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Beagle-Bande
11.05.2004, 12:53
nachdem in schon lange in diesem Forum mitlese und so einiges gelernt habe, brauche ich mal eure Hilfe.
Mal von Anfang an. Im August 2000 kam unser Aaron mit 8 Wochen in unsere Familie. Wir hatten uns lange vorher über diese Rasse informiert und es ging auch alles sehr gut. Wir besuchten die Welpenspielstunde, Junghundespielstunde und dann auch noch weiter die Hundeschule. Er hatte die Möglichkeit am Strand mit vielen anderen Hunden zu spielen.
Alles in allem, ein klasse Hund.
Dann mussten wir von M / V nach Berlin umziehen. ( natürlich in ein Randgebiet von Berlin ) Wir hatten einen schweren Verkehrsunfall und Aaron war mit im Auto. Von diesem Tag an musste ich alles neu mit Ihm lernen. Er hatte panische Angst vor allem. Habe ich aber wieder gut hinbekommen und dann habe ich die Begleithundeausbildung mit ihm gemacht. :wd:
Da ich in Berlin aber nun wieder mitarbeiten muss, kam der Wunsch nach einem zweiten Hund. Und wieder erst viel gelesen und gefragt, bevor unser Eddy im März 2003 auch mit 8 Wochen zu uns kam. Eigentlich ging alles gut. Sie vertragen sich bis heute recht gut.
Außer das Gassi gehen ist ein Spießruten laufen. Solange wir keinen anderen Hund sehen ist alles o.K. Wir können inzwischen mit beiden Hunden an relativ lockerer Leine gehen.
Sobald wir andere Hunde sehen benehmen sich die beiden wie die Idioten. ( mit jedem Hund einzeln ist das nicht so, nur wenn wir sie zusammen habe). Und ich bemerke in letzter Zeit, dass Aaron immer giftiger wird. Vor einer Woche hat er, obwohl er an der Leine war, einen Mann in den Schenkel gezwickt. und das ohne eine vorhersehbare Geste. Und heute morgen jagte er einen Mann, ohne ersichtlichen Grund.
Ich bin mit dieser Situation etwas überfordert, habe aber schon lange diese Probleme vorausgesehen, denn ich glaube ich habe die Sache nicht mehr im Grifft.
Bitte helft mir und gebt mir ein paar Tipps, denn ich liebe mein beiden Hunde sehr und möchte nicht erst etwas schlimmes geschehen lassen.

Beagle-Bande
11.05.2004, 13:35
Nur um alle Missverständnisse auszuräumen, wir haben uns nicht den zweiten Hund angeschafft, damit der erste Hund beschäftigt ist. Nein !!! Wir finden diese Rasse einfach toll und der Beagle ist ja ein Meutehund. Das waren die Beweggründe.

Der Beitrag ist warscheinlich etwas lang und für fremde durcheinander, aber ich bin von diesen Vorfällen etwas emotional ( schreibt man das so?) aufgewühlt .

Rüsselterriene
11.05.2004, 14:52
Hi,

Zuerst einmal: Alleine sind die Hunde "unauffällig"?
Gar keine Tendenzen?

Wie genau sieht so eine Situation aus: Du gehst allein, beide Hunde angeleint los, ihr seht einen Hund in ... Metern Entfernung?

Was genau passiert dann?

Was hast du bisher getan? Ab wann tust du das?

Wie werden die Hunde ausgelastet? Oder besser: Wie oft treffen sie eigene Entscheidungen?

Und freilaufend? Lämmer? Du sagst er jagte einen Mann... mit welchem Ausgang?

Anke *noch zuviele offene Fragen* (geh erstmal getrennt)

Beagle-Bande
11.05.2004, 15:30
Hi Anke, zu deinen Fragen

Wenn ich mit ihnen alleine gehe sind sie fast unauffällig.
Also alleine : wir sehen einen Hund auf der anderen Straßenseite, Hund will dorthin und zerrt an der Leine und fiept, dann lenke ich ihr ab, sage kurz nein und gehe in meine gewollte Richtung weiter. Noch 2-3 maliges umdrehen des Hundes aber sonst alles o.K.

Wenn ich den anderen Hund zuerst sehe, versuche ich mich bei meinem Hund ganz wichtig zu machen, das klappt auch zu 95 % und wir können ganz ruhig vorbeigehen.

Zusammen: Die Hunde sehen einen anderen Hund auf der anderen Straßenseite, Eddy fängt an zu kläffen zu zerren und dann stimmt Aaron mit an und beide ziehen und zerren und wollen zu dem anderen Hund.Es kann auch vorkommen das die beiden sich untereinander in die Wolle kriegen. Aber nur kurz. Ich gebe genau die gleichen Befehle, wie z.B. Nein oder
Hier, aber dann fergessen sie alles gelernte.

Sehe ich den Hund zuerst, kann ich mich seltener wichtig machen, einer von beiden sieht den anderen Hund.
Ich habe schon die Richtung gewechselt, habe beide im Sitz
warten lassen.Geht aber nur solange gut, bis der Hund auf unserer Höhe ist, dann stürmen beide wie eine V1 auf den anderen Hund zu.
Dann schnuppern sie nur und ich kann sofort mit Ihnen weitergegen. Aber dieses Theater vorher.

Unsere Hunde sind es gewöhnt ohne Leine laufen zu dürfen.
Etwa 100m hinter unserem Haus beginnt ein Weg, wo ich es verantworten kann. Es kommen nur manchmal Radfahrer oder Fussgänger vorbei. Dann rufe ich beide zu mir und halte sie entweder fest oder lenken sie für das Rankommen mit einem Leckerchen ab. Es ist nichts !!
Vorfall heute morgen. Beide Hunde grasen ( wirklich manchmal wie die Kühe) auf einer kleinen Wiese, die an unserem Weg liegt. Ein Mann mit Reisetasche geht im normalem Tempo an Ihnen vorbei, im Abstand von ca. 3-4 m. Er ist schon an Aaron vorbei, da sieht er hoch und rennt wie ein bl... dem Mann hinterher, bellt und die Nackenhaare stehen hoch.
Ich habe Aaron sofort zurückgerufen aber erst nach dem 3 mal wollter er dann hören. Habe dann sofort ein sitzt und platz von Ihme verlangt, was er dann auch sofort macht.
Ich will zwar nicht das meine Hunde wie Maschienen reagieren, aber das Herankommen verlange ich schon sehr streng. Und wenn es gut klappt, hilft bei einem Beagle als Belohnung immerwieder eine Wiener.
So ist wieder ganz schön lang geworden aber vieleicht hilft´s

Rüsselterriene
11.05.2004, 15:48
Ok,
das hilft schon etwas.

Als Erstes würde ich an jeden einzelnen Hund meine Ansprüche ganz gewaltig hochschrauben.
Wenn du mit einem alleine unterwegs bist und er sieht einen anderen Hund, du verbietest die Kontaktaufnahme aber mit NEIN!, dann sei konsequent: Kein Umdrehen, die Leine bleibt locker, das Tempo bestimmst du (also nich jedes Mal wegrennen, um die Situation hinter dich zu bringen, sondern auch mal langsam werden, vielleicht sogar das Objekt der Begierde "verfolgen".)

Erst, wenn du wieder den Eindruck hast, jeder Einzelne gibt die Verantwortung auf diesem Sektor an dich ab, kannst du mit beiden gehen.

Für den gesamten Trainingsverlauf: Lass die Wiener weg! Lobe sie per Stimme, damit sie dich wieder wahrnehmen.

Genauso dein Rufen: Wenn der Hund nach dem ersten Mal nicht kommt: Klappe zu! und es gibt nach dem dritten Ruf auch nix mehr. (Nach dem ersten Ruf unter hoher Ablenkung würde ichs ja noch einsehen)
Versuch mal, sie vernünftig auf einen Pfiff (weil neutraler als Rufen) zu konditionieren.

Glaub mir: Das alles ist eine Konsequenzfrage. Sobald auch nur einer der Beiden das Gefühl hat, er könnte dich übergehen, bist du raus!
Da hilft kein Kommando mehr, da hilft auch kein Wiener.

Anke *gehst du noch in die HuSchu?*

billymoppel
11.05.2004, 16:41
hallo ute,
nicht weinen! es ist völlig klar: jeder hund hat marotten. auch klar ist, dass hunde nicht doof sind und ganz genau wissen, dass wir uns nicht zersägen können - sprich, dass unsere aufmerksamkeit bei zwei hunden arg strapaziert ist. noch klarer ist dann auch, den entsprechenden charakter vorausgesetzt, dass versucht wird, das auszunutzen.
zudem hälst du nun eine rasse, die ja nicht unbedingt dafür bekannt ist, besonders leichtführig zu sein.
isoliert betrachtet, würde ich den vorfall heute morgen nicht überbewerten - reisetaschen können für hunde durchaus beängstigend sein :D, vor allem wenn sie irgendwo auftauchen, wo sie nix zu suchen haben. meine hunde reagieren da bisweilen auch irritiert: menschen mit beutel in der stadt, das ist normal, aber wenn auf einem wanderweg jemand mit einem beutel kommt, wird auch doof gegeuckt. hunde sind ober-spießer :D
ich würde dir folgendes raten: falls möglich, die hunde vorerst trennen (einen zu männe?) oder notfalls in eine pension. dann mit dem anderen wirklich grund rein bringen. nur auf ihn konzentrieren. dann hast du beim spaziergang schon mal einen, auf den du dich verlassen kannst und kannst dich mehr oder weniger dem anderen widmen. denn mal ehrlich,so wie du das verhalten des hundes beschreibst, wenn du mit ihm allein bist, ist es auch nicht in ordnung, sondern grenzwertig. ich halte es immer so, dass ich so aller halben jahre mal mit einem hund wegfahre und männe behält den anderen. jeder arbeitet währenddessen an den "problemzonen" des jeweiligen hundes. allein klappt das nun mal besser.

lg
bettina

Beagle-Bande
11.05.2004, 18:08
Hallo Anke und Bettina:cu:
vielen Dank für Eure schnelle Antwort. Ja Bettina du hast Recht, heute war mir schon zum Heulen zumute. Aber ich wusste auch das nur ich etwas an dieser Situation änder kann. Aber dann immer WIE und WAS.

Wir gehen z.Z. nur zur Hundespielstunde damit die beiden genug Kontakt zu anderen Hunden habe und gut Sozialisiert sind.

Anke, das mit dem " nur einmal rufen " handhabe ich eigentlich auch so. Wenn er nicht hört, drehe ich mich um und gehe weg.
ABER in dieser angespannten Lage war ich einfach nur schockiert. Ich war einfach nicht darauf vorbereitet. Mein Fehler !

Ja und das mit Männe ist so ein Problemchenchenchen.
Die Erziehung der Hunde ist einfach meine Aufgabe. Ich bin schließlich die mit dem Hundetick.
Gassi gehen machen wir schon beide,aber das war es dann auch schon.

Also dann geht es jetzt wieder von vorne los, damit ich mich wieder ansehen kann.;)
Blos Anke, das mit den Belohnungen ist sone Sache. Eigentlich gebe ich dir schon Recht, aber wie lange geht es gut bei so verfressenen und sturen Beagles. :?:

Na schaun wir mal,
dann bis bald

billymoppel
11.05.2004, 19:23
hallo ute,
ja, ja, die männer. :D meiner ist zur erziehung auch nur bedingt zu gebrauchen, er ist viel zu weich. ein schief gelegtes ohr, ein klimpern mit den wimpern und er fällt um. deswegen bekommt er bei uns immer den rüden, weil der leichter führig ist und eigentlich nur mit dem "fuß" auf ewigem kriegsfuß steht. bei der "ach, so kleinen" hündin ist mit ihm nicht viel zu wollen, die macht ihn schon mit einem schwanzwedeln fertig :D daher darf ich mich immer mit madame herumschlagen. (sie ist auch ein leinen-kläffer).
aber vielleicht solltest du dir meinen vorschlag mit der pension mal durch den kopf gehen lassen. z.z. scheint ja aaron dein hauptsorgenkind zu sein, dann stecke den anderen da ne woche hin und widme dich ausschließlich ihm.

lg
bettina

ps: beagle sind wirklich stur und verfressen. auf meinen gängen treffe ich gelegentlich einen, der aus dem nächsten dorf gerne mal abhaut. blöderweise ist eine bundesstraße dazwischen und ich will ja nicht, dass der gute auf dem heimweg breit gefahren wird. freiwillig geht der aber nie mit, obwohl er mich kennt. für ein leckerlie kann er aber richtig rennen :D

Beagle-Bande
30.05.2004, 19:41
Damit ihr auch an unserem Erfolg teilhaben könnt, hier der erste Zwischenbericht.
Nach täglichem üben mit jedem Hund einzeln natürlich, kann ich an fast jedem Hund der uns begegnet ( sogar auf unserer Straßenseite ) vorbeigehen. Es wird zwar oft noch am Anfang probiert zu ziehen, aber es wird nach einem nein schon nicht mehr gekläfft und auch nicht mehr wie ein wilder Stier an der Leine gezogen.. Wir können dann eifach vorbeigehen.:bd:

Das ist für mich schon ein riesiger Erfolg und wir üben weiter.

Rüsselterriene
31.05.2004, 14:37
:D Das freut zu hören! :wd:

Anke *weiter so!*

Ilona
01.06.2004, 09:39
Hallo Beaglebande,

noch ein Tipp, wenn Du wieder mit beiden gehst: Halte das Augenmerk immer bevorzugt auf den Hund, von dem die "Randale" ausgeht. Hast Du den im Griff, kriegst Du den zweiten auch auf die Reihe;)

Grüßle, Illi