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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund und Kind



susi2512
24.01.2004, 22:55
Habe eine wirklich wichtige Frage. Meine Hündin fast 2 Jahre alt, gut erzogen und sehr lieb, auch zu Kindern ist sie sehr lieb und spielt auch mit ihnen. Manchmal leider etwas wild, das ist auch eines ihrer Charakterzüge die schwer zu Kontrollieren sind, sie ist wie ein Hyperaktives Kind und spielt noch zu grob.
Heute hat mein Sohn sie gefüttert mit leckerlies und ihr auch ein paar Kommandos, wie Sitz, gib Pfötchen usw. gegeben. Dann hat sich mein Hund hingelegt und wohl nicht bemerkt dass mein Sohn sie umarmen wollte wie kleine 4 Jährige Kinder so sind. Vielleicht hat sich mein Hund nur erschrocken, vielleicht hat mein Sohn ihr dabei auch wehgetan so genau habe ich die beiden nicht beobachtet. Jeden falls hat sie ihn gezwickt und das auch noch am Kopf, war aber nichts zusehen nicht mal ein Kratzer. vielleicht habt ihr ja noch fragen zum Charakter des Hundes oder den Umständen, ich beantworte sie gerne Hauptsache ihr könnt mir helfen.
Gruß Susi

PasoFino
25.01.2004, 11:45
Ich muss zugeben, die Reaktion des Hundes war angemessen. Sie hat deinem Sohn deutlich zu verstehen gegeben, dass es so nicht geht. Kinder spielen ja oft auch nicht fachgerecht mit Hunden, Umarmen muss nicht sein, Küssen muss auch nicht sein. Hunde lieben das einfach nicht. Ich denke, du solltest deinem Kind sehr klar machen, dass Hunde eben manche Sachen auch gar nicht mögen und sich dann wehren.

Wir haben eine Beardie-Hündin und mit ihr drei Kinder durchs Kleinkindalter gebracht. Es gab bei allen irgendwann mal so ein kleines Missverständnis, aber ich bin überzeugt, dass das Hund und Kind nicht schadet, solange es so wie von dir beschrieben abläuft. Wenn du allerdings merkst, dass die Hündin die Rangordnung antestest, dann müsstest du als Rudelchef drastisch eingreifen und sie zur Ordnung rufen.

LG
Heike

Tina2809
25.01.2004, 13:35
Hallo Susi!

Ich finde, daß ein 4 jähriges Kind absoult noch nicht in der Lage ist, zu erkennen, wann es einen Hund in Ruhe lassen muss(egal welchen, ob nun fremde oder den eigenen und egal wie lange sich die beiden kennen).
Daß Dein Kind mal Leckerchen gibt, ist okay, von Kommandos u.ä. würde ich allerings wirklich abraten.
Es ist dem Hund körperlich definitiv unterlegen- und hat das deutlich zu spüren bekommen. Das kann passieren, sollte es aber in Zukunft absolut nicht mehr.

Wie hast Du denn reagiert, als das passiert ist?

Ihr müsst dem Hund gegenüber deutlichst in jeder Situation zeigen, daß das Kind unter Eurem Schutz steht, und auch in der Rangfolge über dem Hund!

Dazu gehört auch, daß die beiden
niemals !! unbeobachtet zusammen sind!! Du gehst damit ein nicht kalkulierbares Risiko ein. In der nächsten Situation kann das Ganze zu einer schlimmeren Situation führen, die Du weder unter Kontrolle durch Beobachtung hast, noch schnell genug eingreifen kannst. das Kind wird definitiv den Kürzeren ziehen, und was da alles passieren kann, muss ich Dir sicherlich nicht aufzählen.

Unter dem Stichwort "Hund und Kind" oder "Kind" oder "Baby" findest Du über die Suche noch mehr Infos dazu.
Bitte sei ab jetzt vorsichtiger, aufmerksamer und lass die beiden niemals unbeobachtet!

Tina

Hovi
25.01.2004, 13:56
Hallo Susi,

ich hab Dir in der Rubrik "Verhalten und Erziehung" geantwortet, wo Du denselben Thread eröffnet hast.

Grüßle
Claudia

Hovi
25.01.2004, 14:00
Das Kind kann und wird in der Rangfolge nicht über dem Hund stehen. Nicht, solange es noch so klein ist.

Zu versuchen, es künstlich in der Rangfolge "hochzupushen" ist m. E. gefährlich, weil der Hund das nicht einsehen wird.

Hund und Kind sind NIEMALS unbeaufsichtigt zu lassen, und ein Kleinkind sollte keinen Hund herumkommandieren dürfen (das hab ich im anderen Thread aber bereits erwähnt) - aus ebendiesen Gründen.

Grüßle
Claudia

Tina2809
25.01.2004, 14:11
@Claudia

da kam etwas missverständlich rüber.

Künstlich hochpushen ginge m.E. gar nicht, da das Kind das nicht mit dem Hund austragen kann.
Aber Kommandos geben würde für mich im Ernstfall schon dazugehören können, dem Hund was anzudeuten.

Ich meinte, daß die Eltern dem hund klar machen müssen, daß erst Kind, dann Hund kommt, und sie das Kind auch immer unter ihrem Schutz stehen haben.

Grüße
Tina

Hovi
25.01.2004, 14:17
Hallo Tina,

klar, der Hund muß wissen, dass das Kind unter dem Schutz der Eltern steht.

Ich würde einem Vierjährigen (und auch einem 8 oder 9 jährigen Kind!) aber nie gestatten, den Hund herumzukommandieren!

Erst, wenn das Kind wirklich (geistig) in der Lage ist, Hundeverhalten zu verstehen, dürfte es auf dem Hundeplatz / Hundeschule den Hund führen und dort dann, Schritt für Schritt, die Rangordnung "umkehren". Das wird der Hund dann auch akzeptieren.

Vorher Kommandos durch das Kind zulassen: njet! Dafür sind die Eltern zuständig, die ja (hoffentlich) immer zugegen sind, wenn Kind und Hund zusammen sind!

LG
Claudia

Tina2809
25.01.2004, 14:19
Meine Meinung
s.o.

gini_aiko
25.01.2004, 14:28
Original geschrieben von Hovi

Zu versuchen, es künstlich in der Rangfolge "hochzupushen" ist m. E. gefährlich, weil der Hund das nicht einsehen wird.

das hat tina doch gar nich geschrieben :confused: ...

sie hat nur betont, dass ich als boss immer das sagen habe was mit wem geschieht ... genauso wie in einem rudel mutterhündinnen nich zulassen, dass rüpelhunde ihre jungen durch die gegend kegeln, ist das auch hier so!

Hovi
25.01.2004, 15:35
Original geschrieben von Tina2809
und auch in der Rangfolge über dem Hund!



Hallo Claudi,

DIESE Passage meinte ich!

Eine Mutterhündin wird die Welpen vor rüpeligen Junghunden schützen, aber sie wird nicht versuchen, die Welpen rangordnungsmäßig über die Junghunde zu stellen.

Grüßle
Claudia

Thomas
25.01.2004, 16:44
Einen ähnlichen Thread "Hund vs. Kind" hatten wir vor einem dreivirtel Jahr schonmal hier. Susi, click mal hier (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=10851&perpage=20[/url).

Damals ging es u.a. auch um die Frage ob ein Hund nun rangfolgetechnisch vor oder hinter einem Kleinkind steht. Wie damals, so bin ich auch heute noch der Meinung, das sich ein Hund i.d.R. über einem kleinen Kind positioniert. Wir sollten unsere Hunde nicht unterschätzen, sie sind höchst soziale Wesen und durchaus in der Lage, anhand der Gestik und Mimik (um nicht zu sagen: mitunter Tolpatschigkeit, Unkoordiniertem Auftreten, Schreien, Rumblödeln) zu erkennen, wer "kompetent" ist und wer nicht. Ein Kind in diesem Alter kann m.M. diese Sozialkompetenz noch garnicht ausstrahlen.

Gruß
Thomas

gini_aiko
25.01.2004, 17:31
Original geschrieben von Thomas
Wie damals, so bin ich auch heute noch der Meinung, das sich ein Hund i.d.R. über einem kleinen Kind positioniert. Wir sollten unsere Hunde nicht unterschätzen, sie sind höchst soziale Wesen und durchaus in der Lage, anhand der Gestik und Mimik (um nicht zu sagen: mitunter Tolpatschigkeit, Unkoordiniertem Auftreten, Schreien, Rumblödeln) zu erkennen, wer "kompetent" ist und wer nicht. Ein Kind in diesem Alter kann m.M. diese Sozialkompetenz noch garnicht ausstrahlen.


:tu:

@ claudia
jap - war wahrscheinlich unglücklich ausgedrück von tina ...

Dodo H
25.01.2004, 17:42
Hallo
@ Susi Bitte nächstes Mal nur einen Thread eröffnen, wird sonst zu unübersichtlich. Danke

@ All
Mich wundert es, das man wieder so in eine Rangordnungsgeschichte rutscht.

Ich würde sagen, das eine "Künstlich hergestellte Rangordnung" Gefahren in sich birgt, weil man keine 100 % Kontrolle haben kann (ich kann mit Kind und Hund in einem Raum sein, und es kann trotzdem etwas passieren)

Ich würde aber auch sagen, das ich diese Sachen (Kommandos) nie gemacht habe, um irgendjemandem zu zeigen, wer wo in der Rangordnung steht. Ich würde meinen Kindern auch nicht, wenn sie Körperlich und geistig in der Lage sind, zeigen, wie sie sich bei dem Hund durchsetzten müssen/können, da die Kinder lernen sollen "wie lernt ein Hund, warum lernt er und wie bringe ich es ihm bei" . Also für mich ist Signalkontrolle etwas mehr, als Rangordnung.

Dodo und Richy

Thomas
28.01.2004, 22:05
Hi Dodo,

ich sehe die Diskussion eigentlich nicht in eine Rangordnungsgeschichte abdriften.

Zitat von Susi2512 aus dem anderen Thread:

Es ist nun mal so, das der Hund nach dem Menschen Kommt und das bedeutet für mich, dass mein Sohn sich so langsam auch durchsetzen soll.
Das klang für mich schon nach "Der Hund kommt nach dem Kind = Mensch" - diese Meinung ist ja defacto auch gar nicht so selten anzutreffen. Vielleicht meint es Susi ja auch nicht "so" - ich wollte jedenfalls mit meinem Statement nur eine andere/gegenteilige Sichtweise aufzeigen. Könnte mir gut vorstellen, das Eltern, die ihr Kind über den Hund "heben", nicht wirklich entspannt und souverän agieren und somit unnötigerweise Spannung hervorrufen...

Grüßla
Thomas

PS. Signalkontrolle hat für mich ebenfalls nichts (oder zumindest kaum) etwas mit Rangordnung zu tun, das nur nebenbei :rolleyes:

Lotta
29.01.2004, 10:13
Hallo Susie,

ich habe mit Hund und Kind ähnliche Erfahrung. Meine Klein-Hündin ist 6 Jahre und meine Nichte 5. Sie wohnen seit 5 Jahren in der gleichen Wohnung. Meine Nichte hat früher, als Baby und Kleinkind alles mögliche angestellt, wir haben Hundepfoten, Schwanz, Ohren usw. mehr als einmal aus den Babyhänden befreit. Die Hündin hat immer nur laut gejault, nie geschnappt. Aber wenn sie umarmt und gedrückt wird, fährt sie wie der Blitz herum und schnappt mit lautem Zähneknallen in die Luft. Also ähnlich wie deine Hündin, die ja auch nicht wirklich gebissen hat. In meinen Augen ist das echte Notwehr und hat mit Rangordnung nichts zu tun.

Da hilft nur eins - dem Kind (und seinen Freunden) klar zu machen, dass ein Hund nie und niemals umarmt werden darf, weil ihm das schreckliche Angst macht. Ein vierjähriges Kind kann das verstehen, so wie es ja auch versteht, dass es nicht in die Steckdose fassen darf. Falls es versucht, die Sache zu einem Machtkampf zu machen,- tun Kinder ja gern mal-, würde ich grundsätzlich verbieten, den Hund anzufassen, bis diese Sache klar ist.

Kind und Hund nie allein lassen halte ich im Alltag für eine Utopie. Bei uns, mit einer Fünfjährigen, die sich natürlich frei in der Wohnung bewegt, einem Krabbel-Baby und einem Hund, der gern dabei ist, wüsste ich nicht so recht, wie das gehen soll. Das ich trotzdem so gut wie möglich aufpassen würde, ist klar.

Viele Grüße von Lotta

Hovi
29.01.2004, 10:35
Original geschrieben von Lotta
Kind und Hund nie allein lassen halte ich im Alltag für eine Utopie. Bei uns, mit einer Fünfjährigen, die sich natürlich frei in der Wohnung bewegt, einem Krabbel-Baby und einem Hund, der gern dabei ist, wüsste ich nicht so recht, wie das gehen soll.

Hallo Lotta,

ganz einfach:

Indem man den Raum, indem sich das Kleinkind, das Krabbelkind UND der Hund befindet, nicht aus den Augen läßt!!!!!!

Und muß man ihn doch verlassen, dann nimmt man den Hund eben mit.

Mir würde es NIE einfallen, einen meiner Nichten/Neffen auch nur eine Sekunde mit den Hunden alleinzulassen!

Grüßle
Claudia

Lotta
29.01.2004, 11:23
Hallo Hovi,

z.B. gesern nachmittag - beide Kinder in meinem Zimmer, Hund pennt auf dem Bett, Große spielt davor auf dem Boden. Baby nörgelt, will zu Mama, ich nehme Baby auf den Arm und bring sie weg. Große und Hund bleiben natürlich allein im Zimmer. Ich halte Baby noch, bis Breichen fertig, quatsche in der Küche mit Schwester, nach 15 min kommt Hund angetappelt, um mal zu gucken, wo ich bin. Große und Hund waren also 15 min allein.

Risiko? In meinen Augen keins, weil ich Hund und Kind kenne und das Kind vor so rund 2 Jahren kapiert hat, dass sie mit dem Hund behutsam umgehen muss, sonst haut er immer ab, und das möchte sie nicht.
Um den Krabbelbaby zu entgehen, hat der Hund erhöhte Liegeplätze, wo es nicht dran kann. Da habe ich im Moment auch keine Bedenken, passe aber natürlich mehr auf als mit der Großen.

Würde mich interessieren, wie die Erfahrung der Eltern hier ist - schafft ihr es, Hund und Kind nie allein zu lassen?

Neugierige Grüße von Lotta

ElkeG
29.01.2004, 12:12
Hund und Kind nie alleine lassen - halte ich für absolut unmöglich.

Bei Nichten und Neffen ist das kein Problem - das ist ja ganz klar. Die wohnen ja nicht da, kommen auf Besuch, da kann man schon mal ein Auge drauf haben.

Aber bei den eigenen Kindern (ich meine die, die 24 Std. am Tag bei einem wohnen) - schlichtweg nicht machbar.

Ich habe ein Haus mit 140 qm verteilt über EG, 1. Stock, DG. Meine Kinder sind auch nicht mehr so klein ( 9 1/2 und 7 1/2), d. h. sie bewegen sich frei im Haus. Und der Hund natürlich auch. Und dann muß ich ja auch mal alleine weg (Arzt, Einkaufen usw.). Die Kinder kommen da im Allgemeinen nicht mehr mit und der Hund natürlich auch nicht.

Ich sehe auch das Problem überhaupt nicht - bei uns klappt das einwandfrei. War bei uns zu Hause - als ich noch ein Kind war - auch so. Meine Eltern haben gearbeitet und ich war mit dem Hund zu Hause. Der Hund ist sehr alt geworden, ich bin bald 32 und lebe auch noch. Und oh Wunder - der Hund und ich sind prima miteinander klar gekommen (ich habe ihn nicht gequält, er hat mich nicht gebissen). Und warum? Weil mir meine Eltern von klein auf beigebracht haben, wie man mit einem Hund umgeht (wie ich das auch bei meinen Jungs gemacht habe).

Hovi
29.01.2004, 12:48
Nehmt es mir nicht übel, ich seh es halt anders.

Ich lege weder für ein Kleinkind noch für einen Hund die Hand ins Feuer, da kann ich beide noch so gut kennen!

Wenn meine Nichten/Neffen zu Besuch übers Wochenende sind, ist das für mich Stress pur, weil es tatsächlich nicht einfach ist, die Bande immer im Auge zu haben. Aber: Es geht!

Ich halte es nach wie vor für leichtsinnig, Hunde und Kinder allein zu lassen. Elke, für mich ist das auch kein Argument, dass man Dich als Kleinkind mit nem großen Hund regelmäßig allein ließ und Du heut noch lebst.

Ich schreibe nämlich nicht, dass etwas passieren muss, sondern dass etwas passieren kann!

Dafür zu sorgen, dass nichts passiert, ist Job der Eltern.

Wenn ihr Hunde und kleine Kinder habt, die ihr ohne Aufsicht lassen könnt, ist das toll für euch - ich würde es nicht machen.

Grüßle
Claudia

ElkeG
29.01.2004, 14:36
Hallo Claudia,

also, erstens war ich kein Kleinkind mehr, als meine Eltern mich mit dem Hund alleine gelassen haben (das fände ich nämlich auch wirklich unverantwortlich) und zweitens haben wir den Hund auch erst geholt, als meine Kinder auch keine Kleinkinder mehr waren (sprich vor einem halben Jahr).

Ich rede hier wirklich nicht davon, 3- oder 4-jährige (oder vielleicht noch kleiner) Kinder mit dem Hund unbeaufsichtigt zu lassen. Das fände ich persönlich auch fahrlässig.

Aber entschuldige bitte, Du hast keine eigenen Kinder, also denke ich nicht, daß Du das wirklich beurteilen kannst. Das soll jetzt kein Angriff sein, es ist aber einfach so.

Wenn Deine Nichten bzw. Neffen mal am Wochenende da sind, kannst Du das nicht mit der Dauersituation vergleichen. Das ist wie wenn meine Eltern die Kinder übers Wochenende haben. Da tun sie dann nichts anderes, als sich um die Kinder zu kümmern. Sie können sich das ja einteilen. Da haben beide Zeit, eingekauft wird vorher, da muß nicht zum Arzt gegangen werden und nicht geputzt und gebügelt werden.

Aber der "normale" Alltag sieht eben anders aus. Sprich Mann geht arbeiten, Frau ist mit Kindern und Haustieren alleine zu Hause. Und da kann man eben nicht alles so einteilen, daß ich immer beide Kinder und Hund im Auge habe. Das ist nicht nur, wie Du sagst "stressig", es ist einfach nicht machbar.

Und ich denke, daß alle Eltern sehr gut selbst beurteilen können, ob sie die Kinder mit den Tieren alleine lassen können oder nicht. Man hat ja oft genug die Möglichkeit, zu beobachten, ob und wie das klappt.

Hovi
29.01.2004, 14:39
Hallo Elke,

dieser Thread handelt aber von Hunden und kleinen Kindern, nicht von Teenagern. Wie alt Du damals warst, hast Du nicht dazugeschrieben.

Ich sagte bereits: Wer das richtig findet, sein/e kleinen Kinder mit dem Hund unbeaufsichtigt zu lassen, der möge es tun.

ICH würde es nicht tun.

Grüßle
Claudia

ElkeG
29.01.2004, 14:43
Hi Claudia,

ich rede ja auch nicht von Teenagern. Ich habe jetzt für mich und meine Kinder gesprochen (sind ja noch keine Teenies).

Aber wo ich Dir recht geben muß, ist, daß ich bei kleineren Kindern (d.h. unter ca. 6 Jahren) auch wirklich starke Bedenken hätte.

Ich war übrigens damals auch kein Teenager, sondern eben auch im Schulalter, als ich mit dem Hund alleine bleiben durfte.

changale
29.01.2004, 14:56
Hallo,

Auch für Kinder über 6 Jahre (bis ca. 10 Jahre) finde ich es noch ziemlich unverantwortlich sie mit einem Hund alleine zu lassen! Sicherlich kommt es dabei auch auf die Größe des Hundes an... Fakt ist aber, dass ich NIE ein Kind, egal welchen Alters, mit meinen Hunden alleine lassen würde. Da gibt es einfach viel zu viele Miss-Interpretationen in der Körpersprache beider Seiten.

Außerdem die Aussage wer keine Kinder hat, kann das gar nicht beurteilen ist doch völliger Quatsch. Irgendwie ist das bei Eltern wohl eine Standard-Ausrede! :mad: Wenn die Meinung anderer nicht gefällt dann kommt halt dieser Spruch. Sehr konstruktiv!!!

WIR haben auch keine Kinder aber wir haben genug Bekannte, Verwandte, etc. die regelmäßig mit ihren Kindern bei uns zu Besuch sind (zum Teil babysitten wir auch wenn die Eltern in Urlaub sind, also haben wir auch einen "Dauerzustand") und auch die Kinder würde ich NICHT mit Leika und Dakota alleine lassen! Auch wenn die beiden die Kinder total gut kennen. Das Risiko ist es mir einfach nicht wert!

Und man sieht ja wie gut Eltern die "Situation" meistens einschätzen können... Oder würden sonst so viele Leute ihre Hunde abgeben weil sie Angst haben Hund könnte Kind oder umgekehrt falsch interpretieren und es würde was passieren? Wohl kaum!

LG,
Petra & die Husky-Rasselbande

Hovi
29.01.2004, 14:59
Hallo Petra,

die meisten Kinder werden NICHT von irgendwelchen wildfremden Hunden gebissen.

Fast alle Beißunfälle mit Kindern ereignen sich im eigenen Haushalt mit dem vertrauten Familienhund.

Jeder weitere Kommentar dazu ist eigentlich überflüssig ;).

Grüßle
Claudia

changale
29.01.2004, 15:12
Hier übrigens noch folgendes Beispiel (Tatsachenbericht!)zu "wie gut Eltern die Situation einschätzen können".

Kind (6 Jahre), Mutter und Hund (Schäferhund) sind im Wohnzimmer. Die Mutter liest, das Kind guckt Fernsehen und der Hund knabbert an einem Knochen. Das Telefon klingelt und Mutter geht in die Diele wo das Telefon steht um zu antworten. Kind bleibt mit Hund alleine. Die Dielentür ist offen und Mutter beobachtet halbwegs das Geschehen im Wohnzimmer.

Während die Mutter telefoniert, klettert das Kind von seinem Platz auf dem Sofa und rennt zum Hund um ihm den Knochen wegzunehmen. Hund will den Knochen nicht abgeben also haut Kind dem Hund auf den Kopf. (Mutter guckt von der Diele aus zu und sagt nichts!!!) Der Hund will seinen Knochen verteidigen und schnappt nach dem Kind. Das Kind ist nicht schnell genug und der Hund erwischt es im Gesicht.
Schaden? Ein paar blutige Kratzer und Schrammen (also glimpflich ausgegangen).
Fazit? Hund wurde ins TH abgeschoben, denn der Hund war ja nicht (mehr) kinderfreundlich und hatte sich lt. Aussage der Mutter "im Gesicht des Kindes festgebissen" (wogegen wohl das Verletzungsbild spricht). Und überhaupt man konnte ihm nicht mehr "vertrauen".
Der neue Hund den man sich dann anschaffte (ein süßer kleiner Terrier) wurde nach 6 Monaten auch abgegeben, weil der Junge auch von ihm gebissen wurde als er dem Hund aus Spaß auf die Pfoten tritt während Mutter nicht anwesend war, weil man Kinder und kleine Hunde ja ruhig alleine lassen kann.

Ein weiterer Kommentar ist dazu wohl nicht nötig.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

changale
29.01.2004, 15:16
Original geschrieben von Hovi
Fast alle Beißunfälle mit Kindern ereignen sich im eigenen Haushalt mit dem vertrauten Familienhund.


@ Claudia

Ja stimmt! Die Statistiken sprechen Bildbände. Aber die scheinen ja alle gefaked zu sein, denn wie Du hier ja erfahren hast, können Eltern die Hund-Kind Situation sehr gut einschätzen!! ;)

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

ElkeG
29.01.2004, 17:47
Ich find´das ja wirklich toll, daß hier vor allem Leute die keine Kinder haben so wunderbar Bescheid wissen, und über alle Eltern mit Kindern pauschal urteilen können.

Ich als Mutter kann ja nur für meine Kinder sprechen. Und da weiß ich einfach, daß es sowas wie Knochen wegnehmen, Hund treten usw. nicht gibt. Meine Kinder sind ja nicht vollkommen unterbelichtet - sie wissen sehr wohl, daß der Hund eben auch beißen kann, wenn ihm etwas nicht paßt.

Man kann das doch nicht mit dem Besuch vergleichen, der ab und zu mal kommt. Bei uns kommen ja auch Nachbarskinder. Die haben fast alle keine Haustiere und dementsprechend können sie auch mit ihnen umgehen (nämlich gar nicht). Da ist vollkommen klar, daß ich dabei bleibe und aufpasse. Aber ich sehe eben ganz deutlich den Unterschied zwischen Kindern, die zu Hause einen Hund haben und welchen die keinen haben. Die Kinder mit "Hundeerfahrung" können durchweg gut mit unserem Hund umgehen, bei den anderen ist das allermeistens nicht der Fall.

O.k. wir haben einen Westie, und keinen Schäfer oder Husky.

Und jetzt diese Tierheim-Geschichten zu bringen (fast alle Hunde werden von Familien mit Kindern abgegeben ...), dazu fehlen mir wirklich die Worte.

Unser nächstgelegenes Tierheim schein da ja wohl die große Ausnahme zu sein. Da sitzen Tiere, die z.B. abgegeben wurden, weil der Mann eifersüchtig wurde auf den Hund der Frau. Auf jeden Fall kein einziger Hund aus einer Familie (auf der Internetseite steht nämlich immer die Geschicht).

Die meisten Familien (Ausnahmen gibt es natürlich immer) würden nämlich die Hunde schon allein aus dem Grund nicht weggeben könnnen, weil die Kinder viel zu sehr an ihnen hängen.

Aber das hab´ich hier ja im Forum schon öfter mitbekommen. Scheinbar schafft man sich lieber einen Hund an und verzichtet auf Kinder, weil die ja alle Tierquäler sind. Das ist zwar jetzt etwas überspitzt ausgedrückt, aber genau so kommt es rüber.

Ich denke, hier gibt es einige, die erst mal erwachsen werden sollten....

ElkeG
29.01.2004, 18:04
Entschuldigt bitte, aber das mußte mal raus ....

Mir kommt das echt so vor, als würde mir ein Blinder die Farben beschreiben wollen!

Ich kann doch die eigenen Kinder nicht mit Fremden vergleichen. Ich kenne meine Kinder von Geburt an und habe sie ja selbst (zumindest versucht) erzogen. Und ich denke im Großen und Ganzen ist es mir bisher ganz gut gelungen.

Aber ich sehe doch auch ganz deutlich den Unterschied zwischen fremden Kindern und meinen eigenen. Und wenn Ihr mal selbst Kinder haben solltet (falls Ihr Euch nicht wegen des Hundes dagegen entscheidet), dann werdet Ihr ansatzweise verstehen können, was ich meine.
Ich kenne meine Kinder besser als irgend jemand sonst und kann sie dementsprechend einschätzen. Ich weiß, wie sie auf was reagieren und wie sie was handhaben. Das kann ich aber eben nur bei meinen eigenen Kindern. Ich kann das nicht bei meinen Nichten und Neffen und nicht bei Kindern von Bekannten und Freunden. So gut kenne ich sie nicht und werde sie auch nie kennenlernen.

Und dann sollte man halt auch nicht außer acht lassen, daß allein das Vorbild der Eltern zählt. Bei mir hätte es sowas eben nie gegeben, daß Haustiere (sei´s Hund oder Katze) getreten oder sonstwie geärgert werden. Und gerade weil meine Kinder das niemals anders gelernt oder erlebt haben, kämen sie auch nicht im Traum auf die Idee - ich habe sie ja oft genug mit den Tieren beobachtet.
Genauso wie ich als Kind niemals so falsch mit den Hunden umgegangen wäre, einfach weil mir das so vorgelebt wurde und ich das natürlich auch so gesagt bekommen habe.

susi2512
30.01.2004, 09:06
Hallo
Ich freue mich sehr über euere regen Anteilname zu meinem Beitrag. Besonders die unterschiedlichen Meinungen verblüffen mich doch sehr. Also, Mein Hund ist jetzt fast 2 Jahre und wie euch ja bekannt ist, gibt es bei Hunden wie auch bei uns Menschen verschiedene Entwicklungs- Phasen, wie zum Beispiel die Pubertät und dann kommt noch eine nach der Läufigkeit und dann wohl noch eine Phase mit 2-3 Jahren. Das bedeutet, dass sich meine Hündin auch verändern kann und eben mal anders reagiert als man denkt. An dem Tag als mein Hund den kleinen gezwickt hat, habe ich nur einmal kurz den Blick abgewendet gehabt und konnte schon nicht mehr eingreifen geschweige denn sagen was da nun wirklich abgelaufen ist. Es kommt kaum vor das mein Sohn mit dem Hund alleine ist, das hat sich auch ganz alleine so ergeben. Ich habe immer dafür gesorgt, dass der Hund mir folgt und nie mit dem kleinen alleine in einen anderen Raum ist. Wir haben auch 130 qm, doch das war keine Hürde. Ich habe einen sehr verspielten lieben Hund und mein Sohn kann sich eigentlich viel bei meiner Hündin erlauben. Mein Sohn hat ihr auch schon mal einen Knochen weggenommen, weil er dachte sie hätte sein Spielzeug im Mund, das fand mein kleiner nun eklig und gab den Knochen sofort zurück. Der Hund schaute nur und nahm sich den Knochen und knabberte weiter. Dann war mein Sohn mal Tierarzt und mein Hund wohl schwer Krank. Natürlich wurde er von Kopf bis Fuß untersucht. Da wurden die Pfoten beguckt der Bauch abgetastet und die Zähne untersucht. Dann gab es Medikamente in Vorm von Drops und in einer Kleinen Schüssel aus seinem Arztkoffer wurde ihr Wasser gereicht was mit einen Zungenschlag weg war. Meine Hündin lies das alles mit sich machen, bekam ja auch noch Leckerlis. Dies und andere Spielchen machen ihr ja auch spaß, macht auch richtig mit wenn wir verstecken spielen oder uns alle mal auf dem Boden Kabbeln. Doch bei allen Spielen mit Hund und Kind bin ich dabei. Und weil meine Hündin nun mal anders reagiert hat als ich dachte und gewohnt war, war ich doch sehr erschrocken. Ich wollte nun wissen wie ich das verhalten zu interpretieren habe und ob ihr so was auch schon erlebt habt. Mein Sohn geht sehr lieb mit dem Hund um, er hängt auch sehr an ihr und will oft auch mit ihr knuddeln. Wir haben ihn beigebracht das er ein Tier mit Respekt und Liebe behandeln muss, treten an den Haaren ziehen, würde er unsere Tiere nicht absichtlich und das mit dem Umarmen haben wir ihm auch erklärt. Eure Geschichten und Beispiele sind zwar Ausnahmefälle( hoffe ich), aber es zeigt mir dass man nicht vorsichtig genug sein kann. Eins ist noch zu sagen, das es ein großer unterschied ist, nur Tiere zu haben, oder Tier und Kinder. Es ist eine Große Verantwortung dem Kind und dem Tier gegenüber, die ich mich auch stellen werde.
Gruß Susi

ElkeG
30.01.2004, 09:50
Hallo Susi,

ich finde das auch o.k. Ich denke, fast alle Eltern (natürlich gibt es immer Ausnahmen - abe die gibt es überall) darauf achten werden, daß die Kinder lernen, verantwortungsvoll mit den Tieren umzugehen.

Was mich nur immer wieder ärgert (und das war in einem ähnlichen Beitrag schon mal der Fall), ist, daß selbsternannte Familienexperten (ausschließlich ohne eigene Familie) meinen, sie könnten beurteilen, wie es in einer Familie wirklich zugeht und wie Kinder (vorzugsweise die eigenen) mit Tieren umgehen oder auch nicht.

Für so unkonstruktive Kommentare habe ich einfach kein Verständnis.

Nur weil ich Bill Clinton mal die Hand geschüttelt habe, bin ich noch lange keine Expertin für das Liebesleben amerikanischer Präsidenten.
Und nur weil ich auch schon in Kunstausstellungen war, bin ich noch lange keine Kunstexpertin.
Und obwohl ich schon öfter im Vatikan war, bin ich nicht der Papst.

Ich kann mir sicher gut vorstellen, wie es wäre, wenn ich die Gespielin des Präsidenten, eine Kunstexpertin oder der Papst wäre. Aber höchstwahrscheinlich ist das meilenweit von der Realität entfern. Und sollte ich mich mal wirklich für diese Themen weitergehend interessieren, frage ich vielleicht am besten Leute die sich damit auskennen (z.B. Monica Lewinsky oder den Papst persönlich). Es bringt mich nicht weiter, wenn ich den nächstbesten auf der Straße anspreche.

Und so ist es hier eben auch. Wenn ich von anderen Familien wissen möchte, wie sie das mit Hund und Kind handhaben, dann möchte ich eben auch die Antwort von Leuten mit Kindern und nicht von Leuten, die sich vorstellen könnten, wie es ist, Kinder zu haben.

changale
30.01.2004, 10:01
@ Elke

Erst einmal möchte ich hier klarstellen, dass ich Dich in keinem Falle mit meiner Meinung angreifen wollte, aber ich sehe das halt etwas anders wie Du.

Weißt Du eigentlich, dass Leute ihre Aufsichtspflicht verletzten wenn sie Kinder bis zum Ende des 6. Lebensjahrs alleine lassen? Insbesondere wenn eine potentielle Gefahr (Hund) mit dem Kind im Raum ist?
Das mag in Deinem Fall nicht so sein, aber in den meisten Fällen sind es ja wirklich kleine Kinder die gebissen werden.

Wie erklärst Du Dir ansonsten bitte die Tatsache, dass es jährlich in Deutschland über 10.000 bekannte (!), zu behandelnde Hundebisse gibt, bei denen in mehr als 60% der Fälle Kinder die Opfer sind und diese Kinder wurden in 85% der Fälle vom eigenen Familienhund gebissen weil Mama & Papa nicht aufgepasst haben?
Alleine in den USA gibt es zum Beispiel jährlich ca. 4,5 Mio (!) Hundebisse und dort sind es auch mehr als 60% Bisse die Kinder erleiden. Und auch hier sind es mehr als 80% an Bissen die durch den Familienhund verursacht worden sind. Warum? Weil die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Außerdem glaube ich nicht, dass man die Schwere der Verletzung die durch den Biss eines Westis, Yorkies o.ä. beigebracht wird mit dem Biss eines Huskys, Schäferhunds, Golden Retrievers, etc. vergleichen kann. Da liegen m.E. Welten zwischen! Und wie Du vielleicht meiner ersten Nachricht entnommen hast, sagte ich, dass es auf die Größe des Hundes ankommt.
Bei einem Westie hätte ich auch kein Problem meinen 9 1/2 jährigen Sohn mit ihm alleine zu lassen. Aber sei mal ehrlich, wenn Du einen großen Hund hast, der dazu noch wild und ein wenig unberechenbar ist, würdest Du dann ein 3 oder 4 Jahre altes Kind mit ihm länger alleine lassen? Ich rede ja nicht hier von 3 Minuten die Du mal auf die Toilette mußt... Ich hätte da so meine Bedenken.

Hast Du denn noch nie von Fällen gehört wo der Hund dem Kinde wegen Diskrepanzen weichen mußte??? Denn ich kenne alleine im erweiterten Bekanntenkreis ungefähr 20 Fälle wo ein Kind vom Hund gebissen wurde und die Eltern den Hund dann ins Tierheim abgeschoben haben. Und wenn ich mir div. Tierheimseiten im Netz mal angucke, dann lese ich da immer wieder "abgegeben da Probleme mit Nachwuchs", "hat Sohn der Besitzer gebissen" u.ä. In dem Tiefhilfe-Verein in dem ich Mitglied bin, sitzen übrigens momentan 12 Hunde ein, die wegen obengenannter Gründe abgegeben worden sind.

Ich hoffe, ich konnte meinen Standpunkt ein wenig klären.

LG,
Petra & die Husky-Rasselbande

Lotta
30.01.2004, 10:38
Hallo Elke,

wenn ich mich deiner Meinung anschließen würde, hieße das für mich, Kinder und Hunde passen nicht zusammen. Ein Hund, insbesondere ein größerer, darf dann eben erst ins Haus, wenn das jüngste Kind 10 Jahre alt ist. Wer einen Hund hat, sollte solange auf Kinder verzichten. Alternative wäre, den Hund regelmäßig in ein abschließbares Zimmer zu sperren oder gleich einen Zwinger im Garten zu bauen, wo er rein kommt, wenn man die Aufsicht nicht garantieren kann. Denn Eltern müssen auch mal ohne Hund das Haus verlassen können, und Kinder müssen und wollen ab einem bestimmten Alter (ca. 6 Jahre) lernen, mal allein zuhause zu bleiben.

Ich habe heute mal im Park die anderen Eltern gefragt, keiner schafft es, Hund und Kind nie allein zu lassen. Alle sind der Ansicht, das man durch Auswahl des Hundes und Erziehung von Hund und Kind das Risiko möglichst klein halten solle, ausschließen kann man es aber nicht.

Deine Zahlen sind zwar sehr eindruckvoll, aber sie sind nur ein Bruchteil der Verletzungen, die sich Kinder zuziehen. Kinder verletzten sich im Straßenverkehr, beim Radfahren, Klettern, Toben. Trotzdem setzten wir sie dem allen aus, nicht plötzlich, aber so nach und nach - und nicht erst ab Zehn.
Und dazu gehört für mich auch, dass ich der Fünfjährigen sage, ich gehe für eine halbe Stunde einkaufen und du darfst hier bleiben und spielen, der Hund bleibt auch da und ich vertraue darauf, dass du ihn nicht ärgerst (keinem Fremden die Tür aufmachst, nicht mit Feuer spielst, usw.). Das würde ich nicht mit einem Husky machen und auch nicht mit jedem Kind, aber bei meinem Zwergpinscher-Mix und meiner Nichte hätte ich kein Problem.

Grüße von Lotta

Hovi
30.01.2004, 11:09
Hallo Petra,

es wurde doch alles bereits gesagt.

Ich bin sicher, die Eltern der gebissenen Kinder waren allesamt zu 100 % überzeugt

a) ihren Hund genau zu kennen und
b) ihr Kind genau zu kennen

Und dann kommt das berühmte "DAS HÄTTEN WIR JA NIE GEDACHT...es waren doch nur ein paar Minuten!"

Und das, obwohl bei diesem Thema doch anscheinend nur Mütter mit Kindern mitreden dürfen, WEIL sie die Situation doch so perfekt einschätzen, alle anderen sind aussen vor.

Übrigens: Wieviele Fahrräder werden auf den Müll geschmissen, weil das Kind damit mal stürzt? Kaum eines.

Wieviele Hunde werden abgegeben, weil sie angeblich "gebissen" (geschnappt?) haben, und man ihnen ja nun nicht mehr vertrauen kann?

Wie gesagt, jeder nach seiner Facon.

Gruß
Claudia

changale
30.01.2004, 12:06
@ Lotta,

siehst Du, Du grenzt auch ein! Also wärst Du bei einem großen Hund auch nicht gewillt Hund und Kleinkind alleine zu lassen... Übrigens, Du meintest mich mit Deinem letzten Beitrag hier und nicht Elke. ;)

@ Claudia,

wir sind halt - wie wir hier lernten - keine Experten und total unerfahren!! :0( Und da wir keine Kinder haben (also anscheinend nicht berechtigt sind eine Meinung zu haben), können wir ja eh nicht mitreden... Ich finde die Zahlen reden für sich und ich würde ein Kind nicht mit meinen beiden alleine lassen. Aber lassen wir es dabei, das wird mir langsam zu stupide. Erst wird an die Öffentlichkeit eine Frage gestellt (Oder hast Du irgendwo "Only parents permitted" gelesen) und wenn man dann mal seine Meinung sagt und auf Fakten hindeutet, dann wird das alles direkt als "falsch" dargestellt. Na ja, vielleicht liegt es daran, wie Elke schon sagte, dass ich noch erwachsen werden muß.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

susi2512
30.01.2004, 16:27
Hallo, :wd:
Ich habe früher auch oft die Antwort bekommen :(
Da kannst du nicht mitreden du hast keine Kinder
Es gibt bestimmt Themen da kann man als Kinderloser nicht urteilen. Dieses Thema war aber, Hund und Kind und ich denke mal da können auch Kinderlose Hundebesitzer gut argumentieren da sie ja auch Erfahrungen mit Hund haben. Wir wollen doch alle hier nur das eine; Hilfe in Situationen wie die meine und da nehme ich jeden gut gemeinten Rat an. Ich weiß nicht ab wann ich meinen Hund mit meinen Sohn mal ganz alleine lassen kann. Ich hoffe dass ich das genauso aus dem Bauch heraus entscheiden kann wie vieles was man bei Kindern und Hunden so macht. Es ist von vielen Faktoren abhängig, ZB: Wie weit ist mein Sohn und wie berechnend ist mein Hund usw. So was lässt sich nicht verallgemeinern, das ist individuell von Kind und Hund abhängig. Die zahlen von Hundebissen sind schon erschreckend, doch wir als Eltern müssen versuchen Kindern ab einen bestimmten Alter zu vertrauen und ihnen Verantwortung übergeben.
Gruß Susi

ElkeG
30.01.2004, 16:31
Hallo nochmal,

für mich ist es natürlich auch ganz klar, daß man die Situation von der Größe des Hundes und des Kindes abhängig machen muß.

Wir haben uns bewußt erst für einen Hund entschieden, als mein kleinerer Sohn auch schon 6 Jahre alt war. Und dann eben auch absichtlich für eine kleine Rasse. Man muß ja Gefahrensituationen nicht noch extra provozieren. Und gerade weil mir als Mutter klar ist, daß ich meine Kinder und den Hund nicht immer im Auge haben kann, war es für mich wichtig, daß der Hund nach Möglichkeit nicht größer wird, als mein kleiner Sohn jetzt ist, eben weil die Bißintensität bei einem Schäfer natürlich eine ganz andere ist, als bei einem Westie, Dackel oder ähnlichem.

Es geht ja nicht nur darum, daß die Kinder den Hund absichtlich oder unabsichtlich provozieren. Manchmal ist es einfach ein Mißgeschick. Ich wurde als Kind auch ein einziges Mal von unserem Dackel gebissen - einfach deshalb, weil ich seinen Schwanz aus Versehen in die Tür geklemmt hatte (was natürlich kein rein kindlicher Fehler ist - das ist mir mit unserer Betsy auch schon passiert. Weil sie eben so klein ist und ständig hinter, vor oder zwischen meinen Beinen steht). Aber wenn ich oder meine Kinder von unserem Westie gebissen würden (was bisher nie passiert ist), dann ist das vielleicht etwas schmerzhaft, aber natürlich etwas vollkommen anderes als bei einem großen Hund.

Und ich möchte Leuten, die keine Kinder haben, nicht das Recht absprechen, mitzudiskutieren. Was mich dabei einfach nur stört, ist dieses scheinbar absolute Wissen, wie etwas zu sein hat oder nicht. Und die Theorie hat nunmal mit der Praxis oft herzlich wenig gemein.
Wenn man selbst keine Kinder hat, könnte man die Antwort ja anders formulieren. Eben nicht "Du darfst einfach niemals Hund und Kinder aus den Augen lassen" (in der Theorie eben ganz schön - in der Praxis nicht machbar). Sondern vielleicht dann besser Empfehlungen abgeben. So nach dem Motto: "Ginge es nicht, daß...." oder "Meinst Du nicht, daß es besser wäre ..."

Und daß unser Hund 100 %-ig niemals beißt, das kann ich genauso wenig sagen, wie irgend jemand anders. Aber bei der Größe unseres Hundes und der Kinder kann ich davon ausgehen, daß sie nicht zerfleischt im Wohnzimmer liegen, wenn ich vom Einkaufen oder Arzt nach Hause komme.

Daß man Kinder unter 6 Jahren nicht alleine zu Hause lassen darf, weiß ich natürlich auch. Ist bei uns vor dem Schuleintritt auch höchstens viertelstundenweise vorgekommen (z. B. Kind krank - Medikamente besorgen oder ähnliches). Aber mit dem Schuleintritt (und der Hund kam ja erst danach) muß man dem Kind einfach auch etwas mehr Vertrauen schenken. Bei uns ist es aber eh meistens so, daß wenn dann beide Kinder da sind - also auch mein älterer Sohn, der schon auch mit aufpaßt, ob alles klar geht.

filou_bonny
30.01.2004, 17:21
Wir sind Eltern einer mittlerweile 9jährigen Tochter. Jessie ist von Säuglings"beinen" an Hunde gewohnt. Ich denke sie sind so "normal" für sie wie Frühstücksmüsli, Pommes und Kino. Sie gehören einfach zur Familie dazu. Ebenso, hoffen wir doch mal, hat sie gelernt mit ihnen umzugehen. Sie würde sie nie beim Essen stören, Kauknochen wegnehmen etc. Ich arbeite halbtags. Jetzt im Winter muss ich morgens manchmal eher weg, wegen Staus etc. oder sie hat eher Schuleaus. Da ist es selbstverständlich, dass sie mit den Hunden auch mal alleine ist. Habe ich mir auch noch nie Gedanken drüber gemacht, weil das einfach "normal" für mich ist. Wenn man die Kinder und Hunde nicht unbeobachtet lassen könnte, könnte man ja nicht mal mehr auf die Toilette gehen, denn solche Vorfälle geschehen innerhalb von wenigen Sekunden. Hier wurde oft schon von Vertrauen gesprochen, das man haben sollte in die eigenen Hunde - das habe ich, was das anbelangt 100%ig und auch in mein Kind. Eine andere Sache sind Jessie's Freunde. Ihr ist es strikt untersagt in der Zeit wo wir weg sind, Freunde mit nach Hause zu bringen. Da wird rumgetobt, der Süssigkeitenschrank geplündert etc. - und zwei "Geier" stehen immer dahinter. Damit wäre ich wohl an der Stelle angelangt, an der berechtigterweise Zweifel angebracht ist. Ich gehe auch NIE weg, wenn Jessie Besuch hat. Man kann von keinem Kind erwarten, das noch nie Hunde als "Mitbewohner" hatte, diese so zu verstehen als wenn man tagtäglich damit zu tun hat. Ein wirkliches Schreckerlebnis hatte ich mal mit Jessie's bester Freundin. Nach einem Tag im Garten mit Rumtoben etc. meinte sie Filou ihre Zuneigung auch noch beim Essen beweisen zu müssen (sie hat ihn umarmt und gedrückt - normalerweise kein Problem - aber eben beim Fressen ....). Er hat "nur" die Zähne gezeigt und kurz geknurrt. Ich war in der Küche, aber das ging so schnell, wenn er wirklich hätte beissen wollen, wäre auch ich zu spät gewesen ... Ich denke, Hunde die es einfach gewohnt sind, dass ein Kind (oder Kinder) fest zur Familie gehören begreifen das auch. Anders ist es eben (auch bei uns), wenn Kinder, zwar bekannt - aber nur ab und an mal zu Besuch kommen.

LG Kerstin

Dodo H
30.01.2004, 19:53
Hallo Thomas


ich wollte jedenfalls mit meinem Statement nur eine andere/gegenteilige Sichtweise aufzeigen.
-- ich sehe das genauso, ein Kind wird nie in der Lage sein, wenn es nicht körperlich und geistig dazu fähig ist, über dem Hund zu stehen, deswegen bin ich auch gegen eine "künstliche" Rangordnung. Ich selbst lebe mit meinem Hund auch nicht nach "Rangordnungschema", das was ich sage, hat er größtenteils mittels Signalkontrolle erlernt, und nicht weil ich Boss bin, und genauso leben auch die anderen Familienmitglieder.


Könnte mir gut vorstellen, das Eltern, die ihr Kind über den Hund "heben", nicht wirklich entspannt und souverän agieren und somit unnötigerweise Spannung hervorrufen... bei diesem "künstlichen hervorheben" sehe ich eine größere Gefahr, weil es nicht möglich ist, 24 Stunden die totale Kontrolle zu haben, dann knallt es wenn man unvorsichtig ist, wenn ein unbeobachteter Augenblick, denn der Hund merkt ganz genau, das "Chefe" nicht da ist, also wann er unter Beoabachtung steht (wie viele Hunde klauen nichts vom Tisch, wenn Mensch anwesend ist und tun es erst dann, wenn er weg geht, das könnte man damit vergleichen)

@ All
Also ich als Mutter sage auch, man kann keine 100% Kontrolle haben, das ergibt sich aus dem Alltag. Ich kann direkt daneben stehen und es kann etwas passieren, das kann in einem Bruchteil von Sekunden geschehen, dagegen ist man machtlos, man kann Vorkehrungen treffen, das Risiko minimieren, mehr aber auch nicht. Also baue ich auf Vertrauen, den richtigen Umgang erlernen und das versuche ich durch Regeln. Fremde Besucherkinder oder Nichten/Neffen lasse ich in der Anfangszeit auch nicht unbeaufsichtigt mit meinen Hund, doch auch diese Kinder kann man lernen einzuschätzen. Für die Kinder in unserem täglichen Leben ist Richy nichts Besonderes, er wird nicht begrüßt oder mit ihm gespielt, weil er kein Speilzeug ist, das ist für diese Kinder selbstverständlich. Neue Besucherkinder würde ich nie mit unserem Hund alleine lassen, ich kann ihnen verbieten den Hund zu belästigen oder ihnen aber den Umgang näher bringen (beugt dich nicht über den Hund u.s.w.) aus Beobachtungen weiß ich, das Verbote den größeren Reiz ausüben, das man eher versucht, in einem unbeobachteten Momnt dieses zu umgehen, das finde ich persönlich gefährlicher. Bei Hunden die nicht mit Kindern aufwachsen, bin ich auch extrem vorsichtig, weil diese Hunde das nicht kennen und sich ganz anders verhalten können, als Hunde die Kinder im täglichen Leben erleben (bei verantwortungsvollen Eltern).

Ich finde es gut, wenn sich Nichteltern beteidigen, doch sollten sie nicht pauschal auf ihrer Meinung behahren, Eltern sitzten doch hier an der Quelle und haben persönliche Erfahrungen, das sollte man doch mal berücksichtigen und nicht immer nur die schwarzen Schafe als Beispiel raussuchen, das hat noch niemandem geholfen (siehe SOKA).

@ Kerstin
ch bin auch der Meinung, Kinder die mit Hunden aufwachsen, empfinden das als Normal und es übt keinen Reiz für sie aus, den Hund zu betüdeln oder sonstiges, es ist einfach selbstverständlich, das er da ist.

@ Susi
Ich würde versuchen, das dein Sohn lernt, das einem Hund eine Umarmung nicht gefällt, das er Angst bekommt. Für deinen Sohn ist es normal gewesen, seine Zuneigung durch eine Umarmung zu zeigen, so hat er es ja gelernt, das Menschen das so machen, er kann nicht wissen, das der Hund sich bedrängt fühlt. Dafür gibt es ja auch Lösungen.

@ Petra

Fast alle Beißunfälle mit Kindern ereignen sich im eigenen Haushalt mit dem vertrauten Familienhund. Dem hast du ja zugestimmt, dazu sage ich auch, stimmt, Grund dafür sehe ich aber darin begründet, das die meisten Kinder weniger Kontakt zu fremden Hunden haben als zu dem Eigenen. Doch das Problem ist doch nicht der Umgang an sich, sondern der falsche Umgang, wenn man Kind und Hund nicht näher bringt sondern sich selbst überläßt, meine Meinung.

Dodo und Richy

yalima
16.02.2004, 11:25
ich seh das so: ich habe chon immer hunde gehabt uns mittlerweile hab ich auch 3 kinder. meine hunde haben NIEMALS auch nur die kleinste andeutung gemacht irgendwen hier zusagen, es reicht oder ähnliches!!! selbst aus dem Tieheim ältere hunde habe unsere kinder sofort aktzepiert. allerdings muss ich auch sagen, dass ich meine kindern es nicht erlaubt habe von ihnen wie "sitz" oder "platz" zu fordern. der hund muss sich unterorden auch bei den kindern. der hund kommt als letztes. vielleict ist dein hund gerade in diesem (immeroch???) flegelalter, bei manchen hunden daeurt es länger als der durchschnitt bis es wieder vorbei ist. das hunde nicht schmusen wollen, da muss ich wehement widersprechen!!!!! Ich kenne keine hund der NICHT schmusen will! Meine sind/waren (da teilweise verstorben) regelecht süchtig danach zu ihren zeiten abend vor dem TV oder so. und abgeknutscht wurden sie auch und werden sie immeroch, auc von meiner 4 jährigen tochter. und das gefällt hund wie kind!!!!! hunde die es nicht wollen, kenne dieses gefühl wahrscheinlich nicht, sich anzuschmiegen, usw. komische einstellung find ich. nun gut, du solltest deinem hund klar mache, wer hier der chef ist und bleibt. ich denke nicht, dass sich den hund erschrschreckt hat, ich tippe auf dominanzgehabe!!! LG