PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund verloren



carinacorolla
15.12.2003, 19:42
Hallo ihr lieben!
In meinem Beitrag geht es um den Verlust meines Hundes. Er ist nicht gestorben, sondern er hat mich gebissen und schwer verletzt.
Ich war acht Jahre alt, als wir unseren Dackel Maxi einschläfern mussten, weil er Krebs hatte. Da ich noch so jung war, hatte ich keinen großen Bezug zu diesem Hund, war aber natürlich traurig und verstört, als plötzlich ein Familienmitglied fehlte. Etwa ein Jahr später haben wir uns dann einstimmig für einen neuen Hund entschieden. Moritz. Ein Mischling dessen Rassenvielfalt keiner kennt. Wahrscheinlich Dackel, Schäferhund, vielleicht auch Pudel, Spitz. Allein vom Wesen her. Mit neun Jahren hatte ich noch gar keine Ahnung von Hundeerziehung, habe es aber versucht so gut es ging. Der Hund war mein ein und alles. Als Welpe hat er dann zwei Verstöße gegen den Welpenschutz erlebt und reagiert seitdem ungehalten auf andere Hunde. Es ist ein großes Problem mit ihm spazierenzugehen, da er fast auf alle Lebewesen losgeht, die sich bewegen (Hunde, Katzen, Vögel, Eichhörnchen, Jogger, Fahrradfahrer und vor allem kleine Kinder). Wenn man es so sagen will, ein asozialer Hund, bei dem die Erziehung absolut fehlgeschlagen ist. Allerdings gebe ich mir dafür nicht die Schuld, da ich in seiner Entwicklungsphase noch zu jung war um zu verstehen. Mittlerweile ist der Hund nur noch ein lästiges Anhängsel meiner restlichen Familie und ich war bisher die einzige Bezugsperson, die er hatte. Ich durfte fast alles mit ihm machen-er war einfach mein bester Freund, der immer für mich da war! Wenn man ihn kennt, weiß man natürlich, was man nicht tun darf, um zu vermeiden, dass er mal zuschnappt (was er sehr oft tut-er führt sich wie der ultimative Rudelführer auf).
Letzte Woche Dienstag hat er dann mal wieder in meinem Zimmer den Müllsack ausgeleert, was er immer tut, wenn man ausversehen die Tür auf lässt. Ich habe ihn dann bestraft, so wie ich es schon immer getan habe und auf einmal reißt er sich los und beißt sich in meinem Unterarm fest. Ich war so schockiert und tief verletzt, dass ich anfing zu weinen und nicht mehr aufhören konnte (auch jetzt noch fällt es mir schwer die Tränen zu unterdrücken). Mein Freund war gerade da, hat den Hund vertrieben und mich getröstet. Ich bin dann mit meinem Vater ins Krankenhaus gefahren, um die Wunde zu versorgen. Er meinte sofort, dass Moritz im Normalfall ein toter Hund wäre, was die Meinung meiner Mutter nur bestätigt.
Einerseits bin ich auch dafür, dass er eingeschläfert wird, andererseits hat er mich bisher durch mein halbes Leben begleitet.
Ich habe ihn seitdem nicht mehr gestreichelt. Allerdings nicht zur Bestrafung (bringt jetzt ja nichts mehr), sondern weil es einfach nicht mehr MEIN Hund ist. Ich habe ein Teil meines Herzen verloren und einen guten Freund. Er ist zwar noch da, aber es wird niemals wieder wie früher.
Mittlerweile habe ich auch Angst vor anderen Hunden, obwohl Hunde bisher so etwas wichtiges in meinem Leben waren.
Ich weiß einfach nicht was ich tun soll! Der Hund ist jetzt zehn Jahre alt, aber nun noch weiter von mir entfernt als jemals zuvor! Ich habe nicht darüber sprechen können, weil es mich einfach immer noch so unendlich traurig macht. Ich habe die Gedanken verdrängt, um nicht schon wieder zu weinen.
Vielen Dank an die Leute, die sich meinen langen Text durchgelesen haben und ich hoffe auf Antwort, seelische Unterstützung, ganz egal...hauptsache irgendetwas...! :0( :0(

Bloody Mary
15.12.2003, 22:06
Hallo, ich habe eben Deinen Bericht gelesen, und ich weiß im Moment nicht mal, was ich Dir schreiben soll...denn einen Rat, was Du machen sollst, kannst, oder wie auch immer, kann ich Dir nicht geben- das mußt Du -mit Deiner Familie und Deinem Freund zusammen - diskutieren und entscheiden. Ich möchte Dir nur sagen, daß ich Dich verstehe, daß ich weiß wie Du Dich fühlst: Dein Freund Hund hat Dich und Eure Freundschaft verraten. Wieviel kann man einem Freund verzeihen? Du wußtest immer, daß Dein Hund nicht einfach ist, doch nun hat sich seine Aggression gegen Dich gerichtet. Glaubst Du, Du könntest ihm verzeihen, liebst Du ihn noch, ist er Dir egal oder hasst Du ihn für das was er gemacht hat?Diese Fragen mußt Du Dir stellen.Was war der Auslöser? Ist er vielleicht eifersüchtig auf Deinen Freund? Ist er event. krank u. Du weißt es nicht? - Das ist alles, was mir im Moment einfällt.Nur der Himmel weiß, was jetzt richtig ist. Liebe Grüße

Barkley
15.12.2003, 22:33
Hallo!
Ist sicher ein total blödes Gefühl,wenn der eigene Hund einen beisst,aber mir gingen noch andere Sachen durch den Kopf.
Wie mag sich der Hund fühlen,wenn er doch nur noch>Deine Beschreibung>ein lästiges Anhängsel der restlichen Familie ist.Hunde sind sehr sensibel und kriegen so etwas sehr genau mit. Der Hund fühlt sich in diesem(seinem)Rudel bestimmt äußerst unwohl.Ich denke wenn es soweit kommt sollte man doch darüber nachdenken,ob man den Hund lieber an Leute abgibt,die ihn lieben und auch haben wollen,denn Ihr habt Euch ja den Hund ausgesucht,und er kann nicht einfach ausziehen.
Nun warst Du aber seine Bezugsperson,diejenige die sich um ihn gekümmert hat,und trotzdem hat er Dich gebissen.Um etwas dazu sagen zu können müsste man wissen,wie Du ihn bestraft hast(Du hast geschrieben>wie ich es immer getan habe).Evtl. hast Du ihn irgendwo hart angefasst,wo es ihm weh getan hat,bei einem 10-jährigen Hund können ja z.B. schon Arthrosen oder ähnliches bestehen,Ohrenentzündungen können auch manche Hunde aggressiv werden lassen.Mein Hund hatte sich z.B. mal schlimm an der Rute verletzt,als ich sie abtastete,um zu sehen wo sie verletzt war,drehte sich der Hund,der weder mich noch jemand anderen je beissen würde,ruckartig um und schnappte.Natürlich erwischte er mich nicht,natürlich wollte er das auch nicht und natürlich war ihm das super-peinlich als ihm klar war nach wem er da geschnappt hat.Aber auf Schmerz folgt bei Hunden einfach oft Gegenwehr-ohne zu gucken wer da ist.
Natürlich hätte das nicht passieren dürfen,aber für mich liegt die Schuld nicht nur beim Hund,sondern auch bei den Besitzern.Ein Hund folgt nur seiner Natur,versucht im Rudel seinen Platz zu finden ud ist sicher einfach glücklich,wenn er merkt,dass seine Leute ihn lieben,was aber bei euch nicht der Fall war.Ein Hund muss aber auch erzogen werden und das bedeutet eine große Verantwortung,denn sonst kann so etwas wie bei Dir passieren.Wobei die Schuld sicher nicht bei Dir leigt,denn du hast ja geschrieben dass Du noch zu jung warst,um den Hund zu erziehen.
Ich rate Dir zum Besuch einer vernünftigen Hundeschule mit Deinem Hund,auch wenn er schon 10 Jahre alt ist.Ich denke es wird der Beziehung zwischen Dir und Deinem Hund auf jeden Fall nützen,aber ich weiss nicht ob Du das überhaupt möchtest?
LG Antje

Nina B.
15.12.2003, 22:53
Hallo Carina!
Es tut mir leid, daß Dein Hund nach Dir gebissen hat und das Du jetzt so sehr leidest. Wichtig finde ich, daß Du Dir klarmachst, wer dafür verantwortlich ist, daß der Hund ein erlerntes Verhalten zeigt- das seid Ihr, Du und Deine Familie! Ein Hund, der schnappt, auf andere Menschen und Tiere agressiv reagiert, ist kein glücklicher Hund- denn er zeigt dadurch, daß er sich nicht auf seine Menschen verlassen kann! Indem Du und Deine Familie dem Hund in Gefahrensituationen aus dem Weg gegangen seid, habt Ihr ihn in dem Glauben bestärkt, er dürfe Euch zurechtweisen- somit ist es eigentlich kein Wunder, daß er das Erlernte irgendwann mal noch deutlicher zeigt! Das ein 9jähriges Kind nicht die Verantwortung für einen Hund tragen kann und Kinder bis zu einem Alter von ca 15 Jahren eh nicht von einem Hund als Ranghoch angesehen werden kann, hätten Deine Eltern wissen müssen. Haben sie den Hund gar nicht erzogen? Wenn sie das arme Tier einfach so einem Kind ausgeliefert liessen, finde ich das verantwortungslos hoch drei! Übrigens gibt es keinen Welpenschutz- den gabs noch nie!<Es tut mir ja leid, daß ich meinen Zorn und mein Entsetzen hier nicht ganz verbergen kann, aber ich finde es unmöglich, jetzt dem Hund die Schuld zuzuschieben, obwohl er der Leidtragende ist und das über 10 Jahre seines Lebens!das er Dich gebissen hat, ist sicherlich furchtbar für Dich, aber mit 19 Jahren darf ich Dir wohl etwas Kritik zumuten, oder? Darf ich fargen, wie Du den Hund (wie immer) abgestraft hast? Meine Vemutung äußere ich auch gleich: Ich denke, Du wirst ihn im Nacken gepackt und auch geschüttelt haben- dann:ist es kein, wirklich kein Wunder, daß der Hund nun einmal zugebissen hat! Denn: Du hast ihm über Jahre hinweg auf diese Art und Weise versucht, umzubringen- in seinen Augen!Hunde kennen diesen Griff immer nur als Tötungsabsicht- und kein Hund kann je erlernen, daß es eine Abstrafung sein soll. Wenn man sich nun mal in die Lage des Hundes versetzt, heisst dies: seine "Familie" , der er vertrauen wollte, bei denen er Schutz erwartete und Liebe- diese "Familie" hat immer wieder versucht, ihn umzubringen...Geht es solch einem Hund wohl gut? Wird er sich sicher und geborgen fühlen können und sich gerne auf seine Leute verlassen? Die Antwort lautet nein.Und natürlich wird solch ein Hund sich genötigt fühlen, sich ständig selbst verteidiegen zu müssen, vor jedem potentiellen Feind, sei es Hund oder Jogger. Er hat schon als Welpe erfahren müssen, daß seine "fFamilie" ihn schutzlos fremden Hunden ausliefert, obwohl jeder normale erwachsene Hund/Mensch seinen Welpen vor fremden Hunden schützen sollte, gerade weil es natürlich keinen Welpenschutz gibt- denn im Gegenteil:ist doch klar, daß z.B. eine gesunde erwachsene ranghohe Hündin keine rudelfremden Welpen in ihrem Revier duldet! Es gibt nicht mehr viele Hündinnen, die klar im Kopf sind und noch mehr Hund sind als die meisten Modehündchen usw- aber wenn die einen rudelfremden Welpen töten, ist das schlimm und muß vermieden werden- aber es ist auch natürlich!Und oft kommt es vor, daß solche Hund natürlich! eines Tages den Mensch zum Kampf, zum Endkampf auffordern, oder daß sie irgendwann all ihren verzweifelten Mut aufbringen und sich gegen einen erneuten Tötungsversuch wehren. Wer könnte das einem Tier, das so sehr leiden mußte, je übel nehmen?
Wenn das alles nicht so ist- sorry, ich mußte das auch mal allgemein so loswerden, da es mich maßlos aufregt, daß die meisten Menschen ihre Hunde wegtun, wenn diese zubeissen etc- obwohl dafür ganz allein der Mensch die Schukd trägt- meistens, nicht in allen Fällen, das weiß ich! Aber dann wollen die auch noch Mitleid haben und wünschen sich, daß alle anderen mit auf das böse Hundi schimpfen- damit die Abgabe leichter fällt. Dabei sollte man halt bedenken, daß der Hund oft das arme bedauernswerte Wesen ist, das sich einfach in seiner Sprache mal geäußert hat. Und ich wünschte mir, daß solche Leute dann sich nie wieder einen armen Hund anschaffen.Ich hoffe, Du nimmst mir meine Härte nicht krumm, aber ich habe gestern erst so ein Erlebnis gehabt, wo ein Hund, der von den Besitzern total falsch behandelt wurde, indem man ihm alles durchgehen liess, er immer sehr ranghoch gehalten wurde und nun gestern ins TH gewandert ist, weil der Hund nach der Frau geschnappt hat- obwohl sie ihn dazu erzogen haben, es also selbst Schuld sind!Naja, ich hör besser auf. Ich finde das halt so furchtbar, und als ich das hier dann las....Ich hoffe, Deine Geschichte ist vielleicht besser?Sorry dann! Und wie gesagt: es tut mir leid, daß er Dich gebissen hat. Und das es Dir jetzt schlecht geht, ist mir schon klar.Alles Gute

Bloody Mary
16.12.2003, 00:48
Hallo Nina und Antje, ich glaube, es macht hier wenig Sinn, die Ursachen für das Verhalten des Hundes darzulegen, und ich denke, daß Carina, vielleicht nur im Unterbewußtsein, diese Ursachen kennt; denn sonst wäre der Hund schon weg, und es ginge ihr nicht so dreckig. Und ich denke auch daß es keine gute Idee ist, einen 10jährigen Hund noch in die Hundeschule zu schleifen, oder ihn in andere Hände zu geben! Die Sache bewältigen und aufarbeiten kann nur Carina selbst, und deshalb muß sie sich einfach selbst fragen, ob sie das kann und will, und ob ihre Familie auch mitspielt. Insofern halte ich die Vorwürfe, mit denen Ihr im Grunde ja recht habt, im Moment für unangebracht und nicht geeignet, das akute Problem zu lösen. Sie muß erst entscheiden, was sie will und kann, dann kann man an der Ursache arbeiten. Unter Vorwürfen eine Entscheidung zu treffen, ist der Weg zur Fehlentscheidung und Kurzschlußhandlung! Liebe Grüße

Hovi
16.12.2003, 13:23
Hallo,

der Hund hat niemanden verraten. Es ist sehr vermenschlicht gedacht, zu sagen "der Hund verrät eine Freundschaft".

Hier dürfte eine Verkettung unglücklicher Umstände vorliegen, an denen der Hund schonmal gar keine Schuld hat. Er wurde jahrelang als lästiges Anhängsel der Familie betrachtet, nicht erzogen, nicht sozialisiert... Ein 9 jähriges Kind kann ebenfalls keine Schuld an dem Desaster haben - aber, Carina, mit 19 Jahren hättest Du Dich ein bißchen über Hundeverhalten und - erziehung schlau machen können / müssen. Wie genau hast Du Deinen Hund denn bestraft? War er denn gerade dabei, den Müll auszuräumen, oder schon fertig damit? Mich würden die Begleitumstände schon interessieren, denn aus der recht ungenauen Beschreibung heraus kann ich mir die Situation nur sehr schwer vorstellen.

Ich fände es gut, wenn Du statt unter "Trauer und Trost" unter "Verhalten und Erziehung" posten würdest....

Viele Grüße
Claudia

billymoppel
16.12.2003, 22:18
hallo carina,
gerade weil du ja eigentlich weißt, warum dein hund ist wie er ist, wäre es doch spätestens jetzt an der zeit einen neuen anfang zu machen. der hund ist wohl mittelgroß? er kann noch gut fünf jahre oder mehr leben. und LERNEN. genau wie du.
verzeihen ist das falsche wort und wenn hat der hund wohl deiner familie zu verzeihen.
mach einen neuen anfang, aber mach es richtig. nimm dir kompetente hilfe. kauf dir gute bücher.
du wirst in deinem leben noch erfahren, dass sich menschen und tiere häufig nicht so verhalten wie man es erwartet, dass man enttäuscht und vor den kopf gestoßen wird.
ich fand für mich schon immer, dass dies ein grund ist, zuerst über sich selbst nachzudenken. ich musste auch noch nie jemandem vergeben, sondern ich habe immer da weitergemacht, wo ich aufgehört habe. ich persönlich mag aber auch menschen nicht, die mir permanent verzeihen wollen, wenn ich einen fehler gemacht habe. ich finde das herablassend. geschehen ist geschehen. punkt. vergessen.
du hattest sicher keinen einfluß darauf, dass der hund einst geholt wurde und auch nicht darauf, was ihm beigebracht (oder besser nicht beigbracht) wurde. aber du hast ihn benutzt. als seelischen mülleimer in der not. (das tun wir wohl alle mit unseren hunden). als gefährte. als warmes wesen neben dir. du bist ihm etwas schuldig! und angst ist dazu da, überwunden zu werden, nicht um den einfachsten weg zu wählen.

lg
bettina

Barkley
17.12.2003, 00:25
Hallo Bloody Mary!
Wenn Carina hier etwas schreibt,muss sie denke ich mit unterschiedlichen Meinungen zu dem Thema rechnen,das was ich geschrieben habe ist einfach meine Meinung,sollte natürlich nicht dramatisch vorwurfsvoll klingen.
Ich halte es immer noch für eine gute Idee,den Hund in eine Hundeschule zu "schleifen",aus der Erfahrung heraus kann ich sagen dass auch ältere Hunde durchaus lernfähig sind und eben auch für den Besitzer wieder mehr Sicherheit in den Umgang mit dem Hund kommen kann,und auch die Abgabe des Hundes halte ich immer noch für besser als ihn,wenn sich an den Gefühlen dem Hund gegenüber nichts ändert,zu behalten.
Da Carina geschrieben hat,dass sie einerseits auch dafür ist,dass er eingeschläfert werden sollte(was denke ich so schnell aber kein Tierarzt machen würde)halte ich es auch für sinnvoll zu versuchen,ihr die "Sichtweise"des Hundes etwas näher zu bringen.Ich hatte den denEindruck,dass sie den Angriff des Hundes sehr persönlich genommen hat,was aber evtl. gar nicht sein muss,wenn man sich klarmacht dass an der ganzen familiären Situation dem Hund gegenüber und bei der Erziehung eben seit langer Zeit nichts so ist wie es sein sollte,ohne(und das hatte ich auch geschrieben)dass die Schuld zwangsläufig bei ihr zu suchen ist,und evtl. auch einfach Schmerzen zu dem Angriff führten.
Aber ich will mich eigentlich auch gar nicht rechtfertigen,es kann ja zum Glück hier jeder seine eigene Meinung vertreten.
LG Antje

Bloody Mary
17.12.2003, 00:48
Liebe Hundler, gerade weil Carina`s Beitrag in dieser Rubrik geschrieben wurde, bin ich der Meinung, daß erst einmal sie Hilfe braucht. Daß mit dem Hunde bisher alles falsch gelaufen ist, wissen wir alle. Nur wenn jetzt alle auf Carina rumhacken, wo sie sich (mit Recht) besch... fühlt, kann sie zu der Kurzschlußhandlung kommen, den Hund töten zu lassen; es gibt genug Tierärzte, die es machen würden. Gebt
doch auch ihr eine Chance, wieder den Boden unter den Füßen zu finden, um dann mit klarem Kopf zu entscheiden.Dann kann man ihr in "Rubrik: Verhalten, Erziehungsprobleme" helfen.Ich glaube fast, daß es Euch nicht so ganz klar ist was es heißt, vom eigenen Hund gebissen zu werden. Ich habe das Gott sei Dank noch nie erleben müssen, aber ich (rein ich persönlich!!!) stelle mir das vor, als wenn mein Partner mich betrügt, hintergeht, mein Vertrauen mißbraucht. Ich höre schon Euer lautes Aufstöhnen von wegen Vermenschlichung, und daß in diesem Fall doch gar keinVertrauen da war.Zum ersten möchte ich sagen, daß ich meine Hunde, die Pferde und die Ziegen als Partner und Familienmitglieder sehe und entsprechend behandele, und zum zweiten ist es doch so, daß Carina sehr wohl ihrem Hund im Verhalten ihr gegenüber vertraut hat. Ich spreche jetzt nicht vom Vertrauen des Hundes zu Carina & Familie, denn das gab es wohl nicht! Aber versuchtr doch außer dem Hund auch einmal den Menschen zu sehen und zu verstehen! Gruß an alle, Katja.

Barkley
17.12.2003, 01:12
Also noch mal zur Vermenschlichung:Na klar sehe ich meinen Hund und alle anderen Tiere als Familienmitglieder,aber ich kann sie beim besten Willen nicht mit meinem Partner gleichstellen,bzw. eine Situation,in der mein Hund mich beisst,mit der gleichstellen,wo mein Partner mich betrügt oder auf andere Art mein Vertrauen missbraucht.Genau das ist ja ein gefährlicher Aspekt des Vermenschlichens,wenn man das tut kann ein Hund manche Ansprüche,die an ihn gestellt werden einfach nicht mehr erfüllen,denn er ist einfach nur ein Hund,der seinen Instinkten und seiner Natur folgt und situationsbedingt handelt,als Rudeltier,welches in einer strengen Hierarchie lebt und auch leben möchte.Ich halte es für völlig unfair dem Hund gegenüber,Ansprüche an ihn zu stellen,die man evtl. auch an einen Partner stellt(im übertragenen Sinne),aber leider wird es oft gemacht,am Ende leiden immer die Tiere darunter.
Ich glaube niemand hackt auf ihr herum und treibt sie damit dazu,den Hund einschläfern zu lassen,sondern die Leute fordern nur ein etwas genaueres Hinsehen,etwas Willen,an der Situation zu arbeiten und sie zu verbessern und etwas Mut zu dem Eingeständnis,dass nicht dem Hund sondern auch oder vorwiegend dem Besitzer die Schuld zu geben ist.
Bei meinem Pferd zum Beispiel weiss ich,dass alles was Sie nicht kann an meiner Unwissenheit liegt,ich sag also auch nicht was für ein blödes Pferd,ist ja lebensmüde darauf zu reiten sondern ich weiss dass jemand anders weit mehr aus dem Pferd machen könnte.Also Fehler liegt bei mir,nicht beim Pferd.Ist nicht schön,ist aber so.Natürlich würde es mich nie beissen oder schlagen,aber wenn sie es tun würde,würde ich wohl oder übel auch die Schuld erstmal bei mir suchen müssen.
Keiner ist fehlerfrei bei der Hundeerziehung und man kann sein ganzes Leben noch etwas dazulernen,wenn man dazu bereit ist.
Nochmal Grüße Antje

AnnaS
17.12.2003, 07:58
Also ich finde diese Geschichte bzw die Entwicklung sehr schade und traurig. Außerdem bietet sie sehr viel Platz für Phantasie, was da wohl die vergangenen 10 Jahre so vor sich gegangen ist, und genauso schade finde ich, dass Carina sich hier nicht mehr zu Wort meldet, um das alles ein bisschen aufzuklären.

Wie es meine Art ist, habe ich mehr Mitgefühl mit dem Hund, als mit Carina, sorry. Ihre Eltern verstehe ich schon mal gar nicht, dass sie einem 9jährigen Kind den Hund überhaupt anvertraut haben. Selbst wenn sie sich damals noch um Erziehung (mit)gekümmert haben. Dann muss man bedenken, dass vor 10 Jahren noch ganz andere Erziehungsmethoden "in" waren, und auch noch an den Welpenschutz gegalubt wurde.

So, nun hat das also alles eine Entwicklung genommen, die keiner mehr unter Kontrolle hatte. Carina, wieso hast du dich im Laufe der Zeit nicht mit deinem Hund befasst? Er war dein Ein und Alles, wie du selbst gesagt hast. Aber befasst man sich dann nicht mit seinem Ein und Alles? Und damit meine ich auch das theoretische befassen, sprich also eine gewisse Weiterbildung? Wäre es nicht möglich gewesen aus dem (Zitat) "asozialen" Hund einen sozialen Hund zu machen, in dem man sich mit ihm befasst? In dem man Hundeschule besucht, oder mit Hundebekanntschaften aus dem Gassi-Gebiet übt?

Spätestens heute, wo du rein rechnerisch 19 Jahre alt sein müsstest, bist du aber reif genug, um zu sagen "Verdammt noch mal, der Hund ist ein Lebewesen und kein Stofftier". Du sagst, er hat dein Vertrauen gebrochen und ausgenutzt, er hat dich gebissen, und nun streichelst du ihn nicht mehr. Ich finde, genau das klingt nach einem 9jährigen Kind, aber nicht nach einer 19jährigen, erwachsenen Frau.

Was hätte ein 10jähriger Hund, der (Zitat) "asozial" ist, abgegeben wird (Abgabegrund: Beissen der eigenen Besitzer) für ein Schicksal vor sich? Kannst du es als 19jährige, erwachsene Frau verantworten, ein Lebewesen zu töten bzw töten zu lassen, was ganz sicher nicht die Todesstrafe verdient hat? Ist dein Hund plötzlich eine Bestie, oder kann es nicht sein, dass er einfach nur so reagiert hat, wie es in dem Moment zu seinem eigenen Schutz das Beste war? Genauso wie die anderen kann ich mir denken, wie du deinen Hund bestraft hast. Nämlich so, wie es vor 10 Jahren noch üblich war (wie gesagt, es gab scheinbar keine Weiterentwicklung, kein befassen mit der Erziehung und dem Hundeverhalten). Und mir sei verziehen, wenn ich dir da wirklich die Schuld zu schiebe.

Weißt du, der Hund ist in dieser Geschichte das Opfer, ihr als Familie die Täter. Der Hund hat sich 10 Jahre lang nicht gewehrt. Irgendwann, nämlich jetzt, wehrt er sich. Und nun wird der Bock zum Gärtner gemacht. Findest du das fair?

Wenn du bereit dazu bist, dein eigenes Verhalten zu überdenken und dem Hund eine Chance zu geben, und zwar in so fern, dass du den Hund behälst und trotz seiner 10 Jahre noch einmal von vorne anfängst, dann wirst du mit Sicherheit haufenweise Tips hier bekommen.
Wenn du dich allerdings als (Mit)Täter aus der Affäre ziehen willst, und dem Opfer die Todesstrafe verhängen willst, dann hoffe ich für dich, dass du das mit deinem Gewissen vereinbaren kannst. Nur erwarte dann kein Mitgefühl von mir.

Gruß
Anna

carinacorolla
17.12.2003, 19:51
Hallo an alle!
Zunächst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich bis jetzt noch nicht geantwortet habe und mich bei allen bedanken, die mir ihre Meinung, ob positiv oder negativ, geschrieben haben.
Ich möchte auch gleich klarstellen, dass ich dem Hund nicht die Schuld gebe, da er nichts für seine Erziehung kann und sich die Familie auch nicht ausgesucht hat.
Ich bin auch nicht aus dem Grund hier ins Forum gegangen, um zu hören: "Was? Dein Hund hat dich gebissen? Lass ihn einschläfern!" Das ist Blödsinn. Nur, seitdem es zu dieser Situation kam, weiß ich einfach nicht mehr weiter. Ich habe es vermieden, mit "Angehörigen" darüber zu sprechen, weil ich erstens nicht soweit damit klarkomme, dass ich nicht wieder anfange zu weinen und zweitens kenne ich die Meinungen bereits.
Bevor ich meine Geschichte geschrieben habe, bin ich mit offenen Augen durchs Forum gegangen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Chance auf Hilfe von kompetenten Hundebesitzern habe.
Ich musste einfach mit Leuten reden, die alle eine unterschiedliche Meinung haben, um mir selbst ein neues Bild machen zu können.
Leider muss ich zugeben, dass viele Anschuldigungen stimmen (wie z.B. die Art der Bestrafung). Da will ich mich auch gar nicht raus reden.
Ich habe allein in den wenigen Beiträgen viele Dinge über Hundeerziehung und -verhalten gelesen, die ich bisher nicht kannte. Die Art, wie ein Hund erzogen wird, habe ich selber nur übernommen. Früher habe ich mich damit nicht sehr beschäftigt (bis auf die standarisierte Erziehung wie Sitz, Platz, Bei Fuß, Komm, am Fahrrad und an der Leine laufen) und irgendwann war ich so davon überzeugt, dass alles richtig gelaufen ist, dass ich das Schema beibehalten habe. Ich habe nie eine andere Art der Erziehung kennengelernt, dass ich nicht mal auf den Gedanken gekommen bin, dass es irgendwie anders geht und wir irgendwas falsch machen. Ich wusste es einfach nicht besser.
Das mit dem nicht vorhandenen Welpenschutz habe ich auch heute das erste Mal gehört. (Bitte dazu übrigens noch um Erläuterung, wie man zu dem Glauben kommt usw.)
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich viele Sachen, die ich gelesen habe, einfach umhauen. Ich stelle mir jetzt selber die Frage, wie man so kopflos durchs Leben gehen kann und andere für seine eigenen Fehler verantwortlich macht, und sei es ein nicht menschliches Lebewesen.
Früher war für mich ein Hund einfach nur ein Hund. Ich war ein kleines Mädchen, das sich natürlich sehr über den Familienzuwachs gefreut hat. Irgendwann trennte sich mein Vater von uns, meine Schwester wurde älter und meine Mutter arbeitete länger als früher. Alle verloren nach und nach das Interesse, und auch ich hatte durch die Schule weniger Zeit, aber ich war für den Hund da. Es ist ja auch nicht so, dass der Hund nur noch "getreten" und nicht beachtet wurde (Erklärung für das "Anhängsel"); es wurde sich nach wie vor um ihn gekümmert. Nur wusste ich nicht, so wie scheinbar niemand anderes der Familie, was es noch alles heißt, für einen Hund da zu sein. Wir haben seine vermeindlichen Fehler akzeptiert, statt etwas dagegen zu unternehmen. Ich gehe davon aus, dass sich alle dachten, der Hund wäre einfach so (der Rasse her oder was weiß ich), und das man da nix machen könnte...so wie ich eben gelesen habe wohl fälschlicherweise.
Nur was auch immer mir geschrieben wurde und was auch immer ich davon eingesehen und verstanden habe, ändert das zur Zeit leider nur geringfügig etwas an meiner seelischen Bindung zum Hund. Natürlich sehe ich die ganze Situation jetzt mit anderen, im Bezug auf Hundeerziehung, erwachserenen Augen, aber der Schmerz sitzt immer noch sehr tief. Ich will kein Beileid haben, sondern Hilfe, diesen Schmerz auszulöschen.
Wenn ich nicht alles beantwortet haben sollte, tut es mir leid, aber ich denke, es kann jeder etwas mit meinem Posting anfangen.
Vielen Dank für alle Einträge!!!

Liebe Grüße,
Karen

AnnaS
17.12.2003, 20:01
Hi Karen

Also die wichtigste Frage überhaupt ist doch die, ob du bereit bist, den Hund zu behalten, und mit ihm gemeinsam bei Null anzufangen. Das bedeutet evtl gar nicht soooo wahnsinnig viel, wenn der Hund schon vieles gelernt hat und evtl in Bezug auf Gehorsam eben "gut" erzogen ist. Dann bedeutet es eigentlich nur, den Grundstock zu legen, den ihr nie gelegt habt - nämlich eine Beziehung zueinander.

Diese Entscheidung triffst du mit dem Herzen. Vom Kopf her dürfte dir klar sein, dass Einschläfern nicht der Weg ist. Von der Seele her überwiegt zur Zeit deine Angst. Logisch. Enttäuschung bitte nicht über den Hund, sondern wenn dann darüber, was alles versäumt wurde, sowohl von dir, als auch von deinen Eltern.

Also triff die Entscheidung. Behalten oder abgeben? Wenn du dich für Behalten entscheidest, wirst du deine Angst überwinden müssen. Aber auch dein Hund muss die Angst vor dir überwinden. Das darfst du nicht vergessen. Also fangt ihr, wie gesagt, bei Null, beim Grundstock an. Dafür wirst du, wie schon gesagt, mit Sicherheit hier im Forum eine ganze Menge Hilfe finden. Von mir sei sie dir garantiert. Aber von den anderen auch, denke ich mal.
Entscheidest du dich für Abgeben, dann wird dir hier kaum jemand helfen können, außer ein paar Leute, die in der Vermittlung tätig sind. Ich komme dabei eher nicht in Frage, da ich zu weit von dir entfernt bin.

Also, triff deine Entscheidung, und dann kann man über alles weitere reden.

Gruß
Anna

Schäfergirl
17.12.2003, 20:45
Wenn ein Hund beißt ist man in den meisten Fällen selbst schuld, dass ist klar!
Er kann aber auch Schmerzen gehabt haben, durch Gene aggressiv und schwierig sein (das gibt es auch bei Mischlingen) oder auch psychisch krank sein (ja, auch das gibts bei Hunden!).
Du und dein Hund, ihr beide habt mein tiefstes Mitleid!!! Ich will nicht brutal klingen, aber aus welchen Grund auch immer, ein Hund der den Besitzer beißt ist eine Gefahr!! Außer du weißt: Warum hat er es getan (TA, eigene Gedanken)? Was kann ich dagegen tun? usw. Dann hat es Sinn ihn zu behalten!!!!
Viele Hunde müssen sterben durch unsachgemäße Behandlung, das ist sehr traurig und dürfte nicht passieren! Aber nun ist es so weit, ich will dir keine Vorwürfe machen o. ä. Du warst jung und wusstest es nicht besser und du bist auch kein schlechter Mensch! Verstehst du? Du kennst deine Fehler! Aber ich gebe dir einen Rat: Lass es zu keiner solchen Situation ein zweites Mal kommen!
So wie du es mir schilderst: Lass ihn in den Hundehimmel, es geht ihn dort nicht schlechter, als auf Erden! Aber klar: Es ist schwer und deine Entscheidung! Lass dich von niemanden beeinflussen!
Vielleicht kannst du deine Enttäuschung und Angst vor ihn auch überwinden?
Bitte halt mich auf den Laufenden!!!

Es tut mir wahnsinnig Leid!!

Bloody Mary
18.12.2003, 00:36
Hallo Karen, ich weiß natürlich nicht, inwieweit Du offen bist für Themen "alternativ, Richtung Esoterik" ....falls ja, schreib mir eine Email (es geht um Tierkommunikation, die meiner schwierigen Hündin, meiner Epilektikerin und mir sehr geholfen hat . Kosten ca. 50 Euro) meine Email adr. ist: kriegerniko@msn.com.- Ich denke, wenn ich Dir hier mehr dazu schreiben würde, werde ich gesteinigt! Gruß Katja

sandinchen
18.12.2003, 09:57
Wie wär's wenn du ihr deine Hilfe GRATIS anbieten würdest?
Vielleicht bin ich mit dem falschen Fuß aufgestanden, aber ich find das zu diesem Zeitpunkt völlig daneben! :mad:

Hovi
18.12.2003, 12:16
Hallo Schäfergirl,

oha, dann müßte ich Dustyn, der mich letzte Woche in die Hand gebissen hat, auch einschläfern? Der Hund macht Probleme, also weg mit ihm!

Ich teile Deine Meinung nur insoweit, als man einen Hund einschläfern sollte, der unkontrolliert und für uns Menschen ohne ersichtlichen oder nachvollziehbaren Grund beißt.

Ein Hund, der wie hier aus Notwehr handelt, hat mit Sicherheit nicht die Todesstrafe verdient ! Er hat sich verteidigt gegen die Tötungshandlung, die Carina an ihm ausgeführt hat (so mußte er das Nackenschütteln verstehen). Aus welchem Grund, bitte, soll sie ihn einschläfern? Auch ein 10 Jahre alter Hund ist noch lernfähig, sofern der Besitzer lernfähig ist.

Gruß
Claudia
(die leider viel zu emotional an diese Sache hier rangeht und sich daher kurzfasst)

Girasol
18.12.2003, 12:55
@ Schäfergirl

:eek: Was lese ich da? Du rätst Karen, sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen, da es ihre Entscheidung wäre, und im gleichen Atemzug befürwortest du für ihren Hund die Todesspritze????:mad: :mad: :mad:
Also, das finde ich ich wirklich etwas dreist und sehr unüberlegt, einen solchen Rat nach den wenigen Infos, die Karen uns als Außenstehende geschrieben hat, zu geben!

Ich finde es sehr naiv und gefährlich, für die Todestrafe für einen Hund zu plädieren, den man gar nicht kennt, und von dem die näheren Umstände auch nicht bekannt sind!


Girasol, die bei solchen Ratschlägen echt sauer wird

Tina1965
18.12.2003, 13:52
Hallo Karen,

ich lese die Beiträge hier schon eine ganze Zeit mit und melde mich jetzt doch mal zu Wort um Dir ein wenig Mut zu machen;)
Ich kann Dich sehr gut verstehen was Deine Naivität betrifft bezüglich Hundeerziehung.
Bei mir war es ziemlich ähnlich. Ich hatte zwar nie einen eigenen Hund, aber meine Tante hatte Hunde so lange ich denken kann und mit denen bin ich immer Gassi gegangen oder soie waren während der Urlaubszeit bei uns zu Hause. Ich habe Hunde immer geliebt und hätte sonst was für einen eigenen gegeben.
Diesen Wunsch habe ich mir dann vor etwas über einem Jahr erfüllt. Ich bin ins Tierheim mit dem Gedanken "Jetzt holst Du Dir einen armen Hund nach Hause und gibst ihm all Deine Liebe und Fürsorge"!!! Ich dachte bis dato auch immer, Liebe gutes Fressen und reichlich Auslauf reichen wenn man sich einen Hund anschafft. Weil alle Welt mit den Hunden in eine Hundeschule ging, bin auch ich dort hingegangen.....und das war meine Rettung.
Erst dort habe ich gelernt was es heißt einen Hund zu erziehen, welche Konsequenz dazu nötig ist, wie man es richtig anstellt in die Tat umzusetzen was man von dem Hund will und ich habe auch gelernt das ich oft Verhaltesweisen die ich als Süss abgetan habe...gar nicht so süss waren sondern, sondern das mein Hund mich damit dominiert hat.
Ich gehöre auch heute mit Sicherheit nicht zu den Fachleuten hier im Forum, aber ich denke ich bin auf dem besten Weg, lese viele Fachbücher und sehe auch an meinem Hund, das es wohl richtig ist, wie ich heute mit ihm umgehe.


Ich möchte damit einfach sagen....es ist nicht zu spät noch einmal neu anzufangen. Gebe Dir und Deinem Hund eine Chance, suche vielleicht eine Hundeschule in Deiner Nähe auf, schilder dem Hundetrainer Dein Problem....ich bin sicher das man da noch was machen kann.
Ich hoffe das Dir meine Beitrag ein wenig Mut gemacht hat und hoffe sehr das Du doch noch ein gutes Miteinander mit Deinem Hund finden wirst.

Ganz liebe Grüße
Tina mit Ihrer Hundebande:cu:

Bloody Mary
18.12.2003, 19:08
@ Sandinchen, ich kann keine kostenlose Tierkommunikation anbieten, weil ich keine Tierkommunikatorin bin. Ich kann lediglich die Adresse weitergeben, die meinen Hunden und mir geholfen hat.

sandinchen
18.12.2003, 19:09
Ach so. Na dann.:rolleyes:

carinacorolla
18.12.2003, 22:52
Nachdem ich meinen Freund zur Arbeit gebracht habe, bin ich nach hause gekommen und es war niemand da. Nur mein Hund, der wie immer friedlich auf dem Sofa lag und döste. Ich bin dann zu ihm hingegangen, hab mich neben ihn aufs Sofa gesetzt und mit ihm geredet. Ich wollte unbedingt wissen, wie er sich anfühlt..und habe ihn dann gestreichelt. Ein wahnsinniges Gefühl, wie sich wohl jeder vorstellen kann. Über eine Woche hatte ich keinen "Körperkontakt" mehr zu ihm, doch jetzt wollte ich es einfach wieder wissen. Er hat sich dann auch gleich auf den Rücken gedreht, damit ich ihm den Bauch kraule, aber kurz später hab ich dann auch schon wieder aufgehört. Es kostet einfach ne ganze Menge Überwindung.

Ich musste und wollte das jetzt einfach mal schreiben, weil das für mich schon ein großes Erlebnis war...

An Bloody Mary: Für solche Themen bin ich eigentlich relativ offen, was heißt, dass ich zwar daran zweifle, mich aber damit auseinandersetzen würde. Ich bin zwar mittlerweile der Meinung, dass man es mal mit Erziehung versuchen könnte ;-), aber warum sich nicht auch mal für so etwas interessieren. Falls du Informationen dazu hast, würde es mich freuen, wenn du mir ein bisschen per E-Mail darüber erzählst. Meine E-Mail ist: carinacorolla@gmx.de

Ich kann mich nur nochmal bei allen bedanken, die mir bisher geschrieben und ein ganzes Stück weitergeholfen haben.

Liebe Grüße,
Karen

Barkley
18.12.2003, 22:55
Hallo Karen!
Das hört sich doch schon ganz gut an.Find ich schön und es freut mich für Dich un Deinen Hund.Vielleicht schafft Ihr einen neuen anfang,ich drücke auf jeden Fall die Daumen.
LG Antje

sandinchen
18.12.2003, 23:03
Du bist auf dem richtigen Weg. Versuch es einfach! ;)

Schäfergirl
19.12.2003, 08:03
Ich meine, mich hat noch nie der eigene Hund gebissen! Nackenschütteln ist natürlich absolut falsch! Hat man aber doch früher immer gemacht und wurde von "Experten" empfohlen! Trotzdem beißt der Hund den eigenen Herren oder seine Rudelmitglieder nicht! Sorry, ich plädiere nicht für die Todesstrafe! Aber ich finde solche Fälle mehr als krass!! und wenn er erst mit 10 beißt, dann muss er doch Schmerzen oder so gehabt haben, oder? Ich könnte heulen über eure Anschuldigungen! Ein Hund der beißt ist meistens menschengemacht, klar. Aber sie hat Angst und der Hund weiß nicht wohin er gehört... Ihn in dem Alter noch zu anderen Leuten geben? Wenn es jetzt wieder besser geht ist es ja gut!

billymoppel
19.12.2003, 09:04
mich hat der eigene hund schon gebissen und zwar heftig. damals hatte ich meine kleine erst ein paar tage. nach dem vorfall habe ich mich hingestzt, eine geraucht und überlegt, warum sie das getan hat. die antwort hatte ich schnell: sie hat mir nicht vertraut. sie hatte zu dem zeitpunkt auch keinen grund irgendwem zu vertrauen. es war schon klar, dass sie mich gern hatte, sie mag menschen eigentlich sowieso, aber vertrauen ist etwas anderes. und respekt, der auf vertrauen fußt. was hatte ich getan?`in ihren nacken frontline geträufelt. sie konnte es nicht sehen, da hinter ihrem kopf, sie bekam panik (sie wurde malträtiert von den vorbesitzern)...
die hündin war zu dem zeitpunkt viereinhalb jahre.
natürlich hatte ich furcht die nächste zeit: beim kämmen, beim pfoten sauber machen, beim tabletten geben.
nichtsdestotrotz habe ich das alles trotzdem gemacht, gekämmt habe ich sie die erste zeit mit einem arbeitshandschuh. daneben habe ich sie einfach lieb gehabt und ihre liebe genossen und auf ihr vertrauen gewartet. und ihr natürlich klar gemacht (verbal, ohne schreien, ein "nein" wirkt wunder), dass ich derartige übergriffe oder auch nur schnappen in meine richtung nicht dulde. rauswinden beim kämmen, sich entziehen war erlaubt (passiver widerstand), ich wollte sie ja nicht vergewaltigen, aber schnappen - nein. sie musste ja auch lernen, dass ich sie verstehe, dass ich ein mensch bin, der weiß, was sie nicht will. ich habe sie die erste zeit auch nicht gezwungen. wenn bauch kämmen noch i.o. war, der rücken (wo sie es nicht sah) aber nicht, habe ich abgebrochen, denn ich respektiere ihre mimositäten.
heute, fast zwei jahre später, wird sie noch immer nicht wirklich gern gekämmt, aber ein problem ist es nicht mehr. ich kann sie auch wohlgemut vor einem geschäft lassen und muss nicht angst haben, dass jemand versucht, sie unhundisch zu streicheln (kopf, rücken) und sie schnappt dann. nein, sie freut sich. sie hat ohne zweifel das vertrauen in den menschen als solches zurückgewonnen.

lg
bettina

Triene
13.01.2004, 17:43
Hallo, mit Staunen habe ich eure ganzen Beiträge gelesen. Mich hat noch nie einer von unseren Hunden gebissen, wahrscheinlich habe ich immer Glück gehabt, denn so viel Ahnung hatte ich auch nie, bin mit viel Liebe an die Sache gegangen und die Hunde haben mir beigebracht, wie sie gern behandelt werden wollten. Zum Beissen ist mir nur eingefallen, dass ich wahrscheinlich schlichtweg Angst hätte den Hund noch anzufassen. Schlechte oder gute Erziehung, gute oder falsche Ernährung egal, ich hätte unglaublich viel Angst. Vor fremden Hunden habe ich einen Heidenrespekt und würde nie einen Hund anfassen, ohne wie ein Kind vorher gefragt zu haben, ob ich es darf. Bei unseren eigenen Hunden setze ich einfach voraus, dass sie mich so gut kennen und ich sie so gut kenne, dass sie mich nicht beissen. Wenn einer meiner Hunde mich beissen würde, wäre mein kindliches Vertrauen gewaltig erschüttert und ich hätte wirkliche Probleme damit, ihn anzufassen. Da könnte mein Verstand eine logische Erklärung finden, die Angst wäre einfach da. Nachdem ich alle Antworten gelesen habe, bin ich um so glücklicher, noch nie in dieser Situation gewesen zu sein, und hoffe, auch nie in eine solche zu kommen. Liebe Grüße an euch alle Ute

claudia73
14.01.2004, 13:29
Hallo,

wir sind von unserem letzten Hund (TH, Vergangeheit unklar) auch mehrfach (6 Mal) gebissen worden. Trotzdem haben wir über Verhaltenstherapeut, Bachblüten, Hundeschule alles probiert.
Sein Verhalten hatte sich auch starkt gebessert bis zu jenem denkwürdigen Sonntag im Februar vor 2 Jahren, an dem er mich so unglücklich und absolut ohne Vorwarung gebissen hat, dass mir seitdem ein Stück vom rechten Zeigefinger fehlt !
Dabei wog er nur 10 kg. Das hat mir gezeigt, dass auch kleine Hunde "gefährlich" sein können. Ich muss dazu sagen, dass er 2 Tage vorher aus heiterem Himmel einen ersten epileptischen Anfall hatte und wir und der TA vermuten, dass er evtl. einen Hirntumor hatte, das würde auch sein teilweise absolut unberechenbares Verhalten erklären.
Wir haben ihn noch an dem Tag einschläfern lassen, schweren Herzens. Ich habe Rotz und Wasser geheult, nicht um den Finger sondern um den Hund, aber ich hätte einfach nie wieder normal und unbefangen mit ihm umgehen können nach diesem Vorfall. Und wie hätte ein Zusammeleben da aussehen sollen ?! Keiner traut sich mehr, ihn zu streicheln ?!
Zum Teil mache ich mir heute nich Vorwürfe, dass wir es nicht doch noch mal versucht haben, auch wenn TA und Trainerin uns immer wieder versichert haben, dass es so das Beste war...

Liebe Grüße

ronja
15.01.2004, 14:47
hallo

ich habe den beitrag eben gelesen und weiß nicht wirklich ob ich antworten soll. ich tue es weil ich hoffe auch wenn schon nichts neues mehr von dir kam, dir helfen zu können.

ich hatte vor ca. 3 jahren ein ähnliches erlebnis mit dem hund einer bekannten.
sie war mit dem hund (ein mischling ca.35cm groß) bei mir zum plaudern. wir sind gassi gegangen und der tag war eigendlich schön.
als sie am abend gehen wollte und nach sam rief, wollte er nicht wirklich hören. wir dachten es läge daran das er sich mit meinhr gut verstand und er einfach mal kurz testen wolle ob er wirklich hören muß.
also reif sie noch einige male mach ihm und er wollte nicht, er stellet sich stur.
also ging sie (sie war angezogen und hatte die leine in der hand) auf ihn zu und tat was sie immer tat: nahm ihm am halsband und versuchte ihm in ETWAS härterem tonfall zu sagen das hier her auch hier her heißt. ich kannte es von ihr nicht anders sie hat es von klein auf so mit ihm gemahct obwohl sam sonst ein bilderbuch hund war (er war damals 4)

dann geschah was von uns beiden nie einer gedacht hätte, er drehte sich aus ihrem griff frei und biß zu.
einfach so ohne ein zeichen der vorwarnung oder so. wir waren beide so gschockt das er zeit hatte sich nach dem biß unter meinem wohnzimmertisch zu verkrümmeln.
sie fuhr ohne ein wort ins krankenhaus und ließ mich mit sam alleine. sie sagte wirklich nichts sondern ging tränenüberströhmt . ohne hund , ohne leine und mit keinem wort. mir war ein wenig unwohl wegen sam aber was sollte ich tun ?
drei stunden später reif ihr freund mich an und wollte wissen was passiert sei das sam bei mir wäre. ich erzählte ihm alles und merkte es war ein fehler
(sam war in der zeit wieder ganz der alte und benahm sich super bei mir . )
er war der meinung der "köter" gehöre sofort eingeschläfert und wer einmal beißt macht es immer wieder und er will diesen "köter " nicht mehr in seiner wohung haben.
ich habe aufgelegt und ihm den zugang zu dem hund verweigert weil ich wollte das meine freundin sich dazu äußert.
von ihr habe ich aber eine ganze woche nichts gehört . nun saß also da mit sam, der sich bei mir wohl fühlte aber nicht wußte wie ihm geschah.
8 tage nachdem das ganze passiert war, wollte ich ihm einem bad unterziehen da er mit meinem süßen zusammen eine schlammpfütze gefunden hatte.
ich packte ihm an den hals um das halsband abzunehemen und sah das er die lefzen hob, sofort machte ich einen rückzug und lies ab von ihm. (sam ging immer ohne leine deswegen war der halskontakt nie da)
ich weiß nicht warum aber ich ahnte etwas und machte mich (auch mit der gefahr das die kosten an mir "hängen" bleiben auf dem weg zum tierarzt mit ihm. meine freundin konnte oder wollte sich nicht melden.)
dieser stellte fest das der gesamte halsbereich des hundes mit blutergüssen und kratzern übersäht war. ich erzählte ihm von den sachen die passiert waren und er meinte es könnte sein aber er würde es mir nicht versprechen.
nachdem wir festgestellt hatten was er hatte( er war einer der armen würmer der eine allergie gegen das tolle neue lederhalsband hatte) wurde es behandelt.
ich rief meine freundin an und erreichte nichts. sie wollte sam nicht wieder haben egal warum er es getan hat oder was los war mit ihm.
ich konnte sie vom gegenteil überzeugen und sie machte nach 14 tagen wieder annäherungsversuche mit sam . (ihren freund hat sie rausgeworfen )
alles ging gut und bei ihm war es wirklich nur "aua da tut es mir weh ich wehre mich" . er hat es nie wieder getan.

bitte laß deinen hund mal von einem tierarzt untersuchen und zeige ihm die stellen die du beim schimpfen angefaßt hast und laß dir hund zeit.
wenn er wirklich aus verzweiflung gehandelt hat, wußte er es nicht besser den er kann sich nicht anders äußern.

bitte laß mal hören was es neues gibt.
gruß ronja