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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : probleme mit dem aussengalopp



shergar
18.10.2003, 09:12
Hallo,
ich habe vor einiger Zeit hier geschrieben wegen "auf wechlem niveau reite ich eigentlich". Damals hat annaS(glaub ich) mir geraten mein pferd erstmal ordentlich durchs Genick zu reiten. Hab ich jetzt auch dran gearbeitet und ich muss sagen es war ein wircklich guter Tipp. Ich wusste gar nicht dass das so ein tolles gefühl ist. Man sitzt einfach nur superbequem, meint das der rücken einem ein stück entgegenkommt und man hat das pferd viel besser unter kontrolle. Ich hab auch das gefühl dass er ziemlich halsmuskeln aufgebaut hat. Die Seitengänge klappen immernoch super...nur im galopp fehlt noch a bissle die kondition...da kann ich ihn nur sehr kurz seitwärts reiten. Nunja momentan versuche ich kondition im galopp aufzubauen und arbeite richtung fliegenden wechsel. Den einfachen wechsel springt er schon sehr schön, allerdings kann ich ihn nicht dazu überreden im aussengalopp anzuspringen.... unser platz ist aber auch sehr klein was es nicht gerade einfacher macht.Hat da villeicht jemand einen tipp für mich? Ausserdem würde ich gerne interessehalber wissen wie ihr mit eurem pferd zur piaffe gefunden habt.

Tschüß
Shergar

AnnaS
19.10.2003, 07:12
Erst mal freut es mich, dass du solche Fortschritte gemacht hast mit deinem Pferd.

Der Außengalopp ist auf einem kleinen Viereck sehr schwierig. Ich würde da mal ganz klein anfangen. Z.B. könntest du im Galopp durch die halbe Bahn wechseln reiten, und zwar ohne Galoppwechsel. Nach dem Handwechsel bist du ja automatisch im Außengalopp. Die Frage ist allerdings, in wie fern das bei euch dann Sinn macht, denn auf einem kleinen Viereck ist "durch die halbe Bahn" ja u.U. nicht gerade angebracht. Durch die ganze Bahn wechseln finde ich da schon schwieriger, da ja gleich die Ecke kommt, bei der viele Pferde dann aus dem Takt kommen.

Wenn du z.B. auf der linken Hand im Rechtsgalopp angaloppieren willst, stellst du dein Pferd nach außen, nimmst den inneren Schenkel zurück, und gibst im Prinzip die "spiegelverkehrten" Galopphilfen zum Handgalopp.
Oder in wie fern hast du Probleme damit?

Vor der Piaffe sollte die Passage kommen. Du kommst dort hin durch eine extreme Versammlung. Doch ehrlich gesagt frage ich mich beim Lesen, ob du nicht ein bisschen zu vorschnell an die Sache heran gehst. Du solltest wirklich nicht hier mal ein bissl Fliegende Galoppwechsel, dort mal ein bissl Außengalopp, dann zwischendurch mal eine Passage bis hin zur Piaffe üben. Du solltest das ganze langsam angehen. Ein Pferd, was in einem Jahr von A zu S geritten wurde (mal übertrieben, hoffe ich) hat a) sicherlich keine große Motivation mehr und b) ist es viel zu schnell, als dass es vernünftig laufen könnte. Es ist dann mehr so ein "Hau-Ruck"-Reiten.

Gruß
Anna

shergar
20.10.2003, 10:30
Nein, die Hilfen sind mit schon klar. Im gelände unterscheidet er Links und rechtsgalopp auch schon,sogar wenn eine leichte engegengesetzte biegung im weg ist. Halb bahn wechseln mache ich auch mit ihm. Er bleibt auch schön im aussengalopp. ("wenn ich die beine schon so hab' wechsel ich noch net von selber") aber wenn ich ich versuche ihn anzugaloppieren sieht er absolut nicht ein warum er es sich schwerer machen sollte. Aber ich werde dann doch mal versuchen ihn ein bisschen mehr im aussengalopp zu motivieren. ich hab auch mal versucht einfach auf der mittellinie anzugaloppieren und mich dann näher an den hufschlg ranzuarbeiten dann kann ich aber leider nicht durch die ecke reiten und muss vorher durchparieren. ich bin ja schon zufrieden wenn er richtig anspringt, der rest kommt später....aber jetzt kommt mit gerade die idee dass ich ihn ja auch der mittellinie angaloppieren könnte und
dann in traverssstellung zum gewünschten hufschlag reite...dann macht es für ihn vielleicht aucch mehr sinn das andere bein zu benutzen....was hältst du davon?
Nein Piaffe interessiert mich vorerst nur. Ich bereite ich zwar geringfügig darauf vor, aber wirklich dran arbeiten werde ich erst , wenn im galopp alles passt. Wie geht das denn wenn erst die passage kommt? Ich kenne das nur andersherunm so dass aus der piaffe die passage entwickelt wird...erklär mir doch bitte die ausbildungsschritte auf deine art.
Ich finde nciht das ich ihn überfordere....er verlangt geradezu beschäftigt zu werden und bietet auch von sich aus viel an. Ich habe das gefühl das er spass dran hat sich zu präsentieren...vorallem wenn andere pferde da sind...da macht er einen Hals und auf wilden hengst und ist dabei dennoch super zu regulieren...da macht das reiten dann besonders spass.
Ähm und hast du vielleicht noch eine Idee wie ich in den Schpanischen schritt bzw. polka mehr vorwärts reinbekomme? Ich habe leider niemanden der von hintern unterstützend treiben könnte...

Tschüß
Shergar

shergar
20.10.2003, 10:31
peinlich peinlich....spanischen schritt meine ich natürlich

AnnaS
21.10.2003, 07:25
Spanischen Schritt hab ich noch keinem Pferd beigebracht. Ich hab es vor Jahren mal bei einer Frau mit ihrem Andalusierhengst gesehen. Sie hat es erst vom Boden aus gemacht, in dem sie abwechselnd bei jedem Schritt die Vorderbeine mit der Gerte angetippt hat. Nachdem er das kapiert hatte, setzte sie sich rauf, gab die entsprechenden Hilfen während eine andere Person die Beine antippte. Aber selbst habe ich keine Erfahrung damit.

Bei der Passage braucht man anfangs auch jemanden, der von hinten nachtreibt, bis das Pferd die Hilfen verstanden hat. Die Versammlung wird dann so zu sagen immer stärker, bis man bei der Piaffe landet (grob gesagt).

Die Idee mit der Mittellinie und per Traversale dann zum Hufschlag finde ich nicht sonderlich gut. Dein Pferd KANN ja im Außengalopp galoppieren, wenn es einen Handwechsel gab. Sinn soll doch sein, dein Pferd im Außengalopp angaloppieren zu lassen. Dann solltest du das mit den entsprechenden und deutlichen Hilfen üben.
Deine Idee ist ja ähnlich wie meine mit dem einfachen Handwechsel. Doch wie du selbst sagst - das kann er. Und wozuDinge üben, die er kann? Die sollte man sicherlich wiederholend reiten, doch üben sollte man immer das, was eben nicht klappt.

Hast du übrigens einen Reitlehrer? Ich finde es bei solch hohen Lektionen immer sehr, sehr wichtig, dass jemand da ist, der sich das ganze von unten ansieht und auch deine Fehler sehen kann. Denn wenn sich dabei Fehler einschleichen, kann ein Pferd wirklich sehr verritten werden, obwohl man es eigentlich nur gut meint.

Gruß
Anna

shergar
21.10.2003, 15:52
Ich meinte natürlich dass ich dann auch immer näher an den Hufschlag gehe, ich dachte die idee wäre gut weil sich die travershilfen ja gut mit dem galopp ergänzen; spricht wenn er auch nur einen sprung im travers galoppieren will muss er automatisch den richtigen galopp wählen.

Ihn hab ihm den spanischen schritt alleine beibegracht...er kann es vom sattel aus, aber es ist wie gesagt noch net perfekt weil alles noch ein bisschen langsam geht.Aber wenn du dabei keine erfahrung hast kannst du mir wohl auch nciht helfen. Ich sollte wohl zwischen den tritten mehr vorwärts reiten....

Ich habe leider keinen reitlehrer weil ich mir das nicht leisten kann (bin erst 17 und muss fürs studium sparen). Ich habe mich allerdings vor einiger Zeit von einer sehr guten Reiterin (ihr pferd beherrscht lektionen bis zur piaffe und sie geht auch tuniere) kontrollieren lassen. Sie hat gemeint dass er schon sehr gut geht und war ganz begeistert wie schön er untertritt. Abgesehen davon finde ich das wir gute fortschritte machen.
Und überhaupt was ist für dich ein verrittenes Pferd? Für meine begriffe ist das entweder ein pferd das sich durchschummelt... also nur scheinbar korrekt geht (allerdings fühlt sich das doch auch anders an) oder ein pferd das gegen seinen reiter arbeitet oder ihn ignoriert. Nunja ich traue mir schon zu zu beurteilen ob er gerade gut geht oder nicht...oder was meinst du?

Ich würde schon gerne reitunterricht nehmen, allerdings denke ich dass es erstens sehr schwer ist einen wirklich guten reitlehrer zu finden und zweitens ist das nunmal wirklich sehr teuer. Natürlich würde ich auch unterricht nehmen wenn ich merke das ich mit meinem wissen und meinen fähigkeiten nicht mehr weiterkomme (hab ich auch zweimal)aber momentan machen wir gute fortschritte. ausserdem hab ich festgestellt dass ich auf die meisten sachen einfach selber kommen muss weil man das sprachlich einfach schlecht vermitteln kann.

AnnaS
21.10.2003, 18:52
Ein verrittenes Pferd kann sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar machen.
Aber wenn ihr ohne Reitlehrerin bis zu solch hohen Lektionen kommt, und keine Probleme habt sondern nur Fortschritte macht ist doch alles bestens.

Gruß
Anna

Sandra1980
21.10.2003, 19:00
Das letzte war ironisch gemeint, oder?
Zumindest denke ich nicht dass einzelne Lektionen etwas aussagen...

Wir haben Eine deren Pferd macht diesen Trab auf der Stelle (ok, mit leichter Vorwaertsbewegung) an der Hand! (ist das jetzt piaffe? Ich denke schon, aber ich bring das immer wieder durcheinander...)
Ansonsten ist allerdings nichts von Versammlung oder so zu sehen.
aber das ist sicher auch eine extreme Ausnahme...

Aber darf man nciht auch mit Tricks arbeiten? Wenn ein pferd nicht am Heuballen vorbeigehen will, dann geht man jeden tag ein paar cm naeher wenn sonst nichts geholfen hat, oder?

Somit finde ich das herantasten an die Bande gar nicht so schlimm... Allerdings bin ich ja auch kein Experte und werde dann selbst Reitunterricht nehmen! (wobei ich mit 17 auch gedacht habe dass ich das ganz leicht alles selbst gekonnt haette!)

Irgendwie glaub ich ich rede am Thema vorbei... Hmm, bin wohl zu aufgeregt...:rolleyes:

Sandra

AnnaS
22.10.2003, 06:29
Hi Sandra

Natürlich darf man mit "Tricks" arbeiten, und sich an etwas heran zu tasten ist auch nicht verkehrt.

Gruß
Anna

shergar
22.10.2003, 13:56
Also ich weiß ja nicht, Sandra, wie das bei der bei dir im stall aussieht, für mich ist eine Piaffe aber auf jedenfall mit abkippen der Kruppe und stärkerer winkelung der hinterhandgelenke verbunden: sprich untertreten. Wie weit das ist hängt von exterieur des Pferdes ab, aber auf jeden fall sollte die bewegung taktmäßig sein und sowohl vorder als auch hinterbeine deutlich abfußen wobei die vorderbein durch die vermehrte lastaufnahme auf die Hinterhand noch um ein gewisses maß stärker abfußen. das ist es was ich mir unter einer piaffe vorstelle und nicht einen trab auf der stelle!
Mir ist auch bewusst dass gerade diese lastaufnahme zu beginn sehr anstrengen ist. Das ist auch der grund warum mein pferd erstmal mehr kondition entwickeln soll , bevor ich überhaupt so etwas verlangen kann. D.h. ich möchte zuerst dass er den fliegenden wechsel sicher beherscht und auch die seitengänge im galopp länger fortgesetzt werden können. Allerdingt lase ich ihn auch jetzt auf kurze zeiträume in einem stark verkürzten und versammelten Trab gehen um ihn schonmal auf die bewegung einzustimmen und hinterhandmuskulatur aufzubauen. Bis zur Piaffe dauert es bestimmt noch einige Monate.

Was würdest du sandra denn vorschlagen wenn ein pferd auf beengtem raum nicht einsieht den schwierigeren galopp zu wählen? Durch den kleinen Platz sind das nunmal sehr erschwerte bedingungen für ihn. jedenfalls werde ich das heute mal auspobieren mit dem herantasten und dir dann davon berichten.

das herantasten hat bei ihm übriges gut geholfen die angst vor Fliegenspray zu verlieren. Am anfang ist er fast gestiegen wenn mans nur versucht hat, aber inzwischen kann ich ihn sogar aus einiger entfernung ansprühen....eben gerade durch dieses herantasten war das möglich (hat auch nur ein paar tage gedauert). Ich finde es sehr wichtig sich vorsichtig an die grenzen des pferdes heranzutasten und finde dass man so am schnellsten weiterkommt.

shergar
22.10.2003, 19:43
Hallo,
da bin ich wieder gerade zurück vom reiten. Hat gut geklappt. Er ist auf beiden händen im aussengalopp angesprungen, allerdings nur auf dem zweiten bzw. dritten hufschlag. Auch die einfach galoppwechsel waren heute sehr gut. Ich hatte heute richtig das gefühl wann ich die Hilfe zum fliegenden geben müsste. er ist zwar erst noch ein oder zwei schritte getrabt , dann aber sofort umgesprungen. Aber es mangelt wirklich noch sehr an Kondition. Er war heute wieder richtig kaputt zum schluss. Aber ich werte es mal als positives zeichen wenn er hinten auch schwitzt. :wd:

Die Polka war heute auch sehr gut. ich schätze wirklich er braucht einfach a bissle länger.Aber heute hat er die beine schön aus der bewegung heraus angehoben.

Sandra1980
22.10.2003, 19:46
Hallo!

So ganz spontan denke ich natuerlich daran erstmal aus dem kleinem Platz rauszukommen. Das wuerde bedeuten im Gelaende eine Strecke zu finden, die so eine Kurve hat, oder was ich noch besser finde waere es auf einer Wiese zu versuchen. Allerdings sagt sich das leicht, da hier die Wiesen immer trocken sind, waehrend Du natuerlich schauen musst dass es nicht nass/rutschig ist.

Ah, sehe gerade noch dass Du noch was geschrieben hast!
Na, das hoert sich doch toll an!
Willst Du eigentlich auf Tuniere gehen, oder machst Du das fuer Dich?

Sandra:cu:

shergar
28.10.2003, 10:13
nö, ich mach das nur für mich. Morgen lasse ich mich evtl. wieder von der guten reiterin begutachten. Hoffendlich hat sie Zeit. Mit ihm klappts auch grad super. Er springt jetzt schon fast nur auf die kreuzhilfe an.