PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie lange spazierengehen?



Lea1303
10.07.2002, 15:37
Hallo zusammen,
unsere Boxerhündin ist jetzt 4 Monate alt. Seit ca. zwei Wochen merke ich, dass sie mehr Bewegung braucht. Ich gehe jetzt dreimal am Tag ca. 1/2 Stunde. Wenn wir auf der Wiese und im Wald sind, rennt sie wie ein Wiesel. Ich möchte sie nicht überfordern, denn unsere andere Boxerin hatte starke Gelenkprobleme. Nach den Gängen ist sie noch eine Weile munter und geht dann ins Körbchen für ca. 1 Stunde. und schläft.
Kann ich dabei bleiben? Vielen Dank sagt LEA

Chaostruppe
10.07.2002, 17:34
Auch Hallo,
das hab ich auch schon gehört, und irgendwie kommt mir das komisch vor. Es würde mir im Herzen weh tun, wenn ich einen aufgeweckten und spielfreudigen Welpen hätte, und ihm die ganze Zeit alles was ihm Spaß macht, vorenthalten müßte. Außerdem hatte ich schon einige große Hunde, auf die als Welpe nicht so aufgepasst wurde, und die trotzdem im Alter keine Gelenkschäden etc. hatten.
Klar würde ich mit einem so jungen Hund kein Fahrrad fahren oder joggen, um ihn nicht zu überfordern. Aber ich kann nicht so ganz nachvollziehen, daß ein normaler Spaziergang oder das toben mit Artgenossen so schädlich sein soll.Wölfe werden doch auch groß, und da ist keiner da, um die Welpen am spielen, laufen, und toben zu hindern. Sind unsere Hunde schon so degeneriert, daß sie nicht selbst merken, wenn sie ausgetobt und müde sind, und wenn´s einfach genug ist?

Bis auf meine beiden Zwergpinscher hatte ich noch nie Welpen, und die beiden hab ich ganz normal auf unsere stundenlangen Spaziergänge mitgenommen. Zwar konnten die noch nicht so lange laufen, (und groß werden sie auch nicht) haben sich aber gemeldet wenn sie genug hatten, und ich hab sie dann halt getragen. Das geht bei einem Boxer zwar nicht, aber wir laufen halt auch locker mal am Stück 3 bis 4 Stunden.

Kann mich auch jemand erleuchten???? :)
Liebe Grüße,
Andrea

OESFUN
11.07.2002, 10:35
Hallo

Also ich finde Spaziergänge von mehr als einer halben Stunde in einem Alter von 4 Monaten eindeutig zu viel

In einem Wolfsrudel, werden gar keine Spaziergänge gemacht - die Welpen leben in einer Höhle und verlassen diese nur, wenn erwachsene Tiere da sind. Lange Wanderungen werden da nicht gemacht. Erst wenn den Welpen beigebracht wird zu jagen, verlassen sie die unmittelbare Umgebung der Wolfshöhle.

Zurück zu den Hundewelpen. Ein Welpe wird Euch auch 2 - 3 oder 4 Stunden folgen und laufen, einfach aus dem Grund, das er Euch nicht verlieren will. Ausserdem wird der Welpe auf interessante Eindrücke selbstverständlich mit Neugier reagieren und seine Müdigkeit vergessen. Ist ja bei kleinen Kindern auch nicht anders, dann sollte aber die Eltern/Besitzer schlauer sein und die Zwerge stoppen. Es ist aber eindeutig für die jungen Gelenke und Bänder besser wenn er 6 oder 7 mal am Tag einen kürzeren Spaziergang macht, als 2 oder dreimal am Tag einen langen.

Birgit

Chaostruppe
12.07.2002, 18:39
Ich hab wie gesagt, mit Welpen nur ganz wenig Erfahrung, und meine beiden Zwerge haben sich wirklich gemeldet wenn sie müde waren. Dann fingen sie an zu pienzen und an meinem Bein zu kratzen, was soviel hieß wie: "Ich hab genug. Nimm mich endlich hoch, ich will schlafen". :) Naja, bei einem Gewicht von damals 900 gr. war das auch kein Problem. :)

Das erste mal bewußt davon gehört, daß man bei groß werdenden Hunden wegen Folgeschäden darauf achten muß daß sie nicht übertreiben, habe ich, als sich eine Freundin einen Labrador-Welpen kaufen wollte. Die hatte nämlich bei einer ganz rennomierten Züchterin angerufen, (den Namen weiß ich nicht) deren Welpen erstens total teuer sind, und sowieso schon auf mehrere Würfe hinaus vergeben. Jedenfalls hat sie sich sehr lange mit dieser Züchterin unterhalten, und war hinterher wirklich erschüttert. Sie hatte das nämlich auch noch nie gehört. :confused:

Die Züchterin sagte, daß man Labbi-Welpen die ersten paar Monate drin lassen sollte. Zwar sollten sie häufig in den Garten oder vor die Tür, damit sie stubenrein werden, aber auf gar keinen Fall wären Spaziergänge angesagt. Außerdem sollte sie den Welpen von anderen Welpen fernhalten, weil er dann halt spielen und toben würde, und das für die Gelenke total schädlich wäre. Labradore würden halt ziemlich groß und schwer werden, deshalb müßte man zur Vorbeugung total aufpassen.

Meine Freundin hat sich dann gegen einen Labrador entschieden, weil "was will sie mit einem Hund, den sie in der schönsten und interessantesten Phase seines Lebens voller Tatendrang, zuhause einsperren muß". Und ich muß gestehen, ich war auch etwas erschüttert als sie mir das erzählt hat. Ich weiß nicht, aber es kommt mir schon irgendwie degeneriert vor, daß ein Hund im Alter Schäden davonträgt, wenn er sich einfach am Anfang seines Lebens "kindlich" verhält, wie es ihm doch eigentlich entspricht.
Ich meine ja auch nicht, daß der Kleine stundenlang durch Wald und Flur gezerrt werden soll, sondern einfach diese normalen Spaziergänge und das spielen mit Artgenossen. Das kann doch nicht so schädlich sein. :confused:

Wie gesagt, ich hatte früher nie Welpen, aber ich finde diese Lebensfreude beim spielen und toben mit anderen Welpen einfach wunderschön.
Liebe Grüße,
Andrea

TochterVonChaos
12.07.2002, 19:14
Also ich bin ganz der meinung von chaostruppe, ich glaube nicht, dass es den welpen schadet, wenn sie zu viel spieln oder mal lange spaziergänge mitmachen, immerhin kann man ja auch nachhause gehen wenn man merkt, dass der hund nich mehr will!!

Ich denke jedoch, dass es mehr der psyche des hundes schadet, wenn er nich gescheit rauskommt um die gegend zu erforschen oder artgenossen zu treffen als den gelenken, wenn er mal eins oder zwei stunden spazieren geht!!

Also alles in allem denke ich, das mit dem gelenken u.ä. is nur ne ausrede für zu faule ''Tierfreunde'' :mad:

Ivonne
12.07.2002, 21:44
Hallo Tochter von Chaos,

tja, also wenn Du uns "faulen Tierfreunden" keinen Glauben schenken willst, dann sei so gut und befrag doch mal Deinen TA dazu!

Ich mein, bei Zwergpinschern ist das auch ein bißchen was anderes, denn die müssen später nicht ihren schweren Knochenbau durch die Gegend schleppen !

*etwas angesäuert*
Ivonne

Ivonne
12.07.2002, 22:26
Natürlich ist es von dieser sog. Züchterin, von der Chaostruppe da erzählt, absolut unverantwortlich, SOLCHE Ratschläge zu erteilen. Den Welpen mit anderen Welpen nicht spielen zu lassen und kein Spazierengehen. Ich möchte nicht wissen, zu was für Seelenkrüppel ihre Hunde heranwachsen, wenn sie sie SO prägen will :-((

Gruß
Ivonne

Chaostruppe
13.07.2002, 08:32
Eben! Das hat mich auch so erschüttert. Die "Kindheit" eines Hundes ist doch praktisch die wichtigste Phase seines Lebens, in der er für sein gesamtes weiteres Leben geprägt wird. Was da falsch läuft ist schwer bis gar nicht wieder gutzumachen.

Deshalb dachte ich auch, daß man es getrost dem Welpen selbst überlassen kann, das richtige Maß für sich zu finden. Ich hatte vor kurzem über mehrere Wochenenden die Gelegenheit, einen Wurf von 5 Welpen zu beobachten. (Hab "babygesittet") :) Die kleinen haben ihre Umgebung von Tag zu Tag mehr und länger erkundet, und haben je älter sie wurden, immer mehr miteinander gespielt. Aber jeder einzelne wußte ganz genau, wann´s für ihn genug war, und hat sich dann zurückgezogen. Ich hatte nie den Eindruck, daß diese Welpen sich selbst überfordern.

Viele Grüße,
Andrea

Chaostruppe
13.07.2002, 09:18
Welch Überraschung Dich hier im Forum zu finden. Hast Dich lange nicht mehr blicken lassen. :) Und wann gehst Du mal wieder mit mir spazieren??? :)
Bis denn,
Deine Mutter :D

OESFUN
13.07.2002, 10:58
Hallo

Also ich denke, man muss bei allem das gesunde Mittelmass finden. Tatsache ist allerdings, das junge Hunde genau wie kleine Kinder ihre Grenzen nicht kennen.
Ich habe auch bei meinen Würfen festgestellt, das es immer wieder passierte, das z.B. nach dem fressen 7 Stück schlafend in der Ecke gelegen haben, während Nummer 8 noch wach und seiner Meinung nach fit war. Also was tun, man nervt seine Geschwister bis diese aufstehen und wenn alle wieder wach sind, legt man sich selber hin und schläft.

Tatsache ist, das es mir auch schon passiert, das Welpenkäufer meinten ihrem Welpen was gutes tun zu müssen und ihn meiner Meinung nach überlasteten. Fazit - mit 6 Monaten fing er an in der Vorhand zu humpeln - Aussage der Tierärzte und einer hinzugezogenen rennomierten Tierklinik. Eindeutig überlastet - viel Schimpfe von den Tierärzten wegen so viel Unvernunft und ein "zufriedener" Züchter, denn den Tierärzten glaubte man dann doch.

Ich rate zu mehreren kleinen Spaziergängen, dem regelmässigen Besuch einer Welpenspielgruppe und vielen Erlebnissen in der Umgebung.

Viele Grüsse

Birgit

Schacki
02.08.2002, 13:27
Hallo,
meine Hund hatte als Welpe auch viel Spaß an Spaziergängen und überhaupt alles was drausen stattfand. Um ihn nicht zu überfordern bin ich mit ihr in den Park/Wald und bin 15 Min zu einer Bank gelaufen und da haben wir dann 2 Stunden verbracht und sie konnte sich alles ansehen und mit anderen Hunden spielen die vorbeikamen und dann sind wir wieder nach Hause. Immer Wasser mitnehmen und der Hund kann sich dann soviel bewegen wie er meint und das machen die auch. Sie hat sich dann immer mal 10 min hingelegt und dann weiter rumgeschaut.

Kyra
25.08.2002, 12:05
Hallo Ihr!
An Lea: Ich denke, Birgit hat recht. Zu viele und zu lange Spaziergänge schaden mehr, als sie helfen. Ich kenne da ganz krasse Beispiele für übertriebene Tierliebe von Hunden, die erst 2 Jahre alt sind und nie wieder ohne Schmerzen laufen können. Vor allem bei großen, von natur aus temperamentvollen Hunden wie Boxern, die sich gerne überschätzen, ist Vorsicht angeraten. Im Allgemeinen für Welpen gilt: Lieber einmal zu wenig als zu viel Gassi gehen. Und: Je mehr du mit deinem Hund nach draussen gehst, desto mehr will er auch! Ist ja klar, er bekommt immer mehr Ausdauer und ist immer weniger k.o. zu kriegen. Und von wegen "faule Hundebesitzer", ich krieg ja die Krise, wenn ich so etwas höre :mad: ! Wie Ivonne schon sagte, bei Zwergpinschern ist das was anderes, aber, Tochter von Chaos, mach deine 2-Stunden-Spaziergänge mal mit einem Irischen Wolfshund, der wird sich in 4 Jahren bei dir bedanken, nämlich dann, wenn du mit ihm zu TA fährst um ihn einschläfern zu lassen!!!
Selbstverständlich müssen Welpen raus und die Umwelt kennen lernen (Stichwort: Sozialisierung), aber bitte in angemessenem Rahmen!
Bye,
Kyra
P.s.: Was für Hunde züchtest du, Birgit?

gini_aiko
25.08.2002, 19:23
hallo!
da ich selber einen welpen habe interessiert mich dieses thema sehr. aufgrunddessen hab ich etw. im TAforum gestöbert.
das ist die AW auf die frage ob eine viertelstunde mehrmals am tag für einen welpen (ab dem 2. monat bis zum 6.) zuwenig ist:
"ich denke durchaus, daß Sie ihre Hündin etwas mehr bewegen sollten. Wichtig ist an sich in der Hauptsache, sie keine Treppen steigen zu lassen und steiles Gelände zu meiden. Dies ist in der Phase des stärksten Wachstums bis zum etwa 6., 7. Monat schlecht für die noch sehr formbaren Gelenke.
Spazieren gehen auf weichen, angenehmen Böden und Spelen mit Artgenossen sollte allerdings reichlich erfolgen. Laufen am Rad ist dagegen wieder kontraindiziert."

OESFUN
25.08.2002, 19:32
Hallo Kyra

Wir züchten "Old English Sheepdogs" im Volksmund Bobtails genannt.

Birgit