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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund + Katzen = Kastration?



Steffi211
13.07.2002, 21:01
Hi,

wir haben einen Yorki (Rüde) der mittlerweile etwas über ein Jahr ist.

Der Hund versucht ständig unsere Katzen zu *Poppen*, wir haben zwei Erwachsene und 2 Babies (3Monate), die großen können sich meißt noch befreien, aber die kleinen sind ihm total ausgeliefert. Sicherlich passiert da nicht wirklich was, er macht halt nur diese eindeutigen bewegungen. Ich gehe auch sofort dazwischen, aber nichts hilft, er hockt sofort wieder drauf!

Mich nervt das total und ich finds halt auch ziemlich ekelig.

Habt Ihr ne ahnung wieso er das macht? Und ob das irgendwann mal aufhört?

Wäre eine Kastration vielleicht hilfreich? Ich ´habe mal gehört das man Hunde erst mit Drei Jahren Kastrieren lassen soll, ist da was dran?

Ciao Steffi

P.s Die sache mit dem *Poppen* ist mir echt ernst, manchmal spring ich im dreieck weil ich nicht weiß wie ich ihn davon abbringen kann!!

Maggie_HH
14.07.2002, 00:41
also für mich hört es sich so an, als ob dein hund einen stark ausgebildeten sexualtrieb hat (kommt bei terriern öfter vor), da hilft nur kastrieren...du kannst ihn auch jetzt schon kastrieren lassen (die geschichte mit 3 jahren ist quatsch!!!).
macht er das auch bei anderen Hunden????
ich glaube nicht, dass euer hund eure katzen dominieren möchte, aber wenn dem so ist, dann hilft ebenfalls die kastration!!!!

Juliane

Thomas
14.07.2002, 01:18
Hallo Steffi,

also nachdem ich Deinen Hund ja nicht kenne, kann ich natürlich nicht 100%ig ausschließen, das sein Verhalten sexuell motiviert sein könnte. Ich tendiere allerdings stark dazu, das dem nicht so ist. Vielmehr glaube ich, das die Ursachen ganz woanders liegen:

Ich würde schon eher meinen, das er die Katzen dominieren will. Eventuell kommt noch dazu, das er geistig nicht ausgelastet ist und er sich schlichtweg nen Zeitvertreib (Aufgabe) gesucht hat.

Eine Kastration kannst Du selbstverständlich jederzeit durchführen. Aber selbst wenn es dann aufhören würde, wäre
es "nur" ein Workaround (= Lösung welche das Problem zwar beseitigt, die Ursache aber nicht bekämpft).

Gestattest du ein paar Fragen? Ich möchte ausdrücklich betonen, das selbige mir und anderen helfen sollen, Dir einen
möglichst "richtigen" Tip zu geben. Sie ziehlen nicht darauf ab - Dich in die Enge zu treiben:

1.) Wielang macht er das schon? Hast Du es anfangs gedulet?
2.) Wie verhält er sich Hunden, sowohl Rüden als auch Hündinnen (während und außerhalb der Läufigkeit) gegenüber?
3.) Versucht er auch bei Gegenständen (z.b. Kissen, Spielzeug) aufzureiten?
4.) Warum gelingt es Dir nicht, ihn wirklich davon abzuhalten? Wie versuchst Du das konkret? Du schreibt, das zu "dazwischen gehst" und dann?
5.) Würdest Du sagen, das er Dich als Chef akzepiert?

Du sollst Dich jedenfalls nicht der Hoffnung hingeben, das das irgendwann von allein wieder aufhört, sondern es umgehend abstellen. Zum Wohle der Katzen UND des Hundes.

Gruß
Thomas

Steffi211
14.07.2002, 11:10
1.) Wielang macht er das schon? Hast Du es anfangs gedulet?

zu 1) Gemacht hat er es schon immer irgendwie aber nicht so stark wie in den letzten 3 Wochen! Geduldet habe ich es noch nie, wir hatten mal so ein Zuglufttier, das hat er damals immer bearbeitet, wenn wir nicht aufgepasst haben, bis zum schluss!

2.) Wie verhält er sich Hunden, sowohl Rüden als auch Hündinnen (während und außerhalb der Läufigkeit) gegenüber?

zu2) Er greift alle Hunde an, egal ob Männlich, oder Weiblich, egal ob in der Läufigkeit oder nicht, er ist sehr bissig!

3.) Versucht er auch bei Gegenständen (z.b. Kissen, Spielzeug) aufzureiten?

zu3) Jo, das hat er früher gemacht, nun hat er ja die Katzen und lässt die anderen sachen in Ruhe!

4.) Warum gelingt es Dir nicht, ihn wirklich davon abzuhalten? Wie versuchst Du das konkret? Du schreibt, das zu "dazwischen gehst" und dann?

zu4) Keine Ahnung wieso es mir nicht gelingt, normalerweise hört er sofort! Wenn ich es mitbekomme, gehe ich hin, rufe, schimpfe, nehme ihn da runter! Beim nächsten Angriff werde ich schon lauter, er lässt dann auch davon ab, er duckt sich und verzieht sich langsam, doch keine 5 Sek. später hockt er wieder drauf, dann wird versucht ihn abzulenken, mit Spielzeug, Leckerlies, Tobben u.s.w, auch das hilft nicht. Zu guter letzt wird er halt ausgesperrt...

5.) Würdest Du sagen, das er Dich als Chef akzepiert?

zu5) Aufjedenfall, nur halt in diesen bestimmten moment nicht!

Maggie_HH
14.07.2002, 13:45
noch eine Frage: schimpfst du nur mit ihm???? wie???? wenn du nämlich laut und aufgeregt mit ihm schimpfst wird ihn das nicht sehr beeindrucken, was du ja schon bemerkt hast, denn wenn er es nach 5sek wieder versucht!!!!! hast du es mal mit schnauzgriff oder auf den boden drücken versucht????? das sollte wirken!
was machst du denn so mit deinem Yorki???? Spielst du mit ihm und trainierst tricks ein??? das würde ich vorschlagen, denn er scheint nicht ausgelastet zu sein!? gehst du denn nur mit ihm spazieren? hat er als welpe eine welpenspielstunde besucht? (weil du schreibst, dass er gegen alle hunde aggressiv ist!) hast du ihn denn früher immer hoch genommen, als andere hunde vorbeikamen? (das machen viele besitzer von kleinen hunden, weil sie angst um ihren KLEINEN haben!)

Juliane

Thomas
14.07.2002, 14:18
Hallo Steffi

Nach Deinen Antworten bin ich mir nun relativ sicher, das sein Verhalten nicht sexuell motiviert ist sondern eine Mischung aus Unsicherheit (fehlende Rangordnung) und Unausgeglichenheit (kopfmässige Unterforderung) darstellt. Evtl. sind während der Prägungsphase (und der nachfolgenden Erziehung?) auch einige Dinge schiefgelaufen. Irgendwie scheint mir, das da einiges zusammengekommen ist was sich letztlich auf die Seele/Psyche des Hundes auswirkt zu haben scheint.

Du schreibst, das er "normalerweise" sofort hört und dich als Chef akzeptiert. Ich sehe das etwas anders, denn in beiden (sehr wesentlichen) Situationen -Aufreiten und Agressivität gegen andere Hunde- ignoriert er Deine Anwesenheit völlig bzw. läßt sich auch nicht durch Eingreifen Deinerseits davon abbringen.

Normalerweise würde ich zu hundeverständlichen Abstrafungen (hallo A.) wie dem Schnauzengriff raten (wegssperren versteht der Hund nicht). Allerdings würde es höchstwahrscheinlich in eurem Fall ebensowenig bringen (bzw. eben nur sehr kurzfristig) wie die Schimpferei und die Ablenkung.

Ergo: Ich kann Dir nur raten, dich schnellstmöglich in sehr kompetende Hände eines Hundetrainers zu begeben, der sich einerseits Deinen Hund genau ansieht und vorallem auch Dir praxisnahe Möglichkeiten aufzeigt, eine klare Rangordnung herzustellen. Erst wenn sich Dein Hund in eurem Rudel richtig einordnen kann wird er ausgeglichener werden und davon ablassen. Zusätzlich solltest Du Dich fragen, ob Du dem Hund genügtend geistige Auslastung anbietest und welche Priviliegien Du ihm gestattest.

Bitte sieh die Problematik nur nur begrentzt auf das poppen, sondern wesentlich weitreichender. Dein Hund ist noch sehr jung. Du hast jetzt die Chance eine Weiche zu stellen, wie es die nächsten 12-15 Jahre weitergehen soll.

Gruß
Thomas

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