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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie finde ich einen guten Tierarzt?



kantarka
20.01.2004, 12:10
Hallo,

ich hab die letzten Wochen leider einiges mitmachen müssen mit meinen Katerchen. Beide erkrankten am Calici-Virus und Katzenschnupfen, kurz nachdem sie bei mir eingezogen waren. Einer der beiden erholte sich nie ganz, war mal besser, mal schlechter drauf, und letzte Woche mußte er wegen FIP eingeschläfert werden. Ich hab nun etwas Skepsis, ob die TA, bei der ich war, so ganz das richtige ist. Erst mal hätte sie den einen Kater, der nach seinem Bruder krank geworden ist, doch immunsystem-stärkend behandeln können (mit Baypamun oder so ähnlich, wurde mir inzwischen gesagt), das hat sie aber nicht gemacht. Und daß es FIP ist, hat sie erst sehr spät erkannt, vorher immer wieder Antibiotika gegeben und eine Vitaminsalbe. Als der Kleine schon total schlecht beieinander war, hat sie erst ein Blutbild gemacht, und der Laborbefund dauerte nochmal zwei Tage, und die letzten drei, vier Tage müssen für den Kleinen wirklich eine Qual gewesen sein. Wie finde ich denn am besten einen TA, bei dem man in guten Händen ist? Ich weiß auch nicht, ob sich die Tiere nicht in der Praxis an FIP anstecken können? Wäre klasse, wenn mir jemand Auskunft geben kann!

Viele liebe Grüße
Kantarka

Mimmy
20.01.2004, 13:08
Hallo Kantarka!

Ich habe mich damlas erst einmal im Bekanntenkreis umgehört und dann im Tierheim nachgefragt... die kennen oft die Tierärzte der Umgebung!

Viel Glück bei der Suche!
Liebe Grüße,
Mimmy

Renate W.
20.01.2004, 14:09
Original geschrieben von kantarka
ich hab die letzten Wochen leider einiges mitmachen müssen mit meinen Katerchen. Beide erkrankten am Calici-Virus und Katzenschnupfen, kurz nachdem sie bei mir eingezogen waren. Einer der beiden erholte sich nie ganz, war mal besser, mal schlechter drauf, und letzte Woche mußte er wegen FIP eingeschläfert werden. Ich hab nun etwas Skepsis, ob die TA, bei der ich war, so ganz das richtige ist. Erst mal hätte sie den einen Kater, der nach seinem Bruder krank geworden ist, doch immunsystem-stärkend behandeln können (mit Baypamun oder so ähnlich, wurde mir inzwischen gesagt), das hat sie aber nicht gemacht. Und daß es FIP ist, hat sie erst sehr spät erkannt, vorher immer wieder Antibiotika gegeben und eine Vitaminsalbe. Als der Kleine schon total schlecht beieinander war, hat sie erst ein Blutbild gemacht, und der Laborbefund dauerte nochmal zwei Tage, und die letzten drei, vier Tage müssen für den Kleinen wirklich eine Qual gewesen sein. Wie finde ich denn am besten einen TA, bei dem man in guten Händen ist? Ich weiß auch nicht, ob sich die Tiere nicht in der Praxis an FIP anstecken können? Wäre klasse, wenn mir jemand Auskunft geben kann!

Hallo,

es tut mir leid, dass dein Katerchen eingeschläfert werden musste.

Die meisten Tierarzte arbeiten nach dem "Ausschließungsprinzip", d.h., es werden nicht alle Untersuchungen auf einmal gemacht. Ich weiß zwar nicht warum, aber ich denke, diese Vorgangsweise soll auch den Besitzern hinsichtlich der anfallenden Kosten entgegen kommen.

Meinst du den Kater, der letztendlich an FIP gestorben ist, dass dessen Immunsystem gestärkt hätte werden sollen? Wenn ja, dann wäre das komplett verkehrt gewesen.

Beim anderen Kater gebe ich dir recht, da hätte die TÄ eine Immunstärkung ansprechen können.
{Ich habe vor ca. 10 Jahren (ich denke, da ist Baypamune auf den Markt gekommen) mit meinem Kater so eine Spritzenkur (wurde mehrmals verabreicht) gemacht - Kosten für eine Spritze ATS 500,--. Wenn ich mich richtig erinnere, dann bekam er 6 Spritzen, also Kosten ATS 3.000,--}.

Die nasse Form der FIP ist labordiagnostisch feststellbar. Aber bei der trockenen Form ist die Diagnose äußerst schwierig. (Sicher kann FIP erst am toten Tier feststellt werden)

Tja, wie finde ich einen guten Tierarzt. Es ist sehr schwer, ich hatte mindestens 5 Tierärzte "durch", bevor ich einen Arzt fand, dem ich vertraue und ich das Gefühl habe, dass wir bei ihm gut aufgehoben sind.

Du kannst nur im Telefonbuch nachschauen, ob in deiner Nähe noch andere Tierärzte praktizieren und "probieren". Optimal wäre, wenn jemand mit seinem Tier bei einem Arzt, mit dem er sehr zufrieden ist, in Behandlung ist - also auf Empfehlung.
:cu: :cu:

Ziemer
20.01.2004, 16:40
Es tut mir leid, dass einer deiner Kater eingeschläfert werden musste. Ich habe von einem Fall gehört, wo sich eine Familie aus einer Zucht einen Kater holte, der dann einige Wochen später angeblich an FIP gestorben ist. Die Züchterin ließ daraufhin ihren Bestand testen und keine ihrer Katzen hat diesen Erreger. Wenn er wirklich daran gestorben sein sollte, müsste sich dieser Kater beim TA das geholt haben.

Wir haben seit fast fünf Jahren Katzen. Ich suchte auch lange nach einem TA und in einem Fall habe ich sogar einen Spezialisten für Hautkrankheiten aufgesucht.
Also ich kann nur sagen, wehe ein Kater hat ein Hautproblem. Aber das ist beim Menschen nicht viel anders.
Im Prinzip bleibt da meistens nur übrig, irgendetwas auszuprobieren und manches hilft dann.
Grundsätzlich ist man hinterher sowieso schlauer.

Aber aus meiner Erfahrung kann ich dir einen Tipp geben, auch sollte der TA weiter entfernt sein, suche dir einen mit Erfahrung in der Naturheilkunde. Aber ich habe meine TA davon überzeugt und heute bietet sie auch Homöopathische Mittel für bestimmte Krankheten an. Darunter fällt bestimmt nicht FIP, oder eine andere Infektionskrankheit. Aber möchte man z.B. das Immunsystem von sich selber oder der Katze/Hund aufbauen, so kann man "Echinacea D6" geben. Es auch in Form von Globoli angeboten. Man sollte es aber nicht zulange geben, da es sonst das Immunsystem wiederum schwächt.
Wir haben vier Perserkater, wovon der eine hellhäutige früher sehr oft erkältet war,trotzdem er eine Wohnungskatze ist. Ihm gab ich dann im Frühjahr und im Herbst eine Woche lang morgens und abends eine Tablette Echinacea D6 von der Firma DHU. Inzwischen hat das nachgelassen. In einem Glas sind 80 Tabletten und die Kosten noch nicht einmal 8,- EURO.
Es gibt auch homöopathische Mittel in der Tiermedizin, die Packungen sind aber viel Größer. Meine TA verkauft diese zu 50 Stück und noch wesentlich billiger.
Im Ausland ist man der Naturheilkunde wesentlich aufgeschlossener gegenüber. Katzen sprechen aber in der Regel auf homöopathische Mittel besser an, als auf Antibiotika. In Österreich z.B. gibt es kaum noch einen TA, der sich nicht auf die Naturhelkunde spezialisiert hat, damit er Patienten hat.

Ich würde nur noch nach einem TA suchen, der sich mit Homöopathie/Naturheilkunde befasst, da in der Regel nicht immer gleich Medikamente gegeben werden müssen.
Auch gibt es auf dem Gebiet der Naturheilkunde Mittel, um eine launische Katze wieder in ihr seelisches Gleichgewicht zu bekommen.
Aber wie gesagt, hat sich meine TA zum Glück inzwischen auf dem Gebiet weitergebildet. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, aber ihr Wartezimmer ist heute wesentlich voller als früher.

Ich wünsche dir für deinen zweiten Kater alles Gute.
Andrea und 4 Fellmonster

Buecherwombat
21.01.2004, 17:12
Meine schlechten Erfahrungen waren auch erst um Weihnachten rum, und mein Katerchen ist noch nicht völlig gesund (Konjunktivitis). Da fangen meine Nerven ja gleich wieder an zu flattern, wenn ich so was lese...
(und was Ansteckungen in der Praxis betrifft, da hab ich mich auch schon gefragt, ob das nicht leicht möglich ist. So blitzeblank scheint das dort nicht zu sein...)

Da du keinen Wohnort angegeben hast, ist es natürlich schwierig, im Forum selbst eine Empfehlung zu erhalten. (ich denke mal, eine Empfehlung wäre ok, wohingegen das Gegenteil - sprich Warnung vor einem bestimmten Arzt - eine Klage auslösen könnte). Aber auf der folgenden Homepage gibt es eine Tierarztsuche, auf der Tierbesitzer TAs eintragen können, mit denen sie zufrieden sind. Schau doch mal nach, ob bereits einer in deiner Gegend eingetragen ist:

http://www.katzenvermittlung.com/
linke Seite unten unter Sonstiges

Aber auch dieses Vorgehen gibt natürlich keine Garantie. Die Wahrscheinlichkeit, an jemanden geraten zu sein, der sich einigermaßen auskennt, wird aber erhöht.

Wir hatten uns auch im Bekanntenkreis erkundigt, BEVOR wir unsere Katzen bekommen haben, und von drei oder vier Leuten gehört, der Arzt vor Ort sei gut (kurze Fahrt, also praktisch für uns und unseren Nicht-gerne-Autofahrer). Aber Pustekuchen... (wenigstens scheinen wir nur Geld aus dem Fenster geschmissen zu haben und den Katzen wird es wohl wieder gut gehen)
V.a. muss man bei Empfehlungen fragen, was der Arzt denn gemacht hat. Ist er lediglich nett gewesen beim Ausstellen eines Wurmkurrezeptes oder hat er ein gebrochenes Bein fachmännisch wieder hinbekommen? (Nett war unser Arzt im Ort auf alle Fälle!)
Und mit Sicherheit wird man wohl nie wissen, wer wirklich gut ist und wer nicht. (Immerhin hat sich das, was meine jetzige Ärztin gemacht hat, mit dem gedeckt, was Dr. Thorstensen meinte und ich auf dem Internet noch so gefunden hab. Die "Neue" hab ich wohl oder übel dann auch wieder auf Empfehlung hin ausprobiert.)

Bei Menschenärzten kann man ja auch an den Grundverkehrten geraten - und wenn ich sehe, was in der freien Wirtschaft so abgeht und wieviele Dumpfbacken im Management rumsitzen und das Unternehmen, für das sie arbeiten, als Spielwiese für zu Hause Gelangweilte zu begreifen scheinen und mal ganz beliebig Blödsinn treiben, dann wundert es mich nur, dass in der Medizin nicht noch viel viel mehr schief geht. Prüfungen hin und Prüfungen her (irgendwie hat sich ja auch der Manager zum Manager geschafft - wie sich auch der Arzt den Arzttitel erwirbt - jetzt nicht im käuflichen Sinne).

Alles Gute für die Zukunft.
Daniela

Ziemer
23.01.2004, 18:58
Hallo Kantarka,

ich habe mich mal etwas intinsiver mit dem FIP-Virus befasst. Mir tut es ja sehr leid, dass dein einer Kater daran gestorben ist. Außerdem machtst du dir sicher Gedanken, weil du da noch ein Katerchen hast. Ich war bei meiner TA, ein bestelltes Spezialfutter abholen, da sprach ich sie auch darauf an. Sie gab mir sogar ein Buch über Viruserkrankungen bei Katzen mit, dass ich ihr aber wieder geben muss. Der Artikel über FIP ist nicht erfreulich. Ich musste feststellen, dass diese Krankheit einfach noch nicht richtig erforscht ist. Also die FIP wird ausgelöst durch mutierte Coronaviren und ist heute noch absolut unheilbar. Viele Forscher beschäftigen sich damit. So gibt es kaum eine Zucht, in der diese Coronaviren nicht vorhanden sind. Trotzdem infizieren sich nicht alle Katzen mit dem Virus, andererseits können Katzen mit Coronaviren sehr alt werden, weil sie nie FIP bekommen. Also kann auch dein zweiter Kater damit alt werden, in der Regel erkranken Tiere in den ersten 2 Lebensjahren daran (fand ich in einem anderen Buch).
In einem anderen Buch las ich auch, dass man das Immunsystem bei FIP nicht stärken kann, da ausgerechnet die körpereigenen Antikörper gegen die Coronaviren zu den FIP Viren mutieren.
Um keinen Roman zu schreiben habe ich das alles etwas abgekürzt, hoffe aber es ist trotzdem noch verständlich.
So schmerzhaft es jedenfalls ist ein Tier zu verlieren, aber es gibt noch keinen TA, der einer Katze bei FIP heilen kann.
Dabei stellte ich aber fest, dass unser 3. Kater auch mit einem Kater der später an FIP starb, in Berührung gekommen ist. Nun ist er seit einigen Tagen kränklich. Mal geht es ihm besser mal schlechter, manchmal bricht er und hat Durchfall. Temperatur hat er mitunter auch.
Wie macht sich denn so die FIP "bemerkbar"?
Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass dein 2. Katerchen nicht an FIP erkrankt. Er hat wie gesagt eine Chance damit sehr alt zu werden.
Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.
Andrea und 4 Fellmonster

Loulou
24.01.2004, 10:12
Hallo,

Wenn ein TA FIP nicht auf Anhieb erkennt, sollte man ihm/ihr keinen Vorwurf daraus machen, denn diese heimtückische Krankheit ist nicht immer leicht zu diagnostizieren, v. a. wenn kein Erguß vorhanden ist.

Und das die TÄ bei FIP oder FIP-Verdacht kein Baypamun(e) verabreicht hat, ist eine richtige Entscheidung.

Ziemer schrieb:


In einem anderen Buch las ich auch, dass man das Immunsystem bei FIP nicht stärken kann, da ausgerechnet die körpereigenen Antikörper gegen die Coronaviren zu den FIP Viren mutieren.

Da liegt das Problem. Die Viren vermehren sich in den Makrophagen des Immunsystems. Baypamun(e) und auch andere Immunstimulantien (darunter fällt auch Ecchinacea) wirken unspezifisch auf das Immunsystem.
Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Teilen. Ein Teil wird aber von den Viren gemeinerweise zur Vermehrung genutzt. Wenn man jetzt durch Baypamune oder ein anderes Präparat das ganze Immunsystem anregt, fördert man die Viren natürlich mit. Das heißt, man erreicht genau das Gegenteil von dem was man möchte!
Fazit: Kein Baypamune, Ecchinacin oder andere unspezifische Immunstimulantien bei FIP!

Tipp:
Renate W. hat, soweit ich mich erinnere, sehr viel Wissens- und Lesenswertes, zudem gut Recherchiertes, auf ihrer HP über das Thema FIP zusammengetragen.

Das sich eine Katze beim TA mit FIP-Erregern (also bereits mutierten Viren )infizieren kann ist unwahrscheinlich, denn man konnte bis jetzt noch nie mutierte Corona-Viren in irgendwelchen Ausscheidungen von Katzen feststellen, d. h. die bereits mutierten Viren werden vermutlich nicht übertragen. Die felinen Corona-Viren, also die noch mehr oder weniger harmlose Vorstufe der FIP-Erreger, können theoretisch vom TA-Besuch kommen. Du kannst sie aber auch selbst an Kleidungsstücken Deinen Katzen mitgebracht haben.

Wenn das Vertrauen zum TA, bei Dir Kartanka, nicht da ist, solltest Du Dir vielleicht eine(n) andere(n) suchen.
Wenn man immer mit einem mulmigen Gefühl danebensteht, ist das sicher nicht das Wahre.
Man möchte seine Tiere ja in möglichst guten Händen wissen.
Aber so aus der Ferne würde ich sagen, dass Deine TÄ eigentlich richtig gehandelt hat.

Ich drücke Dir und Deiner Katze jedenfalls die Daumen!


LG Loulou :cu: