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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundeverordnung - Hamburg - Demo



KatharinaHH
26.05.2004, 20:21
Hamburg hat, wie manche andere Bundesländer sicherlich auch, eine sehr merkwürdige Hundeverordnung. Zum Beispiel dürfen Hunde zur Zeit noch ohne Leine durch die Strassen laufen, in Grünanlagen allerdings, müssen sie angeleint sein (außer auf den Hundewiesen, die viel zu knapp bemessen sind und auch großteils nicht von Hundebesitzern angenommen werden). Jetzt will die CDU in Hamburg die Gesetze noch verschärfen. ALLE Hunde sollen GENERELL immer angeleint sein - auf Straßen und in Parks!

Dagegen wird in Hamburg am

05. Juni 2004 um 12 Uhr vor dem Hamburger Rathaus

demonstriert. Falls Ihr in oder um Hamburg herum wohnt, kommt doch bitte hin! Nur wenn wir unsere Hunde zahlreich vertreten, können wir ihnen vielleicht helfen!!!




05. Juni 2004, 12 Uhr, vor dem Hamburger Rathaus

KatharinaHH
26.05.2004, 20:27
Sorry, grade habe ich erfahren, dass die Demo NICHT auf dem Rathausmarkt sondern am

Hamburger Hauptbahnhof, Glockengießer Wall

stattfindet.

Die Uhrzeit bleibt bei 12 Uhr und das Datum ist der 05. Juni 2004.

Wonda
31.05.2004, 00:27
Zwar komme ich nicht aus Hamburg, aber ich habe auch die Schnauze voll von den ganzen Verordnungen!!!
Bei uns ist es nicht anders, aber mir das das echt egal und ich lasse meine Hunde weiterhin ohne Leine laufen.
Ich finde jeder Hundehalter muß sein Tier einschätzen können, ob man mit oder ohne Leine laufen kann.
Ein Hund wird doch gar nicht mehr artgerecht gehalten, wenn er nicht frei laufen kann.
Oft verhalten sich Kinder oder Erwachsene falsch gegen einen Hund!
Muß das leider jeden Tag beobachten(wohne in der Nähe einer Schule und Altenheim), wie die Leute meine Hunde durch den Zaun anspacheln...dann bekommt man Beschwerden, weil die Hunde ständig bellen.
Die Menschen sind oft ganz schön blöd!
Man sotte den Fehler nicht immer bei den Hunden suchen, sondern immer erst am Ende der Leine angangen!!!
Die Politik in diesem Fall, kann man sowieso in der Pfeiffe rauchen.
Die Hundesteuer ist ja auch sehr WILLKOMMEN!
Gruß
Andrea

KatharinaHH
07.06.2004, 16:57
So, die Demo ist vorbei und ich denke, sie war ein voller Erfolg. Es waren zwischen 450 - 800 Hundehaltern anwesend und ca. 200 hatten ihre Vierbeiner sogar mitgebracht. Das habe ich nicht getan, weil ich meiner Hündin den Streß ersparen wollte. Nichtsdestotrotz: Alle Hunde und deren Halter haben sich vorbildlich benommen. Es kam zu keiner Beißerei und die Demo lief sehr friedlich ab. Die anschließende Kundgebung auf dem Jungfernstieg, bei der mehrere gute Reden gehalten wurden und alle, die wollten zu Wort kamen, war sehr interessant.
Was mir auffiel war, dass viele Menschen in der Stadt unterwegs waren und die Mehrheit uns mit Wohlwollen und Zustimmung betrachtete! :)
Die Presse hat heute ziemlich groß berichtet und ich denke, dass dies erst der Anfang ist. Wir freuen uns auf weitere Aktionen und werden die Interessengemeinschaft Hundefreunde e.V. (www.ig-hundefreunde.de) mit sicherheit gerne unterstützen!

cheroks
07.06.2004, 22:44
:D Ich war auch da,mit Hunden !
Mir hat es auch sehr gut gefallen und ich hoffe es hat was gebracht!!

lg tina:cu:

KatharinaHH
17.08.2005, 16:04
Hallo Ihr!

Und wieder steht die nächste, die dritte, Hundedemo vor der Tür. Treffpunkt ist der Glockengießerwall (direkt am Hauptbahnhof) am Freitag, den 19.08. um 19.00 Uhr.
Im Anschluß an die Kundgebung wird eine Lichterkette um die Außenalster gebildet. Bitte Fackeln o.ä. mitbringen!

Und das Wichtigste: KOMMT BITTE ALLE, WENN IHR ES IRGENDWIE MÖGLICH MACHEN KÖNNT!!!

Bei der vorigen Demo waren wir ca. 2500 Leute und viele, viele liebe Hunde - aber es gibt allein in Hamburg 60.000 Hunde!!! Wer nicht kommt, kann nichts mehr daran ändern, dass das neue Hundegesetz noch vor den Herbstferien verabschiedet wird - und das Meckern können sich dann auch alle sparen!

Also los, gebt Euch einen Schups! Es ist für unsere Hunde!!!

Gruß
Katharina

4711
18.08.2005, 07:43
Ist denn nicht schon längst genereller Leinenzwang in Hamburg???:confused:

Ich war letzten Monat für 2 Wochen mit meinen beiden in HH und hatte das Gefühl, dass es dort schon sehr Hundeunfreundlich ist.


Gruß 4711

KatharinaHH
18.08.2005, 15:25
PRESSEMITTEILUNG

Kein Platzverweis für Bello

Hamburgs neues Hundegesetz verunsichert die Bevölkerung - und verstößt gegen Tierschutz-Regeln. Auf einer Demonstration mit anschließender Lichterkette werben engagierte Herrchen und Frauchen morgen für Toleranz gegenüber Tier und Halter
von Kay Dohnke

Sommer im Park - das war in Hamburg irgendwie mal anders. Die Rede ist nicht vom Wetter: Wer regelmäßig in den Grünanlagen spazieren geht, bemerkt bald eine seltsame Leere: Es sind kaum noch Leute mit Hunden unterwegs. Verunsichert durch eine rigide Hundeverordnung und verängstigt durch häufige Pöbeleien, ziehen sich vor allem ältere Hundehalter zurück. Und das hat ungeahnte Folgen: Wenn die Hundeleute fehlen, hört man immer häufiger von Spaziergängern und Joggern, gehen auch sie nicht mehr gern in die Parks - früher waren stets und bei jedem Wetter irgendwo Hundeleute in der Nähe und stellten einen Sicherheitsfaktor dar, jetzt fühlen sich viele ab Einbruch der Dämmerung zunehmend allein und damit unwohl.

Doch nicht nur die Parks sind leerer, auch der Ton gegenüber Hundehaltern ist rüde geworden: Vornehmlich ältere Menschen mit Hund werden angepöbelt, jüngere Frauen mit Hund sogar angespuckt. Das Thema Hund - emotional aufgeladen wie kaum ein anderes - polarisiert die Bevölkerung. Jeder so genannte Beißvorfall schürt Angst, sodass die Toleranz der Hamburger in puncto Hund verloren zu gehen droht. Auch wenn Hundebisse de facto extrem selten sind.

Ein Grund für allgemeine Verunsicherung: das in Vorbereitung befindliche Hundegesetz. Die neue Regelung, die Mitte September verabschiedet und Anfang 2006 in Kraft treten wird, basiert auf einem von den drei großen Parteien beschlossenen Eckpunktepapier und sollte eigentlich die Lage entspannen. Doch erst einmal wird da jegliche Freiheit verboten: Vorgesehen ist ein genereller Leinenzwang, von dem es selbst für Kleinsthunde nur mit Hundeführerschein und Wesenstest Ausnahmen gibt. Bei mehrfachem Verstoß kann das Tier beschlagnahmt, dem Besitzer ein Hundehaltungsverbot auferlegt werden. Gedacht als Handhabe gegen verantwortungslose Hundebesitzer, schüchtert das nun die Halter friedlicher Tiere ein - also die Mehrzahl.

Wie so oft haben die politisch Verantwortlichen das Ziel längst aus den Augen verloren. Denn Eckpunktepapier und geplantes Hundegesetz gehen an der Realität weit vorbei - das belegen ein paar simple Zahlen: Wenn 30.000 angemeldete Hunde (und es gibt tatsächlich weit mehr!) dreimal täglich eine Runde drehen und dabei im Schnitt jeweils fünf Menschen begegnen, macht das in einem Jahr 32.850.000 Spaziergänge mit 164.250.000 Kontakten zwischen Menschen und Hunden - 164 Millionen 250 Tausend, niedrig gerechnet. Dagegen weist die Beißstatistik 445 Vorkommnisse für 2004 aus. Allerdings: 243 dieser von der Presse gern so genannte "Beißattacken" fanden unter Hunden statt. Und die verbleibenden 202 Bisse gegen Menschen passierten überwiegend auf Privatgrund oder daheim in der Familie, nicht beim Gassigehen oder in öffentlichen Parks. Ob 32-millionenfacher Leinenzwang zur Vermeidung einer winzigen, wohl unvermeidbaren Zahl von Bissen angemessen ist? Die, nebenbei bemerkt, am häufigsten von Schäferhunden stammen?

Doch das Hundegesetz legt noch eins drauf: Vorgesehen sind Mitnahmeverbote bei Volksfesten, auf Märkte und in Grünanlagen. Klar, Hunde gehören nicht auf Hafengeburtstag oder Dom - aber der Platzverweis aus den Parks ist völlig absurd. Vordergründig bietet die Politik eine Lösung an: die Hundefreilauffläche. Gut 60 gibt es davon derzeit - es kommen also im Schnitt 500 Tiere auf eine solche, oft sehr kleine Fläche. Klar, dass hier kein Hund seinen Bewegungsbedarf stillen kann und Revierstreitigkeiten vorprogrammiert sind.

Hundeexperten unterschiedlicher Fachrichtung sind sich einig: Das geplante Hundegesetz lässt keine artgerechte Hundehaltung mehr zu, ja verstößt regelrecht gegen die Forderungen des Tierschutzes, Hunde müssen sich frei entfalten und soziale Kontakte aufbauen können. Die Kritik am Gesetz ist vielfältig, reicht vom bekannten Therapiehundeausbilder Michael Grewe über Altonas Propst Horst Gorski bis zum Bundesverband der praktizierenden Tierärzte.

Schluss mit Verunsicherung und Feindseligkeit in Parks, fordern jetzt engagierte Hundehalter: Mehr oder minder organisiert setzen sie sich für ein Miteinander in Hamburgs Parks ein und fordern dringend die Überarbeitung des Hundegesetzes - vor Gericht, das ist geprüft, hätte es ohnehin keinen Bestand.

Demo für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Hunden: Freitag, 19. 8., 19 Uhr, ab Glockengießerwall/Hauptbahnhof, anschließend Lichterkette an der Alster. Hunde müssen angeleint und Kot entsorgt werden

taz Hamburg Nr. 7745 vom 18.8.2005, Seite 22, 159 Zeilen (TAZ-Bericht), Kay Dohnke

KatharinaHH
22.08.2005, 15:14
Wo wart Ihr denn, Ihr Hamburgerinnen und Hamburger???

Schade, ich hätte mehr von Euch erwartet... :( :rolleyes: