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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschne



Momo2004
08.04.2004, 12:17
Hallo an alle,

wir haben ein 4 Monate altes Bolonka Zwetna Mädchen. Ich habe zwei Fragen und hoffe, ihr könnt mir ein paar Tipps geben:

1. Wie verhalte ich mich, wenn wir beim spazierengehen andere Hunde treffen? Wir wohnen auf Mallorca, wo bald jeder einen Hund hat. Meist sind es sehr große Hunde (Schäferhunde, Riesenschnauzer, Pastor Mallorquin etc.) und diese sind meist nicht angeleint. Also die Hunde kommen dann auf unsere Hündin zu und beschnüffeln sie. Sie (angeleint) zieht sofort den Schwanz ein, quiekt und versucht sich hinter mir zu verstecken. Geht der Hund dann weiter, will sie hinterher und spielen. Die Frage ist nur, woran erkenne ich, daß der Hund nix böses will, wenn er kommt. Unsre Momo ist ja nur ne Hand voll und da kriegt man es schon mit der Angst, wenn so ein Großer kommt. Ein Happs und das wars...! Neulich war ich mit ihr am Strand und hatte sie losgemacht. Plötzlich hab ich hinter mir nur ein Keuchen gehört und hab sie schnell hochgenommen und da stand schon wieder so ein Riese. Der ist dann an mir ständig hochgesprungen bis sein Besitzer ihn gerufen hat. Also wir haben noch keine Erfahrung mit wirklich bösen Hunden gemacht, aber ich will nur dafür gewappnet sein.

2. Kommen uns Menschen entgegen, will sie zu jedem. Groß, klein, dick, dünn, alt, jung....egal.....schwanzwedeln d wird jedem "Guten Tag" gesagt. Die Leute finden sie ja auch alle süß und streicheln sie gleich. Wenn sie an der Leine ist, lasse ich sie nicht hin, aber ohne Leine habe ich verloren.

Wäre schön, wenn Ihr mir ein paar Ratschläge geben könnt.

Viele Grüße
Momo

cheroks
08.04.2004, 18:43
Hallo Momo,
da sie nun mal ein kleiner Hund ist und bleibt, muss sie lernen, wie man sich am besten zwischen den grossen verhält.

Nimm sie nicht auf den Arm wenn ein grosser Hund kommt, damit machst du einen grossen Fehler! Du machst sie grösser als sie ist. Ausserdem weckst du so nur noch viel mehr Interesse bei den anderen Hunden und sie springen dich an um dran zu kommen.

Kommt ein grosser Hund auf euch zu und sie sucht Schutz, dann gib ihn ihr solange sie nicht aufmüpfig wird.
Wenn du sie an der Leine hast, sollte ihr aber nichts "Ungutes" passieren, denn sie ist an dich gefesselt und kann nicht weg. Wird also ein Hund zu aufdringlich, dann dräng ihn ab, rempel ihn an und stell dich zwischen deinen und den fremden Hund. Alles mit Ruhe und Gelassenheit.

Droht sie mal dem anderen Hund wenn du sie an der Leine hast, dann geh von ihr weg, lass sogar die Leine los und überlasse sie ihrem "Schicksal". Sie muss auch lernen, du hilfst ihr nicht, wenn sie andere aufmischt. Macht sie sich klein vor dem anderen Hund und beschwichtigt ihn, kannst du sie verbal loben.

Es wäre jetzt an der Zeit sie an einer Schleppleine(6-8 m) laufen zu lassen. Je früher desto besser! Trägt sie ein Geschirr? Würde ich dir raten wenn du eine SL benutzen willst.
Die SL sollte sie für ein paar Wochen immer und überall tragen!
Kennst du dich mit Schleppleinentraining aus? Sonst such doch mal im Archiv von ZP, dort findest du zig Threads über SL und deren gebrauch!

lg tina

changale
10.04.2004, 22:23
Hi,

ich denke Tina hat Dir hier sehr gute Tipps gegeben.
Nimm Deinen Hund nie sofort auf den Arm sondern lass sie erst einmal selbst "Erfahrungen sammeln". In dem Alter steht sie meistens noch unter dem so genannten "Welpenschutz" und die meisten Hunde werden ihr/ihm nichts tun.

Eine Schleppleine ist hier eine super Idee, denn so hat sie einen gewissen Spielraum um auszuweichen, kann aber nicht 100%ig weglaufen.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

Persephone
10.04.2004, 23:27
In dem Alter steht sie meistens noch unter dem so genannten "Welpenschutz" und die meisten Hunde werden ihr/ihm nichts tun.

Das ist Quatsch. Es gibt keinen Welpenschutz, schon gar nicht fremden Hunden gegenüber!!!! Im eigenen Rudel ok, den da lernen die Welpen, sich respektvoll den Älteren gegenüber zu verhalten.

Ein gut sozialisierter, erzogener Hund sollte keinen Welpen angreifen, aber darf ihn dennoch zurechtweisen.

cheroks
11.04.2004, 02:02
Ich würde den so genannten "Welpenschutz" (den es so wirklich nur Rudelintern gibt) so erklären:
Ein Welpe stellt keine Konkurrenz da, darum lassen die meisten Hunde Welpen in Ruhe, bzw. schnuppern nur mal dran!

lg tina

Momo2004
14.04.2004, 12:12
Hallo,

vielen Dank für die Ratschläge. Ich werde mir so eine Schleppleine besorgen. Das es den Welpenschutz nicht gibt (außer im eigenen Rudel) hatte ich hier in anderen Threads schon gelesen, deshalb war ich ja auch besorgt. Mittlerweile geht sie aber auch schon allein auf andere Hunde zu und will mit ihnen spielen, also sie ist nicht mehr so ängstlich.

Das es falsch war, sie hochzunehmen, war mir schon klar, bloß in dem Augenblick habe ich garnicht mehr nachgedacht, das ging automatisch.

Nochmals danke und viele Grüße von Momo

billymoppel
14.04.2004, 16:11
hallo momo,
ich habe selber eine klein-hündin und finde folgendes wichtig: soviel kontakt mit großen hunden wie möglich: das stärkt das selbstvertrauen (mein kleine hat null probleme den überdimensionierten dalmatiner einer hundebakanntschaft in die flucht zu schlagen - sie mag ihn aus irgendeinem grund nicht und er als rüde läßt es sich von ihr natürlich gefallen). vor allem rüden, die normal sind und alle tassen im schrank haben, werden sich bei zufälligen begegnungen nie an einer hündin vergreifen und sei sie noch so schlecht gelaunt und aggressiv.
gib deiner hündin nie zu verstehen, dass sie "ja, ach so ein kleiner, armer hund" ist (wie du es mit dem auf den arm nehmen getan hast). auch ein kleinhund hat 42 zähne und gleicht manches größendefizit durch flinkheit aus. geh mit ihr so um, wie du mit eine, schäfi auch umgehen würdest.
ich habe es vermieden, meine kleine je in schutz zu nehmen (außer natürlich in situationen, wo wirklich gefahr im verzug war - da muss sie sich selbstredend auf mich verlassen können). ich dulde nicht, dass sie sich bei hundebegenungen hinter mir versteckt. tut sie es doch, gehe ich beiseite. sie ist nicht aus marzipan und sollte lernen, auch mit für sie weniger angenehmen situationen fertig zu werden, so wie ich das auch muss im leben.
sollte sie je auf eine wirklich aggressive hündin treffen, wird ihr dieses verhalten auch nichts nützen - im gegenteil, es wird die situation noch anheizen. dominante tiere mögen dieses verhalten (hinter herrchen verstecken) gar nicht - entweder konfrontation oder unterwerfung. meine meinung ist da ganz klar: in dem, was hunde zu besprechen haben, habe ich nichts verloren - ich bin kein hund. die ausnahme ist natürlich, wie oben besprieben, wenn es ernster wird als ein reine "besprechung".
ich bin mit dieser taktik sher gut gefahren, mein kleine hatte bisher keine wirklich ernsthafte auseinandersetzung und gleich gar nicht mit einem großen hund. das einzige mal geknallt hat es mit der nachbarshündin (jrt), aber da sie nur unwesentlich größer ist, waren die kräfte gleich verteilt. passiert ist natürlich nix und diese "besprechung" musste auch sein, schließlich lebt man zaun an zaun.
meine erfahrung sagt auch, dass große hündinnen sehr kleine meist ignorieren, rüden sind eh unproblematisch.

lg
bettina