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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blutuntersuchung in diesem Fall sinnvoll???



kako
23.02.2004, 15:32
Hallo,

letzte Woche ist mein Kater gestorben.
Es hat Anfang vorletzter Woche angefangen mit Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.
Da wir alle 3-4 Wochen beim TA sind (wegen seinem Bruder), haben wir nicht gedacht, dass es etwas Schlimmes ist.
Am vorletzten SA ist uns aufgefallen, dass er ganz helle Schleimhäute hat. Natürlich sofort zum TA.
Der sagte er hätte Gelbsucht und leichtes Fieber - vermutlich durch eine aggressive Viruserkrankung (Vergiftung durch Pflanzen oder Reinigungsmittel konnte ausgeschlossen werden).
Aber auch FIP oder FIV wären möglich.
Für eine Blutuntersuchung wäre es zu früh, da der Körper noch nicht genügend Antikörper gebildet hat, dass man sie hätte nachweisen können.
Er hat dann Antibiotika bekommen (am SA,MO und MI). Die Temperatur war dann am MO wieder normal. Am MO und MI hat er zusätzlich Elektrolyt-Spritzen bekommen (er hat nicht mehr freiwillig gefressen) und auch ins Wasser Elektrolyt-Pulver.
Er hat das Elektrolyt-Wasser (ca 200 ml) innerhalb einer Nacht(DI auf MI) getrunken und auch am MI hat er fast nochmal 200ml getrunken.
Am MI hatten wir und der TA den Eindruck, dass es ihm besser ging. Auch am DO-morgen hat er - dafür dass er krank war und im Gegensatz zu den Tagen davor - auch noch einen munteren Eindruck gemacht.
Allerdings hat er MI-abend und DO-morgen nichts mehr getrunken. Als wir am DO-abend heimkamen war er tot.
Er hat weder erbrochen, noch Durchfall gehabt und auch sein Fell war wie immer.

Seinem Bruder geht es gut. In 2 Wochen soll sein Blut untersucht werden.
Im Fall einer Ansteckung hätte der Körper dann genügend Antikörper gebildet um sie nachweisen zu können.

Macht es Sinn das Blut zu untersuchen? (Wenn es FIP war, dann würde man zwar einen Titer feststellen, aber der sagt ja nicht viel aus.)
Wenn ja, nach was kann und sollte man das Blut untersuchen lassen?
Gibt es noch andere ansteckende Krankheiten, auf die diese Symtome zutreffen?


Liebe Grüße
kako

Pikephish
23.02.2004, 15:50
Hi Kako,

es tut mir so leid für Deinen Kater! :0(
Ich glaube, ich würde auf alle Fälle eine Blutuntersuchung machen lassen,und gerade in Bezug auf FIP gibt es außer dem Titer noch einige andere wichtige Werte (die ich aber leider nicht mehr genau im Kopf habe).
Ich wünsche Dir sehr, daß wenigstens das Brüderchen gesund ist/wird/bleibt.
Berichte auf alle Fälle wenn's was Neues gibt.
Liebe Grüße

catweazlecat
23.02.2004, 18:06
Hallo Kako

tut mir leid das euer Katerchen so schnell sterben musste :-(

Um sicher zu gehen müsstet ihr ihn obduzieren lassen. Die Frage ist allerdings ob er überhaupt noch beim Arzt ist wenn er bereits letzte Woche gestorben ist.

Durch die Obduktion wüsstet ihr genau was passiert ist. Wie FIP hört sich das für mich allerdings nicht an, bin aber auch kein Fachmann. Vor allem wundert mich das es so schnell ging. Was hat denn der Bruder wenn er andauernd ärztliche Hilfe benötigt?

Gruss

kako
24.02.2004, 09:32
Hallo Silke,

wir haben ihn im Garten begraben (ich wollte nicht, dass er in eine Tierkörperbeseitigungsanlage kommt - wäre aber vielleicht besser gewesen, wenn man nicht genau weis woran er gestorben ist).



Wie FIP hört sich das für mich allerdings nicht an, bin aber auch kein Fachmann. Vor allem wundert mich das es so schnell ging.


So geht es mir auch.
Er hat die Tage vor seinem Tot körperlich ganz schnell abgebaut. Er hatte zuletzt kaum noch Kraft. Er konnte nur noch 2m laufen und hat sich dann hingelegt.
Ich hab gedacht, dass es davon kommt, dass er nichts gefressen hat. Wir haben ihm zwar mit einer Spritze etwas Futter gegeben (war nicht viel - ca 3-4 ml).
Was mich auch wundert: Am SA als wir beim TA waren, war er irgendwie abwesend. Er hatte einen ganz "leeren" Blick. Das hat sich dann aber ab MO bis MI gebessert.
Oder war das das "letzte Aufbäumen"?
Er hatte auch keinen Durchfall. Das letzte große Geschäft hat er am Mo oder DI gemacht.
Der TA hat auch jedes Mal seinen Bauch abgetastet um zu schauen, ob sich Wasser im Bauch gebildet hat (feuchte FIP). Er hat aber nie etwas festgestellt.
Soweit ich weis, gibt es bei der trockenen FIP kleine Geschwüre im Bauch. Wenn es trockene FIP gewesen wäre, hätte man dann die Geschwüre fühlen können?

Sein Bruder hat Mundschleimhautenzündung. Er hatte das auch. Obwohl er keine Mundschleimhautenzündung mehr hatte, hat er sich eher einen Schnupfen eingefangen, wie sein Bruder.
Darum haben wir auch erst gedacht, er bekommt einen Schnupfen/Erkältung. Beim Menschen fängt das ja auch mit Unwohlsein an.


Liebe Grüße
kako

admin
24.02.2004, 11:18
@kako,
es würde sich aufgrund des ebenfalls instabilen Gesundheitszustandes des anderen Katers doch empfehlen ihn gründlich untersuchen zu lassen.
"Den Kopf in den Sand zu stecken", ist hier nicht sinnvoll, denn das kann wertvolle Zeit kosten, ihn womöglich rechtzeitig behandeln zu können.

Es sollten FeLV, FIV und in diesem Fall (just for info sozusagen) der Corona-Titer bestimmmt werden. Dazu sollte aber auch ein großes Labor gemacht werden.

Leider teilen Sie nicht mit, wie alt die beiden sind, woher sie stammen udn ob sie Freilauf haben. Das wäre hinsichtlich möglicher Differentialdiagnosen doch interessant.

Alles Gute ;)
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

kako
24.02.2004, 11:54
Hallo Frau Doc,

Beide sind wild geboren. Mit 8 Wochen kamen sie ins TH.
Mit 7 mon. haben wir sie geholt. Ende März werden (wären) sie 3 Jahre (geworden).
Sie sind/waren reine Wohungskatzen.
Ich weis nicht, ob es weiterhilft: das erste Mal wurden sie mit 6 MONATEN geimpft.
(sollten die ersten Impfungen nicht mit 8-12 WOCHEN gemacht werden?)

Falls er sich angesteckt hat, könnte man das jetzt schon im Blut feststellen?
Der TA meinte es würde 2-3 Wochen dauern, bis sich Antikörper gebildet hätten, die man nachweisen kann.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten für FeLV und FIV???
Welche Werte werden bei einem "großes Labor" untersucht und welche Krankheiten kann man dann feststellen?


Liebe Grüße
kako

kako
26.02.2004, 13:08
Hallo Frau Doc,

Darf ich mit einer Antowrt von Ihnen rechnen?
(Soll jetzt kein Drängeln sein... ok - vielleicht ein ganz klein wenig :rolleyes: )


Liebe Grüße
kako

admin
26.02.2004, 14:10
@kako,
keine Sorge, ich melde mich...nicht immer sofort, aber so schnell es geht....

Danke für die Ergänzungen. So wie es aussieht hatten die beiden im TH 4 Monate Zeit, um sich mit allem anzustecken, was "Katze nicht haben möchte". Sprich es sind FeLv und FIV möglich, ebenso Corona-Viren, wovon fast auszugehen ist, da Corona Viren in solchen Beständen immer vorhanden sind.

Wenn man es ganz lege artis machen möchte, müßte man sogar 6 Wochen mit einem Test warten, denn erst dann bekäme man ein zuverläßiges Ergebnis auch für FIV. FeLV kann nach 21 Tagen nachgewiesen werden, wenn sich Antigen (Viren) im Blut befinden. da die beiden so lange zusammen gelebt haben, wäre ohnehin von einer längst stattgefundenen Infektion auszugehen.

Sowohl FIV, als auch FeLV sind bislang Viruserkrankungen mit unweigerlich tödlcihem Ausgang, wenn sie ausgebrochen sind. Es ist aber mittlerweile so (wie auch bei HIV / AIDS), daß man mittels morderner medikamente eine deutliche Lebensverlängerung erreichen kann.

In einem großen Labor werden alle Organparameter untersucht, ebenso wie Mineralstoffe und natürlich das weiße Blutbild.
man kann aus etwaigen Veränderungen Rckschlüße auf ablaufende Entzündungen und Veränderungen ziehen. Manche davon sind in Kombination pathognomonisch (typisch) für bestimmte Erkrankungen.

Die Werte, die im Einzelnen bestimmt werden können Sie bei
Vet-Med-Labor (http://www.vetmedlabor.de/) nachsehen. Sie sind dort auch einzeln erklärt.

Beste Grüße ;)
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

kako
26.02.2004, 14:57
Hallo Frau Doc,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Aber eine Frage ist noch offen:
Gibt es noch andere (ansteckende) Krankheiten, auf die die Symtome, die mein Kater hatte, zutreffen?

Ich frage deshalb, weil es manchmal vorkommt, dass ein Arzt eine (seltene(re)) Krankheit nicht erkennt, weil er durch die Vorgeschichte einen "Tunnelblick" entwickelt hat.
So wie wenn man im Supermarkt direkt vor einem Regal steht und einen Artikel nicht findet (obwohl man weiss, dass er da ist), und wenn man dann 2 Schritte zurückgeht sieht man ihn sofort.
Ich hoffe Sie wissen wie ich das meine.

Auch bei mir als Laie sind FIP,FIV,FeLV die typischen TH-Katzen-Krankheiten.
Und auch wenn es "nur" Wohungskatzen waren, kann es trotzdem sein, dass man an den Schuhen/Kleidung "etwas" mitgebracht hat (ich weis dass das sehr unwahrscheinlich ist - aber nicht unmöglich), so dass auch eine "Freigänger-Krankheit" möglich wäre.


Vielen Dank für Ihre Geduld.

Liebe Grüße
kako

admin
26.02.2004, 16:30
@kako,
nachdem ich zum leider verstorbenen Kater keinerlei "griffige" Anhaltspunkte habe, ist die Liste der möglichen Differentialdiagnosen endlos lang und läßt weidlich Spielraum für Spekulation.
Warten wir doch erst einmal ab, was die Blutuntersuchungen und Tests ergeben, dann kann man die Liste der Möglichkeiten schon einschränken.

Nochmal:
ihre beiden hatten in ihrer TH-Zeit schon reichlich Gelegenheit sich mit FIV, FeLV oder Corona-Viren anzustecken, da ist es nicht mehr nötig, daß Sie etwas eingeschleppt hätten. Dies ist bei den angegebenen Infektionskrankheiten in der Tat reine Hypothese, da die Erreger in der Umwelt recht labil sind.
Einzig Parvoviren (Katzenseuche) sind in der Umwelt sehr stabil, weshalb auch Wohungskatzen dagegen geimpft sein sollten, um eine vektorielle Übertragung zu vermeiden.

Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

Foxi
26.02.2004, 18:39
Hallo Kako,
es tut mir schrecklich Leid was mit deinem Kleinen geschah, nur wir - ( meine Tochter und ich) hatten vor zwei Wochen einen ähnlichen Fall:
Erst mal die Vorgeschichte:
Wir haben eine 2-jährige Main-Coon-Mischling LEA, die erst 6 Wochen alt war als wir sie vor dem "Erschmeissen" retteten.
Alles o.k. bis meine Tochter im Juli anfing zu arbeiten. LEA fühlte sich einsam. Also machten wir uns auf , einen Spielgefährten für sie zu suchen. Nachdem uns drei Tierheime
ablehnten, weil wir keinen Gaten-also Freilauf- haben.
Durch Zufall waren wir im September in Österreich beim Essen, als uns plötzlich ein kleines etwas ganz schüchtern unter dem Tisch anblinselte. Eine ca 3 Monate alte, schwarze
EKH.
Die Besitzer (Wirt) wollten sie unbedingt weiter haben, egal wie.
Sie war total verlaust, verwurmt usw. Erst ein Gang zum Tierarzt-Wurmkur-Ampullen gegen Föhe und Zecken.
So wurde sie UNSERE kleine MARA.
Die ersten drei Tage wollte LEA sie nicht akzeptieren, aber wurden sie die besten Freundinnen. Nur Mara fraß ca das 3-fache von Lea. Sie entwickelte sich zu einem Prachtstück.
Nach allen Impfungen, Kastration und profilaktischen Untersuchungen schien MARA total gesund zu sein.
-Bis sie kurz nach Neujahr anfing zu humpeln.
Ab zur TA, Röntgen-zwei alte Rippenbrüche und eine alte
Hüftfraktur wurden festgestellt, was aber nicht die Ursache sein sollte.
Also FIP-Test!!!!
Großes Blutbild usw.- Ergebnisse super!!!!
Titer 1:20 -Kein Problem - Sie war ja bereits geimpft.
Nur das Hinken wurde immer schlimmer. Nach der überweisung zu einem Tierorthopäden wurde festgestellt, daß
es sich um, ich weiß jetzt den Ausdruck nicht, wie beim Dackel
wenn die Kniescheibe immer verrutscht und die Gelenke immer verrutschen. Bei MARA an beiden Knien.
So Ließen wir sie operieren- erst das linke Knie- Operation gut überstanden. Sie balkte nach 2 Tagen bereits wieder mitLea.
Nach etwa 2 Wochen, die Fäden waren schon gezogen, rief mich meine Tochter mittags an, daß Mara zu apathisch rumhängt, frißt und trinkt aqber. Meine Tochter mußt um halb eins zur Arbeit.
Als ich gegen acht Uhr nach Hause kam, schrie Mara so erbärmlich,als hätte sie unendliche Schmerzen, rannte aber wieder ins andere Zimmer. Ich telfonierte noch mit der TÄ, die aber auch keinen Rat wusste. So versucht ich sie zu beruhigen, was mir auch gelang. Wir schliefen beide am Sofa ein.
Als meine Tochter um 11 Uhr aus der Arbeit kam, war MARA bereits tot.
Wir ließen sie obduzieren, und es stellote sich heraus, dass es
definitiv FIP war.
Es dauerte nicht mal 5 Stunden von den ungewöhnlichen Symptomen schmerzschreie) bis zum Tod.
Da die TÄ auch nicht glauben konnte, daß es sich mit den guten
Blutwerten, dem geringen Titer um FIP handeln kann, veranlasste sie eine erneute "Nachuntersuchung" aller Fakten -
Es war leider doch FIP.
Nun ist Mara seit fast 2 Wochen im Katzenhimmel, und wir und LEA vermissen sie so unendlich.