PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Schlimme Ereignis in Hamburg, was treibt Hunde dazu, Eure Meinung dazu?



silly
15.01.2004, 16:11
Hallo an Alle!

Ich weiß nicht, ob Ihr das mitbekommen habt.
In Hamburg sind 2 Rottis auf ein Kind zugelaufen und haben es ganz schlimm zugferichtet.
Der Besitzer hat seinen Zwinger nicht richtig zugemacht.

Ich finde das furchtbar, was da passiert ist.

Aber ich bin trotzdem gegen diese bescheuerte Kampfhundeverordnung, da ich der Meinung bin, dass Menschen "Kampfhunde" machen durch fehlende Kompetenz und Gewalt.
Mir kommt auch jedes mal die Galle hoch wenn (wie heute in der Bildzeitung steht) WARUM LEINT IHR EURE BEISSER NICHT AN! geschriben wird.

Es wird alles verallgemeinert und die Hunde (besonders Rottis, Dobermänner und Bullterrier) als Monster dargestellt werden. :0( :0( :0( :0(
Das frustriert mich total :0( :0(

Ich würde so gerne was dagegen tun, nur was??? :0(
Jeder Hund wird doch unschuldig gebohren und doch zu dem gemacht was er als Erwachsener ist, oder :0( :0(

Ich würde so gerne mal Eure Meinung dazu lesen.
Seid ihr auch so frustriert über diese sch..... Presse?

Würde mich über zahlreiche Beiträge freuen.

Liebe Grüße

Silly und Arco :cu:

AnnaS
15.01.2004, 16:46
Hi

War das nicht der Vorfall in Würzburg bzw bei Würzburg mit den beiden Rottis von einem Ami, der seinen Zwinger nicht gesichert hatte? Naja, ist ja auch egal.

Was ich davon halte.....nun ja, ich selbst habe einen Listenhund, und ich bin aktiv im Tierschutz für Listenhunde. Ich habe oft die Erfahrung machen müssen, dass die Leute durch die Medien sehr voreingenommen uns verunsichert sind. Ich nenne sie immer "Medienopfer", einfach weil sie sich nur durch die Presse bilden, anstatt sich ein eigenes Urteil zu machen. Man kann diese Leute oft nicht vom Gegenteil überzeugen, da die Zeitungen nur über die schlimmen Vorfälle berichten, aber kein gutes Haar an den Hunden lassen. Natürlich ist jedes Vorkommnis wieder DER Aufreißer, auch wenn es nur so harmlos ist wie heut in der Bildzeitung.

Was die Hunde dazu treibt - es ist das andere Ende der Leine. Kein Hund wird aggressiv geboren, und keine Rasse ist von den Genen her aggressiv. Selbst Hunde, die zu Dominanz neigen, ihren eigenen Kopf haben, besonders wachsam sind, oder was weiß ich, können in den richtigen Händen zu lieben, netten Hunden werden bzw es bleiben. Doch leider sind gerade diese Hunde eine super Gelegenheit, um das eigene Ego aufzupäppeln, und das ist schon mal ein Zeichen dafür, dass sie oft in ungeeigneten Händen landen.

Gerade durch den Tierschutz kenne ich aber viele Hunde aus schlechter Haltung, die einfach nur verliebt sind in ihre Menschen, und einfach nur geliebt werden wollen. Und somit muss schon eine ganze Menge passieren, ehe diese Hunde zu aggressiven Tieren werden.

Ich will die Vorfälle nicht beschönigen, und ich will auch nicht die Opfer verhöhnen. Doch das Tier ist nicht schuld.

Das ist meine Meinung (und Erfahrung) dazu.

Gruß
Anna

Darian
15.01.2004, 18:39
Natürlich ist das ein schrecklicher Vorfall. Schockiert hat mich allerdings auch die Kamera, die dabei war, als der zweite Rotti erschossen wurde (man hörte Gott sei Dank nur den Knall).
Ich bezweifle, daß die Hunde wirklich zu dem gemacht wurden, was sie waren! Zwingerhaltung hin, Zwingerhaltung her - es ist nicht normal, wenn sich ein Hund auf einen Mensch stürzt! Auch nicht, wenn er zeitweise im Zwinger sitzt. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Dieses erhöhte Aggressionspotential mancher Hunde ist sicher schon vor der Geburt angelegt.
Natürlich bin ich gegen diese Rasselisten, weiß aber auch nicht, wie man dieses Problem lösen könnte. Wahrscheinlich wird es nicht zu lösen sein. Das Problem in der heutigen Zeit ist, daß die Presse alles so aufputscht, als gäbe es nichts wichtigeres, als den Menschen Angst zu machen.
Darian

Hovi
15.01.2004, 21:33
Original geschrieben von Darian

Zwingerhaltung hin, Zwingerhaltung her - es ist nicht normal, wenn sich ein Hund auf einen Mensch stürzt!

Hallo Darian,

genau das glaube ich eben nicht! Die Menschen wollen einfach nicht wahrhaben, was Zwingerhaltung aus ihren Tieren macht: psychische Krüppel, Schuldunfähig, weil durch den Menschen in den Wahnsinn getrieben. Sie wollen es nicht wahrhaben, weil nicht wahr sein kann/darf , was ihnen die Bequemlichkeit rauben würde.

Ein Artgenosse im gleichen Zwinger ersetzt den Menschenkontakt eben NICHT!

Ansonsten habe ich meine Meinung zur Zwingerhaltung ja schon groß und breit dargelegt, es erübrigt sich jedes weitere Wort dazu: Die traurigen Fakten sprechen für sich.

Grüßle
Claudia

Darian
15.01.2004, 21:52
Hallo Claudia,

wahrscheinlich könnte man darüber Jahre diskutieren, wo die Ursachen solcher Unfälle liegen.
Ich bin gegen ausschließliche Zwingerhaltung, auch wenn das nicht so rüberkam. Trotzdem denke ich, daß das nicht der Grund sein kann! Das wäre ja auch schlimm, denn so wäre jeder Zwingerhund eine potentielle Gefahr.
Habe z.B. eine Hündin, die jahrelang im Zwinger (und nur dort, ohne viel Menschenkontakt) gehalten wurde. Sie ist eine Seele von einem Hund!
Darian

Hovi
15.01.2004, 21:57
Hallo Darian,

ich denke, bei Hunden wie bei Menschen gibt es einfach verschiedene Charaktere, die entsprechend unterschiedlich reagieren.

Die Hündin, die Du kennst, war vermutlich dankbar um jeden Menschen, den sie zu Gesicht bekam, und hatte ansonsten schon resigniert. So wie ein Mensch, der von seinem Partner/Arbeitgeber miserabel behandelt wird und es trotzdem duldsam hinnimmt ("Lieber schlecht behandelt werden, als sich vom Partner trennen" - wo ein anderer Typ Mensch sagen würde: "DAS lasse ich mir nicht gefallen!" ) Und so glaube ich, dass es auch Hunde gibt, die entsprechend aggressiv werden.

Und wenn jemand permanent nur Frustration, Enttäuschung und Einsamkeit erlebt - ob Mensch, ob Hund - ist es ihm zu verdenken, wenn er durchdreht?

Grüßle
Claudia

silly
15.01.2004, 22:25
ich denke auch, dass die Hunde, wenn sie falsch gehalten werden irendwann agressiv werden können.

Mein Nachbar hag einen ca. Kniehohen Mischling (total süß)
der hält ihn in der Wohnung.
Ich habe den Hund schon als Welpe gekannt und er war ein ganz normaler entwickelter Hund.

Am Anfang haben sie sich alle um den Hund gekümmert, später, als der Hund "nichts Neues mehr" war. Ging es nur noch raus zum Pipi machen und wenn er fertig war, sofort wieder nach Hause. Er wurde nur mit Leine geführt, war in keiner Hundeschule und "seine Menschen" den ganzen Tag außer Haus.

2 Jahre später stand dieser Hund (der früher herzallerliebst war) zähnefletschend vor meinem Vater in UNSEREM GARTEN.
Der Hund ist ihnen durchgegangen und voll ausgeflippt.
Mein Nachbar kam in unseren Garten gelaufen und hat den Hund wieder mitgenommen, ohne Entschuldigung.
Meine Schwester war zu diesem Zeitpunkt 5 Jahre alt.
Nicht auszudenken, wenn sie im Garten gespielt hätte
:0( :0( :0(

Dieser Hund tat mir total leid, ich war schockiert, wie schnell ein Hund sein Wesen ändern kann, "nur" wegen unfähigen Menschen. :0(

Ich habe auch das Veterinäramt eingeschaltet, in der Hoffnung, dass die das Tier aus der Familie holen, aber es ist nichts geschehen.
Ich hoffe, dass nicht noch mehr passiert. :0( :0(

Diese bescheuerten Rassenlisten sind kompletter Blödsinn, da jeder Hund psychisch krank werden kann, wenn man ihn misshandelt.
Aber das raffen die Medien nie :0( :0(

Viele Liebe Grüße

Silly und Arco :cu: :0(

Hovi
15.01.2004, 22:32
Hallo Silly,

es gab mal eine Stern-TV-Sendung, die trug den Titel "Die Bestie ist immer der Mensch".

Diesem Titel ist nichts mehr hinzuzufügen!

Liebe Grüße
Claudia

Melhase
16.01.2004, 16:21
"Die Bestie ist immer der Mensch".
ich schliess mich da claudia mal an :(

ich hab selber nen rotti, und der zeigt keine spur von aggresivität menschen gegenüber.
ich glaub kaum dass hunde von geburt an aggresiv sind. kein wesen ist das. der hund wird vom menschen zu dem gemacht was er ist. aber dankd er medien kann ich mich mit meinem hund auf der strasse nicht mal mehr frei bewegen ohne dass ein dummer kommentar kommt :mad: dafür könnte ich die medien....,w3%"§%=)Urdt :mad:

Allein diese Aussagen von wegen Kinder und Kampfhunde sollten niemals zusammen gehalten werden. wenns nach dem ginge dürfte man auch keinen andren hund halten wenn man kinder hat oder will.

ich hatte nen tag nach diesem ereignis in würzburg so ein schönes erlebnis mit einer alten frau, die ich am liebsten zum mond gewünscht hätte.

ich war mit jango draussen, er hat sich gerade am baum entleert, da kam unser nachbarsmädl auf uns zu und hat gefragt ob sie ihn mal streicheln darf. sie ist gerade vier jahre alt. siekam dann auf uns zu mit einer semmel in der hand. jango hat das gesehen und sich hingesetzt (ind er hoffnung diese leckere semmel kommt ein bisschen schneller :p ) als die kleine vor uns stand, stand jango auf und hat ihr erstmal die semmel geklaut, ganz verdattert hat das mädchen dann geschaut und wusste erst gar nicht was das jetz sollte. und bevor einer von uns was sagen konnte, hing jango mit seiner schlabberzunge schon ihn ihrem gesicht :p sie fand das total lustig. ne halbe minute später kam ne frau aus nem haus rausgelaufen mit einem besen in der hand :sn: sie schrie irgendwas von kampfhund und ich soll meinen mistköter von dem armen mädchen wegtun sonst erschlägt sie ihn. jango erschrocken, bellt natürlich wie ein einser. mädl erschrocken, heult ohne ende.
und dann durfte ich mir noch anhören was das soll, dass ich ohne maulkorb ausm haus gehe und noch dazu ein kleines kind zu meinem köter hinlasse. und warum dieser mistige kampfhund noch nicht eingeschläfert wurde.

da musste ich mich echt zusammen reissen um nicht irgendwas "nettes" nachzurufen.

und dank dennetten medien ist bei mir sowas im moment an der tagesordung :mad:

Bonni
16.01.2004, 17:11
Hallo!!
In der "Partner Hund" sind mal Unfälle mit Hunden analysiert worden. Dabei kam raus, das es zu einem extrem hohen Prozentsatz (habe leider nicht mehr die Zahl im Kopf), bei Unfällen die passiert sind es sich fast immer um Kinder und Zwingerhunde (!!!!!) handelt!! Sagt doch alles oder??

Martina

Hovi
16.01.2004, 17:15
Hallo,

da kann ich allen Interessierten mal die Threads "Zwingerhaltung - artgerecht oder Tierquälerei?" (Leider geschlossen) und "Hilfe, meine Hunde fressen Kot" (beides unter der Rubrik "Haltung") empfehlen.

Da kann man die "Argumente" für Zwingerhaltung nachlesen und sich ein entsprechendes Bild machen....

Grüßle
Claudia

silly
16.01.2004, 21:45
Hallo Martina!

Ich habe auch schon gelesen, dass das so ist. Aber genauso kann ein Hund durchdrehen, wenn man ihn den ganzen Tag in der Küche lässt, und nur zum Pipi machen mit ihm raus geht.
Siehe mein beschriebenes Erlebniss mit unseren Nachbarn.

Ich denke, das Gefährliche ist, wenn ein Hund zu wenig Bewegung und Auslauf hat.
Menschen brauchen auch ihren Ausgleich, Hunde ebenso.
Und wenn ein Hund den ganzen Tag alleine gelassen wird, wie will er sich dann austoben. Der langweilt sich nur noch und bekommt einen "Rappel" und sobald er dann mal auf freiem Fuß draußen ist dann petri heil, dann ist keiner vor ihm sicher.

Ein Hund braucht sein Rudel und die entsprechende Zuwendung.

Eigendlich wie beim Menschen.

Liebe Grüße

Silly und Arco :cu:

jackym10
17.01.2004, 15:28
Das schlimme ist das in den Medien nicht immer alles gesagt oder geschrieben wird..Man hört meist nur die eine Seite. Von den Hunden hat man lediglich gehört sie sind im Zwinger. Aber wie sie gehalten wurden oder was der Ami alles mit ihnen gemacht hat oder auch warum sie durch gedreht sind, das alles wird nicht gesagt / gezeigt :(
Sicher, man darf den Vorfall nicht beschönigen, aber ich kenne soviele Rotti´s die so lieb sind. Da kann ich von den kleinen Rassen was anderes sagen, aber gehört nicht dazu. Anstatt Angst zu verbreiten sollte die Medien sich vieleicht mal dran machen und die Leute aufklären, denn wir alle, die ganzen Hundebesitzer müssen das mit ausbaden,- leider :( :( :(

Jasmin+Paul
17.01.2004, 21:03
Hallo Leute!

Hab den Vorfall und alle bisherigen Ermittlungen über eine befreundete Kollegin aus Würzburg mitbekommen. Die hat mir u. a. den "Super-Zwinger" der beiden Rottis beschrieben. Sie war selbst dort und hat sich den Zwinger mal angeschaut.

Der Zwinger war recht groß (inkl. Auslauf und Hütte mind. 100 qm), sauber und ordentlich gebaut (wenn der Ami-Schussel halt die Tür gscheit zugemacht hätte). Also für Zwinger-Befürworter der absolute "Pro-Argument-Zwinger".

Trotzdem (obwohl das ja die absoulte Super-Duper-Zwingerhaltung war), waren die Tiere wohl psychisch gestört. Beide waren nicht bei der Gemeinde angemeldet und hatten keinen Wesenstest. (Nur so nebenbei - egal ob diese Liste nun sinnvoll ist oder nicht)

Der erste Hund wurde übrigens recht zeitnah erschossen, weil die Polizeistreife sehr schnell dort war und die Hündin sich noch am "Tatort" rumgetrieben hat. Nach der zweiten Hündin wurde sozusagen "gefahndet". Sie wurde dann ein paar Straßen weiter in einer Sackgasse gefunden. Der mittlerweile hinzugerufene Hundeführer, wollte das Tier mit dieser komischen Stange (mit Schlaufe vorne dran) einfangen. Die Hündin ist allerdings auf den HuFü losgegangen. Er hat das Tier dann zusammen mit einem weiteren Polizisten erschossen.

LG Jasmin

Hovi
17.01.2004, 21:19
Original geschrieben von Jasmin+Paul
. Die Hündin ist allerdings auf den HuFü losgegangen.

Warum wohl? :?:

Traurig, dass es ein Kind treffen mußte und nicht denjenigen, der es verdient hätte!

Grüßle
Claudia

Jasmin+Paul
17.01.2004, 21:21
Ja, schon klar, weil der Hund sich in die Ecke gedrängt fühlte und keinen Ausweg mehr nach hinten gesehen hat, oder?! :?:

Hovi
17.01.2004, 21:24
Ja....

Ich wünschte, es hätte den HundeHALTER erwischt. Zumindest einen herzhaften Biß in den Hintern hätte er noch verdient gehabt!

Grüßle
Claudia, die die Hunde nach wie vor für "schuldunfähig" erklärt

Jasmin+Paul
17.01.2004, 21:36
Ja, jetzt verstehen wir uns. . :D :D :D :D

Stehe etwas neben mir. Hab mir ne ordentliche Erkältung eingefangen. :rolleyes:

Noch n schönen Abend allerseits!

LG Jasmin

AnnaS
18.01.2004, 07:55
Also ich weiß ja nicht. In den TV-Berichten wurde gezeigt, dass einer der Rottis ganz friedlich auf einer Straße lag, während ein Polizist hin ging, sich bis auf 1m näherte, und dann geschossen hat. Da war nichts von wilder Bestie, die auf Hundeführer oder Polizist losgegangen ist.

Gruß
Anna

Jasmin+Paul
18.01.2004, 17:12
Da war der Hund aber schon angeschossen. Ich sag Euch jetzt lieber nicht, wieviele Schuß Munition draufgegangen sind, bis die Hunde tot waren. :( Ich habe selbst keine Presseberichte gelesen und mir auch nichts im TV angeschaut. Hab mir den polizeil. Bericht durchgelesen. Ich denke da steht die ganze Wahrheit drin. Oder?!

Hovi
18.01.2004, 17:19
Hallo Jasmin,

manchmal will ich die ganze Wahrheit gar nicht wissen - schon gar nicht dann, wenn man eh nicht mehr helfen kann :(.

Liebe Grüße
Claudia

Jasmin+Paul
18.01.2004, 22:27
Hi Claudia,

da hast Du Recht. Ich weiß nur eins:

Obwohl ich auch nie ein Tier töten würde (außer vielleicht Insekten), würde ich in dieser Situation genauso handeln. Wenn ich im Dienst in diese Situation kommen würde, dass ein Hund, der ein Kind so dermaßen verletzt hat und dann weiter wahllos auf Passanten losgeht, es nicht klappt ihn einzufangen, würde ich ihn auch erschießen. Wenn kein anderer es tun könnte. Zu dieser Situation möcht ich jetzt aber nicht mehr schreiben. Darf und möchte es auch nicht. War aber noch nie in der Situation und hab mir dementsprechend noch nie Gedanken darüber gemacht. Vor drei Wochen sollte ich einen angefahrenen Dachs erschießen. Konnt ich einfach nicht. War davor gestanden und hab fast geflennt. Musste dann ein Kollege machen.

Ich glaube, das Thema ist traurig genug.

Hab mich übrigens neulich mit einem unserer Hundeführer unterhalten. Der Rottweiler an sich soll evtl. wieder aus der bayer. Kampfhundeverordnung genommen werden. Nur so am Rande. Nicht, dass ich diese Rasse vorverurteilen würde oder den Sinn oder Unsinn dieser Verordnung beurteilen will. Ist mir nur gerade eingefallen.

LG Jasmin

silly
18.01.2004, 23:57
@ Jasmin

Hallo Jasmin,

als ich jetzt Deine Beiträge gelesen habe, ist es mir eiskalt über den Rücken gelaufen.
Ich hätte auch nicht mit Dir tauschen wollen, als du auf den Dachs schießen musstest.
Ich nehme an, dass Du Polizistin bist, oder?

@ all

Klar, war der Zwinger riesig. Man konnte ihn auch im Fernsehen mal kurz sehen.
Aber man weiß leider auch nicht, ob es wirklich ausschließlich an der Zwingerhaltung lag.
Vielleicht sind sie ja noch anderweitig misshandelt worden.
Es muss ja zwangsläufig nicht so sein, dass Zwingerhunde Beisser werden.
Das wäre dann ja genau so ein Vorurteil, was die Medien verbreiten, dass Rottis oder Bullis Kampfhunde wären, oder?:confused:

Ich versuche immer Vorurteile zu vermeiden, da Statistiken auch nicht wirklich viel aussagen.

Schöne Grüße

Silly und Arco :cu:

AnnaS
19.01.2004, 07:43
Hi Jasmin

Klar wird in den polizeilichen Berichten die Wahrheit stehen. Ich kann es ja nur so sagen, wie ich es gesehen habe. Und ich muss mich da auf die Medien beschränken, da ich wohl nie so einen Polizeibericht lesen werde ;) .

Nur gerade das ist es ja, was mich so dermaßen ärgert. Die meisten Menschen sind an die Medien gebunden, wenn sie sich über dieses Thema eine Meinung bilden wollen. Und die Medien zeigen eigentlich kaum die ganze Wahrheit. Zumindest nicht in Nachrichten oder Berichten. Wenn überhaupt gibt es mal eine aufklärende Doku, aber das war es dann. Aber was ist schon eine aufklärende Doku gegen zig Nachrichtenberichte?

Es hapert wirklich an vernünftigter Aufklärung. Und würde es die geben, dann gäbe es vielleicht auch weniger ahnungslose Leute bzw Hundehalter, die dazu beitragen, dass sowas überhaupt passiert.

In diesem Fall muss ich wohl sagen, zum Glück haben die Medien nicht gezeigt, wie viel Munition drauf gegangen ist, bis der Rotti tot war.

Gruß
Anna

chris.weindler
19.01.2004, 11:25
Hallo ihr Lieben!

Ich denke, das es Rottweiler gibt, die extra auf Aggressivität hin gezüchtet werden, oder mit Hunden mit Aggressionspotential, das aber bei weitem nicht alle Rottis zeigen. Serioese Züchter bauen ihre Zucht mit absolut wesensfesten, aggressionsfreien Hunden auf, die fabelhafte und superliebe Familienhunde sind. Wir haben selber einen Rottweilerrüden in der Familie und 2 Kinder (14 und 7 Jahre alt) und unser Hund stammt aus einer tollen Zuchtlinie mit lauter gutmütigen Hunden. Ein Mensch, der sich einen Killer sucht, der wäre an so einem Hund gar nicht so interessiert, da er ihm viel zu lasch erscheinen mag (was nicht heisst, dass man ihn auch zu einem Raufer und Beisser machen könnte).
Unser Arco wird aber im Haus gehalten, hat genügend Auslauf und es ist immer ein Zweibeiner zum SChmusen da, er hat aber auch seine Rückzugsmöglichkeiten. Außerdem besuchen wir eine gute Hundeschule, da er ein sehr dominantes Tier ist (nur gegenüber anderen kläffenden oder extrem unterwürfigen Rüden). Er hat noch nie einen Menschen angeknurrt und er weiß auch seinen Platz im Familienrudel.
Ich kann mir keinen idealeren Hund als ihn vorstellen und wir lieben unseren Knuddelbären über alles.
Persönlich wurde ich och nie angefeindet wegen unseres Kampfhundes, er ist aber immer und fast überall dabei.
Spielt man mit dem Gedanken, sich einen Rottweiler (oder anderen großen Hund ) zuzulegen, sollte man schon auf das Wesen der Elterntiere, auf den Züchter und seine eigene Kompetenz schauen (kann ich dem Hund alles für seine gesunde seelische,körperliche und geistige Entwicklung bieten, habe ich Ahnung von der artgerechten Haltung von Hunden (BEziehung Mensch - Hund).
Ein Rottweiler ist eben kein Hund für Anfänger, sondern er gehört in erfahrene Hände, die dem Hund eine gute Erziehung zugute kommen lassen.
Dann bekommt man auch einen echten Freund, auf den man sich verlassen und vertrauen kann (wie auch der Hund dem Menschen vertraut).

Chipie
19.01.2004, 13:37
..das die meisten Menschen sich so von den Medien blenden lassen...

Als ich damals die Liste mit den "kampfhunden" gesehen hab war ich richtig geschockt.. Einige Rassen kannte ich bis dahin nicht aber es war so unverständlich.. Vor allen das der Rottweiler auf dieser Liste stand hat mich überrascht da ich mit dieser Rasse aufgewachsen bin..
Meine tante hatte eine Rottweilerhündin "Jenny" total lieb und wir spielten als Kinder nur mit ihr.. Auch unsere Nachbarn hatten einen. Es war ein älteres Ehepaar und der Rotti trug immer die kleine handtasche der Dame und auch den durften wir immer streicheln. Als dann von der Wohnungsgesellschaft der Rottweiler verboten wurde sollte auch dieser weg, der Rotti war da ca. 10 Jahre..
Das alte Paar war sehr verzweifelt darüber da sie auch kein geld hatten umzuziehen.. Schließlich fand sich eine Möglichkeit bei einer Bekannten den Rotti aufzunehmen und die beiden waren täglich dort ihren süßen besuchen und konnten immer mit ihm spazieren gehen..

Ich fand das so traurig...

Eigentlich nur durch die Massenmedien kann man die Menschen von ihrer Engstirnigkeit überzeugen.
Aber für die ist es doch viel spannender zu berichten: "SCHON WIEDER! ZWEI KAMPFBESTIEN GRIFFEN *** AN"

Manchmal schäme ich mich ein Mensch zu sein aber was würden die Tiere tun wenn es nicht welche gäbe die sich für sie einsetzen..

:0(

wespe2002
19.01.2004, 13:55
Hunde sind deben hochsoziale Lebewesen, die einfach in Zwingerhaltung (gleichzusetzen mit Isolationshaft) verkümmern. Im übrigen sehe ich es so wie Sir Arthur Conan Doyle::o "Ein Hund spiegelt die Familie. Wer sah jemals einen munteren Hund in einer verdrießlichen Familie oder einen traurigen in einer glücklichen? Mürrische Leute haben mürrische Hunde, gefährliche Leute gefährliche."
:?:

Persephone
19.01.2004, 19:03
Wenn ich falsch liege, dann korrigiert mich:
Irgendwo (glaube war auf Sat 1.) war ein kurzes Interview mit einem Polizisten (war wohl etwas höheres). Demnach gehörten die Hunde einem Angehörigen der US Streitkräfte, die in Deutschland keine Meldepflicht haben. Zitat:"Wir wussten nicht mal, wie lange der da schon wohnt:" Na toll. tausende "dumme" deutsche Bayern sind mit ihren Rottweilern seit November 2003 zum Wesenstest. Aber der hysterisch kreischende Mob hat davon eh keinen Schimmer.
Sollte mich doch noch einer wegen diesem Vorfall ansprechen, (Achtung, es folgt bitterböse Ironie) lege ich ihm nahe, sich bei Georg selber zu beschweren, wie kann er es auch zulassen, dass einer seiner Landsleute so böse Hundis hat, wo die Deutsche Bundesregierung und die Landesregierungen doch so fleißig sind und so böse "Kampfhundis" kontrollieren... Friede, Freude, Eierkuchen.. oh sicheres Deutschland.
Sorry, aber
Das Schlimme Ereignis in Hamburg, was treibt Hunde dazu, Eure Meinung dazu? ist schon wieder typisch. Okey, es ist alles andere als lustig, wenn es zu Beißattaken kommt, aber wieviele Hunde haben dieses Jahr Menschen verletzt und es hat keine Sau interessiert!!! Höchstens eine kleine Meldung im lokalen Käseblättchen oder 2 Zeilen in einer größeren Zeitung, aber auch so platziert, dass die meisten es eh überlesen. Irgendwann hatte ich es mal hier geschrieben: Bekannte wurde ziemlich übel in's Bein gebissen, wohl Folgeschäden. Ihr Pech: es war kein böser Kampfhund, sondern ein hund einer sehr populären Rasse. Dumm gelaufen, wenn sie sich nicht geehrt fühlen, von solch einem edlen Tier berührt zu werden, der wollte doch nur nett sein (wieder Ironie). Ich habe die Schreiben von Anwalt und Versicherung gelesen und das ist der reinste Hohn. Aber wehe, es passiert was mit einem Hund, der auf einer willkürlich gemachten Liste steht..... Beißt der "kampfhund" interessiert sich kaum einer warum, aber war's kein Listi, wollte er eh nur spielen. So sieht's in der Medienlandschaft leider momentan aus und so bildet sich der Mob die Mehrheit.
Bissopfer anderer Rassen haben die selben Schmerzen, aber keine Aufmerksamkeit der Medien.

LG Moni (langsam genervt von dem ganzen)

Mandy Leoni
21.01.2004, 11:40
Hallo,

wir haben einen Dobi, hier bei uns in Baden Württenberg zählt er nicht zu den sogenannten Kampfhunden. Doch ich habe selbst die Erfahrung gemacht angeschimpft zu werden wegen dieser Rasse, wie ich nur solch einen Hund halten könnte solche Hunde müßten gleich eingeschläfert werden.
Meine Erfahrung ist jedoch das nicht die ( Kampfhunde) zubeissen sondern genau das gegenteil die Schosshunde sind die was am meißten zu beissen diese machen noch nicht einmal halt davor sich mit großen Hunden anzulegen und wenn dann 1 x von 100 Hundebissen ein sogenannter Kampfhund zu beißt wird das in den Medien gleich hochgespielt. Es sind nicht die Hunde sondern der Mensch der solche Hunde macht. Und diese Menschen solten zur Verantwortung gezogen werden diese soltten in die Medien und die Bevölkerung sollte aufgeklärt werden das nicht Kampfhund gleich Kampfhund ist.
Unser Dobi liebt Kinder überalles, wenn er andere spielen sieht draussen will er immer gleich mit spielen, doch die Kinder die ihn nicht kennen schreien und laufen weg. Auch in Schulen sollte das Thema Hund viel besser durch genommen werden und die Eltern sollten sich auch informieren wie ich mich richtig verhalte denn meißten sind es die Eltern die den Kindern angst machen und diese Kindern passiert meißt auch etwas. Wie zum Beispiel wie gehe ich auf einen Hund richtig zu, nicht einfach streicheln erst Fragen ob das in Ordnung geht.

Meine Nachbarn habe ich überzeugt davon das Kampfhund nicht gleich Kampfhund ist.
Aufklärung ist das wichtigste und Zwingerhaltung finde ich unnötig denn die meißten Hunde sind gestört deswegen wenn sie nich tdie Aufmerksamkeit bekommen die sie brauchen

changale
21.01.2004, 13:59
Es ist schon wirklich schlimm was da passiert ist, aber wie die Medien das wieder aufgebauscht haben ist ja typisch! Schlimm fand ich auch, das man im Fernsehen zur besten Sendezeit gezeigt hat, wie ein Polizist die beiden Hunde erschossen hat, obwohl einer der Hunde einfach nur friedlich da lag. So etwas finde ich absolut geschmacklos.

Warum Hunde so reagieren kann man nur spekulieren... Zwingerhaltung, vielleicht hat das Kind geschrien, oder mit seiner Jacke geraschelt, vielleicht hat der Ami die Hunde falsch erzogen, etc. ..

So etwas "nur" auf Zwingerhaltung zurückzuführen finde ich falsch. Es gibt viele Leute, die ihre Hunde für ein paar Stunden pro Tag auf ein "Außengelände" lassen (z.B. Huskys werden so von vielen Mushern gehalten) und keiner von den Hunden ist gestört. Wer weiß, vielleicht war der Ami ja ein super Hundebesitzer nur bei den Hunden hat sich auf ihrem "Freigang" ein Schalter im Kopf umgelegt...

Was ich traurig finde ist das nie einer sagt dass es auch mal daran liegen kann, dass der Angegriffene sich falsch verhalten hat. Ich erinnere mich da an einen Fall in Köln (?) wo eine Mutter nicht auf ihr Kind aufgepasst hat und das Kind ist rüber in den Garten eines Nachbarn gelaufen OBWOHL er die Gartentür geschlossen hatte. Der Hund, der sich in dem Garten befand, empfand das Kind als Eindringling und hat zugebissen. Hatten hier der Halter oder der Hund Schuld? Ich denke nicht, denn der Hund war sicher im Garten untergebracht und hätte keine Chance gehabt auszubrechen oder für irgendjemanden eine Gefahr darzustellen.

Was wichtig ist, ist das wir "vernünftigen" Hundehalter dafür sorgen, dass der Ruf von großen Hunden bzw. Kampfhunden nicht noch weiter geschädigt wird. Auch sollten wir dafür sorgen, dass die Medien lernen, das a) nicht alle Hunde Kampfhunde sind, b) das es zu 95% an den Haltern und der Erziehung des Tieres liegt und c) das auch ein kleiner Dackel ein Kind ganz schön verletzen könnte.

Hoffen wir, dass uns solche Horror-Stories zukünftig erspart bleiben.

Viele Grüße,
Petra & die Kampfschmuser Huskies

Jasmin+Paul
21.01.2004, 17:30
Hi Changale! :cu:

Ich glaube, man muss bei der Zwingerhaltung noch in zwei Sparten unterscheiden: Der Hund (egal ob Rotti oder A. Stafford oder Goldie), der völlig allein in seinem Zwinger hockt oder das Husky-Rudel, dass in einem Zwinger gehalten wird.

Der Leiter unserer Hundeschule ist Musher und hält in seinem Riesenzwinger ein Rudel Alaskian Malamutes (Schreibweise?). Diese Hunde sind bei ihm aber auch keine sogenannten Familienhunde, sondern seine "Arbeitstiere". Ich kenn mich mit Rudelhaltung und dieser ganzen Angelegenheit gar nicht aus, aber ich meine, dass das schon einen Unterschied darstellt. Oder lieg ich da total daneben?! Du kennst Dich da sicher besser aus. :confused:

LG Jasmin

silly
24.01.2004, 01:06
Wir hatten auch mal einen Dobi in unserer Familie.
Der ist leider nach einen Bandscheibenvorfall eingeschläfert worden :0(
Aber dieser Hund war ein absoluter Familienhund. Meine Schwester war zu der Zeit noch ein Kleinkind. Wenn sie im Garten spielte, hat er auf sie aufgepasst, wie ein Lux.
Man konnte ihn den ganzen Tag bei meiner Schwester lassen. Die beiden waren ein klasse Team.

Im Gegensatz hatte meine Tante mal einen kleinen Zwergschnauzer, der kam einmal auf mich zugerast, obwohl ich lange Zeit schon in der Wohnung war und ihn gar nicht beachtet habe, und hat mir voll ins Bein gebissen.

Der Biss war so heftig, dass er genäht werden musste.
Ich denke, es wird einfach von vielen Menschen unterschätzt, was kleine Hunde für eine Beißkraft haben.
Wenn die das vielleicht wüssten, ständen die auch auf den Rassenlisten.

Liebe Grüße

Silly und Arco :cu:

changale
27.01.2004, 12:24
Original geschrieben von silly
Im Gegensatz hatte meine Tante mal einen kleinen Zwergschnauzer, der kam einmal auf mich zugerast, obwohl ich lange Zeit schon in der Wohnung war und ihn gar nicht beachtet habe, und hat mir voll ins Bein gebissen.


Genau mein Reden! Warum können die Leute denn nicht verstehen, dass ein kleiner bzw. mittelgroßer Hund genau so viel Schaden anrichten kann, wie die Hunderassen die immer mal wieder durch die Presse geistern?!
Als Kind ist meine Schwester mal von unserer Zwergschnauzerhündin ins Gesicht gebissen worden und dieser Biss war auch nicht gerade ohne!!! Sie mußte mehrere Male ins Krankenhaus deswegen.

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande