PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rechtslage bei Wildschaden



clako
15.02.2004, 13:09
Hallo, habe eine Frage zu einem total unangenehmen Thema. Ein Findelhund aus Griechenland, bei dem keiner genau weiß, was so in ihm steckt(mit Sicherheit aber etwas Jagendes), hat wahrscheinlich ein Reh gehetzt so daß es sich schwer verletzt hat. Es gitbt keine Augenzeugen für die Folgen, nur daß er hinterher gerannt ist und kurze Zeit später wieder zurückgekommen(ohne ihrgendwelche Blutspuren, die auf schlimmeres schließen ließen). Es wurde aber wohl kurz darauf vom JÄger ein verletztes Reh gefunden und es gab Augenzeugen, die den Hund hinterher rennen sehen haben. Also ist ja ganz ohne Zweifel klar, daß er der Hauptverdächtige ist. In seiner Wut hat der Jäger jetzt wohl angedroht keiner dürfe Hunde mehr freilaufen lassen. Ich denke aber er hat nicht das Recht dazu, denn das Gesetz sagt, solange der Halter seinen Hund abrufen kann(und dafür auch garantieren kann) darf er ihn in sicherem Abstand unangeleint laufen lassen. Wer weiß etwas über die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen, die ein solcher Wildschaden(evtl. im Falle des Tot des Wildes) haben kann.(Der Hund war natürlich nicht ohne Aufsicht, allerdings ist er durch seinen noch unbekannten Jagtrieb einfach entwischt während eines Spazierganges und ließ sich nicht abrufen).

claudia73
15.02.2004, 13:54
Hallo,

so weit ich weiß, darf ein Jäger einen freilaufenden Hund sogar erschießen, wenn er Wild hetzt !
Und offenbar ließ er sich besagter Hund ja in der Sitaution eben NICHT mehr abrufen. Ist es denn euer Hund oder geht es dir um die Aussage des Jägers, dass aufgrund des Vorfalls kein Hund mehr frei laufen soll ?

Ich denke, der vom Jäger ausgesprochene "Leinenzwang" ist zwar durchaus nachvollziehbar (zumindest für den einen Hund), aber inwieweit er dazu befugt ist, das zu verallgemeinern, weiß ich leider auch nicht.

Liebe Grüße

changale
16.02.2004, 12:16
Ein Förster darf wildernde Hunde erschießen wenn er sie beim jagen oder hetzen erwischt. Haften tust Du in einem solchen Fall für den entstandenen Schaden, auch wenn das gehetzte Reh zum Beispiel dadurch stirbt, weil es aus Panik vor ein Auto rennt.

Auch hat der Jäger, wenn er Pächter des Forstes ist, auch das Recht Leuten zu verbieten Hunde in "seinem" Wald ohne Leine laufen zu lassen. Das gilt auch für Hunde die jederzeit abrufbar sind.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

Hovi
16.02.2004, 12:23
Hallo Petra,

nee, der Jäger darf das nicht einfach so. Leinenzwang zu verhängen, ist Sache der Behörden.

Ich mach´s immer so: Wenn ich mir unsicher bin, ob in einem bestimmten Wald Leinenzwang herrscht, rufe ich das zuständige Forstamt an. Die wissen nämlich genau, in welchen Bezierken Hunde anzuleinen sind und wo nicht.

Damit ist man auf der sicheren Seite, was das ordnungsgemäße Freilaufenlassen angeht.

Unabhängig davon darf ein Jäger in fast allen Bundesländern wildernde Hunde erschießen. Nur in Ba-Wü muß er zuerst versuchen, den Hund einzufangen.

Ich würde aus diesem Grund im Wald nur Hunde frei laufen lassen, die wirklich zuverlässig gehorchen.

Grüßle
:cu:
Claudia

manurtb
16.02.2004, 14:35
Original geschrieben von changale

Ein Förster darf wildernde Hunde erschießen wenn er sie beim jagen oder hetzen erwischt. Haften tust Du in einem solchen Fall für den entstandenen Schaden, auch wenn das gehetzte Reh zum Beispiel dadurch stirbt, weil es aus Panik vor ein Auto rennt.

Ein Förster darf das garantiert nicht, denn der ist kein Jagdschutzbeauftragter oder ein von diesem Befugter. So ist es jedenfalls in Bayern.
Der entstandene Schaden, der hier zu ersetzen ist, ist relativ gering! Da geht es dann um den reinen Fleischpreis eines Rehs.


Original geschrieben von changale

Auch hat der Jäger, wenn er Pächter des Forstes ist, auch das Recht Leuten zu verbieten Hunde in "seinem" Wald ohne Leine laufen zu lassen. Das gilt auch für Hunde die jederzeit abrufbar sind.

Wo soll das denn gelten? In Bayern auf jeden Fall nicht! Denn da hat jedermann das Recht den Wald in der Freizeit zu benutzen und berechtigt zur Anbringung eines Leinenzwangs sind die Behörden, nicht irgendein Pächter.

manurtb
16.02.2004, 14:40
Original geschrieben von Hovi

Ich mach´s immer so: Wenn ich mir unsicher bin, ob in einem bestimmten Wald Leinenzwang herrscht, rufe ich das zuständige Forstamt an. Die wissen nämlich genau, in welchen Bezierken Hunde anzuleinen sind und wo nicht.

Also ich mache das immer so, dass ich den Hund da laufen lasse, wo kein Schild steht.
Wenn wir jetzt auch noch anfangen, bei jeder Gemeinde anzurufen, wo wir mal zufälligerweise Rast machen, dann hätten wir viel zu tun!

changale
16.02.2004, 15:13
Hi,

also bei dem Förster den wir kennen und seinen Kollegen ist das aber so. Die Herren haben das Recht wildernde Hunde zu erschießen... Das wird in Bayern sicherlich auch gelten. Da würde ich mal bei Deinem lokalen Forstamt nachfragen. Meine Definition von Förster ist auch nicht "Dödel mit Jagdschein" sonder Angestellter des Forstamtes und somit werden sie schon über Autorität verfügen.
Erklär' mir doch bitte auch kurz warum ein Forst-Pächter auf "seinem" Grund und Boden keinen Leinenzwang verhängen darf? Meinst Du nicht er hat irgendwelche Rechte?

@ Claudia,
Wir haben einen bekannten der hier in der Gegend Förster ist (bei der Stadt angestellt und so) und da es während der letzten "Brunft" viele wildernde Hunde gab, konnte er einen "Leinenzwang" verhängen; selbstverständlich in Abstimmung mit dem Forstamt. Die Möglichkeit besteht aber...

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

changale
16.02.2004, 15:52
@ Manurtb

Ich hab da was gefunden was Dich interessieren könnte:

Lies mal hier:
Wildernde Hunde und Katzen (§ 25 Abs.4 Ziff. 2 LJG-NW) dürfen die Vertragspartner, Inhaber der von ihnen ausgestellten Erlaubnisscheine, die amtlich bestätigten Jagdaufseher und die Forstbeamten der beteiligten Jagdbezirke, über die Jagdgrenzen bis zu einer Entfernung von 100 m im Nachbarrevier beschießen und sich aneignen. Bei Überschreiten der Reviergrenzen dürfen ungeladene, erforderlichenfalls auch geladene Schußwaffen mitgeführt werden. Für die Beseitigung der Kadaver hat der Erleger zu sorgen.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

Hovi
16.02.2004, 17:01
Hallo Manu,

das kann jeder halten, wie er will.

Wenn ich irgendwo regelmäßig spazierengehe und meine Hunde dort frei laufenlassen möchte, dann möchte ich schon wissen, ob ich grad eine Ordnungswidrigkeit begehe oder eben nicht.

Mir ist es lieber, ich weiß mit Sicherheit, wo Leinenzwang herrscht und wo nicht, dann kann ich nämlich auch selbstsicherer argumentieren, wenn ein Jäger oder Förster mich "anmacht".

@ Petra,

der Jäger oder Förster kann sich an die Behörde wenden mit der Bitte, für bestimmte Gebiete Leinenzwang zu erlassen. Er selber darf das aber nicht ;), denn es gibt ein Landeswaldgesetz, welches die Nutzung und das Betreten des Waldes detailliert regelt. An das muß sich auch die Jägerschaft halten. Gott sei Dank!

Grüßle
Claudia

manurtb
17.02.2004, 10:17
Hallo Claudia,

naja, es gibt ja noch Gesetze, die der Willkür einhalt gebieten. Und ich weiss, welche Rechte es gibt. Wenn die jemand einschränken will, dann muss er das auch kenntlich machen.
Ich hatte da schon einige Diskussionen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mir nicht von irgendwelchen Leuten mit Willkür da was reinreden lasse.
Komischerweise wollte da noch keine Gemeinde mit mir vor Gericht gehen, weil ich einen in der örtlichen Satzung stehenden Leinenzwang nicht befolgt habe, der auf dem entsprechendem Gebiet nicht zu erkennen war!

Hallo Petra,

ich weiss nicht, für welches Bundesland Dein Gesetz gilt. In Bayern ist das anders.

Jagdschutz:
'Art. 40 Inhalt des Jagdschutzes; Pflicht zur Ausübung des Jagdschutzes
(1) Der Jagdschutz umfasst auch den Schutz des Wildes vor Beeinträchtigungen durch dem Jagdrecht nicht unterliegende Tierarten, soweit diese keinem besonderen Schutz nach Naturschutzrecht unterstellt sind, sowie vor aufsichtslosen Hunden und Katzen.

(2) Der Revierinhaber (Art. 7 Abs. 1 Satz 2) ist verpflichtet, den Jagdschutz (§ 23 des Bundesjagdgesetzes und Absatz 1) in seinem Jagdrevier auszuüben.

Art. 41 Jagdschutzberechtigte
(1) Der Revierinhaber kann zum Schutz der Jagd volljährige, zuverlässige Personen als Jagdaufseher anstellen.

(2) 1Für die Bestätigung von Jagdaufsehern (§ 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes ist die Jagdbehörde zuständig. 2Die Bestätigung darf nur versagt werden, wenn der Jagdaufseher nicht Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheins ist oder Bedenken gegen seine persönliche Zuverlässigkeit oder fachliche Eignung bestehen. 3(aufgehoben)

(3) Neben dem Revierinhaber und dem bestätigten Jagdaufseher übt den Jagdschutz auch die Bayerische Staatliche Polizei aus, soweit er die Sorge für die Einhaltung der zum Schutz des Wildes erlassenen Vorschriften und den Schutz vor Wilderern umfasst.

(4) 1Der Revierinhaber kann auch einem Jagdgast die Ausübung des Jagdschutzes erlauben, soweit er den Schutz des Wildes vor Tieren im Sinn des Art. 40 Abs. 1, vor Futternot und Wildseuchen umfasst. 2Art. 17 Abs. 3 gilt sinngemäß.

(5) 1Die Jagdbehörde kann die Anstellung eines oder mehrerer bestätigter Jagdaufseher verlangen, wenn es zumutbar und zum Jagdschutz notwendig ist oder der Revierinhaber seinen Verpflichtungen zur Hege oder Regulierung des Wildbestands trotz schriftlicher Aufforderung nicht nachkommt. 2Soweit es Reviergröße, Revierbeschaffenheit oder Wildbestand erfordern, kann die Jagdbehörde auch die Anstellung eines oder mehrerer hauptberuflich angestellter bestätigter Jagdaufseher verlangen. 3Bei Hochwildrevieren über 1000 ha soll der bestätigte Jagdaufseher Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sein. 4Wer Berufsjäger oder forstlich ausgebildet im Sinn von § 25 Abs. 1 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes ist, wird durch Rechtsverordnung des Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten bestimmt.

(6) 1Der Revierinhaber und der bestätigte Jagdaufseher sind verpflichtet, bei Ausübung des Jagdschutzes auf Verlangen des Betroffenen sich auszuweisen, und zwar der Revierinhaber durch Vorzeigen seines Jagdscheins, der Jagdaufseher durch Vorzeigen des Ausweises über seine Bestätigung; dies gilt nicht, wenn die Ausweisung aus Sicherheitsgründen nicht zugemutet werden kann. 2Die bestätigten Jagdaufseher müssen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit außerdem ein Dienstabzeichen tragen. 3Das Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten erlässt im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz durch Rechtsverordnung Vorschriften über die Dienstabzeichen.'

Also da steht kein Förster per se drin! Ich lass mir auch von jedem Angeber im Revier, der meint, mich über nicht vorhandene Gesetze aufklären zu müssen den Jagdschein oder den Ausweis zeigen. Wenn ich dann anfange, die Daten abzuschreiben, dann relativieren sich die Aussagen super schnell. Komisch, gelt?

Und zur Nutzung des Waldes:
Bei einem tatsächlich öffentlichen Wald (nicht abgesperrt), gelten für mich die Gesetze des Bundeslandes, nicht der Wille irgendeines dahergelaufenen Möchtegerns, der meint, mir Vorschriften machen zu müssen.

clako
17.02.2004, 10:23
Hallo und danke für die vielen Meinungen,
das mit dem "erschießen" eines wildernden Hundes war mir klar, daß es wohl leider rechtens ist, wenn man nicht gerade Zeugen hat, die widerlegen können, daß der Hund gewildert hat...! Mein Problem war eher das mit der Anleinpflicht, und wie teuer so ein Reh werden kann, wenn es seinen Verletzungen dann leider erliegt. Habe mich auch noch in der Gesetzeslage versucht schlau zu machen. Lebe in NRW und da ist es wohl auch allgemein so, daß man seinen Hund in Sichtweite haben muß, er natürlich gehorchen muß, wenn ich ihn rufe. Allerdings gibt es wohl auch die Regelung während der Paarungs- und Jungtierzeit der Rehe, wird es wohl etwas strenger gesehen. Ich habe mich aber anders schlau gemacht und zwar bei dem Bauern angerufen, dem die Ländereien rundherum wohl zu Eigen sind. Der hat es relativ locker gesehen. Das gefundene Reh wäre in einer ganz anderen Gegend gefunden worden, von "schwerverletzt" wüßte er nichts!(Abgesehen davon habe ich gehört, daß man bei schwerverletzten Rehen eher noch das Leiden schnell beendet "als Jägersmann", als da noch große Tierarztrettungsaktionen zu Unternehmen. Wahrscheinlich weil der Jäger nicht auf den Kosten sitzen bleiben will. Da ist so eine Kugel billiger!). Na jedenfalls soll es ja zum Glück nicht "halb tot" sein. Allerdings hat eine Anwohnerin die Hunde hinter dem Wild herlaufen sehen und nach mehreren Unterhaltungen stellt sich heraus, daß die sowieso als bekannte "Hundehasserin" bekannt ist. Jedenfalls, kann es denn sein, daß ein beauftragter Jäger mehr zu melden hat, als der Grundbesitzer, auf dessen Hab und Gut es passiert...? Ich jedenfalls leine meinen Tiere sowieso an, sobald mir ein Unbekannter entgegen kommt. Sei es ein Jogger, Spaziergänger in beigefarbender Sonntagskluft, oder ein olivgrüngekleideter Herr mit Hut und Waffe.
Bis bald,
Claudia

Hovi
17.02.2004, 11:48
Hallo Manu,

ja, es gibt Gesetze... aber beweis DU mal, dass Dein Hund grad NICHT gewildert hat, wenn der Jäger ihn abknallt, weil er sich 10 Meter von Dir entfernt hat. Ohne Zeugen siehst Du da sehr alt aus, leider... Recht haben und Recht kriegen sind leider zwei Paar Stiefel. Laut LJagdG Baden-Württemberg muß ein Jäger sogar versuchen, den Hund EINZUFANGEN, bevor er losballert. Denkst Du, das macht einer?

Und selbst wenn Du hinterher vor Gericht Recht kriegst - was bringt Dir das, wenn Dein Hund tot ist!

Ich bin nicht allzu gut zu sprechen auf die Grüngewandeten, man merkt es wohl schon ;).

Grüßle
Claudia

changale
17.02.2004, 13:24
Hallo Claudia,

vielleicht missverstehen wir uns ja hier, aber wie definierst Du denn Förster? Ein Förster ist für mich nicht so ein Dödel der sich jährlich seinen Waffenschein verlängern läßt und dann mit Freunden durch den Wald zieht um Hirsche abzuballern um später damit anzugeben was er denn dieses Mal geschossen hat. Das sind für mich Sportjäger die meines Erachtens sowieso an die Wand gestellt werden sollten... (Sorry, aber in der Beziehung bin ich sehr engstirnig. Wer nicht der Nahrung wegen jagt, sollte es sein bleiben.)

Jäger und Förster (oder sollte ich Waldaufseher sagen:?: ) sind für mich zwei total unterschiedliche paar Stiefel.

Ein Förster - nach meiner Definition - ist derjenige welche, der als oberster Vertreter des Forstamts in Wald und Flur für den Wildbestand zuständig ist. Angestellt ist er, wie Du schon sagtest, bei der Forstbehörde (oder wie es sich schimpft) und handelt grundsätzlich in deren Auftrag. Klar kann er auch keinen Leinenzwang "verhängen" weil ihm heute mal so danach ist, aber während der Brunftzeit wird er dafür von seinem Arbeitgeber sicherlich die Möglichkeit bekommen.

Ich hoffe, ich konnte meinen Punkt etwas klarer rüber bringen?!?

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

@ Manurtb

Und wo steht in Deinen Paragraphen, dass die Förster nicht das Recht haben ggf. Deine Hund salopp gesagt "abzuknallen", wenn sie ihn im Verdacht des Wilderns haben? Abschnitt 1 sagt doch glasklar aus, dass der Jäger dazu berechtigt ist sein "Wild" vor aufsichtslosen Hunden & Katzen zu schützen...

changale
17.02.2004, 13:42
Original geschrieben von manurtb
ich weiss nicht, für welches Bundesland Dein Gesetz gilt. In Bayern ist das anders.


Ist so nicht ganz richtig, denn das Bayerische Jagdgesetz sagt im Artikel 42 Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten im Abschnitt 2 folgends Haus:
Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt[...]
2. wildernde Hunde und Katzen zu töten. Hunde gelten dann als wildernd, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können. [...] Sie gilt nicht gegenüber Jagd-, Dienst-, Blinden- und Hirtenhunden, soweit sie als solche kenntlich sind und solange sie von der führenden Person zu ihrem Dienst verwendet werden oder sich aus Anlass des Dienstes ihrer Einwirkung entzogen haben sowie gegenüber in Fallen gefangenen Katzen, deren Besitzer eindeutig und für den Jagdschutzberechtigten in zumutbarer Weise festgestellt werden können.

Ich denke also man hat auch in Bayern einen schweren Stand dem Jagdaufseher zu erklären dass der Hund NICHT gewildert hat. Wahrscheinlich wird er auch bei Euch nicht einmal danach fragen sondern einfach schießen.

LG,
Petra & die Husky-Rasselbande

manurtb
17.02.2004, 15:21
Original geschrieben von Hovi
Und selbst wenn Du hinterher vor Gericht Recht kriegst - was bringt Dir das, wenn Dein Hund tot ist!

Ich bin nicht allzu gut zu sprechen auf die Grüngewandeten, man merkt es wohl schon ;).

Hallo Claudia,
auf die bin ich auch nicht gut zu sprechen.
Ich seh das halt von der logischen Seite her.
Wer gibt mir die Gewissheit, dass mein Hund nicht auch an der Leine erschossen wird, wenn es den Jäger ärgert?
Und ein vernünftiger Jäger hat kein Problem mit einem freilaufenden Hund.
Die sprechen alle erst an und glaube mir, ich mach dem Grünrock schon im Gespräch verständlich, dass er da niemanden vor sich hat, der sich den Hund erschiessen lässt und ihn dann ohne Probleme vom Acker lässt.
Das ist die einzige Sprache, die manche Menschen verstehen.

Von einer Freundin von mir wurde der Hund von einem Traktor zusammengefahren. Der Traktorfahrer ist auch Jäger bei uns. Und die war immer sehr nachgebend bei dem Typen.
Sowohl ich als auch mein Mann haben dem Kerl schon zu verstehen gegeben, dass er bei uns nicht mit solchen Dingen durchkommt. Er grüsste uns schon immer auffallend höflich und hat uns nie angepöbelt!

manurtb
17.02.2004, 15:23
Original geschrieben von changale
Und wo steht in Deinen Paragraphen, dass die Förster nicht das Recht haben ggf. Deine Hund salopp gesagt "abzuknallen", wenn sie ihn im Verdacht des Wilderns haben? Abschnitt 1 sagt doch glasklar aus, dass der Jäger dazu berechtigt ist sein "Wild" vor aufsichtslosen Hunden & Katzen zu schützen...
Versteh ich jetzt nicht! Dort steht eindeutig geregelt, dass nur Jagdschutzberechtigte dieses Recht haben und wer das ist.
Wenn der Förster nun Jagdschutzberechtigter ist, dann hat er natürlich das Recht dazu.
Nur ist ein Förster halt ein Förster und ein Jäger ein Jäger. Nicht per se hat der Förster da solche Rechte.

manurtb
17.02.2004, 15:27
Original geschrieben von changale

Ich denke also man hat auch in Bayern einen schweren Stand dem Jagdaufseher zu erklären dass der Hund NICHT gewildert hat. Wahrscheinlich wird er auch bei Euch nicht einmal danach fragen sondern einfach schießen.

Nochmal: nicht jeder Jäger oder Förster ist Jagdschutzberechtigter! Bitte genau drauf achten, was da steht. Nur diesen Personen steht das Recht auf Jagdschutz zu.
Weisst Du, wie schnell ein Jäger seinen Waffenschein verliert, wenn er Menschen droht mit der Waffe in der Hand?

Ich habe noch keine einfach schiessen sehen und wir sind wirklich viel in bayrischen Wäldern unterwegs.
Die kochen auch nur mit Wasser!

changale
17.02.2004, 15:36
Original geschrieben von manurtb

Nochmal: nicht jeder Jäger oder Förster ist Jagdschutzberechtigter!

Und jetzt bitte noch einmal genau durchlesen was ich in meiner Definition eines "Försters" geschrieben habe...

Hovi
17.02.2004, 17:10
Original geschrieben von manurtb

Wer gibt mir die Gewissheit, dass mein Hund nicht auch an der Leine erschossen wird, wenn es den Jäger ärgert?


Hallo Manu,

ganz einfach: Die Tatsache, dass DU zu nahe bist.

Jäger schießen meist mit Schrot, und der streut. Wenn Du Dich in der Nähe Deines Hundes befindest und kriegst ein paar Schrotkugeln ab, DANN hat der Jäger ein echtes Problem. Spaziergänger stehen noch nicht auf der Liste der jagdbaren Störenfriede....Ich glaub, das wissen die Grüngewandeten sogar, wenn sie schon über 2 Promille haben ;).

Grüßle
Claudia

manurtb
18.02.2004, 08:27
Original geschrieben von Hovi
ganz einfach: Die Tatsache, dass DU zu nahe bist.

Jäger schießen meist mit Schrot, und der streut.

Wenn sie mit Schrot schiessen schon. Bei uns wird nicht so viel mit Schrot geschossen.
Zuviele leere Drohungen bewirken das Gegenteil von dem, was die erreichen wollen!

manurtb
18.02.2004, 08:28
Original geschrieben von changale
Und jetzt bitte noch einmal genau durchlesen was ich in meiner Definition eines "Försters" geschrieben habe...
Sei mir nicht böse, aber wenn jetzt jeder seine Definition von Förster selbst macht und die von den offiziellen abweichen, wohin soll das denn führen?
Kannst Du nicht hergehen und sagen, dass Du da den Förster mit dem Jäger verwechselt hast und wir einigen uns darauf?
Sonst kommen wir alle durcheinander! :D