PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage an die Husky-Leute: Bindung zum Menschen



sandinchen
17.04.2004, 17:25
Hi ihr Husky-Halter und Rinnen. :D

Ich habe eben unterwegs eine Huskyhalterin getroffen, deren Hündin ein Masterplus (Sprayhalsband) trug, weil sie jagt.
Die gute Dame hatte auch eine Pfeife dabei. Wir gingen noch mit drei anderen Hunden zusammen weiter. Ich hatte also die Möglichkeit, meine Fragen die mir auf der Zunge brannten zu stellen.
Sie konnte mir auf meine Frage, wie sie die Arbeit mit der Pfeife aufgebaut hat keine Antwort geben. Sie meinte, sie sei ja immer mit dem Hund zusammen, die wüsste das schon, dass sie beim Pfiff kommen muss.
Naja, während des Spaziergangs stellte sich heraus, dass der Hund es nicht weiß. Keines der Pfeif- oder Wortsignale wurde bis zum Schluss ausgeführt. Frauchen pfiff, einmal, zweimal, dreimal, dann rief sie noch...der Hund reagierte nicht, freute sich vermutlich nur, dass Frauchen sich immer wieder mal meldet. :D Ihr wisst was ich meine.

Ich erzählte dann ein bißchen, dass man Kommandos nicht zig mal wiederholen sollte und dass man sie richtig aufbauen muss, damit der Hund auch weiß, was er tun soll... und sie meinte dann nur, sie wolle keinen perfekt dressierten Hund. Naja, aber ein Sprayhalsband am Hund...:rolleyes:

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage:
Die Frau sagte mir auch, dass Huskys sich nicht wie andere Hunde an ihren Menschen binden würden.
Kann mir mal bitte jemand sagen, dass das Käse ist. Ich glaube das nicht!!! Wenn ich mir ein Rudel Husky halte, ja, das ist was anderes. Aber ein einzeln gehaltener Husky...:?:

Ivonne
17.04.2004, 19:39
Hi,

mit mir haste zwar bestimmt nich gerechnet und ich bin ja auch nich DIE Huskyexpertin aber durch den ganzen Akimo-Hickhack hab ich jetz doch ne Menge dazu gelernt. Von Layla mal ganz abgesehen... :D

Vor allem hab ich gelernt, Husky + Hund sind zwei völlig verschiedene Welten. Dies hab ich auch ausnahmslos von Huskyleuten bestätigt bekommen.
Ich hab zum Beispiel auch gehört: Ein Husky bindet sich an den, der grad da ist, sofern er denn in ihren Augen geeignet erscheint.

Dementsprechend red ich jetzt ausschließlich von den beiden :D

Huskys binden sich schon. Aber auch nur solang, bis es was interessanteres gibt und sie meinen, der Sache nachgehen zu müssen.

Layla hat schon ne gute Bindung zu Sascha (und wenn ich da bin auch zu mir) - drinnen im Haus *lach* Draußen hat sie einen gewissen Grundgehorsam und sie läuft auch ohne Leine.
Der Jagdtrieb ist weit ab vom Wald gut unter Kontrolle, da passiert nix. Am Waldrand siehts schon anders aus, aber damit kann man ja leben und sich dementsprechend verhalten.
Mit gewissem Grundgehorsam meine ich, das die gängigen Kommandos so grad sitzen. Es reicht grade aus, aber etwas wiederholen liegt ihr absolut nicht. Da fängt sie an rumzukaspern und dann haste verloren.

Ich hab versucht, ihr ne kleine Trickkiste beizubringen *lach*
Weiter als Pfotegeben bin ich noch nich gekommen :D :D

Und wenn Du dann einen komplett unbedarften Hundehalter da hast, der hat mitm Husky meiner Meinung nach schon zu kämpfen.

sandinchen
17.04.2004, 20:07
:D Nö, gerechnet nich, aber macht ja nüscht.

Also, dass Huskys anders sind als andere Hunde, das hab ich auch schon oft gehört. Ich denke es trifft auch zu, was die Erziehbarkeit betrifft. Aber man hört ja auch von anderen Rassehundhalter solche Aussagen. Jeder Hund ist da eben einzigartig in seiner Art. ;)

Mir ging es jetzt speziell um die Frage der Bindung.
Die Frau meinte, wenn ihre Hündin abhaut und sie sie nicht sucht, sondern eben sich auch einfach verkrümelt, dann schließt die Hündin sich einfach dem nächsten an, der ihr über den Weg läuft. Sie sucht ihr Frauchen nicht. Ich kann bei Daxi sehr viel über die Bindung erreichen. Wenn er mich nicht mehr sieht, dann sucht er mich. Das würde bei ihrer Hündin nicht gehen, sagte sie.
Ich denke mir, dass es immer (einzelne) Hunde gibt, die gern allein auf Tour gehen und die Ruhe weg haben, wenn ihre Bezugsperson ausser Sicht ist. Oder die für Stunden sogar durch die Gegend spazieren. Ich denke es hat aber auch viel mit dem Großwerden des Hundes zu tun. Wie wurde er gehalten etc.

Und ich will jetzt wissen:
Kann man sagen, dass alle Huskys so sind. Sich nicht drum kümmern wo Frauchen/Herrchen bleibt und die auch nicht suchen. :confused:

billymoppel
18.04.2004, 09:12
moin sandra,
ich kann nur mit einem beispiel dienen - zwei husky-damen, die zusammen gehören und die ich gelegentlich treffe. ihr verhalten ist sofern völlig normal, als sie absolut typisches jagdhundverhalten zeigen: sie streunen mit billy dann immer irgendwo (aber sichtbar) in der gegend rum, stets in der erwartung guter gerüche und auf der suche nach einer einer fährte, was dort nicht möglich ist, weil nix vorhanden (erfahrungswerte) - aber man soll ja als jagdhund die hoffnung nicht aufgeben :D notfalls schnuppert man mäusen nach. herrchen wird aber immer im blick behalten - und so wie herrchen sich langsam verlangert, verlangern sie sich auch.
natürlich ist ihr jagdtrieb nicht wirklich kontrollierbar (wie der von billy auch nicht, aber da ist null husky drin, vermutlich), jedoch nach aussage ihres herrchens tun sie dann, was jeder jagdhund tut: man ist nach angemessener zeit (10 min längstens) zurück und ist dann auch froh, wieder da zu sein..
zu hause sollen sie sehr brav und fügsam und schmusig sein - auch typisch jagdhund.
ich vermag an diesen beiden nicht ungewöhnliches entdecken, natürlich haben sie draußen ein gewisses distanz-verhalten, was aber nicht mit mangelnder bindungsfähigkeit zu tun hat, das sind doch völlig verschiedene schuhe.
man muss natürlich als halter in der lage sein, mit eigenständigkeit zurecht zu kommen, sie tolerieren zu können und auch in einer gegend wohnen, wo dieses verhalten aufgrund der gegebenheiten tragbar ist, sonst wird man unglücklich und redet sich ein, man hat einen hund, der anders ist als andere :D
wir leben ja alles in allem recht ländlich, mit relativ hoher jadghund-dichte, da hat das der husky-halter nicht nötig :D

lg
bettina

changale
18.04.2004, 12:04
Hallo ihr Lieben,

das Huskys sich nicht an ihre Menschen binden ist natürlich schwachsinnig, aber selbstverständlich gibt es welche die es mehr tun und andere die es weniger tun. Und das Huskys etwas anders sind als andere Hunde liegt meines Erachtens an ihrer "Eigensinnigkeit". Wenn ein Husky etwas nicht tun will, dann kann man Himmel und Hölle in Bewegung setzen und trotzdem wird er es nicht tun...

Unsere beiden sind im Hause total an uns gebunden, absolut schmusig, hören auf jeden Befehl etc. aber wenn es raus geht und sie etwas interessanteres als uns sehen (eine Taube, ein Kaninchen, eine Ratte, etc.), dann ist ihre gute Bindung zu uns und ihre Erziehung vergessen und ihr Jagdinstinkt kommt in Aktion. Wenn die beiden dann nicht an der Leine sind, sind sie erst einmal für eine gewisse Zeit "verschwunden". Sie kommen allerdings von selbst wieder und würden sich nicht dem nächstbesten an die Fersen heften.

Huskys sind sehr eigensinnig was ihre Erziehung angeht. Meistens lernen sie nur die Befehle etc. in denen sie einen Sinn sehen. Trotzdem kann man mit Sicherheit auch ohne Sprayhalsband so erziehen, dass sie "einigermaßen" hören und abrufbar sind. Es liegt halt am Halter und wieviel Einsatz man in die Erziehung steckt. Schleppleinentraining wäre zum Beispiel eine gute Möglichkeit...

Liebe Grüße :cu:
Petra & die Husky-Rasselbande

Ivonne
18.04.2004, 12:07
Sandra, mir is schon klar, worum es Dir ging, aber ohne Bindung kein Gehorsam :D :D

sandinchen
18.04.2004, 18:06
Ich sehe schon...
das mit der Bindung bei einem Husky ist vermutlich so wie mit der Kinderliebe eines Golden Retrievers. Es kommt wohl immer auf den einzelnen Hund an.

Ich meine, klar, ein Husky hat vermutlich mehr Interesse an seiner Umwelt und an den jagbaren Tierchen, als beispielsweise ein Basset... Aber ganz pauschalieren kann mans dann wohl doch nicht, oder?

Naja, ich fand die Frau eben nicht sehr hundeerfahren und die Sache mit der Bindung wollt ich ihr einfach nicht abkaufen. :D

Samuel
18.04.2004, 21:58
"Der Husky" ist definitiv ein Hund. Somit ist er natürlich auch zu sozialen Bindungen (auch zu Menschen) fähig.
Man sollte nur mit Verallgemeinerungen vorsichtig sein. Welchen Husky meinst du?
Alaskan Husky? Siberian Husky?
Wärend es beim Siberian recht verschieden Blutlinen gibt (Kuchin, Zero, Alka-Shan, Sepp-Alta, Vargevass...) ist der Alaskan Husky ein der Regel sowieso "wild gemixt". Leistung vor dem Schlitten ist alles was bei der Zucht zählt. Sehr viele Rassen wurden und werden immer wieder eingekreuzt (Deutsch-Kurzhaar, Pointer, Setter und diverse Andere). Hier also von "einheitlichen" Hunden sprechen zu wollen halte ich für gefährlich.
Wenn wir hier also von einem echten Gebrauchshund sprechen, bei dem die Selektion auf einen unbändigen Willen zum Laufen, Ausdauer, eine geeignete Anatomie, dichtes Fell, Gesundheit, Genügsamkeit, Verträglichkeit mit anderen Hunden und natürlich zum Menschen liegt. Dann sollte man davon ausgehen, daß auch Wert auf eine Bindung zum Menschen Wert gelegt wird. Wie sollte man sonst mit ihnen arbeiten?
Das sie aber im Allgemeinen, bei ihrem Ursprung, allerdings die Art von "angeborener", völliger Bindung aufweisen wie es z.B. für Wach- oder Hütehunde angestrebt wird ist dann doch eher unwahrscheinlich. Aber auf Grund ihrer Verschiedenartigkeit bei "nicht zuchtrelevaten" Eigenschaften wird die Bandbreite von *sehr führig* bis *eher selbständig aber arbeitbar* reichen.
Wir haben Beispielsweise einen Siberian auf dem Platz, der sich recht gut bindet. Besser als einige Vertreter anderer Rassen.
Bei der Bindung sind beide Seiten zu betrachten. Häufig findet man den Grund für einen Mangel dann recht schnell. :D

billymoppel
18.04.2004, 23:38
:D
was mich an deinen ausführungen aber interessieren würde: was verstehst du unter "bindung". letztlich ist das doch eine recht allgemeine floskel, von der 15 hundehalter 15 auslegungen vorbringen und die gern strapaziert wird.
für mich ist bindung eine sache, die auf der emotionalen ebene stattfindet, sprich "auf der selben welle schwimmen", sich nah sein, liebe beiderseits. (dass meine hunde mich lieben, daran zweifle ich nicht eine minute), das unsichtbare gummiband eben. bindung ist für mich jedenfalls nicht deckungsgleich mit gehorsam (den anklang meinte ich aber bei dir herausgelesen zu haben), wobei natürlich gehorsam nicht ohne bindung denkbar ist und bindung sicher auch erst durch das einhalten von regeln (und zwar beiderseits) entstehen kann. sprich: nur weil man hund in der einen oder anderen situation den gehorsam verweigert, wage ich auch dann nicht an seiner bindung zu mir zu zweifeln, ich erwarte und bekomme selbiges von meinem hund; mache ich einen fehler (und ich mache sicher viele, weil auch nach mehr als fünf jahren mein "hündisch" zu wünschen übrig läßt :D), geht an seiner bindung zu mir auch kein lack ab.
unter bindung verstehe ich auch nicht unbedingt akute nähe, komischerweise fühle ich mich meinem (jagd)hund am meisten verbunden, wenn ich ihn glücklich weiß. wenn er beispielsweise 50m von mir entfernt auf einer wiese mit der nase am boden rumwuselt und mit strahlendem blick und grinsen in jeder pore zu mir herüberschaut und ich genauso sicher weiß, dass er nur mit mir (oder männe) dort sein will und allein nicht eine sekunde spass hätte. meine hunde hatten, dank umsichtiger zeitgenossen, die gern unverschlossene hoftore öffnen, schon oft die gelegenheit, allein einen ausflug zu machen - nicht einmal ist einer gegangen, nicht mal meine lieber billy, der mit mir zusammen gern mal seine eigenen wege geht. das ist für mich bindung.
als jurist finde ich jedenfalls, dass die gern strapazierte "bindung" nach auslegung schreit. :D

lg
bettina

sandinchen
19.04.2004, 09:00
Der Hund war ein Sibirian Husky. Welche Linie? Keine Ahnung. :rolleyes:

Mein Hund jagt ja selbst. Und im Rausch seiner Jagdlust kommt es auch vor, dass er aus meinem Sichtkreis verschwindet (ja, 'türlich, wir arbeiten dran :D).
Unter Bindung verstehe ICH, dass mich der Hund anschließend wieder sucht. Gehorsam etc. bringe ich zunächst mal gar nicht damit in Verbindung. Denn das ist ja auch immer eine Frage dessen, was ich von meinem Hund bisher verlangt habe. Also wenn ich nie Gehoram einfordere, kann er Hund trotzdem stark gebunden sein.
Beispiel:
Ein "Punk" in unserer Stadt hat zwei Hunde. Ihre einzigste Regel: An der Straße stehen bleiben. Sonst verlangt er nix. Sie weichen ihm nicht von der Seite.

Ich glaube dass auch Jaghunde, die sich mal für ein paar Stunden rumtreiben stark an ihre Menschen gebunden haben können. Sie schauen vermutlich einfach nicht auf die Uhr. :D
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Huskys sich nicht drum scheren, wo sich ihre menschliche Meute aufhält und sie einfach mit dem nächsten der da daher kommt eine Bindung eingehen.
So jedenfalls klang die Aussage der Frau. So sinngemäß: Ihrer Hündin sei es egal, wo Frauchen sich aufhält. Das find ich irgendwie nicht "normal" für eine Mensch-Hunde-Beziehung.

Oder hab ich da jetzt ne rosarote Brille auf? :?:

Bidi007
19.04.2004, 13:43
Hi Sandra,
vielleicht hat sich die Frau einfach ein bißchen blöd ausgedrückt:rolleyes: ! Wenn Buffy mir abhaut (was selten passiert da sie eigentlich immer an der Leine ist), dann ist sie auch 2-3 Stunden unterwegs. Anfangs kommt sie immer noch mal in meine Nähe (aber nur so nah, dass ich sie nich erreichen kann), wenn sie aber merkt, dass ich in ihren Augen zu dusselig bin, mich an der Jagd zu beteiligen, dann geht sie auch allein! Sie weiß, sie kann es, und ist beim jagen unheimlich sicher und selbstbewußt (wobei sie sonst in Alltagssituationen ein eher unsicher Hund ist)! Dann macht sie ihr Ding, und wenn sie fertig ist (kann wie gesagt 2-3 Std. dauern) kommt sie zurück! Weil unsere Bindung schon da ist, denk ich, ich aber in manchen Momenten für sie kein guter Rudelführer bin. So eben wie beim jagen! Die Häschen werden auf nem sibernen Teller präsentiert, und Frauchen ist viiiel zu dusselig, sich zu bedienen!
Ich hoffe du verstehst was ich damit sagen will, manchmal fällt es schwer, die Gedanken in verständlich Sätze zu packen:rolleyes:

LG Bidi und Buffy-die Jägerin

Rüsselterriene
19.04.2004, 15:51
@ Bidi:
Du meinst bestimmt Dämönchen und nicht Häschen, oder? :D

Die Bindungsdefinition würde mich auch mal interessieren.
Ich kann mich erinnern früher mal 6 Stunden und mehr durch die Wälder gezogen zu sein, ohne das meine Mutter wußte wo ich mich aufhielt.
Sie mochte das nicht und ich bin immer wieder nach Hause gekommen.

Trotzdem möchte ich meinen, wäre meine Mutter spannender als der Wald gewesen (in den Zoo, Eisessen, Baden gehn), ich wäre ihr nicht von der Seite gewichen.

Meint ihr nicht, ein Hund hat nur soviele "Hobbies" wie er braucht?

Anke :?:

sandinchen
19.04.2004, 16:12
@ Bidi
Ich versteh genau was du sagen willst.
Bei meinem Hund kommt dann noch die Komponente dazu: "Kucken wir mal wie Frauchen heute reagiert!"
Kommt mir zumindest so vor. Frechdachs, der! :D

@ Anke
Ich bin früher auch immer durch die Wälder gezogen. Meine Mutter mochte das auch nicht. Weil sie 1. immer Angst um mich hatte und weil ich 2. immer so dreckig war, dass der Dreck für eine Großfamilie gereicht hätte! :wd: :D

Erklär mir das mit den Hobbys mal. :?:

Rüsselterriene
19.04.2004, 17:00
Naja der Hund holt sich, was zuhause fehlt!

Oder nich?

Anke

Dagi
19.04.2004, 17:48
Hm...Hobbys...Bindung...ich kann das ja jetzt nur mal vom Dackel sagen :D
DAS Problem Nr. 1 bei Dackeln ist: abhauen. Sind halt so. Trotzdem haben sie eine starke Bindung zu ihrem Menschen (sind wirklich tolle Familienhunde), kann ich bei Amy mit Sicherheit sagen, sehe ich auch bei anderen Dackeln so.
Ich weiß nicht, ob man es mit ihrer selbständigen Arbeit erklären kann, damit, dass sie ja eigentlich als Killer gezüchtet sind, erlebt hat es aber schon fast jeder Dackelbesitzer mal. Mir persönlich graut vor dem Tag heute schon und hoffe, dass er bei uns doch nie kommt.
Sie wird beschäftigt, sie darf buddeln (auch nach Mäusen ;) ), wir spielen Jagd-Beute-Ersatzhandlungen, ich fordere sie geistig, wir wechseln die Tempi, wir machen jedenfalls Zuhause wie Draußen so allerhand. Trotzdem merke ich, wenn sie 'ne Spur aufnimmt würde sie am liebsten hinterher...und vielleicht will sie "ihr Abenteuer" auch eines Tages ausprobieren. Und wenn sie es dann doch tut würde ich aber niemals an ihrer Bindung zu uns zweifeln, denn ich weiß definitiv, dass diese Bindung existiert.
Ja, was ist für mich Bindung? Dass einem das Herz weh täte, wenn der andere weg wäre, man selber leiden würde, wenn es dem anderen schlecht geht, dass man sich auch wortlos versteht, dass man gerne mit dem anderen Spaß hat, dass man zusammen lachen kann, dass man sich mit-freut, wenn es dem anderen gut geht und dass sich einer am anderen stark orientiert und einer den anderen respektiert als das, was er ist - und das alles auf Gegenseitigkeit. Man fühlt sich eben mit dem anderen auf einer gewissen Ebene verbunden...

:cu: Dagi, die auf einmal ganz sentimental wird :cool:

Rüsselterriene
19.04.2004, 18:01
Dagi, das passt nicht zusammen!

Du stimmst mir zu, das Bindung was Gegenseitiges ist?

"Dass einem das Herz weh täte, wenn der andere weg wäre"
Wenn der Hund losläuft denkt er das nicht.

"dass sich einer am anderen stark orientiert"
Tut der Hund das, wenn er abhaut?

"alles auf Gegenseitigkeit"
Wirklich? Ist das nicht nur die menschliche Seite?

Anke *weiss nich*

Maggie_HH
19.04.2004, 18:20
Ich denke Bindung ist sowas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl, ein Rudelempfinden. Der Hund weiß wer zu seinem Rudel gehört und schließt sich an. Wie genau Hunde das nun sehen, kann ich ja leider nicht sagen, aber so in etwa könnte ich mir das vorstellen.

Bidi007
19.04.2004, 21:06
Original geschrieben von Rüsselterriene
@ Bidi:

Die Bindungsdefinition würde mich auch mal interessieren.
Ich kann mich erinnern früher mal 6 Stunden und mehr durch die Wälder gezogen zu sein, ohne das meine Mutter wußte wo ich mich aufhielt.
Sie mochte das nicht und ich bin immer wieder nach Hause gekommen.

Trotzdem möchte ich meinen, wäre meine Mutter spannender als der Wald gewesen (in den Zoo, Eisessen, Baden gehn), ich wäre ihr nicht von der Seite gewichen.

Meint ihr nicht, ein Hund hat nur soviele "Hobbies" wie er braucht?

Anke :?:

Hallo Anke!
Stimmt schon, darum lerne ich jeden Tag mehr und mehr dazu, wie ich meinen Hund sinnvoll beschäftigen kann!
Ich hoffe, es wird eines Tages so weit sein, dass sie mr nicht mehr abdüsen würde,wäre sie ohne Leine! Das wir beide zusammen unseren Weg finden. Es gab Momente, wo ich ernsthaft überlegt habe, ob es richtig war so einen Hund zu nehmen(sie ist ein Straßenhund), und ob ich überhaupt der richtige Mensch für meinen Hund bin! Schließlich bin ich bei meiner Trainerin gelandet, die hat mir gründlich den Kopf gewaschen, und nun wird der Kopf nicht mehr so schnell in den Sand gesteckt und ich lerne wie gesagt jeden Tag ein bißchen mehr! Buffy scheint es zu gefallen, doch ich denke es braucht auch seine Zeit, um Verhaltensmuster (die wohl jeder irgendwie hat) zu verändern!

LG Bidi und Buffy-die gerade von der gemeinsamen Dummyjagd zurück sind!:cu:

Dagi
19.04.2004, 22:06
Hey Anke,

ich habe ganz klar unterschieden, dass -zumindest was meinen Hund betrifft und ich weiß es von anderen Dackeln- das Abhauen und Bindung nix miteinander zu tun hat. Und dann habe ich allgemein gesagt, was ich unter Bindung verstehe ;)

in dem Moment, wo der Hund wegläuft "blutet" ihm sicherlich nicht das Herz, aber der Moment kommt, wo er merkt, da fehlt was und anfängt entweder auf der Spur zurückzulaufen oder auch jämmerlich zu leiden bei Hunden die das nicht können(soll es ja auch geben?).
Ich bin überzeugt, dass der Moment kommt, wo der Hund seinen Menschen dann unglaublich vermisst und auch, hm, traurig ist.

Und das Herz blutet Amy ganz sicherlich, wie ich wöchentlich beobachten kann, wenn Jörg verreist. Wenn der schon den Koffer holt überkommt diesen Hund eine "Schwere", sowas hab ich vorher noch nicht gesehen. Als sie noch jünger war hat sie immer, kurz nachdem Jörg mit Koffer weg war, erbrochen, SO arg war das für sie. Nach und nach hat sie sich daran gewöhnt, so dass sie zumindest nicht mehr erbricht...aber schlimm ist es für sie -und übrigens sogar für unsere Katzen- immer noch. Komisch, ich find das eigentlich gar nicht so übel...*gg*

Mit dem "am anderen orientieren" hab ich jetzt auch nicht auf diese "Abhau-Situation" bezogen, wie gesagt, ich persönlich hab es ja so auch noch nicht erlebt. Ich meinte generell darauf bezogen, was für mich Bindung bedeutet. Dabei meinte ich mit orientieren, dass Hund von mir lernt, ich aber auch 'ne ganze Menge durch meinen Hund lerne, also, dieses gegenseitige "Zusammenwachsen".

Im übrigen glaube ich nicht, dass der Hund "denkt" sondern in seiner Sinneswelt "fühlt". Ist natürlich auch schwer, das in menschlichen Worten auszudrücken, was ich meine :D

Was die Gegenseitigkeit betrifft: natürlich jeder in dem Maß und der Art und Weise wie es ihm möglich ist, wobei ich die Bindung vom Tier zum Menschen als "reiner" und "ehrlicher" emfinde, als die vom Mensch zum Tier, zumindest bei vielen Haltern, wo man sieht, sie halten sich den Hund aus Prestigegründen oder anderen Gründen ohne ehrliches Interesse an seinen Bedürfnissen und am Tier selbst zu haben.

Äh, ist das jetzt irgendwie klarer geworden, was ich meine? :?: :D

:cu: Dagi & Amy

Rüsselterriene
19.04.2004, 22:21
Dagi, ich will ja gar nix unterstellen,

ABER:
Ich seh die Hund-Mensch in dem Fall wie Chef und Angestellter.
Man würde nie kündigen, fühlt sich suuuuper wohl, vermisst auch mal...
Aber geht doch ab und zu seiner eigenen Wege.

Vielleicht liegt es daran, das manche Hunde viel zu sehr "Spezialist" sind, als nur zum Kaffetrinken vorbeizuschauen?

Anke *weiss es immernoch nich*

Dagi
19.04.2004, 22:51
Anke, ich glaube Du versuchst Unterschiede zu sehen -für mein Empfinden- in Bereichen, die sich doch gar nicht widerpsrechen. Wieso soll denn meine Empfindung von Bindung sich nicht mit der Chef-Angstellten-Sicht verbinden lassen?
Du drückst es doch grad selber aus: Man würde nie kündigen, fühlt sich wohl, vermisst auch mal und geht ab und an seine eigenen Wege. Ja, genau das hab ich doch beschrieben? Deswegen hat man doch trotzdem eine intensive Bindung zueinander? Ich hatte die jedenfalls schon zu meinem Chef :D

OK, Bettina hat schon recht: 15 Halter, 15 Auslegungen, was Bindung ist und ich glaube, das muss vielleicht auch jeder für sich beantworten, da gibt es kein "richtig" und kein "falsch".

Juliane hat es doch toll in einem Wort ausgedrückt: Rudelempfinden, Zusammengehörigkeitsgefühl. Das was ich beschrieben habe, ist nur meine Auslegung dieses Begriffes.

Hm, aber Deinen Satz mit dem "Kaffeetrinken" und den Spezialisten versteh ich jetzt echt nicht :( Ich glaub, an Dir ist doch 'ne Philosophin verloren gegangen :D

:cu: Dagi & Amy

Rüsselterriene
19.04.2004, 23:02
:D Also: Das Kaffeetrinken:

Is eben das "gelungene" Familienhunddasein.
Der Spezialist muss halt arbeiten. Sonst macht ihn das Koffein zappelig.

Wie gesagt, ich hab das nicht als Unterstellung gemeint, natürlich is da ne Bindung zwischen "Chef" und "Angestelltem".

Fraglich is jetzt nur, inwiefern der Angestellte seinen Feierabend selbst bestimmt.

Is das in ner Mensch-Hund-Bindung tariflich geregelt?

Und: Wieso regen sich Mütter zu Recht so auf, wenn ihre verzogenen Gören stiften gehn?

Anke :D

Dagi
20.04.2004, 01:21
Aaah, jetzt ist einer metaphorisch ungebildeten doch geholfen. Ich denke, Anke, da hast Du in der Tat einen wichtigen Punkt angesprochen, mit den Spezialisten. Deswegen sagen wir ja auch immer: sucht euch den Hund nicht nach dem Äußeren aus, sondern nach seinem "Einsatzbereich" - aber ich muss ja auch zugeben, dass mir die meisten Jagdhunde am liebsten sind ...

Aber ich glaub' wir verfransen uns da auch etwas. Ich wollt eigentlich nur sagen, dass ich glaube, dass Bindung und Gehorsam nicht ursächlich miteinander verknüpft sind. Sprich auf das Husky-Beispiel: ich glaub schon, dass es 'ne Bindung gibt, aber das, wofür die Hunde gezüchtet wurden (wie auch Beispiel Dackel, siehe Dein Beispiel Spezialisten) einfach ab und an, je nach Veranlagung mal stärker oder weniger stark durchschlägt.

Ich kenn da übrigens zwei Beispiele hier: Eine Familie mit Zweiergespann Husky, die niemals von der Leine gelassen werden. Logo haben die kein Problem mit Abhauen :D Das andere Beispiel, dass ich relativ gut kenne ist ein Husky, wo die Leute ihn nicht zum Leben an der Leine verdammen wollten. Tja, ist wirklich eine liebe Hündin, die ganz sicher eine enge Bindung zu ihren Menschen hat. Aber regelmäßig dürfen sie sie aus dem TH wieder abholen. Ich hab es selbst erlebt: wir gehen ins Tierheim. Da sitzt diese Husky-Hündin und ich sag zu Jörg: sag mal, die sieht aus wie xxx, ob das sein kann? Die Hündin "heulte" in dem Zwinger, guckte immer Richtung Tor. Wir riefen unsere Bekannten an, tatsächlich, die Hündin war vor einer Stunde weggelaufen...als die kamen um sie abzuholen...mann, war das eine Freude.... danach erzählten sie, dass das zeitweise jede Woche vorkommt, dann wieder längere Zeit gar nicht. Auch Hundetrainer und Co. konnten nichts daran ändern. Aber bis auf diese "Austicker" ist es eine sogar anhängliche!, liebevolle und gehorsame Hündin...

Und zum Beispiel Mütter und ihre Kinder :D Ich hab da 'ne ganz andere Mutter scheinbar gehabt. Wir wohnten ja auch direkt am Wald, und regelmäßig verschwand ich dort für Stunden oder den ganzen Tag. Wenn ich dann abends nach Hause kam, verdreckt aber mit leuchtenden Augen und erzählte, was ich alles erlebt hatte, freute sich meine Mutter, dass ich so einen schönen Tag gehabt habe. Ich war ein super-selbständiges Kind, was aber auch nur möglich war, weil meine Mutter sehr viel Vertrauen zu mir hatte und sich eigentlich kaum Sorgen um mich machte. Brauchte sie auch nicht. Und heute haben wir den besten Draht zueinander. Bei meiner Schwester lief das alles total anders. Sie war das totale Mama-Rockzipfel-Kind...was ist heute? Absolut keinen Draht zueinander, meine Schwester "flüchtete" mit 17 von Zuhause, hat total Schwierigkeiten mit meiner Mutter... Jetzt bin ich natürlich voreingenommen *gg* aber ich würde mal behaupten, dass die Bindung zwischen Mutter und mir besser ist als zwischen meiner Mutter und meiner Schwester.

Nun hinkt das Beispiel natürlich mit Bindung unter Menschen und Bindung Mensch-Hund, denn der Hund bleibt in gewisser Weise ein Leben lang von uns abhängig, was ja auch gewünscht ist. Das Kind, der Jugendliche soll sich ja verselbständigen, das ist sogar eines der höchsten Erziehungsziele. Aber ich denke mal, ihr wolltet das auch nicht wirklich vergleichen, oder? :D

Ja, was kommt nu dabei raus, das wir hier so stundenlang "rumeiern"? Wir sind so verwirrt wie vorher?

:?: Jetzt völlig grübelnde Grüße
Dagi & Amy

PS.: Anke, DEN hab ich jetzt verstanden mit dem Feierabend und der tariflichen Regelung :D :D :D

sandinchen
20.04.2004, 07:38
So so, Kaffee trinken während der Arbeitszeit und sich das auch noch tariflich regeln lassen, ja ja, tz tz tz...:D

Rüsselterriene
20.04.2004, 09:04
:bl:

Es macht Spaß sich mit euch "auseinanderzusetzen".

Frage is jetzt: Darf man diese "Freiberufler" überhaupt halten? Ich meine ein Hund, den ich nich von der Leine machen kann, käme für mich einem Wildtier gleich.

Ich dachte immer wir halten Hunde, weil sie sich dem Menschen so "bedingungslos" anpassen.

Anke *Käffchen trinken gehn muss*

billymoppel
20.04.2004, 09:13
so, so. bindung soll also sein, am rockschoß zu kleben.
da habe ich wohl eine völlig andere auffassung: bindung ist für mich im vertrauen gehen zu lassen.
so war es für mich als kind, als meine eltern doch wohl nicht im ernst erwartet haben, ich wäre immer um sie und täte alles, was sie sagten. im gegenzug habe ich natürlich grobe regeln eingehalten (z.b. nicht aus einem bestimmten gebiet entfernen, zur vereinbarten zeit zu hause sein - fast :D) mami und papi, die wirklich immer für mich da waren, hätten sich auf den kopf stellen können - es gab immer sachen, die sie mir nicht bieten konnten (und sei es die ersten küsse - ach ja, schön war's, ich war zehn). nichtsdestotrotz habe und hatte ich zu meinen eltern eine ausgesprochen enge bindung.
als ich billy einstens aus dem th holte, hatte ich das gefühl, dass über zuneigung hinaus, bindung entstanden war, als ich gehen durfte, als er, fast von heute auf morgen, allein bleiben konnte - in dem vertrauen sicher, dass ich wiederkommen werde.
bindung ist etwas, was über die tatsache hinaus, jederzeit der mittelpunkt des universums zu sein, funktioniert oder gerade dann funktioniert.
deshalb fällt es mir leicht, billy, wenn es die gegebenheiten erlauben (netter jäger, wenig wild) auch mal gehen zu lassen, in der gewissheit dieser bindung, die ihn wiederkommen läßt und mich daran zu freuen, dass gerade die bindung es erlaubt, dass er sich die dinge holen kann, die ich ihm nicht bieten kann, auch nicht bei aller anstrengung.

lg
bettina

sandinchen
20.04.2004, 09:34
Was schon komisch ist...

Mein vorletzter Pflegehund, seines Zeichens Schweizer Senn-Schäfer-Mix. Ich ging mit ihm überall hin. Wir liefen stundenlang querfeldein. Ich machte mir Gedanken um gar nichts... So Dinge wie "verlass den Weg nicht, sonst lernt der Hund, dass man das tun kann..." war mir völlig wurst.
Er verabschiedete sich regelmäßig ins Gebüsch. Nie wirklich weit, verschwand einfach mal hinter dem nächsten Busch. Ich ließ ihn machen. Ich sagte sogar, er braucht das. Wir kannten uns sehr gut. Er wusste, wenn ich am Telefon war um zu fragen ob ich ihn abholen kann. Er wuselte rum und jammerte bis ich endlich da war. Anrufen ohne dann auch zu kommen, ne ne.

Der nächste Pflegehund war ein Dobermann-Boarder-Mix. Unsere Bindung war "schlechter". Ich hatte ihn nur an Wochenenden und er war ein misshandelter, misstrauischer Hund, der alles verbellte. Auch er verschwand im Wald schon mal hinter dem nächsten Baum. Und ich hatte das ganz vergessen, so unwichtig war mir das, mein Freund erinnerte sich aber. Ich vertraute drauf, dass er gleich wieder da ist, was auch immer so war. (Ja ja, sehr verantwortungslos. :D )

Und nun, bei Daxi. Da ist mir jeder Abstecher ein Dorn im Auge. Der Hund muss noch nicht mal ausser Sicht sein und minutenlang weg sein. Länger wie 2 Minuten war er eh noch nie weg. Meist rennt er ein paar hundert Meter und kommt genauso schnell wieder zurück gedüst... Und trotzdem, ich finds ganz furchtbar!! Ist das nicht immer so mit den eigenen Kindern. :?: ;)

Dagi
20.04.2004, 11:12
Wieso Anke, Du KANNST den Hund doch von der Leine machen...musst nur mit den Konsequenzen leben können ;) :D was für sehr, sehr viele Dackelhalter heißt: Anruf bei der Feuerwehr mit Bitte den Dackel aus dem Dachs-/Fuchsbau zu graben :(

Trotzdem würde ich solche Hunde nicht einem Wildtier gleichsetzen, denn andererseits sind sie auch in gewissem Grad von uns abhängig, sind "glücklich" Teil unseres Rudels zu sein.

Naja, ich persönlich will keinen Hund, der sich "bedingungslos" anpasst...hätt' ich sonst 'nen Dackel :D Nee, mal im Ernst...der Hund, der "mal" abhaut (womit ich auch meine sich aus der Sicht entfernt) oder auch sich nicht ständig in Frauchens Nähe aufhält...diktiert der im Ernst die Bedingungen? Ich sprech ja jetzt nicht von Junghunderziehung, wo man auf selbständige Entscheidungen des Hundes entsprechend reagiert, sondern ich meine in einer "gewachsenen Beziehung"?

:?: Dagi & Amy

billymoppel
20.04.2004, 13:04
hallo dagi,
natürlich diktiert er nicht die bedingen, zumindest, wenn es nicht unabdingbare bedingung ist.
ist stete nähe unabdingbare bedingung, sollte man den richtigen hund dafür haben, sonst macht man ihn und sich unglücklich.
hätte ich so was mit billy gemacht, hätte nichts aus uns werden können, jedenfalls nicht so, wie es jetzt ist.
ich geb zu, ich habe es versucht, den nicht mehr jungen hund mit unbekannter vorgeschichte zum mir vertrauten boxer zu machen. die folge waren verzweiflung, tränen und tiefe unsicherheit auf beiden seiten und ein erneuter gang ins th. hätte damals nicht eine jagdhunderfahrene abm-kraft (zwei rauhbautze!) dienst gehabt - wer weiß...? loslassen können will halt gelernt sein. und so wie ich ihn akzeptieren konnte, schritt für schritt, so kamen wir uns nah.
um diesen hund habe ich kämpfen müssen, so wie er um mich, denn unsere ansprüche kollidierten nun mal. wieviele hunde sind wohl genau aus diesem grund im th?
unsere schrullen und marotten zu akzeptieren, hat doch auch kein hund probleme.
ich habe ja noch das gegenbeispiel mit meiner moppel, für die nun wieder stete nähe wichtig ist. wenn sie sich mal 20m von mir entfernt, ist das viel und hinterm busch verschwindet sie gleich gar nicht. manhcmal tut sie mir richtig leid und ich würde ihr wünschen, sie würde auch mal das abenteuer suchen und entdecken, was außerhalb meines (und damit ihres) horizontes ist. ist ihre bindung deshalb stärker?

lg
bettina

Rüsselterriene
20.04.2004, 14:17
@ Sandra:

Das hat deshalb geklappt, weil du nicht in deinem eigenen Perfektionismus erstickt bist.

Vielleicht ist das ja der Grund, weshalb selbst Toppi immer häuslicher wird.
Der hat auch den Drang "auf eigene Faust" loszuziehn. Am Anfang brauchte ich mich nur umdrehn, da is er losgezischt.
Jetzt bleibt er solange bis GANZ sicher ist, das wir zusammen nix machen. (Das is dann meist der Zeitpunkt, an dem ich ihn ranrufe)

Ich denke auch, das Bindung nix mit Nähe zu tun hat.
Wohl aber mit Aufmerksamkeit... und zwar gegenseitige.

Bin gespannt auf meinen ersten Husky.

Anke

Dagi
20.04.2004, 15:15
Hallo Bettina,

die Frage, ob der Hund damit die Bedingungen diktiert war eher rhetorisch Richtung Anke gemeint, damit sie darüber noch mal reflektiert ;) Ich würd' sie nämlich ähnlich beantworten wie Du.

Hm, Anke, Bindung und Aufmerksamkeit hängt für Dich ursächlich zusammen? Also, Amy hat einen weiten Radius, klebt nicht ständig an mir, außer wir machen wirklich in dem Moment was zusammen. Wenn sie dann ihren Radius erweitert, könnte ich sie ja auch zu mir ranrufen, sie würde umgehend kommen. Aber ich provoziere ihren "unbeschäftigten" Freilauf ganz bewusst.
Sie läuft, guckt aber zwischendurch immer wieder oder kommt zu mir zurück. Ich zeig ihr auch, dass ich mich darüber freue, dass sie von selbst kommt. Es kommt aber auch immer mal wieder der Moment, wo sie etwas so interessantes hat, dass ich sie eben zurückpfeifen muss, weil ich weiß, sie würde der Spur sonst nachgehen. Da wir nicht ganz so ländlich wohnen und das Forstgebiet (wo ihr wahrscheinlich "Wäldchen" sagen würdet) von Straßen umgeben und (wg. Ausflugslokal) auch von einer Straße durchzogen ist, könnte ich nie ausprobieren, WIE weit sie gehen würde. Aber, sie dreht sich auch im weiten Radius immer wieder um und guckt - ob sie meint, ich soll mitmachen oder guckt wo ich bin - kann ich nicht mal sagen. Wenn ich umdrehe kommt sie jedenfalls hinterher :D
Bei ihr war es übrigens als Welpe/Junghund wie bei Toppi: wenn ich mich umdrehte, oder den "tollen" Ratschlag mit dem Verstecken befolgte: ja Pustekuchen, dann wetzte sie erst recht los :rolleyes: Auch sie wird immer "häuslicher", aber ich weiß, dass ich achtsam sein muss, zumal hier auch Förster und Jäger auf Zack sind :rolleyes:
Trotzdem würde ich auch hier behaupten, dass Bindung und Aufmerksamkeit -zumindest nicht ursächlich- zusammenhängt.
Und ich würde auch immer die Rasse bzw. den individuellen Hund in meine Betrachtung mit einbeziehen und was an Erziehung da war oder ob einfach nur "geschlampt" wurde. Eine allgemeine Aussage dazu, ist zumindest für heute mein Schluss, kann man gar nicht machen.
Aber ich lass' mir das mal weiter durch den Kopf gehen...;)

:cu: Dagi & Amy

ElkeG
20.04.2004, 15:39
Hallo,

also, als erfahrene Hundehalterin und Mutter (wobei ich als Mutter erfahrener bin, als als Hundehalterin) , muß ich sagen, daß Gehorsam und Bindung meiner Meinung nach null miteinander zu tun haben.

Weder mein Hund noch meine Kinder sind wirklich gehorsam - trotz allem haben wir eine sehr starke Bindung. Und ich finde das auch o.k. Meine Kinder sollen ja auch ihre eigene Meinung und ihre eigenen Wünsche vertreten können - ist ja klar, daß die nicht immer mit meinen übereinstimmen. Trotzdem - solange sie sich an gewisse Grundregeln halten - ist das vollkommen o.k. und stärkt unsere Bindung sogar noch. Meine Kinder sehen, daß ich ihnen vertraue und ich sehe, daß ich mich auf sie verlassen kann. Daß sie sich dann natürlich auch mal von ihrem Taschengeld Süßigkeiten kaufen, obwohl ich es vorher verboten hatte, ist zwar gewissermaßen Gehorsamsverweigerung :D , aber nachdem ich es ja eigentlich nachvollziehen kann, schadet es unserer Bindung keineswegs.

Und beim Hund ist es doch genauso. Ihm macht es auch mehr Spaß, die Vögel über das Feld zu jagen, als immer öde neben mir herzutrotten. Betsy ignoriert dann auch vehement mein Rufen. Aber unsere Bindung ist zumindest so stark, daß ich 100 % sicher weiß, daß sie mir nachläuft, wenn sie merkt, sie könnte mich aus den Augen verlieren. Dann werden sogar die Vögel uninteressant. Außerdem habe ich mich ja auch nicht umsonst für einen Terrier entschieden - die sind ja nicht gerade bekannt dafür, besonders leicht erziehbar und gehorsam zu sein.

Der Dackel meiner Oma ist absolut ungehorsam - aber er hängt furchtbar an ihr. Er tut zwar wirklich fast nie, was sie von ihm will, wenn sie aber mal ohne ihn aus dem Haus geht oder gar ein paar Tage in Urlaub fährt, ist er wirklich ein Anblick er absoluten Trauer. Hängt nur an der Tür und am Fenster und wartet, wartet, wartet. Obwohl ja auch andere Familienmitglieder sich um ihn kümmern. Meine Eltern wohnen ja im selben Haus. Aber sie sind eben nicht sein Frauchen. Die kann ihm wirklich niemand ersetzen.

Ivonne
20.04.2004, 17:57
Vielleicht hab ich das blöd ausgedrückt mit dem Gehorsam und der Bindung.
Sagen wir mal so, ich habe den Eindruck, der Husky ist oft anderer Meinung und viel dran ändern kann man nicht :D :D

Dagi, dein Husky-TH-Beispiel ist Laylas Lebensgeschichte.
So kam sie zu Sascha. Von ner Freundin vorm Lidl aufgegabelt, im TH angerufen "achja die kennen wir schon, das ist Layla".
Besitzer wollten nich mehr, Layla "zur Pflege" bei Sascha untergebracht und schwups, Liebe auf den ersten Blick :D :D

Anke

[...]Darf man diese "Freiberufler" überhaupt halten? [...]

Genau das ist der Punkt. Ich denke, viele Rassen (auch der Husky) ham hier wirklich nich soviel zu suchen und können entsprechend ihrer Geschichte nich artgerecht gehalten werden.

Bidi007
20.04.2004, 18:10
Original geschrieben von Rüsselterriene
:bl:

Frage is jetzt: Darf man diese "Freiberufler" überhaupt halten? Ich meine ein Hund, den ich nich von der Leine machen kann, käme für mich einem Wildtier gleich.

Ich dachte immer wir halten Hunde, weil sie sich dem Menschen so "bedingungslos" anpassen.

Anke *Käffchen trinken gehn muss*

Eine Frage, die mich grad bei meinem Hund auch manchmal beschäftigt! Vor einem Jahr noch hätte ich da nicht drüber nachgedacht, aber da kannte ich Buffy auch noch nicht!Und, es würde hier natürlich auch nicht wirklich funktionieren:cool:

Eine Bindung hat sie aber auf jeden Fall zu mir! Erstens kam sie bis jetzt immer wieder, war nur eine Frage der Zeit!
Zweitens, hat sie schon 2x bei einem "Ausbruchversuch" kehrt gemacht, weil ich einmal mit dem Rad gestürzt bin, und einmal über eine Baumwurzel gestolpert und auf die Nase gefallen bin.
Zwar schon wegen Buffy, weil sie versucht hat, trotz Leine einen Hasen zu jagen. Aber sie hätte beide Male die Möglichkeit zur Flucht gehabt, hat es aber nicht getan. Sie ist sofort, nachdem sie gemerkt habe, ich bin verletzt, zurück gekommen, ich brauchte nicht mal rufen! Das war, trotz teilweise erheblicher Schmerzen, ein sehr schöner Moment!
LG Bidi und Buffy

Rüsselterriene
20.04.2004, 19:07
Eins is mal klar: Bindung wird wirklich sehr unterschiedlich ausgelegt.

Was mich ein bischen stört hier, ist dieser Anflug von: "Aber mein Hund kommt immer wieder."

Das find ich nur natürlich. Ich bin ja früher nicht zurück nach Hause gegangen, weil ich meine Mutter so arg vermisst habe, sondern wegen dem Essen und dem Dach überm Kopf.

Diesen Freilauf, den Dagi beschreibt, den ungestörten, den haben meine schwer erziehbaren Terrier auch, aber ich bin mir sicher, sie gehen nicht jeder Spur nach.
Ist immer schön auf den Wegen zu beobachten, massive Wildwechsel, sie stehen drauf, schnuffern, aber bleiben da.

Toppi ist da anders. Ich vermute, während er in seinem Gehege saß hatte er stundenlang Zeit Vögel zu beobachten. Darin ist er Meister. Und er hatte garantiert schon öfter Erfolg.
An diesem Punkt sinkt seine Aufmerksamkeit in meine Richtung massiv. Ich kann ihn zwar abrufen, aber er ist ja nicht doof. Dann entfernt er sich eben ein Stück.
(und was ich nicht sehe, kann ich nicht verbieten)

Für Dagi: Das meine ich mit Aufmerksamkeit=Bindung.
Bindung ist ein unsichtbares Band, das von beiden Seiten aufrechterhalten werden muss. Reisst es, ist der Hund wech. (und unter Umständen dauert es ne Weile bis er die Bindung wiederherstellt, während wir sehnsüchtig warten)

Anke *alles klar?* :D

Rüsselterriene
20.04.2004, 19:10
Ach ja: Toppi is mittlerweile soweit, dass er mir seine Beute bringt... ein Teilerfolg...

Anke *da steckt Katze mit drin, ich bin mir GANZ sicher* *Jule?*

Bidi007
20.04.2004, 19:53
Ich wäre auch froh, wäre unsere Bindung soo stark, das sie ihre selbständigen Ausflüge lässt:rolleyes: ! Ich denk, vielleicht hab ich in Buffy´s Augen einfach noch nicht die Rudelführerqualitäten um sie davon überzeugen zu können! Sicher nicht!
Aber ich übe dran;) ! Buffy ist eh kein einfacher Hund, meine Trainerin nennt es traumatisiert! Sie hat vor vielen Sachen Angst, vor vielen Menschen sowieso! Wo sie sich und ihrer Sache ganz sicher ist, ist eben die Jagd! Aber sie ist immer auf der Hut, beobachtet alles und jeden!

Ich bin übrigens nicht nur wegen Hunger und Durst nach Haus gegangen früher, ich hab meine Leute, den Schutz und die Geborgenheit einfach schnell vermißt! Ohne vorm einschlafen nochmal ordentlich von Mami durchgeknuddelt zu werden, das wäre nix für mich gewesen:D

Liebe Grüße
Bidi und Buffy, die sich jetzt aufmachen zur letzten großen Jagd des Tages

sandinchen
20.04.2004, 22:04
Was mich ein bischen stört hier, ist dieser Anflug von: "Aber mein Hund kommt immer wieder."

Na da hast du aber Glück gehabt, mit deiner Bande! ;) Aber so einfach ist das nicht in jedem Fall.
Wenn ein Hund sich verselbständigt und im Anschluss sein Frauchen wieder findet, dann lernt er ja auch, dass das eben geht. Er wird auch darin immer besser. Und vielleicht ist auch dieses Wiederfinden Teil des aufregenden Spektakels. Wer weiß.
Und es ist eben nicht so einfach, etwas dagegen zu tun. Du hast deine Hunde als Welpen bekommen. Sammie ist ein Hütehund. Ich behaupte einfach mal, dass man da Rassentypisch sehr wohl unterscheiden kann/muss. Bei Toppi merkst du schon deutlich andere Tendenzen. Vielleicht hast du bei deinen anderen Hunden bisher einfach immer intuitiv richtig gehandelt. Du weißt sicher schon worauf ich hinaus will...
Aber warten wir mal ab, ich komme ja Pfingsten ins Alarmgebiet und dann gibst du mir mal einen netten Rat, wie man Daxis Rennattacken entgegenwirkt. :p

sandinchen
20.04.2004, 22:05
Anke ich meinte übrigens: Da hast du aber Glück gehabt, dass deine Hunde nicht abhauen. :D

Maggie_HH
20.04.2004, 23:24
Anke *da steckt Katze mit drin, ich bin mir GANZ sicher* *Jule?*
:D
:?:
Klettert er denn auch schon auf Bäume und sucht das Katzenklo???!!!! :D :D :D

Rüsselterriene
20.04.2004, 23:37
Sandra:

Das kann kein Glück sein.
Mein erster Hund: Ebenfalls ein schwer erziehbarer Terrier war bereits kein Welpe mehr, als er sich dazu entschloß, zu mir ne Bindung aufzubauen.
Ich habe ihn noch nicht einmal gefüttert.

Und: Du hast recht: Man muss rassetypisch unterscheiden: Ich habe einen mir bekannten Musher gefragt: Seinen sibirian Husky führt er an der Leine, die Alaska-Huskys laufen frei.

Ich bin mal gespannt, ob ich dir was sagen kann, zu Dax`Touren.

Toppi is gar nicht sooo anders als die anderen Hunde. Er hat nur noch nicht gelernt, dem Menschen Aufmerksamkeit zu schenken.

Anke *ich wußte er ist eine Katze!*

sandinchen
21.04.2004, 08:03
Kitty, Cairnterrier, durfte ich groß werden sehen. Wir waren seit Welpenbeinen an zusammen (sie war Welpe, nicht ich :D). Sie haute mir nie ab. Susi, ihre Freundin, Jagdhund-Mix, dagegen schon.

Nee nee Anke, ich bin nicht zu doof. :sn: :p

changale
21.04.2004, 12:08
Original geschrieben von Rüsselterriene
Und: Du hast recht: Man muss rassetypisch unterscheiden: Ich habe einen mir bekannten Musher gefragt: Seinen sibirian Husky führt er an der Leine, die Alaska-Huskys laufen frei.


Das ist wieder so eine Verallgemeinerung! Mein Siberian Rüde könnte ohne Probleme ohne Leine laufen. Wenn er etwas zum jagen fände würde er vielleicht 5-Minuten verschwinden, während meine Husky-Mischlingshündin (= Alaskan Husky, denn was sind Alaskan Huskys anderes? Einen Rassestandard gibt's da noch nicht.) stundenlang verschwunden wäre.

Außerdem, wer behauptet denn, dass Hunde die nicht von der Leine gelassen werden "Wildtieren" gleichkommen? Die These muß man mir bitte noch einmal erklären? Meine Hunde sind mit Sicherheit keine Wildtiere, aber ich möchte nicht dass weder ihnen Schaden zugefügt wird noch dass sie Schaden anrichten können.

Liebe Grüße
Petra & die Husky-Rasselbande

Rüsselterriene
21.04.2004, 18:47
:rolleyes: Sandra, wer hat gesagt du wärst zu doof?
Also, wenn du dir schon Postings in einem Forum so zu Herzen nimmst, dann musst du wohl einfach loslassen lernen.

@ changale:

Ich habe das so geschrieben, weil der Ursprungsbeitrag an die Huskyleute ging. Da ich selber keine Huskys halte, hab ich wen gefragt, der mehrere Huskys hält.
Und wenn der mir versichert, das seine Mischlinge dableiben, sein reinrassiger Sibirian Husky aber jagen geht, dann nehm ich das mal so hin, bis ich eines besseren belehrt werde.

Das mit dem Wildtier an der Leine war meine These, denn wenn mein Hund nichtmal soweit "zahm" is, das er bei mir bleibt, dann isses wohl doch nich so das Haustier.

Sag mal, wenn du denn deinen Sibirian Husky frei laufen lassen "könntest", wovor hast denn Angst? Wie ist das, wenn man Hunde nur an der Leine führt? (Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, bei mir ist die Leine immer notwendiges Übel)

Anke

Maggie_HH
21.04.2004, 21:02
Sag mal, wenn du denn deinen Sibirian Husky frei laufen lassen "könntest", wovor hast denn Angst? Wie ist das, wenn man Hunde nur an der Leine führt? (Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, bei mir ist die Leine immer notwendiges Übel)

Das frag ich mich auch! Ich finde das ist kein artgerechtes Hundeleben, ich meine was hat der Hund denn davon sein ganzes Leben an der Leine zu verbringen....

Bidi007
22.04.2004, 09:56
Original geschrieben von Maggie_HH


Das frag ich mich auch! Ich finde das ist kein artgerechtes Hundeleben, ich meine was hat der Hund denn davon sein ganzes Leben an der Leine zu verbringen....


Mein Hund hat z. B ein sehr bewegtes Vorleben und hat vom Welpenalter an gelernt, zu jagen und sich damit zu ernähren! Sie ist zwar auch im Mülleimer durchwühlen und im betteln sehr gut:rolleyes: , aber im Mäusejagen ist sie besser als jede Katze!
Sie hat eine ganze Zeit so gelebt, dass kann man nicht einfach abschalten. Würde ich Buffy hier ohne Leine laufen lassen, wäre sie mit Sicherheit schon von unserem Jäger abgeschossen. Der patrolliert tägl.! Das Risiko ist mir einfach viel zu groß, und so kann sie eben nur auf der Hundewiese, oder im Garten ohne Leine laufen.
Also versuche ich, ihr Hundeleben durch Dummyarbeit und Fährten, sowie ein bißchen Agility ein bißchen spannender zu machen! Es geht (jedenfalls im Moment) einfach noch nicht anders!
LG Bidi

changale
22.04.2004, 10:00
Also ich denke schon dass meine Hunde artgerecht gehalten werden! Auch wenn wir sie auf unseren Spaziergängen selten von der Leine lassen. Ich will Euch auch gerne erklären warum:

01) Erstens haben wir genug eingezäunte Grundstücke hier auf denen die beiden täglich (!) frei laufen können.

02) Gibt es bei uns als einzige Möglichkeit (wir wohnen in einer Großstadt, allerdings im Außenbezirk) die Hunde sonstwo frei laufen zu lassen, einen Park. Dieser grenzt an die Autobahn und alleine in diesem Jahr sind schon 6 Hunde - alle hörten angeblich super auf ihre Besitzer und waren immer sofort abrufbar (Na ja, wie das klappte hat man ja gesehen)- beim Spielen oder Jagen auf die Autobahn gerannt und haben dieses kurzes Vergnügen mit dem Leben bezahlt. Ganz abgesehen von denen, die schwer verletzt worden sind oder die mit einem Schock davon gekommen sind.
Sorry, aber ich möchte meine Hunde nicht eines Tages von der Autobahn "kratzen" müssen. Einem Hund bewußt einer solchen Gefahr auszusetzen finde ich nicht gerade verantwortungsbewußt.

03) In allen umliegenden Wäldern sind bei uns Hunde an der Leine zu führen. Gleiches gilt für Straßen, öffentliche Plätze und sonstige bebaute Flächen. (LHundG)

04) Unsere Hunde laufen mindestens 4 Stunden am Tag (reine "Spazier-Zeit) und ca. 1 Mal die Woche noch vor dem Schlitten/Wagen eines befreundeten Mushers. Abgesehen davon laufen die beiden oft genug ohne Leine, allerdings nur in einem eingezäunten Areal, WEIL (siehe Punkt 2) es bis auf den genannten Park KEINE andere legale Möglichkeit gibt die Hunde frei laufen zu lassen.

05) Leika hat einen sehr starken Jagdtrieb den wir trotz intensivem Training nicht völlig in den Griff bekommen können. Wäre es fair wenn ich Dakota von der Leine lasse und sie nicht?

06) Unsere Hunde laufen NICHT an einer kurzen 2-m Leine sondern an Flexi- bzw. Schleppleinen. Sie haben also einen begrenzten Freiraum, aber der ist bei einer 8-m Leine ja nicht gerade so klein.

Ihr könnt unsere Art der "Hundehaltung" gerne als "nicht artgerecht" bezeichnen, ich weiß jedoch, dass ich zwei glückliche, gesunde und gut ausgelastete Hunde habe die genug Möglichkeiten haben sich täglich auszutoben.

Liebe Grüße
Petra & die Husky-Rasselbande

sandinchen
22.04.2004, 10:39
Also das mit dem artgerecht ist ja immer so 'ne Sache...

Wäre es z.B. für Buffy artgerechter weiterhin draußen rum zulungern, wo sie tun und lassen kann was sie will, dafür aber ohne Dach über dem Kopf, ohne medizinische Versorung... oder ist es artgerechter, dass sie jetzt mit einer festen Bezugsperson leben kann, mit den Einschränkungen die so ein Leben mit Mensch eben mit sich bringt...

Für mich ist die Antwort klar. ;)

Ich halte nur einen Hund. Ist das artgerecht? Reicht es ihm, wenn er draußen seine Freunde trifft? Ist es artgerecht ihn in einer Wohnung zu halten, wo er nur dann pinkeln kann, wenn ich mit ihm raus gehe? Ist es artgerecht an seinem Jagdtrieb rum zu erziehen? Müsste er diesen nicht uneingeschränkt ausleben dürfen?

changale
22.04.2004, 12:00
Hallo Sandinchen,

klar "artgerecht" ist Auslegungssache. Was für mich artgerecht ist, mag für andere nicht "artgerecht" sein. Man kann sich selbstverständlich ständig fragen "Füttere ich meinen Hund artgerecht?", "Behandel ich meinen Hund artgerecht?", "Ist die Art wie ich meinen Hund halte artgerecht?" und und und... und ich glaube, wenn Du diese Frage 10 verschiedenen Hundehaltern stellst, bekommst Du unter Garantie mindestens 5 verschiedene Antworten.

Ist es artgerechter meine Hunde 4 Std. am Tag an der Leine spazieren zu lassen? Oder ist es artgerechter - so machen es meine neuen Nachbarn - den Hund 2x am Tag für je 15min ohne Leine laufen zu lassen?!? Für mich ist die Antwort eindeutig...

Ich denke, jeder sollte nach bestem Wissen und Gewissen sein/e Hund/e halten, denn bei der Frage was nun artgerecht ist und was nicht werden wir wohl nie auf einen Nenner kommen.

Liebe Grüße :cu:
Petra & die Husky-Rasselbande

Rüsselterriene
22.04.2004, 14:50
@ changale:

Ich denke, wenn ich da wohnen würde, hätte ich mir einen Hund geholt, der ein weniger großes Laufbedürfniss hat.

Bei sovielen Gefahren und Verboten, da macht doch Hundehaltung keinen Spaß. Hier bei mir zB. grenzt der Nationalpark. Wundervolle Natur, die von mir so gut wie nie besucht wird. Wegen dem Leinenzwang.
Wenn ich mir ausmale, dass ich nur einen Park und meinen Garten hätte, dann hätte ich auf die Hunde verzichtet.

Nicht das du mich falsch verstehst, ich respektiere deine Entscheidung, aber für mich käme Hundehaltung so nicht in Frage.

Anke

changale
22.04.2004, 15:49
@ Anke

Du hättest es also fairer gefunden, wenn ich die beiden Hunde im Tierheim gelassen hätte? Bin ich jetzt ein "Tierquäler" weil wir uns diese beiden Hunde ins Haus geholt haben? 'Tschuldige, aber das sehe ich nicht so!!!

Warum sollen nur Hunde glücklich sein die auf dem Lande leben? Genau so gut kann ich sagen, dass die Leute ihre Hunde nicht artgerecht halten die nur einen haben... Ich wage sogar zu behaupten, dass meine Hunde mehr Abwechslung haben als so mancher Hund auf dem Lande!

Egal, ich will hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaune brechen.

Liebe Grüße
Petra & die Husky-Rasselbande

changale
22.04.2004, 16:05
@ Anke

Muß mich noch einmal zu Wort melden. Sorry! Aber ich glaube Du hast mich nicht ganz verstanden... Es gibt schon mehr als einen Park, aber die anderen Parks haben alle den schönen Spruch am Eingang "Hunde sind an der Leine zu führen". Wenn Du Deinen Hund in diesen Park unangeleint führen möchtest...Bitte! Ich tue das nicht, denn das Ordnungsamt ist hier ziemlich auf Zack. Einen kleinen Hund ohne Leine lassen die vielleicht noch einmal durchgehen aber bei Hunden der 20/40er Gruppe sind die da schon recht kleinlich.

Auch haben wir genug umliegende Wälder ABER auch dort ist Leinenzwang. Trotzdem gehen wir mit unseren Wauzis dort spazieren.

Ich akzeptiere Deine Meinung zum "Leinen-Thema" aber bitte erklär mich doch warum nur Hunde die immer ohne Leine laufen ein ausgefülltes, glückliches Leben führen können?

Liebe Grüße,
Petra & die - trotz Leine glückliche - Husky-Rasselbande

Rüsselterriene
22.04.2004, 17:02
@ changale:

Petra, du musst dich nicht erklären hier.
Ich habe doch bereits gesagt, das ich deine Entscheidung zur Hundehaltung respektiere.

Alles, was ich sagen wollte ist: ICH hätte in deiner Situation auf Hundehaltung verzichtet.
Denn allein ICH habe mit Leinen ein Problem. (Ich weiss nicht wie es die Hunde empfinden)

Tierquälerei etc. würde ich niemandem unterstellen, den ich nicht kenne. Und das Hunde auch in der Stadt glücklich sein können weiss ich selber. Ich würde meinen rechten Arm dafür geben, wenn die Hamburger Kiesgrube bei mir um die Ecke wäre.

Also genieß deine Hunde, ich bin mir sicher, du weisst am besten was gut für sie ist!

Anke

Maggie_HH
22.04.2004, 18:28
Ist es artgerecht ihn in einer Wohnung zu halten, wo er nur dann pinkeln kann, wenn ich mit ihm raus gehe? Ist es artgerecht an seinem Jagdtrieb rum zu erziehen? Müsste er diesen nicht uneingeschränkt ausleben dürfen?

:D wir wollen jetzt mal nicht übertreiben, schließlich reden wir immer noch von Hunden und nicht von Wölfen! ;)

@Petra:
Nach deiner sehr ausführlichen Beschreibung :D wie du deine Hunde hälst, finde ich es durchaus ok und unterstelle dir nicht mehr, dass deine Hunde nicht artgerecht gehalten werden. Doch nach deinem ersten Posting hab ich halt angenommen, dass deine Hunde ständig an der Leine gehalten werden und sich nicht ausleben können....

changale
22.04.2004, 22:02
Hallo Juliane,

tut mir leid wenn mein erstes Statement nicht sehr verständlich war. Ich wollte mich auch nicht so sehr "reinsteigern", aber ich habe Anke und Dich halt so verstanden, dass alle Hunde die an der Leine laufen müssen kein artgerechtes Leben leben. Und das finde ich bei meinen Hunden halt nicht so... Sicherlich, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich habe halt meine - meines Erachtens auch sehr gute - Gründe. Ist auch egal, ich hoffe ich konnte meine Position ein wenig klar machen :)

Liebe Grüße
Petra & die Husky-Rasselbande