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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrung mit schorfigen Krusten im Kopfbereich?



Ziemer
09.12.2003, 08:57
Wir haben dieses Problem mit unserem jüngsten Kater, ein Exotic Shorthair-Kater und inzwischen anderthalb Jahre alt, der seit August 2002 bei uns ist, wo er 12 Wochen alt war. Seit dieser Zeit war ich mit ihm bei verschiedenen TÄ'en, da er unter schorfigen Krusten um Augen, Nase und am Kinn leidet. Außerdem sind die Ohren entzündet (er hat keine Ohrmilben, aber sehr viel dunkles Ohrenschmalz).
Er frisst nur Royal Canin Outdoor, wenn ich ihn damit füttere. Dabei möchte er jedes Stück einzeln ins Maul gesteckt bekommen.
Aus dem Napf frisst er nur Rinderherz mit Vitaminflocken, wobei ich die Sorte und Marke der Flocken schon wechselte - ohne Erfolg! Auch lässt er sich nicht mit Feuchtfutter aus der Dose füttern, wie unser einer Kater.
Ich möchte dazu sagen, dass unsere anderen drei langhaarigen Perser Dosenfutter und diverse Sorten an Trockenfutter fressen!
Die TÄ'in meinte, dass es sich um eine Allergie handeln könnte. Nun ist mir die Idee gekommen, dass er vielleicht die Einstreu mit dem Babypuderduft nicht vertragen könnte. Ich weiß, dass die Züchterin, von der wir ihn haben, andere Sorten bevorzugt.
Zwei Katzenklos habe ich jetzt mit einer anderen Einstreuart gefüllt, die staubarmer ist und die Tonart scheint auch anders zu sein.
Wenn ich den Kater mit Salbe behandle, bessern sich zwar die Symptome, aber nicht die Ursache dafür finde ich einfach nicht.
Außerdem hat er es langsam satt von mir eingefangen und mit Salbe behandelt zu werden.
Irgendwo habe ich gelesen, dass man Allergien mit Cortison behandeln kann. Ich bin aber der Meinung, dass ich vorher die Ursache dafür finden müsste.

So würde ich JEDEN bitten mir zu antworten, der auf diesem Gebiet Erfahrung hat. Ich tippte schon auf Mangelerscheinungen, aber es gibt Perser, die nur eine Sorte Premium-Tockenfutter fressen und damit ohne Probleme alt werden.
Futterumstellung, wie meine TÄ'in empfahl, fällt jedoch aus, weil ich ganz gewiss nicht zu meinem Vergnügen durch die Gegend fahre, um nur für diesen Kater Rinderherz zu besorgen. Er hungerte damals, als wir ihn bekamen, bereits drei Tage, weil ich diverse Sorten Feuchtfutter ausprobieren wollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich bei der Züchterin von Feuchtfutter ernährt hat, die zusätzlich nur etwas Rinderherz anbietet.
Wer weiß Rat? :snow:

admin
09.12.2003, 09:14
@ Ziemer,
es ist richtig, daß Hauteffloreszenzen, also Ekzeme, Juckreiz, Haarausfall etc., die im Gesicht beginnen nicht selten ihre Ursache in einer Futtermittelallergie haben.
Allerdings ist gerade bei Jungtieren und den genannten Lokalisationen auch an Milben, insbesondere an Cheyletiellen oder Notoedres zu denken.

Da Sie in Berlin die besten Möglichkeiten haben, sollten Sie unbedingt einen Fachtierarzt für Dermatologie aufsuchen (siehe zooplus Tierarztsuche, Fachgebiet Dermatologie), damit entsprechende Untersuchungen (Hautgeschabsel, Hautbiopsie, Abklatschpräparat) eingeleitet werden können.

Handelt es sich nicht um einen Parasitenbefall muß man sich der ernährung zuwenden udn hier eine Wliminationsdiät durchführen. Dies sollte mit einer Proteinquelle getan werden, die der Kater bislang noch nicht kennt. Rind ist daher eher ungeeignet, da es ebenso wie Huhn als Basis fast aller Katzenfutter dient.
Laboklin bietet einen Allergietest an, der unter Umständen hilfreich sein kann, der aber leider nicht zuverläßig ist, da Katzen im Test oft paradox reagieren.

Alles Gute!
dr. kirsten thorstensen
vet services manager

zooplus AG

naturekid
09.12.2003, 09:33
@Admin

Ich habe ebenfalls vor, mit meinem Kater den Laboklin-Test machen zu lassen. Was bedeutet bitte "die Tiere reagieren im Test oft paradox" ? Und: wenn ich den Test nicht machen lasse, wie muss ich bei der sog. Eliminationsdiät vorgehen ? Kein Rind, kein Huhn - welche Trockenfuttersorten basieren denn auf anderen Inhaltsstoffen ? Schwierig wird es definitiv, wenn man mehrere Tiere daheim hat. Ich kann ein Tier dann nicht separieren - das ist unmöglich. Bei allen sog. High-Premiumsorten, wie Califonia Natural, Felidae etc., haben meine Katzen bisher gestreikt und lieber gehungert.

VG, Susanne

admin
09.12.2003, 09:43
@naturekid,

"die Tiere reagieren im Test oft paradox"
das heißt, wie schon in einem anderenThread erklärt, daß das Immunsystem von Katzen bei diesen "in vitro" Tests auf die eingebrachten Allergene oft nicht reagiert wie das Tier es in vivo tut.

Will heißen, der Test kann unter Umständen Allergien zutage fördern, die de facto nicht existieren und kann aber andersherum auch tatsächlich bestehende Allergien manchmal nicht identifizieren. Warum das so ist, weiß man (noch) nicht genau, es kann aber dazu führen, daß man in die falsche richtung "rennt".
natürlich kann man oft eine grobe Richtung herausfinden oder auch mal Glück haben und ins Schwarze treffen.
So verläßlich wie aber z.B. die Intracutantests (Quaddeltest) beim Menschen oder auch beim Hund sind, sind die Bluttests nicht.
Intracutantests werden bei der Katze bislang nicht gemacht.

Wie schon mehfach erläutert, ist die Allergiediagnostik bei der Katze anhand von Tests eine sehr frustrane Angelegenheit und
es läuft bei Magen-Darm Symptomatik in aller Regel auf eine Eliminationsdiät hinaus.

Wenn Sie den test bei laboklin machen lassen möchten, spricht natürlich nichts dagegen, nur bitte erhoffen Sie sich nicht eine Optimallösung davon.

Beste Grüße ;)
dr. kirsten thorstensen
vet services manager

zooplus AG

naturekid
09.12.2003, 10:12
Vielen Dank für die Antwort !

Ich werde dann wohl eher von dem Test absehen.

VG, Susanne

Ziemer
09.12.2003, 10:17
Recht vielen Dank für die promte Beantwortung.
Ich wusste gar nicht, dass es für Hautkrankheiten inzwischen bei Tieren aus Spezialisten gibt.
Werde nun versuchen, ihn einem Spezialisten vorzustellen.

Vielen Dank, Andrea und vier Fellmonster

admin
09.12.2003, 14:34
@ziemer,
das wissen leider viele nicht und dabei ist Dermatologie/Allergologie ein mittlerweile immens wichtiges Thema geworden. Und leider gibt es viel zu wenige Kollegen, die sich eindringlich damit befassen.


Alles Gute!;)
dr. kirsten thorstensen
vet services manager

zooplus AG

Ziemer
09.12.2003, 16:58
Vielen Dank,
ich habe für Freitag einen Termin beim Spezialisten für Hautkrankheiten bei Hunden und Katzen, der auch ein Buch über Hautkrankheiten beim Hund geschrieben hat.
Da wir nördlich von Berlin wohnen, ist die Entfernung auch gar nicht so groß.
Unser andere cremefarbene Kater hat eine Stelle an einem Augen bekommt, so wie es eigentlich bei unserem jüngsten Kater angefangen hat. Nun vermute ich langsam, dass es ansteckend sein könnte - aber warum eigentlich erst nach über einem Jahr?
Wenn ich genau weiß, was sie haben und die Behandlung definitiv angeschlagen hat, werde ich mich wieder melden.
Nochmals vielen Dank
Andrea und vier Fellmonster

Ziemer
13.12.2003, 16:04
Hallo,
also ich war gestern mit unserem jüngsten Kater bei einem TA, der sich auf Hautkrankheiten spezialisiert hat. Wenn man das erste Mal mit seinem Tier kommt, nimmt er sich tatsächlich eine Stunde Zeit. Außerdem wollte er in einem längeren Gespräch von mir wissen, was der Kater bisher alles an Medikamenten bekommen hat. Diesen Service hatte ich noch nie erlebt.

Ich war schon in einer Tierklinik mit einem anderen Kater und hatte eigentlich Angst, dass ich von dem Behandlungspreis des Spezialisten in Ohnmacht fallen würde, aber ganz und gar nicht!
Sicherlich gibt es auch hier Ausnahmen, aber ich kann nur an dieser Stelle jedem Mut machen, bei speziellen Krankheiten auch einen Spezialisten aufzusuchen. Die vielen Tierarztbesuche, die ich mit diesem Kater inzwischen hinter mir habe - und vor allen nichts gebracht haben - waren viel viel teurer!

Dieser Spezialist machte von dem Ohrensekret einen Abstrich und nahm am Kinn eine Probe (mehrere Objektträger füllten sich) und untersuchte diese gleich selbst unter einem Mikroskop.

Dabei stellte er fest, dass der Kater einmal Ohrmilben hatte. Sicherlich war das, bevor er zu uns kam, denn zwei TA sahen sich seine Ohren bereits an und versicherten mir, dass er keine Milben hätte, was ich mir aber bei dem vielen und dunklen Ohrschmalz eigentlich nicht vorstellen konnte. Auch hielt ich die Ohren immer für entzündet.
Nun die Antwort von diesem Spezialisten war, dass er auf diese Milben allergisch geagiert hatte und dies nun sein Leben lang tun könnte.
Er gab mir jedenfalls ein Mittel, mit dem ich täglich die Ohren spülen soll, damit der ganze Dreck durch sein anschließendes kräftiges Kopfschütteln nach oben transportiert wird. Ich wusste eigentlich, dass man nicht mit Wattestäbchen in das Ohr einer Katze geht, aber wie macht man diese sonst sauber, wenn man dieses Mittel nicht zur Verfügung hat!
Dieses Mittel scheinen aber auch nicht viele TA zu kennen. Allerdings muss man sich da auch einarbeiten.

Um die Augen und in den beiden Hautfalten bis zur Nase hat er diese Entzündung, weil die Tränenkäle dicht sind. Es handelt sich immerhin um einen kurzhaarigen Perser, und Perser können durch diese extreme Züchtung damit Probleme haben. Ich möchte aber betonen, dass er für Perser ein relativ langes Näschen hat, aber das will eben auch nichs heißen.
Jedenfalls bekam ich Augentropfen mit, die ich eine Woche lang ihm 3 x täglich verabreichen soll. Seine Haut muss irgendwie empfindlicher reagieren, denn wir haben noch einen Perser (allerdings dunkelhäutig), dem ich dreimal täglich die Augenumgebung sauber machen muss (nach dem Fressen tränen ihm immer sehr stark die Augen), und der überhaupt keine Entzündungen ringsherum hat.

Am Kinn hat unser jüngster Kater Akne, wobei der Spezialist meinte, dass es noch relativ harmlos aussehen würde, er hätte da schon schlimmeres gesehen.
Für dieses Kinn gab er mir ein spezielles Shampoo mit, womit ich ihm täglich das Kinn waschen muss.

In drei Wochen habe ich wieder einen Termin bei diesem Spezialisten, wo ich diesen Kater wieder vorstellen muss.
Ich bin nur froh, dass er ausgesprochen lieb ist, denn es ist auch schon so kompiziert genug.

Viele Grüße
Andrea und vier Fellmonster