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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst gegenüber anderen Hunden



Marion74
19.04.2002, 14:02
Wir haben seit 4 Wochen einen 4 Jährigen Dobermann aus dem Tierheim. Wir sind dort mit ihm spazierengegangen, da war auch alles in Ordnung. Andere Hunde waren kein Problem, sondern er hat mit ihnen gespielt. Ein Wochenende bevor wir ihn zu uns geholt haben, ist er im Tierheim von einem Kampfhund ziemlich übel gebissen worden und mußte genäht werden.
Jetzt sind andere Hund sehr wohl ein Problem, denn sobald er einen sieht, stellen sich alle Haare bei ihm auf und er geht richtig in die Leine und kläfft und knurrt.
Wir wissen echt nicht, wie wir ihm das wieder abgewöhnen können. Schimpfen nützt nichts und ignorieren auch nicht.
Und loben wenn er nichts macht ist schwierig, da es sowas im Moment nicht mehr gibt.
Wir können ihn nur noch von der Leine lassen, wenn kein Hund in der Nähe ist und früher hat er so toll mit anderen Hunden gespielt ob groß oder Klein.
Was können wir tun?
Marion

Verena
21.04.2002, 21:00
hallo, marion.
wenn sein sozialverhalten anderen hunden gegenüber bis zu diesem vorfall normal war, ist diese zur schau getragene aggressivität nur zur abschreckung gedacht.
ich rate euch, ganz schnell eine gut besuchte hundeschule aufzusuchen, vielleicht findet ihr ja sogar eine, die sich nur um die sozialisierung kümmert und den erzieherischen teil wegläßt. da er normal veranlagt ist, stehen die chancen sehr gut, daß er, wenn er in die gruppe geschmissen wird und merkt, daß er eben nicht angegriffen wird, wieder zur normalität zurückkehrt.
aber es müßte bald sein, so ein verhaltensmuster brennt sich mit jedem tag mehr ein.
viel glück,
verena

Nadia
21.04.2002, 21:38
Hallo Marion!
Ich gebe meinem Vorredner da vollkommen Recht. Sicherlich könnt Ihr mit Hilfe einer guten Hundeschule dieses Problem aus der Welt schaffen. Von heute auf Morgen wird es nicht gehen, aber Eurem Hund wird geholfen, die Angst wieder zu verlieren. Mit sicherheit kann man dem Hund helfen, wieder ein gutes Sozialverhalten an den Tag zu legen.
Ich wünsche Euch und Euren Dobermann viel Glück dabei!
Liebe Grüße Nadia

Mili
21.04.2002, 21:40
Hallo,

zusäztlich könntest du auch eine Bachblütentherapie in Angriff nehmen. Man kann damit gute Erfolge erzielen. Entweder besorgst du dir entsprechende Literatur oder suchst einen TA oder THP auf, der sich damit auskennt.
LG Mili

Mascha
21.04.2002, 22:36
Hallo Mili,

welche Bachblüte(n) käme(n) in so einem Fall in Frage? Oder kann man das nicht einfach so sagen?

Welche Literatur empfiehlst Du?

:) Danke!

Thomas
22.04.2002, 00:07
Hallihallo,

ich habe mir neulich mal einen Vortrag über Bachblütentherapie angehört und dabei auch einen "Merkzettel" mitbekommen auf dem ich mal kurz nachgeschlagen habe. Folgende Blüten scheinen mir u.U. "zu passen":

1. HOLLY (Stechpalme)
Hund ist gefühlsmäßig irritiert. Eifersucht, Mißtrauen, Neidgefühle.

2. CERATO (Bleiwurz)
Hund hat zu wenig Vertrauen in die eigene Meinung. Unsicherheit.

3 .STAR OF BETHLEHEM (Doldiger Milchstern)
Hund hat eine seel ische oder körperliche Erschütterung noch nicht verkraftet. "Der Seelentröster".

4. IMPATIENS (Drüsantragendes Springkraut)
Hund ist ungeduldig, leicht gereizt, zeigt überschließende Reaktionen.

und ggf. noch die sogenannten "Rescue-Tropfen": das ist eine Mischung aus 5 verschiendenen Blüten die vorallem bei akuten und schwerwiegenden Vorfällen gern eingesetzt werden.

Da ich vor dem Besuch der Infoveranstaltung absolut nix über Bachblüten wußte (ich dachte sogar, das es sich um Blüten handelt die an Bächen wachsen.... Richtig ist allerdings: der Name kommt von einem Waliser Arztes namens E. Bach ) noch kurz ein paar allgemeine Infos zum Thema: Es gibt insgesamt 38 "Mittel", davon 37 Blüten plus Quellwasser aus denen mittels der so genannten Sonnenmethode Heilmittel hergestellt werden. Die Sonnenmethode ist ein Potenzierungsverfahren, das heißt, sie verstärkt und konzentriert die Kraft der Blüten. Dazu werden an einem sonnigen Tag die Blüten gepflückt und auf eine Schüssel mit Quellwasser gelegt. Diese Schüssel bleibt so lange in der Sonne stehen, bis die Essenz (also quasi die "Wirkungskraft" der Blüten auf das Wasser übergegangen ist. Dieses Wasser wird dann mit Alkohol gemischt, um es haltbar zu machen. Davon nimmt man nur jeweils zwei Tropfen der Blütenessenz pro 10ml Flasche (=Stock Bottle). Diese Stock Bottles gibt es als so genanntes Bachblütenset in Apotheken zu kaufen.

Eine naturwissenschaftliche Erklärung für die Wirkung der Blüten gibt es übrigns nicht. Viele Therapeuten berichten jedoch von erstaunlichen Heilerfolgen. Die Blüten wirken offenbar nicht direkt auf körperliche Aspekte des Organismus, können aber angeblich (ich weiß es nicht) auch körperliche Erkrankungen positiv beeinflussen.

Ich möchte das jetzt eigentlich unkommentiert so stehen lassen. Jeder möge sich seine eigene Meinung dazu bilden...

read ya´
Thomas

Mili
22.04.2002, 00:23
Hallöchen,

ich denke, jetzt hier so einfach ein paar Blüten zu nennen, ist eher schwierig. (jedenfalls für mich, muß auch immer erst nachschlagen). Dazu müßte man die genauen Umstände kennen. Aber die Blüten helfen wirklich gut!!! Hab schon gute Erfahrungen gemacht. An Literatur empfehle ich dir:
Bach-Blüten-Therapie in der Tiermedizin von Heidi Kübler.

Viel Erfolg Mili

Verena
22.04.2002, 19:59
hallo, marion.
da muß ich mich jetzt doch noch mal zu wort melden.
es stimmt, daß bachblüten in einigen fällen deutliche besserungen zur folge haben. aber sei bitte vorsichtig - nicht umsonst gibt es homöopathische ausbildungen. spricht dein hund nämlich auf eine bachblütentherapie an, so ist auch mit einem buch nicht gesichert, daß das die gewünschten folgen zeitigt. das merkt man allein daran, daß es für viele symptome viele verschiedene bachblüten gibt. wenn man den hund resp. sein problem also falsch eingeschätzt hat, können die blüten auch schaden anrichten. es gibt leute, die sich professionell mit bachblütentherapie für hunde beschäftigen - die sollten vorher unbedingt aufgesucht werden.
außerdem liegen die erfolge der bachblütentherapie mehr im bereich der depressionen denn der aggressionen.
ferner glaube ich nicht(wie bereits gesagt), daß dein hund nun schon zum problemhund geworden ist und nicht mit einfacheren mitteln zu therapieren wäre.
gruß, verena
p.s.: ich möchte mich hier keineswegs mit verfechtern der bachblütentherapie anlegen, sondern nur darauf hinweisen, daß das ganze - wie jede medizin - eine diffizile angelegenheit ist.

Thomas
22.04.2002, 20:48
Hallo Mili und Verena,

ihr habt vollkommen recht, es war nicht besonders clever von mir, konkrete Bachblüten aufzuzählen. Ich war offensichtlich etwas übermotiviert, weil ich eben wenige Tage zuvor bei diesem Vortrag war und das Infoblättchen noch dirket vor mir lag ;)

Ich bin ebenfalls der Meinung, das man nicht unbedingt ohne voherige Rücksprache mit einem Homöopaten einsetzen sollte.

read ya´
Thomas

Mili
23.04.2002, 22:08
Hallo Verena,
ich gebe dir schon recht, mit den Blüten zu arbeiten ist nicht wirklich ein Kinderspiel. Allerdings sehe ich nicht wirklich eine Gefahr, wenn man sein Glück mal versucht, denn wirklich viel falsch machen kann man nicht. Es ist eben nur nicht so einfach, die perfekte Kombination zu finden. Anfangs wird man auch von "Pleiten" ziemlich gebeutelt! *g*
Im übrigen habe ich u.a. dieses Buch empfohlen, da meines Erachtens Heidi Kübler der absolute Guru auf diesem Gebiet ist, und alles sehr schön beschreibt, auch die Schwierigkeiten, die auftauchen können.
Auf jeden Fall lesenswert!
LG Mili

Alpha
23.04.2002, 22:49
hallo Marion!
Was Du beschreibst,ist kein Angstverhalten-dann würde er nicht zum Angriff übergehen,sondern sich mit eingezogener Rute hinter Dir verstecken oder wegrennen.Das Problem kannst Du einfach erzieherisch in den Griff bekommen,denn Du weißt,wo die Ursache liegt für sein Verhalten:er wurde gebissen. Du sagst,schimpfen nutzt nichts.Hmhm.Das wäre aber richtig,ihn abzustrafen,wenn Du sein Verhalten nicht aktzeptieren möchtest(solltest Du auch nicht).Entweder Du setzt die Abstrafung/Schimpfen nicht im richtigen Moment ein (sobald er nur anvisiert ,sich anduckt etc.schon)oder dein Hund meint,er müsse nicht auf Dich hören(weil Du in seinen Augen nicht Chef bist also kein Recht dazu hast oder oftmals nicht konsequent warst/bist und "es" ihm schon zu oft hast hilflos durchgehen lassen...).Vielleicht ist es auch beides.Bachblüten,so sehr ich sie grundsätzlich auch schätze,können hier nur unterstützend wirken,das Verhalten des Hundes ändern kannst Du nur,indem Du die Ursache(Dominanz)erzieherisch "bekämpfst". Meiner Meinung nach solltest Du schleunigst eine gute Hundeschule aufsuchen und mache bitte einen riesen Bogen um Stachelhalsband(wird Dir bestimmt in vielen HS empfohlen),das würde das Verhalten langfristig gesehen nur verschlimmern,ebenso Leckerchen-methoden(meine Meinung)
Gruß,Alpha