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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Disk-Scheiben



Abisha
04.04.2004, 15:17
Hallo

Ich habe eine Border Collie Hündinn, die sich brächtig für das jagen interresiert. Ich arbeite mit einer 20 meter Leine und natürlich mit sher viel positiver Verstärkung, bin jetzt aber an einen Punkt ereicht wo ich gerne die Disk-Scheiben einsetzen will. Nur ich habe schon überall im Net unter Suchmaschienen geguckt ich finde keine Informationen oder eine "Anleitung" für dieses Prinzip. Nun hoffe ich das ihr mir helfen könnt. Was muss ich beim gebrauch von Disk-Scheiben beachten? Wie fange ich am besten an? ....
DANKE schon mal im Vorraus.

ninjaNina
04.04.2004, 15:38
Hallo Abisha,

Disc-Scheiben sollten ausschließlich, ich wiederhole AUSSCHLIESSLICH durch einen erfahrenen Hundetrainer konditioniert werden!! Das ist nichts was man mal so schnell auf dem Spaziergang erledigt und schon gar nichts für Laien!
Unser Hundetrainer hat das damals so gemacht: wir waren in einem geschlossenen Raum, um störende Geräusche zu vermeiden die der Hund unter Umständen mit den Disc-Scheiben verknüpfen könnte (Beispiel Hundebellen). Dann legte er Futter neben sich auf den Boden und wenn unsere Hündin da ran wollte hat er die Disc-Scheiben neben sie geworfen. Wir sollten sie genau in diesem Moment rufen und sie dann ausnahmsweise verbal bedauernd (damit soll dem Hund vermittelt werden das er nur bei seinem Besitzer "sicher" ist). Dies wurde mehrmals wiederholt und nachdem es gefestigt war auch draußen auf einem Spaziergang eingesetzt. Allerdings sagte unser Hundetrainer auch das er die Disc-Scheiben erstens nicht jedem in die Hand geben würde sondern nur Leuten bei denen er das Gefühl hat sie könnten damit auch richtig umgehen. Zweitens ist es nicht ratsam die Disc-Scheiben zu verwenden wenn andere Hunde in der Nähe sind, da diese ja unter Umständen ebenfalls darauf konditioniert sind. Irgendwann sollte es ausreichen nur noch mit ihnen zu klappern um Hund zum Kommen zu bewegen.
Ganz wichtig ist auch das der Hund nicht bemerkt das DU die Scheiben wirfst und es auch nicht mitbekommst wie Du sie wieder einsammelst. Diese beiden Dinge sind nicht einfach hinzubekommen und deshalb waren die Disc-Scheiben bei uns auch schnell im Schrank verschwunden.

Nochmal: es handelt sich beim Einsatz der Disc-Scheiben, speziell bei der Konditionierung um eine ganz massive Verunsicherung des Hundes. Dies sollte nur durch einen erfahreren Hundetrainer durchgeführt werden!

Gruß

Ilona
05.04.2004, 09:50
Hallo Abisha,

1. Discscheiben sind tatsächlich nur von erfahrenen Hundetrainern anzuwenden.

2. verstehe ich grad nicht, wie DU bei EUREM Problem darauf kommst, dass Disc-Scheiben helfen sollen, Deine Hündin vom Jagen abzuhalten. Willst Du ihr die Dinger hinterher werfen????

3. Gibt es interessanteres, als mit Disc-Scheiben zu arbeiten. So kannst Du (neben dem Schleppleinen-Training - das machst Du prima!!!)

a) Alternative Jagdsequenzen üben. Arbeite doch mit einem Futterbeutel. Der wird auch Preydummy genannt, wird mit Leckerchen gefüllt und dann wird das Apportieren geübt. Wirf ihn, versteck ihn, benutze ihn als Beute an einer langen Schnur, damit der Hund hinterher jagen kann. So wird das bald spannender als eine eigentliche Jagd, zumal die Erfolgserlebnisse einfach größer sind.

Es ist ja auch in der freien Wildbahn so (siehe Wölfe), dass man erfolgreich nur im Team jagt. Und Du als Teamchef sagst, wo es lang geht. Dann klappt es auch mit der "Ersatzjagd".

b) Fährst Du besser als mit Discs, wenn Du an einem Abbruchsignal für das Jagen arbeitest.

Wenn Du mehr zu einem Abbruchsignal wissen möchtest, kannst Du ja noch mal antworten:)

Bis dahin, Gruß - Illi

Dagi
05.04.2004, 11:29
Hallo Abisha,

das wichtigste haben die anderen schon gesagt: nix für Laien!!!
Ich sehe aber grad, dass Du aus Barsinghausen kommst. Wenn Dir der Weg nicht zu weit ist, hätte ich für Dich und Deine Hündin einen prima Tipp:
Unser Hundetrainer veranstaltet Trainingsseminare für Hütehunde, arbeitet mit ihnen an Schafen. Er hat selbst Bordercollies und Schafe, Pferde, Kleintiere...Jagdverhalten ist ja oft ein Problem und er kann gezielt mit Dir arbeiten es abzutrainieren.
Ab und an bietet er auch Wochenendseminare an, wenn ich mich nicht irre auch jetzt demnächst wieder.
Er arbeitet wirklich ganz prima und seine Hütevorstellungen sind eh der Hit :)
Ich geb' Dir mal die HP-Adresse:
www.alternative-hundeschule.de
Da stehen dann auch Telefonnummer etc.
Ich würd es Dir dringend empfehlen, wir haben einige BC's und Aussies die mit diesem oder anderem Problem in die Hundeschule kamen, und richtig angeleitet sind die jetzt viel mehr auf Frauchen fixiert und können es genießen, richtig zu arbeiten.
Ich weiß, ist ein bischen weit bis hinter Bockenem, aber er ist echt ein Experte und hat was drauf!

:cu: Dagi & Amy

Abisha
05.04.2004, 11:58
Danke, Danke für diese guten antworten.
ich werde das mit den disk-Scheiben jetzt wieder aus meinen Kopf schlagen, denn so ein Border auf alle Fälle meine ist schon irgendwo ein sensiebelchen und das wär dann sicher nicht die richtige Lösung, da bei uns, also hier in Niedersachsen sowieso jetzt 3 Monate alleinplicht ist, werde ich jetzt erstmal nur mit Schleppleine und Clickern üben, und das mit den Abruchsignal anfangen.
Es ist doch so, dass ich das am besten übe, indem ich z.B. ein Spielzeug werfe und sie dann abrufe, das natürlich in kleinen Schritten aufbauen und wenn sie kommt was ganz tolles machen, damit sie weiß dass das besser als Jagen ist, weil das hab ich sicher, oder?

Ilona
05.04.2004, 13:25
Liebe Abisha,

nee, so einfach ist das nicht;-)

Ein Abbruchsignal kannst Du wie folgt konditionieren:

Du brauchst:

- eine Hundepfeife, super Leckerchen (wie verfressen ist Dein Hund? Ich hoffe, sehr???), als Leckerchen wähle ich etwas, was es nicht jeden Tag gibt. Zum Beispiel kannst Du grünen Pansen wählen. Viele Hunde stehen auf Katzenfutter. Da kannst Du die ganz kleinen Futterbüchsen bei Schlecker kaufen (da sind, glaub ich, 50 g drin)

- eine bequeme Sitzposition und

- einen entspannten Hund.

Und nun geht es los:

Du hast die Hundepfeife und überlegst Dir, mit welchem Signal Du Deinen Pfiffi zukünftig zu Dir rufen willst. Ziel soll es sein, dass der Hund, sobald die Pfeife ertönt, wie ein Wirbelwind zu Dir gelaufen kommt. Egal, was er grad getan hat. Er soll den Pfiff mit "Ich habe umgehend zu kommen" verbinden. Er soll also auch kommen, wenn er schon die Witterung nach Wild aufgenommen hat.

So, Du hast also diesen Pfiff schon mal heimlich geübt. Ohne Hund. Nun hängst Du Dir eines abends die Pfeife um den Hals, bewaffnest Dich mit den tollen Leckerchen (sieh zu, dass Dein Hund von den Vorbereitungen nichts mitbekommt, denn Du wirst ihn überraschen. Ach so, sieh zu, dass Dein Hund nicht grad gefressen hat, damit er ordentlich Hunger hat), setzt Dich bequem auf Deine Couch und siehst fern. Wichtig ist, dass Dein Hund ganz in Deiner Nähe ist.

Unvermittelt nimmst Du die Pfeife, pfeifst Deinen Pfiff und schiebst dem verdutzten Hund ein Superleckerchen in die Schnute bzw. hältst ihm die geöffnete Katzenfutterdose hin.

Das machst Du dann zu einer späteren Zeit noch ein-, zweimal. Am besten machst Du das zweimal am ersten Tag, am zweiten Tag einmal drin, einmal draußen (an einer ablenkungsarmen Stelle).

Und dann probt Ihr es, wenn Du es dreimal mindestens gemacht hast, wenn der Ernstfall eintritt. Also dann, wenn Du merkst, Deine Hündin hat eine heiße Spur und will sich davon machen.

Nun darfst Du die Pfeife nie vergessen beim Spaziergang, ne? Ach ja, und warum überhaupt eine Pfeife? Weil ich denke, das ist ein so unverwechselbares Signal für den Hund und so völlig unemotional, dass es wahrscheinlich besser wirkt, als ein emotional gefärbter Brüller.

Es wäre gut, wenn Du die Pfeife wirklich nur benutzt, wenn es eine Extremsituation gibt, in der der Hund unverzüglich zurückkommen soll. Alles andere kannst Du auch über Deine Stimme händeln.

Und was das Clickern betrifft, so ist das Training damit zwar eine tolle Sache, ich würde aber nicht so was schwieriges wie das Herankommen als Anfänger clickern.

Ja, und was Dein Spielzeugwerfen betrifft und den Hund heranrufen, so würd ich das Heranrufen an sich von ganz, ganz klein aufbauen:

Zuhause heranrufen - in jedem Zimmer, aus jedem Zimmer, aus jeder Gelegenheit zuhause, wenn es ganz ohne Ablenkung gut klappt.. Es darf niemals die Möglichkeit bestehen, dass der Hund einmal das Signal "überhört". Dann erst, wenn Du Dir ganz sicher bist, dass es klappt, gehst Du raus. In den Garten oder wo sonst auch. Jedenfalls dort hin, wo es keine Ablenkung gibt, denn Du beginnst wieder bei Schritt null. Draußen wird nur dort geübt, wo ich sicher bin, das Signal wird befolgt. Dann, wenn ich sicher bin, dass es ohne Ablenkung klappt, übe ich, wenn der Hund schnüffelt. Ich übe in der Straße x, in der Straße y, auf dem Weg hierhin, auf dem Weg dorthin. Ich übe immer mal wieder, aber ohne es zu übertreiben.

Dann übe ich das Abrufen, wenn ich andere Hunde in der Ferne sehe, wenn mein Hund an denen Interesse zeigt. Und ich steigere die Schwierigkeit für den Hund.

Wichtig ist: Niemals ohne Leine das Herankommen üben, solange es nicht 100 %ig sicher klappt. Wichtig ist auch: Es passiert immer was furchtbar tolles, wenn der Hund herankommt (Spiel, Leckerchen etc.). Wichtig ist auch, hat der Hund mal ein Komm-Kommando "überhört", werden 10 Übungen zusätzlich gemacht zum Kommen, bei denen das Herankommen klappen muss. Das ist ne Strafarbeit für Frauchen, wenn sie den Hund überfordert. Denn wenn er nicht gehört hat, sind wir mit dem Üben zu schnell voran gegangen.

Ach so, Du brauchst draußen das "Komm" nicht benutzen, wenn Du Dir nicht sicher sein kannst, ob der Hund kommt oder nicht. Das Wort ist dafür da, dass der Hund lernt, es zu befolgen. Muss er es nicht befolgen, hat das Wort keinen Wert, sondern ist unter Wortmüll abzulegen;-) Und zutexten muss ich ja meinen Wauzi nicht, ne?


Gruß, Illi:cu:

manurtb
05.04.2004, 13:39
Wenn Du mit dem Abbruchsignal arbeitest, dann noch eine Ergänzung. Solltest Du das Signal bei einem Jagdverhalten eingesetzt haben, dann achte darauf, dass ein bis zwei Tage danach nochmal das Abbruchsignal ertönt. Dieses Mal aber in einer völlig anderen Situation.
Damit verhindert man, dass der Hund schnallt, dass er es in der Hand hast., wann Du pfeifst.

Abisha
06.04.2004, 11:43
Danke.
Dann werd ich mich jetzt mal an die Arbeit machen. Werd euch dann berichten wie weit wir schon in unseren "Anti-Jagd" Training sind. ;) Achja mit dem Clicker, hatte das immer so gemacht, wenn sie z.B. Vögel sieht, aber bei mir bleibt, bzw. die Vögel ignoriert hatt sie ein Click bekommen. ZweiFragen hab ich noch, du sagtest ja ich soll die Pfeife nur im Ernstfall benutzen. Sollte ich das dann wenn sie das neue abruf Kommando gelernt hatt auch nur in Ernsfällen benutzen? Die Pfeife und das abruf Kommando haben ja jetzt den selben zweck, oder?
LG Christina

Ilona
06.04.2004, 13:29
Hi liebe Christina,

normalerweise würde ja ein Signal wie "Fiffi, hier" genügen, um den Hund zu sich heranzurufen und ihn von allem abzuhalten, was er grad anderes tun wollte. Das wäre der Idealfall. Oftmals reicht aber dieses "Fiffi, hier" nicht aus, um den Hund aus einer Extremsituation abzurufen. Die Gründe seien mal dahingestellt. Deshalb versuchen wir ein neues Signal zu entwickeln (in unserem Fall den Pfiff), um zu erreichen, dass der Hund alles stehen und liegen läßt und sich nur noch um uns kümmert (weil wir für ihn viiiieeel interessanter sind, als das blöde Jagen). Somit hast Du natürlich recht, wenn Du sagst, dass "Hier" und der Pfiff seien eigentlich ein und dasselbe bzw. haben denselben Zweck.

Aber um dem Pfiff noch eine besonders ernste Note zu verleihen, setzen wir ihn nur ein, wenn Not am Mann ist. Das heißt, der Pfiff ertönt dann, wenn der Hund sich grad aus dem Staub machen will, um seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Und nur dann nehmen wir den Pfiff.

Wenn der Hund mit anderen Artgenossen spielt und er soll zu uns kommen (ich rufe ihn also aus dem Spiel ab) oder er bleibt zu lange stehen und schnüffelt und er soll uns aber folgen, sollte ein einfaches "Fiffi, hier" oder ein ähnliches verbales Signal genügen.

Das mit dem Clickern, wenn der Hund nicht den Vögeln hinterher schaut, sondern sich auf Dich konzentriert, ist der richtige Ansatz. Da kannst Du so weiter machen:)

Lieben Gruß, Illi

manurtb
06.04.2004, 14:22
Ich versuchs mal anders zu erklären (in Ergänzung zu Ilona):
Stell Dir mal vor, Dein absolutes Lieblingsfrühstück wäre ein gekochtes Ei. Wenn es das gekochte Ei nur 2 x pro Jahr gibt, dann ist das wie ein Fest für Dich und Du freust Dich vielleicht schon Tage davor.
Wenn Du aber jeden Tag dieses gekochte Ei bekommst, dann wird es zur Gewohnheit und Deine Freude darüber schwächt sich doch merklich ab.
Und so soll dieses Abbruchsignal sein. Supergeniales Leckerlie und nur in den absoluten Ausnahmesituationen. Wenn Du das öfters, als 1 x pro 14 Tage brauchst, dann solltest Du Dir überlegen, an dem Verhalten des Hundes noch anders zu arbeiten, so dass er diesem Reiz noch viel seltener nachgeht.

Samuel
07.04.2004, 01:11
Bei Hunden mit echtem Beutetrieb hat es sich bewährt "kalt" zu üben. Als erstes sollte das Komando sitzen!
IMMER!
Sofort und uneingeschränkt. Was auch immer du wählst (hier! / Pfiff...). Das kann Wochen dauern. Völlig ohne Ablenkung.
Ist das perfekt, so steigerst du die Anforderungen. Ganz langsam und abgesichert (Leine).
Du solltest dir nur im Klaren sein was "Absicherung" heißt. Das heißt wenn sie hört und kommt ----> positive Bestärkung! Alles super.
Wenn sie nicht kommt heißt das Einwirkung. Mit der langen Leine. Das ist differenzierte Erziehung. Arbeiten mit beiden Möglichkeiten.
Natürlich brichst du ihr nicht das Genick. Benuzte doch ein Geschirr. Aber sei hart!
Am Ende soll sie meinen, daß du IMMER die Kontrolle hast.
das heißt für dich im Anfang: Nur Komandos geben die du auch durchsetzen kannst!