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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund hört nicht mehr



Ai-chan
03.02.2004, 22:44
Hallo.

Ich habe folgendes Problem.
Meine Hündin ist eigentlich ganz gut erzogen, nicht perfekt, aber ok. Es funkioniert auch alles sehr gut, drinnen und draußen, solange sie keinen anderen Menschen oder Hund sieht. Dann ist Ende. Sie ist absolut nicht mehr zu kontrollieren. Darum lasse ich sie schon immer an der Leine und wenn ich sie laufen lasse, schaue ich schon immer voraus, ob nicht irgendwo jemand kommt. Das ist aber schon ziemlich einschränkend und wirklich Spaß macht der Spaziergang so auch nicht.
Ich hab schon alles versucht. Sie wird immer belohnt, wenn sie kommt. Wenn sie nicht hört und ich sie holen muß, wird sie sofort angeleint und wir gehen weg. Ich bin auch schon richtig böse geworden, was im allgemeinen immer recht gut hilft.

Vielleicht weiß ja einer von Euch, was ich noch machen kann.
Bin für jeden Hinweis dankbar.

Aber bevor jetzt jemand sagt, ich solle sie dann einfach nicht mehr laufen lassen. Dazu noch folgendes: Ich wohne in einer Wohnung und habe keinen Garten oder sowas. Also muß ich sie bei Spaziergängen laufen lassen oder gar nicht und immer nur an der Leine finde ich, ist Quälerei.

LG,

Ai-chan

Rüsselterriene
03.02.2004, 23:42
Hi Ai-chan!

Das ist doch kein Weltuntergang.
Gibts keine Hundeschule in der Nähe, wo ihr mit Ablenkung üben könnt?
Oder vielleicht ein paar nette Hundebesitzer, die du beim Gassigehn triffst?

Anke

Ai-chan
04.02.2004, 00:43
Also, ich finde das schon ziemlich störend. Zumal sie jeden anspringt.

Wenn es Dir egal wäre, daß Dein Hund sowas macht, bitte, aber mir ist es nun mal nicht egal.

In der Hundeschule war ich mit ihr schon. Hat nichts oder nur minimal etwas gebracht.

Gruß,

Ai-chan

Tina1965
04.02.2004, 09:23
Hallo Ai-chan

wie alt ist denn Deine Hündin?

Ich hatte mit meinem Hund am Anfang auch diese Probleme, trotz Hundeschule. Da war er ein knappes Jahr alt.
Im Laufe der Zeit hat dieses Verhalten aber nachgelassen, ich meine damit.....zu allen Hunden hinrennen, egal wie weit weg sie waren oder auch andere Menschen anspringen.

Ich hatte auch oft graue Haare deswegen....aber irgendwann hatte sich das von selber erledigt....auch Hunde werden irgendwann mal reifer :D :D

Liebe Grüße
Tina

Mäusezahn
04.02.2004, 10:27
Hallo, Ai-Chan,
was macht sie denn konkret? Läuft hin und kommt nicht wieder? Und Anspringen, wie Du schreibst. Das Problem mit dem zu-allen-Hunden-Hinrennen hatte ich mit Giulio, meinem Irischen Setter aus dem Tierschutz auch. Ganz massiv, wenn irgendwo gebellt wurde, war er am Horizont. Wir haben es, nicht immer aber immer öfter (die fast nicht mehr oder nur ein wenig läufigen Mädels ausgenommen), in den Griff bekommen. Wie? Mit der guten alten Schleppleine. Sie lässt dem Hund einen Spielraum von fünf bis 20 Metern und wenn er startet bleibt einem eigentlich immer die Zeit, auf das Ende zu steigen. Sie kann dann nicht mehr ausbüchsen, Du kannst ein Kommando wie Bleib Hier durchsetzen und musst nicht hilflos zugucken, wie Dein Hund losdüst. Sie muss stehenbleiben, Du kannst sie dann ablenken, kurz fassen oder Kontakt erlauben. Sie darf doch sicher kontakten, oder streitet sie?
Das Ganze kann etwas dauern, bedeutet aber nicht automatisch ein Leben an der Leine und ist m.E. anderen Möglichkeiten a la Elektroreizgerät, Sprühstöße, vorzuziehen, zumindest sollte man es ausprobieren. Nur die Geduld nicht verlieren!
LG
Karin

Ai-chan
04.02.2004, 12:23
@Tina
Sie ist gut ein Jahr.

@Mäusezahn
Genau das. Sie läuft hin und springt um denjenigen rum, springt an und ist nicht mehr zu halten. Wenn ich nah genug dran bin geht es ja noch. Sie scheint immer erstmal zu überlegen, ob sie nun hören soll oder nicht. Und wenn ich zu weit weg bin, ist es, als ob sie sich denkt: Die ist ja sowieso zu weit weg, also kann ich ruhig.
Ich hab ja auch schon probiert einfach wegzugehen, aber das bemerkt sie nicht mal. Solange noch jemand anders da ist, ist alles ok.
Das mit der Schleppleine hab ich auch schon versucht. Aber das ist, als wüßte sie ob die Leine nun da ist oder nicht. Mit Schleppleine hört sie ganz gut, aber kaum probier ich das mal ohne, ist wieder alles vorbei.
Sie ist ja auch ganz lieb, will immer nur spielen. Und das Schlimmste ist ja, daß die Leute dann immer noch der Meinung sind, ich solle sie doch lassen, sie tut ja nichts. Dann werde ich beinahe noch als Tierquäler beschimpft, weil ich meinem Hund nicht erlaube zu jedem hinzurennen und dann auch mal böse werde, sie im Nackenfell schmappe und mit ihr schimpfe, wenn sie gar keine Ruhe geben will.

LG,

Ai-chan

Rüsselterriene
04.02.2004, 15:17
Ai-chan,

Wie habt ihr das innerhalb der Familie gemacht mit dem Anspringen? Oder macht dein Hund das NUR bei Fremden?

Ich würde dir raten, auf einem Spaziergang erstmal alles das sie für interessant befindet (zB.Maulwurfshügel) zu verbieten... NEIN!... um dann klarzustellen, dass du die Fäden in der Hand hältst.
Ausdehnen kannst du das dann mit (bekannten) Hunden, Freunde, Bekannte...

Ein bischen Übung und ihr schafft das!

Anke

Ai-chan
04.02.2004, 20:16
@rüssleterriene
Naja, Familie ist nicht groß. Ich wohne allein und bekomme auch nicht so oft Besuch, außer von einer sehr guten Freundin. Die springt sie nicht an, aber das war ein hartes Stück Arbeit ihr das abzugewöhnen. Und vor allem meine Freundin hat da gut mitgemacht, soll heißen, der Hund wurde erstmal ignoriert, wenn meine Freundin angekommen ist und sie hat erst Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie sich beruhigt hatte.

LG,

Ai-chan

Monalie
09.02.2004, 00:13
Hallo Ai-chan!

Oh man, ich kann Dich soooo gut verstehen! Bin hier ins Forum gekommen, weil ich im Moment original das gleiche Problem mit meinem Labrador-Mix-Rüden habe, der jetzt gerade ein Jahr alt ist. Er rennt auch grundsätzlich zu jedem hin, hört überhaupt nicht (springt zum Glück nicht hoch) und ich komme mir wie der Oberdepp vor! Leckerlis, Schimpfen, Ignorieren es wirkt NICHTS!!!

Und das, wo er noch vor kurzem wirklich ziemlich gut gehört hat. Da mir von mehreren Seiten jetzt allerdings gesagt wurde, dass es sich nur um die "Flegelphase" handelt und in ein paar Monaten hoffentlich wieder vorbei ist, versuche ich mich nicht mehr ganz so doll aufzuregen. Aber nervig ist das schon!

liebe Grüsse
Monalie

sloughifan
09.02.2004, 11:37
Hallo Ai-chan,

dies sind normale Probleme in dieser Entwicklungsphase. Das wichtigste in der Hundeerziehung ist die Konsequenz. Ich würde Dir allerdings wie andere ein ausgedehntes Schleppleinentraining empfehlen, das heißt bei jedem Spaziergang !!! egal wie das Wetter ist etc. Jeder meiner 4 Rüden kam irgendwann in diese Phase und es ist sehr hilfreich, wenn man bei z.B. 15m Entfernung seinen Worten Taten folgen lassen kann. Zuerst bitte nicht den Hund sofort anleinen, wenn er kommt (negativ Erfahrung). Ich fasse bei jedem Rufen die Hunde am Halsband an, wenn sie bei mir stehen, damit keine Angst entsteht, Ihnen würde die Freiheit geraubt und es gibt einen Befehl, wenn sie sich von mir entfernen dürfen. Natürlich können die Hunde unterscheiden, ob sie an der Leine sind oder nicht, trotzdem kann ich aus jahrelanger Erfahrung sagen, dass es bei ausreichender Festigung des Gelernten dann auch ohne Leine gut funktioniert. Bei diesen Erziehungsphasen solltest Du auch Deine Zuwendung dem Hund gegenüber genauer unter die Lupe nehmen. Kein Spielen, wenn der Hund Dich auffordert !!! Streicheleinheiten und Zuwendung stark reduzieren, Zuwendung gibt es nur, wenn der Hund Deinen Befehlen gehorcht !!!
Problem Anspringen von Personen: Übe mit Bekannten, anderen Hundebesitzern - Hund wird ignoriert, wenn er auf diese Weise Kontakt aufnehmen will, umdrehen keine Ansprache, Bein hochziehen + von Deiner Seite nur deutliches Nein.
Ich könnte Dir noch viel darüber schreiben, wenn Du konkrete Fragen hast - schreib sie
Viel Erfolg, bleib optimistisch

Joelina
09.02.2004, 23:39
Also...

Mein Fraggle ist ja noch jünger aber er hatte genau das gleiche Problem.
Wenn Niemand da war blieb er von sich aus brav bei mir, war auf mich absolut fixiert, aber wehe ein anderer Hund oder gar ein Vogel kamen in Sicht! Weg war er (allerdings nur auf der Hundewiese).

Ich hab´s auf eigene Faust so gemacht:
Er liebt spielen, er liebt Leckerli und er liebt Bälle und am aller aller meisten liebt er Quietschis.
Ich hab ihm einen ganz neuen Quietschi gekauft und mit diesem speziellen Quietschi die tollsten Spiele mit ihm gespielt. Suchspiele mit dem Quietschi, Fangspiele mit dem Quietschi, Leckerlis nach dem quietschen.
Er wird jetzt total verrückt, wenn er dieses spezielle quietschen hört.
Ich hab den speziellen Quietschi aber immer seltener zum Vorschein geholt und jetzt gibt´s ihn nur noch auf der Hundewiese.
Gut ich schlepp mich jetzt immer mit einem Quietschball, einer Taschenlampe und dem Super-Quietschi ab, aber egal.
Sobald er also losgerannt ist hab ich einfach nur mit dem Super-Quietschi gequietscht und zack- alles andere war uninterressant. Fraggle flippt aus vor Freude, wenn er zu mir kommen darf um mit seinem Quietschi zu spielen!

Nach und nach musste ich immer weniger quietschen, Fraggle sieht den Hund/Vogel will hinlaufen, aber schaut in der nächsten Sekunde mich an ob ich nicht vielleicht den Quietschi raushole. Erst hat er ihn dann trotzdem immer bekommen, mittlerweile haben wir das aber auch schon auf jedes dritte Mal reduziert. Mittlerweile hört er super auf das Bleib Zeichen und wir können sogar langsam Fuss gehen auf den anderen Hund zu. :D

Noch gibt´s Ausrutscher, aber ich hoffe das wird noch besser.

Also bei uns hat´s geholfen, aber jeder Hund ist anders.
Wenn du´s nicht auf eigene Faust machen willst, wär´s echt am besten du gehst in die Hundeschule.

Liebe Grüße und viel Glück

Joelina

Bobesch
10.02.2004, 16:30
Hallo,
ich kann mich Joelina nur anschliessen.Genauso hab ichs mit meinem Hund auch gemacht.Ich dachte, er wäre ein hoffnungsloser Fall, aber mit Quietschie, Ball, etc. hab ichs hingekriegt.Hab ihn zuerst in der Wohnung heiss auf diese Sachen gemacht, sie ihm aber nicht gegeben.Draussen bekam er die Spielsachen dann, wenn er brav gekommen ist.Früher lief mein Hund immer weg, interssierte sich nicht für mich.Heute bin ich interessanter als alles andere. er hat mich immer im Auge, es könnte ja sein, dass ich Ball oder Quietschie aus der Tasche hole! Wenn Dein Hund sich für solche Sachen interessiert, klappt es bestimmt!
LG Bobesch

leibling
25.02.2004, 13:38
Hallo ai-chan

dein problem kann ich voll und ganz verstehen.aber ich habe
schon viel mit solchen Hunden gearbeitet du kommst damit
nur mit ein paar guten Freunden weiter.die dir bei der Arbeit
mit deinen Hund helfen.sie müssen aber den Hund nicht bekannt sein. dann provoziere einfach so eine Situation.läuft der
Hund auf sie zu igorieren sie ihn oder spritzen ihn mit Wasser
aus einer flasche voll.das hilft immer.geht er zu anderen Hunden dreh dich um und geh weg .versteck dich .egal ob er
kommt oder nicht.du brauchst dazu zwar ganz schöne Nerven
aber es hilft.kommt er, keine Belohnung sondern spiel mit ihn
aber du musst konsequent sein auch wenn es nach einer Rauferei ausschaut meist ist es nicht so , die Hunde sind viel schlauer als wir denken .so das wars nur ganz kurz
hunde brauchen den freien Auslauf



:cu:

chatfrosch
27.02.2004, 07:45
Ich kann Deinen Frust gut verstehen. Ich habe ihn nämlich gerade selbst. :D Habe auch einen 13 Monate alten Rotti, der gerade in dieser Phase ist. Es ist natürlich frustrierend, wenn er bisher immer gekommen ist und brav gefolgt hat und dann auf einmal nicht mehr. Wie sich aber aus den bisherigen Beiträgen ergibt, ist es altersbedingt! Ich würde mich jetzt aber nicht darauf ausruhen, daß das nur eine Phase ist, die wieder vergeht. Ich glaube, wenn man jetzt nicht Konsequent seinen Willen durchsetzt, kann man es später gar nicht mehr, weil er gelernt hat, daß er machen kann, was er will. Von alleine hört diese Phase nicht auf - nur weil der Hund älter wird.

Den Hund nie mehr von der Leine lassen ist natürlich keine Lösung!!!!

Hast Du Dir das Schleppleinentrainung schonmal genau erklären lassen? Ich bin gerade beim Schleppleinentraining. Ich komme mir zwar vor wie der letzte Idiot beim Gassi gehen. Gehe kreuz und quer durch den Tiefschnee - also sehen darf mich keiner :D
Dann kommen noch die unwissenden Hundehalter und Spaziergänger, die keine Ahnung haben, was eine Schleppleine ist. Aber was solls - was tut man nicht alles für einen folgsamen Hund.

Mein Hund ist momentan an der 5 Meter Schleppe, die ich immer in der Hand halte und auch bei jedem Spaziergang am Hund habe. Er ist dadurch momentan natürlich sehr eingeschränkt in seiner Freiheit, genießt aber dafür nach erfolgreichem Training (wovon ich jetzt einfach ausgehe ;) )viel mehr Freiheit.

Wenn Dein Hund abgeht, würde ich nie zu ihm gehen - er muß immer zu Dir kommen!

Ich würde es an Deiner Stelle auf alle Fälle wieder mit der Schleppe probieren und wenn Dein Hund auch monatelang an der Schleppe gehen muß, damit es funktioniert hat es sich rentiert, da er die nächsten Jahre ohne Leine laufen darf.

Wie gesagt, komme ich mir schon ziemlich doof vor mit der Schleppe, aber dafür denke ich mir wieder, daß ich auf dem richtigen Weg bin, wenn ich Hundehalter mit erwachsenen Hunden treffe, die Rufen und Rufen und Rufen und der Hund kommt nicht! Das spornt mich wieder von neuem an, das ich das nicht will und auf dem richtigen Weg bin.

Viele Grüße
Claudia