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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund und Kind



susi2512
24.01.2004, 23:01
Habe eine wirklich wichtige Frage. Meine Hündin fast 2 Jahre alt, gut erzogen und sehr lieb, auch zu Kindern ist sie sehr lieb und spielt auch mit ihnen. Manchmal leider etwas wild, das ist auch eines ihrer Charakterzüge die schwer zu Kontrollieren sind, sie ist wie ein Hyperaktives Kind und spielt noch zu grob.
Heute hat mein Sohn sie gefüttert mit leckerlies und ihr auch ein paar Kommandos, wie Sitz, gib Pfötchen usw. gegeben. Dann hat sich mein Hund hingelegt und wohl nicht bemerkt dass mein Sohn sie umarmen wollte wie kleine 4 Jährige Kinder so sind. Vielleicht hat sich mein Hund nur erschrocken, vielleicht hat mein Sohn ihr dabei auch wehgetan so genau habe ich die beiden nicht beobachtet. Jeden falls hat sie ihn gezwickt und das auch noch am Kopf, war aber nichts zusehen nicht mal ein Kratzer. vielleicht habt ihr ja noch fragen zum Charakter des Hundes oder den Umständen, ich beantworte sie gerne Hauptsache ihr könnt mir helfen.
Gruß Susi

Hovi
25.01.2004, 11:31
Original geschrieben von susi2512
Heute hat mein Sohn sie gefüttert mit leckerlies und ihr auch ein paar Kommandos, wie Sitz, gib Pfötchen usw. gegeben.


Hallo Susi,

ich würde das 4jährige Kind NICHT den Hund füttern lassen, es sei denn, ich stehe direkt daneben und kann bei einem Mißverständnis SOFORT eingreifen. Ebenso würde ich einem Vierjährigen untersagen, einem erwachsenen Hund Kommandos zu erteilen!

Hunde betrachten kleine Kinder als schützenswerte Rudelmitglieder - aber nur bis zu einem gewissen Alter und nicht uneingeschränkt! Warum sollte ein erwachsener Hund die "Kommandos" eines Vierjährigen befolgen? Ich halte das für eine Zumutung für den Hund, und das Kind lernt auf diese Weise nicht, den Hund als Partner zu sehen, sondern als Befehlsempfänger (was er aber nicht sein sollte!).



Dann hat sich mein Hund hingelegt und wohl nicht bemerkt dass mein Sohn sie umarmen wollte wie kleine 4 Jährige Kinder so sind.


Wenn die Hündin sich hinlegt und dadurch anzeigt, dass sie ihre Ruhe haben möchte, dann hat das Kind das auch zu respektieren!

Zusammengefaßt: Das Kind sollte -auch vorm Familienhund- zwar keine Angst haben, das um Himmels Willen nicht. Aber es sollte ihn respektieren, wie es ein anderes Kind respektieren müßte! Das läßt sich auch nicht herumkommandieren.



Vielleicht hat sich mein Hund nur erschrocken, vielleicht hat mein Sohn ihr dabei auch wehgetan so genau habe ich die beiden nicht beobachtet. Jeden falls hat sie ihn gezwickt und das auch noch am Kopf, war aber nichts zusehen nicht mal ein Kratzer. vielleicht habt ihr ja noch fragen zum Charakter des Hundes oder den Umständen, ich beantworte sie gerne Hauptsache ihr könnt mir helfen.


Dein Hund scheint einen gutmütigen, geduldigen Charakter zu haben - das Kind allerdings muß im Umgang mit Hunden noch viel lernen.

Daher würde ich raten, die beiden NIE, NIE alleinzulassen und gerade solche Sachen wie "Leckerchen geben" nur unter strengster Aufsicht zuzulassen (sprich: Du stehst direkt nebendran!), wenn überhaupt.

Grüßle
Claudia

PasoFino
25.01.2004, 14:54
Ich möchte Hovis Vorstellungen ein wenig die Wucht nehmen.

Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, unserem Hund von Anfang an klarzumachen, dass sie die eindeutig Niedrigste in der Rangfolge in unserem Rudel ist. Sie hat vor den Kindern zu weichen und auch auf sie zu hören.

Sie wurde oft von den Kindern gefüttert, aber nicht zum Spaß herumkommandiert und auch in keiner Form körperlich bedrängt. Wir haben unseren Kindern nämlich auch von Anfang an beigebracht, dass ein Hund kein Spielzeug ist und dass ein Hund andere Bedürfnisse hat als ein Mensch (Umarmen=sicher nicht).

Dein Hund hat wirklich absolut angemessen reagiert, denn so genervt zu werden und dann nicht fünsch zu werden, ist schon toll für eine noch junge Hündin. Hunde können so gut unterscheiden zwischen klaren Anweisungen und nervigem Herumgespiele, so dass sie sicher schon lange keine Lust mehr hatte, den Clown zu machen.

Ich denke, dass du tatsächlich deinem kleinen Sohn etwas mehr Achtsamkeit mit dem Hund vermitteln musst und ihn eben noch nicht alleine lassen darfst. Aber du musst dir wegen einer eventuellen Bissigkeit o.Ä. überhaupt keine Sorgen machen.

LG
Heike

Dodo H
25.01.2004, 14:59
Hallo Claudia

ich würde das 4jährige Kind NICHT den Hund füttern lassen, es sei denn, ich stehe direkt daneben und kann bei einem Mißverständnis SOFORT eingreifen
Dem schließe ich mich an, das sowas unter Aufsicht passieren sollte. Meine Hunde haben dadurch aber auch gelernt, das sie nichts vor meinen Kindern verteidigen müssen, da sie von ihnen auch Gutes bekommen.


. Ebenso würde ich einem Vierjährigen untersagen, einem erwachsenen Hund Kommandos zu erteilen!
Sehe ich anders, ein Kind kann auch sehr viel dabei lernen, es sollte aber alles immer unter Aufsicht und mit Erklärungen ablaufen. Es geht ja nicht um Befehle geben, sondern um Lernen (Hund lernt dabei, das es sich auch bei dem Kind lohnt, z.B. Sitz zu machen, denn dann gibts Leckerchen, Kind kann lernen, wie ein Hund lernt)


Ich halte das für eine Zumutung für den Hund, und das Kind lernt auf diese Weise nicht, den Hund als Partner zu sehen, sondern als Befehlsempfänger (was er aber nicht sein sollte!). Richy empfindet das nicht als Zumutung, hat er auch nie, für ihn ist es purer Spaß. Warum lernt das Kind den Hund nicht als Parnter zu respektieren, es lernt sehr viel wenn es mit dem Hund lernt, und das kann man sehr gut über Futter.

@ Susi
Du hast ja gemerkt, das du noch vorsichtiger sein muß, laß Kind und Hund nie aus den Augen. Meine Kinder durften sowas auch mit dem Hund machen (Signale geben und mit Leckerchen belohnen) doch dafür gab es Regeln, Regeln für das gesammte Miteinander.
Punkt 1 ich bin immer dabei, wenn die Kinder "üben" wollen, oder Leckerchen verteilen
Punkt 2 der Hund wird nie in körperlich manipuliert, entweder er macht es fürs Leckerchen oder eben nicht,
Punkt 3 wenn der Hund geht, darf er und wird nie zurückgehalten,
Punkt 4 der Hund wird NIE umarmt, kraulen ja, wenn er möchte, das gilt auch heute noch (meine beiden Hunde gingen/gehen dann immer weg, wenn sie Ruhe wollten)
Punkt 5 der Hund wird in Ruhe gelassen, wenn er freiwillig oder auf rufen (das kam aber erst mit der Zeit, als ich Kind und Hund abschätzen konnte) kommt, ist es etwas anderes, aber nie geht man so zu dem Hund.
Punkt 6, wird der Hund zu wild, wurde das Spiel abgebrochen.
Punkt 7 es werden dem Hund keine Signale willkürlich gegeben, man kann mich fragen, ob man Üben darf, aber nie werden einfach so Signale gegeben.
Punkt 8 Kinder dürfen den Hund NIE nie strafen oder zu etwas zwingen (also körperlich manipulieren)
Das wichtigste, was Hund und Kind lernen sollten, ist Vertrauen zueinander zu haben.

Das ist meine Meinung, doch man muß immer schauen, wie der eigene Hund und das Kind sind
Ich wünsche euch noch viel Spaß
Dodo und Richy

Hovi
25.01.2004, 15:29
Original geschrieben von Dodo H
Es geht ja nicht um Befehle geben, sondern um Lernen (Hund lernt dabei, das es sich auch bei dem Kind lohnt, z.B. Sitz zu machen, denn dann gibts Leckerchen, Kind kann lernen, wie ein Hund lernt)



Hallo Dodo,

ein Vierjähriges wird noch nicht begreifen, wie ein Hund lernt (das begreifen ja die meisten Erwachsenen nicht!), und auch ein sechs- oder siebenjähriges Kind dürfte mit den Lerntheorien noch seine Schwierigkeiten haben....

Ich sehe die große Gefahr eben darin, dass ein Kind ein Kommando gibt und selbiges natürlich auch durchsetzen will. Wenn der Hund das aber nicht möchte, kommt es sehr schnell zu Konfliktsituationen: Kind wird handgreiflich (seine Eltern haben ihm ja erklärt, dass es "über" dem Hund steht und der Hund ihm "gehorchen" muß) und Hund verbittet sich diese Handgreiflichkeiten - mit den Zähnen.

Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Beißunfälle mit Kindern innerhalb der Familie genau nach diesem Schema ablaufen.

Kinder sind nunmal keine kleinen Erwachsenen. Dinge wie "Macht über einen -vermeintlich- Schwächeren ausüben" und eventuell den Mitschülern zeigen, wie toll man den großen Hund "beherrscht" können ganz böse ins Auge gehen. Man darf hier einfach die Menschenpsychologie nicht aussen vor lassen.

Einem Kind zu erlauben, den Hund zu streicheln, mit ihm zu spielen, ist eine Sache. Ihm zu erlauben, den Hund herumzukommandieren (was dem Kind verständlicherweise nur Spass macht, wenn es das Kommando auch durchsetzen kann) eine andere!

Viele Grüße
Claudia

Dodo H
25.01.2004, 16:49
Hallo Claudia

ein sechs- oder siebenjähriges Kind dürfte mit den Lerntheorien noch seine Schwierigkeiten haben....
Ich habe beigeschrieben, das man Kind und Hund selber einschätzen muß, meine Kinder sind von Geburt an mit Hunden aufgewachsen. Sie haben gelernt, das der Hund kein Spielzeug ist. Für sie sind Hunde Normalität, natürlich waren sie neugierig auf die Hunde, aber dadurch das ich sie mit einbezogen habe (nach Regeln) haben die Hunde den "Reiz" verloren. Außerdem geht es ja hier nicht um umfangreiche Lerntheorien, sondern dem Kind begreiflich zu machen, warum der Hund gerne etwas macht, warum er Angst hat, warum er dieses und jenes jetzt macht ( es gibt genügend Vergleiche, wie man Kindern etwas verständlich machen kann, und wenn sie noch nicht soweit sind, muß ich aufpassen )


Ich sehe die große Gefahr eben darin, dass ein Kind ein Kommando gibt und selbiges natürlich auch durchsetzen will. Meine Kinder haben noch nie versucht, ein Kommando durchzusetzten, warum weil es Regeln gibt (s.o.), und das ist wichtig, den Umgang miteinander zu lernen



Kind wird handgreiflich (seine Eltern haben ihm ja erklärt, dass es "über" dem Hund steht und der Hund ihm "gehorchen" muß) und Hund verbittet sich diese Handgreiflichkeiten - mit den Zähnen.
Ich habe einige Eltern mit Hund kennengelernt, aber nicht einer hat seinen Kindern erzählt, das das Kind über dem Hund steht, das der Hund gehorchen muß. Es wird erklärt, das man Hunde in Ruhe läßt, wenn sie nicht wollen, das sie beißen, wenn sie Angst oder Schmerzen haben. Ich finde sowas unverantwortlich, seinem Kind sowas zu erzählen (weil es falsch ist, solange Kinder körperlich und kopfmäßig nicht in der Lage dazu sind, sich durchzusetzten. )


Kinder sind nunmal keine kleinen Erwachsenen. Dinge wie "Macht über einen -vermeintlich- Schwächeren ausüben" und eventuell den Mitschülern zeigen, wie toll man den großen Hund "beherrscht" können ganz böse ins Auge gehen. Was kennst du denn für Kinder? Die Mehrheit der Kinder lernen den respektvollen Umgang mit anderen Kindern, mit Tieren, sie lernen, das Gewalt keine Lösung ist (Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel) Kinder lernen auch das es andere Lösungen als Gewalt gibt.


Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Beißunfälle mit Kindern innerhalb der Familie genau nach diesem Schema ablaufen Und wieviele passieren, weil Kinder keinen Umgang mit Tieren lernen, weil man sie nicht näher bringt, meist den Hund vernachläßigt, weil man ihnen nicht erklärt, warum etwas so ist? Ich glaube das das mehr sind, als Kinder, die Repekt und ein Miteinander mit dem Hund lernen.


Einem Kind zu erlauben, den Hund zu streicheln, mit ihm zu spielen, ist eine Sache.
Ja, wenn dieses auch nach Regeln abläuft (ein Kind sollte nie einen schlafenden Hund z.B. streicheln, keine Zerrspiele, je nach Hund u.s.w.)


Ihm zu erlauben, den Hund herumzukommandieren (was dem Kind verständlicherweise nur Spass macht, wenn es das Kommando auch durchsetzen kann) eine andere!Es ging nicht ums rumkommandieren, es geht um das zeigen, wie ein Hund etwas gerne macht, es geht darum, das beide Seiten bei der Sache Spaß haben. Die Kinder lernen sehr schnell, das sie mit Leckerchen sehr viel weiterkommen als wenn sie nichts haben. Meine Kinder wissen das Richy bei ihnen nichts ohne Leckerchen/Spiel macht, also versuchen sie es gar nicht, sie wollen keine Kommandos durchsetzten, denn das ist nicht der Reiz, sie wollen Spaß, einen Hund der sie anhimmelt, sie verfolgt und Tricks macht weil sie Leckerchen haben.

Dodo und Richy

susi2512
25.01.2004, 22:26
Hallo
Ich habe mir eure Antworten genau durchgelesen und über die verschiedenen Meinungen nachgedacht. Es ist ja nicht so, dass ich überhaupt keine Ahnung von Hunden habe, doch mit dieser Situation war ich alleine überfordert. Ich Erziehe meinen Hund nicht nur weil irgend ein Kluger Kopf ein kluges Buch schreibt und ich daraus lese und meine das sei nun die Ultimative Erziehungsmethode, nein dafür gibt es einfach zu viele verschiedene so genannte Erziehungs-Ratgeber für Hunde. Das soll natürlich auch nicht heißen, das ich mich überhaupt nicht belesen, natürlich gibt es auch einige Bücher die mich überzeugen. Damit will ich sagen, dass ich meinem Hund mehr aus den Bauch heraus erziehe, denn jeder Hund ist doch individuell und lernt, spielt, kuschelt anders. Ich habe auch immer schon Hunde gehabt und jeder Hund hatte andere Vorlieben und brauchte auch andere Erziehungsmethoden. Nun habe ich ein Kind und ein Hund und diese Situation ist neu für mich. Ich habe schon mal gelesen, dass es Probleme geben kann, wenn Kinder heranwachsen und der Hund sich untergeordnet fühlt. Es ist nun mal so, das der Hund nach dem Menschen Kommt und das bedeutet für mich, dass mein Sohn sich so langsam auch durchsetzen soll. Vielleicht werde ich beiden noch etwas zeit lassen denn die letzte Situation war vielleicht ein Zeichen das beide noch nicht so weit sind. Ich will auch nicht, dass mein Sohn Macht über den Hund ausübt, sondern ihn lernt zu respektieren und sein Sprache zu sprechen. Normalerweise achte ich schon auf die beiden, wenn sie Spielen oder der Hund von meinen Sohn gefüttert wird. Ich habe immer ein Auge auf die beiden, gerade weil beide eben noch sehr jung sind. Wichtig ist mir aber auch das mein Hund lernt, das auch der kleine ihm was gutes zu fressen gibt, das kann doch nicht schlecht sein. Ich denke mal ihr habt mir alle geholfen. Man sollte immer ein Auge auf das Tier und dem Kind haben, denn wir sind eben nur Menschen.
Ich bedanke mich für eure anregenden Argumente
Gruß Susi

Briddy
26.01.2004, 11:32
Hallo Dodo,
da hast Du aber brave und verständnisvolle Kinder. Man kann aber auch ganz andere Sachen sehen: Kürzlich, als ich mit zwei Bekannten und deren Hunden unterwegs war, begegneten uns zwei Familien mit einigen Hunden und Kindern. Meine Bekannten kannten die und blieben einen Moment zwecks Smalltalk stehen. Da ich mich an der Unterhaltung nicht beteiligte und meinen Hund lieber abseits hielt (sie hat Angst vor Kindern), konnte ich folgendes beobachten: Einer der Hunde sprang wohl zu den anderen Hunden ins falsche Auto, aber gleich wieder heraus. Das eine Kind, ein Junge von vielleicht 6 oder 7 Jahren, zog daraufhin dem Hund mit der Hand eins über die Rübe und sagte "So, dafür hast Du Strafe verdient.". Also 1. mal: Wofür Strafe? Dafür, daß der Hund freiwillig wieder aus dem Auto sprang? Und 2.: Wie kommt so ein kleiner Bengel dazu, den Hund zu schlagen? Mal abgesehen davon, daß er dem Hund nicht wirklich weh getan hat, sehe ich das als echtes Negativbeispiel zu dem was Hovi über "Macht über andere ausüben" gesagt hat. Ich habe dann versucht, die Eltern darauf aufmerksam zu machen, was da abgeht, aber die haben mich dermaßen verständnislos angeglotzt, daß ich aufgegeben habe. Kommt noch erschwerend hinzu: Meine Bekannten erzählten mir im Weitergehen, daß die Leute den jungen, acht Monate alten Rüden erst seit zwei Wochen in der Familie haben (aus dem Tierheim geholt). Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn der Hund sich erst eingelebt hat und die Rangfolge austesten wird und dann kommt er ja auch noch bald in die Pubertät! Absolut verantwortungslos von den Eltern! Aber die fanden das halt ganz normal. Würde mich nicht wundern, wenn der Hund bald wieder im Tierheim landet. Oder er ist einer von der ganz sanften und geduldigen Sorte.
Gruß
Briddy

Hovi
26.01.2004, 12:10
Hallo Briddy,

genau das ist es, was ich meine.

Ich äußere mich nicht mehr dazu, weil ich sonst als "kinderfeindlich" gelte, aber solche Beobachtungen habe ich zigfach gemacht. Scheint also nicht die seltene Ausnahme zu sein :(.

Da zerren 7 oder 8jährige den Hund mit Gewalt an der Leine durch die Gegend, da wird, um vor den Schulkameraden anzugeben, der Familienhund herumkommandiert - und wenn er nicht pariert, gibt´s eins über die Rübe. Natürlich in Abwesenheit der Eltern, aber von vom haben die Kinder das wohl gelernt?

Auf einem Welpenplatz konnte ich beobachten, wie ein Mädchen, vielleicht 6 Jahre alt, ihren Welpen derart ruckte, dass der Kleine sich immer und immer wieder überschlug. Die Eltern sahen´s - und sagten nichts.

Wenn der Hund sich dann irgendwann wehrt, steht´s groß in der Zeitung ("Schützt endlich unsere Kinder vor den Killerbestien" oder so ähnlich).

Darum meine Auffassung: Ein Kind bis zu einem gewissen Alter (muß man an der geistigen Reife des Kindes festmachen) hat einen Hund weder allein Gassi zu führen, noch herumzukommandieren. Vom Schlagen und Herumzerren will ich gar nicht reden!

Es kann jeder mit seinem Kind halten, wie er will, aber ich selber erlaube es nicht, dass z. B. meine Nichten und Neffen den Hunden irgendwelche Befehle erteilen.

Grüßle
Claudia

Dodo H
26.01.2004, 13:32
Hallo Briddy, hallo Claudia
Meine Kinder sind auch keine Engel, raufen sich mit ihren Kumpeln, streiten, ist für mich bis zu einen gewissen Grad auch voll normal, das mal vorneweg, das heißt aber nicht, das sie mit den Hunden genauso umgehen.

Aber im Grunde bestätigt ihr doch nur das, was ich gesagt habe, wenn man Hund und Kinder nicht näher bringt, ihnen selbst überläßt, wie sie mit einem Tier umzugehen haben, dann machen sie das, was ihnen Erwachsene vorleben.
Diese Beispiele zeigen einem das doch ganz genau, das wir Eltern den Kindern den richtigen Umgang beibringen müssen, das wir sie mit einbeziehen sollten. Wie sollen Kinder es denn sonst lernen? Und ein Signal geben und den Hund dafür zu belohnen sehe ich weder als rumkommandierenl, als Machtspiel oder sonstiges ( mein Punkt 1)

Im Moment habe ich das Gefühl, ihr lest nur das, was ihr lesen wollt, kommt mit Negativbeispielen und verallgemeinert. Diese Beispiele kenne ich auch, aber ich kenne auch die andere Seite, durch Eigenerfahrung und vom miterleben bei anderen, ich schließe nicht von Momentaufnahmen und Einzelfällen auf die Mehrheit.

Nochmal, es geht nicht ums willkürliche rumkommandieren, sondern dem Kind den Umgang mit dem Hund näher zu bringen, das ganze nach gewissen Regeln. Unser und auch andere Hunde (von Bekannten) zeigen Signale, die sie erlernt haben und werden von den Kindern in diesem Moment dafür belohnt (nicht mehr und nicht weniger)

Mich würde mal interessieren, wie das andere Mütter hier sehen und handhaben.

Dodo und Richy

Dodo H
26.01.2004, 13:44
Hallo Susi

Es ist nun mal so, das der Hund nach dem Menschen Kommt und das bedeutet für mich, dass mein Sohn sich so langsam auch durchsetzen soll.
Darf ich nachfragen, warum dein Sohn sich irgendwann durchsetzten soll, wobei soll er sich dann durchsetzten?

Ich denke in dieser "Beziehung" nämlich anders.

Wäre nett, wenn du antwortest

Dodo und Richy

ElkeG
26.01.2004, 14:45
Irgendwie hatten wir ja ein ähnliches Thema hier schonmal und ich wurde auch angegriffen, weil ich geschrieben habe, daß meine Kinder ( 6 1/2 und 9 1/2 ) durchaus in der Lage sind, sich auch mal eine halbe Stunde selbständig und verantwortungsvoll um den Hund zu kümmern (ohne ihn zu quälen usw.). Ich habe damals schon geschrieben, daß wir unseren Kindern sehr genau vermitteln, wie man mit einem Hund umgeht.

Von unserem kleinen Sohn nimmt Betsy grundsätzlich keine Befehle entgegen - für sie ist er wohl einfach ein "Baby". Aber Benedikt versucht es eben (nur verbal - da wird nicht gedrückt, gezerrt usw.). Und wenn der Hund nicht will, o.k. dann will er eben nicht.

Bei unserem größeren Sohn ist das anders. Der geht auch öfters mal alleine mit ihm Gassi und da funktioniert das im Großen und Ganzen wirklich gut (auch hier keinerlei körperliche Gewalt, sondern nur verbale Befehle).

Ich habe auch noch nie (weder bei meinem Söhnen noch bei Freunden) erlebt, daß der Hund zu "Vorführzwecken" genutzt wurde, so nach dem Motto "Schau mal, was mein Hund alles kann". Wenn er nicht gerade durch einen brennenden Reifen springen würde, ruft das doch bei Kindern nur Langeweile hervor. "Toll, Dein Hund kann sitz machen (gähn)."

Wir haben unseren Kindern nie gesagt, daß sie "über dem Hund stehen", das finde ich irgendwie abwertend. Das könnte bei den Kindern den Eindruck vermitteln, wenn er unter uns steht, dann kann er ja nicht viel wert sein. Bei uns heißt es immer, der Hund ist ein Familienmitglied und so wird er auch behandelt. Und für jedes Familienmitglied gibt es eben Regeln (für den Hund etwas andere als für die Kinder und uns - das ist ja klar). Aber wenn es ein Familienmitglied ist, dann respektiert man es auch als solches. D.h. man läßt den Hund in Ruhe, wenn er in Ruhe gelassen werden will, wenn der Hund im Körbchen liegt und schläft, hat keiner an ihm rumzufummeln usw. usw.

Gezwickt oder gebissen hat Betsy die Kinder noch nie. Aber das liegt einfach daran, daß wir ihnen einfach Regeln im Umgang mit dem Hund beigebracht haben. Da wird eben nicht einfach umarmt, oder hochgehoben oder ähnliches. Wenn der Hund zu ihnen kommt und spielen will, dann spielen sie gerne mit ihm. Aber eben "hundegemäß". Mit Ball, Stöckchen oder Stofftieren. Und wenn er zum streicheln kommt, wird auch gestreichelt (aber eben nur gestreichelt und nicht gedrückt).

susi2512
27.01.2004, 18:22
Hallo Dodo

Durchsetzen ist wohl der falsche Ausdruck, weis gar nicht wie mir das Wort eingefallen ist. Ich wünsche mir, dass Mein Hund und mein Kind sich gut verstehen. Und irgendwann wird der Hund auch lernen müssen, die Befehle des Kindes zu befolgen. Das wird nicht heute sein und nicht morgen, dazu habe ich ja schon ein Beitrag hier reingesetzt. Aber wir wissen auch das ein Hund genau weis wann und von wem er Befehle annehmen muss und wenn ein Befehl gegeben wird muss man das auch mit einer gewissen Sicherheit im Ton und Gestik machen. Das bedeutet nicht das ich meinen Hund anschreie oder einen bösen Blick habe, nein ich glaube einfach an mich und an meinem Hund und das ist es was ich eigentlich meine. Ich hoffe du hast mein letzen Betrag auch gelesen. Ich werde in Zukunft mehr auf meine beiden Schützlinge achten und beiden die Möglichkeit geben sich besser zu verstehen.
Viele Grüße Susi

PasoFino
28.01.2004, 12:51
Noch einmal lese ich eure diskussion.

Tatsächlich ist doch das, was ein Sechsjähriger einem Hund tut, 100 % Kopie dessen, was er zu Hause bei seinen Eltern erlebt. Kinder verfahren da ganz einfach. Was sie kennen, leben sie weiter. Ob nun mit ihnen lieblos umgesprungen wird oder mit den Tieren in der Familie, genau so halten sie uns den Spiegel vor.

Wir haben das Glück, sehr über unser Verhältnis mit den Tieren um uns herum nachzudenken, und genau das geben wir unseren Tieren weiter. Ich darf das gerade erleben in der liebevollen Sorge, die meine Kinder allesamt für unseren kleinen neuen Mischling Tara empfinden, die unglaublich verfettet und unbeweglich aus schlechter Haltung gerettet wurde. Sie ist nicht stubenrein. Keins meiner Kinder würde darum Theater machen, sondern hat vollstes Verständnis für die arme kleine Seele, die jetzt erst richtig aufblühen kann.

Wir sind nicht kinderfeindlich, wenn wir Missstände beklagen. Wir müssten nur eigentlich wo anders ansetzen, nämlich bei den Eltern. Dazu sind wir aber oft zu feige oder geben auch deprimiert auf. Denn wie oft müssen wir Erwachsene sehen, die ausgesprochen dämlich mit ihren Hunden umgehen, und sagen nichts dazu....

LG

Heike

Dodo H
28.01.2004, 21:11
Hallo Heike

Wir sind nicht kinderfeindlich, wenn wir Missstände beklagen.Wir müssten nur eigentlich wo anders ansetzen, nämlich bei den Eltern

Ich sehe das genauso, und hier ist eine Mutter die dieses tut, die ihrem Kind den Umgang mit dem Hund näher bringt.

@ Susi
Weiß schon was du meinst, wenn meine Kinder zu Richy sagen, komm mal her, geht er hin, nicht weil er ein Kommando bekommen hat, sondern weil er es gerne tut (weil er die Kinder als was positives sieht).

@ Elke
Das ist schade, das man dann angegriffen wird, man weiß doch selbst am Besten, wie es bei einem klappt, wie die Kinder und der Hund sind, man kann es einschätzen. Ich vertraue meinen Kindern und meinem Hund auch (habe sie im Ungang miteinander lang genug beobachtet), kann sie auch allein lassen. Nichteltern können das vielleicht nicht verstehen, ich weiß nicht warum.

Man kann keine Pauschalurteile geben, es kommt auf den Hund und das Kind an, man muß selber ein Gespür dafür kriegen, wie man es handhabt.

Dodo und Richy

Ardnas69
28.01.2004, 22:21
Hallo,

ich finde die Diskussion super interessant. Ich habe 2 Kinder, 4. Jahre und 8 Jahre. Als ich mir von ca. 2 Jahren eine Katze in`s Haus holen wollte, musste ich geraume Zeit suchen, um ein Tierheim zu finden, welches keine Angst vor meinen Kindern hatte. Mit unserem Kater klappte alles sehr gut. Es gab von Anfang an feste Regeln im Umgang mit ihm. Vor 8 Wochen kam Max unser Mischlingshund. Er wird sehr respektvoll behandelt. Nur mein kleiner Sohn, umarmt ihn öfter sehr wild. Ich erkläre und erkläre...

Manchmal wünschte ich der Hund würde mal richtig zeigen, wenn es endgültig reicht. Aber ich glaube, dass der Hund und das Kind ein sehr gutes Gespür füreinander haben. Der Hund ist super gelassen im Umgang mit dem 4 Jährigem. Und auch mein kleiner Sohn darf schon Kommandogeben üben. Er hat dann in seiner Tasche 100 Leckerlies für einmal Sitz machen. Es ist so herrlich den beiden zuzusehen.

Also Hund und Kind immer, aber bitte mit viel Anleitung. Dann profitieren alle davon.

Viele Grüsse

Sandra

gudrun
28.01.2004, 23:00
ich habe einen 8 järigen sohn der auch mit hunden aufgewachsen ist und gelernt hat das man nicht am fell zieht weill das dem hund weh tut und auch nicht am schwanz zieht und so weiter.
meine erste hündin intresierte sich nicht wirklich für ihn wenn wir aber spazieren gingen oder drausen waren ist sie immer neben im gelaufen und hat auch ihn geachtet.
meine jetzige hündin ist 15 monate alt und er spielt auch ab und an mit ihr geht mit ihr in den garten und sie folgt ihm überall hin.er ist auch ab und an mit ihr länger alleine .spazierengehen tut er nicht mit ihr nur wenn ich dabei bin.
ich finde es sehr wichtig kinder den umgang mit tieren zu vermittel .klar muss man anfangs wie ein luchs dahinter sein aber das zahlt sich aus.
wenn wir einen fremden hund treffen hat mein sohn nicht gleich angst oder rennt auf den hund los nein er weiss wie er sich zu verhalten hat.
ich sehe es öfters wenn kinder bei uns zu besuch sind es sind einige dabei die angst vor ihr haben .aber nach einer zeit fragen sie ob sie mit ihr spielen dürfen oder sie streichel können.da ich dabei bin und falsches verhalten korrigieren kann sag ich niemals nein .
es gibt leider viel zu viele kinder die einfach aus unkenntnis angst vor tieren haben.weil die eltern angst oder unkenntnis haben .
wenn ich kinder treffe sei es mit dem hund oder wenn ich ausreite und die kommen und fragen ob sie mal streicheln dürfen oder mal aus pferd dürfen sag ich net nein .ich bin der meinung je mehr kinder lernen das tiere nicht absichtlich weh tun um so besser ist es für die tiere und für ihr späteres leben.
dabei kann man sich auch gut mit den eltern unterhalten und die sehen das der richtige umgang net nur bestien hervorbringt.
gudrun