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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund knurrt mich an



neufi-mädel
01.03.2004, 13:12
Hallo,

meine 5 Monate alte Hündin hat mich bereits zwei mal angeknurrt als ich versucht habe ihr etwas aus dem Maul zu nehmen.

Das 1. Mal waren wir gassi und sie hat einen 1/2 Döner gefunden und gefressen. Ich habe versucht den Döner aus dem Maul zu nehmen (war noch mit Alufolie und Papier umwickelt) und da hat sie mich angeknurrt und ihr Maul total zusammen gebissen, so daß ich keine Chance hatte es auf zu kriegen. Ich war total geschockt, daß sie so ein Verhalten zeigt. Ich habe sie sofort unterworfen (am Genick gepackt und runter gedrückt) damit sie weiß daß ich der Rudelanführer bin. Danach hat sie immernoch nicht losgelassen aber wenigstens nicht mehr geknurrt.

Und heute hat sie einen leckeren Knochen bekommen und lange darauf rumgekaut. Ich wollte kucken wieviel noch übrig ist und plötzlich knurrt sie mich wieder an und bellt und rennt weg. Dann hat sie ihren Kamm hochgestellt und war richtig aggressiv. Ich hab sie dann eingefangen und wollte ihr den Knochen aus dem Maul nehmen und sie hat weiter geknurrt und ich hab sie abermals unterworfen und dann mit einem leichten Gegenstand aufs Maul gehaut.(nicht fest!!!!) das mußte ich zwei mal wiederholen und dann ließ sie den Knochen los.
ich hab sie angeschrien und geschimpft und 5 min. ins Zimmer gesperrt. Danach konnte sie mir nichtmal in die Augen sehen.

Ich weiß: MAN NIMMT SEINEM HUND DAS ESSEN NICHT WEG! Aber ich finde, daß es bei diesen Beispielen nicht vergleichbar ist.

WAS SOLL ICH TUN???
Sie ist ansonsten ein total lieber und braver Hund.

Nadja

suh
01.03.2004, 14:05
Hallo Nadja,

erstmal nur kurz und knapp:

Da nutzt kein Schreien, kein Niederdrücken, kein Schimpfen, sondern nur das Tauschen üben!

Bring Deiner Süssen doch erst einmal in entspannten Situationen bei, was "AUS!" bedeutet. Es heisst nämlich ganz in Echt und übersetzt gegen was viel besseres tauschen *grins*

lg,
Suh

manurtb
01.03.2004, 14:40
Tja, wer die Dominanzschiene fährt, der wird an ihr untergehen oder den Hund brechen.
Was ich damit sagen will?
Dein Hund zeigt ganz normales Verhalten für einen 5 monatigen Hund und was machst Du? Du brätst ihm eine drüber, dass es kaum noch eine Steigerung gibt.
Was sollte er dabei lernen, ausser: Wenn ich was habe, dann wird Frauchen böse mit mir. Tja, wie sollte sie auch sagen, dass es ihr nicht gefällt, was Du machst?

Beim Döner wäre ich hart geblieben und hätte den rausgeräumt. Das kann ja auch gefährlich werden, wenn der Hund so einen Mist frisst. Aber ohne große Aggression. Und natürlich das Knurren ignorieren.
Beim zweiten Mal war sie ja auch schon unsicher, wenn sie vor Dir abhaut.

changale
01.03.2004, 14:41
Wie Suh schon sagte,

Hauen, Toben und Schreien hilft in so Fällen meistens wirklich nicht. Würdest Du als Hund einen solchen "Schatz" so einfach aufgeben?!? Kein Hund mag es, wenn Du ihm sein Leckerchen "streitig" machst.

Aber ich bin der Meinung (auch wenn viele das anders sehen mögen), wenn Dein Hund an seinem Knochen kaut, dann solltest Du ihn in Ruhe lassen und nicht gucken wie groß der Knochen noch ist. Stell Dir vor, Dir würde andauernd einer den Teller wegnehmen um zu gucken ob noch genug d'rauf ist... Mit Sachen die sie auf der Straße aufliest (Gibt ja leider noch genug Idioten die ihre Essensreste auf die Straße schmeißen), ist das natürlich anders! Die sollte sie wieder hergeben wenn Du es von ihr verlangst.

Du mußt mit ihr wirklich üben was "Aus" bedeutet. Vielleicht versuchst Du es auch mal mit clickern? Unsere Hündin gibt alles (fast) freiwillig her, wenn ich einmal clickere. Ansonsten dürfte ich ihren Knochen zwar anpacken und ihr wegnehmen wenn sie daran kaut, aber knurren würde sie doch ganz gewaltig.

Wenn alles nicht hilft und sie knurrt dich weiterhin an, dann würde ich einen Hundetrainer aufsuchen. Der kann zusammen mit Dir sicherlich einen Plan erstellen,der Dir hilft Euer Problem zu lösen.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

changale
01.03.2004, 14:53
Original geschrieben von manurtb
...und was machst Du? Du brätst ihm eine drüber, dass es kaum noch eine Steigerung gibt.


@ Nadja,

Ich habe leider vergessen es in meiner Nachricht an Dich zu erwähnen, aber das Schlagen eines Hundes - und dann auch noch mit einem Gegenstand - solltest Du Dir abgewöhnen. Das kann der Hund wirklich nur falsch auffassen und davon wird sein Verhalten Dir gegenüber ganz bestimmt nicht besser.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

Hovi
01.03.2004, 17:43
Hallo Nadja,

vielleicht hilft Dir ein wenig die Beschreibung, wie ich das Problem bei meinem (damals 9einhalb Monate alten) Hovawart gehändelt hab ("damals" ist gut, er ist jetzt 11 Monate :D :D :D).

Die Situation war ziemlich ähnlich wie bei Dir. Er kaute leidenschaftlich an einem Monstrum von Büffelhautknochen (so ein 32cm langes, 500 g schweres Riesenteil). Und er lag mitten im Flur herum mit seinem Knochen, so dass ständig jemand an ihm vorbeilief (manchmal auch Jason, der ältere Hovi von knapp 3 Jahren).

Irgendwann hat ihn das wohl genervt, und er knurrte. Ich weiß gar nicht so genau, ob er in diesem Moment Jason angeknurrt hatte oder mich.

Ich ging daher auf ihn zu, und da machte er seine Drohung ganz deutlich: tiefes Knurren und eine gekräuselte Nase.

Nun hat ein Hovi von 9einhalb Monaten schon etwa 35 kg Gewicht und ein doch recht beachtliches Gebiß, also hielt ich es nicht für klug, in diesem Moment nach dem Knochen zu greifen.

Vielmehr gab es die einfachste Übung der Welt: das Heranrufen mit Vorsitz. Ich rief ihn schlichtweg zu mir her, und er kam auch. Nun hatte er zwar immer noch den Knochen in der Klappe, aber die Situation war schon deswegen entspannter, weil er durch eine "Aufgabe" abgelenkt worden war. Ich konnte ihm den Knochen zwar weder durch Tauschgeschäft noch durch ein AUS entlocken - aber in diesem Moment kam dann halt der obligatorische Schnauzengriff, und ich hatte den Knochen in der Hand. Was aber nun?

Nächste Übung: PLATZ. Er mußte sich hinlegen, etwa 20 Sekunden warten, dann rief ich ihn erneut heran und er bekam seinen Knochen wieder (!!!).

Etwa fünf Minuten später setzte ich mich zu ihm auf den Boden, wo er immer noch knochenkauenderweise beschäftigt war (die 500-Gramm-Teile halten recht lange ;)). Ich streichelte ihn, und er erstarrte ("fror ein"). Klar, die Situation war ihm unangenehm, doch er soll lernen: Frauchen darf mich während des Fressens oder Knabberns anfassen. Und er soll weiterhin lernen: Frauchen darf mir jederzeit meinen Knochen abnehmen, aber ich bekomme ihn ja gleich wieder! Es lohnt sich also nicht, den Knochen zu verteidigen.

Diese Übung (Knochen wegnehmen, nach 10 Sec wiedergeben, beim Knochennagen kraulen) machten wir fortan mehrmals täglich. Mittlerweile interessiert es ihn überhaupt nicht mehr, wenn ich ihn während des Nagens kraule, mich zu ihm setze oder was-auch-immer.

Zwar ist es unter Wölfen und Wildhunden nicht üblich, dass der eine dem anderen das Futter streitig macht. Auch der Rangniedrige darf in Ruhe das fressen, was er erbeutet hat. Leider kann man das nicht 1 : 1 so übernehmen, denn draussen können durchaus mal Giftköder herumliegen. Oder irgendwelches Zeug, was nun partout nicht für den Hundemagen geeignet ist. Darum muß ich in der Lage sein, meinem Hund jederzeit und überall Fressbares aus dem Maul nehmen zu können.

Dies erreichst Du aber nicht, indem Du Deinem Hund das Fressen einfach so wegnimmst. Er muß wissen, dass er seinen Knochen (oder was auch immer) nur kurzfristig weggenommen bekommt und ihn dann gleich wiederkriegt. Mit Gewalt erreichst Du nur, dass Dein Hund abhaut, wenn er was Widerliches im Fang hat... und schneller als Du ist er allemal :D.

Im Grunde ist es ein Verständigungsproblem. Du hast ja nicht wirklich Interesse daran, Deinem Hund was wegzuessen. Das mußt Du ihm begreiflich machen, und das mußt Du auch üben. Ebenso muß es Dir aber auch möglich sein, Deinem Hund jederzeit alles wegzunehmen, seiner eigenen Gesundheit zuliebe. Für draussen empfiehlt sich darum (weil Du ihm einen vergammelten Döner ja nicht zurückgeben wirst) das Tauschgeschäft: Döner gegen eine Handvoll Leckerli und hinterher ein ablenkendes Spiel.

Gruß
Claudia

neufi-mädel
01.03.2004, 19:09
also.. zuerst möchte ich mal klarstellen, daß ich meinen Hund nicht misshandle und auch nicht verprügle. Ich hab eine Küchenpapperolle genommen und damit !!!! leicht !!!!! auf die Schnauze gehauen nachdem sie mich angeknurrt hat.

Jetzt zu dem Tauschgeschäft. Damals mit dem Döner hab ich es ja versucht,.. hab meine Leckerlis rausgeholt und wollte tauschen, aber der Döner war halt doch leckerer mit seiner Knoblauchsauce. ALSO KEINE CHANCE. und natürlich hab ich versucht es aus dem Maul zu holen, doch sie hat sich so darin verbissen und verkrampft, daß ich nur die herausstehenden seitlichen Stücke wegreißen konnte. Ein öffnen des Mauls durch Schnauzengriff usw. war überhaupt gar nicht mehr möglich!!!!!!

Ansonsten hab ich mit ihr überhaupt keine Probleme,.. ich kann mich neben sie an ihren Napf stellen und nichts passiert. Auch andere Dinge kann ich ihr problemlos aus dem Maul holen, wenn sie während dem Gassi gehen was aufnimmt, aber anscheinend passiert das mit dem Knurren, wenn sie etwas ganz besonders "Tolles" im Maul hat!

Aus gegebenem Anlaß - der Hund einer Freundin starb wg. Vergiftung - darf ich es meinem Hund einfach nicht durchgehen lassen, daß er mich anknurrt, wenn ich ihm später mal "helfen" will. Ich darf doch meinem Hund nicht zeigen, daß ich Angst durch das Genurre bekomme. Und meiner Meinung nach kommt man bei Hunden mit anti-autoriärem Verhalten nicht weit.
Ich bin trotzdem für alle Tips offen!
Vielen Dank! Werde das mit dem Tauschgeschäft nun gezielt weiter üben.

Nadja

manurtb
01.03.2004, 19:15
Hallo Nadja,

wenn Dein Hund so verkrampft, wenn Du ihm etwas wegnimmst, dann ist da schon einiges schiefgelaufen.
Der Kampf um Dinge mit Dir scheint er ja schon verinnerlicht zu haben.

neufi-mädel
01.03.2004, 19:19
und was ich noch dazusagen wollte:

natürlich halte ich nichts vom Schlagen als Erziehungsmethode.
Aber es heißt auch: Man soll nie mit der Hand, sondern lieber mit einer Zeitung oder ähnlichem Strafen, wenns unbedingt sein muß!
Und ich finde, daß der Spaß beim Knurren aufhört und man dies auf gar keinem Fall dulden darf.
Da meine Hündin kein sensibler Typ ist, macht ihr ein lautes Nein / Aus nicht sooo viel aus.

.. ich habe meinen Hund davor nie geschlagen ..

Aber ich finde es nicht verkehrt, wenn man den Hund auf den Boden bringt, um ihn zu unterwerfen. Das machen ja auch die älteren Hunde um sich Respekt zu verschaffen, wenn es ihnen zu "bunt" wird.

es ist bis jetzt nichts schief gelaufen! Nicht das ich das wüßte!
Ich sehe es einfach so, daß meine Hündin den leckeren Döner nicht hergeben wollte und ihn um keinen Preis loslassen wollte und deshalb verkrampfte.
Wenn man meinen ersten Beitrag aufmerksam liest, dann sieht man, daß dies das erste mal war, daß sie so reagierte. Bisher hatte ich nie einen Grund ihr etwas aus dem Maul zu nehmen! und hab auch nicht einfach so aus Spaß das Maul geöffnet.

NinaV
01.03.2004, 19:36
Hallo Nadja, :)

hierzu nur noch kurz drei Anmerkungen:


Aber es heißt auch: Man soll nie mit der Hand, sondern lieber mit einer Zeitung oder ähnlichem Strafen, wenns unbedingt sein muß!
Warum denn? Damit der Hund meint, die Strafaktion hätte nichts mit Deiner Person zu tun? Die Mühe kannst Du Dir sparen, so blöd ist kein Hund.



Und ich finde, daß der Spaß beim Knurren aufhört und man dies auf gar keinem Fall dulden darf.
Immer im Hinterkopf behalten, wenn Du das Knurren abstrafst:
Das Knurren ist eine Warnung. Wenn der Hund nicht mehr Knurren darf, um sich mitzuteilen, läufst Du evtl. in Gefahr, dass er beim nächsten Mal gleich zulangt.
Und dieses Knurren zur Ressourcenverteidigung hat nicht zwangsläufig etwas mit einer ungünstigen Rangordnung zu tun. Wer etwas hat, der hat's und behält's, auch der Rangtiefe. D.h. Unterwerfung ist hier fehl am Platz.
Claudia (Hovi) hat Ihre Situation sehr anschaulich beschrieben und meines Erachtens genau das Richtige getan (das Abrufen).
Ein Rangordnungsproblem hätte hier meiner Meinung nach nur vorgelegen, wenn Dustyn sich in diesem Moment nicht hätte abrufen lassen.
Ansonsten, wie man sieht, einfach nur eine Sache der positiven Verknüpfung, Ausbildung und Gewöhnung. Denn das was wir hier von unserem Hund verlangen, ist für ihn unverständlich und nicht unbedingt "dogslike", also auch keine Situation, wo ältere Hunde Maßnahmen ergreifen würden, um sich Respekt zu verschaffen.

Liebe Grüsse
Nina

Hovi
01.03.2004, 19:43
Hallo Nadja,

Du solltest ihr aber hin und wieder "grundlos" den Fang öffnen (ohne ihr dabei was wegzunehmen oder so). Sie soll einfach lernen, dass gewisse Dinge ganz selbstverständlich und gar nicht bedrohlich sind, auch wenn sie nicht begreift, wozu das gut sein soll.

Also: Immer mal wieder "einfach so" in den Fang gucken, von mir aus die Zähne zählen oder selbige putzen.

Dasselbe Prinzip gilt für andere Übungen doch genauso:

Du rufst Deinen Hund ja (hoffentlich) nicht nur dann her, wenn Du ihn anleinen mußt, sondern milky-way-mäßig einfach mal so zwischendurch zum Leckerli-Abholen. Dein Hund soll ja nicht lernen: Hoppla, Frauchen ruft, also passiert gleich irgendwo was Spannendes (z. B. fremder Hund) und ich geh erst Mal suchen, warum sie ruft!

Den Hund mit irgendetwas zu schlagen (auch wenn´s nur die berühmte Zeitungsrolle ist) ist Nonsens. Der Hund versteht Bahnhof, Du bist frustriert, weil Du sein Nichtverständnis als "Sturheit" auslegst, und erreicht ist damit gar nix.

Wenn schon Korrektur, dann bitte hundegemäß durch Schnauzengriff.

Das alles hat nichts mit antiautoritärer Erziehung zu tun, sondern mit der richtigen Kommunikation Mensch-Hund.

Nochmal zu Deinem ersten Posting, dieser Auszug:

"Und heute hat sie einen leckeren Knochen bekommen und lange darauf rumgekaut. Ich wollte kucken wieviel noch übrig ist und plötzlich knurrt sie mich wieder an und bellt und rennt weg. Dann hat sie ihren Kamm hochgestellt und war richtig aggressiv. Ich hab sie dann eingefangen und wollte ihr den Knochen aus dem Maul nehmen und sie hat weiter geknurrt und ich hab sie abermals unterworfen und dann mit einem leichten Gegenstand aufs Maul gehaut.(nicht fest!!!!) das mußte ich zwei mal wiederholen und dann ließ sie den Knochen los.
ich hab sie angeschrien und geschimpft und 5 min. ins Zimmer gesperrt."

Was hat die Hündin aus dieser Szene gelernt?
- Frauchen nimmt mir meinen Knochen weg
- Frauchen rennt mir sogar hinterher, um mir den Knochen abzujagen
- Frauchen nimmt mir ungerechtfertigterweise den Knochen weg und schimpft dann auch noch mit mir und gibt mir einen Klaps
- Frauchen sperrt mich allein in ein Zimmer, obwohl ich nichts falsch gemacht habe

Die spinnen, die Menschen! (Salopp gesagt).

Wie oben erwähnt, sollte die Hündin aber was ganz anderes lernen, nämlich: "Frauchen nimmt mir zwar aus unerfindlichen Gründen den Knochen weg, aber ich bekomme ihn ja gleich wieder." Genau DAS hast Du ihr aber mit obiger Methode nicht vermittelt.

Darum: Immer wieder "Trockenübungen", Kausachen wegnehmen und gleich wiedergeben, Fang auch mal öffnen, ohne dass was drin ist.

Was verstehst Du eigentlich unter "Ich habe sie unterworfen!"? Was genau tust Du, um sie zu unterwerfen?

Gruß
Claudia

neufi-mädel
02.03.2004, 00:39
Danke für die vielen Tips.
Also ich hab heute abend gleich mal das Tauschgeschäft geübt und ihr die andere Hälfte des leckeren Knochens gegeben und mich dann zu ihr auf den Boden gesetzt. Erst hat sie dumm gekuckt aber dann hab ich ihr ein Leckerli hingehalten und sie hat sofort den Knochen hergegeben und das Leckerli bekommen. Anschließend hab ich ihr den Knochen wieder gegeben und das hab ich dann 3 mal wiederholt und sie dabei gestreichelt und ganz beruhigend mit ihr geredet.
Ich bin auch seit ein paar Tagen dabei mit ihr zu üben erst auf Kommando ein Leckerli anzunehmen. Das gleiche tue ich wenn ich den Napf in den Ständer stelle. Da weiß sie ganz genau, daß sie erst Sitz machen muß und warten muß bis ich das Kommando gebe.

Du hast ja so recht mit dem was du sagst @ HOVI.
Aber in dem Moment hab ich einfach falsch reagiert. Leider kann ich das nicht mehr rückgängig machen. Ich werde mich in Zukunft bessern und mir deine Tips zu Herzen nehmen und kräftig üben.
Das mit dem ins Maul schauen mach ich seit sie ein Baby ist.
Sie läßt es über sich ergehen, aber sie mag es nicht gern. Sie windet immer ihren Kopf hin und her wenn es ihr zu lange dauert. (nach wenigen Sekunden) ..

Früher hab ich ja auch den Schnauzengriff angewendet, aber ich habe gelesen, daß es gar keinen Sinn hat ihn anzuwenden, weil es sowas angeblich in der "hundewelt" gar nicht gibt. Und das einfach Irrglaube sei. .. und der Hund überhaupt nicht verstehen kann was du damit bezwecken willst.

Es ist einfach sehr schwer zu wissen was richtig ist und was falsch. Die einen sagen Dies und die anderen Das. Jeder weiß es immer besser als der andere und im Endeffekt mußt du selbst entscheiden was das Beste für dich und deinen Hund ist.

unter unterwerfen verstehe ich, daß der Hund auf der Seite / Bauch liegt - so wie sie es bei fremden Hunden tun. (..)

Hovi
02.03.2004, 00:56
Hallo Nadja,

da hast Du schon recht - grad in puncto Hundesprache und Kommunikation zwischen Hunden untereinander gibt es immer wieder "neue Erkenntnisse" bzw. jahrelang werden Sachen als "hundgerecht" propagiert, die es nie waren (ich denke da z. B. ans Nackenschütteln).

Den Schnauzengriff gibt es durchaus, ich kann ihn bei meinen beiden täglich beobachten, aber: nur im Spiel! Ich hab das an anderer Stelle schon mal irgendwo erwähnt. Weder Bandit noch Jason haben je den Schnauzengriff benutzt, um den Jüngeren "abzustrafen". Vielleicht sind meine Hunde aber auch die Ausnahme. Andere Fories haben den Schnauzengriff zum "Strafen" wohl schon bei ihren Hunden beobachten können.

Übrigens: Kein Hund läßt sich gern ins Maul schauen. Meine winden sich da auch wie die Aale, das ist völlig normal. Es soll ja auch nur eine kurze Übung sein, so dass es z. B. dem Tierarzt möglich ist, das Gebiss zu kontrollieren. Wichtig ist halt, dass Hund begreift: Der Mensch macht ab und an Sachen mit mir, die kapier ich zwar nicht und die sind auch unangenehm, aber wenn ich´s über mich ergehen lasse, gibt es ein dickes Lob!

Einmal falsch reagieren ist auch kein Weltuntergang ;), Hunde sind mit uns Menschen sehr geduldig. Als mich Dustyn vor ein paar Wochen anknurrte, machte ich im ersten Moment wohl auch ein Gesicht wie ein Gockel, wenn´s blitzt. Man kann auch nicht pauschalisieren und sagen: "Immer, wenn ein Hund knurrt, muß man genau so oder so verfahren"... man muß es wirklich abhängig machen von der Situation. Futterverteidigung ist nunmal was Normales, da hilft Üben. Bei anderen Situationen reagiere ich auf Anknurren durchaus rabiater, je nachdem, was die Motivation des Hundes ist.

Ich bin sicher, wenn ihr das mit dem Kauknochen wegnehmen / Tauschen regelmäßig übt, wird Knurren bei euch bald kein Thema mehr sein.

Grüßle
Claudia

chatfrosch
02.03.2004, 07:15
Also ich dulde auch nicht, daß mich mein Hund anknurrt. Er hat es auch in jungen Monaten versucht. Je nachdem was er zu fressen hatte, versuchte er es mit knurren zu verteidigen. Zwar nie sein normales Futter, aber immer wenn es etwas besonderes gab.
Inzwischen haben wir das geübt und ich kann es ihm wegnehmen, ohne das er knurrt. Ich sitze auch des öfteren einfach mal neben ihm, wenn er etwas zum kauen hat. Er ist dadurch auch schon wesentlich entspannter in diesen Situationen geworden. Mein Freund, der das weniger gemacht hat und mehr geübt hat, ihm was wegzunehmen - und natürlich wieder zu geben - wird zwar auch nicht mehr angeknurrt, aber dafür ist unser Hund wesentlich verspannter, sobald er bei ihm steht und er was zu kauen hat.

Das knurren eine Warnung ist sehe ich ein, aber ich sehe nicht ein, das es Situationen im Hund-Mensch zusammenleben gibt, in denen mich mein Hund warnt bzw. wenn er gelernt hat das er nicht mehr knurrt, dann gleich zu beißen!

Viele Grüße
Claudia

sandinchen
02.03.2004, 07:59
wenn Dein Hund so verkrampft, wenn Du ihm etwas wegnimmst, dann ist da schon einiges schiefgelaufen.
Kannst du mal bitte aufhören, die komplette Hunde-Mensch-Beziehung anhand eines einzigen "Fehlverhaltens" zu beurteilen.
Nadja hat sich vielleicht in der Situation mit dem Knochen nicht richtig verhalten. Aber sie hat es getan, weil sie es nicht besser wusste. Und wie man sieht, ist sie ja bereit, sich zu verbessern und ernstgemeinte Tipps anzuhören.
Nur weil ein Hund da verkrampft, heißt es noch lange nicht, dass etwas schief gelaufen ist. Es zeigt einfach die Erregheit in dieser bestimmten Situation an. Und bei sehr vielen Hunden hört der Spaß eben beim Fressen auf. Das mit dem Umwerfen war in dieser Situation nicht angebracht. Aber hast du dir auch schon mal überlegt, dass Hunde erst "extremeres" Verhalten zeigen, wenn sie älter werden? Wenn sie anfangen, selbstsicherer zu werden. Das muss noch überhaupt nicht heißen, dass der Halter sich falsch verhalten hat. Sie testen einfach mal aus, wie weit sie gehen können.
Deine Sätze kommen hin und wieder ziemlich überheblich. Vielleicht übderdenkst du mal, dass es auch Leute gibt, die nicht SO viel über Hunde wissen wie du. Trotzdem haben sie das Recht einen zu halten und man kann eben nicht alles schon vorher wissen!
Danke

@ Nadja
Freut mich, dass euer Tauschgeschäft schon funkitioniert.
Was du auch noch tun könntest:
Den Knochen einfach mal festhalten, wenn du ihr ihn gibst. Manche Hunde mögen das dann sogar sehr gerne, wenn sie merken: "Hee, is ja echt praktisch, wenn man den Knochen nicht selbst zwischen die Pfoten klemmen muss."
So kannst du den Knochen dann auch zwischendrin mal wieder weg nehmen, ohne sie zu "bestechen".

Ein knurrender ist jedenfalls noch kein Weltuntergang.
Sollte es mal in anderen Situationen dazu kommen, dass dein Hund dich anknurrt, dann würde ich sie (und dabei darfst du gerne selbst etwas brummeln) einfach weg schicken. So in dem Sinne: "Geh mir aus der Sonne!"
Wenn dein Hund meint, er muss dich anknurren. Okay, bitte, soll er haben. Aber du greifst in dem Moment ein, wo er sich aufzuhalten hat. So musst du nicht Hand an ihn legen. Er kann sich aber auch nicht bestätigt fühlen, indem du den Ort verlässt.
Hier empfiehlt es sich natürlich, schon im Vorfeld mal ein bißchen zu üben: "Geh mal weg da!" Eine eindeutige Geste dazu und er Hund weiß: "So, jetzt muss ich mich verkrümeln."

Du kannst das üben, wenn dein Hund mal wieder irgendwo rum liegt. Geh einfach ganz nah zu ihr hin, sodass sie aufstehen muss und gib dein Komanndo und deine Handbewegung dazu. Sie wird nicht lang brauchen um das zu verstehen.

Viel Erfolg weiterhin.
Sandra und Daxi

NinaV
02.03.2004, 08:31
Hallo Claudia (chatfrosch),


Das knurren eine Warnung ist sehe ich ein, aber ich sehe nicht ein, das es Situationen im Hund-Mensch zusammenleben gibt, in denen mich mein Hund warnt bzw. wenn er gelernt hat das er nicht mehr knurrt, dann gleich zu beißen!

Ich hab mich, glaube ich, nicht deutlich genug ausgedrückt:

Ich denke:
Die meisten Leute reagieren auf ein Knurren ihres Hundes sehr intensiv. Ein knurrender Hund darf nicht sein. Sie erschrecken und gehen auf Distanz, oder Sie strafen ab. Besonders letzteres passiert oft, ohne sich über die Ursache Gedanken zu machen, die aber für eine hundeverständliche Kommunikation sehr wichtig ist. Man muss als Mensch erst mal verinnerlichen, dass es eine normale Ausdrucksform des Hundes ist. Wie ich schon sagte, geht es beim Knurren ja nicht zwangsläufig um das Anzweifeln einer höheren Rangposition, sondern um ganz "banale hundliche" Mitteilungen. Unter diesem Gesichtspunkt, finde ich einfach, dass man das Knurren nicht nur so furchtbar negativ, als etwas, was nicht vorkommen darf, sehen sollte (wobei ich hier natürlich auch nicht verharmlosen möchte - nicht falsch verstehen bitte). Dem Hund beizubringen, dass er in o.g. Situation nicht knurren muss, ist einfach eine Trainingssache.
Das ein Hund, der bei jedem Knurrer intensiv abgestraft wird, sich evtl. darauf verlegt, auf seine Warnung zu verzichten, wird sicherlich einleuchten (unabhängig von der Ursache).
(Wobei hier auch nicht ausser Acht zu lassen ist, dass er evtl. schon in den Bereich des "Angstbeissers" abrutscht, denn im Bereich des Selbstschutzes gibt es meist keine "graduellen
Eskalationsprogramme" mehr.)
Dies ist aber sicherlich abhängig von dem Grad des Abstrafens, von der Sensibilität und der Persönlichkeit des Hundes.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich wollte bloß deutlich machen, dass das Abstrafen eines Knurrers nicht immer das Mittel der Wahl sein sollte, sondern das man sich Gedanken machender Weise diesem Konflikt nähert und dann evtl. die Lösung in lerntechnischen Bereichen findet.

So, ich hoffe, ich habe mich verständlich machen können. :D

Liebe Grüsse
Nina

sandinchen
02.03.2004, 08:50
@ Nina
Was mich betrifft. Hab dich verstanden. Seh das auch so. ;)

NinaV
02.03.2004, 08:57
:wd:

Mich versteht jemand!! Toll! Ich freu mich!! :D

Danke, Sandinchen :-* .

LG
Nina

changale
02.03.2004, 09:15
@ Nina :tu:

Sehe ich genau wie Du. Ein einfaches "Knurren" wird leider von vielen Menschen immernoch falsch bewertet und als aggressive Geste eingestuft.

@ Nadja

Ich wollte Dich in keinster Weise mit meinem Statement angreifen!
Ich meinte nämlich nicht, dass Du Deinen Hund verprügelst oder quälst, aber es ist leider ein weit verbreitetes "Urban Myth", dass man seinen Hund besser mit einem Gegenstand haut als mit der bloßen Hand. (Das kann eine Küchenrolle sein, eine zusammengerollte Zeitung, ein Schuh und und und... wobei ich letztere für gar nicht gut heißen kann) Hast Du schon mal eine gute (!) Erklärung gelesen wieso das so sein soll? Weil's dem Hund mehr schmerzt? Oder weil die Gegenstände nicht so sehr nach Dir riechen? Oder ist der Hund dumm und denkt nicht Du hättest ihn bestraft sondern die Bestrafung ging von dem Gegenstand aus? Und warum soll man dem Hund überhaupt auf die Schnauze hauen? Würde es ein Klapps auf's Hinterteil nicht auch tun?! Roll' mal eine Zeitung zusammen und hau Dir damit in der Stärke auf den Oberschenkel mit der Du Deinem Hund normalerweise einen Klaps gibst. Das zwiebelt bestimmt ganz schön. Und jetzt überleg Dir mal wie weh so etwas erst im Gesicht tun würde...
Ich wollte Dir nur rüberbringen (in meiner ursprünglichen Nachricht), dass das Schlagen eines Hundes auf seine Schnauze keine gute Erziehungsmethode ist, denn Du bestrafst den Hund m.E. in einer Weise die für ihn nicht nachvollziehbar ist. Insbesondere in dieser Situation hat er von Dir nur gelernt "Mama ist böse auf mich, weil ich einen Knochen habe OBWOHL sie ihn mir selbst gegeben hat."
Ich hoffe, ich konnte mich dieses Mal etwas verständlicher ausdrücken.

@ Hovi

Bei unseren Hunden kann ich den Schnauzengriff auch nur in "spielerischer" Weise erkennen. Als Dakota noch klein war und etwas zu wild beim Spielen war (Er hat in Leika's Beine oder Schwanz gebissen um sie zum Spielen zu animieren), hat Leika ihn aber auch ab und zu "angewendet" um ihn in seine Schranken zu weisen. Ich denke, bei der Erziehung "ihrer" Welpen ist der Schnauzengriff einer Hündin auch normal.
Jetzt wo beide erwachsen sind, gibt's den aber nur noch im Spiel.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

sandinchen
02.03.2004, 10:08
Gern geschehn, Ninchen. :p

manurtb
02.03.2004, 11:08
Original geschrieben von Hovi
Den Schnauzengriff gibt es durchaus, ich kann ihn bei meinen beiden täglich beobachten, aber: nur im Spiel! Ich hab das an anderer Stelle schon mal irgendwo erwähnt. Weder Bandit noch Jason haben je den Schnauzengriff benutzt, um den Jüngeren "abzustrafen". Vielleicht sind meine Hunde aber auch die Ausnahme. Andere Fories haben den Schnauzengriff zum "Strafen" wohl schon bei ihren Hunden beobachten können.

Unsere straft so jeden Junghund und Welpen ab. Knurren und über die Schnauze fassen.
Auch wenn der Hund sich ihr von vorneherein unterwirft und so angeschlichen kommt, gibt es einen vorsorglichen Schnauzgriff.

manurtb
02.03.2004, 11:10
Original geschrieben von sandinchen

Kannst du mal bitte aufhören, die komplette Hunde-Mensch-Beziehung anhand eines einzigen "Fehlverhaltens" zu beurteilen.

Habe ich nicht gemacht! Nur wenn das so ist, dann ist da was schiefgelaufen! Sorry für meine Meinung. Vielleicht interpretierst Du auch zuviel in meine Aussagen rein, wie willst Du Überheblichkeit darin feststellen? Überlege mal, dass Du meine Art zu schreiben vielleicht anders interpretierst, als ich sie gemeint habe.
Und wenn jemand schreibt, dass er nichts schlimmes dran finden kann, wenn er den Hund auf den Boden wirft, um ihn zu unterwerfen und ihn schimpft, wenn er irgendwas nicht auslässt, dann kann ich mir schon denken, was da schief gelaufen ist.
Aber sie will sich ja ändern!

admin
02.03.2004, 11:17
@neufi-mädel,
da Sie eher ein Hundeneuling zu sein scheinen, wäre es sicher sinnvoll sich einen Grundstock an guten Infos zu schaffen.
Viele unerwünschte Reaktionen von Hunden werden, wie von Hovi schon schön erläutert, von uns Menschen provoziert und verstärkt, wenn auch ungewollt...
Man muss also vor allem auch selbst lernen sich dem Hund gegenüber richtig zu verhalten.

Empfehlenswerte Bücher (und es gibt noch mehr) wären z.B.
- Hundeverhalten von Dr. Barbara Schöning, Kosmos Verlag
- Calming signals von Turid Rugaas, Animal learn Verlag, nur online zu bestellen,
- Probleme mit dem Hund, verstehen und vermeiden, Celina del Amo, Ulmer Verlag.

Bei http://www.animal-learn.de finden Sie nicht nur das Buch, sondern auch eine Hundeschule in Ihrer Nähe, die nicht mit Unterwerfung, sondern positiver Verstärkung erwünschter Verhaltensweisen arbeitet, was für alle Beteiligten erquicklicher ist, als Zwangsmaßnahmen. ;)

P.S. an die "alten Hasen":
Ich möchte an dieser Stelle auch darum bitten, hier Hilfestellung zu leisten und nicht anzuprangern, wie dies am Anfang des Threads gemacht wurde. Das hilft Neulingen nicht weiter, sondern verschreckt sie nur. Das ist nicht Sinn unseres Forums. Danke an dieser Stelle für Ihre Kooperation. :)

Beste Grüße :cu:

Dr. Kirsten Thorstensen
vet services manager
zooplus ag

NinaV
02.03.2004, 11:58
@ admins :wd:

:tu: :tu:

neufi-mädel
02.03.2004, 13:42
vielen dank für die vielen Hilfestellungen und..
vielen dank auch an den Admin. :wd:
Hab mich schon einwenig angegriffen gefühlt. :0(
Aber ich glaube das ist normal und muß akzeptiert werden. Jeder hat seine eigene Meinung und ich versuche ja auch nur hier dazu zu lernen.
Ansonsten hätte ich ja hier nicht reingeschrieben.
..schließlich wünsche ich mir Tips von anderen Hundebesitzern.


:cu:

manurtb
02.03.2004, 13:46
Hallo neufi-mädel,

Du musst Dich nicht angegriffen fühlen, hat nämlich keiner gemacht. :D

suh
02.03.2004, 14:04
Hallo,

bzgl. der Calming Signals kann ich auch (mal wieder ;) ) die Seite http://www.spass-mit-hund.de/ empfehlen. Da einfach mal unter "Mehr Wissen" schauen oder direkt unter http://www.spass-mit-hund.de/seiten/mehr_wissen/beschwichtigungssignale/index.htm

Liebe Grüsse
Suh

Hovi
02.03.2004, 14:09
Hallo Nadja,

auch für Dich nochmal den Spruch, den ich hier schonmal zitiert habe ;):

Wenn ich für jeden Fehler, den ich bei Bandit´s Erziehung (Bandit war mein erster Hund) gemacht hab, einen Tritt in den Hintern bekäme, käme ich wohl nie mehr zum Sitzen!

Ich hab mich damals nach Büchern gerichtet (da wurde das Nackenschütteln noch als artgerechte Erziehungsmaßnahme propagiert), und natürlich nach dem, was "erfahrene" Hundebesitzer auf der Strasse mir erzählten. Auf dem Hundeplatz wurde noch schön mit dem Metallhalsband und per Leinenruck gearbeitet... Ich darf echt nicht mehr dran zurückdenken!

Bandit hat´s mir verziehen, wir sind trotzdem ein "Traumpaar" geworden, was ich seiner Nachsicht zu verdanken habe... und mit der Zeit kriegt man ein Gefühl dafür, welche "Erziehungsmethoden" bzw. Kommunikationsmethoden sinnvoll sind und welche nicht.

Ich würde Dir noch das Buch "Das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde" empfehlen, ist bei Ebay gar nicht mal so teuer, und es ist wirklich hilfreich! Bücher sind okay und wichtig, gut ist es aber, mehrere davon gelesen zu haben und sich dann jeweils das auf den eigenen Hund Passende rauszuziehen.

Grüßle
Claudia

CocoSam
06.03.2004, 11:02
Hallo,

ich muß jetzt auch mal etwas dazu schreiben, weil wir genau so eine Situation mit Sam auch hatten - und genau den gleichen Fehler wie Du gemacht haben. Sam hatte auch ein Hyper-Leckerchen, glaube, es war Rinderlunge, er war auch etwa 5 oder 6 Monate "alt". Wir haben ihn, als er uns anknurrte, auch auf's heftigste unterworfen (war ein "Tip" von "Hundeexperten") und ihm das Leckerchen weggenommen - leider, ich wünschte, ich könnte das rückgängig machen :( . Kann mich noch erinnern, dass wir ihm das Leckerchen nach längerer Zeit, war bestimmt eine Stunde später, wiedergeben wollten, und er drehte sich weg, "traute" sich kaum das zu nehmen :0( . Im Nachhinein weiß ich, dass wir ihm einfach mit deutlichem "nein" das Leckerchen hätten wegnehmen müssen (sei es durch Tauschgeschäft, oder durch Herausholen aus der Situation, sprich Heranrufen o.ä.) - und ihm das aber vor allem DIREKT DANACH hätten wiedergeben müssen. So, wie wir es gemacht haben, haben wir nach und nach sein Vertrauen zerstört :sn:, die Auswirkungen davon merken wir noch heute - wir haben massive Probleme mit dem "aus", z.B. beim Dummytraining, Sam wird dann richtig giftig. Die Frau aus unserer Hundeschule sagte uns, dass das Vertrauen wieder aufgebaut werden muß, er muß merken, dass er das tolle Ding ja wiederbekommt. Ein hartes Stück Arbeit - das man vielleicht hätte vermeiden können...

Ist ein langer Beitrag geworden, aber ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man bei einem so jungen Hund nicht zu solch drastischen Mitteln greifen sollte, der Schuß kann nach hinten losgehen (mag sein, dass manche Hunde das "verkraften", aber unser Sensibelchen halt nicht, er hat sich das verdammt gut gemerkt).

Viele Grüsse
Coco

neufi-mädel
07.03.2004, 11:16
hallo
habe mir das buch CALMING SIGNALS bestellt und hoffe nun einiges über das Verhalten der Hunde zu lernen und wie man es deutet, damit mir sowas in Zukunft nicht mehr passiert.
Meine "Kleine" ist gott sei dank das Gegenteil von einem Sensibelchen. Ich übe halt jetzt ganz kräftig das Tauschgeschäft!
Liebe Grüße
xxo

Dagi
07.03.2004, 12:12
Hallo Nadja,

wir hatten damals ein ähnliches Problem: Amy wollte nichts hergeben und ist mit allem weggelaufen. Sie hat zwar nicht geknurrt, aber das Ziel war das gleiche: sie sollte Dinge hergeben, denn eine OP wegen Darmverschluss hatten wir schon gehabt.

Das mit dem Tauschen lief bei uns mäßig gut, denn oft hatte sie ja draußen was gefunden, was sie unbedingt behalten wollte und lief dann doch mit weg. Aber durch das Tauschen wurde es weniger - zumindest an der Leine. Ohne Leine war es damals immer noch ein Glücksspiel.

Was wir aber zusätzlich ganz, ganz, ganz dolle geübt haben: "Aus". Und zwar hat sie ja gerne an ihren Tau mit Knoten rumgezergelt. Also nahm ich mir das zum Üben, denn da ich das andere Ende in der Hand hatte, konnte sie ja damit nicht weglaufen :D Und so haben wir dann "Aus" trainiert, und jedesmal, wenn sie es aus-gegeben hat, bekam sie Leckerchen und durfte es sofort wieder nehmen (wir haben dabei dann noch "Nimm's" geübt, damit sie auf Kommando aufnimmt).

Das haben wir so weit perfektioniert, auch mit Bällen, Spielzeug, Stöckchen etc., dass sie im wildesten Zerrspiel heute auf das leiseste "Aus" das Tau ausgibt. Und noch mehr hat es mich gefreut, als wir dann draußen die Premiere hatten: sie hatte eine gammelige tote Maus aufgenommen. Auf mein "Aus" spuckte sie mir ihren "Dackelkaugummi" vor die Füße :) Na, da hat sie die Jackpot-Belohnung ihres Lebens bekommen.

Ebenso haben wir gleichzeitig das Herbringen trainiert um gegen dieses Weglaufen (was wir durch wegnehmen als Welpe ja erst antrainiert hatten) anzuarbeiten. Das ging gut mit ihrem Ball. Und wenn sie es brachte, dann gab es ja als Belohnung Spiel, sie durfte den Ball wieder fangen.

Draußen haben wir übrigens noch immer wieder "Pfui" trainiert, d.h. dass der Hund gar nicht erst Dinge aufnimmt, v.a. keine gefährlichen, denn als sie mit 14 Wochen mit einer Glasscherbe abhaute fand ich das echt nicht mehr witzig. Haben wir erst an der Leine, später auch ohne trainiert.

Du kannst also allerhand tun, damit der Hund Dir vertrauen wird, damit ihr ein gutes Team werdet. Ihr schafft das ganz bestimmt! Es dauert zwar vielleicht ein paar Monate, bis das so perfekt läuft, aber es lohnt auf alle Fälle daran viel zu arbeiten, und vor allem -das ist das schwerste- immer ruhig zu bleiben, v.a. in brenzligen Situationen!

:cu: Dagi & Amy