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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pasteurella multtocida



ajala
20.02.2004, 00:17
Bei meinem Charly wurde dasBakterium "Pasteurella multocida" nachgewiesen
Nun habe ich schon gegooglet und versteh nur Bahnhof.......

Hat jemand Erfahrung damit ?
Ich wäre euch dankbar , für jede Info , die ein Laie verstehen kann ......

LG Gaby

Mucki
20.02.2004, 12:37
Hallo Gabi,

habe das hier gefunden, so wie ich das verstehe ist es für die Katze ganz normal, dass sie das Bakterium hat. Ist wohl nur schlimm für Menschen/Tiere die die Katze beißt und sich durch das Bakterium dann die Bißwunden entzündet.

P. multocida ist ein Bestandteil der normalen Rachenflora der Katze. Der Keim wird durch den Biß der Tiere oder durch Kratzverletzungen auf den Menschen übertragen. In mehr als der Hälfte jener Bißwunden, die aufgrund einer Infektion klinisch relevant werden, läßt sich dieser Erreger nachweisen [7]. Hunde können ebenfalls als Überträger von P. multocida fungieren, 65% der nach direktem Tierkontakt aufgetretenen Infektionen sind jedoch mit Katzen assoziiert.

Die Infektion mit P. multocida manifestiert sich zumeist als lokalisierte Entzündung an der Inokulationsstelle. Diese kann sich außerordentlich schnell ausbilden. Bei Patienten, die innerhalb von 24 Stunden nach dem Tierbiß eine schmerzhafte, erythematöse Läsion entwickeln, steht eine Infektion mit P. multocida differentialdiagnostisch an erster Stelle. Ist die Inkubationszeit länger, muß auch eine Infektion mit Staphylokokken oder Streptokokken in Erwägung gezogen werden, ferner die Katzenkratzkrankheit und die Tularämie. Ein Drittel der Patienten zeigt eine regionale Lymphknotenschwellung. Bei fehlender Therapie breitet sich die Entzündung regional aus und resultiert oft in einer Osteomyelitis oder einer Arthritis. Subakute, nicht eitrige Verläufe der regionalen Entzündung sind selten.

Prinzipiell kann eine Infektion mit P. multocida auch disseminiert verlaufen. In diesen Fällen ist oft keine Biß- oder Kratzverletzung nachzuweisen. Solche Verläufe kommen vor allem bei immunsupprimierten Patienten und Patienten mit Leberzirrhose vor. Die Bakterien können sich in verschiedenen Organen metastatisch ansiedeln, wo sie Entzündungserscheinungen hervorrufen. P. multocida wurde als Erreger von Meningitis, Nephritis, Zystitis, Endometritis und Perikarditis beschrieben, weiters als Verursacher von Peritonitis bei Patienten mit chronischer Peritonealdialyse. Außerdem kann dieser Keim eine Endokarditis an nativen oder künstlichen Herzklappen hervorrufen. Fälle von Sepsis durch P. multocida sind selten, dieses Krankheitsbild ist aber mit der sehr hohen Letalität von 30 bis 60% behaftet.

Die Infektion kann auch durch die Inhalation der Keime erworben werden. Vor allem bei immunsupprimierten Personen dient der Respirationstrakt als Eintrittspforte für P. multocida. Diese Infektionen können systemisch verlaufen und in den oben genannten Krankheitsbildern resultieren. Meistens führt die Inhalation des Erregers bei immungeschwächten Personen aber zu akuter Bronchitis, Pneumonie oder Lungenabszeß.

Obwohl die Inokulation des Erregers in die Haut fast immer zu einer regionalen Entzündung führt, sind manche Menschen symptomlose Keimträger und beherbergen den Keim im Pharynx respektive in Teilen des Gastrointestinaltrakts.

Die Therapie der Wahl ist Penicillin G, bei ß-Laktamhypersensitivität Doxycyclin.

Birgit Fritsch
20.02.2004, 16:38
Hallo Mucki, hallo Gabi,

ich muss zugeben: ich habe keine Erfahrung damit und verstehe "auch nur Bahnhof" ...

@ Mucki:
Kannst Du das bitte mal "allgemein verständlich" formulieren?
Was ist denn z.B. mit einer entzündeten Kratzwunde an meinem Arm? Wenn ich bei jedem Kratzer den TA oder meinen Arzt aufsuchen müsste .... würde der sich sicherlich freuen (aber ich nicht!).

@ Gabi:
Sorry, habe keinerlei Erfahrung damit; bin über Deinen Beitrag aufmerksam geworden. Wünsche Dir und Deinem Charly alles Gute!!!

Mucki
20.02.2004, 17:17
Hallo Birgit,

ich habe den Artikel auch nur per Zufall im Netz gefunden. Habe jetzt mal ein bißchen weiter gesurft und das ganze so verstanden, dass alle Säugetiere im Mund und Rachenraum einen sehr hohe Anzahl von Bakterien haben. Wobei Bißwunden durch Katzen "gefährlicher" sind als die von Hunden, da die Zähne der Katze schlanker und spitzer sind und deswegen beim beißen tiefer in die Hand oder den Arm etc. vordringen und damit auch besser in den Blutkreislauf gelangen können. Wenn also eine Katze richtig zulangt und einem Menschen in die Hand beißt, dann können die o.g. genannten Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und können eine lokale Infektion auslösen, die ggf. behandelt werden muss. Das hängt aber auch ganz stark damit zusammen, wie die allgemeine körperliche Verfassung des Opfers ist und an welcher Stelle am Körper der Biss erfolgt ist. Klar, wenn ich einen Kratzer am Arm habe gehe ich auch nicht zum Arzt. Ich glaube das ganze ist so zu verstehen, dass man bei einer entzündeten Biß- oder Kratzwunde, die schmerzt und nicht besser wird zum Arzt geht, damit sich keine schwere Infektion ausbreiten kann.

Hier noch ein Link:

http://www.holzer.li/PDF/1Bissverletzungen%20durch%20S% C3%A4ugetiere.pdf

Hier steht übrigens auch, dass Menschen oder z.b. Kuhbisse :D viel gefährlicher sind, da das Rissquetschwunden auslösen kann.

Loulou
20.02.2004, 18:05
Hallo Mucki,

Sehr interessant, Dein Link!! Danke dafür!

Allerdings ist es so, dass es die Hundebisse sind, die Rissquetschwunden hervorrufen und daher weniger gefährlich sind als die Bisse von Katzen oder auch Menschen, und ich glaube, das es im Text auch so gemeint ist.

.......Bissverletzungen von Menschen, Feliden und Wiederkäuern gelten als wesentlich gefährlicher als solche von Hunden. Letztere verursachen durch die zum Teil enorme lokale Krafteinwirkung eher Rissquetschwunden mit Bildung von avitalem Gewebe, was allerdings auch zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen kann.......

Was ich aber auch sehr interessant finde, ist folgender Satz:

...Etwa 60 bis 80% der Bissverletzungen werden durch Hunde verursacht, 20 bis 30% durch Katzen. Durch Menschen verursachte Bisse sind in ländlichen Gebieten eher selten, in Städten können sie jedoch bis zu 20% der Bissverletzungen ausmachen. (gilt für die Schweiz)

Das heißt in Städten sind Menschen bissiger als auf dem Lande!?!? :D :D


LG Loulou :cu:

ajala
20.02.2004, 18:07
Hallo Mucki

Herzlichen Dank für die Mühe , die du dir gemacht hast:)
Jetzt wird einiges verständlicher.....
aber ich frag mich , wo Charly sich das eingefangen hat:confused:
Naja , froh bin ich erstmal darüber , das es kein Fip , Fiv oder Leukose ist....
Unser TA hatte neben dem BB auch eine Tupferprobe aus dem Rachen entnommen wobei das besagte Bakterium festgestellt wurde . Er bekommt nun das AB Marbocyl und ich hoffe seine Atmung normalisiert sich nun .

Also , wenn ich das richtig verstehe , dann darf ich mich nicht von ihm beissen lassen;) ....mal schauen ob er das auch weiss:D

Danke nochmal für deine Hilfe:)

@Birgit

Danke für deine lieben Wünsche:)


LG Gaby

Birgit Fritsch
20.02.2004, 19:19
@ Gabi:
Danke retour und wir wünschen Euch toi, toi, toi mit dieser Geschichte. Lass´ Dich ja nicht beißen.


Ich möchte mich aber auch bei allen anderen bedanken, die zu "Licht" und Verständlichkeit für jedermann beigetragen haben!!!! Weiter so ...