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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : @Fr.Dr.Thorstensen betr. Kreatinin



Renate W.
07.01.2004, 10:23
Sehr geehrte Frau Doc,

zuerst "Prosit Neujahr" !:D

Am 5.1.2004 wurde im Labor der Vet.med.Wien ein Blutbild(Hämatologie, Differentialblutbild, Chemie) von meinem Whisky ausgewertet.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Whisky hatte
Kreatinin 2,30 mg/dl (Referenzwert < 1,60)

Hätte nun mein Doc Kreatinin bestimmt, hätte er das Alter (Whisky wird jetzt im Februar 9 Jahre alt) mit berücksichtigt. Ich habe den Referenzwert von meinem Joey (war 8 Jahre alt), und der wäre 0,80 - 2,40. Whisky wäre in diesem Fall zwar mit CREA an der obersten Grenze, aber doch noch im Referenzbereich.

Ist es so, dass jedes Labor unterschiedliche Referenzwerte angibt?

Ich kann das komplette Blutbild (einige Werte sind "verschoben" ) hier nicht abtippen (bin in der Arbeit) , habe es aber auf meine HP unter "Tagebuch" gestellt. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, könnten Sie einen Blick drauf werfen und mir Ihre Interpretation schreiben.

http://members.chello.at/mypersians

Herzlichen Dank im Voraus.
:cu:

admin
07.01.2004, 13:01
@Renate W.,
das ist ja ein denkbar unerfreulicher Start ins neue Jahr! :(

Habe mir die Blutwerte mal en detail angesehen.
Neben dem erhöhten Crea, weisen auch die Lymphozytose und die leichte Eosinophilie in richtung chronisches entzündliches Geschehen.
Die signifikant niedrigen Retikulozyten (Vorstufe der Erythrozyten) weisen ebenfalls auf eine Nierenproblematik hin, da sie eine renale Anämie anzeigen können.
Diese entsteht durch eine mangelhafte Bildung von Erythropoetin (Hormon, das das Ery-Wachstum und Bildung im Knochenmark) fördert. Da die Erys momentan noch im Normbereich liegen, ist anzunehmen, daß der Prozeß noch nicht so sehr lange läuft. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Erys beträgt 70 Tage. Mit zunehmender Dauer würde es aber ohne Behandlung zu einer Anämie kommen.

Es sollte also zügig mit einer Behandlung begonnen werden. Zudem sollte differentialdiagnostisch eine PKD (polycystic kidney disease), wie sie bei Persern rassebedingt gehäuft vorkommt, abgeklärt werden.

Therapeutisch sind tgl. Infusionen von höchster Bdeutung, um die harnpflichtigen Giftstoffe auszuschwemmen udn die Nieren zu spülen.
Zudem würde man homöopathisch unterstützen, z.B. mit Reneel oder Renes viscum. Nierendiätfutter wie Hill's k/d und Waltham/RC renal support sind ein Muss, vorzugsweise als Nassfutter.

Alles Gute, für Rückfragen stehe ich natürlich zur Verfügung.
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

Renate W.
07.01.2004, 14:07
Sehr geehrte Frau Doktor Thorstensen,

herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort.


Original geschrieben von admin
Es sollte also zügig mit einer Behandlung begonnen werden. Zudem sollte differentialdiagnostisch eine PKD (polycystic kidney disease), wie sie bei Persern rassebedingt gehäuft vorkommt, abgeklärt werden.

Therapeutisch sind tgl. Infusionen von höchster Bdeutung, um die harnpflichtigen Giftstoffe auszuschwemmen udn die Nieren zu spülen.
Zudem würde man homöopathisch unterstützen, z.B. mit Reneel oder Renes viscum. Nierendiätfutter wie Hill's k/d und Waltham/RC renal support sind ein Muss, vorzugsweise als Nassfutter.

Vor ca. 2 Jahren wurde bereits bei Whisky eine zystische Niere diagnostiziert (zuerst nur Röntgen, da hat sich der Tastbefund, dass die Niere dreimal größer ist, als sie sein sollte, bestätigt und anschließend Ultraschall, wo die "schwarzen Löcher" zu sehen waren).

Mit der homöopathischen Behandlung (Solidago compositum, tgl. 1ml und drei weiteren Mitteln für den Energiestoffwechsel und Leberstoffwechsel, 2 x wöchentlich verabreicht) habe ich bereits am Montag, nachdem mir mein Doc den Harnstoff- und CREA-Wert telefonisch durchgegeben hatte, begonnen (hatte die Medis noch von Joey zu Hause).

Waltham/RC renal support bekommt er bereits- das Trockenfutter wird - gemischt mit RC-Indoor (ist auch eiweißreduziert) - angenommen. Ich hoffe, in ein paar Tagen gänzlich auf "Renal" umsteigen zu können.

Beim Nassfutter gibt es Probleme.
Ich habe versucht, "Renal" mit "INTEGRA sensitive" (Schälchen, Dosen mag er nicht) zu mischen - nichts.

Wäre es eine Lösung, wenn ich INTEGRA mit Phosphatbinder gebe?

Mein zusätzliches "Problem" ist, dass ich auch noch den 1/2 jährigen Dusty habe und der auf keinen Fall die Nierendiät fressen sollte und meine Katzen es gewöhnt sind, zwar morgens und abends frisches Nassfutter zu bekommen, aber während des Tages und der Nacht ihnen Trockenfutter zur Verfügung steht.

Aber soweit ich beobachten konnte, geht Whisky nur zu seiner Schüssel mit der (momentan) noch gemischten Trockenfutter-Nierendiät.

Whisky hatte bei der letzten Untersuchung "ein etwas verschärftes Herzgeräusch".
Was meinen Sie, soll ich Whisky mit Fortekor behandeln (mein Doc sagt ja)?

admin
07.01.2004, 14:18
@Renate W.,
wenn Sie eines der beiden Combi-Präparate bekommen udn sub cutan spritzen könnten, wäre das für's erste wirkungsvoller.

Lassen Sie sich von Ihrem TA zeigen wie man sub cutan spritzt, dann könnne Sie auch die tgl. Infusionen mit Ringer Lösung (zur Spülung) selbst vornehmen udn der arme Whisky muß nicht tgl. beim TA "antreten".

ACE-Hemmer wie Fortekor sind hier ein doppelter Segen, da sie natürlich bei einer Herzinsuffizienz wirken, aber auch regelmäßig bei Niereninsuffizienz eingesetzt werden, da sie die Gefäße weit stellen, damit den Druck senken und die Nieren somit besser durchspült werden.
Also: unbedingt dem Rat des Kollegen folgen! ;)

Eine getrennte Fütterung wäre sinnvoll, auch wenn das bedeutet, daß künftig nicht mehr ad libitum, sondern in zwei Mahlzeiten gefüttert wird.

Wenn die Nierendiät nur ungern gefressen wird, darf es auch hochwertiges protein sein, das die Nieren nur wenig mit Abfallstoffen belastet. Hier bietet sich z.B. Almo Nature an Alternative an, die zugegeben werden kann, um die Akzeptanz zu verbessern.

Nochmals beste Grüße ;)
Dr. Kirsten Thorstensen
Vet Services Manager

Zooplus AG

Renate W.
07.01.2004, 15:32
Sehr geehrte Frau Doc,

die TÄ der Fa. Heel nannten mir die o.a. homöopathischen Mittel - allerdings ist dies schon im Jahr 2001 gewesen, als Joey krank wurde. Außerdem wurde mir geschrieben, ich könne die Ampullenpräparate entweder spritzen oder oral verabreichen.

Ich werde mir die von Ihnen empfohlenen Mittel besorgen und Whisky damit behandeln - ich denke, das Spritzen werde ich lernen.

Die getrennte Fütterung wäre optimal (bei Nassfutter muss ich Whisky's Teller sowieso sofort entfernen, wenn z.B. IPAKITINE untergemischt ist), allerdings wäre es für alle vier eine Riesenumstellung. Sie sind es nicht gewohnt, auf einmal ihr Futter zu sich zu nehmen. Ich habe die Futterschüsseln jetzt in drei Zimmern verteilt und da vorher genau beobachtet, in welchem Zimmer jede Katze am liebsten ihr Futter zu sich nimmt. Whisky geht nur in einen Raum und dort frisst er auch. Zur Zeit ist mein Mann noch auf Urlaub und beobachtet genau.

Sollte ich allerdings bemerken, dass Whisky (und auch Dusty) sich am "falschen" Futter "vergreifen", werde ich auf jeden Fall auf zweimalige Fütterung umstellen - dann müssen sich meine Racker eben umstellen und zu den geregelten Mahlzeiten fressen.

Danke, dann ACE-Hemmer Fortekor.

Werde heute Abend Almo Nature bestellen und hoffen, dass Whisky es mag. (Von all den bereits bestellten Futtersorten oder hier in Wien in der Tierhandlung gekauften Sorten war bisher die einzige Animonda INTEGRA Sensitive, die er angenommen hat).

Danke für Ihre ausführlichen Antworten und ich hoffe, Sie sind nicht ungehalten, dass ich immer wieder hinterfrage - ich darf mir zu Whisky's Wohl keine Fehler erlauben.