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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was alles schief gehen kann .....



mu0104
29.12.2003, 15:30
Hallo,

werde wohl etwas weiter ausholen müssen als ich dachte, aber werde mich bemühen, die Sachverhalte klar zu ordnen.

Es ist so, ich habe u.a. einen 5jährigen Wallach, den ich 3jährig bekommen habe. Er war zu dem Zeitpunkt angeritten und wirklich ein absolutes Schätzchen. Durch nichts aus der Ruhe zu bringen, von sich aus Locker, entspannt und absolut arbeitswillig. Da ich wirklich nichts verkehrt machen wollte, habe ich ihn 2-4mal wöchentl. bereiten lassen. Nach einem halben Jahr bekam er dann eine Knorpelverletzung am Knie (Überlastung,!!! meine Bereiterin war etwas zu arbeitswütig und mein Brummbär hat sich das ja auch alles gefallen lassen). Die Folge war, daß er mit knapp 4 Jahren erst mal von Anfang April bis Anfang September stehen mußte und dann wieder im Schritt bewegt werden durfte. Na ja als sich während seines Klinikaufenthaltes von 7Wochen rausgestellt hat, daß er zu stark belastet wurde, habe ich mich erst einmal von meiner Bereiterin getrennt und mir jemand anderen gesucht.
Wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann hatte mein Jungspund während seiner Stehzeit einige Spirenzien angefangen und war schon nicht mehr ganz so 100% brav, aber da verzeiht man ihm ja alles... Mit neuem Bereiter gings dann weiter und das Drama nahm seinen Lauf. Das Pferdekind hat zwar schon eine große Box 4*4,5 m (bei einem Stkm von 1,74 wohl auch angebracht), aber er hat es dennoch fertig gebracht sich festzulegen, was leider nur der Bauer mitgekriegt hat, der es aber erst mal niemandem groß mitgeteilt hat, da ja keine äußeren Spuren sichtbar waren. Der Bereiter wollte ihn nun Reiten und setzte sich drauf und Piko war nur noch am Steigen... Natürlich hat er 3 Tage lang Prügel bezogen, die darin gipfelte das mein Pferd fat die Wände hoch ging und ich dann die Notbremse zog und ihn nicht mehr geritten habe.
Da stand ich nun mit meinem Kerlchen und nachdem die konservative Medizin nicht helfen konnte, habe ich eine Osteopatin zur Hilfe gezogen, die bei 2/3 seiner Wirbel Blokaden festgestellt hat und diese über 3 Monate (inkl. Erholungsphase mit Koppel und vorsichtigem Anlongieren) wieder hingekriegt hat.
Was geblieben ist, sind -man mag mich für diese Behauptung mal wieder für verrückt erklären- seelische und geistige Schäden bei Piko: er hat vor allem Angst, es hat 3 Wochen gedauert, bis ich ihn Satteln konnte, ohne das er Zusammengezuckt ist, er steigt beim Reiten (teilweise aus Angst, teilweise aus Unmut (den ich ihm nie zugetraut hätte)), macht sich fest und verspannt sich und was für mich das schlimmste ist, ist das Gefühl, daß ein Großteil des Vertrauens, das dieses Pferd in den Menschen gesteckt hat, nicht mehr vorhanden ist.

Seit 4 Monaten versuche ich jetzt mit viel Zeit und einem Stall und Bereiterwechsel ihn wieder dazu bewegen, einem zu Vertrauen, aber ich habe das Gefühl, daß ich noch nicht wirklich erfolgreich bin...

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich freue mich über jeden Hinweis, jede Möglichkeit, die mir einer von Euch nennt , wie ich dem Kerlchen seine Angst nehmen kann, um ihn wieder zu dem Pferd zu machen, das es mal war.

Viele liebe Grüße aus Hessen

Eure Wanda

gudrun
29.12.2003, 21:18
ich würde erstmal damit anfangen die bereiter zu streichen .mach du und nur du erstmal bodenarbeit mit ihm komm gar nicht erst mit reiten .bau erst das vertrauen deines pferdes zum menschen wieder auf.dan kannst du langsam wieder ans reiten denken.und dan solltest du bei der wahl deines bereiters sehr wählerricsch sein .muss den überhaupt ein bereiter sein ??oder schafst du es zeitlich sonst nicht dein pferd zu bewegen?hast du auch mal an eine rb gedacht die du natürlich genau aussuchen solltest .das aber würde ich erst machen wenn er wieder vertrauen zum menschen gefast hat nicht ehr.
wenn du es dir selbst nicht zutraust suche dir einen guten trainer der dir und dem pferd hilft .der dich auch anleitet.
gudrun

mu0104
30.12.2003, 11:06
Ich denke, daß ich bei der Wahl meines neuen Bereiters einen Volltreffer gelandet habe. Ich kenne ihn noch von früher und habe schon mal eine Zeit in seinem Stall gestanden. Bin dann leider umgezogen und habe aufgrund der Anfahrtsstrecke den Stall gewechselt. Jetzt muß ich zwar recht lange fahren, aber ich weiß bei ihm, daß er super feinfühlig mit dem Kerlchen umgehen kann.

An was für Bodenarbeit hast Du denn da gedacht?? Mir fehlen so ein bißchen die Ideen, was ich so machen soll...

Wanda

Berni
30.12.2003, 12:05
Mit den Bereitern ist das immer kritisch...ich finde du solltest erst mal ohne Bereiter dein Pferd wieder hinbekommen. Dein Piko ist jetzt sicherlich total fertig und weiß selbst nicht was er machen soll. Es ist für ihn schon schwer genug dir zu vertrauen, wenn da auch noch ein Bereiter ist...... Erst mal solltest du viel mit ihm schmusen und Zeit mit ihm verbringen. Er muss erst mal Vertrauen finden, dass ist nicht einfach nach so vielen Enttäuschungen! Du kannst mit ihm spazieren gehen und ihn langsam anfangen zu longieren. Zirkuslektionen wie das Kompliment stärken das Vertrauen enorm. Du musst bei ihm vorgehen wie bei einem kleinen Kind. Vielleicht helfen dir auch Übungen von Monty Roberts, wie das Join up und Follow me!
Ich hoffe ich konnte dir helfen.
Lg Berni:z:

gudrun
30.12.2003, 21:43
mit join up wäre ich vorsichtig das sollte nur machen ders auch kann.
mit bodenarbeiten meine ich zb.über stangen laufen am boden mit dem pferd du vorraus pferd hinterher .erstmal nur schritt dan trab .
oder über eine plastikplane gehen ,einfachnur mal laufen halten lostraben stoppen wieder loslaufen .da merkst du wie er auf dich reagiert zb .wenn ich gehe geht auch meine stute sie überholt mich aber nie wenn ich schneller gehe wird auch sie schneller wenn ich stehen bleibe bleibt auch sie stehen und ich muss nichts zu ihr sagen .
tonnen in der halle aufstellen und um sie rumgehen oder nen schirm aufspannen und in aller ruhe mit ihm hingehen .
im grunde sollen diese spielereien im zeigen das er dir in allen situationen vertrauen kann und du ihn nicht in eine situation bringst die gefährlich für ihn wird.
es gibt auch bücher über bodenarbeiten eines das sehr gut sein soll ist von linda tellington jones .kannst ja mal im net schauen .
gudrun

BineXX
04.01.2004, 23:58
Sorry, bin da leider anderer Meinung als Ihr. Das Vertrauen des Pferdes wurde beim Reiten zerstört und muss auch durchs Reiten wieder zurückgewonnen werden. Da könnt ihr stundenlang am Boden arbeiten, das Pferd wird weiter Angst haben wenn sich jemand draufsetzt.
Wenn Ihr einen Autounfall hattet und Angst habt vorm Fahren , könnt ihr die Angst auch nicht durch Auto waschen und polieren wieder in den Griff kriegen , oder ?

Ich würde das Pferd auf die Koppel stellen und zwar nicht nur ne Stunde am Tag sondern ungefähr 6 Stunden am Tag. Und das so ca. 8-10 Wochen lang. Und dann heisst es anfangen wie mit einem rohen Pferd.
Erst ein paar Tage an die Longe, dann ein paar Tage Reiter drauf (an der Longe) und dann über Monate hinweg nur Vorwärts-Abwärts reiten. Und zwar nicht jeden Tag, sondern so 3 mal /Woche , dazu 2 mal / Woche longieren und 2 mal / Woche nur Koppel.

Kann eh nicht verstehen, dass man einen 3-jährigen öfters als 3 mal / Woche reitet.

Also Viel Glück und erzähl wie es weiter geht.

Ursula J.
09.01.2004, 16:35
Kann dir Übungen von Linda Tellington-Jones empfehlen.

an BineXX: Wer bitte stellt sein Pferd nur 1 (!) Stunde am Tag auf die Koppel???? Unsere stehen fast den ganzen Tag draußen.

LG Ursula

BineXX
09.01.2004, 19:13
Ursula, das tun leider sehr viele. Und von Deinen Pferden hab ich ja auch nicht gesprechen.
Für mich hörte sich der Eingangstext ganz danach an, als käme das Pferd selten raus.
Die Passage (Zitat) : " die bei 2/3 seiner Wirbel Blokaden festgestellt hat und diese über 3 Monate (inkl. Erholungsphase mit Koppel und vorsichtigem Anlongieren) wieder hingekriegt hat. Zitat ende

Wenn er in der Erholungsphase auf die Koppel kommt, was ist denn der Normalzustand ? Kann das aber auch missverstanden haben, dazu könnte sich ja Wanda äussern, falls sie mal wieder hier liest


:cu:

Ursula J.
09.01.2004, 21:42
Ich habe mich auch nicht persönlich angegriffen gefühlt oder so, ich finde das nur ganz fürchterlich,wenn so etwas passiert!! Und da ich es nicht üblich finde, habe ich gefragt.Sollte weder ein Angriff sein, noch habe ich es auf mich bezogen .

Eine Stunde, warum denn nur? Ich finds halt ganz schlimm,wenn Menschen ihre Pferde vermenschlichen und denken,nur weil uns kalt ist, ist den Pferden auch kalt. Oder wenn sie die Pferde nicht rausstellen,weil sie sich ja schmutzig machen könnten:confused: Da geht mir einfach die Galle hoch. Ich habe jetzt vor kurzem in einem Stall gesehen,wie eine Frau ein Pferd mit Decke geritten ist (ich meine nicht die Satteldecke)!!!
Ich habe hauptsächlich mit Robustpferden zu tun (Isländer,Haflinger,Tinker) und die sind tw Tag und Nacht draußen, Sommer wie Winter und die erfreuen sich bester Gesundheit.
Diese Anfrage war eher allgemein gestellt, nicht jetzt speziell auf dieses Pferd von Wande,um das es hier geht.

LG Ursula
:wd: :wd:

BineXX
09.01.2004, 22:39
Ursula, das ist gar nichts aussergewöhnliches. Wir haben einen Stall mit fast 100 Pferden, einen sogenannten Sportstall.
Davon kommen ungefähr 20 Pferde den ganzen Tag raus. Ca. 20 Pferde sehen die Koppel so gut wie nie in ihrem Leben und der Rest kommt eben nur stundenweise bei gutem Wetter raus.
Die meisten verstehen nicht, dass meiner den ganzen Tag draussen steht. Da er Dressur geht im L/M Niveau ist das für alle unverständlich. So ein pferd stellt man doch nicht auf so eine riesen Koppel (wir haben die grösste bei uns mit Hang etc.)
Die haben alle Angst, dass die Pferde sich verletzen. O.K. stimmt auch. Meiner hatte sich letztes Jahr 2 mal verletzt, hab jedes Mal den TA gebraucht mit jeweils ca. 400 Euro Kosten und 3 Wochen Ausfall.

Also, so was besonderes ist das nicht.