PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jagdtrieb



aki
16.01.2004, 22:35
Hallo,
unser Hund hat in letzter Zeit extremen Jagdtrieb entwickelt, er ist jetzt ca 1 1/2 Jahre. Sonst hatte er eigentlich eher wenig Jagdtrieb. Vor kurzem habe ich im Fernsehen gesehen, wie ein Hund mit einem kleinen, kalten Wasserspritzer beim Jagen, wenn er nicht hörte, erschreckt wurde und sich so abgewöhnte zu jagen. Helfen diese Methoden? Gibt es nicht auch Halsbänder wo der Hund einen kleinen Stromschlag bekommt? Ich möchte meinem keine Schmerzen oder so zufügen, nur das er nicht mehr jagt. Ich kenne mich bei diesen Sachen auch überhaupt nicht aus. Und schließlich ist das für den Hund, für ihn ist es doch allemal besser ohne Leine zu laufen als mit. Also nicht das ich meinen Hund durch Schmerzen konditionieren will oder die Stromschläge befürworte. Ich würde nur gerne wissen ob das mit dem kalten Wasser hilft.

Liebe Grüße
Aki

Rüsselterriene
16.01.2004, 23:46
Hi Aki,

Diese ferngesteuerten "Wunderwerke" der Technik bringen tatsächlich was. Allerdings nicht in Anfängerhand.

Erzähl doch mal, wie du bis hierher gekommen bist.
Was hast du für einen Hund?
Wie beschäftigst du dich mit ihm?

Hast du mal versucht, sein Verhalten zu verstehn?
Ein Hund, so sehr er auch Jagdhund sein mag, verlässt nur die geregelten Bahnen seines Rudels, wenn er außerhalb mehr geboten kriegt. (Das behaupte ich mal, da ich drei Jagdhunde halte, die ohne mich höchstens nach Flöhen suchen)

Anke

Thomas
17.01.2004, 00:17
Hallo Aki,

also über Stromreizgeräte brauchen wir hier nicht weiter zu diskutieren, Du lehnst sie ja glücklicherweise selbst ab. Hast Du die "Wasserspritzgeräte" (nennen sich z.b. Master-Plus) zufällig in der Sendung "Eine Couch für alle Felle" gesehen? Falls, ja kannst Du mal hier nachlesen <click> (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=22063) , da wurde u.a. darüber diskutiert.
Theoretisch ist es schon denkbar, das damit ein gewisser Erfolg erziehlt werden kann, trotzdem würde ich es nicht in Erwägung ziehen da der Schuss bei falscher Anwendung auch leicht nach hinten losgehen kann und ich darüber hinaus Zweifel an der Nachhaltigkeit einer solchen Methode habe. Informiere Dich stattdessen lieber über Schleppleinentraining und lies Dir mal diese Website <click> (http://www.grosse-muensterlaenderin.de/GM/AntiJagdtraining/antijagdtraining.htm) (DER Klassiker zu diesem Thema), durch.

Gruß
Thomas

Tristan
17.01.2004, 00:36
von halsbändern mit stromschlag oder anderen dingen die dem hund schmerzen zufügen halte ich rein GAR NICHTS!

inwiefern wirkt sich der jagdtrieb aus?

sandinchen
17.01.2004, 15:59
Ja ja, der liebe Jagdtrieb kostet mich auch immer mal meine Nerven.

Den Link von Thomas hätte ich dir auch empfohlen.

Was du sonst noch tun kannst:
Versuche deinen Hund richtig zu lesen. Achte genau darauf, wie er sich verhält. Ein Hund gibt deutlich Zeichen, wenn er was entdeckt oder erschnüffelt hat. Also versuche diese Zeichen zu erkennen.

Hund spitzt die Ohren? Du machst ihn auf dich aufmerksam und rennst auf einmal los. Hundi hat keine Zeit mehr zu jagen, er muss ja dich wieder einholen...

Verlass dich nicht auf seinen Gehorsam. Denke nicht mehr: "Ach er wird hoffentlich schon da bleiben!"
Wie du ja siehst, er tut's nicht. Also, entdeckst du Anzeichen, dass er seine Aufmerksamkeit auf Jagdbares richtet, tu irgendwas, dass du wieder interessant wirst.
Wechsel die Laufrichtung, versteck dich hinter 'nem Baum, lass Hundi auf einen Baumstamm springen, sing ein Lied und schmeiß sein Lieblingsspielzeug in die Luft.
Mach einfach so viel Programm, dass Hundi gar keine Zeit oder Lust empfindet zu jagen.

Natürlich musst du nicht immer so rum hampeln. Hundi soll auch mal in Ruhe schnüffeln dürfen. Aber wenn du eben merkst, er ist gleich weg, dann musst du rechtzeitig dagegen steuern.
Und rennt er erstmal, ist es schwierig ihn wieder zum umkehren zu bewegen. Als fang ihn schon vorher ab.

Bei konkreten Fragen... ich antworte gerne. :D

aki
17.01.2004, 18:43
Ja, ich hab das im wdr gesehen. Ich vermeide ja schon Gebiete wo Wild ist und man merkt auch schon wenn er anfängt. Dann lenke ich ihn ja schon ab. Aber manchmal seh ich irgendwelche Hasen nicht so schnell wie er. Und dann ist es nicht so toll, wenn er da irgendwo rumrennt. Er hat zwar noch nie was gefangen und kommt auch jedes Mal wenn er es aufgegeben hat zurück. Aber wenn in der Nähe Autos oder so sind.
Ich würde mir auch nicht zutrauen das mit dem Wasser selber zu machen, sondern wenn nur mit einem Hundetrainer.

Liebe Grüße,
Aki

sandinchen
17.01.2004, 19:00
Dein Hund is' jetzt in 'nem "kritischen" Alter. Ich würde dir ganz dringend empfehlen ihn vermehrt an der Schleppleine laufen zu lassen. Das ist zwar super-nervig, aber den Stress den du dir jetzt machst, den ersparst du dir dafür später. Glaub mir. Alle doofen Gewohnheiten die sich dein kleiner Racker jetzt angewöhnt, kriegst du umso schwerer wieder raus, je länger er ihnen nach gehen kann.
Wenn du jetzt ein konsequentes Schleppleinentraining durchziehst, hast du später evtl. Ruh, aber aufhören tut das nicht von allein.

Geh in ein Sportgeschäft mit Kletterabteilung, kauf dir ein schmales Gurtband (etwa 2 cm breit und 10 m lang), noch einen Karabiner dran. So hast du eine billige, stabile Schleppleine, die sich auch sehr gut halten lässt (Feldleinen sind meist zu dünn und man reißt sich schnell die Finger auf).

Du kannst hier auch mal "Schleppleine" unter Suche eingeben. Da findest du jede Menge Beiträge zu dem Thema. Also, nich verzweifeln. Sei konsequent, sorg dafür, dass er nicht mehr ausbüchst und üb jetzt mit ihm. Dann hast du später einen folgsamen Hund mit dem man gemütlich spazieren gehen kann. ;)

billymoppel
17.01.2004, 23:31
hall aki,
sandra hats ja schon gesagt: schleppleinentraining ist alles. und ansonsten: du musst einfach besser sein als dein hund. ich habe meinen rüden bekommen, da war er fünf jahre alt und sein jagdtrieb war (und ist) einfach furchteinflößend. da war natürlich schon zuviel wasser den bach runtergeflossen.
also habe ich ich mich geändert: früher hätte ich ein kaninchen nicht mal gesehen, wenn es vor mir männchen gemacht hätte. heute weiß ich sofort, was kaninchenland sein könnte. und ich kenne auch meinen hund sehr gut: ein wenig wittern im wind, die nase ein bißchen zu tief am boden, der schritt ein stückchen schneller? dann hilft nur die leine. wie heißt es so schön? "...und führet ihn nicht in versuchung" billy ist ein zudem kluger hund. er nimmt die spur nicht nur auf, wenn sie sich ihm offen darlegt (so wie moppel, die es aber nach spätestens hundert metern doch lieber wieder zu mir zieht), er sucht gezielt danach. er weiß wohl genau wie ich, wo kaninchenland ist.
letztlich ist es doch so: man hat gewisse stammwege, wo man sich mit der zeit sehr gut auskennt und weiß, wo die gefahr lauert. ansonsten ist der hund halt an der leine. im wald (mal abgeshen von irgendwelchen gesetzen) versteht sich das bei einem jagdlich veranlagten hund wohl von selbst.
ich seh's mittlerweile locker: gott sei dank scheint in meinem mischling 28.generation nicht auch noch ein retriever zu sein, so läßt er wenigstens die bei uns massenhaft vorkommenden saudummen fasane in ruhe (oder besser: sie bringen ihn nicht groß aus der ruhe).

lg
bettina