PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachbarn füttert, lockt und sperrt unsere Katzen ein



Kitolu
25.06.2002, 16:50
Ein Nachbar hat täglich eine große Portion Schnucki-Trockenfutter auf der Terrasse stehen. Angeblich für die vielen wilden Katzen. Nur dass von uns Katzenbesitzer noch keiner wilde Katzen gesehen hat.

Seit dem Einzug der Nachbarn gehen alle Katzen von uns 4 umliegenden Katzenbesitzern dorthin zum Fressen. Das führt dazu, dass manche kaum noch zuhause fressen. Dadurch läßt sich kaum kontrollieren, ob die Katzen vielleicht an Appetitlosigkeit leiden und krank sind.

Außerdem sind die Kinder schon ganz traurig, weil die Katzen kaum noch mit ihnen schmusen. Sie kommen, gucken traurig in den Fressnapf und gehen wieder raus.

Da die Terassentür bei besagtem Nachbar den ganzen Tag auf ist, gehen die Katzen auch rein und manche bleiben auch länger dort und lassen sich dort streicheln und schlafen eine Runde.

Regelmäßig werden unsere Katzen von den Nachbarn sogar angelockt, wenn sie auf der Straße oder auf unserem Grundstück sind. Es wurde auch schon beobachtet, dass er die Grundstücke betritt und hinterm Haus nach Katzen sucht und sich diese wie einen Koffer unter den Arm klemmt dann mitnimmt, seiner Frau bringt, die Tür zuschließt und selber wegfährt. Wir vermuten, damit der Frau nicht so langweilig ist.

Selber wollen sie keine Katzen wegen der Verantwortung und weil sie nicht mehr so frei wegfahren könnten wie jetzt.

Sogar wenn sie im Urlaub sind, geben sie jemand anderem Trockenfutter, damit die Katzen weiterhin bei ihnen auf der Terasse gefüttert werden.

Nun haben wir mit 4 Familien einen Brief aufgesetzt, denn unsere Worte sind bislang auf taube Ohren gestoßen. Angeblich verlaufen sich die Katzen zu ihnen und "soll er sie denn raustreten und prügeln?". Besonders unverschämt finden wir natürlich, dass er unsere Katzen bewußt anlockt bzw. mitnimmt und teilweise auch nachts bei sich im Haus hat und sozusagen einsperrt.

Wir dürfen aber "jederzeit bei ihm klingeln und unsere Katze besuchen oder holen." Wie großzügig!

Gibt es irgendeine rechtliche Grundlage, ihm das alles zu verbieten, insbesondere das dauerhafte Rausstellen von Futter zu verbieten, oder kann man nur auf Einsicht hoffen?

Was ist, wenn wir bei ihm auf dem Grundstück Katzenfernhaltegranulat verteilen oder sprühen? Wenn er unsere Grundstücke einfach betritt, dann dürfen wir das leider wahrscheinlich noch lange nicht.

Aber was können wir tun?

Christiane
26.06.2002, 01:00
Naja, als erstes verstehe ich nicht, wie man seine Katzen draußen frei rumlaufen lassen kann!
Das wäre die beste Methode-nur noch GESICHERTEN Freigang (Balkon mit Netz oder Freigehege). Dann werden die Katzen wenigstens nicht mißhandelt, vergiftet oder überfahren. ICH hätte keine einzige ruhige Minute mehr....! Und der Nachbar kann sie nicht mehr mit minderwertigem Futter vollstopfen!

Ja, Du kannst es ihm verbieten, zumindest das Füttern und das "ins Haus holen". Wie man das juristisch nennt, weiß ich nicht, ich glaube "Aneignung von fremden Gegenständen" oder so. Hört sich grausam an, oder?!

Da gab es schon mal ein Gerichtsurteil, wo der Nachbar verpflichtet wurde mit der Fütterei aufzuhören und die Katzen gegebenenfalls wegzuscheuchen. Der Nachbar meinte dann "Sollen die doch ihre Katze einsperren!" Das zog aber nicht, da er die Katzen ja regelrecht anlockte-wie bei Dir! Das hat er zu unterlassen!

Ich würde es erst mit einem Gespräch versuchen; dann schriftlich. Dann nochmal schriftlich mit Androhung weiterer Schritte. Vielleicht läßt er das dann ja. Wenn nicht wirst Du wohl zur Schiedsstelle gehen müssen oder auch vor Gericht- lächerlich eigentlich, aber manche Leute kapieren es halt nicht.....

Wünsch´Dir und Deiner Katze eine gütliche Lösung.

Judith Kröll
18.07.2002, 14:31
Hallo Kitolu,

ich habe auch sieben freilaufende Katzen mit ähnlichen Problemen und kann Dir zu diesem Thema auch einiges an Erfahrungen mitteilen.

Wenn man Deine Angaben über das Verhalten Deines Nachbarn so hört, dann wird klar:

1. Er mag die Katzen, weil er freiwillig Futter kauft, das ist insofern o.k., als man sich meint, auf ihn verlassen zu können. Aber man muss mit ihm darüber diskutieren, dass diese Tiere keine Nutztiere sind, wie Kühe oder Schweine, die dann geschlachtet werden. Also darf er nicht einfach Tiere füttern, die anderswo wohnhaft sind.
Man füttert Menschen nämlich auch nicht mit jedem Schrott, und gutes Katzenfutter ist teuer!!

Außerdem: Hat sich Euer Nachbar schon mal Gedanken darüber gemacht, dass eine Katze viel Geld kostet? Es gibt ein Tierschutzgesetz, welches die Kastration von Katzen vorschreibt, und eine Kastration kostet zwischen 90 und 180.- DM. Diese Tiere sind für den Halter nun mal eine Kapitalanlage und damit macht man keinen Unsinn.


2. Die Katzenhilfe e.V. rät in solchen Fällen auch zu Gesprächen mit den betreffenden Personen. Wenn die wirklich helfen wollen, sollte diese Hilfe ernstgemeint sein, da kann man eine Broschüre lesen und mal ein bißchen Geld spenden und so, das sollte Eurem Nachbarn dringend schriftlich mitgeteilt werden. Der macht sich nämlich überhaupt nicht den Kopp um diese Dinge!!!:( :rolleyes:


3. Ich habe den Fall erlebt, dass eine Frau eine Katze mit 3 Kleinen einfach ausgesetzt hat und hinterher hieß es, wir sollten ihr die Katzen wiederbringen, weil sie sie verschenken wollte.

Wir sind daraufhin zu einem Gespräch zu dieser Frau gegangen und haben ihr erklärt, dass sie die Tiere auch kastrieren und impfen und mit teurem Futter füttern muss, dazu war sie aber nicht bereit, sie wollte auch nicht eine Geldspende bei der Katzenhilfe ("Tierheim-Ersatz") abgeben, was ich z.B. auch noch gemacht habe (100.- DM). Der Frau waren die Katzen scheißegal, die hätten sich endlos weitervermehrt und sie hätte die nie gefüttert. Die Katzenfalle stand zum Einfangen zur Kastration von 7 Katzen praktisch Tag und Nacht bei uns im Garten, die Frau hat das keinen Piep gestört. Dass wir die Tiere vielleicht ins Tierheim bringen oder verhungern lassen, das alles war ihr scheißegal. Und so ein Typ ist Euer toller netter Nachbar doch auch! Wenn es nun Probleme geht, hält der sich doch fein raus! Und das merkt man!!

Also: Machen kann man bei nachbarlichen Streits um die "Katzenplage" rein gar nichts, denn der Tierschutz ist immer für die Blöden, die ihr Geld dafür auf den Tisch legen, so sieht das nämlich so aus!!!

Der Kerl wird Euch eher eine Anzeige wegen Betreten fremden Eigentums an den Hals hetzen, als Euch ernsthaft zu helfen!! Am Besten ist es, man versucht solche Leute irgendwie wieder loszuwerden, man muss nur zusehen, dass es nicht deswegen vor Gericht geht, da zieht man als Tierschützer leider immer den Kürzeren. Und der Ärger geht dann auch noch an den armen Tieren raus!

Wenn ich Dir also einen Rat geben darf: Bitte Deinen Nachbarn in höflichem Ton, das Füttern der Tiere in Zukunft zu unterlassen. Die Tiere gehören Dir und es ist ja auch lieb gemeint, aber man darf Stubentiger nun mal nicht verziehen, mit Hunden geht das ja auch nicht und Katzen sind hier völlig gleich anzusehen.

Liebe Grüße, Judith

Kitolu
18.07.2002, 21:25
Hallo Judith!

Wir haben mit 4 betroffenen Familien einen Brief an den Nachbarn geschrieben, nachdem das ganze Gerede von jedem Einzeln nichts genützt hat.

Nun spricht er mit keinem von uns mehr, hat aber zum Glück das Füttern eingestellt.

Nun sind die Kinder der anderen Familien wieder glücklich, weil die Katze endlich wieder zuhause ist, frisst und spielt und nicht nur kurz rein kommt, beleidigt den Fressnapf ansieht und wieder geht.


Zwar füttern die anderen mit Supermarktfutter, aber wieso das Schnucki von Aldi so anziehend ist, dass sie nichts anderes mehr essen, ist auch irgendwie komisch.

Schaun wir mal, wie lange die glückliche Zeit anhält. Wir haben dem Nachbarn vorgeschlagen, sich doch eine eigene Katze anzulegen. Aber das will er nicht, da es zu viel Verantwortung ist bzw. da er dann nicht mehr so flexibel mit Urlaub und Golfen ist. Dabei haben wir ihm angeboten, uns bei seiner Abwesenheit liebevoll um seine Katze zu kümmern.

Irgendwas finden die Katzen aber an ihm, denn nachdem der Nachbar 3 Wochen im Urlaub war und die Katzen nicht mehr gefüttert wurden, rannte der Kater von gegenüber noch während die Tür auf war, um die Koffer reinzubringen, wieder zu besagtem Nachbar.

Sehr eigenartig. Aber nun ist es ja vorbei und ich kann auch meine beiden Tiger wieder beruhigt raus lassen.

Judith Kröll
19.07.2002, 09:40
Hallo Kitolu,

das ist ja haaaaammmmergeeeeniiiial!!!:D :D :D

Also Euer Nachbar gehört in den Himmel, dass er die Katzen nicht mehr füttert, dieser Intelligenzbolzen.:) :) :)

Na, jedenfalls mir als Tierschützer ist diese Lösung mit dem Nachbarschaftsbrief auch am liebsten, weil ihr da nicht mit der Katzenhilfe nachhaken mußtet, so wie es bei uns zu hause gelaufen ist.:D :D :D

Dass Eure beiden Kater so gerne Aldi-Futter fressen, das passt ein wenig zu ihrer infantilen Vorliebe für schwer einschätzbare Nachbarn, aber das ist völlig o.k. Meine sieben freilaufenden Stubentiger werden auch gerade mit Gewalt mal wieder auf Nutro Choice Cat umgestellt, aber nachdem die Kater sich ohne Ende bekämpft haben, müssen sie nun mit Fitnessfutter in die andere Richtung gelenkt werden und eben Power aufbauen, so wie wir Menschen...

Das ist ein echt tolles Thema das mit dem Nachbarn, wie in einem Abenteuerkrimi!:D

Liebe Grüße, Judith