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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Total unsozialer Hund



Ina und pipo
02.02.2004, 12:38
Bei uns in der Nachbarschaft wohnt ein Rhodesian Ridgebag Rüde,der total aggressiv auf meinen sehr verträglichen Pudelrüden reagiert.Zweimal hat er sich schon von der Leine gerissen und sich auf Pipo gestürzt.Auch bei anderen Rüden in der Nachbarschaft reagiert er oft aggressiv.Ich kann mir sein Verhalten eigentlich nicht erklären,da seine Besitzer von Anfang an mit ihm bei der Hundeschule waren und er soziale Kontakte mit anderen Hunden knüpfen konnte.Erst mit einem Jahr hat er angefangen so aggressiv auf Rüden zu reagieren und obwohl er jetzt kastriert ist hat sich sein Verhalten noch nicht sonderlich gelegt.Was meint ihr was seine Besitzer tun sollten.Ich habe auch schon immer Angst wenn ich ihm begegne,da es für die Besitzer schwer ist den 60 kilo schweren Hund zu halten.
Ich würde mich über Antworten freuen!

Liebe Grüße Ina

Topsy
02.02.2004, 14:21
Hallo,

also ich würde einen Verhaltenstrainer/psychologen für Hunde vorschlagen, denn irgendeinen Grund muss es geben, dass der Hund sich so verhält und wir "einfachen" Leute sind manchmal nicht in der Lage zu erkennen warum das so ist. Bis dahin würde ich so einen Hund nur mit Maulkorb oder Halti ausführen, denn es muss ja nicht sein, dass er andere Hunde beißt, die dadurch auch wieder evtl. Schäden davon tragen. Zumal die Halter diesen schweren Hund nicht halten können...

LG

Elke :cu:

changale
02.02.2004, 14:31
Also das was Elke sagt, ist schon richtig! Du bzw. die Besitzer sollten sich auf jedenfall professionelle Hilfe holen! So ein paar "Tipps" über's Internet können da nicht viel erreichen.

War er wirklich mit den Leuten in der Hundeschule oder nur bei einer Welpenspielgruppe? Da hätte er dann zwar andere Hunde kennengelernt, aber nich viel Erziehung erfahren...

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

P.S.: Das sich die Aggressivität eines Hundes mit seiner Kastration ändert ist übrigens nicht 100%-ig richtig. In vielen Fällen gibt es da gar keine Änderung zum Verhalten vor der Kastration.

manurtb
02.02.2004, 14:40
Also ich würde da noch zum Tierarzt gehen und das abchecken lassen, ob es nicht ein gesundheitliches Problem gibt.

Unsere Ridgebackhündin hat auch zwischendurch unerklärliche Aggressionsschübe. Wir haben jetzt festgestellt durch eine verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierärztin, dass sie eine Schilddrüsenunterfunktion hat, die wir jetzt behandeln.
Dieses Problem tritt bei Ridgebacks sehr häufig auf.

Ich denke, dass es auch ein Problem darstellt, dass die Leute ihre Gefühle vielleicht auf ihren Hund übertragen. Das nehmen Ridgebacks und sicher auch andere Hunde gerne und schnell an. Das lässt sich aber normalerweise ganz gut trainieren.
Aber bitte sag den Leuten, wenn ihnen jemand erzählen will, dass das ein Dominanzproblem ist, dann sollen sie wieder gehen. Wenn der Trainer sagt, dass das ein Angstaggressionsverhalten ist, dann glaube ich, dass man auf der Basis weiterarbeiten kann.

Brana
02.02.2004, 17:50
Die Rasse scheint an und für sich schwierig zu sein im Umgang mit anderen Hunden.
Hier in meiner Umgebung gibt es drei RR-Rüden und eine RR-Hündin. Obwohl alle gut auf andere Hunde sozialisiert wurden, können die Rüden nicht mehr mit Rüden zusammengelassen werden und die Hündin greift Hündinnen wie auch Rüden an, die etwas unsicher bzw. jünger als sie selbst ist sind. Meiner Hündin kommt sie schon auf 15 m Entfernung entgegen gekrochen und beschwichtigt ununterbrochen. Aber bei anderen Hunden weiß man nie wie sie reagiert. Zuhause hat sie schon nach fremden Kindern geschnappt. Da habe ich festgestellt, daß sie im Flur ihren Schlafkorb hatte und das sie dort auch gefüttert wurde. Sie sah den Flur als ihren persönlichen Bereich an. Seit man das geändert hat benimmt sie sich Besuchern gegenüber wenigstens wieder normal. Der kleine Flur ist nun für sie tabu.
Einer der Rüden wird leider nur noch am Stachelhalsband Gassi geführt, weil sie ihn sonst nicht mehr halten können. Er hat schon mehrere Rüden schwer verletzt.
Ich denke, daß diese Hunde einen sehr charakterstarken und konsequenten Hundeführer brauchen, da sie anscheinend sehr unsicher und ängstlich von Natur aus sind. Man darf sie nicht verhätscheln und ihnen keine Dummheiten durchgehen lassen.
Vielleicht findet Ihr eine gute Hundeschule für schwierige Hunde unter www.ig-hundeschulen.de.

LG
brana

manurtb
02.02.2004, 18:49
Hallo brana,

Du beschreibst Ridgeback sehr gut!

Meine Hündin mag auch wenig Weibchen und jüngere Hunde werden sehr streng zurechtgewiesen. Allerdings hat sie durch den ständigen Kontakt gelernt, sich zu arrangieren.
Fremde Menschen sind fast bei allen Ridgebacks ein Problem, da sie sehr zurückhaltend sind.

Wenn man sich anschaut, für welchen Zweck sie gezüchtet wurden, dann weiss man auch, woher das kommt.
Sie beschäftigten auf der Löwenjagd die Löwen, bis der Jäger da war und schoss. Da wurden alle mutigen und unerschrockenen Ridgebacks, die meinten, in den Löwen beissen zu müssen mit einem Prankenhieb über den Jordan geschickt.
Die Rüden mussten zu Hause dann oft die Farmen bewachen und waren mit den Frauen und Kindern zusammen die einzigen, die dann noch da waren.
Wenn die den Einbrecher reinliessen, der dann vielleicht noch Menschen umbrachte, dann war er auch die längste Zeit Wachhund gewesen.

Ridgeback brauchen viel Zeit, um sich mit Fremden Hunden und Menschen zu arrangieren.
Wir hatten Anfang Januar einen Gasthund, der durfte die ersten 3 Tage noch nicht mal an ihr Sofa ran. Ständig Knurren und Schnappen. Doch dann hat sie ihn immer mehr ins Herz geschlossen und gut ist.
Unsere Hundekurse laufen immer so ab, dass am Anfang jeder Hund, der ihr zu Nahe kommt, angeknurrt wird. Irgendwann kennt sie die Hunde und es ist kein Problem mehr.

Nina B.
02.02.2004, 19:35
Hallo Leute!
Also, nun verallgemeinert mal nicht von nen paar Hunden, die Ihr mal seht, sprich nicht wirklich beurteilen könnt, auf die ganze Rasse. Das ist ja furchtbar, was ich hier lese! Wir hatten bislang vier Ridgebacks und die schlugen wohl völlig aus der Art, friedlich, freundlich und folgsam wie sie waren? Auch bei uns in der HuSchu sind bei Agility und BHkurs einer bzw. zwei RR's, auch die wußten und wissen sich ordentlich zu benehmen und sie lieben Menschen! Das, was manurtb beschreibt, hört sich aus der Ferne viel eher nach nem Problem des Besitzers an, sich durchzusetzen.Welcher Hund verteidigt denn bitteschön da SEIN Sofa? Und entscheidet, wer ins Rudel wie freundlich oder halt unfreundlich aufgenommen wird?Also wirklich, Leute... das ist schlechtes Benehmen eines Hundes allgemein, kann jeder Spitz bis Leonberger aufzeigen, wenn er sich nicht benehmen kann.Hör bitte auf, den RR solch ein schlechtes Benehmen als "Wesenszug" unterschieben zu wollen! So, nehmts mir nicht krumm, aber sowas kann ich nicht ab... Der RR braucht selbstverständlich eine konsequente, faire Hand und muß erzogen sein und ausreichend beschäftigt- und ich finde auch, daß er nicht als Einzelhund in eine Wohnung gehört, wo er womöglich noch öfters mal allein sein muß.... Unsozial würde ich auch nicht einen Hund betiteln, der Kinder anknurrt oder fremde Hunde angeht- das ist für mich ein total miserabel erzogener Hund mit einem in der Hundeerziehung nicht sehr erfahrenen und erfolgreichen Halter. Da muß man dran arbeiten, natürlich! Vorallem am Besitzer*g*... Leider wird in Zeitungsinseraten oft der RR als angeblicher "Familienhund" angepriesen, der schon kinderlieb auf die Welt kommt (genauso wie der Retriever, der schon mit Kinderliebe und Apportierfreude geboren wird*g*), als wenn das ein Wesenszug wäre! Vor ein paar Wochen erst mußte ich mitbekommen, wie eine Familie in der Nachbarschaft ihren Retriever,11Monate alt, entsorgten, weil sie festestellen mußten, daß der Hund sich doch nicht von alleine erzieht und ach so zart mit den Kinder ist, von Natur aus...
Sorry, bin abgeschweift. Also, Verallgemeinern ist schwierig bei Rassen, was Ängstlichkeit etc angeht, denke ich. Zumindest kenne ich KEINEN einzigen RR, der sich so schlecht benimmt wie die oben beschriebenen Vertreter- deshalb schiebe ich es auf teilweise mangelnde oder schlechte Prägung und vorallem schlechte oder mangelnde Erziehung. Das ist nur meine Meinung, keine Sorge! Mittlerweile habe ich keinen RR mehr, aber irgendwann vielleicht wieder.
Hallo Ina, ich rate Dir auch dazu, die Nachbarn zur HuSchu zu schicken. Auf keinen Fall Stachelhalsband , auch nicht das HAlti allein "ausprobieren", würd ich sagen. Angstaggressiv ist ein lustiges Wort, ich würd mich nicht von Wörtern betüddeln lassen. Auch wenn der Trainer erstmal vermutet, es sei der Fehler des Halters, also Dominanz des Hundes, sollte man nicht gleich wegrennen.Es gibt viele Namen, die wirr benutzt werden , darauf kommts ja nicht an.Schau hin, ob der Trainer sich erklären kann und ob er einfühlsam an die Sache rangeht.Und vertrau auf Dein Gefühl, würd ich der Nachbarin sagen.
Alles Gute!

manurtb
02.02.2004, 19:43
Hallo Nina,

naja, ich trainiere viele Ridgebacks und kenne so ca. 45 Stück. Vielleicht verallgemeinere ich da zuviel, kann schon sein.

Man muss sich halt auch mit der Rasse beschäftigen und dann weiss man auch, wie man sie zu nehmen hat.
Ich kenne eine einzige Hündin unter den 45, die sich freudestrahlend allen Menschen nähert. Gerade beim Ridgeback ist das etwas, was man mit ihm erarbeiten muss.
Vielleicht hast Du dazu den Schlüssel gefunden, scheinbar fällt es aber anderen etwas schwerer, dazu den Schlüssel zu finden.

Folgsam sind Ridgebacks natürlich. So folgsam, wie Ridgebacks halt sind. Und das bedeutet halt um einiges mehr an Arbeit, als bei einem DSH oder Rottweiler. Wer das leugnet, der ist sicher auch der Meinung, dass Herdenschutzhunde ideale Familienhunde sind! ;)

Natürlich ist das alles eine Frage der Sozialisation oder Prägung. Nur ist das halt bei einem Ridgeback leichter zu versauen, als z.B. einem Golden Retriever! Meine Meinung und Erfahrung.

Ach ja: mich würde noch interessieren, warum Angstaggression ein lustiges Wort ist.

chesterfield
02.02.2004, 21:04
Hallo Nina

Du hattest schon 4. Ridgebacks, deren Lebenserwartung bei ca . 10 Jahren liegt, aber du wechselst Deine Vierbeiner warscheinlich wie deine Unterwäsche, je nach dem was gerade in ist.
Normal hält man sich ein Vierbeinigen Freund ein Hundeleben lang.
Schade das es solche Sogenannten tierliebhaber wie Dich gibt.
Nicht für Ungut
Peter

Nina B.
02.02.2004, 22:42
Hallo Manurtb!
Wow, da kennst Du bei weitem mehr RR's als ich! Diese Rasse ist hier seltener anzutreffen, leider. Ich wollte, wie ich auch dachte deutlich gesagt zu haben, weder Dich noch Deine Meinung angreifen- mir geht es nur darum, daß nicht verallgemeinert werden sollte, was eine Ängstlichkeit oder Aggression etc anbelangt. Natürlich ist ein Herdenschutzhund kein geborener Familienhund, aber genauso wenig ist das ein Mops oder DSH! Allerdings ist jeder Hund ein Rudeltier und kann somit unter und mit Menschen zu leben lernen, auch ein Herdenschutzhund. Nur wird ein Hund nicht "fertig" geboren, wenn Du verstehst , was ich meine. Mit der einen Rasse muß man mehr daran, mit der anderen Rasse mehr hieran arbeiten. Und je nach Rasse unterscheiden sich bestimmte Haltungsbedingungen, ist doch klar. Was wäre ein Tschechoslowakischer Wolfshund in einer Mietswohnung?...usw. Ein anderes Beispiel als Gegenfrage an Dich: Was ist mit einem Weimaraner?Das ist ein Jagdhund. Kann man ihn nicht mit Rehen und Kaninchen zusammen halten? Meinst Du, er hat den Drang, Jagen zu gehen, wenn er ein Karnickel beim Spaziergang sieht? Und dann, wenn er jagdlich geführt wird, kann man ihn dann je überhaupt ableinen, wenn man mit ihm in der Dämmerung spazieren geht? Ich frage dies, weil ich Dein Posting so verstanden habe, daß Du meinst, ein Herdenschutzhund könne oder dürfe oder solle nicht in einer Familie gehalten werden ?Habe ich das richtig verstanden oder vertue ich mich? Wenn ja, sorry. Es geht jetzt nicht darum, daß ein solcher Hund nicht in Laienhände gehört oder Prügelknaben etc...., sondern nur um das Verständnis an sich.
Was den Vergleich mit dem Retriever betrifft, stimme ich Dir zu: Einen RR kann mann leider schnell versauen, und das haben sicherlich schon viele Leute getan. Und deshalb regt es mich ja auch so auf, daß der RR als kuscheliger Sofahund angepriesen wird. Er ist ein Hund wie jeder Andere auch, aber man muß bei ihm verstärkt darauf achten, wie man mit ihm umgeht, daß man ihn wirklich nie schlecht behandelt, daß man ihn keinesfalls unterfordert und versauern lässt z.B. Er muß konsequent und fair "geführt"(doofes Wort) werden, aber eigentlich sollten das alle Hunde, nur richtet es da nicht so schnell so grossen Schaden an wie beim RR.
Das Wort "Angstaggressiv" finde ich deshalb so lustig, weil ich all diese Wörter lustig finde, mit denen viele Autoren etwas versuchen, neu zu umschreiben, um als "Entdecker" und moderner Sonstwas dazustehen. Kleines Vorurteil , das sicherlich nicht auf alle Autoren und Trainer zutrifft, is mir klar. Ich mache mir nicht so viel aus Wörtern, mich beeindrucken sie auch nicht- wenn ein Hund aggressiv ist, muß man daran arbeiten und sich als "unschuldiger Halter" nicht dahinter verstecken, der Hund habe ja Angstmotiviert gehandelt- denn dadurch soll die Aggression des Hundes oft verniedlicht werden und verharmlost, denn "angst....." hört sich schon lang nicht so schlimm an wie "dominant" (wobei ich nicht sage, daß Aggressives verhalten immer Dominanz ist) oder "bissig" etc. Ich versteh einfach nicht, warum so oft rumgedruchst wird, und das wird es von Hundeleuten oft- und da mir da schon oft das Wort "A-A" aufgefallen ist, lach ich jedesmal innerlich, wenn ichs lese. Ist also nicht gegen Dich persönlich als "Auslachen" gemeint. Okay? Sorry for that!
Hallo Peter!
Soll ich dazu überhaupt etwas schreiben? Was willst Du eigentlich? In einem anderen Beitrag habe ich gerade gelesen, daß Du für das Benutzen von Stachelhalsbändern bist?Mhm, dazu erübrigt sich jeder Kommentar.
Hast Du schon Mathematik in der Schule? Ich hatte bislang 4 Ridgebacks.Richtig! Sind sie alle je 10 Jahre alt geworden? Hatte ich nie zwei RR's gleichzeitig? Wie alt bin ich?13? Selbst dann wäre es möglich, 4 RR's gehalten zu haben.
Ich erwarte Deine Entschuldigung für die Beleidigung im vorletzten Satz Deines unglaublich hilfreichen "Beitrags".

MFG!

changale
03.02.2004, 09:31
Erst einmal finde ich, solltest Du Dich mit Deinen angreifenden Kommentaren zurückhalten. So was wird in einem Forum nicht unbedingt gern gesehen! Überhaupt, Du scheinst zu jedem nur etwas negatives zu sagen zu haben (Man erinnere sich zum Beispiel an Deine Beiträge in "Keine Welpen ab 65J.", etc. und überhaupt, wir scheinen Deiner Ansicht ja alle Tierquäler zu sein), anstatt mal konstruktive Kritik auszuüben.

Du hältst Nina also für einen Tierquäler weil sie "schon" 4 RR hatte? Dann müssen mein LAG und ich ja richtige Tierschänder sein, denn wir hatten in unserem Leben bestimmt schon 10 Hunde und nach Deiner Rechnung müßten wir zusammen dann ja über 100 Jahre alt sein um diese Hunde überhaupt hätte halten zu können... Schon einmal etwas davon gehört, dass es auch Leute gibt die mehrere Hunde gleichzeitig haben, oder aber die ältere Hunde aufnehmen?!

@ Nina

Besser nicht über solche Kommentare aufregen. So Leute gibt es immer wieder. Sie schreiben sich "Tierschutz" und "großer Hundeexperte" auf die Fahnen, haben aber weder Ahnung von dem einen oder dem anderen.... Wie gesagt, wenn Du eine Tierquälerin bist, dann bin ich wahrscheinlich schon lange eine...

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

manurtb
03.02.2004, 10:20
Hallo Nina,

ich war früher auch der Meinung, man könnte mit dem Rohmaterial Hund alles machen, was man möchte.
Diese Meinung habe ich revidieren müssen und ich habe einiges an Lehrgeld bezahlt.

Ridgebacks und HSH können tolle Familienhunde sein, keine Frage. Aber sie sind oft sehr misstrauisch Fremden gegenüber und wenn man diese Eigenschaft missachtet, indem man sie ständig zu Kontakten zwingt, die sie so nie in der Geschwindigkeit selbst angestrebt hätten, dann kommt es oft zu langen Gesichtern in den Familien, weil der Hund geschnappt hat oder noch schlimmeres.
Da wird dann von den eigenen Kindern auf die Kinderfreundlichkeit gegenüber allen Kindern geschlossen. Das kann richtig gefährlich werden.
Aus dem Grund finde ich es richtig, dass man den Leuten erzählt, dass Ridgebacks eher ängstlich und zurückhaltend sind.

Das Jagen oder nicht-Jagen von Kleintieren (Deine Frage mit den Weimeranern), ist auch eine Sache, wie ich mit meinem Hund umgehe.
Auch der Ridgeback ist stark an Bewegung interessiert und wird jagen gehen. Ich habe da ein Abbruchsignal und arbeite viel mit Jagdersatzspielen. Es geht also. Das hat aber nichts mit dem Charakter zu tun, sondern mit der Motivation.

Angstaggression finde ich ein sehr schönes Wort, weil es endlich mal etwas anderes beinhaltet wie Dominanz, die einfach bei solche Hunden nicht vorhanden ist, aber von so vielen Leuten reininterpretiert wird.
Dies soll nie eine Entschuldigung sein. Nur wenn ich sehe, wieviele Hunde, die angstaggressiv auf Artgenossen reagieren, mit Dominanztraining gequält werden, da wird mir wirklich schlecht.
Angstaggression gegen andere Hunde ist meiner Meinung nach sehr leicht abzuschwächen beim Training. Da ist unsere Hündin schon fast ein Therapiehund, weil sie bei solchen Hunden immer den Abstand wahrt, den der andere Hund braucht, um mit ihr in der Nähe leben zu können. Und Schritt für Schritt nähern die zwei Hunde sich an, bis sie irgendwann zusammen laufen können.

Nina B.
04.02.2004, 00:36
Hallo Changale!
Danke für die aufbauenden Worte, ich nehme die Äußerungen von Peter nicht ernst, das ist wohl das beste.
Hallo manurtb!
Das hört sich ja spannend an,.was Du über die Annäherung von Deiner Hündin zu andern Hunden erzählst. Also heisst das, wenn ein ängstlicher Hund sie zum Beispiel ankläfft, mit eingezogener Rute, bedrängt sie ihn nicht, sondern lässt ihm Zeit und Raum, sich selbst zu nähern, wenn er dazu bereit ist? Und dann, wenn der andere Hund kommt, was läuft dann ab? Hört sich interessant an- mehr davon!
Ich hoffe, Du versuchst mir nicht grad den bösen Kater aufzuschwatzen und mir Denkweisen aufzuschwatzen, a la "Hunde brechen is gut" oder " man muß Hunde zu ihrem Glück zwingen" usw. ..? Oder? Dann werd ich nämlich sauer, kannst Du sicher verstehen, oder? ich habe nämlich nichts in der Art geschrieben. Nur, daß meine RR's und die in der HuSchu Menschen lieben und freundlich und friedlich sind! Keine Spur von ängstlich. Heisst das automatisch für Dich, daß sie gezwungen wurden oder was sonst? Das wäre nicht fair, wenn Du freundlichen RR's nur die Schublade lässt, denke ich! Es ist doch schön, daß es also RR's gibt, die eben nicht ängstlich sind oder gemacht werden! Je mehr, desto besser!
Nicht, daß wir uns bald ankeifen, das will ich nämlich nicht! meine Erfahrungen sind ja genauso wahr und vielleicht auch interessant für den einen oder anderen, den es halt interessiert. Deine Erfahrungen interessieren mich, deshalb frage ich ja nach.
Mfg

Rüsselterriene
04.02.2004, 09:32
:D Da es hier immer noch 4:45 steht...

Ich kenne bisher 4 RRs, die durch und durch nett sind!
2 davon werden/wurden jagdlich geführt, die beiden anderen sind reine Familienhunde.

Ist diese Ängstlichkeit/Nervosität vielleicht erblich bedingt, kann es sein, dass spezielle Linien dafür verantwortlich sind?

Wie erklärt sich das? Regionale Zuchtbedingte Schwankungen?

...ich weiss es nicht....

Anke

manurtb
04.02.2004, 10:48
Hallo Nina,

nein, das will ich Dir nicht unterstellen, wäre auch völlig falsch. Denn wenn man einen Hund zu Kontakten zwingt, dann wird er nicht freundlich, sondern eher noch unsicherer.
Ich finde es ja toll, dass es immer mehr solcher freundlichen Ridgebacks gibt, denn dann gibt es weniger Probleme, allerdings bin ich trotzdem sehr vorsichtig, wenn ich Menschen erzählen soll, wie Ridgebacks so sind.
Du hast mich da völlig falsch verstanden, ich bin überhaupt nicht fürs Hund brechen, da ich das erstens unfair dem Hund gegenüber finde und zum zweiten man sich dann eine Bombe auf 4 Beinen ranzieht, die nur darauf wartet, losgehen zu können.

Also das mit den angstaggressiven Hunden ist so, dass die meist ja überreagieren mit Knurren, schnappen, Lefzen hochziehen. Wenn ein Hund so reagiert auf dem freien Feld (wenn es richtig eng ist, kommt unsere natürlich auch in Stress, das macht man nicht), dann weicht sie zurück. Sie ignoriert ansonsten den Hund und macht dann ihr Ding. Wenn sie wieder zufällig zu nahe kommt und der Hund wieder aggressiv reagiert beginnt das ganze Spielchen von vorne.

Hallo Anke,
was heisst nett? Unsere Hündin ist bei allen Leuten, die sie kennt sehr nett und man glaubt uns garnicht, wie sie bei Fremden reagieren kann.
Ridgebacks haben Misstrauen gegenüber Fremdem und sind aber gegenüber Bekannten superliebe Hunde.
Das ist sicher erblich bedingt, in Südafrika war das wurscht, da hat man die Hunde auf dem Grundstück gehalten, Fremde kommen mit dem Verhalten zurecht (so wie bei uns die Leute eher mit Schäferhunden zurechtkommen).
Bei uns wird viel mehr Wert auf das Wesen und die Freundlichkeit gelegt, da wir in Deutschland ganz andere Bedingungen und Anforderungen haben. Hier wird dann sehr oft der Rüde nach der Menschenfreundlichkeit oder auch der Rüdenverträglichkeit ausgesucht für eine Belegung.
Unsere Hündin kommt aus Südafrika und ihre Mutter hat das gleiche wachsame Wesen! :D

Rüsselterriene
04.02.2004, 10:56
Nett heisst,

Sie sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Keiner von den 4ren hat mich als Fremdperson (ich war ja immer fremd!) als solche gelten lassen oder sonst wie "bedrohliches" Verhalten gezeigt.

Und zumindest von einem weiss ich, dass sein Erzeuger ein ziemlich wildes Exemplar (als ich die Geschichte dazu hörte, dachte ich die ganze Zeit an Kastration) ist, das mal irgendwo auf einer Ausstellung gezeigt wurde, nach vorheriger Entfernung ALLER anderen Rüden auf dem Gelände! *PUH!*

Ich bewundere deren Gelassenheit... weil ich weiss, dass keiner meiner Hunde zu solcher Ruhe fähig wäre... denke nur an aufreitende Kinder!

Anke

Mambo
04.02.2004, 12:36
Hallo,

ich lese jetzt schon die ganze Zeit mit und denke über die verschiedenen Beiträge nach.

Ich habe natürlich viel Respekt vor Menschen, die Erfahrungen mit vielen Hunden haben, wie du manurtb. So viele RR habe ich noch nicht kennen gelernt.

Ich habe jedoch selber einen, der wirklich extrem freundlich zu Fremden ist. Ich kennen kaum einen anderen Hund, der wirklich jedes Mal nicht nur die Hunde, die wir treffen, sondern auch deren Menschen begrüßt. Aber auch wenn die anderen RR, die ich kenne in dieser Beziehung eher zurückhaltend sind (wie viele andere Nicht-RRs auch), kenne ich wirklich keinen, der aggressiv ist (was nicht heißen soll, dass es die nicht auch gibt). Im Gegenteil, die die ich kenne, lassen sich nur schwer provozieren.
Eine Artspezifische Ängstlichkeit oder Unsicherheit habe ich noch nicht entdecken können.

Ich würde den RR niemals als sich saelbst erziehenden Familienhund beschreiben oder weiterempfehlen. Eher denke ich, dass es viel Einfühlungsvermögen verlangt, ihn zu erziehen, da er seinen Kopf niemals ausschaltet und nur Befehle empfängt. Wichtig ist also, dass er einen Menschenpartner hat, den er aufgrund seines Verhaltens respektieren kann. Sonst wird er entscheiden müssen und das auch tun. Und diese Entscheidungen sehen dann nicht immer so aus, wie man sich das von einem "Familienhund" vorstellt.

Hinzu kommt, dass ich mir vorstellen kann, dass charakterliche Unterschiede genauso wie die teilweise recht großen physiologischen Unterschiede von der Zuchtlinie abhängen. Mir ist wichtig gewesen, zumindest die Mutter meines Hundes gut zu kennen und die Gelegenheit hatte ich zum Glück.


LG
Meike

manurtb
04.02.2004, 13:37
Hallo Meike,
nein, aggressiv sollte ein Ridgeback nicht sein!
In der Jugend sind sie sehr oft unsicher, was sich aber dann im Alter legt und ansonsten sind sie halt stark territoriale Hunde. Mit allen Eigenheiten.
Ich wehre mich nur immer dagegen, dass man sagt, dass doch alle Hunde gleich sind und dass es keine Rassespezifika gibt.
Es liegt ja auch im Auge des Betrachters, was er als zurückhaltend erachtet.
Unsere Hündin z.B. schliesst keine Freundschaft mit Menschen, die Angst haben. Wenn ich mir die Retriever anschaue, die ich so kenne, die drücken sich da manchmal noch extra hin. Unsere Hündin beargwohnt solche Menschen und weicht ihnen aus.
Auch ist sie sehr stark auf die Körpersprache fixiert. Wenn da Menschen falsch handeln, dann werden die verbellt. Da hat sie aber nochmal einen extra Knacks, weil sie bis zur 16. Lebenswoche mit keinen fremden Menschen oder Hunden in Kontakt kam.
Sie hat nichts schlechtes erlebt, sie hat halt einfach Reizarm gelebt. Und das sehe ich bei den Ridgebacks als grösseres Problem, als bei anderen Hunderassen, die vielleicht von Grund auf nicht so misstrauisch sind. Vergleichbar den Herdenschutzrassen.

Unsere Hündin lässt sich auch nur schwer provozieren, wenn sie nicht unsicher in einer Situation ist. Lärmende Kinder, Geräusche, was auch immer, das juckt sie alles nicht.
Das finde ich auch ganz toll an dieser Rasse. Nur bin ich immer wieder überrascht, wie diese Hunde dann von 0 auf 100 gehen, wenn sie der Meinung sind, dass irgendwas ungewöhnlich ist.
Das mit den Entscheidungen ist meiner Meinung nach nicht immer nur eine Frage des Vertrauens. Sie arbeiten gerne selbständig und versuchen das auch oft durchzusetzen. Da ist man ständig beschäftigt, vorausschauend zu agieren.
Auch die Verträglichkeit mit anderen Hunden ist so eine Sache. Beim Ridgeback ist das schon mit viel Arbeit verbunden und er nimmt sehr schnell das Verhalten seiner Leute an.
Die Menschen, die mit uns auf den monatlichen Ridgebackwanderungen sind, die sehen das alles locker, bei Problemen weicht man sich aus und kommt miteinander aus.
Dann gibt es noch Leute, die immer ganz aufgeregt sind, wenn sich Hunde anbrummeln und das überhaupt nicht abkönnen. Die sind dann auch nicht sehr lange dabei, und die Hunde sind irgendwann mal überhaupt nicht mehr mit anderen Ridgebacks verträglich. Diese Hunde kommen dann nur noch mit den paar Hunden zusammen, die sie schon kennen und von denen man weiss, wie sie miteinander auskommen.
Das hat meiner Meinung aber damit zu tun, dass Ridgebacks zum einen ein heftiges Spielverhalten haben, mit dem nicht alle Menschen zurechtkommen und zum anderen halt wissen wollen, wer das Sagen hat, wenn sich zwei begegnen.

Mambo
04.02.2004, 14:53
@ manurtb

So habe ich das noch gar nicht betrachtet. Bin immer davon ausgegangen, dass es für alle Hunde wichtig ist, dass sie in den ersten Lebenswochen möglichst viel kennenlernen. Habe mir damit auch wirklich Mühe gegeben bzw. hat sich das sowieso ergeben. Wenn ich es mir recht überlege, stimmt das mit dem Misstrauen schon. Habe solche Situationen auch schon erlebt, z.B. Mann auf dem Dach gegenüber. Das hat meinen Schon ziemlich aus der Fassung gebracht. Ich dachte nur immer, das wäre bei allen Hunden so.

Nicht, dass du etwas falsch verstehst, ich bin auch der Meinung, dass es rassespezifische Unterschiede gibt. Sonst hätte man sich die ganze Züchterei auch sparen können.

Die beschriebenen Reaktionen der Hundehalter bei Hundetreffen kenne ich auch. Aber meinst du wirklich, dass es bei RRs häufiger Auseinandersetzungen und "Unverträglichkeit" gibt als bei anderen Hunden?
Ich höre das immer wieder, konnte es aber noch nicht feststellen.

LG Meike

Rüsselterriene
04.02.2004, 15:13
@ manurtb:

Sind denn alle 45 so extrem, dass man daran einen echten Unterschied festmachen kann?
Oder liegt dein Augenmerk einfach zu sehr auf den RR´s?

Wahrscheinlich muss ich erst gucken kommen, damit ich dich verstehe.

Anke

manurtb
04.02.2004, 15:54
Hallo Meike,
bei anderen Hunden geht das spätere Sozialisieren viel einfacher. Unsere erste Hündin war eine schwer misshandelte und ausgesetzte Bordercolliehündin. Die hatte auch vor vielen Dingen Angst (Staubsauger, Teppichklopfer etc.), aber sie hat da wenig Probleme mit Menschen gehabt. Sie hatte auch nie Interesse an irgendwelchen Wächteraufgaben.
Unsere Hündin ist da sicher extrem, was ihr Misstrauen, ihre Wächterallüren und ihre Unsicherheit angeht.
Aber unsicher sind die Ridgebacks in jungen Jahren in Schüben alle.
Das gibt sich dann aber im Alter wieder.

Wenn ich so schaue, dann ist bei den Retrievern, Collies, Elos etc. bei den Spaziergängen kaum ein Problem, bei den Dobis, Rottweilern und Ridgebacks müssen die Besitzer halt einiges beachten.
Ich würde das auch nicht als Unverträglichkeit benennen wollen. Sie sind halt so und mögen es nicht so gerne, wenn sich Hunde nicht 'hundegerecht' verhalten. Nichts schlimmeres, als ein Golden Retriever, der ganz unterwürfig herkommt und das Maul schleckt. Sowas macht man nicht bei wildfremden Hunden! :)

Hallo Anke,
nein, festzustellen ist, dass sich das im Alter bei vernünftigen Haltern meist relativiert. Da ist dann das ganz große Misstrauen weg und die Wachsamkeit lässt auch etwas nach.
Ich glaube nicht, dass mein Augenmerk da zusehr auf Ridgebacks liegt, denn bei uns im Verein gibt es etliche Hunderassen.

Ina und pipo
05.02.2004, 18:47
Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten!Ich habe ja wohl eine ziemlich große Disskusion ausgelöst:p Also mein Problem ist ja haupsächlich,dass die Besitzer gar nicht so richtig einsehen wie aggressiv ihr Hund wirklich ist.Obwohl sie schon eine Anzeige am Hals haben und alle Leute einen großen Bogen um sie gehen,weil sie den Hund nicht halten können.Ich habe ihnen geraten ihn erstmal mit einem Halti zu führen,was sie auch manchmal tun,nur kann man sich eben nicht darauf verlassen:confused: Was ich ihnen aber anrechnen muss ist ,dass sie wirklich viele verschiedene Möglichkeiten ausprobiert haben um aus dem Hund einen halbwegs normalen Begleiter zu machen.Sie waren schon in allen möglichen Hundeschulen und besuchen immer noch eine.Vielleicht interessiert euch ja noch aus welchem Umfeld der Hund stammt.Ich denke das sagt schon vieles...Sie haben ihn von einem ziemlich heruntergekommenem Bauernhof mit schon 15 Wochen bekommen.Eigentlich wollten die Leute ihn erst nicht weggeben(wie sich später herausstellte hatten sie die Vermutung er würde ein Angstbeißer werden)taten es dann aber doch für 400 euro.Er war von Anfang an ein ängstlicher Hund,was sich später dann in Aggressivität umwandelte.Er ist übrigens nicht nur zu anderen Rüden aggressiv,auch fremde Menschen lässt er nicht ins Haus.Ich glaube auch nicht dass er sonderlich intelligent ist(sollen RR ja sonst eigentlich sein),da er mich nach 2 Wochen nicht wiedererkannt hat.Ist es eigentlich normal dass er Doggengroß ist(er hat keine Papiere) :?: L.G. ina und pipo:cu:

manurtb
06.02.2004, 12:32
Ina, wenn die Leute schon so viel ausprobiert haben, dann sollen sie mal zu einem verhaltenstherapeutischen Tierarzt gehen und den Hund durchchecken lassen. Vor allem die Schilddrüsenwerte.
Unsere Hündin hat auch einen Hang zu plötzlich auftretenden Aggressionen und wie wir feststellen durften eine Unterfunktion der Schilddrüse, die damit in Zusammenhang steht. Jetzt bekommt sie 300 mgr Tyroxin jeden Tag (ist auch nicht teuer), damit die Schilddrüse auf Normalwert eingestellt werden kann.

Aber die Betonung liegt auf verhaltenstherapeutischen TA, denn wir haben schon 2 x die Werte nehmen lassen vom normalen TA und der fand die zwar niedrig, aber noch im Normbereich. Bei Verhaltensproblemen kann der untere Normbereich aber schon Auslöser sein.

Brana
07.02.2004, 23:30
@manutrb

also ich finde Deine Beiträge absolut fachlich kompetent.

@Nina

ich kann nciht ganz verstehen weshalb Du anfangs so überreagiert hast.

'Angstaggressiv' dieses Wort wird nicht bloß von irgendwelchen Trainern benützt, sondern dieses Wort wurde von Wissenschaftlern etabliert.
Zu diesem Thema gibt es Bücher wie 'Das Aggressionsverhalten des Hundes' von James O'Heare oder 'Aggressionsverhalten bei Hunden' von Dr. Renate Jones u.v.m.

Zu 'Dominanz' ist zu sagen, daß etwa ganze 2 % aller als dominant abgestempelten Hunde auch wirklich dominant sind. Der Rest ist 'angstaggressiv, territorialaggressiv' usw.

Desweiteren kommt es mir so mir so vor als ob es beim Verhalten der RR ein Nord/Süd-Gefälle gibt, wenn ich hier die Beiträge zu diesem Thema verfolge. Im Norden die freundliche Komponente und im Süden die mehr schwierigen Vertreter dieser Rasse. Vielleicht liegt es wirklich auch an den Züchtern.

Wenn ich dann von Ina lese, daß der Hund erst mit 15 Wochen von dem Züchter abgegeben wurde. Da ist doch eigentlich schon klar, daß der Hund nicht frühzeitig genug auf sein neues Umfeld sozialisiert wurde. Der Zeitpunkt wurde einfach verpaßt.

Allerdings ist es nie zu spät immer noch eine gute Hundeschule bzw. einen guten Trainer für 'die Halter und den Hund' zu finden. Wenn sie schon 'so viel ausprobiert' haben, zeigt dies doch auch, daß sie noch keine Richtlinie gefunden haben, wie 'sie' mit diesem Hund klar kommen. Ergo ist dieser Hund auch mehr aus der Unsicherheit heraus, die seine Halter ihn empfinden lassen, agressiv.

Übrigens halte ich die Hundehalter von den 4 RR, die ich kenne auch nicht für die richtigen Leute für ihre Hunde und es gibt eben Rassen, bei denen es einfach darauf ankommt, daß sie an die richtigen Menschenpersönlichkeiten geraten. Dies gilt auch für Herdenschutzhunde, Rottweiler, alle Windhundarten, Huskies, eben allen Spezialisten unter den 'Hunden'.

Der Ridgeback ist ein wundervoller Hund. Er paßt halt einfach nicht zu jedermann!

LG
brana

NinaV
08.02.2004, 12:45
@ brana:

:wd: :tu:

LG
Nina

Nina B.
09.02.2004, 22:57
Hallo Brana!
Sorry, daß es als "überreagiert" bei Dir ankam, was ich geschrieben hab. Ich meinte es nicht so negativ, wie es bei Dir angekommen ist. Ich denke halt, daß oftmals mit Wörtern rumgeschmissen wird(dazu gehört auch das Wort "Dominanz"), um sich wichtig zu tun.Oder um einen Hund hervorzutun. Und das finde ich lustig! Wie schnell kommt Jemand daher und wirft böse oder mächtig wirkende Worte in die Runde und tackert den Hund auf ein bestimmtes Wesen fest. ich finde, man muß oft erstmal genauer hinschauen, bevor man urteilt.Das bezieht sich auch auf das vorschnelle Abstempeln eines Hundes, der So-und-so reagiert. ich habe das nicht böse gemeint und wollte auch manurtb nicht angreifen, das hab ich doch schon gesagt!
RR's sind eine tolle Rasse, da hast Du recht. Und na klar sollte nicht "Jeder" einen RR "halten". An das Nord-Süd-gefälle glaub ich nicht so recht. Ich hatte bislang 4 Ridgebacks, die waren alle freundlich und artig, was aber denke ich an ihrem Wesen und der Prägung und Erziehung unsererseits lag, nicht so direkt an dem Züchter. Sie kamen allesamt aus Afrika, aus der Umvuma-linie. Deshalb (denke ich mal?) haben sie alle ausschliesslich iritiert auf Dunkelhäutige reagiert. Agressiv nicht, auch nicht ängstlich, aber merkwürdig. Habt Ihr auch solche Erfahrungen gemacht?
Brana, hoffentlich hast Du mich jetzt besser verstanden, daß ich es nicht böse gemeint habe.
Mfg

manurtb
10.02.2004, 11:19
Hallo Nina,

Pula reagiert auf alle Fremde irritiert. Auf eine Hautfarbe kann ich das nicht festlegen, meine Cousine ist 'halb-Schwarz' und die hat sie nach den gleichen Regeln kennengelernt, wie jeden anderen Menschen auch.
Umvuma, muss einem das was sagen? Pulas Mutter ist eine Suedstern, ihr Vater ein Glenaholm. Wobei ihre Mutter ähnlich vom Verhalten ist, wie sie selbst.

Brana
10.02.2004, 18:52
Hallo Nina,

ist schon okay!

Das mit dem Reagieren auf 'dunkelhäutige Menschen' , dazu habe ich bisher nur mit meinem ersten Chow-Chow-Rüden Erfahrungen gemacht.
Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob es einfach deswegen war, daß die Menschen dunkelhäutig waren an sich oder weil er eben einen besonderen Beschützerinstinkt hatte und gemerkt hatte, daß zweimal dunkelhäutige Amerikaner böses im Schilde führten. Es ging jedes mal darum, daß Frauen belästigt wurden und er dann die Männer stellte.
Danach reagierte er allerdings auf 'alle' dunkelhäutigen Männer' und ich konnte ihn nicht mehr frei laufen lassen. Wir wohnten damals in einer Provinzstadt mit u.a. etwa 12.000 farbigen Soldaten.
Meine jetzige Hündin dagegen definiert jeden Menschen über seine/n Hund/e, d.h. ist kein Hund dabei ist ihr der Mensch suspekt. Sie läuft dann hinter den Menschen her und zieht deren Geruch ein. Wenn sich die Leute dann umdrehen knurrt sie sie an, weil sie dann unsicher wird und Angst bekommt. Ihr Verhalten resultiert aus einer Verhaltensstörung, sie ist in den ersten Jahren weder mit fremden Menschen noch mit sonstigen Umwelteinflüssen konfrontiert worden. Sie wurde 2 1/2 Jahre als Zuchthündin im Keller gehalten. Und ich arbeite immer noch an ihrem Verhalten.
Kann es eigentlich sein, daß Du auf dunkelhäutige Menschen im Unterbewußtsein reagierst und die Hunde deshalb ebenfalls reagieren?

LG
brana

:cu:

Nina B.
10.02.2004, 21:04
Hallo manurtb!
"Umvuma" ist der älteste RR-Zwinger in Deutschland und eigentlich sehr bekannt, gehört dem VDH/FCI an- aber man kann ja nicht alles wissen, da hast Du recht.
Pula reagiert also auf alle Menschen gleich ängstlich, das ist also anders als bei meinen.Mich hat das einfach sehr erstaunt, wie sie auf Dunkelhäutige reagiert haben, zumindest die Ansätze gezeigt haben. Ansonsten waren sie immer und zu Jedem freundlich und aufgeschlossen.Gut, selbstverständlich nicht, wenn keiner Zuhause war und Fremde auf den Hof kamen- dann haben sie das schon angezeigt, aber nicht übermäßig.
Brana, die Idee kam mir natürlich damals auch, daß ich ob bewußt oder unbewußt auf Dunkelhäutige reagiere und meine Hunde das gespürt haben. Aber, das kann ich wirklich weit von mir weisen.Ist ja spannend, was Du über Deine Hündin schreibst. Mag sie keine Leute ohne Hunde? Hab ich noch nie gehört, interessant.Wenn die Leute sich umdrehen und stehenbleiben, geht sie dann auch hin oder hat sie dann immer zuviel Angst und geht lieber weg?
Mfg

Brana
11.02.2004, 17:26
Hallo Nina,

um noch einmal auf Deine Hunde zurück zu kommen. Mein Onkel hatte ein Restaurant in Ramstein. Dort waren fast ausschließlich Amerikaner Gäste und eben auch viele farbige. Er und meine Tante behaupteten immer dunkelhäutige Menschen haben eine andere Körperausdünstung und wenn ein Tisch dunkelhäutiger Gäste das Restaurant verließ wurde dieser Tisch angeblich sehr lange nicht mehr besetzt, ob das wirklich stimmte kann ich leider nicht bestätigen.

Wegen Shiva, sie mißtraut allen Menschen ohne Hund erst mal. Es gibt mittlerweile allerdings immer mehr, zu denen sie sich dann auch heranwagt und deren ausgestreckte Hände sie dann beschnuppert. Nach welchen Kriterien sie diese Menschen allerdings auswählt ist mir unklar. Also erst mal traut sie mehr Frauen als Männern, Kinder sind ihr ganz suspekt und Menschen, die sie gleich so überschwänglich begrüßen auch oder überhaupt ansprechen auch.
Mir ist es natürlich unangenehm, wenn Menschen meinen Hund freundlich begrüßen und sie brummt sie dann an. Aber ich habe ja selbst 1 1/2 Jahre gebraucht bis ich sie anfassen konnte, also weshalb soll es nun schneller gehen, daß fremde Menschen sich mit ihr befassen dürfen.

LG
brana

manurtb
11.02.2004, 17:53
Also, dass Menschen ohne Hund suspekt sind, erlebe ich auch auf den Hundefreilaufflächen bei uns. An allen anderen Stellen ist das kein Problem, da gibt es halt Menschen ohne Hunde.
Heute fand sie einen Mann sehr suspekt, der mit einer großen Zeitung in der Hand über die Wiese lief!

Nina, hättest Du mir den Namen der Züchterin gesagt, hätte ich es gewusst! :D Aber die Zwingernamen sagen mir immer recht wenig! ;)

Brana
11.02.2004, 18:37
Was macht da aber auch ein Mann mit der Zeitung auf der Hundefreilauffläche ohne Hund. Na sowas!

Habt Ihr so was tolles wie eine Hundefreilauffläche?

Bei uns ist eigentlich 'Leinengebot', aber keiner hält sich dran, außer wenn sich ein paar neue 'Jogger' oder 'Spaziergänger' aufregen.
Normalweise laufen wir im Pulk. Das sind so etwa 12 - 20 Menschen mit Hunden. Da traut sich dann auch die Polizei nichts zu sagen, wenn sie uns sehen gucken sie einfach weg. Wir sind ja aber auch lauter nette und anständige Menschen mit netten Hunden.

LG
brana

manurtb
11.02.2004, 19:46
Hallo Brana,
in Nürnberg ist doch im ganzen Stadtgebiet Leinenzwang. Naja, und das darf doch nicht sein, wenn man nicht genügend Auslaufflächen zur Verfügung stellt. Und in Fürth gibt es das nicht, aber man trifft sich halt an verschiedenen Stellen in den Wiesen.
Naja, und da ich vom Dorf komme, wo man schnell wegläuft, wenn jemand mit Hund kommt, fahren wir halt in die Stadt, damit unser Hund sozialen Kontakt bekommt.

Brana
11.02.2004, 23:53
Hallo Manurtb,

in Bayern gibt es ein Gesetz, welches besagt, daß für eine artgerechte Hundehaltung genügend Freilaufflächen von den Gemeinden ausgewiesen werden müssen, wenn diese Leinenzwang verordnet haben.

Sammelt doch einfach Unterschriften und reicht die bei der Stadt oder bei den Gemeinden ein, damit die dann auch dafür Sorge tragen und entsprechende Grünflächen ausweisen.
Sollle dies nichts fruchten kann man sich direkt an den Petitionsausschuß des Bayerischen Landtags wenden und beantragen, daß diese die Gemeinden anweisen entsprechende Freiflächen bereit zustellen.

Ich arbeite momentan auch dran, weil sie hier unser Gassigehgebiet mit etwa 60 ha zu einem Park umfunktionieren und dann die Hunde nur noch an der Leine Gassi gehen dürfen.
Unterlagen von einem Rechtsanwalt, der bereits bei drei Gemeinden/Städten die Freiflächenaussweisung erwirkt hat habe ich mir faxen lassen. Notfalls werden wir ihn mit einschalten, wenn wir alleine nicht weiterkommen sollten.

Eigentlich ist es traurig, daß man alles reglementieren muß und allen Menschen und Tieren jegliches bischen Freiheiten nimmt.

LG
brana

manurtb
12.02.2004, 08:05
Ups, Brana,
jetzt hast Du mich missverstanden.
In Nürnberg gibt es ja Auslaufflächen. Und in Fürth keine, aber eben auch keinen generellen Leinenzwang im Stadtgebiet.
Also ich finde es ganz in Ordnung, wobei ich natürlich nicht weiss, wie weit jeder einzelne in Nürnberg zur Freifläche hat, denn wir fahren die 25 km mit dem Auto.

Brana
12.02.2004, 18:31
@manurtb

Meine Güte, wenn ich jedes mal 25 km zum Gassi gehen fahren müßte, dann müßte Shiva wohl auf ein Katzenklo oder in den Garten machen.

Obwohl wir in München (Stadtrand) wohnen gibt es doch noch gut zu Fuß erreichbare Grünflächen, Äcker, Wälder, Parkanlagen, offen gelassene Wiesen, die nach und nach bebaut werden und unseren heißgeliebten alten Flugplatz, wo wir täglich soo viele Hunde treffen. Dieses Gelände wollen sie nun leider zu einer Parkanlage umfunktionieren und als erstes haben sie lauter Schilder aufgestellt, auf denen steht was man darf und vor allen Dingen NICHT darf.
Alle Gemeinden haben natürlich in ihren Grünflächensatzungen das Leinengebot und Häufchen wegmachen mit drin. So das sie einen sofort belangen dürfen, wenn sie einen erwischen bei Nichteinhaltung.

Und nun kämpfen wir eben um eine größere ausgewiesene Hundefreilauffläche, damit man sich nicht immer vorkommt wie ein Dieb, wenn man den Hund ohne Leine laufen läßt.

Hier ist gleich neben dem Gelände eine BW-Uni und da kommen in jedem Semester neue BW-Studenten aus dem ganzen Bundesgebiet dazu, die sich dann immer aufregen über die freilaufenden Hunde. Ich wußte gar nicht, daß es so viele junge Leute gibt, dies sich über Hunde so aufregen können. Ich dachte immer das sei ein Privileg der älteren Menschen. Da habe ich mich gründlcih getäuscht.

So, nun sind wir aber vollkommen vom Thema RR weg gekommen.

LG
brana

manurtb
13.02.2004, 12:34
Nein, jedesmal machen wir das nicht. Wie Pula klein war, aber jeden Tag.
Bei uns kann man auch auf die Wiesen und Felder raus, allerdings sieht man halt keine Hunde, bzw. nur Leute, die keine Ahnung von Hunden haben und in einem Spielknurren die Todesdrohung sehen, das macht keinen Spass und nützt auch der Sozialisation des Hundes nichts!