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gerdax
24.10.2003, 21:34
Sie war vor etwa einem Jahr mit ihrem Frauchen in eine Seniorenwohnanlage umgezogen.

Als die beiden einzogen, war die Dame schon ziemlich verwirrt, in den folgenden Monaten wurde sie zunehmend dementer. Die Tochter war überzeugt, dass es für ihre Mutter gut wäre, die Katze bei sich zu haben (eigentlich in Ordnung) und die Wohnform verbietet prinzipiell keine Tierhaltung - nur die Versorgung muß gewährleistet sein (eigentlich großartig).

Bald sah es so aus: die Katzenstreu landete regelmäßig komplett in der Dusche oder im Klo - alles verstopft.
Das Katzenfutter aß oft das Frauchen, die Katze bekam Marmeladenbrot. Kätzchen hatte keine ruhige Minute mehr, weil die Frau in ihrer Verwirrung immer umtriebiger wurde und niemals zu schlafen schien. Ständig räumte sie ihre Sachen herum, Schränke aus und ein und verfolgte das Tierchen unentwegt. Die Tochter glaubte, ihre Mutter würde ohne ihre Katze völlig abdrehen, deshalb sollte sie bleiben.
Niemand konnte das widerlegen.

Als die Katze schließlich völlig panisch auf alles und jeden reagierte, ganz struppig und krank aussah und nicht mehr fressen wollte, baten wir die Tochter vorgestern, mit der Katze endlich zum Tierarzt zu gehen und über eine Lösung nachzudenken.

Gestern rief sie an. Eigentlich, erklärte sie, wäre es ursprünglich ja ihre Katze gewesen. Sie hätte aber keine Möglichkeit mehr gehabt, sie zu behalten. Darum kam sie damals (?) zu ihrer Mutter. Sie hätte es nur gut gemeint. Aber nun wäre sie ja bereits 16 Jahre alt und vermutlich hätte sie einen Tumor gehabt, darum hätte sie sie einschläfern lassen. Sie würde es der Mutter morgen früh erzählen und dann die Katzensachen wegräumen.

Die Mutter erzählte mir heute mittag, irgend etwas wäre schon wieder mit ihrem Sohn passiert, sie glaubt, er wäre verschollen. Dann weinte sie. Kein Wort über eine Katze. Vergessen? Verwechselt? Über einen Sohn weiß ich nichts.

Schlaf ruhig, kleine Katze Elfriede!

riekchen60
24.10.2003, 22:14
Eigentlich können einem alle Beteiligten leid tun.
Die Tochter, scheinbar überfordert, die alte Dame sowieso und am allermeisten Katze Elfriede :(
Sie hat aber, wenn auch vielleicht zu Unrecht oder zu früh ihren Frieden gefunden und kann jetzt, im Regenbogenland, wieder glücklich sein.

Alles Gute kleine Elfriede :cu:

Enya
24.10.2003, 23:31
HAllo Gerda,
das tut mir sehr leid, das ihr nicht mehr für Elfriede tun konntet.:0( :0(
Aber verwirrte Menschen sind nicht immer geeignet um ein Tier bis zum Schluß adäquat zu versorgen.
Seh traurig für die Tochter, das sie dieses nicht einsehen konnte.


Kleine Elfriede,
nun hast du für immer deinen Frieden im Regenbogenland.:0( :0(

chaoscats
27.10.2003, 12:34
Genau das wäre unserer Frau Silberpfeil wahrscheinlich auch geblüht, wenn sie wieder zurück zu ihrem ehemaligen Frauchen gekommen wäre...:(
Das ist jetzt nämlich auch wegen Altersdemenz im Pflegeheim, und die Schwester konnte auch nicht einsehen, dass es die Frau nicht mehr packen würde, ihre Katze angemessen zu versorgen...zum Glück fiel mir spontan Jeannies "schwere Leukose" ein, mit der sie nur noch wenige Wochen zu leben hätte und einen nochmaligen Umzug nicht verkraften würde.:rolleyes: ;)
Arme kleine Elfriede, jetzt hast du endlich den Frieden, der dir immer versagt blieb.
Machs gut meine Motte, und grüss diejenigen von mir, die schon drüben auf mich warten...:0(

Anna G.
28.10.2003, 15:11
Hi Gerda,

was soll ich sagen? ... _wahrscheinlich_ hatte die Katze einen Tumor ... Und deswegen wurde sie eingeschläfert... Welcher TA macht so etwas? Ich bin ein wenig fassungslos.

Liebe Elfriede, ich wünsche Dir alles Gute im Regenbogenland! Ich hoffe sehr, dass es Dir dort gut geht!

Anna

Rocky
28.10.2003, 16:02
Arme Elfriede,hattest in deinen letzten Jahren kein schönes Leben mehr!Ich finde es ziemlich egoistisch von dieser anscheinenden Tochter-wenn das überhaupt so stimmte.Naja,solche Leute gibt es leider....Machs Gut Elfreide,im regenbogenland hast Du wenigstens Deine Ruhe!

:0( Grüsse Mone