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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Westhighland Terrier will nicht spielen



Dennis
24.07.2002, 04:06
Habe vor ca.einen halben Jahr einen 3jährigen Westhigland Terrier für meinen 5J.alten Sohn gekauft!
Wollte erst einen Welpen haben aber das hätte dann länger gedauert,also hab ich mich von der Züchterin überreden lassen,den 3jährigen Rüden zu nehmen,der mir natürlich auch gefiel,zumal sie mir versicherte er ist mit Kindern großgeworden,kommt prima mit denen klar und er wär ein total lieber Hund........
Dieser Hund wurde bis dahin zur Zucht verwendet,da sie die Zucht aber einstellen wollte,hat sie auch die erwachsenen älteren Hunde verkauft.
Ja nun,nun weiß ich nicht weiter.
Habe einen Garten wo er rumtollen kann,aber dieser Hund spielt nicht,alles ausprobiert,Stöckchen,Bälle gekauft,Spielzeug was quietsch,Kauknochen,der rührt nichts an,totales Desinteresse.
Meinen Sohn hat er in den letzten Wochen mehrfach angeknurrt,einfach so,er geht nur vorbei und der Hund knurrt,da hab ich dann auch ein bißchen Bammel.
Alleinelassen,jagut 2-3Stunden,wenn es länger wird pinkelt er in der ganzen Wohnung!
Wer kann mir jetzt noch helfen?
Meine Frau möchte ihn an liebsten wieder weggeben.
(An meiner Frau hängt er wie eine Klette,überall wo sie ist,ist auch er)

Kaboom
24.07.2002, 09:48
Hallo Dennis,

da habt ihr euch ja zu was überreden lassen.
Einen Zuchtrüden mit unbekannten Vorleben.
Da Terrier sowieso nicht ohne sind undRüden gern mal austesten wer der Boss ist.
Ihr habt also ein kleines bis großes Dominanzproblem.
Sobald der Hund anfängt zu Knurren gleich Gegenmasnahmen ergreifen, den Hund auf den Rückenlegen bis er sich entspannt, oder der gute alte Schnautzgriff. Ist der Hund sehr aufgeregt ihn am Besten erst einmal von seinem Tun abbringen z.B. durch ein lautes "PFUI IST DAS" und dann das obrige anwenden.

Ich würde euch auch dringend raten zu einem Hundeverein oder zu einer Hundeschule zu gehen.

Bei der Stubenreinheit würde ich erst mal gucken, ob es 1. ´die Gesundheit ist z.B. Nierenprobleme, 2. Protest gegen das Alleinlassen oder 3. der Hund ist einfach noch nicht Stubenrein.
Erst wenn man genau weiss warum der Hund das macht kann meinen einen wirklich guten Tipp geben, denn sonst würd ich sagen bestrafen wenn er gepieselt hat und draussen Loben wenn er dann Pieselt.

Ich weiss dass ist nicht was du hören wolltest, aber ich hoffe es hilft trotzdem.

Thomas
24.07.2002, 09:55
Habe vor ca.einen halben Jahr einen 3jährigen Westhigland Terrier für meinen 5J.alten Sohn gekauft!
Sorry, wenn ich das so ausdrücke, aber das war bereits der erste Fehler. Der Rest der Geschichte überrascht keineswegs, leider.
Wie auch immer, ich will zu Deinem Beitrag nicht nur meinen Unmut äußern sondern auch versuchen etwas konstruktives beizutragen.

Zu Deiner Frage: Warum gehst Du davon aus, das jeder Hund spielen will? Wahrscheinlich habt ihr vergessen den "Jetzt Spielen - Schalter" beim Hund umzulegen. Steht doch in der Bedienungsanleitung, Seite 3 oben.
OK, Spaß beiseite - die Sache ist eingtlich alles andere als lustig. Spielen ist nicht gleich spielen, ein Stöckchen/Ball zu schmeißen bedeutet ja noch lange nicht spielen. Solang der Spielgefährte (Mensch) dem Hund nichts bedeutet (er evtl. sogar eine Abneigung hat) wird er nicht spielen. Warum sollte er auch?
Hat der Hund in seinen bisherigen 3 Jahren beim Züchter eigentlich ein Erziehung/Ausbildung erfahren? Wie sieht es mit dem allgemeinen Gehorsam aus?
Dein Sohn steht rangordnungstechnisch momentan unter dem Hund. Es ist leider Dein Versäumnis, dem Hund seinen Platz im Rudel zuzuweisen (an letzter Stelle). Evtl. wird das anknurren auch situationsbedingt (unbewußt) gefördert. Z.b. Sohn geht an eines der Spielzeuge vom Hund (auch wenn Hund nicht damit spielt, betrachtet er es trotzdem als "seins", das rangniedere Kind hat in seinen Augen kein Recht da dranzugehen).
Alleinlassen: War er bei der Züchterin noch stubenrein? Ich gehe mal davon aus, sonst hätte sie ihn wahrscheinlich keine 3 Jahre behalten
Wie habt ihr das Alleinbleiben geübt/aufgebaut?

Meine Frau möchte ihn an liebsten wieder weggeben
Ja ja - iss klar - hättest Du nicht unbedingt erwähnen müssen...

Was habt ihr bislang alles unternommen um die Situation zu verbessern. Wart ihr bei einer Hundeschule/trainer und habt um Rat gefragt. Habt ihr die Züchterin eingeschaltet? Habt ihr Hinz und Kunz in Bewegung gesetzt um Lösungen zu finden?
Ihr solltet euch möglichst schnell überlegen ob ihr bereit seit, in nächster Zeit (sagen wir mal mind. 3-5 Jahre, bis euer Sohn "seinen" Hund, entspr. führen kann) einiges an Mühen investieren wollt.

Gruß
Thomas

Thomas
24.07.2002, 10:26
@ Kaboom


da habt ihr euch ja zu was überreden lassen
Was heisst hier "überreden lassen"? Niemand wird zu etwas gezwungen. Ein Tier anzuschaffen bedingt seitens des Käufers nunmal etwas mehr an Überlegung/Vorinformation als ein Toaster-Kauf. Jetzt die Schuld in Richtung der Züchterin zu schieben finde ich nicht korrekt.

Einen Zuchtrüden mit unbekannten Vorleben
Wieso unbekanntes Vorleben? Es handelt sich schließlich nicht um ein Fundtier. Wahrscheinlich ist sein Vorleben besser dokumentiert als bei den meisten anderen Hunden. Ob den Aussagen der Züchterin Glauben zu schenken ist - obliegt dem Beurteilungsvermögen des Käufers.

und Rüden gern mal austesten wer der Boss ist.
Damit der nächste Welpenkäufer sich nicht "in Sicherheit" wiegt, wenn eine Hündin angeschafft wird, sei an dieser Stelle erwähnt, das Hündinnen genauso "gern" austesten wer der Boss ist.

denn sonst würd ich sagen bestrafen wenn er gepieselt hat
Bestrafung bei Unsauberkeit in der Wohnung halte ich für höchst kontraproduktiv.

Gruß
Thomas

Jacky77
24.07.2002, 10:57
@ Thomas

Guten Morgen erstmal!
Ich gebe Dir zwar recht, dass es mehr Überlegungen und Informationen bedarf bei dem Kauf eines Tieres, als dem eines Toasters, aber ich denke, dass man der Züchterin nicht ihren Teil der Schuld absprechen kann.
Sie hat die Situation (Hundekäufer ohne Vorkenntnisse, ausreichende Information) ausgenutzt. Sie hätte wissen/ahnen sollen, dass die Leute nicht mit dem Hund zurechtkommen.


Ob den Aussagen der Züchterin Glauben zu schenken ist - obliegt dem Beurteilungsvermögen des Käufers.

Das kann man nicht so einfach sagen. Züchter können einem auch viel erzählen wenn der Tag lang ist. Woher sollen die potentiellen Käufer wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht?

@ Dennis

Mich würde auch interessieren, ob ihr bis jetzt mit dem Hund z. B. in der Hundeschule o. ä. ward. Wenn diese Probleme (Pinkeln i. d. Wohnung, Anknurren) nicht erst seit gestern bestehen, wo ich von ausgehe, solltet ihr schleunigst etwas unternehmen. Sich einen erwachsenen Hund zu kaufen, bedeutet nicht automatisch, dass er keine Erziehung mehr braucht. Euer Hund will wissen, wo sein Platz im Rudel ist. Da ihr es ihm anscheinend nicht zeigt, reagiert er halt so und sucht sich seinen Platz selber. Vielleicht kennt er spielen auch gar nicht? Vielleicht war er bei der Züchterin nur eine Produktionsmaschine?

Habt Ihr nochmal Kontakt zur Züchterin aufgenommen?
Ihr solltet Euch unbedingt an kompetente Hundetrainer wenden und Euch auch mit Erziehung und Verhalten von Hunden beschäftigen. Es ist ein Tier, kein Spielzeug, dass einfach so funktioniert!

Viele Grüße,
Daniela

Thomas
24.07.2002, 11:54
Hallo Daniela,

sicher gibt es immer wieder mal Züchter, die sich wenig bis garnicht dafür interessieren, ob der betreffende Hund tatsächlich für den/die Interessenten geeignet ist. Ob dies in diesem Fall zutrifft, kann allerdings keiner beurteilen, ausser den Beteiligten selbst.

Ich weiß nicht, ob im konkreten Fall der Käufer z.B. die Gründe der Zuchtaufgabe etwas näher hinterfragt hat. Bei der geringsten Unsicherheit bzgl. der Seriösität hätte man beim Zuchtverband (welcher das auch immer sein mag...) Informationen über den Züchter einholen können. Desweiteren zeugt es auch nicht gerade von reiflichen Vorüberlegungen, wenn mann sich von dem "Plan" einen Welpen zu nehmen, allein dadurch abbringen läßt, weil halt gerade mal keiner da ist. Wieviele Westie-Züchter gibt es in Deutschland? Allein im KfT (Klub für Terrier, VDH) dürften es weit mehr als hundert sein (von den Dissidenz-Zuchten will ich erst garnicht reden...). Also für mich sieht das im vorliegen Fall schon eher so aus: Ein Westie muss her - und das möglichst schnell...
Ansonsten gilt: Unwissenheit schützt vor Torheit nicht. Schließlich steht es jedem Hunde-Neueinsteiger offen, einen kompetenten Begleiter/Berater (z.b. von dem Verein oder der Hundschule die bereits schon vor dem Welpenkauf ausgesucht wurde...) beim Züchter bzw. Welpenkauf im Schlepptau zu haben und auf dessen (hoffentlich richtigen) Rat zu hören..

Gruß
Thomas

Bussibär
24.07.2002, 12:43
Hallo Dennis,

in Deinem Beitrag konnte ich nichts darüber lesen was ihr schon konkret mit dem Hund ausprobiert habt. Es reicht halt nunmal nicht, dem Hund Spielzeug zu kaufen. Er braucht viel eher Zuwendung, Zeit, Beschäftigung, positive Bestärkung.
Was ist denn bitte so verkehrt daran, dass er Deiner Frau überallhin folgt. Vielleicht ist sie ja der "Schlüssel" zu dem Hund.

Ausserdem, frage ich mich was Du genau von dem Hund erwartest, soll er mit deinem Sohn spielen wie Hunde untereinander spielen (da wäre je nachdem wie alt dein Kind ist die Verletzungsgefahr sehr groß) oder soll er im Sandkasten Sandschlösser bauen..?!

Geht in eine gute Hundeschule in eurer Gegend, nehmt am besten das Kind auch gleich mit, damit es auch den richtigen Umgang mit Hunden erlernt. Alles andere ist feige und verantwortungslos.

Viel Glück dabei und haltet die Ohren steif!

Kaboom
24.07.2002, 13:54
Also Thomas jetzt mal in echt und ganz wirklich.

Zum Bestrafen wenn der Hund einpieselt
Ich kenne auch die meisten Bücher Tricks und Trends in sachen Hundeerziehung. Klar sollte man den Hund nicht Bestrafen, wenn der Hund seinen Fehler nicht kennt. Hat der Hund aber begriffen, dass er draussen Pinkeln muss und nicht drinnen hilft gutes zureden oft nicht.
Er wird zwar Bestätigt wenn er draussen war, aber wenn er drinnen was gemacht passiert ja auch nix, also warum dann draussen (oder hoffst du darauf, dass der Welpe/ Wolf seinen eigenen Bau nicht verp..... .
Ich habe ja nicht gesagt der Hund solle verprügelt werden, würde ich auch nicht sagen, aber er muss ersteinmal wissen, dass er einen gemacht hat. Logisch oder?!

Was aufschwatzen lassen
Klar sind die neuen Besitzer mit besten Vorsätzen hingegangen, aber wenn der Züchter den neuen Besitzern mit Engelszungen zuredet, denn der hat schließlich "Hundeerfahrung".
Ich kenne das Problem eigentlich wollte ich einen schwarzen Rüden zu meinem anderem Rüden, ...... aber die Hündin war soooo niedlich und braun ist sie auch noch, naja.
es kommt halt nicht alles nach Lehrbuch.
Nicht jeder geht mit viel Vorkenntnissen an die Hundehaltung, wie auch Bücher bereiten einen nicht darauf vor und irgendwann ist es halt mal der erste Hund.
OK ich hätte nicht zu einem dickköpfigen Terrier geraten aber naja.

Vorleben des Hundes
Wenn ein Züchter einen 3 Jahre alten Hund mit dieser dominanten Veranlagung an eine Familie mit Kleinkind und wahrscheinlich wenig Hundeerfahrung abgibt wird er wohl kaum erzählen was er, oder eben nicht, mit diesem Hund gemacht hat. Denn ich kenne da Züchter........
(Ich weiss viiiiiiiiiiiile Züchter kümmern sich gut um ihre Tiere).

Rüde = dominant?
Natürlich nicht, neigen aber Rüden im allgemeinen eher dazu die Rangfolge nachzuchecken als Hündinnen. Lehrbuch seite....
und eigene Erfahrungen.
Das heisst nicht, dass keine dominanten Hündinnen gibt.

Ivonne
24.07.2002, 17:41
Tach zusammen,

man man man, das kann ja wohl nicht wahr sein.

Ein Hund ist kein Spielzeug und gehört wohl kaum eigenmächtig in die Hände eines 5jährigen.
Mehr sag ich zu dieser "Anschaffung" nicht, denn sonst vergesse ich mich. Erst denken, dann handeln.

Zu dem Nicht-Spielen-Wollen hat Thomas schon eine Menge schlauer Sachen gesagt, stimm ich vollkommen zu.
Anmerken möcht ich ergänzend: Ich kann meinem Hund auch ne Menge Spielzeug vor die Füße werfen, er kuckt mich dann aber nur blöd an: " Ja, schön Frauchen, und jetz zeig mir mal, wie das geht" Soll heißen, ich muß das Spielzeug interessant machen.

Besorgt Euch schleunigst ein paar gute Bücher (ich persönlich bin nicht so der Bücherwurm, aber es gibt hier ne Menge Leute, die gute Tipps auf Lager haben).
Schaut Euch schleunigst nach einer guten Hundeschule um und lernt, was das Zeug hält, bevor wieder ein armer Köter falsch verstanden im TH landet.

Ziemlich sauer