PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diabetes und schlechte Leberwerte, wer kennt sich aus???



Kellermaus
15.05.2004, 21:18
Hallo

Ich habe einen 9 Jahr alten kastrierten Hund. Vor 3 Wochen haben wir bei ihm an der Kastrationsnarbe eine Schwellung sowie Rötung bemerkt. Darauf hin sind wir gleich zum Tierarzt, der dies auch untersucht hat. Hat dann allerdings Diabetes festgestellt. Man hat ihn dann eine Woche lang behandelt. Man hat ihn auf Zucker eingestellt, zumindest dachte das der Tierarzt, aber unser Hund fiel in Unterzucker, heftigen Unterzucker. Am dem Abend wollte dann der Tierarzt unsren Hund einschläfern, weil er meinte, er schafft es nicht die Nacht zu überleben.
Dies haben wir aber nicht zugelassen und sind deswegen am nächsten Tag zu einem anderen Tierazt. Der Hund hat sich soweit einigermaßen erholt, naja, zumindest bellt er ab und zu mal wieder.
Auf jedenfall hat der Tierarzt dann gemeint, dass man den Zucker unter Kontrolle bekommen kann, aber dem Hund seine Leberwerte seien sehr schlecht. Und fressen will unser Hund auch nicht! Man könnte glatt meinen, dass der Hund selber keine Lust mehr hat, oder dass er irgendwas anderes hat, wo wir nicht wissen.
Denn sobald wir ihn zwangsernährt haben, trinkt er so viel, dass ers gleich wieder ausspuckt. Wir sind echt am verzweifeln, vorallem weil wir nicht wissen, wie wir ihm helfen können. Und die Tierärzte wollen gleich immer das Tier einschläfern. Aber ich will den Hund nicht aufgeben und mittlerweile haben wie so viel Geld bezahlt, wo echt alles egal ist, hauptsache der Hund wird wieder gesund!
Könnt ihr mir helfen? Ich weiß echt nicht mehr, was ich machen soll.

sloughifan
15.05.2004, 21:46
Hallo Kellermaus !

Das hört sich ja leider sehr ernst an.:0(
Jezt schreibst Du, dass es im schon seit 3 Wochen schlecht geht und
Man könnte glatt meinen, dass der Hund selber keine Lust mehr hat
wenn Du selber dass Gefühl hast dein Hund nicht mehr will, frage ich Dich (versteh es biite nicht falsch) warum soll er sich quälen. Zum Glück müssen die Tiere nicht bis zum bitteren Ende austherapiert werden. Natürlich kann Diabetes für sich therapiert werden, aber wie Du schon richtig sagst sind auch die Leberwerte schlecht etc.
Jeder möchte sein geliebtes Tier so lange wie möglich behalten, aber ob man manchmal nur wegen einem selber " alles bezahlen" würde, weil man nicht loslassen möchte/kann und ob man seinem Liebling damit einen Gefallen erbringt, muss gut hinterfragt werden. Leider kann ich Dir nur sagen - GESUND wird Dein Liebling natürlich nie wieder. Sorry ! Dies ist sehr hart, aber leider eine Tatsache , wenn ich nach Deinen Angaben gehe und ich kann mir nicht vorstellen, dass 2 Tierärzte Deinen Hund, wenn sie eine reelle Chance für ein lebenswertes Leben sehen würden, Dir zum Einschläfern raten würden.
Ich wünsche Dir liebe Menschen um Dich, die Dir in der nächsten Zeit Kraft geben.

Ich kenne diese Situation sehr gut.
Sei stark.

Kellermaus
15.05.2004, 21:58
Hi

Der jetzige Tierarzt hat nur gemeint, dass wenn sich die Werte nicht bessern, es besser sei, das Tier einzuschläfern. Klar ist es hart, für jeden von uns.
Wir bereden auch schon seit einer weile, ob es das beste sei oder nicht. Und dann, wenn wir bereit waren, den Hund einzuschläfern, gehts ihm wieder besser.
Das komische ist halt nur, dass er nichts fressen will. Denn wie soll sich den der Körper wieder aufbauen, bzw die Kraft hernehmen, wenn er nichts frisst?
Deswegen will ich erst noch ein paar Infos/Meinungen haben, bevor ich ihn einschläfern lass.

sloughifan
15.05.2004, 22:09
Hallo Kellermaus!

Ich finde das unsere Lieblinge nicht unnötig leiden müssen. Ob es bei Deinem Hund "unnötig" sprich ohne wirkliche Aussicht auf längerfristige Besserung ist, kann keiner via Internet natürlich abschießend beurteilen.
Ich hoffe für Euch, dass sich bald zeigt welches die richtige Richtung ist.

LG

Kellermaus
16.05.2004, 12:15
Hi

Klar, dass wollen wir auch nicht. Es hat ja keinen Sinn, das Tier weiter zu "quälen". Wir haben morgen einen Termin beim Tierarzt und der untersucht das Blut nochmal und sagt uns dann, obs besser geworden ist, oder ob keine Veränderung besteht. Und wenn nicht, dann werden wir ihn schweren Herzens einschläfern lassen.
Dennoch denk ich positiv und hoff das beste

Maltesergirl
16.05.2004, 15:06
Mal eine Frage: bekommt Dein Hund denn Medikamente gegen die hohen Leberwerte und eine spezielle leberschonende Diät? Solange seine Werte nicht im normalen Bereich sind, wird er auch nicht fressen, denn bei Erkrankungen der Leber haben Hunde keinen Appetit. Das ist ganz normal bei dieser Erkrankung.

Mein jetzt 8 Jahre alter Malteser wäre mit 1 Jahr auch fast an einer Leberkrankheit gestorben. Auch er wollte nichts mehr fressen und hat nur noch gelben Schleim erbrochen. Er war schon so schwach, daß er kaum noch stehen konnte. Zum Glück haben sie ihn in der Tierklinik mit Infusionen und Medikamenten wieder aufpäppeln können. Wäre ich damals nicht rechtzeitig mit Benny in die Klinik gefahren, würde er heute nicht mehr leben.

Ich will Dir jetzt keine falschen Hoffnungen machen, aber normalerweise kann man erhöhte Leberwerte wieder recht gut in den Griff bekommen mit entsprechender Diät und evtl. homöopathischen Medikamenten. Meinem Benny ging es ja damals auch so schlecht, daß er fast gestorben wäre. Allerdings sprachen die Ärzte bei ihm noch nicht vom Einschläfern, da er erst 1 Jahr alt gewesen ist. Ein junger Hund erholt sich wahrscheinlich auch schneller von so einer schweren Erkrankung als ein etwas älterer, obwohl sich Bennys Erkrankung auch über Monate hinzog, nur brachte ich seine gesundheitlichen Probleme damals nicht mit einer Lebererkrankung in Verbindung. Der TA sprach nur immer von einem Magen-Darmvirus. Bis es dann fast zu spät gewesen wäre....

Habt Ihr übrigens schon mal in Erwägung gezogen, zu einem guten Tierheilpraktiker zu gehen oder wart Ihr schon bei einem?

Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute und hoffe, daß sich Dein Hund doch wieder erholt und ihr noch ein paar schöne Monate mit ihm verbringen könnt.

Kellermaus
16.05.2004, 19:04
Hallo

Vielen Lieben Dank für deinen Eintrag.
Wir waren heute mit unserer Katze bei einer Tierärztin, da sie ziemlich sabbert.
Wie auch immer, auf jedenfall haben wir da auch über unseren Hund geredet und sie hat sich ihn auch angeschaut.
Sie meinte nur, dass wir ihn jetzt eine spezielle Diät geben müssen und dass man ihn auf jedenfall retten kann.
Wir waren echt froh das zu hören.
Und vorallem ist uns jetzt auch klar wieso er nichts frisst. Denn er ist zwar schlapp aber dennoch will er immer mit Auto fahren, und das tut er ja für sein Leben gern.
Und sie hat uns auch bestätigt, normalerweise dürfen sie ja das nicht, dass die kleine Tierklinik bei der wir waren und unsre ehemalige Tierärztin, dass die nur an den Tieren herum docktern und mit Medikamente voll pumpen. Wie auch immer, wies ausschaut haben wir jetzt eine Tierärztin gefunden, die sich auch bemüht die Tiere zu heilen, ohne gleich aufzugeben und das Tier einschläfern zu wollen.
Sobald wir genaueres wissen, geb ich euch bescheid.
Ich danke euch allen, für eure Beiträge. Ohne euch, hätten wir schon längst aufgegeben, vorallem weil wir nicht weiter wussten.
Liebe Grüße

admin
17.05.2004, 10:47
@Kellermaus,
bei einer anzunehmenden Lebererkrankung und dem evtl. vorliegenden Diabetes ist ein komplettes Blutbild das mindeste, was zu machen ist.
Zudem sollte man den Bauch schallen, um zu sehen ob an der Leber/Galle Veränderungen zu erkennen sind. ggfs. müßte man eine Feinnadelbiopsie entnehmen.
Neben einer speziellen Diät, kann man mittels Homöopathika die Lebertätigkeit unterstützen.

Was den Diabetes angeht, so ist zur Diagnose neben dem Glucosewert unbedingt auch der Fruktosaminwert zu bestimmen, da dieser Auskunft über das Zuckerlevel der letzten 14-21 Tage gibt.

Alles Gute!
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

Maltesergirl
17.05.2004, 18:01
Hallo Kellermaus,

Mensch, das sind ja tolle Neuigkeiten! Mir kam es ehrlich gesagt gleich etwas "spanisch" vor, daß die TÄ, bei denen ihr gewesen seid, gleich vom Einschläfern sprachen, obwohl man ja sowohl bei Diabetes als auch bei Lebererkrankungen mit Homöopathika und einer Diät sehr gute Erfolge erzielen kann.

Zum Glück habt ihr euren Hund nicht gleich aufgegeben, sondern habt jetzt eine kompetentere TÄ gefunden, die euren Süßen richtig behandelt.

Mir ging es damals mit Benny ähnlich. Auch mein TA gab Benny nur eine Spritze nach der anderen, ohne ihn genauer zu untersuchen, d.h. ohne Blut- und Ultraschalluntersuchung. Benny hätte dieser Leidensweg auch erspart werden können, wenn ich dusselige Kuh gleich zu einem anderen Arzt gegangen wäre. Aber Benny ist mein erster Hund und da ist man natürlich noch unerfahren und vertraut dummerweise dem erstbesten Tierarzt. Heute würde mir so etwas nicht mehr passieren, denn inzwischen hab ich schon einige TÄ kennen gelernt.

Ich wünsche eurem Hund weiterhin alles, alles Gute und daß es ihm schon bald wieder besser geht:cu:! Berichte uns auf jeden Fall weiter!

sloughifan
17.05.2004, 21:03
Hallo Kellermaus !

Ich freue mich mit Euch, wenn es Eurem Hund wieder besser geht.
Mich würde nur interessieren, ob die TÄ Euren Hund - wie Du schreibst - nur angeschaut oder auch Blutuntersuchung etc. gemacht hat, weil ich nicht glaube, dass vom "schauen" eine vernünftige Prognose möglich ist.( Ich will keine Hoffnungen zerstören, sondern nur nachfragen)
Mit der Leberdiät habe ich natürlich stillschweigend angenommen, dass solche Ansätze schon - da es so selbstverständlich ist - vorher durchgeführt worden sind.
Ich möchte nicht als Verteidiger der anderen Tierärzte auftreten, zumal ich ob richtig oder falsch gehandelt wurde mit den vorhandenen Informationen nicht beurteilen kann, nur eine entscheidender Argumentationsfehler ist mir aufgefallen " wenn "sie herumdoktern und mit Medikamenten vollstopfen " was hätte sie von einer schnellen Eutha ????

LG

Maltesergirl
18.05.2004, 14:02
@Kellermaus

Heute morgen hab ich mir die Zeitschrift "Das deutsche Hundemagazin", Ausgabe 6/2004, gekauft. Dort steht ein recht interessanter Artikel über Lebererkrankungen und deren Behandlung drin. In einem kleinen Abschnitt dieses Artikels geht es auch um Diabetes mellitus. Erwähnt wird auch, wie man einen leberkranken Hund am besten füttert bzw. welche Nahrungsmittel gut geeignet sind.

Wenn es Dich interessiert, kannst Du Dir die Zeitschrift ja mal kaufen. Im "deutschen Hundemagazin" stehen übrigens öfter recht gute Artikel zu den Themen "Gesundheit" und "Ernährung" drin.

Ric II
29.05.2004, 16:47
Hallo Kellermaus!
Ich hab deinen Beitrag erst jetzt gesehen und die vielen Antworten nur überflogen aber im Großen und ganzen kann ich den meisten hier nur recht geben.
Gut das du deinen Hund nicht aufgegeben hast und das er jetzt eine Leberdiät bekommt.
Ach übrigens, verschlechterte Leberwerte sind bei einer Diabetes wenn der Hund schon lange daran erkrankt ist "normal".
Mein Hund hat eine chronische Hepatopathie und ist oft ein wenig apathisch, was wohl daran liegt das Krankheiten, die die Leber, das wichtigste Stoffwechselorgan, betreffen einfach schlauchen.
Meine Hündin ist 14 Jahre alt und ich hoffe sie wird noch schöne Jahre vor sich haben denn außer der Hepatopathie hat sie keinerlei Beschwerden.
Ich denke aber auch heutzutage muß man sich seinen TA genau aussuchen, meine TA schwört auf proteinarme Kost und homöopatische Präparate und die Leber zu entlasten.
Die dürften auch bei der Diabetes nicht stören.
Aber ich würde auf jeden Fall wenn die Werte nicht besser werden einen Ultraschall und/oder eine Biopsie der Leber vornehmen lassen.
Das gibt Gewissheit über den Status der Krankheit und eröffnet möglicherweise neue Therapiemöglichkeiten.
Ich hab die Biopsie machen lassen trotz des hohen Risikos für einen alten Hund weil ich es als letzte Chance gesehen hab dem Hund zu helfen.
Und es hat geklappt.
Also, hör´auf deine innere Stimme sowohl bei der Wahl des TAs als auch bei der Behandlung.
Gute Besserung für dein Sorgenkind
und LB :cu: