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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund ängstlich - wie verhalte ich mich?



Sunflower
06.01.2004, 21:25
Hallo ihr lieben,
brauche mal wieder euren Rat.
Ein leidiges Thema bei mir und meiner kleinen (3 Jahre) ist ja, das sie Angst vor größeren Hunden und vor Hundegruppen hat.
Nun, ich hab eigentlich gedacht gut daran gearbeitet zu haben, da sie nicht mehr solche Ängste hatte wie am Anfang. Zwar immernoch vorsichtig und schüchtern....jedoch nicht mehr so Ängstlich.
Nunja.....gibt natürlich auch rückschläge....so wie heute.
Ich war mit meiner Maus schön im Schnee spazieren (ok es war eher spielen, rennen,toben, sie liebt schnee über alles :D :wd: ) und auf dem Heimweg kam uns dann eine kleine Hundegruppe entgegen (1 kleiner hundi, und 2 mittelgroße).
Ich nahm meine an die Leine, weil sie schonmal aus Angst blind weggelaufen is und somit den Jagdinstinkt des anderen geweckt hat.
Einer der Mittelgroßen Hunde kam dann auf meine zu....sie zeigte Angst und unterwerfung...und der andere Hund ließ nicht locker....ging mit den pfötchen auf ihr....und meine Maus zwickte, biss keine Ahnung. Denke eher zwickte. Dann wurde der Hund gerufen.

Etwa 10 min später....Zwei Hunde (ein kleiner, ein großer der sie schonmal angesprungen hat). Der Kleine ohne Leine kam zu meiner, sie beschnüffelten sich kurz, meine zeigte wieder Angst, ran hin und her, quickte (oder wie man das definieren kann), wollte wieder zwicken. Ich wies dem Halter darauf hin, das sie Angst hätte und ob er nicht seinen Hund zu sich rufen könnte, er meinte aber ich solle die mal machen lassen. Als der andere immernoch hinter ihr hertrotte, bellte sie ihn fürchterlich an und machte ihn so ziemlich zur Sau (verzeiht mir diese Wortwahl ;) ) Dazu muss ich noch sagen, sie bellt draußen nie, außer wenn wir toben. War also Premiere. :confused:

Naja....mal wieder meine Frage....was muss ich anders machen? Wo muss ich vllt an mir arbeiten? Und wie kann ich meinem Mäuschen noch mehr die angst wegnehemen, das dieses "Angstbeißen" (so will ich es mal nennen) aufhört? Was kann ich gegen dieses wegrennen machen (mit und ohne leine)?

Ganz liebe Grüße
von der lernwilligen Sunflower und ihrer schneeliebenden Maus! :p

Rüsselterriene
06.01.2004, 21:34
Gaaanz viel kontrollierte Kontakte Sunflower!

Ich hab auch n Angsthasen im Stall... da musst du eiskalt sein... Angst überwinden, heisst Konfrontation.

Und zwar gezielt!

Anke

Sunflower
06.01.2004, 21:57
Danke erstmal,

schon klar, das ich sie damit konfrontieren muss.
Ich bin auch nicht so, das ich die Straßenseiten wechsel sobald da Hunde kommen, nee nee, wird schön weiter gelaufen. ;)

Nur irgendwie scheint auf dem Rücken meiner Kleinen "Spring auf mir rauf" zu stehen. Was das ganze auch etwas schwierig macht.

Schäfergirl
07.01.2004, 06:45
Allerdings musst du sie kontrilliert konfrontieren, wie Anke ja schon sagte. Auch wenn du sie überforderst, steigerst du die Angst. Kannst ruhig erst mal einen Bogen machen und sie dann ganz vorsichtig auf den anderen Hund zugehen lassen, bloß nicht drängen. Zeig ihr: "Ich habe alle Zeit der Welt, der andere mit Hund auch und wir bleiben hier bis du (!) den ersten Schritt zu ihm gemacht hast." Lass sie in umzäunten Gelände mit ganz ruhigen großen Hunden spielen (habt ihr nen Neufundländer in der Nähe;)), also einer der sie unter keinen Umsränden jagen will!! Ist man sich nicht sicher kommt der andere (!) an die Leine. Irgendwann wird die Neugierde siegen.
Hab Geduld!

Viel Glück
Lisa

maureen
07.01.2004, 07:29
Wir üben dort gezielt hundebegegnungen u. kontakte u. es findet sich unter den vielen Hunden immer einer der nett o. zumindest neutral zu deiner Kleinen ist. Außerdem steht dir dort jemand permanent zur seite um helfend einzugreifen. Wir haben auch einen ängstlichen rüden der bleibt bis kursbeginn im auto, geht als letztes auf den platz, hält soviel abstand wie es ihm genehm ist, steht nur in der nähe von verträglichen anderen hunden u. im laufe der stunde taut er auf u. steht mittendrin. Das geht mittlerweile innerhalb 10 min. Ihm hilft das sehr gut, vielleicht ist es bei dir auch ein versuch wert!?

cheroks
07.01.2004, 10:22
Hallo,
ich würde sie aber an der Leine auch schützen vor dem anderen Hund. Wenn du merkst sie gerät in Panik, dann rette sie vor dem aufdringlichen Hund und drängel ihn weg von ihr. Wenn deine an der Leine ist und der andere nicht, ist sie in der schlechteren Position, da sie nicht ausweichen kann. Wenn sie sich bei dir auch sicher fühlen soll, würde ich sie zwar nicht bemitleiden bzw. trösten und beruhigen aber sie eben auch nicht ins offene Messer rennen lassen.
LG Tina

maureen
07.01.2004, 11:51
Das sehe ich aber ganz anders! Einen Hund der ängstlich ist sollte man nie trösten o. aktiv beschützen weil man dadruch nur die angst bestätigt u. somit verstärkt. Vielmehr sollte man als Hundeführer sicher u. souverän auftreten, das spürt der hund dann auch u. merkt das es keinen grund zur Panik gibt. Den anderen hund wegschicken o. auch festhalten finde ich dabei auch o.k., aber nicht den eigenen Hund hochheben o. sonstwie trösten. Beruhigen klappt viel besser wenn der hund merkt das der mensch am anderen ende sie situation voll im griff hat u. keine unruhe o. sogar angst austrahlt....das ist meine meinung:)

Sunflower
07.01.2004, 13:40
Vielen lieben Dank für alle Antworten.
Ich nehme sie nie auf den Arm bei einem anderen Hund....weil ich eben ihr angst nicht verstärken will. Und den anderen wegschicken oder festhalten klappt halt auch so gut wie nie weil die besitzer meist komisch gucken und eben sagen ich soll die doch machen lassen. Und sich dann beschweren wenn meine kläfft.
Mit ruhigen Hunden treffen ist auch schwierig....weil die meisten hier sehr agile, Spielfreudige Mischlinge sind.

LG Sunflower

cheroks
07.01.2004, 18:43
Hallo,

Einen Hund der ängstlich ist sollte man nie trösten o. aktiv beschützen
doch sollte man, wenn dein Hund sich nicht verraten und verkauft vorkommen soll. Wenn ein Hund meinen moppt

und der andere Hund ließ nicht locker....ging mit den pfötchen auf ihr....und meine Maus zwickte, biss keine Ahnung beschütze ich ihn sehr wohl.
Als der andere immernoch hinter ihr hertrotte, bellte sie ihn fürchterlich an und machte ihn so ziemlich zur Sau
Bald wird sievielleicht gleich so auf andere Hunde zugehen, da sie nur so den anderen Hund endlich abschütteln kann. So kann man auch perfekt eine Leinenaggression erst herraufbeschwören.
Natürlich soll man den Hund nicht trösten und bedauern, ganz im Gegenteil, man sollte ihn ignorieren. Das heisst aber nicht, dass ich ihn nicht beschützen kann. Ich bin doch sein Chef und muss ihn verteidigen wenn ein anderer ihm Angst macht. Kein guter Rudelführer würde das zulassen, aber der eigene steht daneben, hält ihn fest so dass er nicht weg kann und tut nix.

Na klar muss sie es aushalten lernen, aber sie darf nicht so in Panik geraten. Wenn ihre Reizschwelle erreicht ist sollte man sie vor dem fremden Hund abschirmen und den fremden weghalten von ihr, sich vor sie stellen und sichern, wenn es dir wichtig ist, dass dein Hund dir vertraut und nicht mehr weg rennt, wenn er Angst bekommt..
Der Hund hat richtig Angst und greift dann irgend wann an. So weit würde ich es nicht kommen lassen.

Lg Tina

Kira103
07.01.2004, 21:35
hallo sunflower,

habe selber auch so einen kleinen angsthasen und würde dir aus meiner erfahrung raten, nicht auf diese "die machen das schon unter sich aus" sprüche zu hören. Habe ich leider zu lange gamacht, jetzt geht Bendix nur noch mit aufgestellter Bürste auf andere Hunde zu und ich bin derzeit hart am arbeiten, das ganze wieder gut zu machen.

Natürlich ist jeder positive Hundekontakt sehr wichtig für deine kleine, aber Situationen in denen sie in Panik gerät, halte ich nicht für hilfreich, ihre Ängste zu verlieren.

Also ich handhabe es derzeit so, dass ich, wenn ich merke, dass es meinem Schisser zu viel wird, weil der andere Hund zu aufdringlich ist, mich einfach mal ganz ruhig dazwischen drängele und mich zwischen die Hunde stelle. Hat bisher, bis auf eine einzige Ausnahme, immer gut geklappt. Dass die anderen Hundebesitzer vielleicht blöd gucken, ist mir mitlerweile egal. Die meisten haben eh keine Ahnung ;)

Gerade die ängstlichen Hunde werden halt nunmal sehr gerne von anderen gemoppt, und das sorgt dann natürlich für noch mehr Angst.

LG - Katarina

Hovi
07.01.2004, 21:39
Hallo Sunflower,

eigentlich wurde alles Wichtige schon gesagt. Hilfreich für euch wäre eine kontrollierte Spielgruppe in einer guten Hundeschule, wo man genau drauf achtet, dass Deine Kleine eben NICHT gemobbt wird.

Denn eins ist sicher (nein, leider nicht die Rente): Ängstliche Hunde ziehen mobbende Hunde an wie ein Haufen die Fliegen, leider. Ist ja auch logisch. Der ängstliche Hund signalisiert schon von Weitem: Tu mir bitte nichts, ich hab doch Angst. Und Hunde, die selber unsicher oder noch nicht sozial gefestigt sind (sog. Halbstarke :D) suchen sich natürlich bevorzugt solche Opfer aus, um selber auch mal als "stark" dazustehen. Gegen einen selbstbewußten Artgenossen trauen sie sich nicht, aber gegen einen Schüchternen, da kann man mal zeigen, wer man ist ;).

Ist ja bei manchen Menschen auch nicht anders :D.

Im Übrigen schließe ich mich Tinas Meinung an: Solange die Kleine noch so viel Angst hat, würde ich durchaus schützend eingreifen, wenn ein fremder Hund sie als Trampolin benutzen will.

Grüßle
Claudia

Tina1965
08.01.2004, 10:29
Hallo Sunflower,

ich kann Dein Problem gut verstehen, weil meine 10 jährige Yorkihündin auch total ängstlich ist.
Sie sucht keinerlei Kontakt zu anderen Hunden und läuft panisch weg, wenn ein Hund anderer Hund auf sie zuläuft. Ich habe das Buch Calming Signals gelesen und da war Cassy mein bestes Beispiel....alles was es da an Beschwichtigungsritualen gibt, trifft auf sie zu. Große Bögen laufen, über die Schnauze lecken oder ganz starr stehen bleiben....ja oder im schlimmsten Fall....wegrennen.

Das finde ich sehr schade, weil ich noch einen 2. Hund habe, der sehr Kontaktfreudig ist und für sein Leben gerne mit allen Hunden Kontakt aufnimmt und spielt. Um Benji spielen zu lassen nehme ich Cassy dann auf den Arm, eben weil sie Angst hat und weglaufen will und dort zittert sie dann meistens noch wie Espenlaub.
Bei Cassy ist an diesem Zustand wohl nichts mehr zu ändern, weil sie auch eine dementsprechende Vorgeschichte hat (war jahrelang Zuchthündin, kein Kontakt zu anderen Hunden und kam über den Tierschutz zu uns)
Ich persönlich glaube nicht, das man viel daran ändern kann wenn die Hunde sehr ängstlich sind, aber Du hast hier sehr viele nützliche Tips bekommen, die Du auf jeden Fall ausprobieren solltest. Vielleicht gehst Du mit Deinem Hund auch noch mal in eine Hundeschule?

Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir viel Glück.

Liebe Grüße Tina mit der sehr änstlichen Cassy und dem überhaupt nicht ängstlichen Benji:D

:cu: :cu:

Katrin_Billa
11.01.2004, 20:51
Hallo,

na, das klingt ja ganz genau wie bei uns! Ich hatte zu dem Thema hier auch schon mal geschrieben und sehr hilfreiche Ratschläge bekommen, es ist schon wesentlich besser geworden mit meinem kleinen Schisser. Folgendes hat geholfen:

- Ich schütze meinen Hund durchaus, wenn die Angst überhand nimmt - allerdings ohne auf den Arm nehmen und ohne Worte. Meistens reicht es, wenn uns ein unbekannter Hund entgegenkommt, sie absitzen zu lassen, mich neben sie zu hocken und so zu signalisieren, dass ich da bin und nix passiert. Das nimmt einem Hund, der gerne mal losmobben würde, schon mal den Wind aus den Segeln. Und die Besitzer - manche jedenfalls - schnallen auch, dass sie ihren Hund vielleicht besser bremsen.

- Im Zweifelsfalle mache ich einfach einen großen Bogen - vor allem, wenn die Besitzer der hartnäckigen "Die machen das unter sich aus" - Fraktion angehören. Wen man einen kleinen Hund hat, muss man da wirklich sehr aufpassen, ich habe es auch zu lange auf die leichte Schulter genommen.

- was auch gut hilft: Wenn Billa ihren Ball im Maul hat, geht sie wesentlich souveräner mit anderen Hunden um - sprich, sie marschiert einfach vorbei und hat vor lauter Konzentration auf den Ball die Angst vergessen. Das mache ich aber nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn wir einer Gruppe großer Hunde nicht ausweichen können, sie soll ja möglichst normalen Kontakt zu Hunden haben.

- Gut sind auch immer Spaziergänge mit einem kontaktfreudigen Hundekumpel - der amüsiert sich dann mit den anderen und der Angsthase kann sich in seinem eigenen Tempo nähern.

Es dauert seine Zeit und es passieren immer wieder Rückschläge, wichtig ist, dass die Kleinen nicht weglaufen und dann erst richtig einen draufkriegen und dass man, so gut es geht, immer noch ungezwungene Hundekontakte ermöglicht. Vor allem: Nicht von anderen Hundehaltern beeinflusen lassen - viele kennen das Problem nicht und denken, man stellt sich an, vor allem, wenn der ängstliche Hund klein ist. Aber es gibt halt solche und solche.

Viel Erfolg!! :cu:

Katrin

Sunflower
12.01.2004, 13:12
Vielen lieben Dank an ALLE nochmal!!!!!!!!!!!!!

:cu:

Sunflower
12.01.2004, 22:28
Mal n bissl erzähl wies so die Tage war.

Lief alles super...sind auch auf andere Gruppen gestoßen....anfängliche unsicherheit von meiner Maus aber dies legte sich schon sehr bald.

Das Buch Calming Signals hab ich auch schon gelesen (super buch....zu empfehlen ;) ) und wie schon drin stand....wenn Hunde diese anwendet aber es trotzdem zum bedrängen kommt könnte es passieren das der Hund diese nicht mehr anwendet (verlernt), davor hab ich natürlich angst weil sie diese meist anwendet aber keiner wirklich abbremmst (von den stürmischen). :confused:

Nunja.....sie zeigte die letzten Tage viel mehr Mut, war neugierig auf andere Hunde (so wie es mal war).
Nun war ich mit meinem Freund und ihr heute Abend spazieren (Freund lief ohne Leine frei rum :D ....sorry, kleiner Spaß) und dann sahen wir vom weitem die selbe Hundegruppe mit den 3 Hunden, wie ich schon im ersten Bericht schrieb. Wir wollten eh einen anderen Weg gehen und die drei waren weit weg so das wir unseres Weges gingen. Als plötzlich 2 Hunde von denen (Halter der Hunde außer reichweite....bzw es sind immer Kinder und Jugendliche) in unsere Straße einbogen und zu unserer Maus wezten. Mein Freund stellte sich ihnen in den Weg um sie zu bremsen und ich mich vor meiner maus. Störte sie herzlich wenig....sprangen förmlich über seine Beine und wuselten einer rechts einer links zu unserer Kleinen. Kniete mich runter und da war es schon wieder....meine Maus schnappte wieder zu. Was mir allerdings auffiel.....sie schnappt immer nur nach einen bestimmten der drei. Es ist immer der selbe. Kann es sein das sie diesen einen einfach nicht mag???
Tja....dann irgendwann wurden die Hunde gerufen. :o

Wie ich schon oben sagte....die anderen Hundegruppen die ich die Tage traf waren ok für sie.

Wollt nur mal berichten.
Liebe Grüße Sunflower

Sunflower
15.01.2004, 10:27
sorry will nicht nerven :rolleyes: .

Gestern Abend waren wir wieder lange spazieren, haben ne Rute gefunden wo viele kleine Gruppen mit kleinen Wuffis waren um vllt mal zu gucken ob sie nur vor gruppen Angst hat.
Hat sie nicht. War alles supi. Wollte dann auch mit nem Goldi spielen. :) Aufm Heimweg kam uns dann ein großer Schäferhund-Mix entgegen Marke " Der tut nix" :rolleyes:
Meine Maus wollt natürlich Hallo sagen, provozierte ihn nicht, lies ihn erstmal an sich schuppern. Und schwupps sprang er mit den Pfoten auf ihr drauf und sie schrie wie am spieß. :0(
Und schwupps war wieder ihre Angst da. :(

Weiß langsam nicht mehr weiter.

Nochmal zum vorrigen Beitrag. Falls es so sein sollte, das sie den besagten hund (wo sie zuschnappt) einfach nicht leiden kann, wie soll ich mich da verhalten wenn der uns begegnet?

Liebe Grüße
Sunflower