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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unfähige "Hundetrainer", Therapie gegen Silvester-Angst !!! UNBEDINGT LESEN



sunshine
12.01.2004, 21:28
Hallo,

heute möchte ich Euch von einer kürzlich erlebten Situation berichten und bin auf Eure Antworten mehr als gespannt.

Wir sind ein kleines Mensch/Hund-Team mit zwei Zweibeiner und einer Golden Retriever Hündin und einem Labrador-Rüden. Immer auf der Suche nach einer guten Hundeschule (die es leider in unserer Region überhaupt nicht gibt....hier gibt es nur die Konrad Most-Truppe "wir machen das schon 30Jahre so")

So haben wir uns vor einiger Zeit auch bei einem der "normalsten" Hundesportvereine angemeldet. Alles ganz normale Leute, die auf die sanfte Tour ein gutes Hund/Mensch-Team werden wollen. Und so auch die beiden Hauptausbilder.....doch dann muss einer der beiden "Experten" endweder ein Buch gelesen haben, oder bei einem NASENBÄREN einen Kurs gemacht haben und nun komme ich zum eigentlichen Punkt.

Ich werde jetzt das Problem des Hundes aufschreiben und wie es "therapiert" werden soll/wird. Ich weisse ausdrücklich darauf hin, das wir dies nicht gut heissen und uns davon distanzieren.

Problem:
Ridgeback-Hündin hat panische Angst vor Silvester-Knallern und versteckt sich unter dem Tisch. Schnappt nach Besitzer

Therapie (ich nenn das jetzt mal so):

"Hundetrainer" in Klammern Arsch mit Minderwertigkeitskomplexen, nimmt Hund an lange Leine mit STACHELHALSBAND und läuft Gehorsamsübungen. In der rechten Hand einen Schreckschussrevolver. Wenn Hund Fuss läuft wird in die Luft geschossen.....Hund bricht zur Seite aus.....Ruck an Leine /Halsband....zur Fussposition....

Leider muss ich dazu sagen, das der Besitzer einer von den gutgläubigen Menschen ist, der noch an den Weihnachtsmann glaubt und alles nachbetet, was sogenannte Trainer verkünden. Soll heissen, der Weg ist schon der Richtige und Hunde müssen so behandelt werden.

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Uns persönlich fällt dazu nichts mehr ein. Wir selbst wollten unser Wissen nach und nach in diesen Verein einbringen, doch nun bekommt man seine Zweifel, ob sich der Kampf lohnt.

Unsere Therapie wäre folgende gewesen (wir haben mit 4 Hunden Silvester gefeiert, wovon 2 panische Angst vor den Knallern hatten.....und wir haben es alle überlebt):

a) Verhaltensanalyse....Hund
Warum ist die Ridgeback-Hündin so? Vielleicht war sie einmal Scheinschwanger und Ihr Hormon-Hauhalt ist durcheinander.

b) Verhaltensanalyse ....Mensch
Wie reagieren die Besitzer? Bestärken sie die Angst und bedrängen sie den Hund?

c) Einsatz von homöopatischen Mitteln und Baldrian ins Wasser.

d) Zur Hauptsprengzeit mit dem Hund beschäftigen. In keinster Weise auf Verhalten eingehen und Angst ignorieren.

e) Wenn Hund ausflippt, Rückzugsmöglichkeit geben

Manchmal wird man es wahrscheinlich nie richtig besiegen können.

ABER WAS SAGT IHR NUN ZU DIESER METHODE ????????

Hovi
12.01.2004, 21:43
Hallo sunshine,

dazu gibt es nicht sonderlich viel zu sagen.

Der Hund wird bei dieser "Behandlung" das Knallen (hier von der Schreckschußpistole) erst Recht mit Schmerzen (ausgelöst durchs Stachelhalsband) verknüpfen.

Seine Angst vor Knallerei wird damit verstärkt und bestätigt, und zwar schlimmer, als Lob das könnte. Die Angst wird sich steigern bis hin zur Panik.

Wahrscheinlich wird dieser Trainer es schaffen, aus diesem Hund einen kompletten Angstbeißer zu machen.

Selbst jemand, der nicht allzuviel Ahnung von hundlichem Lernverhalten hat (sprich: die Besitzer der RR Hündin) sollte soviel Denkvermögen besitzen, um solche Zusammenhänge erkennen zu können.

Grüßle
Claudia

Maggie_HH
12.01.2004, 22:10
Ich schliesse mich Claudia 100%ig an. Mit dieser "Therapie" wird er das Problem nicht nur verschlimmern, sondern auch den Hund "kaputt machen"!!!!! Wenn du die Leute kennst, dann rede bitte mit ihnen!!!!!!
Man kann die Angst vor Knallerei sehr gut über Gewöhnung und/oder Desensiblisierung machen. Die Leute könnten sich GeräuscheCDs kaufen mit Knallgeräuschen und sie erst ganz leise abspielen und dann die Lautstärke langsam erhöhen, der prozess muss allerdings über einen laaaangen Zeitraum geschehen. Man darf die Lautstärke nur soweit erhöhensolange der Hund keine Angst zeigt. Nur so kann er lernen es passiert nichts schlimmes!

silly
13.01.2004, 00:40
Da kann ich Claudia ebenfalls nur zustimmen.

Mein Bruder ist Hundetrainer, aber ein Professioneller. Seine Methode dazu ist, dass man verängstlichte Hunde vor diesem Sylvester lärm schützen sollte.

Denn solche Hunde haben eine Todesangst davor.

Jetzt mal einen Gegenvergleich:
Ein Mensch hat eine panische Angst vor Schusswaffen (vielleicht weil auf ihn mal geschossen wurde).
Kein Psychologe der Welt würde diesen Menschen mit zu einem Schießstand nehmen und auf ihn schießen.

Da es unmöglich ist mit diesen Dingen positive Erfahrungen zu ernten, da für ein Mensch und erst recht für ein Hundgehör das "Knallen" schlichtweg bedrohlich klingt. Bei Waffen ist es genauso.

Deshalb Hunde vor solchen "irren" Hundetrainer schützen und ach von Dingen die sie bedrohen.

Sylvester bleibe ich bei meinem Arco und wir feiern bei Raclette und Musik, meine Familie mit ihrem Hund (Arcos beste Freundin :D ) ist auch da. Da kommen die beiden gar nicht auf die Idee auf die überflüssige Knallerei (die ich nie unterstützt habe) zu hören.

Wenn man ein Hund nicht davor schützen kann, sollte man es mit Baldrian probieren. Da aber einen Tierarzt konsultiern, da Baldrian ein Depotwirkstoff ist, und da sollte 1. auf das Gewicht des Hundes geachtet werden (wichtig für die Dosis) und 2. Eine Woche vor Sylvester mit der Verabreichung beginnen.

Ich bete, dass Hundetrainer, die nur Tieren Gewalt antun, endlich von der Bildfäche verschwinden :0( :0(
Es geht wirklich anders, nämlich mit Psychologie und Vertrauen.

Sorry für den langen Beitrag:z:

Schöne Güße

Silly und Arco (Teppichfresser :D )

silly
13.01.2004, 00:43
Sorry für die vielen Tippfehler, bin über diesen Beitrag noch schockiert.

:cu:

Hovi
13.01.2004, 10:48
Hallo,

leider ist es gar nicht so selten, dass selbst ein wirklich guter Trainer die Silvesterangst nicht in den Griff zu bekommen vermag. Selbst mit Desensibilisierung und Geräusch-CD nicht.

Meine höchtspersönliche Meinung: Wenn man einen Hund mit panischer Angst vor Böllern hat, und auch die Desensibilisierung nicht hilft, sollte man den Hund so akzeptieren, wie er ist, an Silvester ggf. Bachblüten oder (notfalls) auch Beruhigungsmittel geben und bei seinem Hund bleiben, wenn´s losgeht. Dann gibt´s halt keine Party, oder man feiert zu Hause.

Ängste wird man auf jeden Fall NIEMALS durch Strafe in den Griff kriegen. Entweder, man schafft es, die angstauslösende Situation irgendwie positiv zu belegen und die Angst langsam abzubauen.... oder man muß mit ihr leben. Ich denke, mit Silvesterangst kann man durchaus leben, denn Silvester ist nur 1 x im Jahr. Es wäre zwar schön, sie in den Griff zu kriegen, aber wenn man es nicht schafft, geht die Welt auch nicht unter.

Grüßle
Claudia

changale
13.01.2004, 13:21
Original geschrieben von sunshine
"Hundetrainer" in Klammern Arsch mit Minderwertigkeitskomplexen, nimmt Hund an lange Leine mit STACHELHALSBAND und läuft Gehorsamsübungen. In der rechten Hand einen Schreckschussrevolver. Wenn Hund Fuss läuft wird in die Luft geschossen.....Hund bricht zur Seite aus.....Ruck an Leine /Halsband....zur Fussposition....


Hallo,

leider gibt es immer wieder so Ar...löcher, die meinen mit brutalen Methoden könnte man einen Hund erziehen. Als ich damals mit Leika bei uns in der Nähe in einem Schäferhunde-Verein die "Hundeschule" besuchen wollte, gab es dort auch so einen Trottel. Er meinte doch tatsächlich, wenn ich meinen Hund verprügele (O-Ton!), dann würde sie in Zukunft auch nicht mehr an der Leine ziehen. Was für eine Methodik!!! :mad: Meines Erachtens zieht mein Hund noch mehr von mir weg sollte ich ihm Gewalt antun...

Aber es gibt halt - wie Du ja auch schon passend bemerkt hast -auch ganz viele Leute die nicht viel Ahnung von Hundeerziehung haben und daher alles für bare Münze neben was der Hundetrainer denn da so von Ihnen verlangt.

Mich würde allerdings interessieren, ob man von Seiten des Tierschutzes nicht gegen so rabiate Trainings-Methoden vorgehen kann...

Liebe Grüße,
Petra & die Husky-Rasselbande

silly
13.01.2004, 14:02
Ich würde gerne mal wissen, ob diese "Hundetrainer" ihre Kinder auch so erziehen.
Dann werden wir bald richtige "Angstbeisser" und durchgeknallte Menschen um uns haben. :0( :0( :0(

Grüße von

Silly und Arco:cu: