Leckerlies). Leider hat das noch keinen Hund beeindruckt.
Sie redet gut zu, sie gibt Leckerlies und genau das bestätigt den Hund positiv, wenn er etwas lernen soll, in Eurem Fall "bell am Zaun" ;)
Besser wäre, sie würde die Hunde einfach ignorieren, sie behandeln, als wären sie gar nicht da. Unser Nachbarshund ist ähnlich drauf, aber nicht, weil wir sie nicht ignorieren würden, das tun wir nämlich, sondern weil die Besitzer bei jedem Bellanfall mit lieblicher Stimme rufen "nein, hör auf zu bellen" *säussel*.
Also, als erstes bitte die Nachbarin dazu bringen, dass sie aufhört, die Hunde positiv zu bestärken, wenn sie bellen und Du selbst kannst in dem Fall forsch auf die bellenden Hunde zugehen, sie abdrängen und ein furchterregendes "NNNEEEEIIIINNNN" knurren. Sobald sie ruhig sind gut zureden und Leckerlie.
Wenn die Nachbarin es schafft die Hunde zu ignorieren, red ihr gut zu und... äh... geb ihr ein Leckerlie :D
Viele Grüsse
:cu:

Movi
30.05.2004, 09:12
Danke für eure Antworten !
@ Inge1810: Da hast du sicher Recht, grade vorgestern habe ich bemerkt, dass der Schäferhund der Nachbarin immer dann seine Bellanfälle gegen meine Pfleglinge richtet, wenn Frauchen nebendran steht und ihn betüttelt...werd' mal versuchen, Frauchen mit einem Leckerlie abzulenken !:p
@Yosoy: Ja, das mit dem Dreivierteljahr ist ja der Knackpunkt... ich bin mir sicher, dass die Pflegehunde in ihrem neuen Zuhause,wenn sie ihre Nachbarschaft richtig kennen, mit der Zeit ihr Verhalten anpassen.
Ich finde das Bellen auch nicht weiter schlimm, und die Nachbarn, die direkt nebenan wohnen, kommen auch damit klar ( haben selbst eine alte Mischlingshündin, die dauerkläfft, wenn keiner zu Hause ist - da sind wir dann quitt:D ...) - nur wohnt in meiner Nachbarschaft auch ein Hundehasser, der schon zwei Hunde vergiftet haben soll. Da muss ich halt gut achtgeben!! Hatte halt gehofft, es gäbe vielleicht irgendeinen Supertrick!;)
@Jana1978: Der Hund ist natürlich nicht alleine im Garten, mal davon abgesehen, dass er meistens vor mir oben( über Treppen zu erreichen) ist.
Mit dem hinter mich nehmen klappt es bei den temperamentvollen kleinen Spaniern nicht; die sind viel zu zappelig!!
Jaja, es ist immer wieder schwer, seinen Pflegehund herzugeben, gell?:0(
Diesmal habe ich eine 13jährige taube Rauhaardackelmixhündin, ausrangierter Jagdhund aus Spanien, zur Pflege bekommen - da läuft diesmal sowieso einiges anders als bei den jungen Quirlen...
Liebe Grüße, Michaela