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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verzweifelt - Wird nicht stubenrein!



Patrixa77
28.04.2004, 13:00
Hallo...

Wir haben seit 8 Monaten einen Jack-Russel Mix, er ist jetzt genau 10 Monate alt.
Von Anfang an, war er niemals stubenrein, egal was wir auch gemacht haben.
Anfangs bin ich alle 2 Stunden mit ihm rausgegangen, nur kurz, damit er machen konnte wie es empfohlen wird und hab ihn immer überschwenglich gelobt, alles ganz nach Empfehlung.
Es hat nicht geholfen!
Nichts hat geholfen! Wir waren in 2 verschiedenen Hundeschulen und hatten sogar schon einen persönlichen Tiertrainer hier aber selbst er konnte uns nicht helfen...

Mittlerweile gehe ich 3 oder 4 mal täglich mit ihm raus, also mehr als genug und nachmittags auch 1 bis 2 Stunden lang, sonst immer eine halbe Stunde ca. Währenddessen macht er fast immer, allerdings dann auch wieder sobald wir zuhause sind (nach einer halben Stunde).

Er ist auf einem Bauernhof geboren worden und da durften die Hunde natürlich überall hinmachen. Dieses Verhalten legt er noch immer an den Tag.
Nachts schläft er an der langen Leine auf seinem Hundeplatz (im Schlafzimmer), da er schon 2 mal nachts ins Bett gemacht hat.
Nachts hält er meistens aus, seit jetzt 2 Monaten, vorher hat er seine Hundedecke zur Seite geschoben, darunter gemacht (auch gross) und sie dann wieder darauf geschoben... und sich drauf gelegt.

Bei jedem Gassi-Gang muss ich ihn durch den Hausflur tragen, da er immer, wenn ich ihn absetze im Gehen in den Hausflur macht.

Wir waren natürlich schon beim TA, alles körperlich vollkommen in Ordnung.
Alle meinten, auch die Profis, das würde sich legen, wenn er in die Pubertät kommt, da er ja schliesslich draussen markieren will, nix ist. Er markiert draussen und eine halbe Stunde später setzt er einen Bach ins Badezimmer. Es scheint, als würde er sich immer extra etwas für zuhause aufsparen.

Bisher haben wir nur mit positiver Verstärkung gearbeitet, aber das hat gar nichts gebracht und ich finde, ich sollte jetzt eine Bestrafung einführen.

Wir haben drastische Massnahmen ergriffen, ihn drei Tage lang nur angeleint gehalten und ihn nur zu den Gassigängen freigelassen (dann aber 5 mal täglich), damit er lernt einzuhalten.
Danach war er glatte 2 Tage stubenrein und danach fing alles wieder von vorne an.

So ist er nicht zu halten, nicht mehr tragbar, nicht für uns und wahrscheinlich auch nicht für Jemand anderen, egal wie lieb und toll er auch sein mag! Deswegen muss er es lernen...

Hat Jemand vielleicht irgendeine Idee, was man jetzt noch machen kann? Wie sollen wir ihm beibringen, dass das Pinkeln und Kacken in der Wohnung nicht erlaubt ist? Er hat begriffen, dass draussen machen toll ist, aber nicht, dass es in der Wohnung verboten ist!

Bitte, habt ihr Tips für uns?

Liebe Grüsse

Joelina

xNorax
28.04.2004, 13:22
Hallo Joelina,

mein Freund hat einen Jack Russell Terrier. Charly war am Anfang auch noch nicht ganz stubenrein. Er hat ein paar Mal in die Wohnung gemacht. Mein Freund ist dann sehr oft mit ihm raus gegangen und als er dann nochmal was gemacht hat, hat er ihn auch bestraft. Nicht doll oder so, aber Charly hat gemerkt das war nicht ok. Inzwischen hält er teilweise sehr lange aus und sagt bescheid wenn er muss, selbst bei Durchfall.


Viel Glück

Gruß Nora

Inge1810
28.04.2004, 13:26
Hallo Joelina,
vielleicht war es bei Euch wirklich zu positiv, dass der Hund gar nicht lernen konnte, dass es falsch ist. Wenn ich von Strafe spreche, dann meine ich damit keinerlei körperliche Gewalt, das möchte ich gleich mal betonen ;) Mein Vorschlag geht in die Richtung, dass Ihr den Hund innerhalb der Wohnung immer mit in ein Zimmer nehmt, Tür zu und aufmerksam sein. Sobald der Hund anzeigt, dass er gleich machen wird (wenn Du ihn gut beobachtet hast, wirst Du es rechtzeitig merken), dann wie von der Tarantel gestochen auf ihn zurennen, drohende Körperhaltung und ein furchtbar lautes und knurrendes "NNNEEEIIINNNNN". Er dürfte ziemlich erschrecken und erstmal innehalten. Das ist dann Deine Chance, schnapp ihn Dir und geh raus. Macht er draussen, wie gehabt positiv bestärken "ffeeeiiiinnnnnn". Mach das mal die nächsten Wochen und wenn er macht, wenn Du es nicht siehst, dann wie gehabt ignorieren und wegmachen, wenn er nicht zuguckt. Reinige bitte den ganzen Boden, bei Fliesen auch die Fugen nochmal ganz besonders gründlich. Dampfstrahler und Essigreiniger haben uns sehr geholfen.
Viel Erfolg!

Patrixa77
28.04.2004, 16:56
Danke für die Antworten...

Das mein Hund immer im selben Raum ist wie ich, ist klar, das machen wir schon sehr lange so.
Allerdings habe ich ein Baby im Krabbelalter und ein Kleinkind und muss zusätzlich natürlich noch den Haushalt machen.
Nicht dass mir das zuviel ist, aber das bringt zwangsläufig mit sich, dass ich nicht wirklich jederzeit meinen Hund ganz genau beobachten kann, ausserdem kann ich auch nicht einfach so mit ihm raus gehen, dann wenn er das will.
Er KANN ja auch aushalten WILL es aber nicht!

Es ist sehr schwer ihn auf frischer Tat zu ertappen, selbst wenn man hinschaut, er macht während des Gehens egal ob Klein oder Gross, dies zwar nicht immer aber sehr oft. Dadurch pinkelt er sich auch selber an und manchmal wälzt er sich regelrecht in seinem Urin...
Er hat auch nicht den Trieb, dass er sein Nest nicht beschmutzt (in unser Bett, wo er auch geschlafen hat, während der Nacht gemacht, unter seine Hundedecke).

Den Boden können wir nicht mehr richtig reinigen, ich putze täglich das Bad, wo er meistens hinmacht und vor allem seine Lieblingsstelle gründlich mit Essig pur.
Die Fugen an seiner Lieblingsstelle sind schon gelb und den Geruch bekommt man nicht mehr weg. (Deswegen müssen wir ja auch das Bad neu fliesen, lohnt sich aber erst, wenn er stubenrein ist).

Der Hundetrainer, der bei uns Zuhause war machte uns sehr wenig Hoffnung, er meinte es wäre schon fast aussichtslos, da er wohl nicht dementsprechend von seiner Mutter sozialisiert wurde und er in diesem Bereich einfach ein gestörtes Verhalten an den Tag legt.
Allerdings hat er uns auch davon aberaten ihn zu bestrafen, vorrausgesetzt wir erwischen ihn auf frischer Tat und das ist mehr als selten!

Langsam fällt mir halt wirklich nichts mehr ein!

xNorax
28.04.2004, 17:11
Hallo Joelina,

ich kann das verstehen, dass ist wirklich sehr stressig. Habt ihr einen Garten? Dann könntet ihr ihn erstmal draussen lassen. Hört sich vielleicht hart an, aber dann lernt er es vielleicht.

Andere Tips weiß ich wirklich nicht. Wie sieht es denn mit einem Tierpsychologen aus? Letztens kam doch so ein Bericht im Fernsehen und die eine Dame, die auf Hunde spezialisiert war machte einen guten Eindruck auf mich, aber nicht die die mit den Tieren gesprochen hat.

Viel Glück und Durchhaltevermögen

LG Nora

Patrixa77
28.04.2004, 17:37
Ja, den Bericht hab ich natürlich auch gesehen, dass war eine Hundetrainerin, und das haben wir ja auch schon gemacht, dass Problem ist allerdings, dass sie uns nicht wirklich weitergeholfen hat. Sie meinte ernsthaft, wenn der Hund es in seiner Kindheit, nicht von der Mutter gelernt hat sich selbst sauberzuhalten, nicht das Netz zu beschmutzen, fehlt im praktisch die Grundlage um stubenrein zu werden.

Man kann es ihm noch beibringen, allerdings nur über absolute Dominanz, Drohung und Bestrafung... Davon wollten wir nichts wissen, überall heisst es ja nur immer wieder: "Positive Verstärkung!"
Mittlerweile ziehen wir das aber in Betracht, nur die Frage ist wie?
Gibt es noch Alternativen?

Wir haben keinen Garten und selbst wenn, würde ich nicht wollen, dass der Hund dort hin macht.
Ich möchte, dass er nur draussen macht und dort nur im Gebüsch (was am Anfang ein riesiges Problem war, da er mitten auf den Gehweg gemacht hat), da kann ich ihn auch 100% beobachten und mittlerweile hat er es begriffen...

Übrigens wir gehen tagsüber einmal auf die Hundewiese für ein bis 2 Stunden und dann noch täglich weitere 2 bis 3 mal immer die gleiche Runde. Am Pipi-Gebüsch, dass er bevorzugt halten wir uns immer 20 Minuten auf, er hat also Zeit genug...

Bullebu
28.04.2004, 18:06
Mein Hund hat auch ziemlich lange gebraucht bis er stubenrein war. Aber so lange auch nich, ich würde schätzen er war mit 8 Monaten komplett stubenrein, also auch wenn er alleine war.
Aber bei ihm hat das positive verstärken nicht gereicht, das war unmöglich. Ich habe immer wenn ich ihn erwischt habe ein lautes drohendes nein und ihn dann gleich am Halsband gepackt und raus gesetzt. Hm und irgendwann hat er es dann kapiert und nun ist alles ok. Aber das hatten die ja manche vor mir auch schon geraten, daher weiss ich echt nicht was man tuen soll. Aber naja wollte dir halt schreiben das es bei mir auch gedauert hat bis es 100 % funktioniert hat.

Inge1810
28.04.2004, 19:57
Hallo Joelina,
was hat denn der Tierarzt alles untersucht? Mich macht es doch sehr stutzig, dass Dein Hund einfach laufen lässt, als würde er gar nicht merken, dass er muss. Bitte hol Dir noch eine weitere tierärztliche Meinung ein.
Was Dir gesagt wurde, glaub ich einfach nicht. Auch ein Bauernhofhund kann lernen stubenrein zu werden. Dauert halt entsprechend länger.
Bevor wir hier aber weiter Erziehungstipps geben, würde ich wirklich die gesundheitliche Seite nochmal abklären lassen. Vielleicht kann auch unser Zooplus-Doc was dazu sagen. Ich werd unabhängig davon morgen mal unsere Tierärzte zu ihrer Meinung befragen, ob es doch gesundheitliche Gründe sein könnten.
:cu:

Inge1810
28.04.2004, 20:09
Achja, nochwas. Bitte beschreib das Wesen Deines Hundes, ist er eher ein kleiner Draufgänger oder unsicher und ängstlich? Wie kommt Ihr sonst mit ihm klar und er mit Euch?
Grüsse

Patrixa77
29.04.2004, 01:05
Hallo und lieben Dank für die Antworten...

Also unser Hund ist ein Jack-Russel-Dackel Mischling, das sagt ja schon viel... :D
Er ist ein kleiner Wirbelwind, war kaum zu bremsen (mittlerweile findet er aber auch Ruhe).
Er ist anderen Hunden gegenüber aufgeschlossen, überhaupt nicht ängstlich und schon eher dominant, eben klein und frech und selbstbewusst.
Fremden Menschen gegenüber ist er misstrauisch und auch in unbekannten Situationen reagiert er nicht neugierig sondern eher ängstlich. Generell kann man aber nicht sagen, dass er ein ängstlicher Hund ist.

Er lernt sehr /zu? schnell, und wir hatten mit ihm nie im Geringsten ein Dominanzproblem, durch Spiel und Unterordnung lässt sich bei ihm viel machen...
Hatten einige Probleme mit z.B. Jagdtrieb und Kläffen, aber mittlerweile alles im Griff...

Wie kommt er mit uns klar? Also zu mir hat er eine sehr starke Bindung, er will immer bei mir sein, würde z.B. jedesmal gern mit mir Duschen. Wenn uns eine geschlossene Tür trennt jankt er und verfällt danach in Zerstörungswut.
Da er aber nie alleine sein muss, ist das nicht wirklich ein Problem.
Generell scheint er uns zu vertrauen, glaube ich... er kommt immer freudig auf uns zu, orientiert sich sehr nach uns, würde niemals mehr als 20 Meter von mir weggehen z.B.
Auch zu meinem LG hat er eine gute Beziehung und unsere Kinder liebt er, bei ihnen ist er der geduldigste Hund, obwohl er in allen anderen Bereichen eigentlich das genaue Gegenteil ist...

Unser TA hat ein komplettes Blutbild machen lassen, natürlich abgetastet und auch Ultraschall gemacht (Harnleiter) aber alles war top in Ordnung.
Er KANN ja auch einhalten, nachts z.B. über 10 Stunden.
Und er begibt sich manchmal in die normale Körperhaltung, aber nicht immer. Er lässt ja auch nicht ständig laufen, sondern sucht sich schon einen geeigneten Zeitpunkt aus.
Meiner Meinung könnte es daran liegen, dass wir immer eingeschritten sind, sobald er sich in die für´s Geschäft passende Körperhaltung begeben hat. Wahrscheinlich hat er das dann mit dem Pfui verknüpft und nicht die Tatsache, dass er gerade im Begriff war auf den Boden zu machen...

Bilanz von heute: Bisher nur ein Bach im Bad, das nenn ich Erfolg.
Es geschah als ich gerade in der Küche war, meinem Grossen ein Brot schmierte und den Kleinen gleichzeitig daran hindern musste den Müll umzuwerfen. Unser Hund darf nicht in die Küche, normalerweise lege ich ihn davor ab und er wartet aber er hat sofort gemerkt, dass ich total abgelenkt war und zack, einen Bach ins Bad gesetzt.
Übrigens als ich das Brot fertig hatte und wieder vor die Küchentür schaute, lag er da, als könnte ihn kein Wässerchen trüben... Er ist also schnell ins Bad gerannt, hat gepinkelt, ist wieder zurückgekommen und hat sich wieder hingelegt, genau da, wo ich ihn auch abgelegt hatte.
Eigentlich dürfte ein Hund nicht so klug sein...

Joelina

Inge1810
29.04.2004, 07:43
Guten Morgen Joelina,
danke erstmal für Deine Schilderung. Ich muss gestehen... bin ja kein Profi.... dass es mir noch schwerer fällt, Deinen Hund einzuordnen. ;) Er scheint von allem etwas zu sein. Hast Du schonmal drüber nachgedacht eine Art "Pinkel-Tagebuch" zu führen? Also kurz Situationen niederschreiben, in denen es passiert ist. Waren es Momente, in denen er keine Aufmerksamkeit bekam, gerade grosser Trubel herrschte, z.B. wenn Du grad mit einem Kind geschimpft hast oder anderes? Am Einfachsten wäre es natürlich, wenn Du Dir nochmal einen richtigen Profi suchst, der sich die Situation bei Euch genau anschaut und Dir dann sagen kann, auf welcher Position sich der Hund befindet (gute Profi`s gibt es nicht grad an jeder Ecke, ich weiss, also wird`s nicht leicht werden, die geeignete Person zu finden). Aus der Ferne ist es einfach sehr schwer. Was ich herauslesen konnte, ist, dass er mit massiven Mitteln seine Beachtung erzwingen möchte und mir kam die Idee, dass er verknüpft hat "pinkel o. kack ich, beschäftigt sich Frauchen sofort mit den Hinterlassenschaften und letztendlich auch mit mir". Du bist ja auch ständig um ihn herum, also könnte es sein, dass er sich für den Nabel der Welt hält? ;) Mein Hund war auch ein eher aufdringliches Exemplar und auch sie hat lange gebraucht sauber zu werden. Gelungen ist es erst, als ich die "mir wurscht Haltung" eingenommen hatte. Ich habe sie oft ignoriert, bin auf keinen ihrer aufdringlichen Annäherungsversuche mehr eingegangen. Klar, hat sie was angestellt, bin ich, wie ich beschrieben hatte auf sie zugestochen, knurrendes "NEIN" und hab sie dann sofort wieder ignoriert. Nach ein paar Minuten, wenn sie grad brav war, hab ich sie zu mir gerufen, kurz geknuddelt und dann wieder mein Ding gemacht. Hat sie gepinkelt und ich habs gesehen, wieder auf sie zu zu "NEIN", ansonsten hab ich erstmal ignoriert, auch wenns schwer fällt, die Pfütze ein paar Minuten so zu belassen und nicht gleich sauberzumachen. Sie sollte einfach kapieren, dass sich hier nicht alles um sie und ihre Pfützen dreht und nach ner Zeit hat`s gefruchtet. Vielleicht wäre es auch ganz gut, wenn Du mal am Alleinbleiben arbeiten würdest und zwar ganz langsam. Im Forum sind dazu etliche gute Tipps.
Vielleicht konnt ich Dir jetzt ein paar Hilfestellungen geben, wenn mir noch was einfällt, meld ich mich wieder.
Viele Grüsse

cheroks
29.04.2004, 10:19
Achtest du drauf seine Hinterlassenschaften nur dann weg zu machen, wenn er nicht dabei ist und es nicht sieht? Das ist auch ganz wichtig, damit er nicht denkt, hey sie findet das wohl ganz interessant was ich da mache!!!
Hast du mal über eine Hundebox nachgedacht, in den du ihn rein tust, wenn du ihn nicht im Blick haben kannst, oder anbinden?

Da er aber nie alleine sein muss, ist das nicht wirklich ein Problem
Ich würde es meinem Hund aber trotzdem auf jeden Fall beibringen. Ein Hund muss auch mit Frustrationen klar kommen können. Dein Hund zeigt durch sein gejanke und seine Zerstörungswut, dass er es überhaupt nicht einsieht, mal ausgeschlossen zu werden und damit nicht klar kommt.
Daran würde ich arbeiten!!!

Fütter ihn doch mal ab jetzt immer an seiner Lieblingspinkelstelle im Bad und danach mach die Tür zu damit er da nicht immer unbemerkt rein kann!

lg tina

ElkeG
29.04.2004, 12:24
Ich denke auch, er sollte es lernen, auch mal mit sich selbst zurecht zu kommen. Unser Westie (jetzt fast 9 Monate) muß eigentlich auch nie wirklich alleine bleiben. Natürlich wollte und will er auch ständig Aufmerksamkeit. Wenn wir aber nicht wollen, oder keine Zeit haben, dann wird er ignoriert und, wenn er zu aufdringlich wird, auch mal kurz weggeschubst (natürlich nicht grob, nur so, daß er merkt, daß sein Typ jetzt nicht erwünscht ist). Kurz schaut er zwar dann etwas beleidigt. Das legt sich aber immer und dann beschäftigt er sich entweder mit sich selbst oder legt sich hin und gibt Ruhe.

Ob die Unsauberkeit mit dem Bauernhof zu tun hat, weiß ich nicht. Unser Hund stammt auch aus einer Bauernhofzucht. Wir haben ihn mit 8 Wochen bekommen und er war ganz schnell stubenrein. Obwohl er in der Scheune, in der er untergebracht war, ja eigentlich auch überall hinmachen konnte.

Ich denke eher - wie vorher schon geschrieben - daß er so Eure Aufmerksamkeit erregen will. Scheinbar hat er gemerkt, daß es funktioniert, also praktiziert er es weiter.

Gebt Ihr ihm Leckerlies, wenn er draußen sein Geschäft erledigt? Das haben wir immer gemacht, denn Hunde sind ja durchaus auch bestechlich.

Inge1810
29.04.2004, 13:28
Hallo,
ich habe den "Fall" heute einer Kollegin erzählt, die sich schon etwas länger mit Hundepsychologie beschäftigt und..... ein riesiges :D war die Reaktion. Sie sagte "ein klasse Hund, gratulier ihr bitte". Und das tu ich hiermit, Joelina, Du hast einen tollen Hund und das meinte sie wirklich ganz ehrlich. Wie meine Vermutung und die von einigen anderen auch, war auch sie der Meinung, dass der Hund einfach zuviel Aufmerksamkeit erhält und das des Rätsels Lösung ist in Sachen Stubenreinheit. Nix mit Bauernhof etc.. Mein Hund kommt aus ähnlichen Verhältnissen und wurde auch sauber, weil ein Teil einfach angeboren, der Rest anerzogen ist. Der Vorschlag meiner Kollegin war auch, die Aufmerksamkeit in der Wohnung auf ein Minimum reduzieren und nach aussen verlegen, auch Übungen, Kopfarbeit, etc.. Das Wetter kommt Euch ja derzeit auch entgegen. In der Wohnung ist es für den Hund ab sofort langweilig, er wird weitestgehend ignoriert. Action gibt`s draussen. Der Tipp mit der Box von Cheroks ist auch nicht schlecht, aber langsam daran gewöhnen und nicht zulange. Ihr könnt ihn auch immer wieder mal auf seinem Platz (fester Platz, mit Körbchen, mit der er lernen soll "hier ist Ruhe angesagt und nichts als Ruhe") anbinden. Irgendwann wird er lernen, dass es keinen Sinn hat in der Wohnung einen auf "los, Ihr habt mich zu beachten, aber sofort, sonst zeig ich es Euch" zu machen. Ziel soll sein, dass er draussen seine Aufmerksamkeit bekommt, er macht draussen sein Geschäft und Auslastung ist auch draussen. In der Wohnung ist Erholung angesagt und keinen interessiert es, wenn er pinkelt, also kann er es auch bleiben lassen. Ein Hund wird immer das Verhalten wiederholen, mit dem er Erfolg hatte.
Viel Erfolg!

Inge1810
29.04.2004, 15:45
Achja, bevor Verwirrung entsteht, das "toller Hund" war auf seine Intelligenz bezogen, denn die stellt er mit seinen Aktionen unter Beweis, also auf, zeigt ihm, dass Ihr noch klüger seid als er und sein Spiel durchschaut wurde. :D

AnnaS
30.04.2004, 10:14
@ Nora:
Wie sollte der Hund lernen, dass er drinnen sein Geschäft nicht verrichten darf, wenn er draußen gehalten wird??? :?:

Zum Problem:
Ich kann gut nachvollziehen, dass es absolut nervig ist. Ich habe selbst eine "Protest-Pinklerin-und-Kackerin" zu Hause, und weiß, wie nervig es ist.
Stubenrein wurde bisher jeder Hund, und mein Tip wäre, die Stubenreinheit noch mal von Grund auf neu zu lernen.

Das heißt, wieder alle 2 Stunden raus (als Hausfrau und Mutter kannst du dir das ja durchaus so einteilen). Morgens gibts einen langen Gang, mittags und abends genauso. Dazwischen nur zum Pinkeln raus, so dass der Hund lernt, dass er nicht Extragänge zum Spielen bekommt, sondern wirklich nur für sein Geschäft.
Dann in der Wohnung machst du die Türen hinter dir zu, so dass er nicht unbeobachtet in einem Raum ist. Wie schon gesagt wurde musst du dann eben drauf achten und sobald es Anzeichen gibt, packst du den Hund und gehst runter.

Das alles erfordert natürlich wieder Unmengen von Geduld, aber ich würd es so mal probieren.
Und wenn doch was in die Wohnung gegangen ist, sofort gründlich reinigen, so dass selbst für die Hundenase keine Gerüche mehr vorhanden sind.

Gruß
Anna