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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sally, ein "verhaltensauffälliger Hund"? Fragen über Fragen - Hilfe!!!



Krissi77
22.03.2004, 21:57
Hallo!

Unsere Sally (2 Jahre, seit 5 Monaten bei uns) hat ja ein paar Macken, die hier auch schon diskutier wurden (Leinenagression, Verbellen von allem was sich bewegt aus dem Auto usw.). Jetzt waren wir beim Tierarzt und der meinte, sie sein "verhaltensauffällig", da sie wohl als Welpe nicht ausreichen sozialisiert worden wäre und daher verschiedene Defizite hätte, was bei ihr Ängste auslöst. Zum anderen sei sie aber auch dominant gegenüber uns. Uns wurde eine Verhaltenstherapie ans Herz gelegt. Kennt hier jemand die Hundeschule "Amorok" bei Bitburg / RLP für sog. Problemhunde???

Und noch eine Frage: Der TA meinte auch, dass aus Labbi und Berner Sennen häufig eine schwer zu handelnde Mischung herauskommen würde. Kann es sein, dass das stimmt? Wenn ja, warum?

Sind seit diesem TA-Besuch etwas geknickt...
Wie sehen denn die Erfolgschancen bei so einer Therapie aus?

verwirrte Grüße,
Kristina

Samuel
22.03.2004, 23:52
Angstverhalten ist aus dem Beschriebenen zu erkennen. Das ist leider nicht selten. Meist ist wirklich mangelnde Sozialisierung der Grund, bei jüngeren Hunden kann häufig noch sehr viel "gerettet" werden. Nur wirst du Geduld brauchen.
Es gibt aber auch Hunde (meist bestimmter Rassen), die ähnliches Verhalten auf Grund genetischer Disposition zeigen. Hier kannst du fast immer nur recht geringe Erfolge erzielen.

Die von dir erwähnte Mischung halte ich persönlich nicht grundsätzlich für besonders problematisch. Wie dein Tierarzt darauf kommt mag ich nicht zu beurteilen.

Wo erkennst du dominantes Verhalten gegenüber euch? Wie äußert sich das? Die "Mischung" schlecht sozialisierter, ängstlicher Hund mit "Dominanz" gegen die eigene Familie ist wirklich selten. Oft resultiert sie aus groben Fehlverhalten der Bestizter. Auch hier wären die Erfolgsaussichten, bei Einsicht und Änderung, recht gut.

Also erstmal kein Grund geknickt zu sein!

Cornelia
23.03.2004, 06:30
Naja, wie der Tierarzt darauf kommt, dass aus dieser mischung häufig Probleme entstehen, kann ich mir daraus erklären, dass es beides im Moment absolute Moderassen sind.
Also schon die Elternteile meist "reinrassig, ohne Papiere" von irgendeinem "Züchter" in der Umgegend geholt worden sind.
Wenn dann aus zwei solchen Hunden ein Mix entsteht, ist das nicht ein automatisch robuster und gesunder Hund, weil ja Mischling, sondern eben möglicherweise ein Hund mit Defiziten in Sozialverhalten und Prägung.
Ansonsten stimme ich dem Vorschreiber zu, nur Geduld!

Christina2012
23.03.2004, 10:57
hey kristina. ich will dir mal ein bisschen mut machen. mein jonny war genau so. er ist ein labrador-schäferhundmischling mit sonstnochwas... er hat in seiner sturm und drang phase auch alles angekeift, was sich bewegt hat, war "aggressiv" an der leine und hat sich gerne kinder "geschnappt" um zu zeigen, dass er dominant ist. wahrscheinlich, da sie kleiner sind, hatte er weniger angst. also mit geschnappt meine ich er hat sie angeknurrt und ihnen nicht gehorcht ect.
ich war auch bei einem tierarzt, aber bei einer sogenannten verhaltenstherapeutin, die mir auch bestätigt hat, dass jonny
verhaltensauffällig sei. sie riet mir zu einer hundeschule, zu der ich aber nie gegangen bin, da ich die blöd fand. hab auch schon den namen vergessen. sattdessen war ich bei einer hundeschule die ich ganz gut fand. leider hatte sie auch ihre schlechten seiten, was ich aber erst durch dieses forum geschnallt habe. naja sinn und zweck dieser hundeschule war, dass man mit viel belobigung, aber auch mit, ja wie sag ich das jetzt am besten, dass nicht alle denken, dass mein wuffi dort gequält wurde.... mhhh, vielleich strenge. wenn er etwas getan hat, was gut war musste ich richtig ausflippen vor freude. hohe stimme, rumspringen, bällchen oder leckerlie ect. wenn etwas war, was absulut nicht geht (einen anderen hund angefallen, wenn der an uns vorbei ging....) musste ich ganz wütend an der leine ziehen (ich weiß ich weiß, stößt arg auf kritik!!!) und "pfui ist das" schreien. heute denke ich auch, dass das leinenrucken nicht die beste methode ist. es hat aber geholfen und ich denke nicht, aus angst. jonny ist heute ein sehr lieber, verspielter und freudiger hund. total aufgeschlossen und interessiert. immer wenn ich damals mit ihm gegangen bin und er z.b. auf ein fahrrad zugerannt ist und geknurrt hat ect. habe ich ihn in die leine laufen lassen und diesen tollen satz gerufen.... das zauberwort in der hundeschule war positive bestärkung, also habe ich viele dinge mit ihm gemacht, die eigentlich sinnlos waren, aber ihm gezeigt haben, was für ein toller hund er ist und dass er keine angst haben muss.
z.b eine kleine mauer. da musste er rauf. er hatte total angst, aber ich wollte das und habe ihn währenddessen total vollgetextet. feini, toller jonny, ja, feier hundi, toll, feiniiiiii!!! den ganzen kram halt ;) naja, beim zweiten mal hatte er schon den schwanz oben, dann hat er gewedelt, heute liebt er es auf mauer zu laufen. oder eine plastikplane. er hatte so angst vor der. aber ich bin 20 mal mit ihm an der plane vorbei gelaufen. wieder das gleiche wie bei der mauer. erst angst und sträuben, dann mutig und später hats ihm nix mehr aus gemacht...

ich will mit alledem nur sagen, dass du den mut nicht verlieren darfst. man kann das problem in den griff bekommen. viel üben, auch im alltäglichen leben und nicht nur in der huschu. und noch ein tip, such dir eine hundeschule, die aktiv unterrichtet. wo nicht nur der trainer am rand steht und komandos gibt, sondern eine, wo auch die hunde miteinander arbeiten müssen, die auch den huschu-platz mal verlässt. wir waren im einkaufszentrum und dem bahnhof. ich habe mich von den angeboten dort schon wohl gefühlt. er hat auch ponnys, autos, briefträgerausrüstungen und knallsachen verwendet. (knallen macht jonny jetzt nichts mehr aus :wd: )

also, ich wünsche dir ganz viel mut und viel erfolg

LG christina

Griffon
24.03.2004, 14:53
Hallo Kristina!

Warum man aus der Deiner Beschreibung ein Angstverhalten deuten kann ist mir schleierhaft - dafür hast Du viel zu wenig von den Verhaltensweisen Deines Hundes beschrieben. Kennst Du die Vorgeschichte Deines Hundes?
Kannst Du ein wenig ausführlicher beschreiben, wie er auf seine Umwelt reagiert?!
Man muß nicht immer gleich eine Verhaltenstherapie machen, manchesmal reichen Tipps einer guten Hundeschule.

Gruß Jutta

Krissi77
24.03.2004, 15:05
Danke an euch für die aufmunterneden Worte!!!

@Samuel
Also das mit der Dominanz kann ich auch nicht so richtig nachvollziehen. Sie lässt sich alles wegnehmen und hat uns noch nie angebellt oder sowas. Der TA führte ihre Leinenagression und die übertriebene Revierverteidigung (Auto und Wohnungt) wohl auf ein Dominazproblem zurück: "Ich bin hier der Chef". Aber sie ist uns gegenüber noch nie böse geworden. Es könnte aber durchaus sein, dass sie aufgrund der Erfahrungen bei ihrem vorherigen Besitzer (der sie als Welpe sehr unzureichend sozialisierte und sie später viele Stunden täglich draussen ankettete und wohl insgesamt sehr wenig Zeit für sie hatte) Probleme hat sich in unser soziales Gefüge (Rudel) zu integrieren und ihren Platz zu finden (idealerweise am unteren Ende der Hierarchie).

@ Christina
Danke für deinen Erfahrungsbericht!
Werde mich mal nach einer tollen HuSchu umsehen. Waren mit ihr in einem ganz gewöhnlichen Anfängerkurs, das Seltsame ist, dass sie sich da ganz normal benommen hat. Sie ist auch sehr lernfreudig, kannte vorher garkeine Kommandos und lernte in nur 10 Stunden Sitz, Platz, Bleib und Kehrt und läuft schon super ohne (und NUR ohne) Leine. Was wir jetzt brauchen ist wohl jemand, der uns hilft, ihr Angstproblem zu therapieren und ihre beklopptes Verhalten an der Leine...

Kristina

Ilona
24.03.2004, 15:59
Hi Kristina,

bis Du jemanden gefunden hast, der Euch bei den Ängsten und dem Leinenproblem hilft, kannst Du mal folgendes versuchen.

Aggression an der Leine (Angstaggression?):

Binde Dir doch mal beim Spaziergang die Leine um die Hüften und geh mit den Händen nicht dran. Schau, wie sich der Hund benimmt, wenn er kein Kommando über Deine Hände bekommt. Wir machen so vieles unbewußt, dass es einen Versuch wert ist, um zu prüfen, ob die Leinenprobleme nicht mit dem Führen an der Leine durch Dich zu tun haben.

Versuch es mal, wäre interessant zu wissen. Natürlich werden sich Eure Probleme dadurch nicht sofort lösen lassen. Aber man kann ja mal Ursachenforschung betreiben;)

Grüßle, Illi

Griffon
24.03.2004, 16:16
1.Einen angstaggressiven Hund werdet ihr kaum in einer Hundeschule als ruhigen Hund entdecken, da er dort den Reizen ausgesetzt ist, die seine Angstaggression auslösen: Andere Hunde, andere Menschen, an der Leine und unangeleint.
2. Einen angstaggressiven Hund fasst so schnell keiner an der Leine an - meist wird der eigene Hundehalter am anderen Ende durch eine Übersprungshandlung mal ganz schnell geschnappt !
3. Darf man ,,den wilden Mann" markieren an der Leine auch als ganz normales Verhalten werden - er /sie hat eben an der Kette nicht gelernt, dass ,, andere" am Strick weder ihm noch seinem Frauchen etwas tun.
4. Bellen im Auto - kann verschiedene Ursachen haben: Als Kettenhund war er weniger im Auto unterwegs und mag es nicht, oder - das, was sich um das Auto herum bewegt, könnte zur Gefahr für das Rudel werden. EinKettenhund (auch zeitweilig) entwickelt durch seine etwas einseitige Haltung (Fremde betreten das Grundstück und er kann nicht an Sie heran) eine Verhaltensstörung - oder einen ausgesprochenen Schutztrieb. Da sind die Berner nicht ganz ohne.

Das Autofahren kann man ihm mit Leckerli (füttern im Auto etc.) schmackhaft machen - der Gang an der Leine ebenfalls durch Ablenken mit Leckerli.

Mit dem Wort Angstaggression geht man besser ganz vorsichtig um und nutzt es nur dann, wenn diese Störung (meist umkorrigierbar) auch wirklich vorliegt.

Jutta

Krissi77
24.03.2004, 19:00
Hallo Jutta,

hab das Wort Angstaggression nie benutzt, aber es ist wohl ganz offensichtlich so, dass Sally verschiedenen Dingen/Situationen gegenüber Angst empfindet aufgrund der fehlenden Sozialisierung. Aggressiv reagiert sie in solchen Situationen eigentlich kaum.

Sie fährt gerne Auto, gar kein Problem, nur wenn jemand dem Auto zu nahe kommt (Beispiel Zebrastreifen oder Ampel, oder auf dem Bürgesteig beim Ausladen der Einkäufe) flippt sie aus. Ich denke das ist eher Revierverteidigung oder wie du das nennst Schutztrieb.

Auch ich denke nicht, dass sie angstaggressiv ist. In machen Situationen ist sie schreckhaft aber das sind 2 Paar Schuhe. Da geb ich dir voll und ganz Recht!

Griffon
25.03.2004, 10:09
Hallo Kristina!

Nein...Du hast nicht von Angstaggression gesprochen...aber die beiden Anderen gingen bereits verbal in diese Richtung...und das ging mir dann zu weit.

Man muss ja nicht aus einem relativ normalen Verhalten ein riesiges Problem machen...zudem, meine Hündin bewacht im Auto genauso uns und das Auto.
Das ist ganz normal.

Also, nur Mut! In der Hundeschule zeigt man dir ein paar Tricks, dass der Hund nicht in der Leine steht.
-------
Versuche es auch mal so: Kommt Dir von weitem jemand entgegen, bei dem Sally in der Leine steht, dann lass sie vorher absitzen und lenke sie ab. Bei Wohlverhalten belohne sie, bei aggressivem Verhalten ignoriere sie.
Das kannst Du aber erst versuchen, wenn sie Deine Grundkommandos befolgt, sonst floppt die Aktion. Du hast ja geschrieben, dass sie erst 5 Monate bei Euch ist.

Viel Glück, Gruß Jutta

Christina2012
25.03.2004, 10:27
Man muss ja nicht aus einem relativ normalen Verhalten ein riesiges Problem machen...zudem, meine Hündin bewacht im Auto genauso uns und das Auto.

also tut mir leid, aber für mich ist sowas ein großes problem... ich selber möchte auch nicht, dass ich in meiner nachbarschaft rumgehe und von allen seiten von hunden angeknurrt und angebellt werde, nur weil das ein natürlicher wachinstinkt des hundes ist. ich denke schon, dass es ein problem ist und man dem hund zeigen muss, wo wache angebracht ist und wo nicht...

LG christina

changale
25.03.2004, 10:42
Hi,

territoriale Dominanz ist ein ganz normales Verhalten bei Hunden. Das soll natürlich nicht heißen, dass Dein Hund alles verbellen soll was sich in der Nähe Eures "Territoriums" befindet, aber dass ein Hund negativ darauf reagiert, wenn jemand in sein Territorium eindringt ist völlig normal.
Unsere Leika läßt auch jeden bis zur Haustür, sollte man sich aber unbefugt Zutritt verschaffen wollen (sprich: Einbruch), dann kann sie schon ganz grantig werden. Das ist jedoch für mich "normales" Verhalten...

Ich muß Ilona Recht geben. Wir übertragen unbewußt eine Reihe von Signalen auf unsere Hunde, die diese natürlich sofort erkennen und dementsprechend reagieren. Wie schnell nimmt man die Leine kürzer wenn ein anderer Hund entgegenkommt. Das macht man manchmal so unbewußt, dass man es selbst gar nicht mehr merkt. Und natürlich, der Hund wertet das natürlich als Signal...

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

Krissi77
25.03.2004, 18:18
@ Jutta
Für mich ist es schon ein Problem wenn ich mit Sally früh morgens raus gehe und sie jedes 2 Schulkind ankläfft und anspringt. Ich finde das nicht normal und möchte das auf jeden Fall ändern.
Sie ist ja schließlich kein kleiner Hund sondern wiegt 40 kg und ich kann sie kaum halten wenn ein anderer Vierbeiner kreuzt. Auch das möchte ich ändern. Ich will halt was tun bevor mal was Schlimmeres passiert. Manchmal wirkt sie unberechenbar. Ich "!mache" da kein Problem draus, das IST ein Problem. Nicht nur für uns sondern auch für unsere Mitmenschen und -hunde.
Ablenken mit Leckerli kann man sie wenn sie einen anderen Hund sieht überhaupt nicht, sie ist dann total fixiert, auch auf Kommandos hört sie dann nicht mehr. Haben wir schon alles versucht. Das mit der Therapie überlegen wir uns ja nur deshalb weil wir wirklich keine andere Möglichkeit sehen.

@ Petra
Ich gebe dir recht, dass es natürlich so ist dass der Hund viele unbewusst gesendete Signale von uns wahrnimmt. Aber es ist schon so oft vorgekommen, dass ich irgendetwas gar nicht gesehen hab (wir gehen den Bürgesteig lang, jemand steigt HINTER uns aus einem Auto und sie flippt aus) und daher gar keine Signale hätte "schicken" können.
Natürlich hab ich mittlerweile schon etwas Bammel wenn uns ein Hund entgegen kommt, aber ich versuche ganz bewusst mir nix anmerken zu lassen. Logisch geht das nicht immer.
Bei meinem Freund ist es übrigens so, dass er mit ihren "Aussetzern" allein aufgrund seiner Größe und Kraft besser klar kommt und er da überhaupt keine Angst hat und da passiert´s auch regelmäßig dass sie ausflippt.

Liebe Grüße,:(
Kristina

chatfrosch
29.03.2004, 08:01
HAllo Kristina!

Da ich das Kräfteproblem sehr gut kenne, würde ich Dir ein Halti empfehlen.

Erstens kann ich damit meinen Hund in jeder Situation halten, was mit einem normalen Halsband nicht unbedingt möglich war. Außerdem kannst Du ihren Blick von dem Objekt (Hund, Kind usw.) abwenden.

Viele Grüße
Claudia

sandinchen
29.03.2004, 09:16
Hallo Christina,
ich kenne das mit dem "Bammel" auch sehr gut. Mein Hund fand bis zu einem Alter von etwa 1,5 Jahren auch alle Hunde nett und toll. Er begrüßte alle freundlich, egal ob mit oder ohne Leine. Doch von heute auf morgen fing er auch auf einmal an, an der Leine Theater zu machen. Er rannte in die Leine und machte einen auf großer böser Hund. Warum? Weiß ich bis heute nicht wirklich.
(Menschen sind für ihn immer toll.)

Ich habs probiert mit positiver Bestärkung. Sobald ein Hund in Sicht war, hab ich ihn mit Leckerli voll gestopft, damit der fremde Hund für ihn eine positive Bedeutung bekommt. Auch mit einem Ball hab ich ihn abgelenkt, was mal mehr, mal weniger gut funktionierte. Doch es gab immer wieder Vorfälle, wo alle Ablenkung und positive Bestärkung nicht ausgereicht haben.
Meine damalige Trainerin hat mir empfohlen, einen großen Bogen zu gehen, was ja auch Sinn macht, doch was ist mit den Situationen, die man nicht vorhersehen kann, wie du ja auch immer wieder leidvoll erfahren musst.
Vorrausschauend handeln sollte man mit einem Hund immer, aber ich finde, man muss seinem Hund auch so weit vertrauen können, dass man nicht ständig in Alarmbereitschaft stehen muss, denn das stresst einen doch ungemein. Man fühlt sich hilflos. Man wedelt mit den Leckerli, mit dem Ball... Und was macht der Hund dann? Er merkt unseren Stress doch sofort. Er glaubt wir hätten die Sache nicht im Griff und übernimmt kurzer Hand die Führung. Und ich könnte mir denken, dass dein TA das vielleicht mit dominant gemeint hat.

Ich habe die positive Bestärkung bei meinem Hund in so einer "Leine-Knurr-Situation" einaml für einen Moment beseite geschoben. Er fing an zu knurren, ich habe seine Schnauze gehalten, ihm scharf nein gesagt, ihn mit meinem Körper in die geplante Richtung gedrängt. Ich habe ihm klar gemacht, dass er sich an mir orientieren soll und nicht ich mich an ihm.
Bei uns hat das Früchte getragen.

Das soll keine konkrete Empfehlung für euch sein. Ich kenne deinen Hund nicht. Ich weiß aber eben von meinem, dass scheinbar unsicheres Verhalten oftmals damit zusammenhängt, dass der Hund keine klare Ansage bekommt. Und das kann oder muss eben auch manchmal ein deutliches nein sein.
Ich hatte mich so drauf versteift ja keine schlechte Stimmung aufkommen zu lassen, dass es mich unsicher gemacht hat. Ich wollte unbedingt verhindern "negativ" zu sein. Streng zu sein. Ich hatte Angst, dass mein Hund irgendwas negativ verknüpft.

Aber was ich eigentlich sagen wollte:
Kann es sein, dass du schon angespannt bist, sobald du zur Tür raus gehst? Du weißt nicht, was heute wieder passiert und das macht dich unsicher?

Schmeiß das über Bord!
Heute gab es einen negativen Vorfall? Egal! Morgen ist ein neuer Tag! Überleg dir mal zuhause, wie du das nächste mal in so einer Situation reagieren möchtest. Geh es in Gedanken durch. Denn es geht doch alles immer so schnell und hinterher denkt man immer, alles falsch gemacht zu haben. Also spiel es im Kopf mal durch, dann geht es vielleicht einfacher. Und wenn du es doch wieder anders machst als "geplant"? Auch egal! Du bist nur ein Mensch. Ein negatives Ereignis kann man wieder ausbügeln. Auch zwei oder drei oder noch mehr. Hunde sind doch super lernfähig. Eine negative Verknüpfung macht aus ihnen keine Monster. Wenn du mal falsche reagierst, egal. Kein Weltuntergang!

Ich hoffe was ich geschrieben habe war halbwegs verständlich. :rolleyes: :D

Ist Sally ansonsten eigentlich gut leinenführig? Kommt es auch in anderen Situationen öfter vor, dass sie dich durch die Gegend zieht?

Krissi77
29.03.2004, 15:14
Hallo Chlaudia!
Ich benutze Halti + Geschirr. Halti hat unsere Hundeschule auch empfolen. Ich war anfangs total begeistert davon, Sally ging suuuper an der Leine, konnte sie toll steuern und ihren Blick auf mich lenken. Aber irgendwie hat sie sich dran gewöhnt, jetzt muss man schon doll am Kopf ziehen damit sie ihn dreht und das soll man ja nicht. Ich versteh´s auch nicht! Und in den angesprochenen Situationen (direkte Konfrontation mit Hund auf Bürgersteig oder so) bringt das Halti ja auch nicht wirklich was... Ich benutze es zwar weiterhin, weil es mich irgendwie beruhigt, mein Freund nicht. Sie hat gelernt, auf ein bestimmtes Geräusch (Schnalzen mit der Zunge) auf uns zu schauen, aber das macht sie auch nur dann, wenn es nix interessanteres als uns gibt :-(



Sandinchen, deine Antwort fand ich soooo toll. Echt, du sprichst mir aus der Seele! Leckerlis, Bogen gehen, irgendwann denkt man: Was soll der Quatsch, bringt ja eh nix! Hilflos und gestresst, so fühlt man sich bei so mach einem Gassi-Gang... Ich hab mir sogar mal ne Liste gemacht, was mich an Sally nervt und was ich an ihr mag. Letztere war doppelt so lang! Und da denk ich immer dran wenn unterwegs mal wieder was blödes passiert ist...
Und ich freu mich so dass es Hundehalter gibt, die zugeben, auch Probleme zu haben und sich zum ein oder anderen Zeitpunkt hilflos fühlen und (noch besser) die es mit Mut und Geduld geschafft haben, etwas zu verbessern!
Zu deiner Frage: Sally geht, wenn sie nicht gerade sooo aufgeregt ist kurz bevor sie auf die Hundewiese darf, mit Geschirr gut an der Leine. Da hab ich kein Problem, trotz "Größenverhältnis".

LG, Kristina