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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Autofahren und Hitze



Kiara
23.06.2002, 14:14
Hallo an alle,
ich lebe hier in Südfrankreich und hier ist es richtig "schweinewarm". Mein Freund ist gestern für ca. 2 Wochen nach Deutschland gefahren, somit bin ich mit unseren Tieren allein. Bei meiner Schäferhündin gibt es da aber ein kleines Problem: Sie bleibt nicht alleine. Sie kommt aus dem Tierheim, ist jetzt 1 1/2 Jahre alt und seit einem Jahr bei mir. Ich übe das Alleinsein schon fleißig. Aber länger als 5 Minuten geht meist nicht. Ich gehe dann raus und schleiche mich langsam ans Fenster an, um sie zu beobachten. Echt traurig, sie bekommt richtig Panik!
Nun muß ich aber doch hin und wieder mal weg: einkaufen etc. Auch muß ich einen Freund von Bahnhof abholen, was insgesamt ca. 3 Stunden Autofahrt bedeutet. Sie fährt ganz gerne Auto - aber bei den Temperaturen?????????
Was kann ich da bei der Hitze machen. Wird ihr das schaden??? Wie kann ich ihr das erleichtern??? Klimaanlage hat mein Auto leider nicht!
Vielen Dank für Tips!
Kiara

Ivonne
23.06.2002, 16:28
Hi Kiara,

hast Du die Möglichkeit, sie für die langen Autofahrten irgendwo unterzubringen? Oder jemand paßt solang auf?

Bitte nimm sie nicht mit ins Auto bei der Hitze, das ist für den Hund nur nervig und belastend.
Auch wenn sie gerne fährt...

Seit wann übst Du schon das Alleinsein, wenn sie schon seit einem Jahr bei Dir ist?

Lieben Gruß
Ivonne

Kiara
24.06.2002, 11:31
Hallo Ivonne,
das Alleinesein übe ich, seit ich sie habe. Normalerweise ist ja immer jemand hier. Aber z. B. so wie jetzt gibt es eben auch andere Situationen.
Auch ist so ein Schäferhund nicht unbedingt willkommen, wenn man irgendwo eingeladen ist. Nun ja - mein Leben hat sich schon ziemlich verändert, seit ich Luna habe. Entweder kann sie mit - oder ich bleibe eben zuhause!
Folgendes übe ich eigentlich mehrmals täglich: Luna liegt geschafft (nach Spiel und Spaß) im Haus. Dann gehe ich einfach mal raus und mache die Tür hinter mir zu. Hin und wieder rührt sie sich dann auch wirklich schon für so ca. 10 Minuten nicht. Aber dann wird sie so langsam nervös, fängt an zu suchen (springt auf einen Tisch, um aus dem Fenster zu schauen etc.). Da ich so ungefähr abschätzen kann, wie lange es so einigermaßen gut geht, versuche ich wiederzukommen, solange sie brav ist. Dann Lob und Begrüßung.
Nun ja - 10 Minuten ist allerdings noch nicht der Hit!!!
Anfang des Jahres mußte ich sie hier auch mal etwas länger alleine lassen (45 Minuten). Ich bin dann auch mit dem Auto weggefahren - das Geräusch kennt sie! Als ich dann wiederkam habe ich hier ein SCHLACHTFELD vorgefunden! So ein großer Hund kann ziemlich was anrichten. Sie hat aber nichts angefressen oder so. Aber dieses Chaos hat mir deutlich ihre Versuche gezeigt mich zu finden, rauszukommen etc., was konkret heißt: sie war auf Tischen und Stühlen und hat ziemlich doll die Tür bearbeitet.
Ich würde Luna keinesfalls im Auto lassen bei der Hitze. Während der Fahrt gibt es ja ein wenig Erfrischung durch Lüftung und Fenster. Aber toll ist das eben auch nicht - ist mir klar!
Also: noch Ideen???
Danke!
Kiara

Ivonne
24.06.2002, 12:31
Hi Kiara,

hört sich ja nicht so pralle an mit dem Alleinsein.

Ich gehe davon aus, das Du versuchst, die Zeit allmählich zu steigern. Also 10 Minuten schafft sie, dann versuche ich heute mal 12 Minuten, so nach dem Motto?

Kennst Du ihre Vorgeschichte? Hast Du eher das Gefühl, das sie es nie schaffen wird, allein zu bleiben?

Sprich doch mal mit Deinem Tierarzt über Bachblüten-Therapie.
Ich selbst habe es noch nicht ausprobiert, habe aber schon einiges darüber gehört und das hat nichts damit zu tun, den Hund unter Drogen zu setzen.
Es soll eher unterstützend wirken für das weitere Alleinsein-üben.
Es gibt da auch ganz unterschiedliche "Mischungen", individuell auf den Hund abgestimmt.

Zum Autofahren:
Ich sag mal so. Klar kannst Du sie mitnehmen, alle Fenster kann man ja aufmachen, so das ordentlich Durchzug ist. Kannst Du die Fenster evtl. abdunkeln, wegen dem Sonneineinfall?
Dann solltest Du allerspätestens jede Stunde eine Pause machen, ihr Wasser anbieten usw.
Nur ist das halt sehr belastend für den Hund und auch für Dich.

Lieben Gruß
Ivonne

doggie
24.06.2002, 17:32
Zu diesem Thema wollte ich auch noch was posten, so kann ich es einfach untendran setzen, danke. :-)

Unsere Hündin ist scheinbar unheimlich Zugempfindlich, von der ersten Autofahrt mit minmal geöffnetem Fenster bekam sie gleich eine Bindehautentzündung. MUSS ein Fenster unbedingt geöffnet sein oder reicht auch die Luftzirkulation die durch die Klimaanlage entsteht (gottseidank haben wir eine)? Wobei das natürlich auch Zug ist, deshalb bin ich mir angesichts ihrer Empfindlichkeit da jetzt auch unsicher.

Danke für Euer Feedback.

Radja
24.06.2002, 18:28
Original geschrieben von Ivonne
Zum Autofahren:
Ich sag mal so. Klar kannst Du sie mitnehmen, alle Fenster kann man ja aufmachen, so das ordentlich Durchzug ist. Kannst Du die Fenster evtl. abdunkeln, wegen dem Sonneineinfall?
Dann solltest Du allerspätestens jede Stunde eine Pause machen, ihr Wasser anbieten usw.


Beim Autofahren geht es wohl weniger ums Fahren als ums Stehenbleiben. Was die Pause angeht: Wenn ich die Pause nicht brauche, braucht sie mein Hund auch nicht. Warum soll es dem besser gehen als mir?

Aber das Problem ist: Wie regelt man es, wenn man einen Hund im Auto lassen muss - zum Beispiel am Supermarkt, wo es in den seltensten Fällen Schatten gibt - nicht einmal in Südfrankreich. Mich ärgert das immer ziemlich. Aber dennoch, es gibt Situationen, da muss es einfach sein. Dann lasse ich halt die Fenster so weit offen, dass der Hund nicht rausspringen kann und verspreche, ganz schnell wieder dazu sein.

Dennoch kann es sein, dass der Kreislaufkollaps, an dem mein letzter Hund gestorben ist, auch durch etwa 20 Minuten Supermarktparkplatz in Südfrankreich ausgelöst wurde - es kam aber noch mehr zusammen.

Gruss

R.

Radja
24.06.2002, 18:41
Hallo, Kiara!

Mein Hundchen hat auch eine Tierheim - Tierschutzvergangenheit und wurde, bevor er zu mir kam, öfter verlassen, als er eine Beziehung aufbauen wollte. Als er zu mir kam, war er etwa so alt wie Deine Hündin, als sie zu Dir kam. Er ist jetzt 2 1/2.
Diese Verlassensangst dürfte vermutlich bei Deiner Hündin auch das Problem sein. Sie gerät in Panik, weil sie es zu oft erlebt hat - sozusagen Kindheitstraumen. Dennoch muss sie es lernen. Du schreibst von "Tieren", hast also mehrere. Auch mehrere Hunde, vermute ich. So wie es in Südfrankreich üblich ist :rolleyes: So gesehen muss sie doch nicht allein bleiben, wenn sie einen Kumpel hat, oder? Kann auch eine Katze sein.

Wie auch immer: Ich habe ebenfalls lange gebraucht, bis ich mein Hundchen zum ersten Mal alleine liess - und als ich zurückkam, war das Chaos ausgebrochen. Er hatte offensichtlich durch das geschlossenen Fenster springen wollen . Aber er lernte mit der Zeit, dass ich zurückkomme. Gerne bleibt er natürlich nicht zu Hause, versucht alles, dass er mitkommen kann, witscht mir manchmal noch zwischen den Beinen durch, doch es geht inzwischen. Oft muss ich ihn ja nicht alleine lassen, eigentlich nur sehr selten.
Du musst ihr mit den immer gleichen Worten mitteilen, dass Du gehst und dann in immer grösser werdenden Abständen zurückkommen, damit sie sicher sein kann, Du kommst zurück. Vielleicht mault sie eine Zeitlang, doch dann wird sie sich beruhigen und auf Dich warten.

Wo in Südfrankreich wohnt Ihr?

Gruss

Radja

Ivonne
24.06.2002, 19:34
Tach zusammen,


Wenn ich die Pause nicht brauche, braucht sie mein Hund auch nicht. Warum soll es dem besser gehen als mir?

Naja, kann ich so nicht ganz teilen. Ich kann mit der Hitze immer noch besser umgehen, als mein Hund. Und den laß ich nicht unnötig leiden. Ganz einfach.

Und dadurch, das Dein letzter Hund u.a. in dem Hitzestau im Auto gestorben ist, solltest Du gelernt haben, das jede Minute im Auto bei Affenhitze genau eine Minute zuviel ist.

Lieben Gruß
Ivonne

Radja
25.06.2002, 10:16
Original geschrieben von Ivonne
Naja, kann ich so nicht ganz teilen. Ich kann mit der Hitze immer noch besser umgehen, als mein Hund. Und den laß ich nicht unnötig leiden. Ganz einfach.

Und dadurch, das Dein letzter Hund u.a. in dem Hitzestau im Auto gestorben ist, solltest Du gelernt haben, das jede Minute im Auto bei Affenhitze genau eine Minute zuviel ist.


Muss es eigentlich sein, dass einem jedes Wort im Mund rumgedreht wird? Wenn mein Hund im Hitzestau im Auto (u.a.) gestorben wäre, hätte ich mich selbst angezeigt und in den Knast gesteckt. Diese 20 Minuten morgens waren nur das, was eventuell mitverantwortlich waren für seinen Kreislaufkollaps am Abend, der aber auch eine Magenumdrehung hat sein können - kurz, ich weiss bis heute nicht, was passiert war. Ich mache mir nur die grössten Vorwürfe und habe jedes Detail, das an dem Tag passiert ist, zusammengetragen. Aber mein Hund ist nicht im Auto gestorben - im Gegenteil, nach dieser Zeit waren wir noch lange spazieren, und er war putzmunter und ärgerte seine Mutter, die auch dabei war und zwangsweise einige Jahre älter war - sie starb dieses Frühjahr mit 14 Jahren eines normalen Hundetodes. .

Wenn ich jedoch im Auto dabei bin, fahren wir eigentlich und stehen ausser an einer Ampel äusserst selten in der Sonne - ich vermeide sogar Staus. Somit leidet mein Hund nicht mehr als ich - und ich kann genauso schlecht mit der Hitze umgehen wie mein Hund, vielleicht sogar schlechter. Warum zum Teufel soll man mehr Rücksicht auf die Tiere nehmen als auf Menschen? Das ist doch nun wirklich falsch verstandene Tierliebe. Und dabei meine ich nicht nur mich als Chefin eines Hundes, sondern allgemein.

Neulich starb ein 2-jähriges Kind in der HItze eines geparkten Autos - irgendwie empfinde ich das als doch noch etwas schlimmer. Es ist nämlich ein Menschenkind gewesen. Was nicht bedeutet, dass ich Hundekinder, die im Auto verschmachten, nicht bedaure. Es kommt nur auf die Wertigkeit an.

Radja.

Ivonne
25.06.2002, 10:22
Guten Morgen Radja,

ich fürchte, Du hast mich falsch verstanden.
Kann an der Hitze liegen :D

Ob man nun steht oder fährt, ist für die Sonneneinstrahlung unerheblich, denn die Sonne knallt trotzem aufs Auto. Das aber nur nebenbei.

Das mit der Wertigkeit hast Du aus irgendwelchen Gründen auch in den falschen Hals bekommen. Warum auch immer, ich denke, ich hab mich verständlich genug ausgedrückt.

Klar geht ein Menschenleben vor ein Hundeleben. Jedoch MUSS ich dem Hund doch nich unnötig die Hitze antun. Wenn es nicht sein muß, dann laß ich es eben.

Lieben Gruß
Ivonne

Odilíntintin
25.06.2002, 10:33
Hallo, Kiara!
Da ich in Spanien lebe (also vielleicht noch eine Ecke wärmer!) kann ich dein Problem sehr gut verstehen. Den einzigen Vorteil, den ich wohl habe ist, dass meine Hunde zwar auch nicht gerne, aber ohne groß zu meckern auch längere Zeit zu Hause bleiben. Jetzt im Sommer drin bei laufender Klimaanlage, wenn es kühler ist draußen auf der Terrasse.
Trotzdem nehme ich sie sehr oft mit im Auto, wenn ich in manchem großen Supermärkten (mit Tiefgarage) Dinge einkaufen muss die ich hier in der Nähe nicht bekomme, dann nehme ich sie schon mit, anschließend spiele ich auf einer Wiese dort in der Nähe, und sie finden das total prima.
Die Hunde haben aber auch ständig Wasser zur Verfügung, aus einem Napf, der umkippen kann ohne dass Wasser ausläuft (hier in Zooplus gekauft!).
Mein altes Auto hatte auch keine Klimaanlage, da habe ich immer die Fenster ein Stück weit runtergekurbelt, ging ja auch sonst nicht anders. Blanca war damals noch alleine und hat immer ihren Kopf mehr oder weniger rausgehängt, dabei nie Probleme bekommen. Wenn es dann auf die Autobahn ging habe ich das Fenster so weit hochgekurbelt, dass ihr Kopf nicht mehr durchgepasst hat. Ihre Schnauze hat sie aber doch immer in den Wind gehoben. Gesundheitliche Probleme hatte sie nie, und das obwohl ich fast täglich mit ihr an den Strand gefahren bin. Als ich einmal auf dem Nachhauseweg in einem Supermarkt angehalten habe um Wasser zu kaufen, nirgends aber ein Schattenplatz war, habe ich sie am Eingang angebunden. Klar, ich war nur kurz drin und konnte sie vom Kassenbereich aus immer im Auge behalten.
Bei unserem jetzigen "Hundeauto" (Kombi, deshalb bei drei Hunden ideal) haben wir kürzlich die Scheiben schwarz tönen lassen, komplett der Kofferraumbereich und die Scheiben hinten bei den Rücksitzen. Das kann ich nicht nur Hundebesitzern empfehlen, das ist auch so total super, da sich der hintere Teil des Wagens nicht halb so stark aufhitzt als mit "normalen" Scheiben. Früher hatten wir dann immer die Klimaanlage auf höchster Stufe laufen, wir haben vorne gefroren, den Hunden war es hinten trotzdem warm, da die Sonne reingebrannt hat. Jetzt reicht die kleinste Stufe bei der Klimaanlage, und hinten wird es in null komma nix angenehm kühl.

Zu deinem Alleinlassen-Problem: Frag doch mal deinen Tierarzt, ob der nicht einen Tipp für dich hat. Blanca konnten wir am Anfang locker alleine lassen. Wenn ich dann morgens zur Arbeit bin, habe ich ihr immer tschüss gesagt, ihr den Kopf getätschelt und bin gegangen. Irgendwann hat sich das für sie in so einen Stress verwandelt, dass sie uns Möbel, Türen und Türrahmen zernagt hat. Wir haben dann mit ihr auf Anraten des Tierarztest wieder ganz langsam angefangen mit dem Alleinsein und aber auch unser Verhalten geändert, das heißt den Ablauf, bevor wir sie alleine ließen. Auch jetzt noch verabschieden wir uns nicht mehr von ihr, sie wird auch nicht mehr gestreichelt, und ich wechsle immer ab: Einmal gehe ich zuerst mit ihr Gassi und frühstücke dann, dann anders herum.
Klar, ich muss dazu sagen, dass sie ja jetzt auch Gesellschaft hat, aber bevor die Kleinen dazukamen hatten wir dieses Problem bereits in Griff.

Noch zu doggie:
Wenn dein Hund hinten mitfährt, dann dürfte eigentlich kaum was passieren, da man eher vorne die direkt kühle/kalte Luft spürt. Hinten kommt das eher langsam aber nicht so stark an. Als unsere Blanca aber noch in unserem Zweitwagen (mit Klimaanlage) mitfahren durfte, dauerte es keine zwei Sekunden, da war sie vorne auf dem Beifahrersitz und klebte mit ihrer Schnauze an einem der Lüftungsschlitze, durch die die kalte Luft kam...

So, nun habe ich aber genug meinen Senf dazu gegeben.
Liebe Grüße an alle von uns Hitze- und Sonnengeschafften,
Diana mit Blanca, Odín und Scoobydoo

Radja
25.06.2002, 10:45
Original geschrieben von Ivonne
Guten Morgen Radja,

ich fürchte, Du hast mich falsch verstanden.
Kann an der Hitze liegen :D


Ja, vielleicht, ist halt vermaledeit, dass die Worte zu Papier (Bildschirm) oft anders rüberkommen als man sie im Kopf hat und bei direktem Gespräch durch Mimik klären kann.....

Aber zum allgemeinen Problem: Ich bin sehr viel unterwegs, beruflich und privat, war dieses Jahr schon zwei mal in Südfrankreich (allerdings als es noch nicht so heiss war) und einmal am Atlantik und auch sonst fahre ich sehr, sehr viel und auch sehr weit in der Hitze, auch wenn ich es selbst hasse und versuche zu vermeiden. Mein Hund kann immer dabei sein. Als ich mir einen Hund zulegte, wusste ich, dass ich ihn höchstens in Notfällen abgeben oder nur ganz kurz zu Hause lassen muss. Ich weiss auch, dass er damit sehr zufrieden ist. Er hüpft sehr glücklich ins Auto - und meine beiden Hunde vorher auch - denn er findet Autofahren spannend und noch spannender, anzukommen und neues zu erschnüffeln und sausen zu dürfen.

Und da mein Hund und ich so eine Art "Team" sind, denke ich, er kann gerade so leiden wie ich. Oder auch nicht. Je nach Situation.