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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Problemhund?!



AnjaK
24.05.2004, 18:01
Hallo alle zusammen!
Vielleicht könnt ihr mir einen Denkanstoß geben, denn ich bin irgendwie mit meinem Latein am Ende.:(

Also: Pebbles ist am 04.08.03 bei mir geboren, sie hatte noch 5 weitere Geschwister mit denen sie groß wurde. Ihre einzige Schwester lebt auch heute noch bei uns.
Leider kann ich nicht genau sagen, wann das Problem anfing, jedenfalls hat Pebbles ziemliche Angst Artgenossen. Die werden erst mal kräftig verbellt und wenn diese dann näher kommen, auch angeknurrt. Mit gestellten Nackenhaaren und eingekiffenem Schwanz. Sie versucht dann bei mir Schutz zu finden. Selbst nach längerem Kennen, z. B auf dem Hundeplatz, ist sie Einzelgänger und geht den anderen aus dem Weg oder werden halt angeknurrt. Unbekannte Situationen sind auch schlimm. Es hilft kein Ignorieren, kein Ablenkungsversuch. Sie ist total unsicher und ängstlich. Ihre Schwester das genaue Gegenteil.
Wer weiß Rat? Ist sie vielleicht besser bei einer Einzelperson aufgehoben? Bei mir zu Hause kommt sie mit allen klar, aber vielleicht braucht sie ne einzelne Bezugsperson nur für sich?

Zweifende Grüße
Anja und Rudel

Inge1810
24.05.2004, 20:38
Hallo Anja,
soll ich ehrlich sein? Es wäre die einfachste Lösung, den Hund abzugeben, in der Hoffnung, bei einer Einzelperson würde es besser klappen.... die einfachste Lösung für Dich, aber nicht für den Hund.
Unter Geschwistern kannst Du keine Vergleiche anstellen, die einen sind draufgängerisch, die anderen ängstlich. Mit den draufgängerischen kann man toll arbeiten, sie machen super mit, müssen nur manchmal gebremst werden, dass sie sich nicht zu wichtig nehmen. Die ängstlichen Hunde brauchen mehr als alle anderen einen souveränen Hundeführer, der ihnen zeigt, dass sie vor der angstmachenden Welt keine Angst haben müssen, weil sie sich auf ihr Rudel verlassen können und das ist harte Arbeit. Die Kleine ist bei Dir aufgewachsen, sie sucht bei Dir Schutz, aber anscheinend vermittelst Du ihn ihr nicht gut genug Sicherheit, da sich ihre Angst steigert. Warst Du mit den Hunden in einer Welpenspielstunde? Wie schnell wechselst Du zwischen Ignorieren und Ablenken? Bleibst Du beim Ignorieren stehen? Wie ist Deine innere Einstellung? Bist Du angespannt? Sie vertraut Dir nicht, sonst würde sie nicht vor Angst verbellen und knurren. Sie würde aber auch der Einzelperson nicht vertrauen, wenn die nicht mit ihr an dem Problem arbeitet, also würde sich nichts ändern, wenn diese Person nicht absolut hundeerfahren ist. Ich kenne einen ängstlichen Hund, dessen Hundehalter das Problem nicht erkannt hat, der Hund war eines Tages so weit, dass er vor einem lauten Knall so ängstlich reagiert hat, dass er stundenlang mit Lähmungen drauf reagiert hat. Willst Du nicht dran arbeiten, dann such ein neues Zuhause, aber wie wahrscheinlich ist es, einen Besitzer zu finden, der WIRKLICH hundeerfahren ist?
Besser fände ich, wenn Du lernen würdest, diesem Hund aus der Angst rauszuhelfen, ist halt viel Arbeit.
Vorschlag, such Dir aus dem Hundeplatz ein paar Hundehalter mit coolen Hunden heraus und bitte sie, Dir zu helfen. Der Hund braucht positive Erfahrungen. Trefft Euch so oft wie möglich auf dem Platz, lasst die Hunde frei laufen. Sobald Dein Hund Schutz bei dir sucht, guckst Du sie nicht an, sprichst sie nicht an, fasst sie nicht an, sondern läufst ganz langsam kreuz und quer, gähn von mir aus herzlich, das beschwichtigt sie, aber ganz wichtig, guck sie nichtmal an. Wird sie angstfrei, geht es weiter, Hundehalter mit Hunden in freier Wildbahn ;), verabrede Dich, wenn möglich, denn die Leute sollten eingeweiht sein, Ihr trefft Euch, Du legst Deinen Hund ab (sofern sie das zuverlässig kann, sonst vielleicht erstmal an ner Bank festmachen, es sei denn, sie bleibt eh hinter Dir, dann ist`s egal, sie soll nur nicht vor Dir auf den Hund reagieren, Du läufst einen kleinen Bogen, gehst zu dem Hund, begrüsst ihn freundlich, dann gehst Du zu Deinem Hund und lässt sie frei. Reagiert sie ängstlich, wie gehabt, ignorieren, nicht angucken, herumlaufen, bis sie sich beruhigt hat.
Was sagen denn die Leute auf dem Hundeplatz zu Eurem Problem?
:cu:

billymoppel
24.05.2004, 20:52
hall anja,
nein, ich glaube nicht, dass sie als einzelhund besser aufgehoben wäre. das problem bleibt da doch das gleiche - unbekanntes ängstigt und löst schließlich aggressionen aus. im gegenteil, noch mehr betüdelung als einzelhund würde es vielleicht sogar schlimmer machen.
ausnahme wäre vielleicht, wenn sie von ihrer schwester ganz schlimm untergebuttert und an den rand gedrückt würde.
ich denke nicht, dass man an einem hund, der grundsätzlich ängstlich ist und zwar von seiner innersten natur her, groß etwas ändern kann. und vor allem nicht mit diesem anspruch an den hund heran treten sollte, denn er merkt ja, dass du nicht zufrieden bist und das löst immer neuen streß und neues versagen aus.
mein rat wäre eher, zu lernen, sich mit einem solchen hund zu arrangieren und ihn zu lieben, wie er ist. und auf ihre bedürfnisse einzugehen, wo der andere hund dann auch mal zurückstecken muss. warum hundeplatz, wenn sie sich da nicht wohl fühlt und überfordert ist? ich habe ja auch eine artgenossen gegenüber änstlich hündin - große hundeansammlungen vermeide ich mit ihr, auch wenn es für meinen rüden nichts schöneres gibt. das ist der preis, den er und ich für ihre liebe bezahlen müssen und ich tue es gern. stattdessen gibt es eben ausgewählte einzelkontakte, regelmäßig, wo sie auch die chance hat, mit den anderen warm zu werden. bisher haben es so ein kleiner süßer spitzmischling, ein großer münsterländer, ein airdale und ein pekinesenmädchen geschafft, ihr eis aufzutauen. und billy natürlich :D nicht viel in zwei jahren, aber immerhin. natürlich entziehe ich sie nicht völlig unangenehmen situationen, mein rüde hat ja auch noch ein recht auf ein sozialleben und das beinhaltet vorzugsweise wilde hunde, aber wenn achte ich darauf, dass sie immer die möglichkeit hat, solche situationen aus der entfernung zu betrachten. ein hundeplatz wäre viel zu viel für sie. allerdings gestatte ich nicht, dass sie sich hinter meinen beinen versteckt: sie soll die situation selbst auflösen: entweder nimmt sie kontakt auf oder läßt es (die meisten hunde sind dann eh nicht wild auf sie, wenn sie noch billy haben können und lassen sie dann auch - sturm-und-drang welpen halte ich auf abstand) und hält selbst abstand.

lg
bettina

AnjaK
25.05.2004, 10:05
Hallo Bettina!
Danke für deine ausführliche Antwort. Ich dachte mit der Arbeit auf dem Hundeplatz legt sich das Bellen etwas.
Natürlich liebe ich Pebbles und wollte ihr bloß helfen und bin froh das du mit dem Einzelhund den gleichen Gedanken hattest.
Bekannte die ihren Bruder haben, würden sie auch nehmen, aber Rusty ist zu wild und drei Kleine Kinder sind definitiv zuviel.

Auf dem Hundeplatz wechseln wir demnächst sowie in ne andere Gruppe. Mal sehen, vielleicht macht ihr Agility ja Spaß, wenn sie alt genug ist.
Sie hat ja auch Hundefreunde die sie mag und mit denen sie spielt.

Danke und erleichterte Grüße von
Anja und Rudel:wd: :cu:

billymoppel
25.05.2004, 12:13
hallo anja,
nee, das wäre sicher zu viel für sie bei deinem bruder. mit so einem ängstlichen tier braucht man halt viel geduld und was andere in einer sekunde drauf haben, dauert bei ihnen vielleicht ein jahr. aber hoffnungslos ist es nicht und sie ist ja wohl auch noch sehr jung und hat eine nette hunde-mama. meine kleine hat den gut zwei jahren ihre angst vor der umwelt (außer lärm) fast völlig abgelegt und reagiert in unbekannten situationen auch nicht mehr panisch, nur die fremd-hunde, das klappt noch nicht so. aber sie war schon reichlich vier als ich sie da rausholte, wo sie lebte und es ging auch noch was. und da sie vielleicht noch zehn jahre vor sich hat, gebe ich auch die hoffnung mit anderen hunden nicht auf :D man soll ja nie "nie" sagen :D
einen tip hätte ich noch: versuch doch das selbstbewußtsein deiner kleinen zu stärken: bring ihr einfache sachen bei, die sie leisten kann und lobe sie überschwänglich dafür. agility ist da sicher gut, wenn sie der typ dafür ist. aber nicht gleich zuviel verlangen. sowenig druck wie möglich aufbauen, ihre stärken finden.
ich habe mit "hopp" auf eine bank angefangen und im laufe der zeit haben ich und sie fest festgestellt, dass sie (trotz extremer kurzbeinigkeit :D) ein toller balance-künstler ist und - dackelerbe - tunnelt, was das zeug hält. dafür geht slalom gar nicht :D

lg
bettina

AnjaK
26.05.2004, 19:39
Hallo Inge!
Sorry, hatte deinen Beitrag irgendwie übersehen:(
Ich suche ja nicht die einfachste Lösung für mich, sondern das beste für Pebbles. Ich arbeite mit ihr auf dem Hundeplatz. Wenn sie bellt, laß ich sie links liegen. Ist sie ruhig, lenke ich sie ab und lobe. Also, wir arbeiten dran. Und es ist es mir auch wert. Ich hatte schon schlaflose Nächte, als ich die Geschwister abgegeben habe, ob es ihnen gut gehen würde. Und Pebbles ist ein bes. Fall.

Ich bleibe am Ball und hoffe das Beste. Es soll ihr halt so gut wie möglich gehen.

LG Anja und Rudel:cu:

Jana_1978
26.05.2004, 20:12
Hallo AnjaK,

ich finde es echt toll das du dir so viele Gedanken um deine kleine machst. Ich weiß aus eigener Erfahrung was du gerade durchmachst aber lass dir eins sagen (und bitte sei mir nicht böse) es gibt keine Problemhunde da das Problem meist am anderen ende der Leine läuft. Ich musste das auch schmerzvoll eingestehen. :o(

Meine kleine Maus kommt aus Italien und hatte auch vor allem und jedem Angst sie hat sich genauso verhalten wie deine.

Das erst was ich mal machen würde ist das Körpchen (oder Liegeplatz) ist für alles und jeden tobu auch für dich sie muss merken, dass sie dort absolut sicher ist.

Dann habe ich wie Inge1810 schon beschrieben mein Verhalten geändert. Du must ihr zeigen das du die Situationen die ihr Angst bereiten im Griff hast. Es wäre ratsam wenn du dir ein Buch über die Körpersprache des Hundes zulegst. Hat mir super weitergeholfen denn es hilft deiner kleinen gar nichts wenn du auf sie einredest das versteht sie sowieso nicht und bereitet ihr nur noch mehr angst.

Ich kann dir nur sagen wenn du durchhälst und dich wirklich für deine Maus einsetzt bekommst du einen supertollen Hund und ich weiß es ist viel viel schwerer eine ängstliche Pelznase zu "erziehen" als eine die weiß was sie will. (Ich habe beides) Und deshalb weiß ich auch das es für einen ängstlichen Hund leichter ist wenn er einen hat an dem er sich orientieren kann.

Ich wünsche euch beiden viel Spaß bei der Arbeit

gruß

Verena:cu: :cu:

AnjaK
27.05.2004, 09:29
Hallo Verena!
Das mit dem Problemhund war auch nicht so ganz ernst gemeint. Mir ist schon klar, das ich ihr da helfen muß. Ich bin doch überascht, das es so Unterschiede in einem Wurf gibt.
Wie ich sehe kommst du aus der Nähe von Koblenz. So eher Westerwald oder andere Richtung? Ich wohne 45 km Richt. Trier, arbeite aber in Koblenz. Schon irgendwie witzig.

LG Anja und Rudel :cu:

Jana_1978
27.05.2004, 11:55
Hallo Anja

wohne zwischen Koblenz und Bad Ems. Etwa 10 Minuten von Koblenz entfernt. So klein ist doch die Welt.

Das ist fast immer so in einem Wurf sind viele verschiedene Charakteren aber ist doch schon auch das schöne an Hunden. Aber klar es ist sehr viel schwerer mit ängstlichen Hunden. Wenn man Fehler macht kann man vieles wieder von vorne beginnen was man mühevoll erarbeitet hat. Aber wie schon gesagt es lohn sich.

Es gibt in Koblenz ein altes Übungsgelände der Bundeswehr dort treffen wir uns immer mit unseren Hunden vielleicht hast du ja mal Lust am Wochenende vorbeizukommen.

Liebe Grüße

Verena

AnjaK
04.06.2004, 20:49
Hallo - ich nochmal!

War heute mit Pebbles beim TA wegen Scheinschwanger.. Jedenfalls hat sie mal wieder die ganze Praxis zusammengebellt. Mit eingeklemmten Schwanz und aufgestellen Haaren. Was ich festgestellt habe ist, das sie scheinbar 'nur' vor großen Hunden Angst hat. Kleinere interessieren sie nicht wirklich.
Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Kann ja schlecht ignorieren.. Hab sie immer ganz doll gelobt, wenn sie still und ihre Aufmerksamkeit bei mir war. Ist halt ein bißchen peinlich, dieses Gekläffe, aber Hauptsächlich möchte ich ihr die Angst nehmen, aber wie:confused: :confused:

Ratlose Grüße
Anja und Rudel

billymoppel
04.06.2004, 21:33
hallo anja,
ich kann nur sagen, dass sich das wohl niemals richtig geben wird, alles andere wäre falsche hoffnung gemacht. aber bessern kann es sich!
wie gesagt, stärke ihr selbstvertrauen.
übe wiederholten kontakt mit großen hunden, wo sie gelegenheit hat, die hunde auch kennenzulernen (und wo deren halter nicht gleich die krise kriegen, wenn ihr kostbarer hund mal von einer kleinen hündin angekläfft wird). geh gemeinsam mit großen hunden spazieren, wo deine kleine die möglichkeit hat, distanz zu halten.
und noch einen tip: ich vermute, deine kleine versteckt sich auch hinter der anderen hündin? verläßt sich darauf, dass sie die sozialkontakte regelt? vielleicht hast du mal die gelegenheit, mit deinem sorgenkind eine weile allein zu verbringen und sie ist gezwungen, sich mit fremden hunden und situationen auch wirklich auseinanderzusetzen?
ich fahre mit meiner jedenfalls regelmäßig mal allein zu meinen eltern (männe hat dann den rüden) und es wirkt jedesmal wunder. sie verläßt sich nämlich voll und ganz auf ihn und so muss sie ihr ding auch mal alleine machen.
einen vorteil habe ich aber: beim ta kläfft meine nie :D sie hat soviel schiß, dass ihr der ton im hals steckenbleibt, selbst wenn eine dogge neben ihr liegt :D
große rüden (vor allem schwarze, erstaunlicherweise) kommen bei meiner kleinen mittlerweile ganz gut, bei großen hündinnen verliert sie aber immer noch die contenance.

lg
bettina

AnjaK
05.06.2004, 09:56
Hallo Bettina!
Danke für deine Antwort. Ist etwas schwierig, weil ich vier Hunde habe und alleine bin. Wir werden heute nachmittag auf dem Hundeplatz in eine andere Gruppe gehen, wo auch größere Hunde sind, mal sehen:(

Vielleicht ist sie im Moment auch super empfindlich, weil es ihr durch die Schein-
schwangerschaft nicht so gut geht. Eigentlich versteckt sie sich nicht hinter Ronja, sie wirkt eher wie ein Einzelgänger, der in Ruhe gelassen werden will und auf andere Hunde nicht viel Wert legt.
Wir bleiben am Ball:D

LG Anja und Rudel