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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katze zugelaufen- was ist, wenn sich der "Besitzer" nach langer Zeit erst meldet?



catwoman3112
24.09.2003, 18:45
Hi!

Einer Freundin von mir ist vor 2 Monaten eine Katze zugelaufen. Sie hat am nächsten Tag (nachdem sie Einkäufe getätigt hat, so alles, was man für eine Katze braucht) beim städtischen Tierheim angerufen und im Katzenhaus, es wurde aber keine vermißt. Desweiteren hat sie Aushänge in ihrem Wohngebiet und in den umliegenden Supermärkten gemacht.

Im Tierheim wurde sie gefragt, ob sie derweil die Katze behalten will. Erst war sie sich nicht sicher, hat sich aber dann doch dafür entschieden.

Sie ist mit ihr zum TA, dort wurde die Katze (übrigens eine sehr hübsche, sah auch gesund aus) auf ca. 4 Jahre geschätzt, ohne jegliche Kennung (Chip, Tätowierung) und unkastriert.

Ihr wurde eine Wurmkur und ein stärkendes Mittelchen verabreicht.

Inzwischen hat sie (meine Freundin) sich so an die Katze gewöhnt, daß sie sie nicht mehr hergeben möchte. Auch die Katze scheint sich bei ihr sehr wohl zu fühlen. Nun meine Fragen:

Was wäre, wenn sich jetzt der Besitzer melden würde? Gibt es irgendwie so eine Frist, die man verstreichen lassen müßte, um dann die Katze nicht mehr hergeben zu müssen? Ist das irgendwie in einem Gesetzt verankert? Kann sie sich die Kosten, die ihr entstanden sind, zurückgeben lassen?

Danke im Voraus!

Ronin
24.09.2003, 19:46
Ich halte es ja für relativ unwarscheinlich, daß der 'Besitzer' sich jetzt noch meldet, wenn er es bislang noch nicht getan hat.

Es käme mit Sicherheit auch darauf an, was das für ein Mensch ist und wie sich die Katze ihm gegenüber verhält - möglicherweise würde deine Freundin ihm die Katze auch freiwillig wiedergeben...
In diesem Falle wäre es richtig, wenn sie die Kosten zurückbekäme; einen rechtlichen Anspruch darauf hat sie jedoch nicht, höchstens einen moralischen.

Wenn allerdings irgendwelche Zweifel bestehen, dürfte es ihm (oder ihr?) jedoch schwerfallen, zu beweisen, daß genau diese Katze seine ist - so ganz ohne Tätowierung / Chip.

Tierheime haben üblicherweise eine Frist während der entlaufene Tiere vom Besitzer wieder abgeholt werden können, wenn die verstrichen ist, können die Tiere weitervermittelt werden. Ich weiß jedoch nicht, wie das in privaten Fällen aussieht und wie die genaue Rechtslage da ist.

nikkeey
24.09.2003, 21:09
Ich glaube die Frist in der der Besitzer sich melden muss beträgt 6 Monate, erst danach "gehört" einem die Katze wirklich...

Ronin
24.09.2003, 21:15
Ich habe nochmal Google bemüht und folgendes gefunden:


Die Rechtslage:

Ist der Besitzer einer Katze nicht auffindbar, gilt sie als "Fundsache". Für die Verwahrung einer Fundsache ist die Gemeinde / Stadt zuständig, die meist das örtliche Tierheim mit der Versorgung solcher Pfleglinge beauftragt hat. Nach Meldung der Findelkatze im Tierheim kann das Tier zwar zur Pflege bei seiner "Adoptivstelle" bleiben. Doch Vorsicht: Wenn der alte Besitzer sich meldet, ist das Tier abzugeben. Erst nach einem halben Jahr gehen die Besitzansprüche (ein unschönes Wort für das Zusammenleben mit einem Vierbeiner) an den neuen Halter.Die Pflegekosten werden von der Gemeinde allerdings nur für die ersten vier Wochen übernommen. Für den restlichen Zeitraum kommt der Tierfreund auf.



Quelle: http://www.katzennothilfe.de/felidae/pinboard/gesundheitstipps/fundtier.html

Silke und Co.
26.09.2003, 18:25
Hi,

ich möchte die Frage mal nicht mit der rechtlichen Seite beantworten.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß deine Freundin sich nach 2 Monaten an die Katze gewöhnt hat, bei mir hat es 2 Stunden gedauert :D

Ich kann mir auch kaum vorstellen, daß sich jetzt noch jemand meldet, es sei denn, die Katze ist echt hunderte von Kilometern gelaufen und nicht in der nächsten Umgebung abgehauen. Denn sonst hätte der Besitzer, wenn ihm die Katze den am Herzen liegen würde, alles erdengliche getan, sie wiederzufinden.

Wenn sich jedoch tatsächlich jemand meldet, der Beweisen kann (Fotos, besondere Merkmale), daß es seine Katze ist und er gute, sehr gute Gründe hat, warum er erst jetzt die Katze "gefunden" hat und er glaubhaft machen kann, daß es der Katze da gut geht, wo sie hergekommen ist, dann ist es doch nur fair, sie wieder abzugeben.
Aber wie gesagt, dass alles würde ich mit Sorgfalt und vor allem in Ruhe und in Zusammenarbeit mit dem Tierschutz klären.

Aber ich wünsche deiner Freundin, daß niemals mehr einer an die Katze denkt und sie nicht wiederhaben möchte bzw. nicht vermisst! :wd:

catwoman3112
28.09.2003, 14:58
Ich danke euch ganz doll für Eure Tipps. Meine Freundin war auch ganz zuversichtlich, als sie das gelesen hat. Ich hoffe, daß sich der Besitzer nicht mehr meldet, denn dann wäre meine Freundin sehr traurig.

Klar ist es was anderes, wenn es sich nachweisen läßt, daß das seine/ ihre Katze ist und er gute Gründe hat, warum die Suche so lange dauerte.

Wie auch immer, dankeschön erst mal.:cu:

Miez
30.09.2003, 23:07
Katzen die man findet sind Fundsachen und man darf sie erst nach 6 Monaten behalten !