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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nächtlicher Schreck



kimba450
12.10.2003, 11:29
Hallo,
als wir gestern abend nochmal zur `Gute-Nacht-Runde`aufgebrochen sind,kamen uns Jugendliche entgegen.Kimba ging links von mir und Hector rechts von mir.Ich hörte das die drei "Typen" irgendwas an die Fenster von den Anwohnern geworfen haben und Kimba wurde auch schon sehr aufmerksam.Die drei rannten los und zwar genau auf uns zu und ich bekam den Eindruck als wenn sie meine Hunde garnicht bemerkt haben.Da Kimba schon sehr unruhig war und zu knurren anfing,machte ich auf mich aufmerksam und rief ihnen zu das ich zwei Hunde bei mir hätte.Zwei von ihnen machten dann einen riesen Bogen um mich.Der dritte aber lief genau auf uns zu und die anderen beiden riefen ihm nur noch zu das er aufpassen solle.Als er kurz vor mir war,bäumte Kimba sich auf und bellte ihn furchtbar an.So hab ich sie noch nie erlebt.Ich denke sie hat ihn als Bedrohung angesehen und hat dementsprechend reagiert.Nun zu meiner Frage:Was wäre gewesen wenn der Typ nicht rechtzeitig stehen geblieben wäre und Kimba ihn hätte packen können?Es wäre ja aus ihrer Sicht ein Angriff gewesen und sie hätte mich verteidigt.Wären dann irgendwelche Konsequenzen auf uns zugekommen?
Lieben Gruß
Ela

billymoppel
12.10.2003, 12:21
hallo ela,
schlicht und ergreifend: ja.
notwehrrechte für hunde sind noch nicht erfunden.
männe hat z.z. einen ähnlichen fall, wo ein schnauzer ein kind gezwickt hat. der halter hat das kind und dessen vater mehrfach gebeten, den hund in frieden zu lassen, sie haben ihn aber weiter bedrängt. papi hat seinen sohn angestachelt, asoziales milieu halt. trotzdem (neben schmerzensgeld und behandlungskosten) drohen dem hund nun maulkorbzwang und leinenpflicht. zwar wurde zum glück keine strafanzeige erstattet (fahrlässige kv ist antragsdelikt), aber da der arzt des kindes verpflichtet ist, bißverletzungen zu melden, hängt die sache jetzt bei den ordnungsbehörden.
anders würde die sache wohl nur aussehen, wenn du dich selbst in einer notwehrlage befindest und keine geringere möglichkeit der verteidigung hättest.
aber selbst dann wäre es nicht so leicht, notwehr ist juristisch ein weites feld. teilweise wird so etwas wie "verteidigungswille" voraussgesetzt, du müsstest deinen hund also zielgerichtet als waffe zur verteidigung verwenden, d.h. er müsste auf kommando einschreiten und nicht mal eben so, weil er dich schützen will. das ist alles sehr streitig.

lg
bettina

billymoppel
12.10.2003, 12:25
juristisch gesehen, interssiert die sicht des hundes niemanden.
ausschlaggebend ist allein die objektive situation aus sicht des außenstehenden betrachters. wurdest du wirklich angegriffen oder nicht?
das ist jetzt keine wertung von mir, aber so ist nun mal die lage. du als halter hast dafür zu sorgen, dass dein hund keinen schaden anrichtet, an köper, gesundheit und eigentum anderer.

kimba450
12.10.2003, 14:02
Hallo,
danke dir für die Aufklärung,so in etwa hab ich mir das schon gedacht.Was mich nur echt aufregt ist,das ich die vorher noch gewarnt habe und gerufen habe.Mal ganz krass gesehen hätten die doch selbst Schuld gehabt (ganz krass gesehen!!)Na mal schauen wie sie heute abend im Dunkeln auf Fußgänger reagiert,ob irgendwas sitzen geblieben ist.
Lieben Gruß
Ela

billymoppel
12.10.2003, 14:32
hallo ela,
natürlich gibt es auch wenn es um zivile ersatzansprüche geht, so was wie mitverschulden. und da wir ja alle haftpflicht versichert sind, klärt das die haftpflicht und sie übernimmt auch die kosten für diesen teil
eher das problem sind die ordnungsrechtlichen konsequenzen:
für die ordnungsbehörden in unserem fall stellt sich die sache erst mal so da: hund hat gebissen. fertig. also maulkorbzwang. ende der durchsage.
was die verhandlung am ende ergeben wird, ist noch völlig offen: trotz zeugen bleibt es halt dabei, dass der hund gebissen (na ja, eigentlich nur gezwickt) hat. und die kosten für diese teil bleiben erst mal beim halter, denn das interessiert die haftpflicht nicht die bohne.

lg
bettina

Fritzfranz
21.10.2003, 18:25
Falls es mal ernst wird in so einer Situation: Am besten fährst Du, wenn Du sagst, Du hättest Dich durch den Mann bedroht gefühlt und den Hund eingesetzt, um Dich zu verteidigen. Dann war die Verletzung des Mannes nämlich gerechtfertigt. Als Frau, im Dunkeln usw. hast Du da gute Chancen. Was auch gehen würde: Du hättest einen Angriff auf den Hund (= Dein Eigentum abwehren wollen). Die erste Aussage ist aber wasserdichter... Nur mal so als Tipp...;) :D :cool:
Julia:cu: