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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahnfleisch-Entzündung



scampolo
11.02.2004, 23:20
Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr könnt mir einen guten Rat geben.

Ich habe seit einer Woche ein ganz armes Findel-Katerchen im ALter von 6 Monaten aufgenommen.

Er schnupft und niest. Das wird behandelt und ist eigentlich totale Nebensache!!!!!Aber das schlimmste ist eine äusserst schlimme und blutige Zahnfleisch-Entzündung.
Komischerweise frisst FARO trotzdem Trockenfutter, was ja doch sehr schmerzhaft sein muss für ihn. Er bevorzugt es vor Nassfutter wie Sheba und Whiskas.

Meine TÄ hat gemeint, solange der Schnupfen nicht ausgeheilt ist, kann sie das Katerle nicht gegen die Zahnfleischentzündung mit CORTISON behandeln.

Unser Katerle FARO frisst sehr gut und putzt sich auch. Allerdings spielt er für sein Alter irgendwie zu wenig.

Was meint ihr dazu. Ich würde mich über eure Erfahrungen echt freuen. Bin über jeden Ratschlag sehr dankbar.

Er tut mir so leid, und ich möchte das Beste für ihn, damit er schnell gesund wird. Habt ihr da irgendwelche Erfahrungen gemacht.

Herzliche Grüsse

Eure Scampolo

kako
12.02.2004, 09:10
Hallo Scampolo,

wilkommen im Club :(

Du kannst dir mal folgende Beiträge anschauen:
http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=22103
http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=19593
In den Beiträgen geht es auch um Zahnfleischentzündung.

Liebe Grüße
kako

Renate W.
12.02.2004, 09:13
Hallo Scampolo,


Meine TÄ hat gemeint, solange der Schnupfen nicht ausgeheilt ist, kann sie das Katerle nicht gegen die Zahnfleischentzündung mit CORTISON behandeln.

Mich würde interessieren, warum es unbedingt Cortison sein muss, um die Zahnfleischentzündung zu behandeln?? :mad:

Wenn ich vom Alter her urteile, dann ist der Kleine mitten drin im Zahnwechsel.

sabine136
12.02.2004, 09:17
schnupfen, niesen UND zfe kann auch auf herpes hindeuten. lies mal in meiner hp unter info "herpes"

sabine136
12.02.2004, 09:27
hier ein auszug:
Welche Erkrankung macht das Virus ?

Das Herpesvirus ist als ein „Schnupfenvirus“ anzusehen, welches entsprechende Symptome bei den befallenen Katzen auslöst. Besonders anfällig für eine Infektion sind Welpen ab 6 –8 Wochen (Absetzalter) und Jungtiere oder erwachsene Tiere mit geschwächtem Immunsystem (z.B. Stresssituationen).


Zu dem Erkrankungsbild gehören:

 Fressunlust, Niesen, Augen- und Nasenausfluss, Speichelfluss, Bindehautentzündung (rote Augen, Konjunktivitis), Entzündungen im Maul (Ulzera), evtl. Husten, Fieber und in schweren Fällen eine Lungenentzündung.
Milde Infektionen können die Katzen nach 2-3 Wochen Erkrankungsdauer überstehen, schwere Infektionen können auch tödlich enden (selten). Häufig bleiben Folgeschäden wie chronische Augenentzündung (Keratitis, Konjunktivitis), chronischer Schnupfen oder immer wiederkehrende Erkrankungen zurück.
 neben dem typischen Schnupfen können bei weiblichen Katzen Scheidenentzündungen (Vaginitis) entstehen und bei trächtigen Tieren kann es zu Fehlgeburten kommen (Aborte). Die genauen medizinischen Abläufe sind dabei noch unklar, doch scheint der Abort Folge der allgemeinen Schwächung zu sein und wird weniger durch das Virus selbst verursacht.
 Außerdem können Herpesviren bei der Katze Störungen des Nervensystems bewirken (durch „Wanderung“ der Viren entlang der Nervenbahnen, besonders des Nervus trigeminus). Symptome wie Taumeln, leichte Krämpfe oder Verhaltensänderungen können die Folge sein. Diese Symptome treten auch nach „Wiederaktivierung“ des schlummernden Virus (latente Infektion) auf. In der Fachliteratur wird von dieser Form allerdings selten berichtet.

Anmerkung: Das FHV ist maßgeblich an der Erkrankung des sogenannten „Katzenschnupfen-Komplex“ beteiligt, an dem aber noch andere Erreger (Viren und Bakterien) mitwirken (z.B. FCV = Felines Calicivirus, Chlamydien, Bordetellen, Mykoplasmen).



Wie kommt es zu einer Infektion ?

 Das Virus wird von infizierten Tieren über Sekrete, besonders über Nasen- und Augenausfluss und mit dem Speichel ausgeschieden. Besonders viele Viren werden von akut erkrankten Tieren übertragen, also Katzen, die gerade Schnupfen haben. Aber auch gesunde Tiere, die den Erreger in sich tragen (latente Infektion) können Ausscheider der Viren sein. Dabei werden die Viren immer nur für einige Zeit ausgeschieden. Auch die scheinbar gesunden Tiere können dann wieder krank werden und Schnupfen bekommen.
 Andere Katzen stecken sich durch direkten Kontakt mit den infizierten Tieren an oder durch gemeinsam genutzte Fress- und Trinknäpfe. Die Viren können aber auch über Gegenstände und durch den Besitzer weiter getragen werden. Herpesviren sind in der Umgebung glücklicherweise nicht sehr widerstandsfähig (maximal 24 Std. bei Zimmertemperatur) und können mit den üblichen Desinfektionsmitteln abgetötet werden.
 Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt etwa 2-3 Tage.




Wie kann es vom Tierarzt nachgewiesen?

Jeder Schnupfen kann durch Herpesviren verursacht werden. Ein spezifischer Nachweis wird selten durchgeführt, ist aber möglich. Dazu wird eine Tupferprobe von Rachen oder Augen (Konjunktivalsack) genommen und in Speziallabors mittels entsprechender Methoden untersucht (Immunfluoreszenz, PCR). Sinnvoll ist ein direkter Virusnachweis z.B. in Zuchtbeständen mit Schnupfenproblemen um gezielte Maßnahmen einleiten zu können (gleichzeitig sollte dann auch auf weitere Keime wie Chlamydien untersucht werden).
Ein Antikörper-Nachweis über eine Blutuntersuchung ist möglich, allerdings medizinisch wenig aussagekräftig.


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Erkrankung an Katzen-Schnupfen muss immer mit gut wirksamen Antibiotika behandelt werden, um die bakterielle Superinfektion einzudämmen. In schweren Fällen müssen Infusionen, fiebersenkende Mittel und unterstützende Maßnahmen, wie Vitamine (Vitamin A, B, C), Aufbaunahrung etc gegeben werden.
Gegen Herpesviren gibt es neuerdings die Möglichkeit, mit Interferon omega (Virbagen omega, Virbac) zu behandeln. Das Mittel führt zu einer Hemmung der Virusvermehrung in der Zelle und kann injiziert werden (mehrere Injektionen s.c.). Bei Erkrankung des Auges kann das Mittel verdünnt als Augentropfen eingesetzt werden.
Aus der Humanmedizin stehen z.B. Azyklovir (ein Antimetabolit) zur Injektion (10mg/kg 3mal tägl s.c., i.v.) oder als Tabletten zur Verfügung. Idoxuridin kann als Augentropfen eingesetzt werden.
Als Futterzusatzstoff kann die Aminosäure L-Lysin, erhältlich in der Tiermedizin als Pulver (Firma Albrecht), gegeben werden. Sie verhindert ebenfalls die Virusvermehrung.
Weiterhin könnte die Behandlung mit Immunglobulinen (spezifischen oder unspezifischen Antikörpern) versucht werden

quelle: jennifer reber

Rennsemmel
12.02.2004, 10:24
Hallo Scampolo,
auch ich bin mit meinem Simba seid einiger Zeit mit einer Zahnfleischentzündung am kämpfen. Mein Simba hat kaum noch gefressen vor Schmerzen, mitllerweile sind wir mit einigen homöop. Sachen ganz gut dabei und sind guter Dinge. Allerdings scheint deine schwerer zu sein. Lass dir bitte aus eigener Erfahrung gesagt sein: Cortison hilft nicht gegen die Entzündung!!! Es bekämpft lediglich die Schmerzen. Ich war auch bei einem TA der ausschließlich Cortison verabreichen wollte, und sagte das wäre das einzige was er machen könne (bis auf Zähne ziehen natürlich), aber es gibt Alternativen zu Cortison, die auch die Entzündung bekämpfen und nicht nur die Schmerzen. Wechsele notfalls den TA bzw. hol eine zweite Meinung ein bevor er Cortison bekommt.
Liebe Grüße

scampolo
12.02.2004, 13:00
Hallo Foris,

erstmal tausend Dank für eure tollen Ratschläge. Echt toll, was ihr euch für Mühe macht.

@sabine: Deine Seite ist ja total informativ und habe sie sofort unter meinen Favoriten gespeichert.

Und vielen Dank an alle.

Auf ein Herpes-Virus hätte ich nie gedacht.
Ich bin ehrlich im Moment ratlos. Ich habe heute nachmittag wieder einen Termin bei meiner TÄ, sie sagte mir, da gäbe es ein neues Medikament gegen Zahnfleischentzündung.

Ich weiss auch nicht, wie sie auf Cortison gekommen ist. Ich möchte das auch nicht geben. Ich weiss das von meinem Hund, der es absolut nicht vertragen hat und sich schlimme Nebenwirkungen gezeigt haben.

Nun noch kurz zu den Medilkamenten die Faro bekommt. Er hat anfangs (seit Samstag) 2 Tabletten Synulox, eine morgens und eine abends bekommen. Hat aber überhaupt nicht angeschlagen. Seit gestern bekommt er 1 ganze Baytril-Tablette, und heute hängt er nur noch rum.
Er frisst zwar, aber ansonsten ist er total lustlos und sein Fell ist so strähnig und fettig.
Ausserdem hat er Baypamun zweimal gespritzt bekommen.

Sein Schnupfen ist wässerig, nicht eiterig. Manchmal läuft Flüssigkeit aus den AUgen und er niest immer wieder. Ich glaube, er hat auch irgendwie Schluckbeschwerden und seine Lymphknoten sind angeschwollen.
Ja, und dann noch seine schlimme Zahnfleischentzündung dazu. Heute blutet es wenigstens nicht mehr.

Faro hatte schon Zahnwechsel, und von den 2. Zähnen fehlen aber mittlerweilen schon einige. Und er hat furchtbaren Mundgeruch, der arme Kerle.
Seine Temperatur ist meistens bei 39 Grad.

Haltet ihr denn einen Bluttest für sinnvoll?

Ich habe mir die Seite von Sabine ausgedruckt, da stehen zwei Medikamente drauf, nach denen ich heute meine TÄ fragen möchte.

Vielen Dank für eure Hilfe und eure guten Tips
bis heute abend

liebe Katzengrüsse
Scampolo

mit 8 Katzen-Monstern.
:cu: :confused: :confused:

Renate W.
12.02.2004, 13:23
Hallo,


Nun noch kurz zu den Medilkamenten die Faro bekommt. Er hat anfangs (seit Samstag) 2 Tabletten Synulox, eine morgens und eine abends bekommen. Hat aber überhaupt nicht angeschlagen. Seit gestern bekommt er 1 ganze Baytril-Tablette, und heute hängt er nur noch rum.

Beide Medikamente sind Antibiotika. Nur eines verstehe ich nicht, wieso Synulox nach so kurzer Zeit abgesetzt wurde. Es ist zwar richtig, dass die Behandlung in der Regel 5-7 Tage durchgeführt wird - aber in hartnäckigen Fällen kann man die Dauer der Behandlung auch verlängern.

Der Wechsel von einem zum anderen Antibiotika ist sicher für den Katzenkörper nicht leicht zu verkraften.
Und noch dazu eine Baypamunespritze! Alles ein wenig heftig, finde ich zumindest.


Sein Schnupfen ist wässerig, nicht eiterig. Manchmal läuft Flüssigkeit aus den AUgen und er niest immer wieder. Ich glaube, er hat auch irgendwie Schluckbeschwerden und seine Lymphknoten sind angeschwollen.

Antibiotika sind doch gegen Viren (Schnupfen)wirkungslos?? :confused: :confused: Das verstehe ich jetzt nicht.
Das Antibiotika kann nur gegen die Entzündung und Infektionen (eventuell Halsentzündung) wirken.

Sabines Infos nimmst du sowie in die Praxis mit. Man könnte aber vorweg vielleicht auch schon eine homöopathische Behandlung des Schnupfens durchführen.


Haltet ihr denn einen Bluttest für sinnvoll?

Ja, halte ihn für sinnvoll. Würde auf Leukose und FIV testen lassen.

:cu: :cu:

Rennsemmel
12.02.2004, 14:00
Original geschrieben von Renate W.
Ja, halte ihn für sinnvoll. Würde auf Leukose und FIV testen lassen.

:cu: :cu:


Auf jeden Fall!!!!
Zahnfleischentzündung kann sehr oft auf Leukose deuten.