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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Hund kann keine Fremden leiden...



Joelina
03.04.2004, 13:00
Hallo...

Ich habe einen jetzt 8 Monate alten Jacky-Dackelmix und eigentlich auch keine Probleme mit ihm.
Er ist selten niedlich, sieht halt aus wie ein zu klein geratener brauner Dalmatiner und seit er ein kleiner Welpe war wollten alle Leute ihn immer betätscheln und so weiter.

Ich habe ihn anfangs selbst entscheiden lassen, d.h. solange ihm das gefiel habe ich es zugelassen. Irgendwann fing es an ihm unangenehm zu werden und er ist so weit es ging geflohen.
Mittlerweile ist er wohl etwas selbstbewusster und knurrt und kläfft die Leute an, die auf ihn aufmerksam werden. Ich persönlich finde das nicht wirklich schlimm - es nervt halt nur, wenn man ständig gesagt bekommt, was für einen gestörten und aggressiven Hund man hat.

Ich persönlich finde sein Verhalten nur natürlich, er will eben nicht von Fremden angefasst werden, das ist alles.

Aber ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll. Was soll ich den Leuten denn entgegnen? Ich kenne keinen Hund der so auf Fremde reagiert und langsam gerate ich ins Zweifeln, ob dieses Verhalten wirklich normal ist. Ist es fair ihm Fremde aufzuzwingen? Solange sie ihn ignorieren, ignoriert er sie auch, muss ein Hund sich denn alles von Fremden gefallenlassen?

Und noch eine Frage beschäftigt mich: Kann ich es überhaupt noch verantworten ihn auf der Hundewiese ohne Leine laufen zu lassen? Was ist wenn da mal ein Mensch kommt der ihn anspricht oder anfassen will und er geht in die Offensive, also greift ihn an. Das ist bisher nicht mal im Ansatz vorgekommen, aber was ist wenn? Ist das nicht zu riskant?

Ansonsten ist er überhaupt nicht im geringsten aggressiv, mit Menschen die er kennt und allen Tieren auch fremden geht er liebevoll um - hat noch nie einen Hund oder einen bekannten Menschen angeknurrt...

Und noch was, passt eigentlich nicht zum Thema, aber: Warum hebt er immer noch nicht sein Bein? Er hat es noch nieee getan, obwohl er schon 8 Monate alt ist. Normalerweise fängt es doch mit 6 Monaten an, oder? Sollte ich deswegen mal zum TA?

Joelina

Rocky
03.04.2004, 19:56
Hallo Joelina!

Also zu Deinem Thema Bein heben: Sam ist jetzt 8 Monate und hebt sein Bein auch erst richtig seit einem Monat.Manchmal ist er sogar zu faul und pinkelt noch wie eine Hündin.Ich glaube wegen dem brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen.Irgendwann fängt das an.
Das mit den Lauten anbellen ist natürlich nervend,aber keine Tragödie.Ich habe eine Bekannte die einen Husky Mischling besitzt.Sie bellt auch jeden Hund und jeden Mensch an der Ihr entgegenläuft.Aber Sie würde nie jemandem etwas tun.Wenn er bellt heißt es noch lange nicht dass er beißt....
Es ist auch oft Unsicherheit bei Hunden.Warst Du in der Welpenschule oder ähnliches?Ich finde es wichtig dass ein Hund von Welpe an(wenn man die Möglichkeit hat) sozialisiert wird.Gegenüber anderen Hunden wie auch(automatisch in der Hundeschule) gegenüber anderen Menschen.
Aber ich weiß nicht ob es an dem liegt.Ich denke eher dass es ein unsicherer Hund ist.Versuche es doch mal mit Bachblüten.Erkundige Dich einfach mal.Weil es ist zwar nicht sehr tragisch wenn er bellt,aber Leute die keinen Hund haben oder kleine Kinder unterwegs beim gassi gehen erschrecken sich natürlich und haben unter Umständen Angst.
Ich glaube dass er sonst der liebste Hundist-wie gesagt-der Husky Mischling ist genauso.


LG Mone
;)

Sofia
03.04.2004, 21:06
Hallo Joelina,

ich würde mir keinen Kopf machen das dein junger Rüde keine fremden Leute mag es ist sein Recht zu zeigen was er mag und nicht es muß ja nicht jeder ihn streicheln es ist ja dein Hund und nicht von der Allgemeinheit. Mein Rüde (jetzt 2 Jahre alt) mag auch keine Fremden wenn ihn jemand anspricht schnuppert er mit langem Hals an der Hose wenn ihm der jenige einigermaßen sympatisch ist, wenn nicht kläfft er gleich zurück, wenn sich jemand runter bückt und ihn streicheln will im vorbeigehen dann springt er mit einem Satz auf die Seite und kneift den Schwanz ein er mag es halt nicht. Ich greife auch nicht jeder Mutter in Kinderwagen rein wenn ich das Baby süß finde und tätschele die Wange, und genau so braucht auch nicht jeder der den Hund süß findet ihn gleich begrapschen.
Ich würde den Leuten die gerade im Begriff sind sich zu deinem Hund runter zu bücken sagen das er das nicht mag und scheu Fremden gegenüber ist das haben eigentlich alle akzeptiert denen ich das gesagt habe und sind weiter gegangen ohne irgendeinen blöden Komentar abzugeben.
Ich fülle mich geschmeichelt wenn jemand mein Hund gefällt und bin auch freundlich zu den Leuten wenn sie den Hund anfassen wollen die sehen dan selbst das er das nicht mag er zeigt das ziemlich deutlich.

LG
Astrid und Leo:cu:

billymoppel
04.04.2004, 17:05
hallo joelina,
ich bin da anderer auffasung: ein hund muss zwar keinen salto vorwärts machen (wie meine moppel), wenn jemand fremdes an ihm interesse zeigt, aber er sollte es gelassen hinnehmen können. alles andere halte ich tatsächlich für gestört. du wirst deinen hund nicht immer kontrollieren können, situationen dafür wird es genug geben. wenn du ihn mal vor einem geschäft anbindest, willst du dann immer schilder aufstellen: "bitte nicht anfassen"? wenn er dir mal weglaufen sollte....so wie du die situation derzeit schilderst, wittere ich dahinter ein unkalkierlierbares risiko.
ich will keine ferndiagnose treiben, warum dein hund ist wie er ist, vielleicht hättest du in seiner welpenzeit tatsächlich dafür sorgen müssen, dass er seine würde behält, aber das muss nicht der grund sein oder nicht allein. auch mangelnder respekt dem wesen mensch insgesamt kommt hier in frage und vieles andere, wie mangelkndes vertrauen in deine person als großer schutzschild, dem sich hund in jeder situation gewiss sein sein kann.
bevor etwas passiert würde ich dir sehr dringend zu einem verhaltenstherapeuthen raten, der sich die situation insgesamt anschaut.
ich bin gewiss kein mensch der von seinen hunden irgendwelche wunderdinge an gehorsam verlangt und nicht bereit ist, ihre persönlichkeiten zu respektieren, aber zum kleinsten gemeinsamen nenner gehört bei mir die oben erwähnte gelassenheit. hat ein hund sie nicht, wie meine moppel anfangs, muss ich etwas tun. bei ihr waren es hauptsächlich ängste, die es abzubauen galt. bei ihr hatte es so durschlagenden erfolg, dass sie sich, überspitzt formuliert, nun fast prostituiert. das ist sicher auch typisch hündin, mein rüde reagiert auf fremde annäherungen stoisch und desinteressiert. wenn er kann, macht er sich vom acker, wenn nicht, erträgt er es. und das sollte zu erwarten sein.
ich glaube, auch mein hunde wissen, dass dieser bereich bei mir absolut nicht nicht zur verhandlung steht, genaus wie ich mir absolut sicher bin, dass meine hunde das teife vertrauen in mich haben, dass ich immer ihr guter geist bin, auch wenn ich nicht anwesend bin.
noch ein beispiel: vor einigen tagen erst kam ich abens aus eine dunklen grundstück (ich bin momentan auf immobiliensuche) und auch die straße war sehr dunkel (in meiner stadt ist - die dritte welt läßt grüßen - aus finanznot jede zweite laterne aus), als plötzlich ein hund vor mir stand, der mit dem grundstück nichts zu tun hatte, und mich anknurrte. so ein halbhoher schwarzer mix. mag sein, dass er sich erschrocken hatte. ich sprach ihn also freundlich an und hielt dabei alle regeln der kunst ein (kein augenkontakt, kein eindringen in seinen bereich). das war der punkt, wo schluss hätte sein müssen und er sich verzieht oder freundlich wird - aber er knurrte und bellte weiter und rannte um mich rum. sein fraule kam dann irgendwann und ich war tatsächlich sauer. nicht, dass ich mir vor angst in die hosen gemacht hätte, ich bin ja nicht ganz unerfahren und wußte, das keine direkte gefahr für mich bestand (zumindest nicht, solange ich nicht wegrenne und schließlich war es auch kein rottweiler, dem ich körperlich nicht gewachsen wäre), aber das ging eindeutig zu weit.
zusammengefaßt: an erster stelle die analyse, die hier aus der ferne nicht zu leisten ist, und dann die gegenmaßnahmen.

lg
bettina

Inge1810
04.04.2004, 17:32
Hallo,
ich sehe es auch etwas anders, denn ein Hund hat nicht das Recht zu entscheiden, wer ihn anfassen darf und wer nicht. Grundsätzlich sollte er so erzogen werden, dass er sich von Jedem anfassen lässt und Frauchen ist dafür zuständig, auchmal die Bremse zu ziehen, indem sie nett, aber bestimmt überflüssiges Getatsche unterbindet.
Ich will auch begründen, warum ich einem Hund nicht die freie Wahl zugestehe. Ein Hund kann nicht unterscheiden, also darf er selbst entscheiden, dass er auf der Strasse nicht angefasst wird, indem er knurrt, bellt, beisst, wird er auch selbst entscheiden, dass z.B. der Tierarzt ihn nicht anfassen darf und dann? Anderes Beispiel, heute ist mir ein Hund zugelaufen. Wir haben eine ganz gut befahrene Hauptstrasse vor der Tür, also bin ich ihm hinterhergelaufen. Ich habe ihn mit Leckerle gelockt, er kam, liess sich von mir die Leine über den Kopf ziehen (Halsband hatte er keins um) und ging bereitwillig zu uns mit. Sein Frauchen bekam ihn wohlbehalten wieder zurück, freute sich sehr, denn sie sind erst vor wenigen Tagen hergezogen und war verständlicherweise überglücklich, dass ihm nichts passiert war. Was wäre aber nun gewesen, hätte dieser Hund selbst entscheiden dürfen, dass Fremde ihn nicht anfassen dürfen? Er hätte das Weite gesucht und wär im schlimmsten Fall vor ein Auto gelaufen. Wenn ich das auf meinen Hund übertrage..... also ich kann nur sagen, ich bin heilfroh, dass mein Hund gelernt hat, dass grundsätzlich jeder Mensch sie anfassen darf und sie kein Recht hat, grimmig zu reagieren. Es könnte ihr das Leben retten und von daher kann ich auch nur allen Haltern von fremdenhassenden Hunden nahelegen daran zu arbeiten, dass der Hund grundsätzlich freundlich zu Menschen ist und sich auch anfassen lässt, solange sich Frauchen nicht einmischt. Es ist unser Job als Hundehalter, den Extremtätschlern Einhalt zu gebieten, aber ganz ehrlich, mich stört es nicht. Es ist uns auchmal passiert, das eine bereits erwachsene Frau wie ein Kind auf uns zurannte und brüllte "ein Labbi.... wie süüüüssss", sich vor meinem Hund auf die Knie warf und anfing wie wild zu knuddeln. Klar denk ich mir meinen Teil und finde es überzogen, aber mein Hund hat sich drüber gefreut und ich mich auch, weil ich einen menschenfreundlichen Hund habe.
Bitte denkt da mal drüber nach, ob es so toll ist, wenn Ihr dem Hund solche Rechte zugesteht, denn wie gesagt, eines Tages könnte der Hund beschliessen den Tierarzt oder einen Menschen, der Eurem Hund helfen will nicht zu mögen.
Grüsse

Sofia
04.04.2004, 18:10
Hallo,

Leo läst sich anfassen vom Tierarzt oder Tierarzthelferin wenn ich das will und bekommt auch geschimpt wenn er nicht ruhig hält auf dem Tisch und wird fett gelobt wenn er schön brav war.
Tja das Risiko muß ich mit Leo wohl eingehen wenn er mal wegläuft nur schwer eingefangen werden kann von fremden Personen aber wenn er richtig Hunger hat geht er zu jedem aus der Hand freßen.
Ich werde meinen Hund nie vor einen Laden binden und ihn dort alleine sitzen lassen bis ich einkaufe das Risiko das er geklaut werden kann gehe ich persönlich nicht ein, lieber lasse ich ihn zu Hause wenn ich in Lebensmittelläden vor habe einkaufen zu gehen.

LG
Astrid:cu:

Joelina
06.04.2004, 14:25
Also erstens - ich würde meinen Hund auch niemals vor irgendeinen Laden anbinden. Wir hatten mal einen grossen Schäferhund, selbst er wurde mehrmals losgebunden und von Fremden vor dem Geschäft betätschelt etc.

Ich bin nicht davon überzeugt, dass Jeder meinen Hund anfassen sollte. Wenn ihr grosse Hunde habt, könnt ihr das vielleicht nicht verstehen, weil ihr einfach nicht so oft damit konfrontiert werdet. Sobald ich mit ihm spazieren gehe, wollen ihn ständig Leute anfassen. Gehe ich in die Stadt, passiert das innerhalb einer halben Stunde so bestimmt 20 mal.
Sein "Süssheitsfaktor!" ist einfach zu hoch! Ständig kommen Kinder und Erwachsene auf ihn zugestürmt und sind völlig aus dem Häuschen, und benehmen sich, als ob sie noch nie einen Hund gesehen hätten. Ein Beispiel von gestern abend:

Kommt so eine betrunkene aufgetakelte Dame samt Gatten des Weges. Sieht den Hund und schreit mit höchster Stimme: "OHHH Günter schau mal!" Gleichzeitig zwei grosse Schritte auf den Hund zugemacht sich über ihn gebeugt und wollte ihn streicheln. Der Hund macht einen Satz zur Seite ich sage: Er mag nicht angefasst werden die Frau startet, obwohl der Hund flieht eine neue Attacke und versucht ihn hochzuheben. Hund fängt bitterböse zu knurren an. Frau kriegt einen Schock, kreischt in der hohen Stimme: "Günter, der Köter fällt mich an!" Mann beleidigt mich und meint von wegen: "Sie sollten einem so gestörten Hund einen Maulkorb anlegen, wenn ich sie nochmal hier sehe zeige ich sie an!" Frau: " Den sollte man erschiessen!" Ich: "Ich hab´s ihnen doch gesagt!" Dann bin ich einfach weggegangen. Nochmal: Mein Hund hat "nur" geknurrt und wenn überhaupt, hat sie ihn angefallen...
Ich kann meinen Hund voll und ganz verstehen. Tatsächlich bin ich persönlich nicht in der Lage ihn vor solchen Übergriffen zu schützen. Selbst wenn ich sage, dass er bissig ist, glaubt das Niemand und auch wenn ich wütend klinge, Passanten setzten sich immer wieder über meine Anweisungen hinweg.

Wenn sich Jemand ihm "hundegerecht" nähert, bellt er nicht, knurrt nicht, ist aber misstrauisch und taut nach einiger Zeit auf. Beim TA hatten wir dementsprechen noch nie ein Problem, im Gegenteil...

Wir sind mit ihm in einer Hundeschule - von Anfang an gewesen! Dort hat man mir geraten souverän zu bleiben, Fremde nicht wütend anzuschreien und es im Notfall dem Hund selbst zu überlassen.

Andererseits habe ich Angst, dass er wirklich eines Tages zubeisst und natürlich habe ich auch ein ungutes Gefühl, ihm eine solche "Macht" bzw Eigenverantwortung zu überlassen. Aber ich kenne keine Alternative.
Soll ich ihn vielleicht festhalten und ihn zwingen sich von allen möglichen Leuten betatschen zu lassen? Oder wie?

Joelina

Sofia
06.04.2004, 16:26
Hallo Joelina,

solche Gestalten werden von mir igoniert und aus dem Weg gegangen da hilft nur noch die Strassenseite wechseln und reden lassen.
Ich werfe solchen Personen selber schon solche giftige Blicke zu das es gar nicht so weit kommt das sie sich zu meinem Hund runterbücken, aber Gott sei dank war es bisher nicht nötig solche Maasnahmen zu ergreifen.
Leo riecht von weitem wenn besofene Leute und geht schon von Weitem einen Bogen um die, bis jetzt war es erst einmal der Fall als er paar Monate alt war und da war es noch zusätzlich Dunkel und da ist er noch vorsichtiger wie sonst.
Mach dir keinen Kopf so lange dein Hund sich anfassen läst vom Tierarzt und er in dich vertrauen hat ist es i.O. so mußt halt aufpassen das er nicht in die Enge getrieben wird und eine Ausweichmöglichkeit hat sonst kann so ein scheuer Hund schon mal schnappen.

Liebe Grüße
von Astrid und Leo:cu:

Samuel
07.04.2004, 00:47
Die Frage ist warum der Hund das Anfassen nicht zulassen will und wie er genau auf das Verhalten reagiert.
Generell denke ich zwar das ein Hund sich nicht von Jedem anfassen lassen muß, aber er draf den Versuch nicht direkt aggressiv beantworten. Soll heißen einem "ängstlichen" Vertreter muß man klarmachen das Schnappen nicht ohne weiteres erlaubt ist. Von einem freien Hund erwarte ich, daß er ausweicht. Evtl. droht.
Leider sehen einige Menschen bei kleinen Hunden darüberhinweg. In meinen Augen ist das zwar ihre Schuld, das Gesetz sieht es aber vermutlich anders.
Deshalb würde ich an seinem Verhalten arbeiten. Zumindest wenn es um angstbedingte Handlungen geht. In der Regel geht nur ihnen keine "ausreichende Warnung" voraus.
Es gibt aber auch durchaus selbstsichere Hunde, die keine Streicheleinheiten Fremder wünschen. Sie geben dieses aber sehr sehr klar zu verstehen!
Allerdings sind kleine Hunde da klar im Nachteil. Wenn meiner einem sagt das er seine Nähe nicht wünscht wird es selbst ein Narr verstehen.
Da es aber Menschen ohne Feingefühl gibt soltest du ein ausgeprägtes Drohen antrainieren, wenn es sich nicht um (wie in den meisten Fällen!) eine beseitigbare Ängstlichkeit handelt.
Dort tust du deinem Hund mit einer geziehlten Desensibilisierung einen großen Gefallen. Dir übrigens auch!
Das zu beurteilen bedarf es aber mehr als eines postings.
Die von dir genannten Rassen (deines Mix) sind nicht gerade für ihre Ängstlichkeit bekannt. Aber du kennst das ja: Jedes Individuum ist einmalig!

Dagi
07.04.2004, 01:57
Hallo Joelina,

Ich kann Dein Problem einerseits total nachvollziehen, ich hab nämlich eine entzückende Rauhaardackeldame ;) Tja, zwei Handvoll Welpe, wer, egal ob Kind oder Erwachsener, konnte da schon wiederstehen? Anfangs fand ich das ja auch ganz toll, dass alle meinen Hund auch so süß fanden. Und ich war froh, denn so bekam sie viel Kontakt zu Menschen. Nach zwei Wochen geht es einem dann auf den Nerv, ich weiß. Wir haben vor allem immer so ca. 10 Kinder vor dem Haus toben, die sich laut "Amyyyyy" brüllend auf den Hund stürzen wollten.
Mir war allerdings damals schon klar, dass DER Schuss gewaltig nach hinten losgehen kann. Also bat ich die Kinder, nicht so stürmisch auf sie zuzurennen sondern einfach ruhig zu kommen und sich hinzusetzen. Klar, dass das für so Kleine von 4 Jahren z.B. nicht so einfach war. Bei den Müttern hatte ich keine Unterstützung. Amy hat deutlich gezeigt durch Beschwichtigen, wenn es ihr zuviel wurde, dann hab ich den Schlussstrich gezogen. Ja, da sollte man schon eingreifen, zum Wohle des Hundes. Auch, wenn sich mehrere Kinderköpfe so sehr zu ihr runterbeugten und sie anfing zu beschwichtigten erklärte ich ihnen, das der Hund sich bedrängt fühlen könnte (sie hatte keine Ausweichmöglichkeit) und sie sich besser einfach nicht so dolle rüberbeugen sollen. Manchmal war ich wütend, sauer (kann man sogar noch irgendwo im Forum lesen :rolleyes: ) manchmal verzweifelt. Denn ich fand das auch lästig. Oder im Vorbeigehen plötzlich, wenn Amy und ich an demjenigen mit dem Kopf schon vorbeigehen, ihr ans Hinterteil tatschen um ja noch mal zu streicheln. Hab ich alles erlebt und erlebe es heute noch. Ja, Großhundhalter kann sich das kaum vorstellen, WIE schlimm das sein kann, und dieses Schnalzen um den Hund auf sich aufmerksam zu machen.

OK, ich habe für Kontakt UND Distanz gesorgt, alles versucht zu dosieren und es hat geklappt. Amy steht auf Fremde und Kinder. Ich habe nicht jeden Kontakt zugelassen, weil mein Hund andererseits auch lernen soll, dass man nicht jeden begrüßen muss, dass ich auch entscheiden kann: nö, jetzt nicht. DAS ist jetzt unser größeres Problem *stöhn*.
Was Samuel schreibt stimmt, i.d.R. sind diese Rassen nicht gerade ängstlich :rolleyes: eigentlich genau das Gegenteil, wobei es natürlich immer Ausnahmen gibt.
Dein Hund hat nun erleben müssen, dass er immer von fremden Menschen bedrängt wurde, was ihm scheinbar so unangenehm war, dass er sie sich heute vom Hals halten will. Für mich eine relativ normale Situation aus dem heraus, wie er es erlebt hat. Nun soll er ja aber "gesellschaftsfähig" sein.
Was auch möglich ist: dadurch, dass Du, wie Du schreibst, wütend den Leuten gesagt hast sie sollen es lassen, hat Hund eine unangenehme Stimmung/Deinen Ärger noch zusätzlich damit verbunden.

Ich würde mich auf die Suche nach einer wirklich GUTEN Hundeschule machen, die eine Desensibilisierungstherapie durchführt. Ruf bei allen verfügbaren an, schildere Dein Problem und frag, ob sie helfen können, guck Dir (ohne Hund) die Schulen erst mal an, wie arbeiten die, arbeiten wirklich z.B. mit Problemhunden oder werden da nur "normale" Erziehungslehrgänge veranstaltet in welchem man dann mal ein paar Minuten auf Dein problem eingehen würde. Ich würde erst mal Einzelstunden nehmen, damit Du wirklich individuell beraten wirst und ein Trainer sich eures Problemes gezielt annimmt. Geh nur dort hin, wo Du wirklich ein gutes Gefühl hast! Frag, ob sie schon mal so ein Problem "bearbeitet" haben, also frag sozusagen nach den Referenzen. Gut wäre auch ein Trainer, der sich die Situation bei euch vor Ort mal anschaut, mal mit euch spazieren geht.
Denn ich glaube kaum, dass wir das Problem hier über das Forum lösen können, sorry. Da muss jemand den Hund UND Dich beobachten um erst mal zu analysieren, was genau dahintersteckt und was man machen kann.

Ich wünsche Dir viel Glück dabei
:cu: Dagi & Amy

PS.: Ein Foto von Deinem Hund würd ich ja gern mal sehen, ich stell mir die Mischung auch äußerst niedlich vor :)