PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : einen Staff in Bayern ?!?



Lattners
05.02.2004, 21:10
Hallo!
Ich wohne in Bayern und möchte mir einen Staff -Mix von der Tier-Not-Hilfe holen, einen Welpen. Habe nun beim Ordnungsamt die Erlaubnis beantragt. Ich habe aber das Gefühl, daß die mich hinhalten wollen. Die Gemeine schickt mich zum Veterinäramt, die schicken mich zur Gemeinde.
Nun meine Frage: wer hat ähnliches durchgemacht, kann mir Tips geben, wo es "Gesetzeslücken" gibt o.ä.
Ich bin 33, nicht polizeilich auffällig, halt ganz normal.
Ich würde mich riesig über Hilfe und Tips freuen.

manurtb
06.02.2004, 12:35
Vergiss es einfach! Liste1-Hunde sind in Bayern unanmeldbar. Diese Devise wird auch vom Innenministerium in den Durchführungsbestimmungen herausgegeben.
Und das Riesenproblem ist: Die Gemeinden können Dich ganz schön alt aussehen lassen.
Ich weiss von einem Fall, da hatte einer einen Liste1-Hund, schon von vor der Listeneinführung. Die durften ja behalten werden. Man hat ihm die Auflage gemacht, dass der Zaun mindestens 2,50 Meter hoch sein muss, verbot ihm aber einen Zaun höher als 1,80 Meter zu bauen. Da heisst es dann: Hund abgeben oder umziehen.

Vielleicht gibt es dort ja auch schöne Hunde, die maximal Liste2-Mischlinge sind? Das ist unproblematisch!

Hovi
06.02.2004, 12:46
Hallo,

auch ich würde Dir dringend von dem Vorhaben abraten! Kein anderes Bundesland hat bezüglich den SoKas derart restriktiktive Vorschriften wie Bayern. Man möchte dort schlichtweg erreichen, dass die Rassen verschwinden, und hat es ja auch schon fast geschafft.

Ein einziger Anwohner oder Böswilliger, der Dich wegen irgendeines angeblichen Vorfalls mal anschwärzt, reicht, und man nimmt Dir den Hund wieder weg. Das mußt Du weder Dir selber noch dem Hund antun.

Grüßle
Claudia

admin
06.02.2004, 13:47
@Lattners,
wenn Sie nicht gerade in einer Stadt wie München wohnen, wo man vergleichsweise tolerant ist, ist es in Bayern wirklich sehr schwer die Haltung eines Listenhundes zu erwirken.

Allerdings könnte sich die Situation ein bißchen zu Ihren Gunsten wenden, da es kein reinrassiges Tier ist.
Sie sollten allerdings Punkte vorweisen können, die Ihnen einschlägige Erfahrung mit Hunden und Hundeerziehung bescheinigt...

Beste Grüße
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

changale
06.02.2004, 13:47
Kann man das nicht umgehen? Immerhin ist es ein Staff-Mix und es gibt viele Leute hier in Düsseldorf die Staff-Mixe haben, sie aber dann jeweils als z.B. einen Labrador-Mix (weil halb Staff, halb Labrador) angemeldet haben.
Klar, erlaubt ist das so auch nicht, aber bei vielen Leuten scheint's zu klappen.

Was wäre wenn der Hund in einem anderen Bundesland angemeldet wäre? Als Beispiel, ich würde in München wohnen, meine Schwester in Hannover. Wenn ich sie als Hundehalterin eintragen würde und ich den Hund zur "Pflege" hätte... Würde so etwas in Bayern funktionieren?! Könnte man so die Vorschriften umgehen?

Ich frage nur aus Neugier!!!

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

manurtb
06.02.2004, 14:19
Mixe der ersten Generation (also 50%) gelten als Hunde der niedrigsten Liste mit einem Elternteil. Also Rotti-Staff-Mix ist Liste 1.
Frau Dr. Thorstensen, Sie sollten sich da mal erkundigen. Die Statistik der bayrischen Hauptstadt München wird immer wieder stolz hervorgeholt.
Seit 1992 erteilte Haltungsgenehmigungen Liste 1-Hunde: 0,0

Deswegen sollte man an dieser Stelle keine Hoffnungen schüren, die sich nicht halten lassen.

Auch Pflegehunde müssen in Bayern angemeldet werden, wenn sie nicht nur zu Besuch hier sind.

admin
06.02.2004, 14:23
@manurtb,
das ist ein interessantes Ergebnis. Wenn man im Englischen Garten so um sich sieht, sind einige unterwegs und das gemeldete Tiere.
Werde die Besitzer nächstens mal geneu befragen. ;)

Zudem hatte ich keine Hoffnungen geschürt, sondern durchaus bestätigt, daß es in Bayern sehr schwer ist.... ;)

Beste Grüße
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

manurtb
06.02.2004, 14:53
Hallo Frau Thorstensen,
fragen sie mal nach, welche Rasse in der Anmeldung steht.

In Nürnberg ist es nicht anders, wenn man sich auf den Hundewiesen umschaut!
Was laufen da für Boxermixe und Labbimixe rum!

admin
06.02.2004, 14:56
@manurtb,
es ist schon klar, daß das das "Hintertürchen" vieler Mix-Besitzer mit "Listenhunden" ist.

Da Lattners aber schon einen Staff-Mix angemeldet hat, wird das natürlich nicht mehr gehen.

Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

manurtb
06.02.2004, 16:50
Die Anfrage wird zurückgezogen und man hat sich für einen anderen Hund entschieden.
Und der ist halt ein x-y-Mix, wie es auch der Tierarzt bestätigt.
Wer einmal das Negativzeugnis für einen Liste2-Hund bekommen hat und das bei sich trägt, wird nie wieder gefragt, ob das ein Liste1-Hund ist.
Wir leben schliesslich in Deutschland und da stimmt das, was einer von einer Behörde abstempelt!

Lattners
06.02.2004, 18:38
Also erst mal vielen Dank für die vielen Tips.
Wenn ich euch richtig verstehe: eine Anmeldung kann ich vergessen, aber wenn es denn so wäre, daß ich einen Mix hätte, und ein Tierarzt würde mir dies bestätigen, mit einem Negativzeugnis, dann wäre die Sache vom Tisch.
Denn - meine Verbot wurde heute zugestellt.
Ich dacht halt nur, daß es vielleicht irgendwas gibt, wo man sich absichern kann. Oder es irgendein Urteil gibt.
Ich kennen nämlich auch viele "Mischlinge" die nicht nach Mischung sondern sehr "rein" aussehen.

charl1e
06.02.2004, 22:38
Ich habe im Focus (?!) gelesen, dass es mittlerweile schon einige Urteile gibt, welche zugunsten der Halter ausgesprochen wurden.
In unseren Tierheimen werden auch viele "Listenhunde" als Mischlinge vermittelt, welche sonst gar keine Chance hätten dort wieder rauszukommen. Das Problem ist nur, wenn eine Liste 1 Hündin samt Welpen per Gerichtsurteil eingezogen wurde, muss das Tierheim die Welpen als Liste 1 Hund vermitteln...

manurtb
09.02.2004, 13:45
Hallo charl1e,
leider ticken in Bayern die Uhren etwas anders.
Da hatte noch nie einer die Chance, dass irgendein Gericht ihm Recht gegeben hätte.

Hallo Lattners,
so ist es!
Nur etwas anders:
Der Tierarzt bestätigt die Rassenzugehörigkeit.
Das Negativzeugnis wird dann verlangt, wenn ein Mix mit mindestens einem rassereinen Elternteil der Liste2 vorliegt (also z.B. Rotti, Dogo Argentino, Am. Bulldog etc.). Das macht dann auch nicht der Tierarzt, sondern ein öffentlich bestellter Gutachter.
Am wenigsten Ärger hat man mit einem phänotypisch als Kampfhund einzustufenden Hund (= der Hund schaut aus wie ein Kampfhund), wenn er ein Negativzeugnis hat, welches man dann bei jeder Überprüfung durch Ordnungsamt oder Polizei vorzeigen kann. Dazu muss der Hund in Bayern allerdings ein Liste2-Mix sein.
Wenn Du noch genaueres wissen willst, schreib mich per PN an.

Lattners
09.02.2004, 14:18
Da ich neu hier bin, weiß ich nicht, was ein PN ist.

Lattners
10.02.2004, 19:33
Also, ich hab am Freitag die versagte Erlaubnis von meiner Gemeinde erhalten. ABER: das Beste ist die Begründung :?:
Ich habe auf das berechtigte Interesse plädiert, weil ich ja den Hund aus dem Tierheim herausholen will. Nun kommt die Gemeinde mit der Begründung, "das dieses berechtigte Interesse reines Liebhaberinteresse ist, da es in den Tierheimen genug andere Hunde gibt. Außerdem ist in den Tierheimen fachlich geschultes Personal mit hoher Eigenmotivation, die die Tiere so unterbringen und behandeln, daß ein tierschutzrechtliches Argument nicht vorweisbar ist. "
Also, was sagt mir daß? :sn: wir tuen alle unsere Hunde ins Tierheim, weil nur die die Hunde richtig fachlich behandeln können!!!!
Ist doch ein Witz, wenn die Begründung gehießen hätte, daß niemand die Verantwortung übernehmen will, zuerst den Bescheid zu bewilligen und irgendwann wird der Hund dann doch auffällig, aber die Begründung ist doch echt ein WITZ!!!:bd:

manurtb
11.02.2004, 09:54
Das ist eine Standardantwort, die vom Innenministerium als Hilfe für die Ausführungsbestimmungen rausgegeben wird.
Wir leben in Bayern, da geht es nicht um gesunden Menschenverstand oder Recht und Gesetz. Da gibt es Könige, die können alles bestimmen. So ist das, wenn eine Partei sich immer sicher sein kann, dass sie bis zum jüngsten Gericht an der Regierung ist.
PN: Du klickst auf meinen Usernamen und dann gibt es ein Feld, auf das Du klicken kannst, dass Du mir eine Nachricht schicken kannst.

tomcatmerlin
11.02.2004, 11:57
hallo,

ich würde in diesem fall, so leid es mir um den hund tut, keine weiteren schritte unternehmen, um ihn zu halten.
vielleicht besteht eine chsnce den hund wenigstens in ein anderes bundesland /oder ausland zu vermitteln, von solchen fällen habe ich auch schon gehört, die chancen sind zwar nicht sehr hoch, aber es gibt sie.

die gemeinde wird in diesem fall 100% nicht so unterbelichtet sein, dass sie nicht ahnt um was es geht, und wenn der hund erst mal da ist und dann wieder abgeschafft werden muss u.s.w., keine ahnung ob das dem hund gut tut.
so leid es mir wirklich tut, wenn der arme kerl weiterhin im tierheim bleibt.:(

viele grüsse

renate brigge

Hovi
11.02.2004, 11:59
Hallo,

das mit dem "berechtigten Interesse" ist nicht nur in Bayern so.

Es wird auch in BaWü so gehandhabt, dass das "Herausholen eines Hundes aus dem TH" noch lange kein "berechtigtes Interesse" darstellt.

Ein berechtigtes Interesse liegt nur dann vor, wenn Du den Hund für etwas brauchst, wofür Du nicht eine andere Hunderasse genauso "benutzen" könntest.

Ein Kollege von mir hält beispielsweise bei der Polizei Vorträge über den "Umgang mit gefährlichen Hunden" (er ist Hundezüchter und absolut PRO HUND eingestellt). Für diese Vorträge hätte er das berechtigte Interesse, einen Staff als "Anschauungsobjekt" zu halten.

Das ist aber eine der überaus seltenen Ausnahmen...eigentlich GIBT es das berechtigte Interesse gar nicht.

Grüßle
Claudia

nasibrab
12.02.2004, 14:37
Also mein Beitrag ist hier sozusagen am falschen Ort, aber ein Bär-Thema konnte ich nicht finden. Ich habe einen Bericht gelesen, wie Bären in China in sogenannten Bären Farms unter grausamen Bedingungen gehalten werden: die Baby-Bären werden von Bauern gefangen und an die Farms verkauft. Sie werden in extrem kleinen Käfigen gehalten. Den Bären werden einen Stahlrohr durch den Körper in die Galle eingesetzt. Somit "ernten" sie Gallensaft, der für Shampoos, Potenzsteigerungsmittel usw. benützt werden. Die Tiere werden mißhandelt, erleiden Entzündungen etc. Ich selbst habe die Patenschaft eines geretten Bären übernommen und sammel zur Zeit Unterschriften, damit diese grausame Geschichte eingestellt wird. Nicht nur sollen die Bären gerettet werden, sondern es muss den Bauern verboten werden, die Jungen zu fangen. Zu diesem Zweck sammle ich Unterschriften, die ich dann weiterleiten werde. Wer Interesse daran hat, diese Aktion zu unterstützen kann sich jederzeit mit mir in Verbindung setzten (nasibrab@yahoo.de, Messenger: Nasibrab). Ansonsten verweise ich auf die Homepage: www.animalasia.de. Diese Seite zeigt auch, wie dort mit Hunden umgegangen wird. Da will ich auch etwas unternehmen. Danke! Nasibrab

Lattners
13.04.2004, 19:32
Vielen Dank an alle, die hier geantwortet haben.
Unsere Gemeinde hat, nach meinen Einspruch, die Sache an das Landratsamt abgegeben. Und die sitzen die Sache aus.
Mittlerweile haben wir uns einen anderen süßen Welpen geholt, garantiert ohne "Kampfhund".
Ich bin immer noch der Meinung, daß diejenigen, die sich "offiziell" um so einen Hund bemühen, die Dummen sind. Andere Zeitgenossen fahren nach Dänemark, Tschechien oder sonstwohin, holen sich so ein Tier, melden es nicht an und gut. Solange nichts passiert...

manurtb
14.04.2004, 13:34
Original geschrieben von Lattners
Unsere Gemeinde hat, nach meinen Einspruch, die Sache an das Landratsamt abgegeben. Und die sitzen die Sache aus.
Mittlerweile haben wir uns einen anderen süßen Welpen geholt, garantiert ohne "Kampfhund".

So wird heute in Bayern gearbeitet. Und das gewünschte Resultat wurde ja auch erzielt. Ihr habt keinen solchen Hund.

chesterfield
25.04.2004, 13:07
Original geschrieben von Lattners
Also, ich hab am Freitag die versagte Erlaubnis von meiner Gemeinde erhalten. ABER: das Beste ist die Begründung :?:
Ich habe auf das berechtigte Interesse plädiert, weil ich ja den Hund aus dem Tierheim herausholen will. Nun kommt die Gemeinde mit der Begründung, "das dieses berechtigte Interesse reines Liebhaberinteresse ist, da es in den Tierheimen genug andere Hunde gibt. Außerdem ist in den Tierheimen fachlich geschultes Personal mit hoher Eigenmotivation, die die Tiere so unterbringen und behandeln, daß ein tierschutzrechtliches Argument nicht vorweisbar ist. "
Also, was sagt mir daß? :sn: wir tuen alle unsere Hunde ins Tierheim, weil nur die die Hunde richtig fachlich behandeln können!!!!
Ist doch ein Witz, wenn die Begründung gehießen hätte, daß niemand die Verantwortung übernehmen will, zuerst den Bescheid zu bewilligen und irgendwann wird der Hund dann doch auffällig, aber die Begründung ist doch echt ein WITZ!!!:bd:
,.
Das kommt daher weil die meisten Gemeinden die örtlichen Tierheime finanziell nicht unterstützen, die werden meist nur aus Spenden und Mietgliedsbeiträgen finanziert. die Logig der Ämter ist einfach, Tiere ins Heim gesteckt, kein Ärger und keine Kosten mehr basta.
Hoffentlich gibts bald für Politiker solche Einrichtungen, wegen ihrer Gefährlichkeit meine ich, da würde ich gleich einen guten Bertrag Spenden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.

Gruß Peter