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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin ich im Irrtum?



billymoppel
26.04.2004, 17:17
am wochenende im park bei meinen eltern folgende szene:
ich komme mit billy und moppel daher und sehe so eine art hunde-auflauf. ca. 6 hunde im kreis. beim näherkommen bot sich mir dann folgendes bild: ein welpe/junghund (rüde, ca. 6 monate) auf dem rücken, die anderen (rüden unbd hündinnen) über ihn gebeugt. keiner ging ernsthaft auf ihn los, aber mir machte die szene so einen eindruck wie "klassenkeile"
ich habe mich dann höflich eingemischt und gefragt, ob das denn sein müsste. erziehung eines welpen und zurechtweisung von älteren in allen ehren, aber doch nicht von einer ganzen meute! daraufhin wurde ich von allen - inklusive des welpenhalters - verständnislos angeschaut.
normalerweise sind in diesem park die hunde, egal ob groß oder klein, sehr gut sozialisiert, es waren auch ein paar bekannte hunde dabei, die ich bis dato für freundliche zeitgenossen hielt. es war kein lustiges spiel, die stimmung der hunde wirkte angespannt, was ich daran erkennen konnte, dass billy es sich gleich verniffen hat, hinzugehen und einen bogen außen rum gemacht hat. (moppel sowieso).
es schien tatsächlich ein kollektives phänomen zu sein, vielleicht aus einem übermütigen spiel entstanden und umgeschlagen.
ist meine dauffassung da falsch, dass man die älteren dann entfernen sollte, denn was soll der kleine denn daraus lernen? dass mobbing spass macht? der muss doch todesängste ausgestanden haben!?
ich schreite auch nicht ein, wenn billy sich mal einen junghund (bei richtigen welpen macht er sich vom acker, die sind dem alten herrn zu anstrengend) mal freundlich (!) und und bestimmt zurecht weist, aber dann soll er es in dem moment tun, wo der andere grenzen überschreitet, die er in zukunft einzuhalten hat und sich nicht dabei mit hinz und kunz verbrüdern.

lg
bettina

sporty
27.04.2004, 15:34
oh man,

ich find die situation mehr als skandalös :eek:

wir haben unsere welpen nur mit wenigen großen hunden spielen lassen und dann auch nur kurtz. diese hunde mussten ruhig, sozial und uns gut bekannt sein. weil welpen eben noch geistig und körperlich unterlegen sind.

schon traurig genug, dass die großhundebesitzer sich so verhalten haben, aber als welpenbesitzer hätte ich mich da durch geschlagen und schleunigst meinen hund daraus geholt.

man kann nur hoffen das der welpe das gut wegsteckt.

nicole

d4rk_elf
28.04.2004, 13:39
Also ich hätte unseren Weplen da auch sofort rausgeholt. Da lernt der Hund nichts bei sondern reagiert demnächst in solchen Situationen einfach nur ängstlich.

Wir hatten mit unserem dicken Glück, der hat sich als Welpe auf alles gestürzt und hat sich nie etwas gefallen lassen.

Ihm war egal wie gross die Hunde waren, und heute geht er mit kleinen Hunden extrem vorsichtig um, dafür das er sonst so ein Rüpel ist. *g*

sandinchen
29.04.2004, 20:32
Mobbing unter Hunden ist ja nichts ungewöhliches...
Aber auch ein erwachsener gemobbter Hund gerät doch sehr schnell in Stress, wenn auch nur 2 Hunde sich gleichzeitig mit ihm "beschäftigen". Für einen Welpen ist so eine Situation sicher nicht fördernd. Ich hätte den kleinen da auch raus geholt. :rolleyes:

Ekle
30.04.2004, 10:21
Hallo,

ohne den Hergang zu kennen, würde ich keine Schlußfolgerungen ziehen.

Vor vielen Jahren haben wir uns mit mehreren Eurasierbesitzern regelmäßig Sonntags zum Spaziergang getroffen. Wir hatten hauptsächlich Rüden, gelegentlich waren 1 oder 2 Hündinnen mit dabei.

Unsere Rüden waren ein eingespieltes Team. Man kannte sich, jeder wußte wo er stand. Auf den ersten Blick hätte man allerdings der Meinung sein können, keiner würde sich um den anderen kümmern.

Eines Tages kam ein fremder Eurasierrüde zu Besuch und meinte gegenüber einem unserer Rüden den Macker rauskehren zu können. Eine zeitlang blieb es bei Geplänkel, aber der fremde Rüde ließ nicht locker. Schließlich ging er auf den "einheimischen" Rüden los. Wie auf ein Geheimsignal kam die ganze Meute daraufhin angeschossen und hat sich gemeinschaftlich auf den fremden Rüden geschmissen. Es bot sich nur noch der Anblick eines sich wild prügelnden Hundehaufens. Für die zufällig vorbeikommenden Spaziergänger muß sich ein Bild des Horrors geboten haben: "Hundekampf". Und die Besitzer stehen tatenlos daneben.

Ganz im Gegenteil haben einige von uns auch noch herzhaft gelacht. Aber das hatte einen anderen, für aussenstehende nicht erkennbaren Grund. :D

Fazit: Nicht immer ist alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Und Hunde sehen viele Dinge ganz anders als wir Menschen.

Viele Grüße Ekle

malamute
30.04.2004, 10:57
Ich hätte meinem Welpen ebenfalls dort schleunigst rausgeholt. Unsere Huskydame ist jetzt sechs Monate alt und hat auch schon zweimal "Prügel" bezogen von dem älteren Rüden wenn sie zu frech wurde. Aber das war dann kurz und bündig und ne viertelstunde später wurde wieder friedlich miteinander gespielt.

Auch in einer Welpenschule wo wir einmal waren, war es üblich die Welpen einfach mache zu lassen. Das ein Fünf Monate alter Mastiff dauernd einen kleinen Schäferhundmix traktierte, der schreiend durch den auslauf raste, wurde hingenommen. Welpen müssen sich halt wehre lernen. Als Trixie einen kleinen Dackel die ganze Zeit dominierte und ich eingriff, bekam ich von der Dackelhalterin das gleiche zu hören: Der muss sich wehren lernen.
Ehrlich gesagt, der lernt sich nicht zu wehren, der lernt eher das andere Hunde wehttun und wird ängstlich oder aggressiv, oder beides zusammen.

sandinchen
30.04.2004, 13:06
@ Ekle
Also die beiden Situationen kann man doch nicht wirklich miteinander vergleichen oder? Bettina sprach von einem Welpen.
Ich finde man sollte bei Hunden prinzipiell versuchen, dass sie gar nicht erst lernen, dass Aggression zu Erfolg führt. Wenn der fremde Eurasier zu meiner Hunde-Gruppe gestoßen wäre und ich hätte gemerkt es liegt Spannung in der Luft, dann hätte ich ihn persönlich verjagt. Es ist nicht die Aufgabe meines Hundes, dies zu tun. Ich bin der Rudelführer, ich erledige sowas.

So eine Situation wo ein fremder Hund zu einer Gruppe dazu kommt, sollte immer "überwacht" werden. Denn da entwickelt sich manchmal eine Dynamik, die nicht mehr so schön ist, für den "Eindringling".

@ Malamute
Da bin ich deiner Meinung.
Der Sinn einer Welpengruppe sollte doch darin bestehen, dass die Hunde lernen, sorgsam miteinander umzugehen. Sprich, wenn ein Welpe zu rüpelig wird, dann nehm ich ihn weg und er lernt: Wenn ich zu grob bin ist der Spaß für mich vorbei.

Diese "der Hund soll lernen sich zu wehren" kann auch ganz schön nach hinten los gehen.

Und auch in Hundegruppen gibt es erwachsene "Aufpasser", die bei Bedarf mal dazwischen gehen. Klar, man soll seinen Welpen nicht betüdeln, aber man muss auch nicht zusehen, wenn der die Hucke voll kriegt. Er verlässt sich schließlich auf uns.

Winni
30.04.2004, 13:21
Hallo,
also ich hätte meinen Welpen ( und auch meine inzwischen 13 Monate alte Hündin) da raus geholt.
Wir haben für eine gute Sozialisierung eine Welpenstunde besucht.
Bei uns sind freundliche erwachsene Hunde mit in der Welpengruppe die meistens eingreifen wenn die Welpen zu wild werden. Und die Besitzer sind angehalten, auf ihre Hündchen aufzupassen. Wird einer zu "böse" greift ihn der Besitzer (und nicht irgendein Trainer) kurz im Nacken, sagt "Nein!" und der Welpe darf weiterspielen.
Funktioniert prächtig. Mein Hund ist immer noch in der Gruppe, jetzt als "Kindergärtnerin":D
Ich würde jedem empfehlen sich solch eine Gruppe zu suchen wenn die üblichen Gassibekanntschaften immer nur sagen: die machen das unter sich. Das kann wirklich schief gehen.

Gruß

cheroks
01.05.2004, 18:28
Mädels ein Hund von 6 Monaten ist doch kein Welpe mehr;)

Ich würde sagen,es kommt ganz drauf an was vorher passiert ist. Ich würde meinen jungen Hund sicher als letzte ins Messer rennen lassen, aber ich habe auch schon erlebt, das ein Hund es "verdient" hat., selten allerdings mit 6 Monaten.

Ich würde aber trotzdem meine Hunde aus einem tobenden Mob rausrufen, da ich so eine Gruppendynamik nicht ganz ungefährlich finde.

lg tina

sandinchen
01.05.2004, 18:39
6 Monate? Das hab ich gar nicht gelesen. :?:

malamute
01.05.2004, 19:30
wenn du meine meinst, sie ist jetzt sechs monate alt, damals war sie drei oder vier monate alt (sorry, doof beschrieben)

sandinchen
01.05.2004, 23:18
Nee, ich meinte die von Bettina beschriebene Situation. Es macht natürlich nochmal einen Unterschied ob Hunde einen vielleicht 12 Wochen alten Welpen mobben oder einen halbjährigen Hund.
Wobei ich aber natürlich in beiden Fällen der Meinung bin, dass man den Hund nicht so lang "allein" lassen muss, bis er sich richtig gezwungen fühlt, sich zu wehren. Was soll er denn noch mehr tun, als sich unterwerfen...