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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wer kennt sich mit der Jagdverordnung aus?



Lattners
30.03.2004, 20:11
Hallo!
In unserer Gegend gibt es Jäger, die mit niemanden einen Streit wollen. Und dann gibt es Jäger, die, wenn sie dich mit deinem Hund sehen, aus dem Auto springen, auf dich zurennen und drohen:" wenn ich euch nochmal sehe, schieß ich den Köter ab!", obwohl mein Hund ca. 5 Meter von mir weg auf dem Weg war.
Darf der Jäger daß? Ich meine, mir drohen, den Hund einfach so abschießen? Ist der Hund nun eine Sache oder wie krieg ich das vom Gesetz geregelt? Wenn ich den Namen des Jägers weiß, kann ich den vorher belangen oder irgendwo anzeigen?
Wenn ich nun mit meinem Hund an der 10 Meter-Laufleine unterwegs bin, und der Jäger einfach schießt, kann ich da was machen oder muß ich wirklich erst warten, bis dem Hund was passiert? Weil (rein theoretisch), wenn der Hund an der 10-Meter-Leine ist, ich hinter einer Hecke bin und der Jäger schießt, tja, was dann?
Ich hoffe, es kann mir jemand helfen! DANKE

Hovi
30.03.2004, 21:52
Hallo,

jedes Bundesland hat sein eigenes Jagdgesetz, und dann gibt es nochmal ein Bundesjagdgesetz (damit´s auch ja nicht zu einfach wird :D).

Allen Jagdgesetzen ist gemeinsam, dass Hunde (zum Leidwesen mancher Jäger ;)) NICHT unter die Rubrik "jagdbares Wild" fallen. Spaziergänger fallen hier leider auch nicht drunter.

Allerdings dürfen Hunde, die "erkennbar Wild hetzen oder reissen" erschossen werden. Das ist allen Jagdgesetzen gemeinsam.

Unterschiede gibt es in den Voraussetzungen. In Ba-Wü zum Beispiel muß der Jäger, bevor er einen Hund erschießt, sogar vorher versuchen, diesen einzufangen! (BaWü ist das einzige Land mit solch einer hundefreundlichen Regelung.)Und er darf GAR NICHT auf den Hund schießen, wenn Herrchen / Frauchen versuchen, wieder an den Hund ranzukommen (unabhängig davon, ob der Hund gehorcht oder nicht).

Wie gesagt, so steht´s im Landesjagsgesetz BaWü.

Je nach Bundesland, in dem Du wohnst, kannst Du die aktuellen Gesetze über google rausziehen.

Grüßle
Claudia

changale
31.03.2004, 09:19
Hallo Lattners,

schau mal hier unter G&V nach dem Thema "Haftung bei Wildschaden". Da haben wir schon ausgiebig diskutiert ;) wie das so ist. Auch gibt's - wenn ich mich richtig erinnere - ein paar Links zu Gesetzten bzw. Auszüge aus Gesetzen.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

OESFUN
31.03.2004, 10:49
In der April Ausgabe der Zeitschrift "Der Hund" gibt es Auszüge für jedes BL hinsichtlich der Vorschriften.

LG Birgit

billymoppel
03.04.2004, 08:38
hallo lattners,
allen jagdgesetzen ist aber gmeeinsam, dass der abschuss in von dir genannten situationen nicht gestattet ist. was noch viel weniger gesttattet ist, ist die drohung damit. von daher: beim nächsten mal: sofort ab zur polizei und anzeige wegen nötigung erstattet. nötigung ist kein kavaliersdelikt! auch wenn du den namen des jägers nicht kennst! das ist sache der polizei/staatsanwaltschaft, zu ermitteln, wer in einem gewisssen gebiet das jagdrecht ausübt und dann eine gegenüberstellung zu machen (geschieht bei uns per foto). und schöne datillierte angaben machen: zeit, genauen wortlaut, ort. derjenige,der sich gut erinnern kann, ist immer im vorteil. und niemals eine drohung mit einer drohung beanworten, das unrecht anderer gibt einem nicht das recht, selber unrecht zu tun. (mal abgesehen von notwehr in krassen fällen)

lg
bettina

Saka
09.04.2004, 18:19
Hallo zusammen,
hier ist es genauso,mich haben auch schon diverse Jäger angemacht, obwohl Rusnik an Leine von wegen Hund abschießen etc.
Einmal lag Rusnik (angeleint) im Platz, weil ein Traktor vorfuhr wo dann 8 Jäger mit ich weiß nicht wievielen Hunden raussprangen. Die Hunde unangeleint auf mich und Rusnik zu, plus ein Jäger, der mich dann fragte ob mein Hund nicht erzogen sei. Rusnik stellte sich hin und hörte auch nicht auf mich in dem Moment und knurrte. Naja, es kamen 10 fremde Hunde auf uns zu plus ein Mann mit Gewehr. Er meinte ich sollte besser aufpassen, sonst passiert noch was. Ich sagte gar nichts und ging.
Vor allem, was mache ich, der Jäger sitzt auf seinem Baum und schießt, wie kann ich nachweisen, das mein Hund nicht gejagt hat und das er es war?!
Saka

kallewirsch
10.04.2004, 17:48
hallo ihr lieben foris,

auch in rheinhessen gibt es die netten Revierförster und die meistens nicht so netten "Jagdpächter". Das sind bei uns echt zwei paar Schuhe. Erste Kategorie hat dich sehr gut im Blick und weiß ob dein(e) Hund (e) jagen oder nicht. Die haben mich auch schon angehalten und mich gelobt für die gut erzogenen Wauzis und erklären dir die Stellen, an denen es besser wäre deine Hunde an der Leine zu führen. Die sind aber auch im "öffentlichen Dienst" und können bei Vergehen ziemlich heftig belangt werden. Die zweite Kategorie holt gerne mit dem Vorschlaghammer aus um dir zu beweisen wie machtvoll sie doch sein könnten. Leider ist aber auch Tatsache, dass hier in unserer Gegend in den letzten zwei Jahren schon 6 Hunde getötet wurden, einer davon war sogar an der Schleppleine. Trotz mehrfacher Anzeigen ist da aber nix passiert, weil es leider keine Zeugen gab. So hat besagter Jagdpächter immer noch diesen Schein und wir Hundehalter scheinen machtlos. Der Artikel in "Der Hund" ist übrigens sehr gut, dennoch hat mich überrascht, dass sich die Landesgesetze kaum voneinander unterscheiden. Wir haben es hier jetzt so geregelt, dass wir ausgedehnte Spaziergänge (2-4Stunden plus) mit mindestens zwei Leuten unternehmen, damit wir zur Not Zeugen aufweisen können und uns dann auch sicherer fühlen.

Hoffentlich passiert uns allen diesbezüglich nichts! Das wäre ein echter Alptraum :0(

Viele Grüße von

Bettina und der Essenheimer Rasselbande

Lattners
12.04.2004, 17:36
Das ist ja das Problem, das man zu zweit sein muß, um beweisen zu können, daß der (erschossene) Hund an der Schleppleine war, daß der Hund nicht gejagt hat.
Aber mal was anderes: ich hab mich schon bei der Polizei befragt, ob ich vorher was machen kann, wenn der Jäger mir das nur androht. Der Polizist hat mich darüber "aufgeklärt", daß ein Hund eine Sache ist, und die Androhung einer Sachbeschädigung ist nicht Strafbar. :confused: Stimmt das noch, oder ist der Hund nun ein Tier? Hat sich das Tierschutzgesetz nicht geändert?

Yuma
14.04.2004, 17:34
Bitte dran denken das jetzt Brut-und Setzzeit ist!!!
Jetzt erst recht auf die Hundis aufpassen und jeder der auch nur ansatzweise jagenoder hetzen will gehört an die Leine!
Ich bin selbst keine Jägerin, viele hier sind auch ungeniessbar, aber ich denke im Interesse der anderen Tiere ist hier jede Menge Rücksicht gefragt!
Die Jagdgesetze der einzelnen Bundesländer gibts hier:

http://www.animal-learn.de/waldgesetze.php


LG

Hovi
14.04.2004, 17:43
Original geschrieben von Lattners
Der Polizist hat mich darüber "aufgeklärt", daß ein Hund eine Sache ist, und die Androhung einer Sachbeschädigung ist nicht Strafbar. :confused:


:rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

Hallo,

Das Töten eines Hundes ohne vernünftigen Grund ist BEIDES: Sachbeschädigung nach dem StGB und ein Verstoß gegen das TierSchG.

Vorsätzliche Sachbeschädigung ist SELBSTVERSTÄNDLICH strafbar. Ich frage mich, was der liebe Kollege macht, wenn er zu Reifenstechern gerufen wird oder zu Jugendlichen, die Autos zerkratzen...wahrscheinlich nichts, weil Sachbeschädigung nicht strafbar ist?

Weiterhin ist ein Verstoß gegen das TierSchG § 1 (Töten eines Wirbeltieres) mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren bedroht und damit ein Vergehen.

LG
Claudia

Lattners
14.04.2004, 19:45
Die Androhung einer Sachbeschädigung ist nicht strafbar

Nein, die Straftat ist schon strafbar. Ich habe gemeint, daß die Androhung, also er droht mir mit dem Erschießen, das soll nicht strafbar sein (was ich auch nicht begreife). Also, die Androhung kann ich nicht anzeigen. Logisch, daß ich die "Sachbeschädigung", also das Erschießen meines Hundes, schon anzeigen kann.

Jetzt, im Frühling, leine ich meine Hunde im Wald immer an, und auf unübersichtlichen Gelände auch, also ich kann die Jäger schon verstehen.

Hovi
14.04.2004, 20:17
Hallo,

achso, dann habe ich das mißverstanden.

Die Androhung einer "Sachbeschädigung" ist in der Tat nicht strafbar... aber hier greift nun wieder der Umstand, dass ein Hund nunmal DOCH keine Sache ist.

Das Ganze ist etwas verwirrend. Fakt ist, dass die Drohung des Jägers, Deinen Hund zu erschießen, dann eine Nötigung ist, wenn er Dich damit zu einem Handeln (oder Unterlassen) zwingen will.

Eine Nötigung setzt die Androhung eines "empfindlichen Übels" voraus, welches nicht durch die Rechtsordnung gedeckt ist. Sagt der Jäger z. B.: "Sobald Sie Ihren Hund von der Leine machen, knalle ich ihn ab!" dann ist das eine Nötigung, weil das Erschießen Deines Hundes für Dich a) ein "empfindliches Übel" darstellt (unzweifelhaft) und b) hier nicht rechtens wäre.

Sagt der Jäger allerdings: "Sobald ich den Hund beim Wildern erwische, knalle ich ihn ab", so liegt keine Nötigung mehr vor, weil das Erschießen des Hundes dann rechtens ist. Ich hoffe, ich konnte das halbwegs verständlich rüberbringen?

Die Androhung, den Hund zu erschießen, kann also durchaus den Tatbestand der vollendeten Nötigung erfüllen, wenn ihr diese Drohung ernst nehmt!

Grüßle
Claudia

Saka
15.04.2004, 20:01
Hallo zusammen,
war gerade auf der Seite animal - learn. de.
Was genau heißt Wild aufsuchen?
Wenn mein Hund 10m hinter mir die Nase in die Luft hält, dann 3 Schritte richtig Feld geht und ein Fasan fliegt hoch. Hat sie ihn dann aufgespürt:?:
Sie jagt nicht hinterher.
Saka

chesterfield
21.04.2004, 22:19
Original geschrieben von billymoppel
hallo lattners,
allen jagdgesetzen ist aber gmeeinsam, dass der abschuss in von dir genannten situationen nicht gestattet ist. was noch viel weniger gesttattet ist, ist die drohung damit. von daher: beim nächsten mal: sofort ab zur polizei und anzeige wegen nötigung erstattet. nötigung ist kein kavaliersdelikt! auch wenn du den namen des jägers nicht kennst! das ist sache der polizei/staatsanwaltschaft, zu ermitteln, wer in einem gewisssen gebiet das jagdrecht ausübt und dann eine gegenüberstellung zu machen (geschieht bei uns per foto). und schöne datillierte angaben machen: zeit, genauen wortlaut, ort. derjenige,der sich gut erinnern kann, ist immer im vorteil. und niemals eine drohung mit einer drohung beanworten, das unrecht anderer gibt einem nicht das recht, selber unrecht zu tun. (mal abgesehen von notwehr in krassen fällen)

lg
bettina

ohne Zeuge wird die Beweispflicht schwierig,
meist sind die Jäger bzw. die sogenannten Jagtherren Promis und da rufe mal die Polizei, es sei denn da ist schon mal was vorgefallen, sonst hast Du schlechte Karten

Ekle
29.04.2004, 10:08
Hallo,

betrifft zwar nicht jagen oder schießen, aber unser Erlebnis mit Jägern und Polizei.

Wir hatten unseren Hund gerade erst 2-3 Wochen. Er war 3 Jahre alt, etwas verschüchtert und demzufolge an der Laufleine. Kommt ein Herr mit Knarre und freilaufendem Jagdhund. Diesen nimmt er frei bei Fuß. Unserer lief mittlerweile auch an kurzer Leine nebenher.

Auf gleicher Höhe stürzt der Jagdhund vor und auf unser Hundi drauf. Der hat null Chance gegen den bedeutend größeren Hund. In einem Reflex greift Herrchen zu und hebt unser Hundi hoch, wird dabei aber von dem fremden Hund gebissen. Ob unserem Hundi etwas passiert ist ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Jäger hat mittlerweile auch seinen Fiffi erwischt und prügelt erst mal kräftig auf ihn ein. Nach seiner Adresse gefragt, gibt es diese Antwort: Nee, die sag ich ihnen nicht. Ich weiß was sie vorhaben. Spricht es, dreht sich um und haut ab.

Mein Freund dann zur Polizei. Nach einiger Wartezeit der erste Kollege: Nein, da sind sie hier verkehrt. Da müssen sie eine Etage höher. Dort: Wer hat sie denn zu mir geschickt? Nein, für sowas sind wir nicht zuständig - wenn ihr Hund von einem anderen angegriffen wird. Und ohne Adresse kann man da schon garnichts machen. Dritter Kollege: Gehen sie erst mal ins Krankenhaus. Sie tropfen uns mit ihrem Blut ja den Fußboden voll.

:confused:

Später haben wir versucht diesen Jäger selber ausfindig zu machen. Die Jagdpächter selbst waren es nicht, aber man ließ anklingen, daß man meinte, daß es sich um einen bekannten Gastjäger handeln würde. Aber Namen und Adresse, nein, die konnten wir nicht bekommen. Keiner wollte sich in die Nesseln setzen. :mad:

Fazit:

Ist man allein, hat Jäger immer die besseren Karten.

Beißereien interessieren bestenfalls das Ordnungsamt.

=> Ich glaube nicht wirklich daran, daß irgendjemand bei der Polizei auch nur einen Finger krümmen würde, wenn ich dort hingehen würde, um eine Bedrohung durch einen möglicherweise schießwütigen Jäger anzuzeigen.

Da hilft wohl nur Selbsthilfe und sich zusammentun, wenn man so einen in der Gegend hat.

Bei nicht ganz so krassen Typen, hat es sich bei uns bisher als hilfreich erwiesen, wenn man die entsprechenden Gesetzestexte mit Paragraphen gleich herunterbeten konnte. Meist haben diese Leute diese nämlich nicht im Kopf und sind erst mal mundtot.

Viele Grüße Ekle

Hovi
29.04.2004, 10:26
Hallo Ekle,

bei Bedrohung MÜSSEN die Polizisten einen Finger krumm machen, denn hierbei handelt es sich um eine Straftat. Da hilft ihnen keine Ausrede etwas.

Bei Beissereien zwischen Hunden liegt eigentlich tatsächlich kein Fall für die Polizei vor. Es ist ja kein Straftatbestand erfüllt. Nichtmal Sachbeschädigung, weil diese nur dann eine Straftat ist, wenn Vorsatz da war (d. h., der Hund muß auf den anderen Hund absichtlich gehetzt worden sein).

In diesem Fall (Hund reißt sich los und beißt anderen Hund, Hundehalter haut ab) bleibt eigentlich nur der Gang zum Rechtsanwalt. Der hat die Möglichkeit, bei der Landesjagdbehörde nachzufragen, wie die Adresse dieses Jägers ist.

Was die Hundeattacke an sich betrifft, so wäre das Ordnungsamt zuständig.

Gruß
Claudia

tomcatmerlin
02.05.2004, 19:51
hallo,

habe da eine sehr dringende frage, hoffentlich kann mir da jemand schnell weiterhelfen.

bei uns ist gerade ein jäger unterwegs, der mit seinem jagdhund zu zeit täglich auf fuchsjagd geht, er hat es auf die kleinen abgesehen. sein hund schnappt sich den „welpen“, trägt ihn dann zum auto. dabei quietscht und schreit der fuchswelpe im todeskampf, bis zum schluss natürlich alles ein ende hat.

das waldstückchen, in dem sich die füchse befinden, ist nur ca. 30/100m gross, liegt mitten zwischen den feldern, gleich am beginn des feldbereichs, nicht weit weg vom parkplatz.

kann mir jemand schnellstens mitteilen, wo ich tierschutzrechtlich etwas finde, damit man gegen diesen mann vorgehen kann, er ist täglich unterwegs, da er noch nach 8 weiteren kleinen sucht.

es ist wirklich sehr wichtig für mich heute noch informationen zu kriegen, damit ich es morgen gleich stoppen kann.

für mich wäre es wichtig zu erfahren, wann man füchse „beseitigen „ darf, und ganz wichtig, welche vorgehensweise darf angewandt werden. müssen die füchse, wenn schon, dann nicht wenigstens eingefangen werden, mit ähnlichem wie z.b. katzenfallen, um sie dann einzuschläfern.

ich kann es nicht glauben, dass es erlaubt ist, die füchse in ewigem todeskampf dem hund frei zu geben !!!!!!

bitte dringendst um hilfe.

die polizei interessiert das NATÜRLICH in keinster weise was da geschieht.

viele grüsse

renate