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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dominanzproblem mit Yorki



Fontana
22.02.2004, 13:33
Nachdem ich meinen Spitz-Mix im November einschläfern lassen musste, habe ich sofort einen 7-jährigen Yorki-Rüden aus schlechter Haltung aufgenommen.

Am Anfang lief auch alles relativ gut. Eingewöhnungsprobleme gab es so gut wie gar nicht.
Biss halt in dunkle, schwere Schuhe, was ich darauf zurückführe, das er so einige male von seinen Vorbesitzern getreten wurde. Konnte und kann ich mit leben.

Nun habe ich seit Dezember einen Freund, mit dem er sich auch sehr gut versteht.
Doch seit einiger Zeit, werde ich immer ganz böse von ihm angeknurrt.
Z.B. wenn er bei meinem Freund sitzt, und ich mich dazu setzen möchte. Oder wenn ich das Zimmer von meinem Bruder betrete, und er dort auf dem Bett liegt. Oder auch, wenn ich ins Bett will, und er zuerst drinn liegt.

Nun bin ich ja schon so weit, das er nur noch auf einer bestimmten Decke auf dem Sessel liegen darf, Bett ist auch tabu. Nur lassen sich diese Situationen nicht immer vermeiden.

Und selbst wenn nur ca. 3kg vor einem mit gefletschten Zähnen stehen, wird einem echt mulmig.
Bin echt entmutigt.

So tolle Ratschläge wir: spritz ihn mit Wasser nass, oder pack ins Genick und schüttel ihn, finde ich ja ehrlich gesagt nicht so prickelnd.

Vom Bett oder Sofa verschwindet er nur nach mehrmaliger Aufforderung unter starkem Protest-Knurren.
Ist auch schon auf mich zugesprungen, oder schnappt. Wenn ich versuche ihn anzufassen, knurrt er nur noch schlimmer.

Manchmal möchte ich echt aufgeben und ihn abgeben. Aber noch ein Halterwechsel muss ja nicht unbedingt sein. Außerdem wer will so einen kleinen Giftzwerg schon haben???

Vieleicht habt ihr ja ein paar tolle Tipps für mich.
Mit meinem anderen Rüden hatte ich solche Probleme nie. Bin deshalb total ratlos.

Gruß
Karin

claudia73
22.02.2004, 17:05
Mein Tipp: eine gute Hundeschule, sprich: professionelle Hilfe !

Wir hatten vor etwas mehr als 2 Jahren einen TH-Hund, einen 10 kg- Mix, sah harmlos aus, hat aber genau dasselbe Verhalten an den Tag gelegt.
Nur, dass er es nicht beim Schnappen beließ, ingesamt gab es 6 Beißvorfälle, beim letzten habe ich eine Fingerkuppe eingebüßt und er sein Leben :0( Es ging echt nicht mehr, weil er einfach unberechenbar war.

Was nicht heißen soll, dass man an dem Verhalten nichts ändern kann !
Das Knurren z. B. und die anderen Dominanz-Gesten hatten wir mit der Zeit und dank Hundeschule und Verhaltenstherapeut gut im Griff.

Im Nachhinein denken wir, dass er evtl. einen Tumor hatte, da er 2 Tage vor Tag X auch einen superheftigen epileptischen Anfall hatte...

Wie gesagt, das Verhalten an sich hatte sich wirklich super gebessert, der Biß aus heiterem Himmel am letzten Tag hatte wahrscheinlich andere Ursachen...

Also: Hundeschule, es lohnt sich !!!

Liebe Grüße

Loeffelstein
22.02.2004, 18:57
Hallo Karin,
meine Freundin hat leider genau dasselbe Problem... Wenn ihre Yorki- Hündin in ihrem Bett liegt und sie sich ihr nähert, fängt Hundi mit Knurren und Schnappen an... Sie ist völlig ratlos und weiß auch nicht, was sie dagegen machen könnte... Gebissen wurde sie auch schon mehrere Male... Damit will ich dir nur sagen, dass du nicht die Einzigste bist, die ein solches Problem hat. Vielleicht ermutigt dich das ein bisschen?! :rolleyes:
Aber um ehrlich zu sein weiß ich auch nicht, was man in solch einer Situation tun soll bzw. wie man ein solches Verhalten abgewöhnen kann. Am besten du erkundigst dich mal in einer Hundeschule!!!
Viele liebe Grüsse,
Loeffelstein und Jule :cu:

suh
01.03.2004, 14:01
Hallo,

Original geschrieben von Fontana
Und selbst wenn nur ca. 3kg vor einem mit gefletschten Zähnen stehen, wird einem echt mulmig.

Ganz ehrlich? Das dürfte ein Problem sein. NIE NIE darfst Du Angst zeigen/haben. Du solltest in solchen Momenten eine wahnsinns Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Darauf (ruhig!)bestehen, dass er das macht, was Du willst (sprich, entweder er benimmt sich oder fliegt (verbal!) demonstrativ von der Couch, am besten noch kurz aus dem Raum raus). Ich hab für sowas immer gerne ein überzeugtes "So nicht! Geh ab!" genutzt. *grins*

Dein Yorkie ist bestimmt nicht blöd, und wenn er merkt, dass er Dich mit seinem Geknurre auch nur ein ganz klein wenig beeindrucken kann, verlierst Du immer mehr. Ich weiss, ist alles leichter gesagt als getan. Aber dummerweise nützt es nix, da musst Du einfach durch & ggf. an Dir arbeiten. So doof wie das auch klingen mag: Ich habe eine ganz gewisse überzeugende Pose mit ernstem, versteinerten Gesicht und starrem Blick sogar extra vor dem Spiegel geübt ;)

Grundsätzlich zeigen meiner Erfahrung nach die meisten älteren Hunde erst nach einer Eingewöhnungszeit von ggf. sogar 8 - 12 Wochen (mal länger, mal kürzer) welche Eigenarten sie so haben. Liegt wohl daran, dass man sich nach so einer Zeit relativ sicher sein kann, den Menschen kennengelernt zu haben ;)
Ist also erstmal alles (relativ ;) ) normal, was Dir da mit Deinem Süssen passiert. Nur.... richtig reagieren musst Du jetzt auf jeden Fall!!!!

Je länger er ggf. mit so einem Verhalten bei Dir Erfolg hat, um so mehr wird sich das Verhalten DIR gegenüber festigen. Denn er lernt DICH ja dann als solch einen Menschen kennen, den er auf diese Art und Weise manipulieren kann. Solltest Du Dich dann irgendwann zur Wehr setzen, kannst Du davon ausgehen, dass er heftiger reagieren wird als je zuvor. Denn plötzlich ginge es dann ja darum, einen bereits gewonnenen Status wieder abzugeben.

Grundsätzlich: Wenn Du (noch?) ein wenig unsicher bist in manchen Situatioen (& und er sich auch und vielleicht auch deswegen knurrt?), dann vermeide diese Situationen. Entweder Du kannst Dich der Auseinandersetzung stellen (und dann MUSST Du ihn ggf. sogar körperlich abwehren können, denn alles andere wäre ein Erfolg für ihn und würde ihn darin bestätigen es so weiterzumachen), oder Du vermeidest die Situationen und übst sie langsam aber sicher (Stichwort: Verhalten shapen mit dem Clicker *grins*) Wenn für den Hund was unangenehm ist, machs ihm einfach angenehm ;)

Wie gesagt: Die nächsten Wochen sind SUPERWICHTIG für Eure Beziehung. Tu was! :)

Eine gute Hundeschule (meine Empfehlung: Animal Learn) wäre bestimmt was für Euch. Gemeinsames Arbeiten & Spielen bringt Spass, lastet den Hund aus (vertu Dich nicht, son Kleinterrier braucht viiiiiiiel Action!) und müde Hunde kommen vielleicht nicht mehr auf soooo dumme Idee *grins*

Nur meine Gedanken! *grins*

Ihr schafft das schon!

lg,
Suh

suh
02.03.2004, 15:50
Hallo,

mir fällt da gerad noch was ein: Um mich sicherer zu fühlen, hab ich sogar eine Zeitlang bewusst Handschuhe und Jeans in der Wohnung getragen. Da kommen die Zähnchen nicht so leicht durch - was tut man nicht alles... ;)

Berichte doch mal weiter, wie Du verfährst, wie es sich entwickelt, ... Interessiert mich wirklich. :-)

Liebe Grüsse
Suh

chatfrosch
06.03.2004, 10:31
Hallo zusammen!

Bin ja auch nicht der Profi, da ich erst meinen ersten eigenen Hund habe (14 Monate alt). HAbe aber sehr viel gelesen, da es ein Rotti ist und ich mir da keine Dominanzprobleme erlauben will/kann.

Du hast es ja auch gleich erkannt, daß es sich um ein Dominanzproblem handelt und nicht einfach um aggressivität. Ich fände es schlimmer, wenn er aggressiv ist. An Eurem Rudel kannst Du arbeiten bzw. an Deiner Position im Rudel. Hast Du Dich schonmal mit einem Wolfrudel beschäftigt und gelesen, was einen Chef ausmacht?

Vielleicht hast Du den kleinen auch ein bischen verhätschelt am Anfang - da er ja schlechte Erfahrungen hat - und es jetzt bei Dir besser haben soll? Vielleicht gab ihm das den Eindruck das er der Chef ist.

ICh weiß, daß man sich bei kleinen Hunden keine so großen Gedanken um die Rudelstellung macht. Meine Oma hat auch einen Mischling in Dackelgröße der zwar nicht so aggresiv reagiert wie Deiner, aber trotzdem den Chef raushängen läßt. Z.B. quengeln wenn er was möchte usw.

Wenn es da bei Euch Probleme gibt, würde ich mich schon verstärkt mit der Rudelordnung beschäftigen - auch in einem moch so kleinen Hund steckt ein kleiner Wolf. :D Auch wenn man es ihm nicht mehr ansieht. :D
Aber es ist eindeutig bei Euch - er will Dir sagen, daß Du hier im Bett nichts verloren hast wenn Chef da ist, daß Du da nichts verloren hast wenn er mit Deinem Freund kuschelst usw.

Viele Grüße
Claudia

Fontana
07.03.2004, 17:08
Ich habe ja auch schon neue Regeln aufgestellt:

1. Der Hund darf nicht mehr aufs Sofa, wenn doch, nur auf SEINE Decke
2. Der Hund hat im Bett nichts mehr zu suchen, wird sofort (verbal) aus dem Bett geworfen.

Gestern jedoch saßen mein Bruder, mein Freund und ich beim Frühstück. Alles Friede Freude Eierkuchen.
Aus einem uns unerfindlichen Grund knurrt klein Hundi mich an nachdem ich aufgestanden bin.
Mit bösem Gesicht und tiefer Stimme sagte ich: Sooooo nicht mein Freund, raus!!! (Zeige auf die Küchentür.)
Hund knurrt noch mehr. Daraufhin wiederholte ich das ganze noch einmal.
Plötzlich springt er auf den Schoß meines Freundes, fühlt sich natürlich hierdurch noch größer und fletscht zusätzlich noch die Zähne.
Daraufhin bitte ich meinen Freund vorsichtig auf zu stehen, damit der Hund vom Schoß rutscht.
Darauf war der Hund nicht gefaßt. Habe ihn dann im Nacken und unter den Po gefaßt und ins Schlafzimmer gesperrt.
Später war dann wieder alles in Ordnung. So als könnte er kein Wässerchen trüben.
Dieser Hund ist ein einziges ?

Ratlose Grüße
Karin

chatfrosch
08.03.2004, 07:19
Das ist schon schlimm, wenn man nie weiß was kommt bei einem Hund.

Aber nochmal zu den Regeln. Der Hund darf überhaupt nicht auf das Sofa. Das hat nichts mit einem bestimmten Platz auf dem sofa zu tun, sondern mit einem erhöhten Schlafplatz. Diese erhöhten Plätze gehören nur Dir und anderen Personen natürlich. Ein Hund gehört immer nach unten. Ich weiß auch das es schwer ist mit so einem kleinen Wuslon, bei einem großen Hund überlegt man es sich von vornherein, da man sonst keinen Platz mehr auf dem Sofa hat. :D

Hast Du schonmal Fütterung aus der Hand gemacht? Gibst Du trocken oder Naßfutter? Er bekommt also nicht einfach seinen Napf hingestellt, sondern mußt jedes einzelne Stück aus Deiner Hand fressen.

Viel Glück
Claudia

manurtb
10.03.2004, 17:43
Mir grauts richtig, bei den ganzen Dominanzgeschichten.

Bitte durchlesen: http://www.spass-mit-hund.de/ Dort unter 'Mehr Wissen'

Ilona
11.03.2004, 13:25
Hallo Karin,

das mit dem Aussperren hast Du gut gemacht. Eine Auszeit ist immer dafür da, dass sich die erhitzten Gemüter abkühlen können;) Sie muss auch nicht länger als maximal drei Minuten sein. Ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg.

Was Deinen Freund betrifft, so sollte er mit Dir gemeinsam an den Verhaltensauffälligkeiten arbeiten. Du siehst ja, bei Deinem Freund fühlt sich dieser lütte Bengel doppelt stark. Das Abschütteln des Hundes ist eine gute Sache, wenn er wieder mal vor hat, sich bei Deinem Freund stark zu machen. Noch besser ist, es gar nicht dazu kommen lassen, dass er auf den Schoß hüpft. Willst Du was vom Hund, wenn Dein Freund in Eurer Nähe ist und der Hund will partout nicht auf Dich hören (zum Beispiel zu Dir kommen oder so), wendest Du einen Trick an, um zu bekommen, was Du wolltest. Geh aus dem Zimmer, such Dir ein interessantes Spielzeug oder ein tolles Leckerchen und mach Dich, so dass der Hund es sieht, mit diesen Dingen total wichtig. Kommt er angeflitzt, gehst Du ihm voraus in den Flur, in die Küche oder sonstwo hin, sagst ganz nebenbei "Fiffi, komm" (flötende Stimme, Freude) verlangst dann von ihm eine Kleinigkeit (wie Sitz oder was auch immer) und lobst ihn ohne Ende für die feine Ausführung des Kommandos und überläßt ihm das Leckerchen. Die Situation ist entspannt, Du hast bekommen, was Du wolltest und alles ist gut für den Moment. Den Rest erledigt die Zeit. Je öfter Du Dich durchsetzen kannst, umso besser wird es zwischen Euch.

Übe Du jetzt vorrangig mit dem Hund. Kleine Unterordnungen, viele Leckerchen als Lohn, füttere Du den Hund (und wenn es geht, hältst Du dabei die Schüssel in der Hand - Du verwaltest die Futterreserven!!!). Gut wäre auch, wenn Du ihn aus Deiner Hand fressen lassen könntest. Dürfte ja bei Trofu kein Problem sein. Ansonsten tut es die Futterschüssel in Deiner Hand auch.

Alle Dinge, die dem Hund wichtig sind (Spielzeug gehört auch dazu), gehören unter Deine Kontrolle. Du verteilst Spielzeug, Du sammelst es auch wieder ein. Nichts gehört diesem kleinen Taugenichts, Dir gehört alles:) Er muss sich Deine Aufmerksamkeit, Deine Liebe und alles, was er von Dir will, verdienen. Es gibt von Dir nichts mehr umsonst.

Schau auch mal am 15. März 2004 um 20.15 Uhr bei arte rein. Dort wird Frau Dr. Jones zeigen, wie man mit einem Hund arbeitet, der das Herrchen beißt und nur das Frauchen akzeptiert. Also eine ähnliche Konstellation wie bei Euch.

Ach, gaaaanz wichtig und eigentlich gehört es ganz oben hin: Vermeide Konfliktsituationen so weit es geht. Gelegentliches Knurren kannst Du überhören, geh dagegen mit einer List vor. Dir fällt sicher was ein...

Ich hab meinen Rotti so hinbekommen, dann bekommst Du Deinen Zwerg auch so hin, ne?

Lieben Gruß, Illi

chatfrosch
12.03.2004, 07:12
So viele aus dem Rottweiler-Forum hier?!?! :D

Viele Grüße
Claudia

Dagi
12.03.2004, 09:35
@ manurtb

Ich bin bestimmt keine von denen, die alles mögliche immer auf Dominanz schiebt, aber: in diesem Fall, was soll da bitte Deine Bemerkung? WAS ist das denn bitte für ein Verhalten bei diesem Hund, wenn nicht dominantes? Meinste nicht, der fühlt sich hier seinem Frauchen überlegen? Und eh' Du nur so 'ne Bemerkung in den Raum wirfst und 'nen Link hinterher, dann erklär es wenigstens richtig, was DEINE Theorie ist und hilf ihr.
Aber egal, wo man einen Beitrag von Dir liest, ständig jammerst Du nur an der Dominanztheorie rum.

Fakt ist, in einem Rudel gibt es eine Hierarchie. Fakt ist zwar, dass das nicht so oft, wie davon gesprochen wird, in einem Hunde-Menschen-Gespann auftritt, Fakt ist aber auch, dass manche Hunde regelrecht in diese Rolle reinerzogen werden, es nicht von sich aus wären.

In diesem Fall würde ich es so einschätzen, dass der Hund mit dieser Strategie schon vorher (also bei dem anderen Besitzer) Erfolg gehabt hat. Vielleicht war das seine Überlebensstrategie, vielleicht musste er so handeln. Ein Hund ist aber kein Mensch der jetzt mal so eben (nachdenkend) merkt: ach, hier hab ich es jetzt gut, jetzt brauch ich die Strategie nicht mehr anwenden. Wenn dieses Verhalten vorher seine Strategie war, ist die nicht mal eben so leicht wegzubekommen, das wird schon ein hartes Stück Arbeit.

Ilona hat schon super gute Tips gegeben, aber ich fände es in so einem Fall auch wirklich wichtig, einen Trainer hinzuzuziehen.

Wie gesagt, in einer normal funktionierenden Mensch-Hund-Beziehung (wo der Hund auch mal die eine oder andere Macke haben darf - haben wir ja auch ;) ) halte ich es nicht für wichtig, wer z.B. als erstes durch die Tür geht. Aber in diesem Fall, wo der Hund durch Verhalten und Gesten seinem Frauchen ab und an zeigt: hier, sieh her, ich bin Cheffe, da würde ich es schon für angebracht halten meinerseits durch Gesten und Verhaltensweisen dem Kleinen zu zeigen, dass ich doch "über" ihm stehe. Da müsste man aber individuell mit einem Trainer sprechen, was da sinnvoll ist.
Das soll ja nicht ewig so bleiben, aber zu einer "Umgewöhnung" wäre das m.E. sicher unterstützend sinnvoll. Der Hund soll ja keine Angst bekommen, sondern nur sehen: aha, da ist der starke Partner, der aber auch notfalls das Sagen hat. Und wenn man dann noch in einer Hundeschule zusammen lernt, wie man diesen Hund richtig führt, Zusammenarbeit mit ihm lernt, der Hund überhaupt erst mal merkt, dass Zusammenarbeit möglich ist, wird das alles bald anders aussehen.

:cu: Dagi & Amy

PS.: Illi, ich schick' mal eben einen lieben Gruß zu Dir rüber, hab' Dich ja ewig nicht gelesen :)

Ilona
12.03.2004, 10:40
Hi Dagi,

Dir auch liebe Grüße zurück <freu>.

Ja, ich war lange nicht hier. Irgendwie herrscht immer Zeitmangel und ich krieg nicht alle Foren unter einen Hut. Uff, und dabei sind es gar nicht so viele, sondern eigentlich nur zwei, hihi...

Geht es Euch gut? Ich hoffe, doch.

Alles Liebe, Illi

suh
12.03.2004, 10:49
Hallo Fontana,

sorry, dass ich jetzt erst wieder schreibe.

Meinen Erfahrungen nach könnte Dein Hund Dir vielleicht jetzt schon zeigen, was "Löschungstrotz" ist. *grins*

Wenn ein Verhalten erst einmal etabliert ist (der Hund gemerkt hat, dass dieses Verhalten zum Erfolg führt), dieses Verhalten dann aber plötzlich unterbunden wird, wird natürlich erstmal weiter probiert, ob man nicht vielleicht doch wieder Erfolg damit haben könnte.

Schaus Dir bei bettelnden Hunden an. Hatten sie eine Zeit lang Erfolg mit "Betteln", plötzlich aber nicht mehr, werden sie alle richtig (!) aufdringlich :)

Zu dieser "Dominanzgeschichte": Sicherlich klingt alles immer so schön logisch und einfach. Wenn man als erster durch die Tür geht, der Hund nicht mehr im Bett liegen darf etc., dann wird der Hund die "Rangordnung" schon einsehen. Mir hat es damals eingebracht, dass ich durch die Beachtung der Kleinigkeiten das Wesentliche aus den Augen verloren habe. Nämlich dass es gilt, souverän zu sein und an den einzelnen Problemsituationen wirklich zu arbeiten.

Meines Erachtens hat so ein Hund, wie Du - Fontana - ihn beschreibst, einfach nur gelernt, dass er Probleme durch z. B. Knurren gegenüber Menschen lösen kann (Aggressionen als Problemlösungsverhalten). Das hat nix mit Alphahund o. ä. zu tun. Wenn er nur laut genug knurrt, hält man Abstand, lässt ihm seinen Knochen, lässt ihm seinen Platz, lässt ihm seine Ruhe, seine Schmuseeinheit mit dem Bruder, ...

Ich kann Ilona zustimmen: Du bist doch der Mensch in Eurer Beziehung, dann wirste ja wohl schaffen, ihn zu überlisten ;)

Aufmunternde Grüsse
Suh

P.S.: Versuchs doch vielleicht wirklich einmal mit dem Clicker, Du glaubst gar nicht, was das für einen Spass macht :)

Dagi
12.03.2004, 11:38
Hallo Suh,

grundsätzlich geb' ich Dir in Deinen Ausführungen größtenteils recht.
Ich glaube jedoch, hier werden verschiedene Dinge wild durcheinandergeschmissen. Das ein Hund dominantes Verhalten zeigt in bestimmten Situationen hat noch nix mit der "Alphahund"-Theorie (so nenn ich das jetzt mal) zu tun oder sagt aus, dass er das wäre.

Dominant bedeutet nach dem Sprachgebrauch doch einfach beherrschend. Der Hund beherrscht in den beschriebenen Fällen die Situation, oder? Also zeigt er dominantes (beherrschendes) Verhalten bzw. IST in diesen Situationen dominant.
Natürlich hat er das gelernt als Problemlösung, das bestreitet doch gar niemand, ein Hund verhält sich ja nicht von Anfang an einfach so wie in diesem Fall, sondern er ist erfolgreich damit gewesen (bei Erstbesitzer) und verfolgt diese Strategie nun weiter.

Ich bin ebenfalls ein großer Fan vom Clicker, jedoch würde ich damit nicht beginnen, bevor nicht einige grundlegende Probleme zwischen den beiden gelöst sind, bzw. der Hund nicht an ganz alltäglichen Dingen gelernt hat, dass die Interaktion miteinander auch anders funktionieren kann. Denn als Clickerneuling würde ich immer mit "Spaß-Übungen" beginnen, denn einen Trick kann man ruhig mal "versauen", wenn man in dem richtigen Timing noch nicht so geübt ist, da würde ich nicht mit grundlegenden Dingen rumprobieren. Ist aber nur meine Meinung, die muss niemand teilen.

Die Eltern meiner besten Freundin haben GENAU SO einen Yorki-Rüden. Da ich null Schiß vor dem kleinen Burschen hab', habe ich nämlich mal versucht, mit ihm ein wenig zu arbeiten, habe aber eben schnell gemerkt, dass das ganz wenig bringt, wenn nicht vorher viele andere Dinge in Ordnung gebracht werden - nur das konnte ich in dem Umfang natürlich nicht leisten.

Zum "Löschungstrotz": ein lange ausgeübtes, gefestigtes Verhalten braucht meistens genausolange zum Auslöschen, wie das Erlernen damals gedauert hat. Bei so erfolgreichem Verhalten wie hier meist auch länger. Und wichtig wäre auch zu sagen, dass das Verhalten kurz vor seiner Löschung noch einmal zu einer extremen Ausprägung kommen kann, d.h. wenn es am Schlimmsten wird ist es kurz davor zu "verschwinden".

Wie gesagt glaube ich aber nicht, dass wir das hier über das Forum lösen können, sondern dass ein kompetenter Trainer hier unabdinglich ist.

Mich würde übrigens noch mal interessieren, ob der Hund das bei dem Freund auch zeigt, wie das Verhalten des Hundes draußen ist, wie es gegenüber anderen Hunden ist, wie er an der Leine geht, ob in irgendeiner Weise mit ihm UO gemacht wird.


Sorry @ all, wenn ich ein wenig agressiv wirke, aber ich kann es echt nicht verstehen, dass in diesem Forum die sog. "Dominanztheorie" mittlerweile SO verpönt ist, dass man nicht mal mehr von Dominanz sprechen will oder sie sogar abspricht, wenn sie vorhanden ist. Wie gesagt, damit alles zu erklären ist totaler Unfug und die ist ausgeleiert worden bis zum geht nicht mehr, das weiß ich wohl selbst. Aber 2% der Fälle beruhen eben doch auf dominantem Verhalten, und davor sollte man nicht die Augen verschließen.

Grüße von Dagi & Amy

PS.: Off-topic
Hey Illi, ich schau ja auch nicht mehr sooo oft rein, hab aber grad Semesterferien und da passt es in meinen Zeitplan mal wieder rein ;) . Aber ja, danke, bis auf meine langsam verschwindende Grippe geht es gut, Amy mussten wir im Nov. wegen ihrer super-schlimmen Scheinträchtigkeit kastrieren lassen, seitdem geht es ihr richtig prima, wir clickern fleißig und sie arbeitet wie 'ne wilde mit. Jetzt ist sie fast zwei, und es macht von Tag zu Tag mehr Spaß mit ihr :) Sie ist und bleibt einfach mein Traumhund, der immer noch dazu neigt, sich manchmal seltsame Dinge zu fressen - ich sach nur: Meisenknödel inklusive Netz :rolleyes: .
Ich hoffe, Dir geht es auch gut, und ich hab' mich richtig gefreut, wieder von Dir zu lesen!

manurtb
12.03.2004, 12:30
Original geschrieben von Dagi
@ manurtb

Ich bin bestimmt keine von denen, die alles mögliche immer auf Dominanz schiebt, aber: in diesem Fall, was soll da bitte Deine Bemerkung?

Die Bemerkung sollte einen Link angeben, den man sich in dem Zusammenhang mal durchlesen sollte! Mehr nicht.
Das große Problem ist, dass viele Menschen von einem Extrem in das andere fallen.

Natürlich hat der Hund dem Menschen gegenüber ein dominantes Verhalten gezeigt. Die Frage ist aber warum!
Und die ganzen Dominanzgeschichten gehen davon aus, dass der Hund ein Dominanzproblem hat. Das ist so seltenst wahr. Die meisten Menschen haben ein Konsequenzproblem.
Und ich durfte schon mal einen Hund sehen, bei dem dann die ganze Dominanzgeschichte durchgezogen wurde und der immer weniger kooperativ war. Naja, man kann dann natürlich mit immer mehr Druck arbeiten, bis der Hund nachgibt oder der Besitzer den Hund abgibt.
An dem Hund wurde dann aber ganz anders gearbeitet. Nur noch kooperativ und siehe da, der Hund wurde innerhalb eines halben Jahres ein völlig normaler Hund.
Und hätte man ihn in die Schublade 'Dominant' gesteckt, hätte das keiner mehr ausprobiert.
Aus dem Grund weigere ich mich, dominantes Verhalten mit einem dominanten Hund gleichzusetzen, weil man dann die Schuld auf den Hund schiebt. Für mich sind das inkonsequente Herrchen und Frauchen.

Ilona
12.03.2004, 13:39
Jau Kinners,

nu diskutiert hier die "Fachwelt", aber wo ist denn nun Klein Yorki nebst Besitzerin???

Hihi, es ist alles wie immer;)

Ihr sagt doch beide das gleiche, liebe Dagi, liebe Manu, nur jeder mit anderen Worten.

Liebe Grüßchen und ein schönes Wochenende,

Illi

changale
12.03.2004, 14:56
Hallo Karin,

ich muß noch etwas zu Deinen Beschreibungen anmerken. Du sagst, dass der Hund nicht auf die Couch darf bzw. wenn dann nur auf seine Decke. Damit machst Du ihm meines Erachtens schon wieder "Zugeständnisse" und der darf mit den "Rudelführern" auf einer Ebene sein. Sei konsequent, lass Deinen Hund gar nicht auf die Couch. "Befehl" ihm in sein Körbchen zu gehen, da liegt er genau so gut und er lernt zeitglich dass DU bestimmst wo sein Platz ist.

Und dann die Sache mit Deinem Freund am Küchentisch. Warum hat Dein Freund ihn nicht sofort von seinem Schoss verjagt? Dadurch dass er es am Anfang zugelassen hat, hat er vielleicht dem Hund ein falsches Signal (Aha, der ist also auf meiner Seite) gegegeben. Wenn so etwas passiert, sollte Dein Freund oder wer auch immer sofort den Hund von seinem Schoss verjagen.

Eine Freundin von mir hat einen JRT der sie ständig nur angeknurrt, angebellt und nach ihr geschnappt hat. Eine Trainerin hat ihr den Tipp gegeben den Hund an die Leine zu legen, die Leine an ihr zu befestigen (Um die Hüften legen, an den Gürtelschlaufen festmachen o.ä.) und so dafür zu sorgen, dass der Hund überall hin muß wo sie auch hingegangen ist. Der Hund hat dadurch gelernt "Aha, Frauchen ist der Boss" und das Verhältnis der beiden ist mittlerweilig ein ganz inniges. Allerdings mußte sie halt dafür in Kauf nehmen, dass der Hund 3 Wochen lang - bis auf nachts - an sie "gekettet" war. Vielleicht wäre das etwas für Dich?

Aber egal was Du machst: NIE, NIE, NIE darfst Du Deinem Hund gegenüber zeigen dass Du Angst vor ihm hast. Wenn er Dich anknurrt dann stampf mit dem Fuss auf, knurr zurück (Hört sich lustig an, klappt aber! Wenn meine Hunde mir zu nahe rücken wenn wir essen und ich den beiden nur die Zähne zeige, dann verschwinden beide ganz schnell auf ihre Plätze), sprech mit lauter fester Stimme, mach Dich größer...

Und noch eine Frage: Wie verhält sich Dein Freund gegenüber dem Hund? Wenn Du neue Regeln aufstellst, Dein Freund aber diese in seinem Umgang mit dem Hund nicht befolgt, dann ist die ganze Mühe für die Katz....

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

Desman
12.03.2004, 17:28
Hallo Karin,ich glaube an disem Dominanzproblem bist Du nicht ganz unschuldig.Denn damit,dass der Hund auf Sessel,Sofa etc. sitzen darf,signalisierst Du ihm ja,dass er der Chef ist.Dein Hund darf nie auf gleicher Höhe sitzen wie Du.
Achtest Du denn auf solche Sachen wie z.B.:
Du gehst zuerst durch die Tür,er bekommt sein Fressen erst,wenn Du gegessen hast usw.
Für einen Hund,vorallem wenn sich schon ein Dominanzproblem eingestellt hat ist das sehr wichtig.
Das wird anfangs schwierig durchzustzen sein,aber ich glaube,wenn Du ausdauernd bist,wirst Du Erfolg haben.

Gruß Nicole

manurtb
12.03.2004, 18:18
Nicole, wenn sich ansonsten nichts in dem Haushalt ändert, dann nützen Deine Ratschläge auch nichts.
Denn dieser ganze Firrlefanz ist nicht das Problem. Ein Hund denkt nicht, dass er der Boss ist, nur weil er auf dem Sofa sitzt.
Konsequenz vom Anfang bis zum Ende ist wichtig, dann kann der Hund überall hin, sogar im Bett schlafen.
Vielleicht hilft es den Leuten sogar, wenn sie Deine Ratschläge beherzigen, damit sie eine Linie in den Umgang mit dem Hund bekommen. Möglicherweise verwirren sie den Hund aber noch viel mehr und es geht noch mehr ab.

Desman
12.03.2004, 18:34
Was soll sich den Deiner Meinung nach im Haushalt ändern?
Die Punkte die ich angesprochen habe sind für ein harmonisches Zusammenleben sehr wichtig!Mit Deiner Aussage behauptest Du ja,dass wenn man nicht von Anfang an Konsequent war,man das ganze so wie so vergessen kann.Man kann jedem Hund unangebrachte Verhaltenseinen mit Geduld auch wieder abgewöhnen.Was Du als Firrlefans bezeichnest ist sehr wohl wichtig im Umgang mit seinem Hund!
In einem Hunderudel gibt es nun mal bestimmte Verhaltensweisen,die klar machen wer das Alphatier ist.Das ist keinesfalls Firrlefans.
Und ein Hund hat auch im Bett nichts zusuchen.Vor allem nicht,wenn schon Dominazprobleme aufgetreten sind!

changale
13.03.2004, 16:10
Hallo Nicole,

also meine Hunde gehen immer vor mir durch die Tür. Trotzdem wissen die beiden das ich der Chef im Haushalt bin und keiner von ihnen. Die beiden sitzen auch auf dem Sofa, aber wenn ich sage "Ab!" dann gehen sie sofort in ihr Körbchen, etc. Auch schlafen unsere Hunde mit im Bett und sind trotzdem nicht dominant Menschen gegenüber. Aber vielleicht liegt das ja daran, dass wir unseren Hunden vom ersten Tag an "klar gemacht" haben, wer der Boss ist...

Klar, die Tipps die Du in Deinem ersten (?) Beitrag zu diesem Thema gegeben hast, können bei einem dominaten Hund ein Änderung im Verhalten bewirken, aber das kann natürlich eine Veränderung in die eine oder aber auch in die andere Richtung sein.
Ich denke, den größten Schritt den Karin machen muß, ist über ihre Angst hinweg zu kommen. Wenn sie diese nicht überwinden kann, werden ihr auch alle Tipps dieser Welt leider nicht sehr viel helfen. Denkst Du nicht auch?!?

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

suh
14.03.2004, 12:00
Hallo Dagi,

Original geschrieben von Dagi
Ich glaube jedoch, hier werden verschiedene Dinge wild durcheinandergeschmissen. Das ein Hund dominantes Verhalten zeigt in bestimmten Situationen hat noch nix mit der "Alphahund"-Theorie (so nenn ich das jetzt mal) zu tun oder sagt aus, dass er das wäre.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Du hast aus meinem Beitrag mehr herausgelesen, als ich geschrieben habe. Im Notfall sollte man im Internet doch immer von dem ausgehen, was geschrieben wurde und nicht von dem, was man sich dazu denkt ;) Also lies doch bitte notfalls einfach meine Postings nochmal durch.

Vielleicht hast Du es aber nur als allgemeine Erklärung gemeint und nicht mich direkt angeschrieben??

Meine Meinung: Da jeder den Begriff "Dominanz" nun einmal anders definiert und für sich auslegt, ist es doch günstiger lieber gleich Begriffe & Erklärungen zu verwenden, die man nicht jedesmal extra wieder definieren muss. Mir persönlich ist es viel zu anstrengend jedesmal zu klären, wer nun "Dominanz" wie versteht ;)

Original geschrieben von Dagi
Ich bin ebenfalls ein großer Fan vom Clicker, jedoch würde ich damit nicht beginnen, bevor nicht einige grundlegende Probleme zwischen den beiden gelöst sind, bzw. der Hund nicht an ganz alltäglichen Dingen gelernt hat, dass die Interaktion miteinander auch anders funktionieren kann. Denn als Clickerneuling würde ich immer mit "Spaß-Übungen" beginnen, denn einen Trick kann man ruhig mal "versauen", wenn man in dem richtigen Timing noch nicht so geübt ist, da würde ich nicht mit grundlegenden Dingen rumprobieren. Ist aber nur meine Meinung, die muss niemand teilen.
Meinst Du nicht, dass man so eine verfahrene Beziehung mit Spass verbessern könnte? Wie würdest Du denn in so einer Situation versuchen, die Beziehung, die Bindung zu verbessern? Ich bin Deiner Meinung, dass man sicherlich als Clicker-Anfänger nicht gleich damit anfangen sollte, Problemverhalten zu shapen. Oftmals schafft man es doch (noch) nicht, zielgerichtet und sekundengenau den Daumen zu bewegen. Aber Übung macht den Meister und der Clicker klingt niemals ängstlich oder unsicher ;)

Für mich & meine Hunde sind Clicker-Übungen übrigens immer Spass-Übungen. Sofern man die Schritte klein genug hält, gibt es immer schnelle Erfolgserlebnisse. Und das freut doch beide Seiten (Hund & Mensch). :D

Ich denke, dass es bei "solchen Hunden" wie in diesem Fall wohl einfach nicht genügen wird, dem Hund "zu zeigen wo er steht". Man sollte dem Hund doch in erster Linie zeigen, dass es Spass macht sich an die Regeln zu halten. Das es Spass macht mit Frauchen zu lernen und zu spielen. Und dass es Spass macht Vertrauen zu schenken. (Ich gehe dabei aber natürlich immer davon aus, dass gf. "Sicherheitsvorkehrungen" getroffen werden und dass man nicht anfängt, den Hund im negativen Sinne "herauszufordern".)

Beim Clickern ist doch u. a. auch mehr als vorteilhaft in so einer verfahrenen Situation, dass man den Hund dabei nicht anfassen braucht, oder siehst Du das anders? :D

Hmmm... siehste, das haste nun davon, Dagi. Eigentlich wollte ich hier niemandem vom Clickern überzeugen ;)

lg
Suh

chesterfield
18.03.2004, 00:12
Original geschrieben von manurtb

Die Bemerkung sollte einen Link angeben, den man sich in dem Zusammenhang mal durchlesen sollte! Mehr nicht.
Das große Problem ist, dass viele Menschen von einem Extrem in das andere fallen.

Natürlich hat der Hund dem Menschen gegenüber ein dominantes Verhalten gezeigt. Die Frage ist aber warum!
Und die ganzen Dominanzgeschichten gehen davon aus, dass der Hund ein Dominanzproblem hat. Das ist so seltenst wahr. Die meisten Menschen haben ein Konsequenzproblem.
Und ich durfte schon mal einen Hund sehen, bei dem dann die ganze Dominanzgeschichte durchgezogen wurde und der immer weniger kooperativ war. Naja, man kann dann natürlich mit immer mehr Druck arbeiten, bis der Hund nachgibt oder der Besitzer den Hund abgibt.
An dem Hund wurde dann aber ganz anders gearbeitet. Nur noch kooperativ und siehe da, der Hund wurde innerhalb eines halben Jahres ein völlig normaler Hund.
Und hätte man ihn in die Schublade 'Dominant' gesteckt, hätte das keiner mehr ausprobiert.
Aus dem Grund weigere ich mich, dominantes Verhalten mit einem dominanten Hund gleichzusetzen, weil man dann die Schuld auf den Hund schiebt. Für mich sind das inkonsequente Herrchen und Frauchen.


Hallo

cheroks
18.03.2004, 11:31
Wie würdest Du denn in so einer Situation versuchen, die Beziehung, die Bindung zu verbessern?
Ich persönlich würde den Hund erst mal frustrieren und ihn wieder wie einen Hund behandeln. So wie ein ranghoher Hund einen unter ihm stehenden behandelt - erst mal ausgibig ignorieren - und z.B. ein bis zwei Tage hungern lassen! Dann würde ich ganz gezielt und ausschliesslich wenn ich es will dem Hund spärlich Aufmerksamkeit zukommen lassen, z.B. erst mal nur 2 Tage lang aus der Hand füttern. Ansonsten würde ich den Hund und sein Verhalten komplett ignorieren - der Hund ist eine Zeit lang LUFT -! Ich würde ihn umrennen, wenn er mir im Weg liegt oder steht, ich würde ihn nicht anfassen oder streicheln, ich würde ihn nicht auf dem Sofa oder sonst wo sitzen lassen, ich würde ihn lediglich kurz rausführen usw, damit er begreift von wem das Gute kommt und die Beschäftigung und der "Spass" wenn er das überhaupt je kennen gelernt hat.
Einige nennen es vielleicht Liebesentzug und finden das grausam, ich halte es für ein gutes Mittel den Hund wieder nach unten zu befördern! Wenn man das eine Woche oder wie lang auch immer (hängt sicher vom Charakter des Hundes ab) durchgezogen hat und die alte, verdrehte Bindung "gelöscht" hat durch erhabenes Ignorieren, würde ich sie in langsamen Schritten wieder neu und richtig herum aufbauen. Erst ein bisschen Aufmerksamkeit und Streicheleinheit, nur wenn ich es will und der Hund mich nicht unterschwellig manipuliert, dann drauf achten ein Kommando nicht 10 mal zu sagen(z.b. einmal das Komm anbieten, wenn er nicht will dann eben nicht er hatte seine Chance- weiter ignorieren), das Nein neu etablieren usw. So kann es klappen!

Ist die Rangordnung verrückt, kann ein Hund nur wenig Spass haben, da er sich die ganze Zeit mit seinen "Untertanen" (Dosen und Türöffnern) beschäftigt. Ist er aber richtig integriert in sein Rudel, ist Spiel und Aufmerksamkeit und Streicheleinheit etwas tolles, denn der Rudelführer beschäftigt sich mit ihm! Aufmerksamkeit sollte das höchste Gut sein und nicht achtlos verschwendet werden.

Ein Hund kann nur Vertrauen in einen Menschen haben, wenn er sich ihm auch als vertrauenswürdig präsentiert! Auch das geht m.M. nur, wenn der Hund weiss, welches sein Platz im Rudel ist. Ein Hund will auch einen "guten" Rudelführer haben, der Stärke, Gelassenheit, Klugheit usw. ausstrahlt. Dazu gehört dann wieder Konsequenz und auch das setzten von Grenzen.

Ich schliesse mich Dagis Meinung an! Oft wird ein Hund geradezu in Rolle gedrängt der Chef zu sein, eben weil er vermenschlicht wird, mit Liebesbekundungen überhäuft wird, auf jeden Mucks von ihm reagiert wird usw.

LG Tina

P.S. Hallo chesterfield ? :confused:

Dagi
18.03.2004, 12:28
Aaah, Tina, Du hast das TOLL beschrieben :tu: das hätt jetzt original aus dem Mund unseres Trainers kommen können ;)

@ Suh
Und genau deswegen würde ich auch nicht jetzt mit Clickern anfangen! Genau SO, wie Tina das geschrieben hat, meine ich das. Das Verhältnis Mensch-Hund muss erst mal wieder neu geordnet werden, bevor der Hund solche Spaß-Übungen (Zuwendung, Beschäftigung, Leckerchen) bekommen kann. Ich habe in unserer HuSchu schon einige solcher verkorksten Beziehungen erlebt, manche waren kurz vor dem Aufgeben. Genau durch das Verfahren, wie Tina es beschrieben hat, waren richtige Mensch-Hunde-Beziehungen überhaupt wieder möglich. Wenn man die Hunde heute sieht, kann man das kaum glauben. Wenn man sie nach zwei Wochen sieht, kann man es schon kaum glauben, wie sich das verändert hat. Da würde kein Mensch glauben, dass es mal ein Problem gegeben hat. Die Hunde kleben förmlich an ihrem Menschen, sind aufmerksam, erarbeiten sich die Aufmerksamkeit ihres Menschen.
Fängst Du jetzt mit Clickern an kann es gut passieren, dass der Hund trotzdem weiter entscheidet, wann er genug von dem Spaß hat und wann nicht. Er holt sich dann seine "Portion" Aufmerksamkeit und Spaß und wieder hast nicht Du die "Fäden" in der Hand.
Ich hab das mit dem Yorki versucht und wusste, dass das ein Risiko ist. Also auf Clicker konditioniert und als klar war, er weiß was click bedeutet hab ich mich ruhig hingesetzt und gewartet, dass er irgendeine Bewegung zeigt, die ich klickern kann. Was macht der Kerl? Jault, bellt und zwackt mich - weil ER ein Leckerchen wollte. Tat nicht weh und ich hatte ja geahnt, dass irgendwas in der Richtung passiert, aber es hat mich in meiner Theorie nur wieder bestätigt, dass man mit einer so VER-rückten Position des Tieres nicht schon mit solchen Übungen anfangen kann, sondern dass da erst Vorarbeit geleistet werden muss.

Ist nicht bös' von mir gemeint, denn wie gesagt, wenn das Verhältnis stimmt kann Clickertraining Spaß machen und sicherlich dann auch förderlich sein, allein für die geistige Auslastung des Hundes.

:cu: Dagi & Amy

Fontana
28.03.2004, 21:34
Erstmall vielen, vielen Dank für die zahlreichen Tips!

Und zum zweiten entschuldige ich mich dafür, daß ich mich erst jetzt wieder melde, aber von meinem eigenen Compi kann ich mich nicht mehr anmelden. Werde nach der Begrüßung umgehend wieder hinaus gefeuert.

Ganz sooo schlimm wie am Anfang läuft es in unserer Hund-Mensch-Beziehung zum Glück nicht mehr. Liegt sicherlich auch daran, daß ich mich von dem kleinen Kerl nicht mehr einschüchtern lasse.
Vielmehr glaube ich mittlerweile das diese Gesten wie knurren und fletschen nur über seine eigene Angst hinweg täuschen sollen.
Wenn der Kleine nämlich gerade mal "Clown" spielt und alle oder auch nur mich zum lachen bringt und wir mit Bällchen oder sowas spielen, passiert es, daß er zur Salzsäule erstarrt, gaaaaanz vorsichtig einen Schritt (in Zeitlupe) vor den anderen setzt und sich dann unterwirft. Vernünftig spielen kann er gar nicht, vor Angst, denke ich.
Da mein Freund eingesehen hat, daß es nicht anders geht als dem Kleinen Grenzen zu setzten, unterstützt er mich natürlich, wo er nur kann. War am Anfang natütlich nicht so begeistert, aber Vortschritte sind ja zu erkennen.
Denkt halt jeder: Was kann soooo ein kleiner Hund schon anrichten!?" Die Üblichen Klieschees über kleine Hund halt. Aber auch so ein kleiner Hund kann einem das Leben doch erheblich erschweren.
An entspannende Spaziergänge ist gar nicht zu denken, da jeder Hund angemacht wird. Obwohl es falsch ist, nehme ich ihn dann auf den Arm um ja schneller weg zu kommen. Dazu kommt noch die Angst, daß mal eine großer Hund zupacken könnte. Wäre ihm gar nicht mal zu verübeln, wer läßt sich schon gern anmachen. Der Kleine erinnert mich irgendwie an halbstarke Jung in der Pubertät. Pöbelt jeden aufs übelste an und ist bis jetzt immer mit einem blauen Auge davon gekommen. Dabei könnte man ihn ansonsten so laufen lassen, da er relativ gut hört.
Dazu kommt noch das er an der Leine zieht als wenn er irgendwo einen riesigen Braten liegen sähe.
Da hilft auch "Bei Fuß" nehmen nicht.

Werde natürlich weiterhin mit ihm arbeiten und gebe natürlich immer mal wieder einen Zwischenbericht ab.

Vielen Dank noch mal und Grüße an alle!
Karin

cheroks
29.03.2004, 11:09
Hallo Karin,

Obwohl es falsch ist, nehme ich ihn dann auf den Arm um ja schneller weg zu kommen
Warum? Klar kann ich verstehen, dass du Angst um ihn hast, aber deine Angst überträgt sich auf ihn und du schliesst den Teufelskreis wieder. Mit dem auf den Arm nehmen machst du es definitv noch schlimmer.
Dein Hund steht mächtig unter Stress und du ja auch:
An entspannende Spaziergänge ist gar nicht zu denken, da jeder Hund angemacht wird
Such dir doch eine gute Hundeschule und lass dir dort helfen. Die Probs die du beschreibst müssen nicht sein, dagegen kann man etwas tun! Mach es für deinen Hund, damit er noch ein paar entspannte Jahre haben kann.

lg Tina:cu:

changale
29.03.2004, 13:44
Hallo Karin,

das auf den Arm nehmen übertägt nicht nur - wie Tina bereits erwähnt hatte - Deine Unsicherheit auf Deinen Hund, sondern Du machst auch noch den entscheidenden Fehler, Deinen Hund ÜBER die anderen Hunde zu stellen. Dadurch vermittelst Du Deinem leider wieder die falschen Signale. Klar, ich kann Deine Motivation verstehen, aber auf die lange Bahn hin, bringt Euch das wenig.

Mach Deinem Hund die Begegnung mit anderen Hunden "schmackhaft". Nimm Super-Leckerchen mit wenn Du mit ihm Gassi gehst und jedes Mal wenn Euch ein Hund begegnet, gib Deinem Hund eins. Und wenn er dann auch noch ruhig sein sollte, dann lobe ihn überschwenglich. So lernt Deinen Hund eine positive Verbindung mit der Begegnung anderer Hunde kennen. Du mußt ihn ja nicht direkt zu den anderen Hunden hinlassen. Um Deinen Hund an andere Hunde zu gewöhnen würde ich in eine Hundeschule gehen, wo er in "kontrollierter" Umgebung auf Artgenossen trifft.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande