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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Durchfall



r.richter
14.10.2003, 22:16
Hallo leute! Meine Stute (Haflinger 20J.) hat nun seit ca. 4 Jahren Durchfall (extrem Flüssig). Ich habe drei Tierärzte und einen Heilpraktiker zu Rate gezogen dennoch ohne Erfolg. Sie hat stulmisan, Antibiotika,usw bekommen. Zudem zahlreiche Kuren (Mash-,Bananen-,leinsamen-,malzbier-,Joghurt- Kuren, usw.). Bislang immer nur mit kurzzeitigem Erfolg, wenn überhaupt. Zudem wurden mehrere Kot-,Urin- und Blutproben entnommen. Die Blutprobe erbrachte als einzige den Hinweis auf zu hohe Muskelwerte. Über den Heilpraktiker ahbe ich eine Analyse in Amerika machen lassen. Diese erbrachte das der ganze Mineralienhaushalt durcheinander ist. Z.B: Selen war kaum zu messen. Nun bekommt sie Bachblüten, selen, Zink, etw. zur Magenberuhigung, Magnesium, calcium. Dennoch keine Besserung außer das sie ruhiger geworden ist. Sie hat schon mehrere Fohlen bekommen und ist ein sehr nervöses Tier, das ihr essen immer heruntergeschlungen hat. Sie bekommt ihr Futter Abends immer die gleiche Zeit (bestehend aus: o.g. Mineralien, Bachblüten, gemischt mit Müsli und ab und zu trockenes Brot oder Leckerlies, Saftfutter) Ich weiß nicht mehr was man noch tun kann. Weiß einer Rat??? Rebecca Richter

AnnaS
15.10.2003, 08:11
Oje, das ist aber eine wirklich lange Krankheitsgeschichte. Das Problem ist, du hattest schon diverse TÄ da, die ja alle irgendwo mit eigenen Ideen gekommen sind. Und als das ohne Erfolg blieb, hattest du eine HP da, die auch noch mal in andere Richtungen gesehen hat. Du hast so viel ausprobiert, so viel durchgemacht - ich glaube einfach, dass dieses Forum (oder generell ein Forum) hier per Ferndiagnose gar nichts tun kann. Es ist einfach viel zu komplex, als dass man dir hier irgendeinen Rat geben könnte. Und ganz ehrlich - ich würde auch nicht unbedingt auf einen Rat hören, wenn einer kommen sollte.

Denn ich finde es äußerst gefährlich, bei gesundheitlichen Fragen überhaupt per Ferndiagnose irgendwas auszuprobieren. Zum Ideen austesten hattest du schon viele TÄ und sogar eine HP da, die ja doch das ganze Pferd, samt Haltung, Vorgeschichte, etc behandelt.

Außerdem sind 4 Jahre eine lange Zeit. Eine Zeit, in der anfängliche Krankheiten chronisch werden können. Nun hat sich ja herausgestellt, dass deinem Pferd viele Minerale fehlen, die ja aber ausgeglichen werden sollten. Und wenn dann keine Besserung eintritt, denke ich tatsächlich, dass der Darm so gereizt ist durch diesen ständigen Durchfall, dass etwas Chronisches nun die Folge sein könnte.

Aber ich denke, da ist ein TA bzw eine THP wirklich der geeignetere Ansprechpartner.

Meine Antwort wird dir nicht viel geholfen haben, aber ich wünsche dir viel Glück, dass du dieses Problem irgendwie noch in den Griff bekommst. Aber bitte weiterhin mit professioneller Hilfe, auch wenn du so langsam daran zweifelst, ob es die noch gibt (was ich durchaus verstehen könnte nach all dem).

Gruß
Anna

Katastrophenzoo
15.10.2003, 11:35
Hallo,

ich schliesse mich Annas Meinung voll an. Aber eines möchte ich doch noch anmerken: Pferde sind darauf ausgerichtet den ganzen Tag zu fressen. Es ist nicht gut für sie nur einmal am Tag eine Mahlzeit zu bekommen.
Gerade bei einem Pferd mit Verdauungsproblemen finde ich es ratsam mindestens fünfmal täglich zu füttern.
Es würde mich sehr wundern, wenn das die Lösung des Problems wäre, aber es schadet bestimmt nicht.

ChiaraGinny
24.10.2003, 17:30
Hallo Rebecca,

haben bei unserer Stute auch das Durchfallproblem, mittlerweile seit 1 1/2 Jahren. Haben etliche TÄ kommen lassen, Blutbilder, Kotproben etc. gemacht. Selenmangel hatte sie auch, ist aber nun wieder alles i.O., nur der Durchfall bleibt. Wobei es bei ihr allerdings mehr ein Absetzen des Kotwassers ist. Heilerde und andere Präparate haben wir auch ausprobiert. Sogar Akkupunktur haben wir versucht, half alles nix...
Mittlerweile kann die Stute selbst ganz gut damit leben, aber das Optimale ist das nicht. Bei ihr ist es auch schlimmer, wenn es warm ist, dann hat sie braune, anstelle von weißen Hinterbeinen :-(
Hatten erst kürzlich wieder eine TÄ da, die meinte, mittlerweile ist das chronisch und der Körper sieht den Durchfall gar nicht mehr als Problem an, hat sich also darauf eingestellt. Es gäbe noch eine Möglichkeit, den Kot ins Labor zu schicken, dann werden irgendwelche Essenzen daraus gezogen, die dem Pferd dann wiederum gespritzt werden. So hat der Körper die Möglichkeit, den Durchfall wieder als "Baustelle" zu erkennen und kann eventuell eigene Ressourcen zur Bekämpfung nutzen.
Wir haben uns noch nicht entschieden, dass zu machen, aber denken noch angestreng darüber nach. Habe mal eine "Eigenschleimbehandlung" bei einem Pferd mit chronischem Husten mitbekommen, dem hat das ganz gut geholfen.
Liebe Grüße, Claudia

Katrin
31.10.2003, 23:17
Hallo
auch meine Stute hatte vor Jahren über einen längeren Zeitraum sehr wässrigen Durchfall, der mit nichts zu behandeln war.
Ein alter, erfahrener Schmied gab mir damals den Rat, ihr abends in das Futter Bier zu geben. So hatten es früher und auch heute noch die Bauern gemacht. Also, ich habe es auch gemacht, jeden Abend ein Bier, einmal in der Woche einen Joghurt, 3 Monate jährlich Flohsamen.
Aus dem Durchfall wurde bei uns nämlich dann eine Sandkolik, weil der TA Spritzen gegen den Durchfall gab, mit dem Erfolg, dass dann garnichts mehr ging. Nach Kolik-OP kam der Durchfall wieder. Nach einem Jahr Bier bis jetzt kein Durchfall mehr. Und "Säuferin" ist sie auch nicht geworden, nur der Fellzustand besserte sich, Mähne und Schweif wuchsen wieder usw. ;)
Gruß und gute Besserung
Katrin

AnnaS
01.11.2003, 06:57
Tja, also ich wäre seeeehr vorsichtig, mit solchen Ratschlägen. Nichts gegen die alten Hausmittelchen, die wirken manchmal besser als alles andere. ABER wenn man als Mensch jeden Abend ein Bier trinkt, gewöhnt sich der Körper daran. Man kann sich drüber streiten, ob man dann schon als Alkoholiker gilt oder nicht. Das Problem ist, die Schäden, die das tägliche Bier anrichtet, sieht man nicht gleich, sondern erst später. Sowas dann bei einem Pferd anzuwenden, finde ich extrem riskant. Das Bier ist nicht für Tiere hergestellt, und die Verträglichkeit bei Tieren wurde nie getestet. Ich finde das einfach sehr, sehr riskant, und ich würde aufgrund eines Forumtips SOWAS garantiert nicht anwenden. Es wäre was anderes, wenn man sagt "mach das mal ne Woche". Aber ein JHAR lang ist schon extrem heftig. Und ohne das OK von einem TA oder THP (die in der Regel solchen Dingen gegeüber offener sind) würde ich das nie im Leben anwenden.

Gruß
Anna

Katrin
02.11.2003, 20:39
Hallo Anna,
ich glaub, ich habe nicht geschrieben: mach das,
sopndern ich habe es gemacht mit sehr gutem Erfolg und mit dem O.K. meines TA.
Wenn man mal eben aufgrund des heftigen Durchfalls und der anschließenden tierärztl. "Ruhiglegung" des Darmtraktes mit Medikamenten eine "provozierte" Kolik-OP bezahlen darf, verbunden mit der Angst, sein geliebtes Tier zu verlieren, greift man nach jedem Strohhlm. Bei mir und meiner Zicke war das eben das Bier. Ich kann nur von meiner positiven erfahrung berichten, was man daraus für sich zieht, ist jedem selbst überlassen. Ich wäre nie so vermessen, diese meine Meinung jemanden aufzuzwingen. Übrigens gibt es Bierhefe für Pferde, wird von jedem Futtermittelhändler angeboten. Wurde dies wissenschaftlich untersucht?
Wie schön geschrieben, Spritti ist meine Zicke nicht geworden und der dicke "Bierbauch" stammt eher vom Heu, glaub ich jedenfalls.
MfG Katrin:cu:

AnnaS
03.11.2003, 06:20
Ich sagte doch auch nur, dass ich sehr vorsichtig wäre mit solchen Ratschlägen. Es gibt einige, die alles einfach mal so ausprobieren, und sich hinterher wundern, wieso es u.U. alles schlimmer wird. Ich bin generell sehr eigen mit den gesundheitlichen Dingen, da man so viel kaputt machen kann, wenn man mal hier probiert und mal da probiert. Und ich kenne so einige, die wirklich alles machen, was sie irgendwo mal aufgeschnappt haben. Viele doktorn an ihren Tieren herum, während sie das bei sich selbst nie machen würden. Und wenn es dann so ungewöhnliche Ratschläge sind, wäre ich noch um ein vielfaches vorsichtiger. Was übrigens nicht nur an dich gerichtet war, sondern eben auch als "Vorsicht, solche Ratschläge anzunehmen oder auszutesten" verstanden werden sollte.

Es freut mich, dass es bei dir geholfen hat.

Gruß
Anna